Verlag: Mitteldeutscher Verlag Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2013

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E-Book-Beschreibung Lebemänner - Gregor Eisenhauer

Das Leben in vollen Zügen auszukosten und ein Werk zu hinterlassen, das zu beschreiben Seiten füllt: Wer wünscht sich das nicht? Gregor Eisenhauer hat fünf Lebemänner auserkoren, uns zu inspirieren. Und Oscar Wilde nonchalant links liegen lassen. Denn die Geschichte hat noch andere Bonvivants im Ärmel, die sich auf unverwechselbare Weise in Szene zu setzen verstanden – und die es neu zu entdecken gilt. In wechselnder, von ihrem jeweiligen Leben und Wirken angeregter Form berichtet der Autor über Harry Piel, Harry Graf Kessler, Abbé Galiani, Nicolas Chamfort sowie Gabriele D’Annunzio und gibt dem Leser geistreich Einblick in die 'Lebens'-Kunst des 18. bis 20. Jahrhunderts.

Meinungen über das E-Book Lebemänner - Gregor Eisenhauer

E-Book-Leseprobe Lebemänner - Gregor Eisenhauer

Gregor Eisenhauer

LEBEMÄNNER

Fünf Porträts in wechselnder Manier

Gregor Eisenhauer, geb. 1960, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen und Essays, zuletzt im Mitteldeutschen Verlag »Kleines ABC der vergessenen oder so gut wie nie aufzufindenden Tierarten, nebst einer Erklärung, wie es dazu kam, zum Alphabet« (2007), die Novelle »Die erste Versuchung« (2009) sowie »Der ewige Zweite. Eine kleine Typologie des Lesers« (2010).

2011

© mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH, Halle (Saale)www.mitteldeutscherverlag.de

Alle Rechte vorbehalten

Gesamtherstellung: Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) Umschlaggestaltung: Birte Janzen Umschlagabbildung: © yamix – Fotolia.com

ISBN 9783954620883

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2013

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

LEBEMÄNNER

Fünf Porträts in wechselnder Manier

NUR DIE LIEBENDEN LEHREN DIE LIEBE

Gabriele D’Annunzio. Ein Kammerstück

DURCH DIE LEIDENSCHAFTEN LEBT DER MENSCH, DURCH DIE VERNUNFT EXISTIERT ER BLOß

Nicolas Chamfort. Eine Konversation

MAN ÜBERLEBT SEINE FREUNDE NICHT

Abbé Galiani. Ein Briefwechsel

MAN IST ALLEIN MIT ALLEM, WAS MAN LIEBT

Harry Graf Kessler. Ein Memoire

SCHNELLER ALS DER TOD

Harry Piel. Eine Collage

LITERATUR

LEBEMÄNNER

Fünf Porträts in wechselnder Manier

Zu den wenigen Künsten, die handwerklich sicher beherrscht werden, zählt die Lebenskunst nur noch in den Augen derer, die damit in den Savoir-vivre-Journalen ihr Auskommen zu ­sichern haben. Und selbst dort gehört es längst zum guten Ton, die sentimentale Klage über den Verlust all der Kostbarkeiten anzustimmen, die den Wenigen seinerzeit das Leben so viel schöner gemacht hat als den Vielen das Viele heute. Und unisono geht die Klage von den dünnsten Lippen, dass in unseren Tagen die Leidenschaft nur noch nach Kalorienverbrauch zu messen und aller erotischer Zartsinn längst im Priapismus des Konsums erstarrt sei.

Tatsächlich aber ist der Ruin einstiger Lebensart nicht weiter bedauerlich, weil schon damals die Erinnerung an geglückte Lebensläufe weit unterhaltsamer war als die Stenografie vermeintlicher Verluste. Denn das ist ein offenes Geheimnis, dass die Kunst zu allen Zeiten das Leben geschickter memorierte, als die Akteure des Präsens es darzustellen vermochten.

Also ein kleiner Maskenzug zu Ehren Casanovas: Die Physio­gnomien jener Männer, die sich zu Gattungswesen machten, weil ihre Wünsche die Wünsche vieler wurden – dank ihres literarischen Nachlebens, welches die Hoffnung auf Wiederholbarkeit wachhielt. Und da jeder von ihnen auf unverwechselbare Weise sich in Pose zu setzen verstand, wird in wechselnden Stilarten über sie berichtet:

Der Essay über Harry Piel folgt im Erzähltempo der Hatz seiner Abenteuerfilme; über den Graf Kessler wird sein Neffe im Stil jener besserwisserischen Naivität daherplappern, wie es der Neffe in Hofmannsthals Der Schwierige tut; Abbé Galiani tritt auf als Briefschreiber; Libertin Nicolas Chamfort führt eine Konversation über Leidenschaft und Vernunft, während der Privatsekretär von Gabriele D’Annunzio, Tom Antongini, in ­einem Kammerstück über den Maestro monologisiert.

NUR DIE LIEBENDEN LEHREN DIE LIEBE

Gabriele D’Annunzio. Ein Kammerstück

Schauplatz: die Isola Maggiore im Trasimenischen See

In der streng abgeschirmten Villa Isabella haust, nur betreut von ­einer griesgrämigen Fischerswitwe Aelis, der uralte Tom Antongini.

Ein junger Doktorand aus Florenz hat sich angekündigt, weil er eine Biografie über Gabriele D’Annunzio schreiben will. Wider Erwarten erhielt er eine Audienz bei Tom Antongini, Privatsekretär des ­Maestro, der seit Jahrzehnten völlig zurückgezogen in der verfallenden Villa lebt. Aelis geleitet den jungen Mann in die abgedunkelte Bibli­othek. Er setzt sich auf einen herrischen Wink Antonginis hin nieder und kommt fortan nicht mehr zu Wort.

Antongini, der hinter einem manuskriptüberladenen Schreibtisch thront, mustert ihn kurz und schlägt dann die Hände vor die Augen.

Sie müssen ihn vor sich sehen! Wie wollen Sie über einen Mann schreiben, den Sie nicht vor sich sehen. Nicht als wortgewordenen Leichnam, nicht als Bild, als Plastik, den lebendigen D’Annunzio müssen Sie vor sich sehen. Das ist nicht schwer, denn ich kann ihn wiederauferstehen lassen vor Ihren Augen, so wie ich ihn Tag für Tag vor meinen Augen wiederauferstehen lasse.

Er hätte sich geziert, sich einfach so vor Sie hinzustellen, er war von mädchenhafter Scheu, auch wenn das keiner glauben mag, und jeder denkt, er wäre ein Poseur gewesen, sicher, das war er, aber er war auch, ich wiederhole mich, ich wiederhole mich gern, was ihn angeht, von einer mädchenhaften Scheu.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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