Küchengarten - Sanna Töringe - E-Book

Küchengarten E-Book

Sanna Töringe

0,0

Beschreibung

Gärtnern liegt voll im Trend. Das ist kein Wunder, denn nichts schmeckt so gut wie frisches selbstangebautes Gemüse! Holen Sie Ihre eigenen Kartoffeln aus der Erde, servieren Sie Ihren knackig-frischen Salat und kochen Sie mit Gemüse und Kräutern aus eigenem Anbau. Hier finden Sie alles Wissenswerte für Ihr neues Hobby – von der Planung und Aussaat bis zur Pflege und Ernte. Zu wenig Platz gibt's nicht: Sie können Ihre Pflanzen im Hochbeet, in Töpfen und sogar auf dem Balkon oder auf der Fensterbank ziehen. Was tun mit der reichhaltigen Ernte? Einfache Rezepte bieten tolle Anregungen und zusätzliche Erfolgserlebnisse. 35 Jahre Gartenerfahrung und wunderschöne Fotografien – "Küchengarten" ist eine echte Quelle der Inspiration!

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 138

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS



SANNA TÖRINGE

FOTOS VON LINA KARNA KIPPEL

KÜCHENGARTEN

– ANBAU, ERNTE, REZEPTE –

Inhalt

EINE ETWAS ANDERE ART VON GENUSS

ENDLICH RAUS IN DEN GARTEN!

VERSCHIEDENE KÜCHENGÄRTEN

ANBAU IN DER STADT

RHABARBER UND SPARGEL

FRÜHE GEMÜSE

SALAT UND KRÄUTER

BEERENSTRÄUCHER UND ERDBEEREN

ERBSEN, BOHNEN UND MAIS

FENCHEL, STANGENSELLERIE, ARTISCHOCKEN UND MANGOLD

TOMATE, PAPRIKA, CHILI, GURKE UND MELONE

ZUCCHINI, KÜRBIS UND HOKKAIDO

DIE UNENTBEHRLICHE ZWIEBEL

ASIATISCHE BLATTGEMÜSE

IM KOHLGARTEN

WURZELN UND KNOLLEN

HERBST IM KÜCHENGARTEN

REGISTER

REZEPTREGISTER

Eine etwas andere Art von Genuss

Was ist Genuss? Für manche ist es der fangfrische Hummer in einem Restaurant am Hafen, für andere Champagner im Bett. Für die einen ist es frischer Trüffel auf Pasta, andere schwören auf kubanische Zigarren …

Mein größter Genuss ist es, mit den Händen in der Erde nach den ersten neuen Kartoffeln zu graben, für das Frühstück Erdbeeren aus dem Garten zu pflücken oder grüne Bohnen zu ernten, so fein und zart, wie ich sie nicht einmal in einem Sternerestaurant bekomme. Meinen Küchengarten ziehe ich Hummer, Champagner und Zigarren allemal vor!

So ein Gemüsegarten kann viele Gesichter haben: ein Garten wie aus dem Bilderbuch, in dem es alles gibt, von Spargel über Erdbeeren bis Spitzkohl … aber auch eine Pflanzkiste voll knackiger Salatköpfe, ein Eimer mit Kartoffeln auf dem Balkon oder einfach nur ein paar Töpfe mit Schnittlauch, Thymian und üppigem Basilikum auf dem Fensterbrett in der Küche.

Ein Küchengarten birgt Enttäuschungen, steckt aber gleichzeitig voller Verheißungen. Da gibt es Samentütchen, deren Inhalt nie in die Erde kommt, der Koriander blüht zu früh, Unkraut versamt sich, die Radieschen sind verkrüppelt und die Kohlpflanzen werden von hungrigen Schmetterlingsraupen vertilgt. Viele Fehler lassen sich aber vermeiden. Ein alter Gärtner hat mir einmal seine Anbaugeheimnisse verraten: Wussten Sie beispielsweise, dass die Erde um den Dill nach einem Sommerregen aufgelockert werden muss, dass Tomaten nicht zu sehr verhätschelt werden sollten und dass Salat keine Köpfe bildet, wenn er zu tief gepflanzt wurde?

Ein Küchengarten kann sogar ein ästhetischer Genuss sein, wenn Borretsch, Mohn und Kapuzinerkresse Farbtupfer zwischen Kohl und Zwiebeln setzen. Aber das Allerwichtigste ist natürlich, dass er als reichhaltige, gut gefüllte Speisekammer dient. Zucchini, Bohnen und Mangold liefern Gemüse für viele Mahlzeiten und ungewöhnliche Gemüse wie Fenchel oder Kräuter wie Koriander inspirieren zu neuen Gerichten.

In diesem Buch habe ich für Sie meine Anbautipps aufgeschrieben und dazu einige meiner besten Gemüserezepte versammelt.

Ein ganz besonderer Dank gilt dem Gärtner, der mich all dies gelehrt hat: Kjell Åberg.

ENDLICH RAUS IN DEN GARTEN!

„Frühling schwellet die Erd’, und zeugende Samen verlangt sie.“ Was der römische Dichter Vergil vor über 2000 Jahren schrieb, hat nichts von seiner Gültigkeit verloren. An den ersten warmen Frühlingstagen treibt es mich hinaus in den Garten, voller Vorfreude auf die neue Gartensaison.

Boden

Lernen Sie Ihren Boden kennen! Erkunden Sie ihn mit Ihren Händen. Wie fühlt er sich an? Ist er leicht und sandig und rieselt zwischen den Fingern hindurch? Dann braucht er Humus, der Feuchtigkeit bindet und Nährstoffe festhält. Geben Sie Kompost auf die Beete! Man kann den Boden auch verbessern, indem man preisgünstige Pflanzerde – in Säcken aus dem Gartenmarkt – einarbeitet. Ist der Boden dagegen fest und hart? Dann enthält er viel Ton. Dieser speichert viel Feuchtigkeit, was durchaus positiv ist; aber dafür sind Tonböden schwer zu bearbeiten und nur bedingt zum Gemüseanbau geeignet. Gemüsekeimlinge kämpfen nicht gern, um durch harte Bodenschichten zu dringen, außerdem enthalten Tonböden weniger Luft und damit Sauerstoff für die Wurzeln. Verbessern Sie schwere Böden mit Sand und Humus in Form von Kompost – das sollte normalerweise ausreichen.

Düngung

Das Wichtigste, das mir mein Garten-Ziehvater beigebracht hat? Dass der Boden genug Nährstoffe enthalten muss. Da ich auf dem Land wohne, verwende ich gut verrotteten Mist vom Bauern, aber Rinderdung oder Schafwolldünger – beides gibt es in Säcken zu kaufen – ist in der Handhabung einfacher, da er leichter zu dosieren und zu verteilen ist.

In vielen älteren Büchern steht, man solle im Herbst düngen. Dann werden viele Nährstoffe jedoch ausgewaschen und belasten das Grundwasser. Es ist immer besser, häufig und in geringen Dosen zu düngen, als selten und viel. Düngen Sie im Frühling, am besten ein paar Tage vor der Aussaat. Wenn die Erde vorbereitet ist, reicht es meist, etwas pelletierten Hühnerdung unterzumischen.

Dillsamen werden ab Anfang April ausgesät, dann gibt es im Sommer aromatische Dillspitzen zu den Kartoffeln.

Saatgut

Ob Karotten, Radieschen oder Salat – es gibt zahlreiche Sorten von jeder Art. Wählen Sie diese sorgfältig aus. Wenn Sie sich mit Ihren Nachbarn oder Freunden zusammentun, können Sie Samen teilen und mehrere Sorten ausprobieren. Von vielen Gemüsen und Kräutern kann man auch selbst Samen sammeln. Versuchen Sie es mit Dill, Bohnen und Tomaten! Bewahren Sie Ihre Samen kühl und trocken auf. Viele sind dann jahrelang haltbar, zum Beispiel Melonen-, Gurken- und Tomatensamen. Andere, etwa Salat- und Kohlsamen, verlieren schnell ihre Keimfähigkeit. Um Keimfähigkeit und Wuchskraft zu testen, kann man auf der Fensterbank probehalber einige Samen in einen mit Erde gefüllten Blumentopf säen.

Anbauplan

Vor der Aussaat ist ein bisschen Planung gefragt. Wie viele Salatköpfe verbrauche ich im Juli? Esse ich wirklich vier laufende Meter Rote Bete? Ein guter Anbauplan ist das A und O bei der Anlage und Bewirtschaftung eines Küchengartens. Schließlich möchte man über einen möglichst langen Zeitraum genau die richtige Menge an Gemüse ernten. Säen Sie dabei immer wieder etwas Rucola in die Lücken, pflanzen Sie den Salat nicht auf einmal, sondern in Sätzen, und schaffen Sie vor der Herbsternte Platz für neue Aussaaten. So lässt sich die Anbausaison bis in den September mit Salat, Spinat, Radieschen und Dill verlängern. Im Spätherbst und Winter sorgen dann Zichorien- und Asia-Salate, Lauch, Petersilie und natürlich Grün- und Rosenkohl für frisches Gemüse und Abwechslung auf Ihrem Teller.

Fruchtfolge

Pflanzen wachsen besser, wenn sie nicht jedes Jahr im selben Beet angebaut werden. Manche, wie Erbsen und Bohnen, nehmen Stickstoff aus der Luft auf, der dann über die Wurzeln in die Erde gelangt und auch nach der Ernte im Boden verbleibt. Es bietet sich an, im Folgejahr an dieser Stelle Pflanzen auszusäen, die viel Stickstoff brauchen. Bedenken Sie bei Ihrer Planung: Gleich und gleich gesellt sich gern. Manche Arten brauchen während der Wachstumsphase Dünger, andere gedeihen besser in Kompost oder Erde, die im Herbst des Vorjahres gedüngt wurde. Einige Pflanzen, wie zum Beispiel Kartoffeln, Gurken und Kohl, sollten jedes Jahr das Beet wechseln, damit sich keine Krankheitserreger im Boden anreichern können. Kartoffeln können von mikroskopisch kleinen Fadenwürmern, sogenannten Nematoden, befallen werden, die zwar immer im Boden vorhanden sind, sich aber bei einseitiger Bewirtschaftung stark vermehren. Kohlpflanzen – auch Radieschen und Chinakohl – bekommen Kohlhernie, eine Wurzelkrankheit, wenn sie nie den Standort wechseln. Zu Kohlpflanzen gehören auch Radieschen und Chinakohl.

Am besten fertigt man zur Erinnerung kleine Skizzen an.

Aussaat

Die Angaben auf den Samentütchen dienen als Richtlinie für den besten Pflanzzeitpunkt und -abstand. Man muss die Angaben nicht sklavisch befolgen, sondern kann durch Experimentieren eigene Erfahrungen sammeln. Ist die Erde leicht und durchlässig, trocknet sie im Frühling schneller und es kann eher gesät werden. Je nach Region und Höhenlage kommt der Frühling früher oder später, daher sind exakte Monatsangaben wenig sinnvoll. Bestimmte Gemüse wie Bohnen reagieren sehr empfindlich auf Kälte und keimen dann nicht oder schlecht. Einige zweijährige Pflanzen meinen, sie hätten bereits einen Winter erlebt, wenn sie zu früh gesät oder ausgepflanzt werden. Dann haben sie den Drang, sich zu vermehren, und blühen zu früh – wie etwa Mangold, Petersilie, Fenchel oder Lauch.

Unser Küchengarten ist nicht besonders groß, aber alles Wichtige findet darin Platz. Salat, Zwiebeln, Kartoffeln und Basilikum und vielleicht noch Spitzkohl sind für mich unverzichtbar. Artischocken, Kürbis und Spargel wachsen an anderen Stellen im Garten. In der Mitte führt ein schmaler Weg zu den Frühbeeten. Er wird von Walderdbeeren gesäumt und im Frühling blühen dort Tulpen in leuchtenden Farben. Um das Beet wächst eine Ligusterhecke, die die Gemüsepflanzen vor kalten Winden schützt. Jeden Frühling stechen wir die Ligusterwurzeln, die nach innen wachsen, ab, sonst entzieht die Hecke den Gemüsebeeten zu viele Nährstoffe.

Wenn man viel Platz hat, wird Gemüse in langen, geraden Reihen mit reichlich Raum zwischen den Pflanzen angebaut. Das erleichtert das Jäten. Dieser Pflücksalat wurde früh ausgesät, um ihn schon im Frühsommer ernten und genießen zu können.

Der Boden sollte locker und einladend für die Samen sein. Wenn die Zeit für die Aussaat gekommen ist, wird die oberste Erdschicht feinkrümelig gehackt und flach geharkt. Ist die Erde zu grobkörnig, kann es passieren, dass die Samen in Lufttaschen austrocknen.

Der erfahrene Gärtner empfiehlt, nicht zu dicht zu säen. Oft werden Angaben zur Keimfähigkeit auf den Samentütchen gemacht. Von frischen Karottensamen keimen meist nur 70 Prozent, das sind ungefähr zwei von drei Samen. Säen Sie dennoch nicht zu dicht, das erleichtert später das Vereinzeln, also das Auszupfen überzähliger Keimlinge. Älteres Saatgut mit geringerer Keimfähigkeit sät man dichter. Meist tendiert man dazu, dichtere Saatreihen anzulegen als auf dem Samentütchen empfohlen. Mein Tipp: Bedenken Sie, wie groß die Pflanze wird, das ist ein guter Anhaltspunkt für den Saatabstand.

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob man vor oder nach dem Säen gießen soll. Ich finde es am einfachsten, nach der Aussaat anzugießen oder auf einen sanften Frühlingsregen zu hoffen.

Vorkultur

Manche Pflanzen müssen im Haus gesät werden, um ausreichend Zeit zur Entwicklung zu haben. Man sät die Samen entweder direkt in kleine Töpfe oder in Schalen. Füllen Sie die Schalen mit Aussaaterde, drücken Sie diese leicht an. Nach der Aussaat werden die Samen mit Erde bedeckt (wie hoch, steht auf der Samentüte), dann wird mit lauwarmem Wasser aus einer Ballbrause angegossen. Normale Blumenerde eignet sich nicht so gut wie Aussaaterde, da sie zu viele Nährstoffe enthält, die den zarten Keimlingen schaden könnten.

Fassen Sie die Pflanzen vorsichtig an, vor allem die zarten Wurzeln sind empfindlich. Hier werden Erbsen und Ackerbohnen gepflanzt. Beide Gemüse können auch direkt ausgesät werden.

Bedecken Sie die Schale mit durchsichtiger Folie und kontrollieren Sie sie häufig – manche Keimlinge zeigen sich schon nach 48 Stunden. Die Folie wird entfernt, sobald die Keimlinge erscheinen. Nach einiger Zeit werden die Jungpflanzen pikiert, das heißt separat in eigene kleine Töpfe gesetzt, um sich dort besser entwickeln zu können. Denken Sie daran, dass die Wurzeln besonders empfindlich sind. Wenn die Wurzelfäden beschädigt werden, dauert es länger, bis sich die Pflanze nach dem Umtopfen erholt hat. Arbeiten Sie also behutsam!

Wer Gemüsepflanzen auf der Fensterbank vorziehen will, muss sich bewusst sein, dass das nicht immer klappt. Man darf nicht zu früh säen, sonst werden die Pflanzen zu lang und dünn, bevor man sie auspflanzen kann. Damit die Pflänzchen gerade wachsen, werden die Saatkisten und Töpfe immer wieder gedreht. Noch besser als die Fensterbank ist ein kühler, heller Wintergarten oder ein Raum mit spezieller Pflanzenbeleuchtung. Bei der Aussaat im Haus gilt: Die meisten Pflanzen mögen es hell, aber nicht zu warm.

Bevor man die vorkultivierten Pflanzen in den Küchengarten auspflanzt, müssen sie behutsam abgehärtet werden, damit sie mit den kühlen Außentemperaturen, der direkten Sonneneinstrahlung sowie mit Wind und Wetter zurechtkommen. Stellen Sie die Pflanzen am ersten Tag ein paar Stunden nach draußen und dehnen Sie diese Zeiträume im Laufe einiger Tage bis zu einer Woche nach und nach aus.

Wir legen unseren Kompost in Schichten an. Die unterste Lage besteht aus groben Zweigen und Ästen, damit Luft eindringen kann, der Rest aus den üblichen Küchen- und Gartenabfällen.

Kompost

Mein Kompost ist eine Mischung aus Unkraut, Eierschalen, Kaffeesatz und etwas Mist zwischen den Schichten. Fast wie durch Zauberei verwandelt sich das Gemisch in wunderbaren Humus, von dem ich im zeitigen Frühjahr eine große Schubkarrenladung auf dem Beet verteile und in die vorhandene Erde einarbeite. Später streue ich ihn eimerweise an hungrige Pflanzen. So bekommen zum Beispiel meine Bohnen eine Mulchschicht aus Kompost, die die Erde vor dem Austrocknen schützt und den Pflanzen mehr Stabilität gibt.

Kompost kann auf sehr unterschiedliche Weise hergestellt werden. Am einfachsten ist es, die Gartenabfälle zu einem Haufen auf dem Boden aufzutürmen, wo sie langsam verrotten. So sah der Komposthaufen in der Gärtnerei meines Großvaters aus. Wer viel Platz hat, kann auch schöne längliche Komposthaufen anlegen, die dann wie kleine Hügel aussehen.

Man kann den Kompost im Herbst umsetzen, also von oben nach unten und umgekehrt umschichten, oder aber man deckt den Komposthaufen im Herbst nur mit Laub und Gras ab und lässt ihn überwintern. Mischen Sie den fertigen Kompost im nächsten Frühling unter die Erde oder verwenden Sie ihn als Grundlage für ein Hochbeet.

Mein selbstgebauter Kompost hat zwei Schichten: Die untere besteht aus groben Zweigen und Reisig für eine optimale Luftzufuhr, erst dann schichte ich die normalen Gartenabfälle darauf. Im Frühling, wenn eine Kompostmiete voll ist, fülle ich das Material in eine zweite um, deren fertiger Kompost gerade im Garten verteilt wurde. So mache ich es in jedem Jahr. Leider fühlen sich in der oberen Kompostschicht Schnecken wohl, daher gehe ich in regnerischen, schneckenreichen Sommern regelmäßig auf Schneckenjagd. Eine Alternative sind geschlossene Behälter mit Kompostwürmern. Es gibt auch Kompostierer, die isoliert sind und in denen sich der Rottevorgang durch die stärkere Erwärmung schneller vollzieht.

Der Kompost sollte sich am besten im Schatten oder zumindest Halbschatten befinden. Auch im Schatten sollte man den Kompost in sehr trockenen Sommern ab und zu wässern. Eine gute Methode, ihm nicht nur Wasser, sondern auch noch etwas Stickstoff zuzuführen, ist, dem Gießwasser etwas Urin beizufügen und alles auf den Kompost zu gießen. Wenn man viel Platz hat, vereinfacht die Anlage von drei Kompostmieten die Arbeit. Dann kann man fertigen Kompost auch lagern, bis man ihn braucht.

Der Rottevorgang geht schneller, wenn Sie die Küchenabfälle mit Pflanzenteilen aus dem Garten, etwas Gartenerde und etwas Kompost vom Vorjahr vermischen. Auch Zusätze wie Holzasche (nicht von Briketts) und Algenkalk sind gut. Mist und Seetang ebenfalls. Am besten hält man den Kompost immer mit Gras oder Laub bedeckt – im Sommer, damit er seine Feuchtigkeit bewahrt, und im Winter, damit er nicht so schnell durchfriert.

Gießen

In einem normalen Sommer muss man seinen Küchengarten gießen, sonst gibt es keine gute Ernte. Lehmige Böden halten mehr Feuchtigkeit, sie brauchen weniger zusätzliche Wassergaben. Ich habe einen sehr leichten, sandigen Boden, den ich im Sommer genau im Auge behalten muss, da er schnell austrocknet.

Gießen Sie am besten frühmorgens. Abends sollten sie nur dann wässern, wenn sie keine Schneckenprobleme haben. Um Wasser zu sparen, sollte man gezielt mit der Kanne oder einem Schlauch und nicht mit dem Rasensprenger gießen. Es ist besser, selten und reichlich, als oft und wenig zu gießen, weil die Wurzeln dann in tiefe Bodenschichten wachsen.

Nicht alle Pflanzen reagieren gleich auf Wassermangel. Radieschen werden ohne Wasser scharf, Salat welkt und fault. Himbeeren und Walderdbeeren brauchen viel Wasser, während Karotten und Zwiebeln mit Trockenheit relativ gut zurechtkommen.

Hungrige Pflanzen

Viele Pflanzen brauchen während des Wachstums zusätzliche Nährstoffgaben, manche sogar mehrmals. Am besten gießt man sie mit einer flüssigen Nährstofflösung. Dazu kann man etwas Hühnerdung in Wasser auflösen, aber man muss sehr vorsichtig sein, damit die Düngerlösung nicht zu konzentriert ist. Eine kleine Handvoll Düngergranulat reicht für zehn Liter Wasser völlig aus.

Brennnesseljauche eignet sich ausgezeichnet zum Düngen. Füllen Sie dazu einen Eimer mit kleingeschnittenen Brennnesseln und bedecken Sie diese mit Wasser. Täglich umrühren und nach etwa 14 Tagen ist die Brühe vergoren und kann, 1 : 10 mit Wasser verdünnt, als flüssiger Stickstoffdünger verwendet werden. Brennnesseljauche ist außerdem reich an Mineralien wie Kalium, Kalzium, Eisen, Phosphor und Silizium. Eine andere gute Methode, für mich eigentlich die einfachste und beste, ist, dem Wasser etwas Urin beizufügen und damit die Pflanzen zu gießen. Natürlich wird dann ausschließlich von unten gegossen und nicht auf Blattgemüse, das man bald essen möchte!

Unterschiedliche Pflanzen haben unterschiedliche Bedürfnisse, was den Nährstoffbedarf angeht. Gurken und Tomaten sollten während der Wachstumssaison nur ein paarmal mit Düngerwasser gegossen werden, während stark zehrende Pflanzen wie Kohl in der Hauptwachstumsphase alle zwei Wochen zusätzlichen Stickstoff benötigen. Die meisten Küchengartenpflanzen kommen jedoch ganz ohne zusätzliche Düngung aus.

Schnecken

Die Spanische Wegschnecke ist der Albtraum vieler Gärtner. Es gibt unterschiedliche Methoden, sie zu bekämpfen: Man kann Schneckenkorn auf Eisen-III-Sulfat-Basis streuen. Gegen die kleinen Ackerschnecken hilft Gießwasser, das mit speziellen Nematoden (Fadenwürmer) versetzt wird, oder man fasst die Beete mit einem Schneckenzaun aus Metall ein. Das Wichtigste ist jedoch, ständig auf der Hut zu sein. Am besten geht man in der Abenddämmerung oder früh am feuchten Morgen in den Garten und sammelt so viele Schnecken wie möglich.

Salat braucht viel Wasser. Gießen Sie ihn am besten morgens. Es macht einfach Spaß, sich täglich um seine Pflanzen zu kümmern.