Landverteilung - Friedrich Wolf - E-Book
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Landverteilung E-Book

Wolf Friedrich

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Beschreibung

Tauchen Sie ein in die bewegende Geschichte aus der Zeit der deutschen Okkupation der Ukraine 1918. Friedrich Wolf entführt Sie in ein Dorf, wo die Schrecken des Krieges auf den Mut und die Hoffnung der Menschen treffen. Der Autor schildert eindrücklich die brutale Landnahme durch deutsche Offiziere und Kulaken, aber auch den Aufbruch und die Hoffnung im Kampf der Bauern für eine gerechte Zukunft. Erleben Sie, wie aus Gewalt und Unterdrückung der Funke des Widerstands entfacht wird und Menschen für ihre Freiheit kämpfen.

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Seitenzahl: 10

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Impressum

Friedrich Wolf

Landverteilung

Eine Geschichte aus der deutschen Okkupation der Ukraine 1918

ISBN 978-3-68912-058-0(E–Book)

Die Erzählung ist 1935 entstanden.

Das Titelbild wurde mit der KI erstellt.

© 2024 EDITION digital®

Pekrul & Sohn GbR

Godern

Alte Dorfstraße 2 b

19065 Pinnow

Tel.: 03860 505788

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Internet: http://www.edition-digital.de

Landverteilung

Der ehemalige Landauer Rayon war eines der Zentren der deutschen Okkupation und der Kulakenaufstände 1919. Um die Berichte nachzuprüfen, fuhr ich nach dem Kollektivdorf Rohrbach, etwa einhundertzwanzig Kilometer nordwestlich von Odessa. Die Bauern Jakob Hert, dessen rechter Arm nach den Säbelhieben der deutschen Feldwebel noch heute gelähmt ist, Heinrich Boländer, dessen Vater von deutschen Gendarmen und Kulakensöhnen buchstäblich totgeprügelt wurde, der Böttger Wassili Gutko und viele andere bestätigten und ergänzten diese Geschichte:

„Es war an einem Apriltag 1918, als die deutschen Soldaten mit klingendem Spiel in das Dorf einrückten. Der kommandierende Offizier ließ durch den Dorfältesten und den Büttel die Bewohner zusammenschellen. Er hielt eine Rede: Die deutsche Armee sei zu den deutschen Brüdern der Ukraine als Befreier gekommen. Schon die hiesigen Ortsnamen: Worms, Speyer, Landau, Rohrbach zeugten davon, dass auch hier Deutschland sei; wo ,die deutsche Zunge klinge', da sei Deutschland. Sie sollten zu der deutschen Armee Vertrauen haben. Da aber bolschewistische, landfremde Elemente überall umherstreiften, müsse man verlangen, dass vorerst alle Gewehre und Waffen abgeliefert würden. – Danach gingen die Offiziere, die Quartiermacher, der Pfarrer und einige Kulaken mit dem Dorfschulzen in den Dorfrat. Die Feldwebel und Unteroffizierspatrouillen zogen unter Führung des Büttels von Haus zu Haus und suchten nach Waffen. Es fiel uns damals noch nicht auf, dass sie vor allem in den Hütten der Batraken und des Armenkomitees den letzten Strohsack umstülpten.

Denn draußen auf dem Marktplatz spielte wieder die Militärmusik, und unsere Frauen und Mädels – alle, wie sie da waren –, sie alle tanzten mit den deutschen Soldaten und unseren Burschen einen flotten Walzer oder Schottisch. Jetzt erschien am Fenster des Rathauses der kommandierende deutsche Offizier; er machte mit der Hand ein Zeichen, dass die Musik abbrach.

,Einen Augenblick, Kameraden!', rief er herunter. ,Ich höre, da sind einige unter euch, die zu wenig Land haben, die von ihrem Land nicht leben können, die mehr Land haben wollen. Wir wollen diese Fälle nachprüfen. Alle Bauern also, denen ihr Land nicht genügt, sollen gleich herauf in den Dorfrat kommen. Wir werden dort Land verteilen.'

Das klang nicht übel. Die Musik hatte schon wieder zu spielen begonnen, und unsere Mädels tanzten mit den deutschen Soldaten. Nun, wir überlegten nicht lange, wir gingen – erst zwei, dann drei, dann vierundzwanzig arme Bauern – hinauf in das Rathaus. Dort standen um den Tisch der Schulze, der deutsche Major und einige Kulaken. Der Offizier fragte: ,Seid ihr das alle?'