Beschreibung

Blake O'Neill ist ein Rüpel, ein Macho, ein widerlicher Kerl ... ein Footballspieler! Jedenfalls denkt das Madison, die er vor den Augen unzähliger Menschen zu Tode blamiert hat. Leider wird sie ihn einfach nicht mehr los und fährt schwere Geschütze auf, um ihm klarzumachen, dass sie kein Interesse an einem oberflächlichen, großkotzigen und selbstherrlichen Typen wie ihm hat - selbst wenn er ein sehr heißer oberflächlicher, großkotziger und selbstherrlicher Typ ist, dessen Lächeln ihr viel zu schnell und viel zu oft weiche Knie beschert. Je öfter sie ihn abblitzen lässt, desto besser lernt sie ihn kennen und bemerkt, dass Vollidioten ziemlich coole Typen sein können. Doch hinter Blakes Fassade steckt noch sehr viel mehr ...

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Seitenzahl: 368

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Table of Contents

Title Page

Widmung

Impressum

Newsletter

Prolog

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

18. Kapitel

19. Kapitel

20. Kapitel

21. Kapitel

22. Kapitel

Leseprobe „Cheerleader küsst man nicht“ (Band 11)

Die New York Titans-Reihe

Die Ashcroft-Saga

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebesroman

 

 

 

Küss mich, du Vollidiot

 

 

 

 

 

 

Poppy J. Anderson

 

 

 

 

 

 

Band 10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Auflage Oktober 2014

 

 

Copyright © 2014 by Poppy J. Anderson

Covergestaltung: Catrin Sommer rausch-gold.com

Unter Verwendung von © Paul Dudley – PD Photostudio

 

Korrektorat: SW Korrekturen e.U

 

www.poppyjanderson.de

 

 

poppyj.anderson@googlemail.com

 

 

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Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin. Personen und Handlung sind frei erfunden, etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Markennamen sowie Warenzeichen, die in diesem Buch verwendet werden, sind Eigentum ihrer rechtmäßigen Eigentümer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 

puh! Geschafft!

Sie halten gerade den zehnten Band der New York Titans-Reihe in den Händen und werden in Kürze damit beginnen, etwas über den Lieblingsrüpel der Titans, Blake O’Neill, zu lesen. Daher möchte ich die Gelegenheit ergreifen und einige rührselige Worte hervorbringen.

 

Vor genau zwei Jahren packte ich meinen Koffer, um auf ein langweiliges Seminar zu fahren, und sah in einer TV-Sendung eine Reportage über die Frankfurter Buchmesse 2012. Zum ersten Mal in meinem Leben hörte ich den Begriff „Selfpublishing“. Kurze Zeit später lud ich mein erstes E-Book „Touchdown fürs Glück“ hoch und vermied es, mit meiner besten Freundin eine Wette darauf abzuschließen. Sie war davon überzeugt, dass es ganz viele Menschen gab, die meine Geschichten lesen würden. Als skeptischer Mensch war ich nicht wirklich sicher, dass dies der Fall war, klopfte aufs Holz und erhoffte mir in meinen kühnsten Träumen fünfzig Leser. Es wurden einige mehr.

 

Noch heute kneife ich mich heimlich und kann Ihnen versichern, dass ich um jede Leserin und jeden Leser dankbar bin, der sich in meinen Büchern verlieren kann. Es macht so viel mehr Spaß, für Menschen schreiben zu können, die mit meinen Figuren mitfiebern, mitlachen und mitweinen, als nur für mich allein.

 

Es hat sich nun einmal ergeben, dass die Titans zu einer richtigen Familie geworden sind. Und seiner Familie kehrt man nicht einfach den Rücken zu. Für mich bedeutet dies, dass dieser zehnte Band ganz sicher nicht der letzte ist.

 

Ihre Poppy

 

 

 

 

 

 

 

 

Widmung

 

Für das J in meinem Namen

 

Ich habe dich lieb.

 

Deine Patentante

 

 

 

 

 

Impressum

 

Poppy J. Anderson

c/o copywrite Literaturagentur

Georg Simader

Woogstr. 43

60431 Frankfurt

 

 

 

 

 

 

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Liebe Leserinnen und Leser,

 

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Eure Poppy

 

 

P.S. Verpasst am Ende des Buches nicht die Leseprobe vom nächsten Band!

 

 

 

 

 

 

 

Prolog

 

 

„Du musst mir den Hasen geben.“

Ein störrisches Kopfschütteln war die Antwort.

„Dein Plüschhase ist sehr schmutzig und alt. Du kannst krank werden, wenn du ihn mir nicht gibst.“

Wieder wurde ihr lediglich mit einem nachdrücklichen Kopfschütteln geantwortet. Ansonsten erklang kein Ton.

Angesichts des trotzigen Verhaltens und der unbeugsamen kindlichen Augen blieb Schwester Mary Agnes nichts anderes übrig, als sich mit einem Seufzen wieder aufzurichten. Nervös ließ sie das Zingulum, den dünnen Gürtel, der um ihren Habit befestigt war, durch ihre Finger gleiten und dachte darüber nach, wie sie dem völlig verdreckten Kind den noch dreckigeren Hasen abnehmen konnte.

Sie wollte es der Oberin nicht gestehen, aber mit der aktuellen Situation schien sie ein wenig überfordert zu sein. Als junge Nonne, die gerade erst das Gelübde abgelegt hatte und mit der Arbeit im Waisenheim noch nicht vertraut war, fiel es ihr manchmal schwer, die nötige Strenge walten zu lassen, um die hier lebenden Kinder beaufsichtigen zu können. Seit einigen Tagen war sie ganz allein für einen Schlafsaal zuständig und gab sich die größte Mühe, dass keiner ihrer Schützlinge aus der Reihe tanzte, doch das war oft nicht genug. Manchmal war es einfach zu viel und dann dachte Schwester Mary Agnes, die noch vor einigen Monaten einen völlig anderen Namen getragen und ein weltliches Leben geführt hatte, dass ihre Entscheidung, Ordensschwester zu werden, womöglich ein Fehler gewesen war.

Ihre Eltern waren nicht sonderlich religiös gewesen und sie selbst hatte bis zu ihrer Volljährigkeit auch kein großes Interesse an der Kirche gezeigt, doch nach einem schrecklichen Unfall, bei dem nicht nur ihr Bruder, sondern auch ihr Freund gestorben war, hatte sie plötzlich zu Gott gefunden. Dazu berufen, anderen Menschen helfen zu wollen, war sie einem Orden beigetreten und nach ihrem Noviziat in den Bundesstaat Nebraska versetzt worden, um dort in einem katholischen Waisenhaus zu leben und zu arbeiten.

Angespannt hob sie die Schultern an und schloss für einen kurzen Moment die Augen, um durchzuatmen. Heute war einer dieser Tage, an denen sie ihren persönlichen Werdegang infrage stellte. Es tat gut, anderen Menschen zu helfen, auch wenn sie ihr ganzes Leben darauf ausrichtete. Tatsächlich empfand sie es als Privileg, dass sie ihr Leben in den Dienst der Kirche stellen und Gutes tun durfte. Sicherlich war es eine ehrenvollere Aufgabe, sich verlassener Kinder anzunehmen, als in einem Büro zu sitzen und Papierkram zu erledigen, doch in manchen Momenten kam es vor, dass sie ihr altes Leben vermisste – die Unbeschwertheit und die Sicherheit, nur für sich verantwortlich zu sein. Früher hatte sie unbeschwert in den Tag hineingelebt und sich an keine Regeln halten müssen, so wie sie es jetzt tat. Ihren Glauben stellte sie nicht infrage, nur ihren Willen, dieses Leben auch führen zu können.

Sie wollte für die Aufgaben stark sein, die der Herr ihr auferlegte. Das wollte sie wirklich. Jedoch war der Anblick verwahrloster Kinder, die sich schutzsuchend aneinander schmiegten und ihre abgetragenen sowie vor Dreck starrenden Kuscheltiere an sich pressten, kaum zu ertragen.

Schwester Mary Agnes schluckte, als sie ein schluchzendes Mädchen betrachtete, das sich an ein ebenfalls weinendes Mädchen klammerte, dessen Gesicht voller blauer Flecken war. Die beiden waren nicht nur unterernährt und entsetzlich schmutzig, sondern schienen zudem Opfer häuslicher Gewalt geworden zu sein – so wie auch die anderen Kinder, die der Pflegefamilie vor wenigen Stunden weggenommen und zurück ins Waisenhaus des Heiligen Josephs gebracht worden waren.

Vermutlich war Schwester Mary Agnes keine gute Christin, denn in diesen Augenblicken zweifelte sie an der Existenz eines allmächtigen liebenden Gottes. Wie konnte es Gott gestatten, dass Menschen, die dafür ausgesucht worden waren, auf schutzlose Kinder aufzupassen, sie derart behandelten? Die verstörten Mienen der Kinder sagten genug. Sie mussten Entsetzliches mitgemacht haben.

„Mary Agnes?“ Ihre Ordensschwester betrat den Raum und bekreuzigte sich, als sie die vernachlässigten Kinder sah. „Ich habe gerade gehört, dass das Jugendamt einige Kinder zu uns gebracht hat. Brauchst du Hilfe?“

„Das wäre nett“, antwortete sie erleichtert und deutete auf die dreckigen Kinder. „Leider bin ich nicht Herr der Lage.“

Schwester Mary Gertrud, die bereits seit über zehn Jahren in St. Joseph lebte, nickte mitfühlend und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Es ist keine Schande, Mitgefühl zu empfinden.“

„Ich weiß“, seufzte sie schwer und senkte den Blick zu dem trotzig wirkenden Kind, das noch immer den Plüschhasen an sich drückte und auf Abstand zu den anderen Kindern ging, während es sie misstrauisch musterte. Es mochte nicht älter als sechs Jahre alt sein und wirkte jetzt schon entsetzlich abweisend sowie distanziert. Kinder in dem Alter, die sich derart vorsichtig gaben, hatten normalerweise schlimme Erfahrungen gemacht.

„Die Mutter Oberin hat mir erzählt, welchen Pflegeeltern die Kinder entzogen wurden. Ich kenne sie“, ergänzte Schwester Mary Gertrud abschätzig. „Wie es scheint, sammelten sie das Pflegegeld und ließen die Kinder verkommen.“

Mary Agnes schluckte hart und blinzelte die aufsteigenden Tränen beiseite, als sie die beinahe schwarzen Flecken im zarten Nacken des dunkelhaarigen Kindes sah. „Wie können Menschen so etwas nur tun?“

„Das weiß ich nicht“, erwiderte die ältere Nonne leise, klopfte ihr auf die Schulter und seufzte schwer. „Ich kenne die Kinder. Sie waren bereits vor einem halben Jahr bei uns, bevor sie vermittelt wurden.“

„Die armen Kleinen“, flüsterte sie mitleidig.

Schwester Mary Agnes beobachtete, wie ihre resolute Ordensschwester die beiden Mädchen an sich drückte und tröstete, bevor sie sich zu dem kleinen Jungen umdrehte und ihn beruhigend anlächelte.

Dieses Lächeln schien auf den verstörten Jungen, der bislang stumm geblieben war, keine Wirkung zu haben. Lediglich die stürmischen blauen Augen zeigten, dass er äußerst misstrauisch war und es der Nonne nicht leicht machen würde.

Mary Gertrud neigte verständnisvoll den Kopf und erklärte sanft: „Weder Schwester Mary Agnes noch ich werden dir den Hasen wegnehmen. Du musst keine Angst vor uns haben, Blake.“

 

 

 

 

1. Kapitel

 

 

23 Jahre später

 

 

„Ich hasse es!“

Eine amüsierte Stimme erklang rechts von ihm. „Scheiße, Blake, beruhig dich.“

„Ja, O’Neill. Bleib locker.“

Grimmig schüttelte er den Kopf. „Ich hasse es, verdammt noch mal!“

Sein Kumpel Julian schlug ihm gutmütig auf die unverletzte Schulter und gluckste erheitert. „Dir ist schon klar, dass es kein Mensch ist, oder? Es ist ein Maskottchen.“

„Außerdem ist es unser Maskottchen“, fügte Eddie überflüssigerweise hinzu. „Lass Mr. Titastic in Ruhe.“

Mit finsterem Blick verschränkte Blake O’Neill, Runningback, Publikumsmagnet und verletzter Spieler der New York Titans, die Arme vor seiner Brust und musterte das fröhliche Maskottchen namens Mr. Titastic, das vor den Besucherrängen des Meadowlands Stadions auf und ab lief und Kusshände in die Menschenmenge warf.

Als wäre es nicht schlimm genug, dass Blake noch verletzt war und dank seiner operierten Schulter nur in zivil auf der Ersatzbank saß, während seine Kumpels das Spiel gegen die Steelers ohne ihn bestreiten würden, musste er jetzt auch noch mit ansehen, wie das verschissene Maskottchen der Titans seine Faxen vor den johlenden Zuschauern machte, die vor dem Anpfiff unterhalten werden wollten.

Das Maskottchen und er hatten eine Vorgeschichte, die vor ungefähr einem Jahr begonnen hatte, als ein splitternackter Zuschauer über das Feld gerannt und den Runningback umgerissen hatte. Die Schnappschüsse, die bei dieser Aktion geschossen worden waren, hatten Blakes Aufstieg zum Pin-up der Schwulenvereinigung begründet, immerhin hatte der Flitzer hinter ihm gekniet, als würde er es ihm richtig besorgen. Die Fotos, die landesweit ausgestrahlt wurden, hätten peinlicher nicht sein können. Die schwule Pose und der nackte Mann hinter ihm mochten andere erheitert haben, für Blake waren sie ein Desaster gewesen.

Mittlerweile konnte er damit halbwegs umgehen, ignorierte die dummen Sprüche seiner Kumpels und biss einfach die Zähne zusammen, auch wenn er bei dem Wort schwul noch immer zusammenzuckte und jedem am liebsten eine aufs Maul gegeben hätte, der ihn eine Tunte nannte. Jedem das Seine, aber er war Verfechter purer Heterosexualität und reagierte allergisch auf die Vorstellung, dass es zwei Kerle miteinander treiben konnten. Natürlich hatte er nichts dagegen, wenn sich zwei Weiber gegenseitig befummelten. Scheiße, er stand auf Lesbenpornos und hatte vor einigen Jahren eine heiße Nacht in Las Vegas mit zwei Tänzerinnen verbracht, die miteinander so viel Spaß gehabt hatten, dass er sich zwischendurch sogar überflüssig vorgekommen war. Nichtsdestotrotz war das die mit Abstand geilste Nacht seines Lebens gewesen und der Anblick der zwei nackten Tänzerinnen in seinem Bett, die vor ihm eine Show abgezogen und sich gegenseitig abgeleckt hatten, hatte sich in sein Gehirn eingebrannt.

Zwei nackte Frauen, die es miteinander trieben, waren geil.

Zwei nackte Männer, die es einander besorgten, waren es nicht.

So einfach war das.

Deshalb konnte er das Maskottchen auf den Tod nicht leiden, weil es seit der Attacke des nackten Zuschauers jedes Mal eine unverwechselbare Geste machte, wenn Blake das Feld betrat. Die Geste kannte Blake ziemlich gut, schließlich stand er selbst darauf, seiner Partnerin, die beim Sex vor ihm kniete, einen wohlplatzierten Klaps auf den Arsch zu geben. Dass die Zuschauer ihren Spaß dabei hatten, wenn das Maskottchen Blake verarschte und auf seine angebliche Homosexualität anspielte, war für ihn wie ein Stachel im Fleisch. Er war nicht schwul, verdammte Scheiße, und wollte auch nicht als die Tunte der NFL gelten. Ein paar Male hatte er sogar Teddy deswegen angehauen und sie gebeten, den Typen in dem Kostüm zu feuern, doch sie spielte die Angelegenheit hinunter und amüsierte sich köstlich über die Faxen des Maskottchen, das auch jetzt die Aufmerksamkeit der Zuschauer hatte.

Mit schmalen Augen betrachtete er den Kopf des Viechs, der einem überdimensionalen Football nachempfunden war. Andere Vereine hatten Wölfe, Bären oder Büffel als Maskottchen – nur die Titans warteten mit einem Geschöpf auf, das einer gehirnverbrannten Kindersendung nachempfunden zu sein schien, die ganz sicher zur Verblödung der heranwachsenden Generation beitragen würde. Da einige seiner Teamkollegen mit einer rapide wachsenden Kinderschar gesegnet waren, war Blake bereits das eine oder andere Mal in den Genuss solcher Kindersendungen gekommen und hatte jedes Mal das Bedürfnis, mit dem Kopf voran gegen eine Betonwand zu rennen, nur mühsam unterdrücken können.

Die kleinen Hosenscheißer schienen auf solche Sendungen zu stehen, in denen schwul wirkende Figuren schwule Lieder sangen und schwule Kostüme trugen. Vor kurzem hatte er mit der kleinen Tochter seines Coachs die Sendung eines pinkfarbenen Dinosauriers gesehen, der ständig übertrieben aufgedreht durchs Bild gehüpft war. Während die Kleine neben ihm auf der Couch völlig abgegangen war, hatte er sich gefragt, welcher Vollpfosten in dem Kostüm stecken musste und was er für Pillen eingeworfen hatte. Anders war das seltsame Verhalten nicht zu erklären gewesen. Blake jedenfalls würde sich eher erschießen, als ein solches Kostüm zu tragen und wie ein psychopatischer Dino Lieder zu trällern. Da müsste er schon voll wie eine Haubitze sein, um den Scheiß mitzumachen.

Vermutlich hatte auch der Typ, der in dem Titans-Maskottchen steckte, irgendetwas eingeworfen. Oder er war von Haus aus ein Spinner, wie Blake vermutete, schließlich hatte er ihn einmal ohne sein Kostüm gesehen. Der lange Lulatsch mochte vermutlich um die vierzig und nicht ganz richtig im Kopf sein. Wahrscheinlich wohnte er bei seiner Mutter im Keller und hatte noch nie gevögelt. Oder – was noch schlimmer war – er dachte beim Vögeln an seine Mutter. Wie auch immer: Er hätte den Idioten ohne weiteres in den Boden stampfen können. Wenn Teddy ihn gelassen hätte und sich nicht so furchtbar aufregen würde, hätte Blake dem Träger des Maskottchens schon längst eine Abreibung verpasst.

Zu gerne hätte er gesehen, wie das Maskottchen von seinem Feld verschwand. Sicherlich könnte er es wie einen Unfall aussehen lassen. Niemand müsste wissen, dass Blake das hässliche Kostüm im Hudson versenkte und dem Typen, der es trug, ordentlich die Fresse polierte.

„Scheiß drauf, ob Mr. Titi unser Maskottchen ist! Ich kann den Wichser nicht leiden“, grummelte er an seine Kumpels gewandt, die sich gerade auf dem Feld warm gemacht hatten und nun wieder zurück in ihre Kabine verschwinden würden, um dort vom Cheftrainer auf das Spiel eingeschworen zu werden, bevor sie zum Spielbeginn wieder erscheinen durften.

Eigentlich hätte er von ihnen doch erwarten können, dass sie ihm dabei halfen, dem unerträglichen Maskottchenträger eine Lektion zu verpassen. Doch seine Teamkollegen schienen die Späße auf seine Kosten auch noch lustig zu finden. Innerlich schnaubte er. Sie alle schenkten sich nichts und verarschten sich gegenseitig, wo sie nur konnten. Aber ein wenig Loyalität durfte man doch erwarten, wenn einer von ihnen von einem lächerlich aussehenden Maskottchen verarscht wurde! Dozer hätte dem Typen problemlos den Kopf abreißen können, doch seit sein Kumpel eine Freundin hatte, benahm er sich besonders mustergültig und kümmerte sich ausschließlich um die winzige Blondine an seiner Seite sowie um die beiden Tölen, die er adoptiert hatte.

„Mach keinen Stress.“ Quinn Atherton winkte kurz einigen ekstatisch kreischenden Frauen zu, die irgendwelche Schilder schwenkten, auf denen eindeutige Botschaften zu erkennen waren, die Quinns Ehefrau Bryce sicherlich nicht besonders schätzte. Der dunkelhaarige Footballspieler zwinkerte den ausrastenden Weibern zu, die nichts Besseres zu tun hatten, als mit ihren Möpsen zu wackeln.

Tom Peacock seufzte belustigt. „Ich kann mir Schlimmeres als ein Maskottchen vorstellen, das so tut, als würde es dir den Hintern versohlen.“

„Und was?“

„Eines, das dir wirklich den Hintern versohlt.“

„Halt die Schnauze ...“

„Die Fans lieben Mr. Titastic, Mann.“ Quinn kräuselte die Mundwinkel und erklärte lachend: „Außerdem finde ich es zum Schreien komisch, wenn die Zuschauer in Begeisterungsstürme ausbrechen, sobald es so tut, als würde es dich bumsen, wenn du nicht hinschaust.“

„Fick dich, Atherton.“ Blake verengte die Augen. „Ich bin doch nicht der Pausenclown!“

„Wenn du meinst“, ließ sich sein Kapitän vernehmen und nickte ins Publikum. „Hauptsache, du kommst nicht auf dumme Gedanken und stürzt dich drauf. Teddy hasst Eklats vor den Zuschauern ...“

„Warum hat sie dich dann geheiratet?“

„Halt die Klappe, Julian.“

„Ich meine es ganz ernst“, erwiderte der Wide Receiver, der sein fettes Grinsen nicht unterdrücken konnte.

„Meine Frau ist verrückt nach mir, du blöder Penner.“

„Wobei die Betonung auf verrückt liegt.“ Gutmütig nickte der blonde Footballspieler und fuhr sich durchs Haar.

Blake beobachtete seine Kumpels, die sich in ihren blau-weißen Jerseys sehr wohl zu fühlen schienen. Er hätte jetzt nur zu gerne sein Trikot mit der Nummer einundzwanzig getragen, doch dank eines harten Tacklings im ersten Spiel der Saison vor einigen Wochen war er an der Schulter operiert worden und musste noch pausieren. Dieser Umstand pisste ihn noch mehr an als der dauergrinsende Footballkopf des Maskottchens.

Football war sein Leben. Daneben gab es nichts für ihn. Das Team war seine Familie und das Spiel war sein Lebensinhalt. Verletzt und zum Nichtstun verdammt zu sein, während seine Teamkameraden gemeinsames Training hatten und zu Auswärtsspielen flogen, war dermaßen ätzend, dass er vermutlich in Depressionen verfallen wäre, wenn er sich nicht anderweitig beschäftigt hätte.

Seine gestrige Beschäftigung hatte Angelina geheißen, die er kennengelernt hatte, als er seinem Tätowierer Clive einen Besuch abgestattet hatte, um sein neuestes Tattoo zu besprechen. Als junger Student auf dem College hatte er sich seine erste Tätowierung machen lassen, die voll nach hinten losgegangen war, weil der Typ sein Handwerk nicht verstanden hatte. Damals war Blake rotzenvoll gewesen und hatte sich mit einigen Kumpels seines Collegeteams einen Stern auf den Rippenbogen stechen lassen – das Logo seiner Universität. Aus dem missglückten Stern war ein paar Monate später ein Tribal geworden, das sich über seine rechte Seite zog. Zusammen mit dem Tattoo, das er sich zu Ehren des Superbowlsieges auf den linken Unterarm hatte stechen lassen, war er in Bezug auf Tinte unter der Haut ziemlich jungfräulich und spielte nun mit dem Gedanken, sich den Rücken verschönern zu lassen.

Vermutlich hätte er bereits eine Idee davon, was er sich für ein Motiv stechen lassen wollte, wenn er Angelina nicht getroffen hätte, die nicht nur am beinahe ganzen Körper die phantasievollsten Tätowierungen besaß, sondern auch an den interessantesten Stellen gepierct war und sie ihm alle gezeigt hatte.

Entgegenkommende Angelinas, das neueste Ballerspiel für seine Lieblingskonsole und seine Teamkollegen sowie deren Familien hatten ihn in den vergangenen Wochen glücklicherweise vom größten Frust, verletzungsbedingt pausieren zu müssen, abgelenkt. Dennoch bemerkte Blake in den letzten Tagen, dass er von Tag zu Tag unter stärkerem Strom stand und wegen jeder Kleinigkeit am liebsten ausrasten würde.

Das Maskottchen war nur ein Beispiel.

Vorgestern hatte er sich nur mühsam zurückhalten können, Eddie keine Gabel ins Auge zu rammen, weil der beim Essen im Hause ihres gemeinsamen Kumpels Julian eine Bemerkung über Fußball fallen gelassen hatte. Jeder wusste, dass Blake diesen Weibersport nicht ausstehen konnte, weshalb er Eddie angebrüllt hatte, der seelenruhig an einem Rippchen genagt hatte. Julian und Ian, der ebenfalls anwesend gewesen war, hatten das komisch gefunden, genau wie die kleine Brianna, die voller Begeisterung in ihrem Kartoffelbrei herumgematscht hatte. Nur Julians liebende Ehefrau, die Blake lieber nicht zum Feind haben wollte, war über seinen Ausraster gar nicht glücklich gewesen. Unter Livs strengen Augen hatte er sich widerstrebend beruhigen müssen, während ihm klar geworden war, dass er ein Problem hatte.

Sein angestauter Frust brauchte ein Ventil. Da nicht einmal schweißtreibender Sex half, musste er bald wieder aufs Spielfeld, bevor er noch einen Mord beging.

Wenn seine Ärztin ihm endlich das Okay geben würde, wäre er lieber gestern als heute im Training und würde dem gegnerischen Team den Arsch aufreißen, doch Avery blieb standhaft und laberte ihn seit Wochen zu, dass er sich noch schonen müsste.

Verdammter Scheiß!

Er war keine Memme und konnte schließlich am besten beurteilen, wie sein Zustand war. Mit seiner Schulter war alles in Ordnung. Nur weil Avery, die erst seit einigen wenigen Monaten als Teamärztin der Titans arbeitete und dank seines GMs hormongeplagt war, die Mutterglucke spielte, durfte das nicht bedeuten, dass er erst wieder spielen würde, wenn sie einen weiteren Hosenscheißer zur Welt gebracht hatte. Normalerweise hätte er mit seinem Chef darüber gesprochen, doch da seine Chefin eine ebenfalls hormongeplagte Frau war, konnte er von dieser Seite wenig Verständnis erhoffen. Auch der derzeitige GM Mitch würde nichts tun, was der Frau, die gerade von ihm schwanger war, missfallen könnte.

Blake musste sicherlich nicht erklären, wie sehr es ihm auf den Sack fiel, dass sein Team mittlerweile von Frauen regiert wurde.

Die meisten seiner Kumpels hatten sich in handzahme Ehemänner verwandelt, die artig Männchen machten, wenn es ihre Frauen oder Kinder verlangten.

Das beste Beispiel war sein Kapitän und Quarterback, der nicht nur ihre gemeinsame Chefin geheiratet hatte, sondern auch noch stolzer Vater von Zwillingen geworden war, die er abgöttisch liebte. Früher war Brian mit ihm um die Häuser gezogen, hatte mehr Weiber abgeschleppt als das restliche Team zusammen und war mitten in der Nacht aufgestanden, wenn er ihm von einer Party mit Gratisalk und beschwipsten Models erzählt hatte. Mittlerweile war er jedoch zu einem dieser Vorstadtväter mutiert, die kaum ein anderes Thema als Kindergartenplätze oder Finanzfonds kannten und die nichts geiler fanden, als ihren Sprösslingen die Ärsche abzuwischen oder ihnen Erbsen aus den Nasen zu pulen.

Darauf konnte Blake verzichten.

„Wir müssen zurück in die Kabine.“ Brian grinste von einem Ohr bis zum anderen und drückte Blake einen Football vor die Brust, den dieser sofort mit seiner Pranke umschloss. Verdammter Mist, er vermisste das Gefühl, einen Ball in seiner Hand zu halten und mit den Fingerspitzen über die Narbe im Leder zu streichen. Nichts war besser, als einen Football in den Händen zu halten – nicht einmal das Gefühl, einer nackten Frau auf den Arsch zu schlagen.

„Benimm dich, sonst lässt dich der Coach nicht mehr am Spielfeldrand sitzen“, wies ihn sein Kapitän augenzwinkernd an.

„Genau“, erklärte auch Tom und stieß ihn in die Seite. „Denk dran: Momentan bist du nur ein Gast.“

„Blake.“ Quinn deutete hinter sich und prustete vor Lachen. „Dein Fanclub ist auch da.“

Besagter Fanclub bestand aus Männern, die kleine Fähnchen hin und her schwenkten, auf denen sein Name und der typische Regenbogen der Homosexuellenvereinigung zu sehen waren.

Während das Blut in seinen Ohren rauschte und sich sein Gesicht verschloss, lachten seine Kollegen dreckig auf. In seinem Blickfeld tauchte das Maskottchen auf, das fröhlich auf und ab hüpfte. Wie von selbst schlossen sich seine Finger um das genarbte Leder des Balles. Er dachte nicht besonders lange nach, sondern warf den Ball voll Karacho und in einer perfekten Spirale gegen den überdimensionalen Football-Kopf von Mr. Titastic, der von der Wucht des Aufpralls ins Stolpern geriet, strauchelte und kopfüber in die Getränkebox der Titans fiel. Ein kollektives Einatmen der Menschenmenge, das sich gleich darauf in polterndes Gelächter verwandelte, als die Beine des Maskottchens wild in der Luft strampelten, während es kopfüber in der eisigen Getränkebox steckte, ließ ihn breit grinsen. Das würde dem Mistkerl eine Lehre sein, sagte sich Blake, der den Kopf in den Nacken legte und schallend lachte.

Befriedigt verschränkte er die Arme vor der Brust und wollte seinen Kumpels gerade einen Spruch drücken, als sich das Maskottchen endlich befreien konnte und pitschnass auf den Hosenboden fiel, während sein Kopf bedächtig schwankte. Jetzt wusste der Mistkerl wenigstens, wie man sich fühlte, wenn man sich vor über achtzigtausend Zuschauern zum Vollidioten machte!

„Oh Mann, Blake!“

„Teddy bringt dich um ...“

Das war ihm scheißegal, und er wollte sich umdrehen, um Brian zu sagen, wohin er sich seine schlauen Sprüche stecken konnte, als er sah, wie das Maskottchen den Kopf hinunterzog und seine langen dunkelbraunen Haare schüttelte, die klatschnass geworden waren. Hustend, spuckend und zitternd saß das Maskottchen in einer Wasserlache, warf den riesigen Footballkopf zur Seite und strich sich das Haar zurück, während es sich orientierungslos nach dem Urheber dieser Attacke umsah und wie ein asthmatisches Walross hustete. Es dauerte nicht lange, bis die Besitzerin des krächzenden Hustens und der unglaublich langen Haare Blake ausmachte, der schockiert feststellte, dass er soeben nicht eine vierzig Jahre alte männliche Jungfrau attackiert hatte, sondern eine verdammt süße Kleine, die nicht nur kaum zu Atem kam, sondern ihm auch den Mittelfinger zeigte.

 

 

 

 

2. Kapitel

 

 

Madison Roberts hielt dem verdutzt wirkenden Blake O’Neill noch immer den Mittelfinger entgegen, während sie das klatschnasse Haar zurückwarf und gleichzeitig hustete, als ginge es um ihr Leben. Tatsächlich hatte sie das Gefühl, dem Ertrinken nur mühsam entkommen zu sein.

Japsend und nach Luft ringend funkelte sie den Runningback wütend an. „Hey, Arschloch! Was ... was ist dein Problem?!“

Er öffnete den Mund, schloss ihn wieder und schien keine Ahnung zu haben, was er sagen sollte. Generell machte er nicht gerade den hellsten Eindruck. Mit einem abfälligen Schnauben schüttelte sie den Kopf, hustete ein weiteres Mal und versuchte aufzustehen, was jedoch in diesem sperrigen Kostüm nicht so einfach war. Peinliche Röte stieg ihr ins Gesicht, als ihr bewusst wurde, dass sie beinahe bewegungslos, tropfnass und mit einer knallroten Birne in einer Wasserlache saß und von unzähligen lachenden Zuschauern sowie dutzenden Fernsehkameras beobachtet wurde. Sie konnte sich gut vorstellen, welchen Anblick sie geboten haben musste, als sie kopfüber in der Tonne gesteckt und wie wild mit den Beinen sowie den riesigen Schuhen des Maskottchens in der Luft gestrampelt hatte.

Morgen wären die Zeitungen sicherlich voll mit erniedrigenden Fotos ihrer aktuellen Situation.

„Idiot“, brüllte sie ein weiteres Mal mit krächzender Stimme und wollte sich zur Seite drehen, um ihre zitternden Glieder hochzustemmen, als sie in dem schweren Kostüm wie ein nasser Sack zurück auf den Boden plumpste und einen Moment hilflos wie eine Schildkröte auf dem Rücken lag.

Die Tatsache, dass schallendes Gelächter von den unteren Rängen in ihre Ohren drang, machte sie noch wütender.

Den Job des Titans-Maskottchens, das liebevoll Mr. Titastic genannt wurde, hatte sie nur angenommen, weil sie sich sicher sein konnte, dass kein Schwein sie erkannte. Niemand musste wissen, dass sie unter dem riesigen Footballschädel steckte, daher war sie für den erkrankten Howard eingesprungen, der normalerweise das Publikum unterhielt. Doch jetzt konnte sich Madison sicher sein, die Aufmerksamkeit aller erregt zu haben und vermutlich von allen, die sie kannte, in nächster Zeit darauf angesprochen zu werden, dass sie den Hampelmann für ein Footballteam gespielt hatte.

Wunderbar!

Ein weiterer Versuch aufzustehen scheiterte, als sie auf dem nassen Boden ausrutschte und so elegant wie ein betrunkener Seemann zurück auf ihren Arsch fiel. Ihr schmerzendes Hinterteil war nichts im Vergleich zu der Aussicht, sich gerade zum Deppen der Nation zu machen.

Madison war kein sonderlich großer Footballfan und interessierte sich wenig für das hiesige Team, doch die hundert Dollar, die sie für ein wenig Herumgehample bekommen hatte, waren so verlockend gewesen, dass sie sich das leicht muffelnde Kostüm übergezogen und Kusshände ins Publikum geworfen hatte. Glücklicherweise war Oktober. Sie konnte sich vorstellen, dass man im Hochsommer einen Hitzeschlag in diesem Kostüm bekommen könnte. Außerdem schmerzten ihre Schultern, weil der riesige Footballkopf eine halbe Tonne zu wiegen schien.

Mühsam setzte sie sich wieder auf und schwang den Kopf zu dem völlig verwirrt wirkenden Footballspieler herum, um ihn anzublaffen. „Helfen Sie mir hoch, verdammt noch mal!“

Bevor er sich in Bewegung setzen konnte, hatten das bereits die Footballspieler, die in voller Montur neben ihm gestanden hatten, übernommen und kamen auf sie zu, bevor sie ihr unter die Arme griffen und mit einem Schwung auf ihre Füße stellten.

„Geht es Ihnen gut?“ Ein blondhaariger Spieler mit der Nummer achtzehn blickte sie besorgt an, während der hünenhafte Dupree Williams sich wortlos bückte, um den Footballschädel aufzuheben.

Madison presste die Lippen aufeinander und runzelte finster die Stirn, während sie den blauäugigen Runningback fixierte, der noch immer nicht zu seiner Sprache zurückgefunden hatte. Dem ebenfalls wortlosen Tackle entriss sie den Kopf und klemmte diesen mehr oder weniger unter den Arm, während sie zielstrebig auf Blake O’Neill zuschritt und vor ihm stehen blieb. Dank ihrer Mutter, einer Frau von fast einem Meter achtzig, und ihrem Vater, der seit seinem vierzehnten Geburtstag den Kopf einziehen musste, wenn er durch eine Tür ging, musste sie den Kopf nur ein kleines bisschen zurücklegen, um ihm ins Gesicht zu sehen.

„Haben Sie zu heiß geduscht oder bekommen Ihnen die ganzen Steroide nicht, die Sie einwerfen?“

Blake O’Neill starrte sie an, als spräche sie eine ihm unbekannte Sprache und schien nicht einmal zu bemerken, dass sie ihn gerade beleidigt hatte. Lediglich das Kichern der Footballspieler hinter ihr verriet Madison, dass wenigstens sie die Botschaft verstanden hatten.

„Hallo!“ Gerade noch konnte sie sich abhalten, nicht mit der Hand vor seinem Gesicht herumzuwedeln. „Hören Sie mir überhaupt zu?“

„Ja“, brummte er wenig geistreich.

Sie kannte den rüpelhaften Runningback aus dem Fernsehen und diversen Erzählungen ihrer Cousine Taylor, einer Cheerleaderin der Titans, die ihr auch diesen Job besorgt hatte. Bislang hatte sie den dunkelhaarigen Footballspieler für ziemlich süß und verdammt heiß gehalten, auch wenn sich Taylor stets über dessen machohaftes Benehmen ausgelassen hatte. Angeblich war Blake O’Neill ein selbstherrlicher Idiot mit großer Klappe, der sich gerne prügelte und nichts anbrennen ließ. Mit solchen Typen konnte man den meisten Spaß haben, wie Madison aus eigener Erfahrung wusste. Außerdem musste sie zugeben, dass der Anblick seines muskelbepackten und teilweise tätowierten Oberkörpers auf riesigen Plakaten eines Getränkeherstellers zu akuten Sabberanfällen bei ihr geführt hatte. Eigentlich stand sie auf diese Sorte Mann.

Eigentlich!

Sie war selbst kein verzärteltes, zart besaitetes Mäuschen, das in Tränen ausbrach, wenn jemand Schimpfworte benutzte, sondern hatte gleichfalls eine große Klappe und gehörte zu denen, deren Hormonhaushalt eine Party feierte, wenn sich testosteronverseuchte Kerle eine Prügelei lieferten.

Jetzt bekam sie vermutlich die Quittung für diese Vorliebe, denn Blake O’Neill hätte es beinahe geschafft, dass sie in diesem unmöglichen Kostüm ertrunken wäre. Außerdem wirkte er tatsächlich wie die hohle Bratze, als die Taylor ihn ständig beschrieb.

„Was fällt Ihnen ein, mir den Ball an den Kopf zu werfen?“

„Aber ... ich ... Sie ... ich ...“

Sein Gestotter war ja nicht auszuhalten. „Aber ... ich ... Sie ... ich“, äffte sie ihn nach, reckte anschließend das Kinn in die Höhe und erklärte im bedrohlichen Ton: „Mir ist es scheißegal, wer Sie sind ...“

„Aber ...“

„Halten Sie die Klappe“, fuhr sie ihn an und legte dem verstörten Mann die Hand auf den Mund. Dabei war es ihr tatsächlich ziemlich egal, dass alle Welt zusah und die Sportsendungen vermutlich voll mit Bildern dieser Aktion sein würden. „Von mir aus können Sie die Cheerleader verarschen und ihnen auf die Hintern schlagen, aber wenn Sie noch einmal so eine Nummer abziehen, dann stecke ich Ihren Kopf so lange in kaltes Wasser, bis Sie ...“

„Hey“, unterbrach er sie und trat einen kleinen Schritt zurück, bevor er grummelte: „Es ist doch nichts passiert.“

„Nichts passiert“, ereiferte sie sich und hätte dem Idioten am liebsten den riesigen Football über den Schädel gezogen. Das unterdrückte Kichern hinter ihr sowie die schadenfrohen Gesichter der Betreuer, die am Eingang des Spielertunnels stehen geblieben waren, um sich den Tumult anzusehen, verrieten ihr, dass es einige zu genießen schienen, dass Blake O’Neill die Leviten gelesen bekam. „Ich wäre beinahe erstickt, Sie Idiot!“

Das kantige Gesicht verschloss sich ein wenig, während seine blauen Augen nervös zwischen ihr und der Getränkebox hin und her wanderten. Einzig das plötzliche Zucken seiner Mundwinkel sagte ihr, dass der Volltrottel seine Aktion auch noch lustig zu finden schien.

„Finden Sie das witzig?“ Augenblicklich ballte sie die freie Hand zur Faust und hätte ihm mit einem gezielten Aufwärtshaken sehr gerne eine neue Nase verpasst.

„Nö.“

Madison kniff die Augen zusammen. „Und warum lachen Sie dann, zum Teufel?“

Der Typ schien nicht ganz bei Trost zu sein, da er grinsend auf den durchweichten Maskottchenkopf unter ihrem Arm deutete. Das Klischee von unterbelichteten Footballspielern schien zuzutreffen, dachte sie sich, als er wie ein Schwachkopf lachte.

„O’Neill!“ Eine autoritäre Stimme drang zu ihnen durch, bevor der Cheftrainer der New York Titans wutentbrannt das Feld betrat und seinen verletzten Spieler mit der Miene eines Mannes ansah, der in Kürze wegen Mordes ersten Grades verhaftet würde.

Dieser zuckte zusammen und verzog das Gesicht. „Coach ...“

„Wenn Teddy dich in ihre Finger bekommt, bist du ein toter Mann“, prophezeite dieser und gab dem knallroten Runningback einen Schlag in den Nacken, bevor er die anderen Spieler anbrüllte, die sich schnurstracks in Richtung Spielertunnel aufmachten.

„Hast du dich wenigstens entschuldigt, O’Neill?“

„Nein, hat er nicht“, antwortete sie anstelle des Übeltäters, der sie mit einem breiten Grinsen betrachtete und sich in keinster Weise schuldig zu fühlen schien.

„Entschuldigung“, gluckste er, während ihr vor Wut die Augen aus den Höhlen traten.

Anscheinend hielt es der Coach für besser, seinen Spieler schnell vom Spielfeld zu schaffen, da er ihr einen entschuldigenden Blick schenkte, dem dunkelhaarigen Idioten eine Hand in den Nacken legte und ihn mit sich zog.

Diesem schien dies gar nichts auszumachen, da er beim Rückwärtsgehen Madison zunickte und brüllte: „Bekomme ich Ihre Nummer?“

Die einzige Antwort, die ihr einfiel, war der Mittelfinger, den sie ihm bereits zum zweiten Mal an diesem Tag entgegenstreckte.

 

 

 

 

Madison trat gerade aus dem winzigen Raum heraus, in dem sie sich für das Spiel umgezogen hatte und in dem nun das noch immer ziemlich durchweichte Maskottchenkostüm hing, als eine blondhaarige Frau auf sie zukam, die sie sofort als Besitzerin der Titans identifizierte. Da das Kostüm völlig hinüber war, hatte es keinen Sinn gemacht, das Ende des Spiels abzuwarten und sich eine Lungenentzündung zu holen, weshalb Madison nach der unerfreulichen Begegnung mit Blake O’Neill hierher verschwunden war und sich umgezogen hatte.

Dass die Besitzerin hier auftauchte, konnte nur bedeuten, dass sie vermutlich angepisst war, schließlich hatte Madison ihren Job nicht erfüllt, sondern ihn – zusammen mit dem Kostüm – an den Nagel gehangen. Doch zu ihrer absoluten Verwunderung schenkte die andere Frau ihr einen bedauerlichen Blick und lächelte schwach.

„Geht es Ihnen gut, Madison?“

Sie leckte sich kurz über die Lippen und zog den Reißverschluss ihres Kapuzenpullis hoch. „Ich fürchte, dass das Kostüm nicht mehr zu gebrauchen ist.“

Die blonde Frau, die Madison allein wegen ihres coolen Auftretens und ihrer exzentrischen Art bewunderte, winkte kurz ab. „Kein Problem. Wir haben mehrere von den Dingern. Hoffentlich haben Sie sich nichts getan. Ich hätte Blake umbringen können, als ich gesehen habe, was passiert ist.“

Da war es ihr nicht anders als Madison gegangen, dachte sie wortlos und schob beide Hände in die Taschen ihres Pullis hinein. Sie wollte nicht unhöflich sein und der Besitzerin eines millionenschweren Footballvereins sagen, dass deren bester Runningback ein heißer, wenn auch hirnverbrannter Idiot war, dem man bei Gelegenheit ordentlich in den Arsch treten sollte. Die Frau war schließlich ihre Chefin und Respektsperson, die nicht nur einen Haufen kampferprobter Footballspieler kommandierte, sondern auch den Kapitän des Teams geheiratet hatte und diesen nach allem, was man so hörte, äußerst gut im Griff hatte.

Demnach wollte sie sich nicht mit Teddy MacLachlan-Palmer anlegen, indem sie einen ihrer Spieler beleidigte. Stattdessen spielte sie die Sache hinunter und murmelte: „Es ist ja nichts passiert. Es tut mir leid, dass ich ihm den Mittelfinger gezeigt habe.“

Die Blondine mit dem bunten Overall und der schwarzen Jeansjacke darüber schnaubte belustigt auf. „Ich denke, dass Sie nicht die erste und sicherlich nicht die letzte Frau sind, die Blake den Mittelfinger zeigt. Er sollte froh sein, dass er so glimpflich davongekommen ist. Meistens bekommt er einen Tritt in die Eier ab. Damit hätten Sie es probieren sollen – das hätte ihn zum Schweigen gebracht.“

Zwischen Verwunderung und Schock hin- und hergerissen, starrte Madison die andere Frau an. „Bitte?“

Diese grinste und zuckte mit der Schulter. „Er ist ein Rüpel.“

„Ein Rüpel?“, wiederholte sie wie eine Idiotin.

„Von der schlimmsten Sorte“, bestätigte die Teamchefin gelassen. „Wenn er nicht so ein liebenswerter Rüpel wäre, würde ich ihm gerne selbst von morgens bis abends in den Allerwertesten treten.“

Etwas ahnungslos, wie sie darauf reagieren oder was sie sagen sollte, zuckten ihre Mundwinkel lediglich. „Okay.“

„Bleiben Sie uns denn erhalten? Ich habe gehört, dass Howard uns langfristig nicht mehr zur Verfügung steht. Vielleicht möchten Sie ja weiterhin unser Maskottchen spielen. Ich verspreche auch, Blake in einen Käfig zu sperren oder an die Bank zu ketten, damit so etwas nicht mehr vorkommt.“

Ein wenig überrumpelt nickte sie, schließlich hatte ihr der Job ganz gut gefallen, wenn sie davon absah, dass sie beinahe ertränkt worden wäre. Nichtsdestotrotz war es leicht verdientes Geld, ein paar Minuten vor dem Kick-off Faxen vor dem Publikum zu machen und sich zwischendurch sehen zu lassen. Die zusätzlichen hundert Mäuse pro Spiel konnte sie gut gebrauchen, immerhin liebäugelte sie mit einer Gibson, die ein Schweinegeld kostete. Nachdem sie das Erbe ihres Großvaters zu großen Teilen verschleudert hatte, als sie ihre Wohnung gekauft hatte, würde sie einen Teufel tun und das restliche Geld für eine neue Gitarre auf den Kopf hauen. Sie mochte zwar ziemlich durchgeknallt sein, aber so viel Verstand hatte sie dann doch noch.

„Hier haben Sie meine Karte“, erklärte die Teambesitzerin plötzlich und hielt ihr eine Visitenkarte hin. „Ich würde mich freuen, wenn Sie weiterhin unseren Mr. Titastic spielen, Madison.“

„Danke“, stammelte sie und nahm die Visitenkarte entgegen, bevor sie der anderen Frau hinterhersah, die ihr zum Abschied zuzwinkerte und wieder verschwand. Man mochte der unkonventionellen Besitzerin einiges nachsagen, aber jemand Lässigeren hatte Madison niemals zuvor kennengelernt – und sie kannte ziemlich viele Freaks. Eine Frau, die nicht einmal dreißig Jahre alt war, die mit Abstand schärfste Tätowierung hatte, die man sich vorstellen konnte, und alleinige Besitzerin eines Footballteams war, traf man nicht alle Tage. Abgesehen davon hatte sich Teddy MacLachlan-Palmer, die in jungen Jahren wegen diverser Skandale Schlagzeilen gemacht hatte, einen der wohl begehrtesten Junggesellen der Stadt geangelt, der früher dafür bekannt gewesen war, Jagd auf langbeinige und vollbusige Models zu machen. Seine jetzige Frau war zweifelsohne eine hübsche Frau, doch sicherlich nicht der typische Modeltyp. Dafür war sie zu ausgeflippt, zu schmalbrüstig und viel zu clever.

Doch wo die Liebe nun einmal hinfiel.

Sie selbst hatte sich im zarten Alter von vierzehn Jahren in Ozzy Osbourne verknallt und fand Billy Idol noch heute verdammt heiß, demnach war sie echt die letzte Person, die darüber spotten sollte.

Während sie sich langsam in Bewegung setzte und den Flur entlang schlich, gähnte sie herzhaft und dachte über die weitere Abendgestaltung nach. Im Club eines Freundes fand heute das Konzert einer befreundeten Band statt, das sie sich gerne angesehen hätte, doch andererseits war sie ziemlich kaputt und freute sich auf eine heiße Dusche. Zwar war ihr angeboten worden, sich hier frisch zu machen, aber nach allem, was sie heute erlebt hatte, wollte sie nicht das Risiko eingehen, nackt unter der Dusche von einem Footballspieler aufgegriffen zu werden, der sich verirrt hatte. Da zog sie doch die Beschaulichkeit ihrer eigenen Dusche vor. Zuhause konnte sie unbesorgt nackt herumlaufen, die Musik laut aufdrehen und musste nicht befürchten, in Eiswasser getunkt zu werden.

Außerdem lief sie nicht Gefahr, sich vor dem halben Land zu blamieren, wie es heute geschehen war. Vermutlich war dies auch ein Grund, weshalb sie am heutigen Abend lieber zuhause bleiben wollte. Sobald sie Tonys Club betreten würde, könnte sie sicher sein, dass einige Lacher auf ihre Kosten gehen würden. Ach was! Die Jungs würden sich schier in die Hose machen, wenn sie die Bilder von ihrem heutigen Zusammenstoß mit Blake O’Neill zu Gesicht bekämen. Natürlich würden sie alle sie ständig hochnehmen und den ganzen Abend verarschen. Sehr wahrscheinlich durfte sie sich noch monatelang Sprüche über ihren Ausflug in die Getränkebox der Titans anhören. Madison war wirklich kein eitler Mensch und hatte nichts gegen Späße auf ihre Kosten, doch die unwürdige Position, das peinliche Maskottchen sowie ihre Bewegungslosigkeit auf dem klatschnassen Boden waren nichts, woran sie ständig erinnert werden wollte.

Glücklicherweise waren ihre Eltern verdammt cool und würden es mit Humor nehmen, dass ihre Tochter – Absolventin einer elitären Privatschule sowie ehemalige Harvardstudentin – sich vor der Nation zum Vollhonk gemacht hatte. Ihre Eltern waren weitaus Schlimmeres von ihr gewöhnt und würden sich von solch einer Schlagzeile nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dass ihre Tochter ein erfolgversprechendes Jurastudium abgebrochen hatte und sich nun mit Gelegenheitsjobs durchs Leben schlug, hatten beide als nicht besonders tragisch empfunden, was nicht zuletzt Madison erstaunt hatte. Natürlich war sie schon immer etwas unkonventioneller als ihre Schwester oder ihr Bruder gewesen, die beide ihr Studium in Rekordzeit absolviert und gleich darauf einen erschreckend bodenständigen Job bekommen hatten. Matt war wie ihr Vater Jurist geworden, der bereits zum Juniorpartner aufgestiegen war, während Maura Wirtschaftsmathematikerin geworden war. Madison wollte sich lieber nicht vorstellen, wie der Job ihrer Schwester aussah, weil sie bei dieser langweiligen Vorstellung vermutlich einen Schreikrampf bekommen hätte.

Matt und Maura waren bereits in der Highschool mustergültige Schüler gewesen, die dem Debattierclub angehört hatten und einer Sportart wie Tennis oder Ballett nachgegangen waren. Madison dagegen hatte auf Schlagzeugunterricht bestanden und die teure Sportausrüstung versetzt, um sich Konzertkarten zu kaufen. Maura hatte sich dezente blonde Strähnen und kleine Ohrlöcher stechen lassen. Ihre um drei Jahre jüngere Schwester hatte sich bunte Rastas ins Haar flechten lassen und mit sechzehn Jahren nach monatelangem Betteln eine Tätowierung am Fußgelenk bekommen.

Matts Collegefreundin war die Tochter eines Kongressabgeordneten gewesen. Maura hatte einen Mann mit nach Hause gebracht, der hinter seinem Namen eine Zahl getragen hatte. Madisons erster Freund hatte sie mit einer Harley abgeholt und ein Zungenpiercing gehabt.

Irgendwie war sie schon immer aus der Reihe getanzt.

Komischerweise war sie das Lieblingskind ihres Vaters, der ihr gerne etwas Geld zusteckte, wenn sie zuhause war, und der ihr die Entscheidung, das Studium sausen zu lassen, niemals übel genommen hatte, obwohl er selbst nicht nur Jurist war, sondern seit einigen Jahren als Professor lehrte.

Bei dem Gedanken an ihre durchweg konservativen Eltern in Connecticut musste sie grinsen und fragte sich nicht zum ersten Mal, ob sie ihrer Tochter alles durchgelassen hatten, weil sie das jüngste Kind war. Da auch die restliche Familie keinen Anstoß an Madisons Lebensführung nahm, musste es wohl nicht nur daran liegen. Taylor, die zwei Jahre jünger war und neben ihrem Studium der Zahnmedizin als Cheerleader der Titans etwas Geld verdiente, hatte es bei weitem nicht so leicht wie sie. Die Tatsache, dass seine Tochter beim Tanzen einen kurzen Rock trug, störte Madisons Onkel dermaßen, dass er kein Footballspiel mehr ansehen wollte und die Erwähnung dieser Sportart ein rotes Tuch für ihn war. Nach allem, was Taylor ihr in den letzten Monaten erzählt hatte, konnte sich Madison nur allzu gut vorstellen, dass ihr Onkel Dan sich darum sorgte, dass seine Tochter an einen sorglosen Footballspieler geriet, von dem sie aufs Kreuz gelegt wurde. Wortwörtlich aufs Kreuz gelegt wurde. Das verstand sich doch von selbst.

Kaum dachte sie an rüpelhafte Footballspieler, die sich mit Cheerleadern einließen, lief ihr Blake O’Neill über den Weg, der ihr gedankenverloren entgegenkam, doch keinerlei Zeichen eines Erkennens von sich gab.