Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman. Band Zwei - Laurence Sterne - E-Book

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman. Band Zwei E-Book

Laurence Sterne

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Beschreibung

“Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman”: Wie der Titel schon sagt, ist das Buch vordergründig Tristrams Erzählung seiner Lebensgeschichte. Doch neigt er dazu, Abschweifungen zu machen, um seiner Erzählung Kontext und Farbe zu verleihen, und zwar in dem Maße, dass er erst im zweiten Band seiner Lebensgeschichte bei seiner eigenen Geburt angelangt ist… Folglich sind neben Tristram als Erzähler die bekanntesten und wichtigsten Figuren des Buches sein Vater Walter, seine Mutter, sein Onkel Toby, Tobys Diener Trim und eine Reihe beliebter Nebenfiguren, darunter das Zimmermädchen Susannah, Doktor Slop und der Pfarrer Yorick, der später zu Sternes Lieblings-Pseudonym wurde. Der größte Teil der Handlung dreht sich um häusliche Unruhen oder Missverständnisse, die in den gegensätzlichen Temperamenten vom rationalen und sarkastischen Walter und dem sanften und gutmütigen Onkel Toby ihre komische Seite haben. Zwischen diesen Ereignissen findet sich Tristram als Erzähler wieder, der sich ausführlich über sexuelle Praktiken, Beleidigungen, den Einfluss von Namen und Nasen sowie über Geburtshilfe, Belagerungskrieg und Philosophie auslässt, während er darum kämpft, sein Material zu ordnen und die Geschichte seines Lebens zu beenden. Und wundern Sie sich nicht, wenn dabei auch mitunter Kapitel durcheinander geraten oder zunächst scheinbar vergessen werden… „Tristram Shandy“ ist der erste postmoderne Roman der Welt, entstanden etwa zweihundert Jahre, bevor überhaupt irgendeine postmoderne Theorie existierte. Lesen Sie eines der bedeutendsten Werke der Literaturgeschichte. Dies ist der zweite von insgesamt vier Bänden.

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Seitenzahl: 279

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LAURENCE STERNE

 

LEBEN

und

ANSICHTEN

von

TRISTRAM SHANDY,

Gentleman

 

 

R O M A N

 

 

 

BAND ZWEI

 

 

TRISTRAM SHANDY wurde im englischen Original zuerst veröffentlicht in neun Bänden in den Jahren von 1759 bis 1767 von Ann Ward (vol. 1–2), Dodsley (vol. 3–4), Becket & DeHondt (vol. 5–9), York et al.

Diese Ausgabe wurde aufbereitet und herausgegeben von

© apebook Verlag, Essen (Germany)

www.apebook.de

1. Auflage 2022

 

V 1.0

 

 

Nach der Übersetzung von A Seubert.

 

Anmerkungen zur Transkription: Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden teilweise übernommen, zu einem großen Teil aber auch der heutigen Schreibweise angeglichen, um einerseits der Eigentümlichkeit des Textes Rechnung zu tragen, andererseits aber auch die Lesegewohnheiten heutiger Leserinnen und Leser nicht zu sehr zu stören.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.d-nb.de abrufbar.

 

 

Band Zwei

ISBN 978-3-96130-496-7

 

Buchgestaltung: SKRIPTART, www.skriptart.de

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman. Band Zwei

Impressum

BAND ZWEI

45. Kapitel.

46. Kapitel.

47. Kapitel.

48. Kapitel.

49. Kapitel.

50. Kapitel.

51. Kapitel.

52. Kapitel.

53. Kapitel.

54. Kapitel.

55. Kapitel.

56. Kapitel.

57. Kapitel.

58. Kapitel.

59. Kapitel.

60. Kapitel.

61. Kapitel.

62. Kapitel.

63. Kapitel.

64. Kapitel.

65. Kapitel.

66. Kapitel.

67. Kapitel.

68. Kapitel.

69. Kapitel.

70. Kapitel.

71. Kapitel.

72. Kapitel.

73. Kapitel.

74. Kapitel.

75. Kapitel.

76. Kapitel.

77. Kapitel.

78. Kapitel.

79. Kapitel.

80. Kapitel.

81. Kapitel.

82. Kapitel.

83. Kapitel.

84. Kapitel.

85. Kapitel.

86. Kapitel.

87. Kapitel.

88. Kapitel.

89. Kapitel.

90. Kapitel.

91. Kapitel.

92. Kapitel.

93. Kapitel.

94. Kapitel.

95. Kapitel.

96. Kapitel.

97. Kapitel.

98. Kapitel.

99. Kapitel.

101. Kapitel.

102. Kapitel.

103. Kapitel.

104. Kapitel.

105. Kapitel.

106. Kapitel.

107. Kapitel.

108. Kapitel.

109. Kapitel.

111. Kapitel.

112. Kapitel.

113. Kapitel.

114. Kapitel.

115. Kapitel.

116. Kapitel.

117. Kapitel.

118. Kapitel.

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Zu guter Letzt

BAND ZWEI

 

45. Kapitel.

Ich wollte, Dr. Slop, sagte mein Onkel Toby (indem er seinen Wunsch Dr. Slop ein zweites Mal aussprach und zwar in einem eifrigeren und ernsteren Tone, als das erste Mal). Ich wollte, Dr. Slop, sagte mein Onkel Toby, Sie hätten gesehen, was wir für wundervolle Armeen in Flandern hatten.

Der Wunsch meines Onkels Toby kam Dr. Slop so quer, wie das gute Herz Jenes es nie gegen einen Menschen beabsichtigte; – er verwirrte ihn – und da hiebei seine Gedanken in eine Unordnung gerieten, die bald in Flucht ausartete, so konnte er sie um keinen Preis wieder sammeln.

In allen – weiblichen oder männlichen – Wortgefechten, mag es sich nun um Ehre, Nutzen oder Liebe handeln – der Gegenstand tut nichts zur Sache; – ist nichts gefährlicher als ein Wunsch, der so unerwartet von der Flanke her über uns kommt. Die beste Art, wie man im Allgemeinen einem solchen Wunsch seine Kraft nimmt, ist wenn der Teil, an den der Wunsch gerichtet ist, sofort auf die Beine springt und dem Wünschenden irgend einen andern Wunsch von ungefähr dem gleichen Wert entgegen wirft; – indem man so die Sache aus dem Fleck ins Gleichgewicht bringt, bleibt man stehen, wo man stand; – ja bisweilen gewinnt man hiebei den Vorteil des angreifenden Teils.

Ich werde dies der Welt in meinem Kapitel über die Wünsche des Näheren auseinandersetzen.

Dr. Slop verstand sich nicht auf diese Art der Verteidigung – er ließ sich vielmehr verblüffen, und das Gespräch erlitt eine 4½ Minuten lange Pause; – 5 Minuten wären vernichtend dafür geworden: – aber mein Vater bemerkte die Gefahr; – das Gespräch war eines der interessantesten von der Welt, es handelte sich ja darum: »ob das Kind seiner Gebete und Anstrengungen mit oder ohne Kopf zur Welt kommen sollte.« – Er wartete bis auf den letzten Augenblick, daß Dr. Slop, an den der Wunsch gerichtet war, sein Recht der Entgegnung benützen würde – da er aber wie gesagt, bemerkte, daß Jener ganz verblüfft war und mit jener wirren Leere im Auge, die den Confusen eigen ist, – bald meinem Onkel Toby ins Gesicht starrte, – bald ihm selbst, – bald an die Decke, – bald auf den Boden, – bald nach Ost – bald nach Ost-Nord-Ost, – dann an der Randleiste des Getäfers bis zum entgegengesetzten Punkte der Windrose hinschiffte – und bereits begonnen hatte, die messingenen Nägel am Arm seines Lehnstuhls zu zählen, – so glaubte mein Vater, es sei jetzt mit meinem Onkel Toby keine Zeit zu verlieren, er nahm also die Rede wie folgt wieder auf: –

46. Kapitel.

Was ihr für wundervolle Armeen in Flandern hattet! Bruder Toby, erwiderte mein Vater, wobei er seine Perrücke mit der rechten Hand vom Kopf nahm und mit der linken ein gestreiftes ostindisches Tuch aus seiner rechten Rocktasche zog, um sich den Kopf zu reiben, während er gegen meinen Onkel Toby vorging.

Nun aber glaube ich, daß mein Vater hierin sehr zu tadeln war, und werde gleich meine Gründe hiefür auseinander setzen.

Dinge, die an sich scheinbar nicht von größerer Bedeutung waren, als der Umstand, ob mein Vater seine Perrücke mit der rechten oder der linken Hand abnahm, – haben die größten Reiche gespalten und die Kronen der Monarchen, die sie regierten, auf ihren Köpfen ins Schwanken gebracht. – Ich brauche dem Leser auch nicht erst zu sagen, daß die Umstände, womit jedes Ding auf dieser Welt umgeben ist, jedem Ding auf dieser Welt seine Größe und Gestalt verleihen – und indem sie es auf die eine oder andere Art verengen oder erweitern, es zu dem machen was es ist – groß – klein – gut – schlecht – gleichgültig oder interessant wie es sich eben trifft.

Da sich das ostindische Taschentuch meines Vaters in seiner rechten Rocktasche befand, so hätte er in keiner Weise zugeben sollen, daß sich seine rechte Hand mit etwas anderem abgab; im Gegenteil statt seine Perrücke mit ihr herunterzunehmen, hätte er dies Geschäft ganz seiner linken Hand überlassen sollen; wenn dann ein natürliches Bedürfniß meinen Vater veranlaßte sich den Kopf zu reiben, und er dazu sein Taschentuch nötig hatte, so brauchte er nichts zu tun als seine rechte Hand in seine rechte Rocktasche zu stecken und es herauszuziehen; – was er dann ohne alle Gewaltsanstrengung, ohne die geringste ungraziöse Verdrehung irgend einer Sehne oder Muskel an seinem ganzen Körper hätte bewirken können.

In diesem Falle wäre (wofern nicht mein Vater durchaus einen Pinsel aus sich machen wollte, indem er die Perrücke steif in der linken Hand hielt, – oder am Ellbogen oder der Armgrube irgend einen unsinnigen Winkel machte) – seine ganze Haltung leicht – natürlich – ungezwungen gewesen. Reynolds selbst, so großartig und anmutig er auch seine Portraits auffaßt, hätte ihn, wie er so da saß, malen können.

Nun aber stelle man sich einmal vor, welche verzwickte Figur mein Vater machte, als er diese Sache so angriff wie ich oben beschrieben habe.

Zu Ende der Regierung der Königin Anna und zu Anfang der Regierung Königs Georg des Ersten, waren die Rocktaschen noch dazu sehr weit unten in den Schooß geschnitten. – Ich sage nichts weiter; – der Vater des Bösen hätte vier Wochen lang daran schmieden können, er hätte für Jemand in meines Vaters Lage keine schlimmere Mode herausbringen können.

47. Kapitel.

Unter keines Königs Regierung war es (wenn man nicht ein so magerer Untertan war wie ich) eine leichte Sache mit der Hand diagonal, quer über den ganzen Leib, bis nach dem unteren Ende der entgegengesetzten Rocktasche zu fahren. Im Jahr Ein Tausend Sieben Hundert und Achtzehen aber, wo Obiges geschah, war es sehr schwer; so daß als mein Onkel Toby die querlaufende Zickzacklinie der Approchen meines Vaters gewahrte, ihm sogleich diejenigen einfielen, in denen er vor dem Tor St. Nicolaus Dienst getan hatte; – diese Idee aber brachte seine Gedanken so vollständig von dem Gegenstande ab, der eben verhandelt wurde, daß er bereits die rechte Hand ausstreckte, um Trim zu schellen, damit er seinen Plan von Namur nebst Zirkel und Sector hole, um die einspringenden Winkel der Traversen dieses Angriffs zu messen – besonders aber denjenigen, wo er seine Wunde an dem Schambein erhielt.

Mein Vater runzelte die Stirne und wie er sie runzelte, schien ihm alles Blut seines Körpers ins Gesicht zu steigen – mein Onkel Toby stieg sogleich ab. – Ich habe nicht gewußt, daß Ihr Onkel Toby zu Pferd gestiegen war? –

48. Kapitel.

Eines Menschen Leib und Seele sind, mit der äußersten Achtung vor beiden sei es gesagt, gerade wie eine Jacke und deren Futter; – verkrümpelt man die eine, verkrümpelt man auch das andere. Dieser Fall erleidet nur eine einzige Ausnahme, nämlich wenn man so glücklich ist, eine Jacke von gummiertem Taffet und ein Futter von Sarsenet oder dünner Seide zu besitzen.

Zeno, Cleanthes, Diogenes, Babylonius, Dionysius, Heracleotes, Antipater, Panätius und Possidonius unter den Griechen; – Cato, Varro und Seneca unter den Römern; Pantenus, Clemens Alexandrinus und Montaigne unter den Christen; und etliche und dreißig so gute, rechtschaffene, gedankenlose Shandyänen als jemals lebten, deren Namen mir aber entfallen sind, – haben alle behauptet, ihre Jacken seien von dem eben bezeichneten Stoffe gewesen: – man habe sie nach allen Richtungen verkrümpeln und verrunzeln, zusammenlegen und falten, zerreiben und zerknittern; – kurz man habe auf das Schauderhafteste damit umgehen können, und doch sei an der Inseite, am Futter auch nicht ein Faden verrückt worden, man habe tun mögen, was man wollte.

Ich glaube aufrichtig, daß auch meine Jacke so ziemlich in diese Kategorie gehört: – denn noch nie wurde eine arme Jacke in solchem Maße zerkratzt als die meinige in diesen letzten – Monaten, – und gleichwohl darf ich behaupten. daß ihr Futter – so weit ich es wenigstens beurteilen kann, – dadurch nicht um ein Dreipencestück schlechter geworden ist; – kreuzweis, überzwerch, hinter sich, für sich, vorn und hinten, an der kurzen und an der langen Seite, mit Stich und mit Hieb, haben sie es mir ausgeklopft: – wäre das Futter im geringsten gummiert gewesen, es wäre bei Gott! schon längst bis zu einem Faden zerrieben und abgenutzt.

Ihr Herrn Zeitungskritiker, wie habt ihr meine Jacke so mißhandeln können, wie ihr tatet? – Wer sagte euch, daß ihr auf diese Art nicht auch mein Futter zu Grunde richten würdet?

Von ganzem Herzen und von ganzer Seele empfehle ich euch und eure Angelegenheiten dem Schutze des Wesens, das nicht will, daß Einem von uns Etwas geschehe; – Gott sei mit euch! Wenn aber im nächsten Monat wieder Einer oder der Andere von euch mit den Zähnen knirscht und gegen mich stürmt und wütet wie im letzten Mai (wo es allerdings, so viel ich mich erinnere, sehr heiß war), – so ärgert euch nicht, wenn ich abermals mit gutem Humor darüber weggehe, – denn ich bin nun einmal entschlossen, so lange ich lebe oder schreibe (was in meinem Falle dasselbe ist) einem solchen Ehrenmann nie ein schlimmeres Wort zu geben oder ihm mit einem schlimmeren Wunsch zu kommen, als mein Onkel Toby mit jener Fliege tat, die ihm das ganze Mittagessen über um die Nase geschwirrt hatte. – Geh – geh, armes Ding, sagte er; – mach' daß du fort kommst: – warum sollte ich dir etwas tun? Die Welt ist ja groß genug für uns Beide.

49. Kapitel.

Ein Jeder, der einigermaßen rückwärts zu schließen verstand und in Acht nahm, welche Menge Blut meinem Vater zu Gesichte stieg, – wodurch er (da ihm wie gesagt alles Blut, was er im Leib hatte, in das Gesicht gestiegen zu sein schien) malerisch, wie wissenschaftlich gesprochen, um 6½ Tinte, wo nicht gar um eine volle Octave über seine natürliche Farbe an Röte zulegen mußte; – ein Jeder (nur nicht mein Onkel Toby) der dies bemerkt hätte – zumal wenn er noch das heftige Zusammenziehen der Augbrauen meines Vaters und die ungewöhnliche Verdrehung seines ganzen Körpers während jenes Vorgangs in Betracht zog – würde hieraus den Schluß gezogen haben, daß mein Vater wütend sei; und war er dann – dies vorausgesetzt – auch noch ein Freund jener Art Harmonie, die aus zwei solchen genau zusammengestimmten Instrumenten entsteht, – so würde er sofort das seinige auf die gleiche Höhe geschraubt haben – und dann war der Teufel und die ganze Hölle los – und das Stück wurde aufgespielt wie Nr. 6 von Avison Scarlatti – nämlich con furia – möglichst toll. – Geduld! Geduld! Was hat con furia – con strepido oder irgend sonst ein Höllenlärm mit Harmonie zu tun?

Ein Jeder, sag' ich, – nur mein Onkel Toby nicht, dessen Herzensgüte jede körperliche Bewegung auf die freundlichste Art, die sie gestattete, auslebte, – würde den Schluß gezogen haben, daß mein Vater höchst ärgerlich sei und würde ihn noch dazu gezankt haben. Mein Onkel Toby schmähte auf Niemand als auf den Schneider, der die Tasche zugeschnitten hatte – er saß also ruhig da, bis mein Vater sein Taschentuch herausgebracht hatte und sah ihm die ganze Zeit über mit der äußersten Gutmütigkeit ins Gesicht – bis mein Vater endlich also fort fuhr: –

50. Kapitel.

– »Was ihr für wundervolle Armeen in Flandern hattet«!

– Bruder Toby, sagte mein Vater, ich halte dich für einen so rechtschaffenen, gutherzigen und biederen Mann als Gott je einen geschaffen hat; – du bist auch nicht daran Schuld, wenn alle Kinder, welche erzeugt wurden, werden, werden können, sollen oder müssen, mit dem Kopf zuerst auf die Welt kommen; – glaube mir aber, lieber Toby, die schlimmen Zufälle, welche ihnen unfehlbar auflauern, nicht nur während wir sie zeugen, – obschon diese meiner Meinung nach alle Beachtung verdienen, – sondern die Gefahren und Schwierigkeiten, die unserer Kinder warten, wenn sie einmal die Welt betreten haben, sind wahrlich groß genug – so daß es wahrhaftig ganz unnötig ist, sie auch noch während ihres Eintritts in dieselbe, welchen auszusetzen.

Sind diese Gefahren, fragte mein Onkel Toby, wobei er meinem Vater die Hand auf das Knie legte und ihm in ernster Erwartung der Antwort ins Gesicht sah, – sind diese Gefahren heut zu Tage größer, Bruder, als sie es früher waren? – Bruder Toby, erwiderte mein Vater, wenn ein Kind nur richtig erzeugt und lebendig und gesund zur Welt gebracht war, und sich die Mutter nachher wohl befand, so bekümmerten sich unsere Vorfahren um weiter nichts. – Mein Onkel Toby zog sofort seine Hand vom Knie meines Vaters zurück, sank wieder sanft in seinen Stuhl zurück, hob den Kopf gerade so hoch, daß er noch die Kranzleiste des Zimmers erblicken konnte, brachte Backen- und Lippenmuskeln in die richtige Verfassung – und begann den Lillabullero zu pfeifen.

51. Kapitel.

Während mein Onkel Toby meinem Vater den Lillabullero vorpfiff, – stampfte Dr. Slop mit den Füßen, und fluchte und schimpfte auf Obadiah in einer fürchterlichen Weise. – Es würde dem Herz des Lesers gewiß gut getan und ihn für immer von der abscheulichen Sünde des Fluchens curiert haben, wenn er es mit angehört hätte. Ich bin deshalb entschlossen, ihm die ganze Sache ausführlich zu erzählen.

Als Dr. Slops Mädchen Obadiah den grünen wollenen Beutel mit den Instrumenten ihres Herrn übergab, riet sie ihm sehr verständigerweise den Kopf und einen Arm durch die Schnüre zu stecken, um ihn so beim Reiten schräg über den Leib geschlungen zu tragen. Sie öffnete daher den Hauptknopf, um dann die Stränge zu verlängern und half ihm ohne viel Mühe hinein. Dadurch wurde aber die Öffnung des Beutels einigermaßen gelöst; damit nun nicht beim Zurückgaloppieren – denn Obadiah drohte mit diesem Tempo – etwas heraushüpfen möchte, beschlossen sie den Beutel wieder herunter zu nehmen; und in der großen Vorsicht und Vorsorge ihres Herzens, knüpften sie die Stränge, nachdem sie zuerst die Öffnung des Beutels zusammengezogen hatten, mit einem Halben Dutzend festen Knöpfen zusammen, die Obadiah, um ja recht sicher zu gehen, mit aller Leibeskraft zusammengeschnürt hatte.

Dies erfüllte den Zweck, den Obadiah und das Mädchen im Auge hatte, vollkommen; schützte aber nicht gegen gewisse Mißstände, die weder er noch sie voraussahen. So fest nämlich der Beutel oben zusammengebunden war, so hatten die Instrumente doch gegen den Boden des Beutels hin, der eine kegelförmige Gestalt hatte, so viel Spielraum, daß Obadiah sich nicht in Trab setzen konnte, ohne daß Kopfeisen, Zange und Spritze ein so fürchterliches Geklapper zusammen machten, daß es den Hymenäus, wenn er gerade einen Gang durch die Gegend gemacht hätte, leicht hätte davon jagen können; als aber Obadiah seine Bewegung beschleunigte und von einem einfachen Trab in vollen Galopp überging – da war das Geklapper wirklich unbeschreiblich.

Da Obadiah ein Weib und drei Kinder hatte, – so dachte er dabei nicht an die Schändlichkeit der Unzucht und die vielen andern übeln politischen Consequenzen dieses Tingeltangel; – er hatte jedoch gleichwohl seinen Einwurf, der ihn selbst anging und bei ihm soviel wog, wie es schon oft den größten Patrioten passiert ist: – der arme Bursche war auf diese Art nicht im Stande sich selbst pfeifen zu hören.

52. Kapitel.

Da aber Obadiah diese Windmusik all der Musik auf den Instrumenten, die er mit sich schleppte, vorzog – so setzte er alsbald seine Einbildungskraft in Arbeit, um etwas auszuhecken, wodurch er sich in die Lage versetzen könnte, jene zu genießen.

In allen Notfällen (musikalische ausgenommen), wo man kleiner Schnüre bedarf, fällt Einem nichts so natürlich ein als seine Hutschnur: – der philosophische Grund hiefür ist so nahe liegend, – daß ich es verschmähe, weiter darauf einzugehen.

Da Obadiah's Fall ein gemachter war – der geneigte Leser merke wohl – ich sage ein gemischter; denn er war geburtshelferisch, beutlerisch, spritzerisch, papistisch – und in so fern als auch das Kutschencaballo dabei eine Rolle spielte – cabalistisch – und nur teilweise musikalisch; so machte sich Obadiah kein Gewissen daraus, nach dem ersten besten Hilfsmittel zu greifen, das sich ihm darbot. Er faßte daher den Beutel mit den Instrumenten, drückte sie mit der einen Hand fest zusammen, nahm mit dem Daumen und Zeigfinger der andern das Ende der Hutschnur zwischen die Zähne, glitt dann mit der Hand bis nach der Mitte des Beutels herab und schnürte die Instrumente nun von einem Ende zum andern – wie man einen Koffer verschnürt – mit so zahllosen Rund- und Kreuz- und Querschlingen zusammen, wobei er noch bei jedem Durchschnittspunkt der Schnüre einen festen Knopf machte, – daß Dr. Slop wenigstens drei Fünftel von Hiobs Geduld hätte haben müssen, um sie alle zu lösen. – Wahrlich wenn die Natur zufällig gerade in einer ihrer flinken Launen zu einem derartigen Wettkampf aufgelegt gewesen wäre, – und wenn sie und Dr. Slop zugleich vom Standpunkt abgeritten wären – so hätte wohl kein Sterblicher den Beutel mit Allem, was Obadiah daran gemacht hatte, sehen – und zugleich die große Eile, welche die Göttin, wenn sie es für passend hält, anwenden kann, ins Auge fassen, und dann noch den leisesten Zweifel darüber haben können, wer von den beiden den Preis davon tragen würde. – Meine Mutter, meine hochverehrte Leserin! hätte wenigstens um 20 Knoten früher als der grüne Beutel entbunden werden können.

– O Tristram Shandy, der du das Spiel kleiner Zufälle bist und ewig sein wirst! hätte man diese Probe zu deinen Gunsten gemacht. – und es war 50 gegen 1 zu wetten, daß das geschah – so wären deine Angelegenheiten nicht so niedergedrückt worden (wenigstens nicht deine Nase) als sie es wurden; noch wäre das Glück deines Hauses und die Gelegenheiten es zu machen, die sich im Laufe deines Lebens so oft darboten, nicht so oft, so ärgerlich, so elend, so unwiederbringlich dahin gefahren – wie du gezwungen wurdest, sie fahren zu lassen; – aber das ist nun vorüber – Alles vorüber bis auf die Erzählung davon, die dem neugierigen Leser nicht früher gegeben werden kann, bis ich zur Welt gekommen bin.

53. Kapitel.

Große Geister haben ihre klugen Einfälle; – in dem Augenblick, da Dr. Slop seine Augen auf den Beutel warf (was er nicht eher tat, als bis der Streit mit meinem Onkel Toby wegen der Hebammenkunst ihn daran erinnerte), kam ihm der gleiche Gedanke wie mir oben. – Es ist wahrhaftig eine Gnade von Gott, sagte er (zu sich selbst), daß Frau Shandy so schwer tut, sonst hätte sie sieben Mal niederkommen können, bis ich auch nur die Hälfte dieser Knoten gelöst hätte. – Hier ist jedoch zu unterscheiden: – dieser Gedanke schwamm nur in Dr. Slop's Gemüt, ohne Segel und Ballast, als ein einfacher Satz; Millionen solcher Sätze schwimmen, wie der verehrte Leser weiß, täglich ruhig in der Mitte des dünnen Saftes menschlicher Vernunft, ohne vorwärts oder rückwärts zu kommen, bis ein kleiner Windstoß des Interesses oder der Leidenschaft sie nach einer Seite hin treibt.

Ein plötzliches Füßegetrampel in dem oberen Zimmer an meiner Mutter Bett tat dem Satze den Dienst, von dem ich eben sprach. Bei allem Mißgeschick der Erde! rief Dr. Slop, wenn ich mich nicht beeile, so passiert mir die Sache gerade so wie ich eben dachte.

54. Kapitel.

Wenn es sich um Knoten handelt, wobei ich in erster Linie bemerken will, daß ich keine solche Knoten meine, die sich von selbst zuziehen – weil im Verlauf meines Lebens und meiner Meinungen – meine Ansichten in Betreff ihrer in passenderer Weise zu Tage kommen sollen, wenn ich der Katastrophe meines Großonkels des Herrn Hammond Shandy gedenke – eines kleinen Mannes – aber von hohem Geist – er beteiligte sich an der Geschichte des Herzogs von Monmouth; zweitens meine ich hier auch nicht jene besondere Art von Knoten, die man Schleifen nennt; – denn diese zu lösen, bedarf es so wenig Kunst, Geschicklichkeit oder Geduld, daß ich es unter meiner Würde halte, überhaupt eine Ansicht über sie auszusprechen. – Unter den Knoten, von denen ich hier spreche, möge sich der geneigte Leser vielmehr gute ehrliche, teuflisch feste, harte Knöpfe vorstellen, die bona fide gemacht wurden, so wie Obadiah die seinigen machte; – Knoten, bei welchen durch das Doppeltnehmen und Zurückführen der beiden Stränge durch den von dem zweiten Umlegen derselben bewirkten Annulus oder Nasenring keinerlei spielende Vorsorge getroffen worden ist, – um sie daran aufzuziehen und aufzulösen. –

Ich hoffe, der Leser versteht mich.

Wenn es sich also um solche Knoten und die verschiedenen Hemmnisse handelt, welche, wenn der geneigte Leser gütigst erlaubt, uns solche Knoten in den Weg werfen, – so kann jeder hitzige Mann sein Federmesser herausnehmen und sie durchschneiden. – Aber da hat er Unrecht. Glaube mir der liebe Leser nur, der tugendhafteste Weg, den einzuschlagen Vernunft und Gewissen raten – ist, wenn man die Zähne und Finger zu Hilfe nimmt. Dr. Slop hatte aber seine Zähne verloren – sein Lieblingsinstrument war ihm nämlich einmal bei einer schweren Geburt beim Ausziehen in einer falschen Richtung oder bei einer unrichtigen Anlegung desselben unglücklicherweise ausgerutscht und er hatte sich hiebei drei seiner besten Zähne mit dem Stiele desselben ausgeschlagen. – Er wollte daher jetzt die Finger nehmen – aber ach! er hatte die Nägel an Finger und Daumen frisch abgeschnitten. – Hol's der Henker! rief Dr. Slop, ich bringe es nicht auf, weder so noch so.

– Das Getrampel über seinem Kopf neben dem Bette meiner Mutter wurde stärker. – Der Kerl soll die Kränk kriegen! Ich bringe die Knoten in meinem ganzen Leben nicht auf. – Meine Mutter stieß einen hörbaren Seufzer aus. – Ich bitte, geben Sie mir Ihr Federmesser – ich muß die Knoten eben durchschneiden. – Oh! – Auh! – Herr Gott! Da habe ich mir den Daumen bis zum Knochen durchgeschnitten. – Der Teufel hole den Kerl! – wenn es nicht auf 50 Meilen in der Stunde einen zweiten Geburtshelfer gibt – denn ich bin für dies Mal fertig – ich wollte, der Bursch hinge am Galgen – ich wollte, sie hätten ihn tot geschossen, ich wollte, alle Teufel der Hölle würgten dieses Rindvieh!

Mein Vater hielt sehr viel auf Obadiah, und mochte nicht hören, daß man auf diese Art mit ihm umging: – überdies hielt er auch auf sich selbst – und mochte die unwürdige Behandlung, die ihm selbst damit widerfuhr, ebensowenig ruhig hinnehmen.

Hätte sich Dr. Slop in irgend einen andern Teil als den Daumen geschnitten, – so hätte es mein Vater so hingehen lassen – seine Klugheit hätte den Sieg davon getragen – wie die Sache aber stand, beschloß er sich seine Rache zu nehmen.

Kleine Flüche bei großen Anlässen, Dr. Slop, sagte mein Vater, nachdem er ihm zuerst seine Teilnahme wegen des Unfalls bezeigt hatte, sind ebensoviel nutzlose Vergeudungen unserer Kraft und geistigen Gesundheit. – Das muß ich zugeben, erwiderte Dr. Slop. – Sie sind, wie wenn man mit Vogeldunst gegen eine Bastion schösse, sagte mein Onkel Toby, indem er sein Pfeifen unterbrach. – Sie bringen die Säfte in Aufruhr, fuhr mein Vater fort, – nehmen ihnen aber nichts von ihrer Schärfe; – was mich selbst betrifft, so schwöre ich selten und fluche nie – ich halte es nicht für gut; – wenn ich mich aber einmal in einem unbedachten Augenblicke dazu verleiten lasse, so behalte ich in der Regel so viel Geistesgegenwart (recht so, bemerkte mein Onkel Toby), daß ich damit meinen Zweck erreiche; – das heißt, ich schwöre dann fort, bis ich Linderung verspüre. Ein weiser und gerechter Mann sollte sich jedoch stets bestreben, den Lauf, den er seiner übeln Laune läßt, nicht nur nach dem Grade der eigenen Aufregung – sondern auch nach der Größe und bösen Absicht der Beleidigung zu bemessen, der sie zugedacht ist. – Kränkungen gehen stets von dem Herzen aus, sagte mein Onkel Toby. – Eben deshalb, fuhr mein Vater mit höchst Cervantischer Würde fort, habe ich die größte Verehrung von der Welt vor dem Manne, der aus Mißtrauen gegen seine eigene Besonnenheit in dieser Beziehung, sich hingesetzt und (somit in aller Muße) geeignete und für alle Fälle von der niedersten bis zur höchsten Herausforderung, die ihm möglicherweise werden konnte, passende Formen componiert hat; – welche Formen er, nachdem er sie bei sich wohl überlegt und gefunden hatte, daß er dabei bleiben konnte, er immer auf seinem Kamin liegen, und so bei der Hand hatte, daß er sich sofort ihrer bedienen konnte: – Ich habe in meinem Leben nicht gehört, erwiderte Dr. Slop, daß man je auf einen solchen Gedanken gekommen ist, – noch weniger, daß man ihn durchgeführt hat. – Ich bitte um Entschuldigung, erwiderte mein Vater, ich habe meinem Bruder Toby heute morgen, während er den Tee eingoß, eine dieser Formeln vorgelesen, doch nicht im Ernst; – sie liegt da auf dem Brett über meinem Kopf – wenn ich mich aber recht erinnere, so ist sie zu stark für einen Schnitt in den Daumen. – O gewiß nicht! rief Dr. Slop, – der Teufel hole den Kerl! – Dann steht sie Ihnen ganz zu Diensten, Dr. Slop, erwiderte mein Vater, – unter der Bedingung jedoch, daß Sie sie laut lesen. – Er stand auf, langte eine Excommunicationsformel der römischen Kirche herab, deren Abschrift sich mein Vater (als großer Curiositätensammler) aus dem von dem Bischof Ernulphus verfaßten Hauptbuch der Kirche von Rochester hatte abschreiben lassen, – und gab sie Dr. Slop mit einer so prächtig affectierten Ernsthaftigkeit in Blick und Stimme in die Hand, daß es dem Ernulphus selbst wohl getan hätte. – Dr. Slop wickelte seinen Daumen in eine Ecke seines Taschentuchs und las mit einem schiefen Gesicht, wiewohl ganz arglos, das Folgende laut vor – während mein Onkel Toby die ganze Zeit über so laut er nur konnte seinen Lillabullero pfiff.

55. Kapitel.

Textus de Ecclesia Roffensi, per Ernulfum episcopum.

Excommunicatio.

(Da die Echtheit der obigen Beratung der Sorbonne über die Taufe von Einigen angezweifelt, von Anderen sogar bestritten wurde – so wurde für angezeigt gehalten, das Original dieser Excommunication abzudrucken, für deren Abschrift Herr Shandy dem Kapitelschreiber des Decanats und Kapitels von Rochester hier seinen Dank ausspricht.)

Ex auctoritate Dei omnipoten-

tis, Patris, et Filii, et Spiritus

sancti, et sanctorum canonum,

sanctaeque et intemeratae Virgi-

nis Dei genetricis Mariae –

Im Namen des Allmächtigen

Gottes, des Vaters, des Sohnes

und des heiligen Geistes, wie auch

der heiligen Kanons und der hei-

ligen und unbefleckten Jungfrau

Maria, der Mutter unseres Heilands. –

(Ich glaube, sagte Dr. Slop, indem er das Papier auf seine Knie sinken ließ und sich gegen meinen Vater wendete, – es ist nicht notwendig, daß ich es laut lese. da Sie es selbst erst kürzlich gelesen haben, – und Capitain Shandy keine große Lust zu verspüren scheint es zu hören; – ich kann es also ebensogut für mich leise lesen. – So haben wir nicht gewettet, erwiderte mein Vater. – Überdies liegt etwas so Wunderliches darin, besonders gegen den Schluß hin, daß es mir leid tun würde, auf den Genuß einer nochmaligen Lectüre verzichten zu müssen. – Dr. Slop wollte gar nicht recht anbeißen; – da sich nun aber mein Onkel Toby anbot. sein Pfeifen stecken zu lassen, und es ihnen selbst vorzulesen, – so dachte Dr. Slop, er könnte es gedeckt durch das Pfeifen meines Onkels Toby, ebensogut selbst vorlesen, – als leiden, daß es mein Onkel Toby allein las; – er erhob somit das Papier wieder, hielt es gerade parallel mit seinem Gesicht, um seinen Ärger zu verbergen – und las dann laut wie folgt, – während mein Onkel Toby seinen Lillabullero pfiff, doch nicht so laut wie vorher.

– Atque omnium coelestium

virtutum, angelorum, archangelo-

rum, thronorum, dominationum,

potestatum, cherubin ac seraphin,

et sanctorum patriarcharum, pro-

phetarum, et omnium apostolorum

et evangelistarum, et sanctorum

innocentium, qui in conspectu Ag-

ni sancti digni inventi sunt can-

ticum cantare novum, et sancto

rum martyrum, et sanctorum con-

fessorum, et sanctarum virginum,

atque omnium simul sanctorum et

electorum Dei, — Excommunica-

vel os

mus, et anathematizamus hunc fu-

s vel os s

rem vel hunc malefactorem, N. N.

et a liminibus sanctae Dei eccle-

siae sequestramus, et aeternis sup-

vel i n

pliciis excruciandus, mancipetur,

cum Dathan et Abiram, et cum

his, qui dixerunt Domino Deo, Re-

cede a nobis, scientiam viarum

tuarum nolumus: et sicut aqua

ignis extinguitur, sie extinguatur

vel eorum

lucerna ejus in secula seculorum,

n

nisi respuerit, et ad satisfactio-

n

nem venerit. Amen.

Im Namen u. s. w. und aller

Himmlischen Tugenden, Engel, Erz-

engel, Throne, Herrschaften, Mäch-

te, Cherubim und Seraphim, und

aller heiligen Patriarchen, Prophe-

ten, und aller Apostel, und Evan

gelisten, und der heiligen Unschul-

digen, welche im Anblick des hei-

ligen Lammes würdig erfunden

sind, den neuen Gesang zu singen

der heiligen Märtyrer und heiligen

Bekenner und heiligen Jungfrauen

und aller Heiligen zusammen und

Auserlesenen Gottes – mög er

(Obadiah) verdammt sein (weil er

diese Knoten geknüpft hat) – Ex

communicieren und bannen wir ihn;

und stoßen ihn aus von der Schwelle

der heiligen Kirche Gottes, damit

ihn die ewige Verdammniß treffe

und er ausgeliefert werde mit Da-

than und Abiram, und mit denen

die zu Gott dem Herrn sagen:

Weiche von uns, wir wollen nichts

von deinen Wegen: Und wie das

Feuer durch das Wasser ausgelöscht

wird, so soll sein Licht ausgelöscht

werden für immer, wofern er nicht

bereuet (nämlich Obadiah die Knö-

pfe, die er gemacht hat) und Ge-

nugtuung leiste (für sie). Amen.

os

Maledicat illum Deus Pater,

qui hominem creavit. Maledicat

os

illum Dei Filius, qui pro homine

os

passus est. Maledicat illum Spi-

ritus sanctus, qui in baptismo ef

os

fusus est. Maledicat illum sancta

crux, quam Christus pro nostra

salute hostem triumphans ascendit.

Ihn verfluche Gott der Vater,

der den Menschen erschaffen hat!

Ihn verfluche Gott der Sohn, der

für uns gelitten hat! Ihn (Oba-

diah) verfluche der heilige Geist,

der in der Taufe über uns ausge-

gossen wurde. Ihn verfluche das

heilige Kreuz, an dem Christus für

unser Heil, über den bösen Feind

triumphierend, gehangen hat.

os

Maledicat illum sancta Dei ge-

netrix et perpetua Virgo Maria.

os

Maledicat illum sanctus Michael,

animarum susceptor sacrarum.

os

Maledicant illum omnes angeli et

archangeli, principatus et potesta-

tes, omnesque militiae coelestes.

Ihn verfluche die heilige und

ewige Jungfrau Maria, die Mutter

Gottes. Ihn verfluche der heilige

Michael, der Fürsprecher der heili-

gen Seelen. Ihn mögen verfluchen

alle Engel und Erzengel, Fürsten

und Machthaber und alle himm-