Lehrplan Fußball - Hamid Frizi - E-Book

Lehrplan Fußball E-Book

Hamid Frizi

4,9

Beschreibung

"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr." Das gilt uneingeschränkt natürlich auch für den Fußball. "Lehrplan Fußball" bietet eine umfassende, praktische Anleitung für die Entwicklung von Trainingseinheiten oder Unterrichtsstunden in den ausbildungsrelevanten Altersbereichen D- bis B-Jugend. Nach einer Einführung in die Methodik werden technische und taktische Inhalte in exemplarischen Trainingseinheiten spielorientiert vermittelt. Ob Dribbling, Passspiel, Abwehr, Angriff, Zweikampf oder Deckung - die hier vorgestellten Vermittlungswege ermöglichen jedem Sportlehrer, die Trainingsqualität in allen Bereichen nachhaltig zu verbessern.

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Der Autor

Hamid Frizi, Jahrgang 1971, ist DFB Fußball-Lehrer (UEFA PRO LICENCE) sowie Lehrer an der sportbetonten Otto-Hahn-Schule in Hamburg. Als Schulleitungsmitglied ist er an seiner Schule u. A. verantwortlich für den Bereich Leistungssport.

Er blickt auf eine über zwanzigjährige Praxis als Fußballtrainer in verschiedenen Funktionen zurück Seitdem konnte er durch seine Tätigkeiten für den Berliner Fußball-Verband in der Trainerausbildung, für den Deutschen Fußball-Bund als Talente-Trainer, als Vereinstrainer und Auswahltrainer für den Hamburger Fußball-Verband sowie als Trainer in der Sportart Fußball an seiner Schule vielfältige Erfahrungen sammeln.

Hamid Frizi hat zu fußballfachlichen Themen mehrfach Fachbeitrage veröffentlicht und konnte als Referent seine Erfahrungen in Theorie und Praxis weiterreichen.

Lehrplan Fußball

 

 

 

 

Das vorliegende Buch wurde sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autoren noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch vorgestellten Informationen resultieren, Haftung übernehmen.

 

Eine formale Anmerkung des Autors:

Ich meine mit solchen Begriffen wie „Lehrer”, „Trainer”, „Schüler” oder „man” wahlweise weibliche oder männliche Personen. Um den Text leserlich zu halten, möchte ich aber darauf verzichten, dies bei jeder Verwendung erneut auszudrücken.

Hamid Frizi

LEHRPLAN FUSSBALL

– Ein Leitfaden für die Trainingspraxis inVerein und Schule –

 

 

Meyer & Meyer Verlag

Papier aus nachweislich umweltverträglicher Forstwirtschaft.Garantiert nicht aus abgeholzten Urwäldern!

 

 

 

 

 

 

Lehrplan Fussball

Bibliografische Information der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Details sind im Internet über<http://www.dnb.d-nb.de> abrufbar.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie das Recht der übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form – durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren – ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, gespeichert, vervielfältigt oder verbreitet werden.

 

© 2003 by Meyer & Meyer Verlag, Aachen2. überarbeitete Auflage 20083. Auflage 2012Auckland, Beirut, Budapest, Cairo, Cape Town, Dubai, Hägendorf, Indianapolis, Maidenhead, Singapore, Sydney, Tehran, Wien Member of the World Sport Publishers' Association (WSPA)Druck: B.O.S.S Druck und Medien GmbHISBN 9783898996754eISBN 9783840334023E-Mail: [email protected]

Inhalt

Vorwort I

Vorwort II

1  Einführung

1.1 WARUM ein weiteres Buch zum Thema Fußball?

1.2 WAS ist das Ziel des Buches?

1.3 WIE geht das Buch vor?

2  Ein bisschen Theorie …

2.1 Methodisch-didaktische Vorüberlegungen.

2.2 Zu den Entwicklungsmerkmalen, Ausbildungszielen und -inhalten

2.3 Zu den Methoden im Fußball

2.3.1    Allgemeine methodische Verfahren

2.3.2    Bedeutsame Trainingsmethoden im Fußball

2.3.2.1 Die einfache und die komplexe Übungsmethode

2.3.2.2 Die Spielmethoden

2.3.2.3 Die Trainingsmethode

2.3.3    Lehrverfahren/Methodenkonzeptionen im Fußball

2.3.3.1 Methodische Reihen

2.3.3.2 Das spielgemäße Konzept

2.3.3.3 Das spielorientierte Konzept

2.4 Zur Bedeutung der Methoden im Lernprozess und in den verschiedenen Entwicklungsstufen

2.4.1    Zum Zusammenhang von Methoden und Lernprozessstufen

2.4.2    Zum Zusammenhang von Methoden und Entwicklungsstufen

2.5 Strukturkonzept von Unterrichtsstunden/Trainings-stunden – allgemeine Hinweise zur Trainingsplanung

3  Praxis

D-Jugend   5-6 PS   7-8 AS

3.1.1   Erste Lehreinheit:Verbesserung des Dribblings

1.        TE: Verbesserung des Dribblings – Teil I

2.        TE: Verbesserung des Dribblings – Teil II

3.        TE: Verbesserung des Dribblings – Teil II

3.1.2   Zweite Lehreinheit:Verbesserung des Passspiels

1.        TE: Verbesserung des Passspiels – Teil I

2.        TE: Verbesserung des Passspiels – Teil II

3.        TE: Verbesserung des Passspiels – Teil III

3.1.3   Dritte Lehreinheit:Schulung und Verbesserung des individualtaktischen Abwehrverhaltens

1.        TE: Das Abwehrverhalten im 1:1 – das Tempoaufnehmen gegen einen dribbelnden Angreifer

2.        TE: Das Abwehrverhalten im 1:1 gegen einen den Ball erwartenden Angreifer

3.        TE: Das Abwehrverhalten im 1:1 aus verschiedenen Spielsituationen

3.1.4   Vierte Lehreinheit:Verbesserung des Zusammenspiels in unterschiedlichen Zahlenverhältnissen

1.        TE: Das Spiel in Überzahl

2.        TE: Das Spiel in Gleichzahl

3.        TE: Das Spiel in Unterzahl

C-Jugend   7-8 PS   9-10AS

3.2.1   Erste Lehreinheit:Schulung und Verbesserung des Kopfballspiels

1.        TE: Der gerade Kopfstoß

2.        TE: Verwerten von seitlich zugespielten Bällen

3.        TE: Verwerten hoher Zuspiele unter Gegnerdruck

3.2.2   Zweite Lehreinheit:Verbesserung des individualtaktischen Angriffsverhaltens

1.        TE: Das Angriffsverhalten im 1:1 – der Angreifer steht frontal zum gegnerischen Tor

2.        TE: Das Angriffsverhalten im 1:1 – der Angreifer steht mit dem Rücken zum gegnerischen Tor

3.        TE: Das Angriffsverhalten im 1:1 aus verschiedenen Spielsituationen

3.2.3   Dritte Lehreinheit:Schulung des Raumdeckungsverhaltens

1.        TE: Hinführung zur Ballorientierung

2.        TE: Ballorientierung in Unterzahl

3.        TE: Das Training der Dreierkette im 3-5-2- bzw. 3-4-3-System

3.2.4   Vierte Lehreinheit:Gruppentaktische Angriffsmaßnahmen und wettkampfgemäße Anwendung

1.        TE: Das Hinterlaufen

2.        TE: Das Kreuzen/das Hinterlaufen

3.        TE: Der Doppelpass

B-Jugend   9-10 PS   11-13 AS

3.3.1   Erste Lehreinheit:Verbesserung des Durchsetzungsvermögens, der Zweikampfhärte und -verträglichkeit

1.        TE: Verbesserung des Durchsetzungsvermögens

2.        TE: Ballkontrolle und Torabschluss in Unterzahl

3.        TE: Verarbeiten von hohen Bällen unter Gegnerdruck

3.3.2   Zweite Lehreinheit:Verbesserung und Anwendung des Doppelpasses

1.        TE: Der Doppelpass in seiner wettkampfgemäßen Anwendung

2.        TE: Der verzögerte Doppelpass am Flügel

3.        TE: Der Doppelpass mit der Spitze

3.3.3   Dritte Lehreinheit:Das Training von Angriffsmitteln gegen einen personell verstärkten Abwehrverband – das Spiel mit drei Spitzen

1.        TE: Kombinationen nach Zuspiel auf den Mittelstürmer

2.        TE: Kombinationen nach Zuspiel auf den Flügelstürmer

3.        TE: Von außen eingeleitete Angriffskombinationen

3.3.4   Vierte Lehreinheit:Schulung und Verbesserung mannschaftstaktischer Angriffsmaßnahmen

1.        TE: Verbesserung des sicheren Spielaufbaus

2.        TE: Verbesserung des Spiels aus engen Räumen -die Spielverlagerung

3.        TE: Verbesserung des Konterspiels – schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff

Literatur

Bildnachweis

Vorwort I

Faszination Fußball. Saison für Saison, Wochenende für Wochenende schlagen einem im Stadion die Emotionen begeisterter Fußballfans entgegen. Im Sog einer von mehreren tausend Zuschauern verursachten Geräuschkulisse werden die Spieler zu Höchstleistungen beflügelt oder aber gnadenlos niedergepfiffen. Die Tatsache, dass der Fußball von seinen Emotionen lebt, macht ihn unberechenbar. Der emotionale Zustand der Spieler kann sich, je nach Spielverlauf, von einem Augenblick zum Nächsten schlagartig verändern. Spiele können auf diese Weise ungeahnte Wendungen nehmen. Neben dem sportlichen Können entscheiden im Profifußball zunehmend der mentale Zustand und die Stressverträglichkeit über die Leistungsfähigkeit der Spieler. Voraussetzung für Spielleistungen auf höchstem Niveau ist ein gefestigtes Selbstvertrauen der Spieler. Dieses Selbstvertrauen müssen sich die Spieler jedoch hart erarbeiten. Die Spiel- und Wettkampferfahrung gehört sicherlich ebenso wie Talent zu den leistungsbestimmender Faktoren eines Fußballspielers. Talent allein kann allerdings nicht ausreichen, um im professionellen Fußball bestehen zu können. Das fußballerische Können muss wie ein Handwerk von der Pike auf erlernt werden. Im Kindes- und Jugendalter müssen zunächst die Grundlagen für spätere Spitzenleistungen gelegt werden. Hier liegt es insbesondere in den Händen der Jugendtrainer, dafür Sorge zu tragen, dass die talentierten Jugendlichen angemessen gefordert und gefördert werden.

Dieses Buch soll einen Beitrag zur Förderung talentierter Jugendfußballer leisten. Es hat einen leistungsorientierten Ansatz, mit dem der Anspruch einer konsequenten und systematischen Förderung eingelöst werden soll. Darüber hinaus soll es den Trainer bei seiner Aufgabe unterstützen, den jungen Fußballern über einen systematischen Trainingsaufbau Wege zu einem attraktiven Spiel zu eröffnen, bei dem sie ihr individuelles Können frei zur Entfaltung bringen sollen. Die zahlreichen im Buch präsentierten Praxisbeispiele zeigen dabei anschaulich, dass neben konzentrierter Trainingsarbeit vor allem auch Spaß und Freude nicht zu kurz kommen dürfen.

Der Profifußballer von heute gehört in jeder Hinsicht zu einem privilegierten Berufsstand. Abgesehen von den in diesem Geschäft gezahlten, mehr als „komfortablen” Gehältern, erlangt ein Profi gesellschaftliche Bekanntheit und Aufmerksamkeit von den Medien. Er reist um die Welt und lernt dadurch andere Länder und Kulturen kennen. Es ist sicherlich nicht zu bestreiten, dass der Fußball für viele Profis auch einen sozialen Aufstieg bedeutet.

Bei allem darf ebenso nicht vergessen werden, dass wir Profifußballer das Glück haben, zu den Wenigen zu gehören, die aus ihrem in der Kindheit und Jugend leidenschaftlich betriebenen Sport einen Beruf gemacht haben. Welcher junge Fußballer wünscht sich das nicht?

Vielleicht können Sie mit Ihrer Arbeit im Verein oder in der Schule einen Beitrag dazu leisten, dass sich dieser Traum für den einen oder anderen Ihrer Spieler verwirklicht.

Ich hoffe, Sie werden als Trainer das Buch mit viel Spaß und Interesse lesen und die eine oder andere Anregung für Ihre Trainingsarbeit verwerten können. Denken Sie dabei daran, den Spaß nicht zu kurz kommen zu lassen. Die Jugendlichen werden es Ihnen danken!

Vorwort II

Mit diesem Leitfaden sollen die Erfahrungen zu Papier gebracht werden, die ich im Rahmen meiner verschiedenen Tätigkeiten als Jugendtrainer in Vereinen sowie im Bereich der Talentförderung für den DFB gewonnen habe – dies vor allem als Lehrkraft innerhalb des DFB-Projekts „Fußball in der Schule” an der sportbetonten Schule „Werner Seelenbinder” in Berlin, die zu DDR-Zeiten noch als Kaderschmiede galt. Darüber hinaus hatte ich in den letzten Jahren auf Grund einer Honorartätigkeit für den Berliner Fußball Verband Gelegenheit, mich den Aspekten der Traineraus- und -fortbildung zu widmen. Im Rahmen dieser Tätigkeit musste ich mich zwangsläufig intensiv mit Fragen der Methodik im Fußball beschäftigen.

Besonders in den Prüfungen zur C- und B-Lizenz wird immer wieder deutlich, dass die Qualität der Lehrproben der Trainerkollegen u. a. darunter leidet, dass bei der Verfolgung eines Trainingsziels nicht immer ein stringenter methodischer Weg zu erkennen ist. Besonders, wenn es darum geht, taktische Themen zu bearbeiten, stehen die Prüflinge oft vor unlösbaren Aufgaben. Widmen sich dann die Neukollegen der reichhaltig vorhandenen Literatur, besteht zudem häufig Unklarheit über bestimmte Begrifflichkeiten. In fachlichen Unterhaltungen kommt es dadurch gelegentlich vor, dass man zwar mit gleichen Begriffen operiert, diese jedoch unterschiedlichen Auslegungen unterliegen. In diesem Zusammenhang wird vielfach beklagt, dass die Lehre keine einheitlichen Begrifflichkeiten vorgibt, an denen sich der Einzelne orientieren kann. Im Rahmen dieses Buches soll der Versuch unternommen werden, innerhalb des hier behandelten Schwerpunkts, dem skizzierten Problem ein Stück weit entgegenzuwirken.

Abschließend möchte ich noch begründen, weshalb sich dieses Buch in Theorie und Praxis ausschließlich mit den Altersbereichen D-, C- und B-Jugend beschäftigt.

Den Schwerpunkt dieses Buches bildet die methodische Herangehensweise bei der Vermittlung fußballspezifischer Inhalte. Nicht zuletzt legt der Titel „Lehrplan Fußball“ eine durchaus schulgemäße Herangehensweise nahe, die dem Verständnis des Autors nach im Grundlagenbereich, also dem Altersbereich der F- und E-Jugend, verfehlt wäre. Hier steht nicht die Vermittlung von fußballspezifischen Inhalten im Vordergrund, sondern eine möglichst vielseitige Schulung sportmotorischer Eigenschaften. Spiele, ob Fußballspiel oder andere in den „Fußballspielstunden” eingesetzte Spiele, sollen hierbei nicht trainiert, sondern über eine vielfältige, freudvolle und bewegungsintensive Auseinandersetzung mit dem Ball spielerisch erfahren und vermittelt werden.

Was hingegen den Altersbereich der A-Jugend anbelangt, so habe ich diesen Bereich bewusst deswegen ausgeklammert, weil davon ausgegangen werden muss, dass die hier zu verfolgenden Trainingsinhalte häufig von spezifischen taktischen Überlegungen geprägt sind. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass im Bereich der A-Jugend innerhalb des Trainings betont positions- und gruppenspezifisch vorgegangen wird und auch vorgegangen werden sollte. Das Training einer leistungsorientierten A-Jugend ist daher weitestgehend von taktisch-strategischen Inhalten bestimmt, die von Mannschaft zu Mannschaft sehr unterschiedlich ausfallen. In die Überlegungen zur Trainingsplanung fließen daher – neben der Berücksichtigung der eigenen Fähigkeiten sowie der praktizierten taktischen Grundausrichtung – vor allem die ermittelten Fähigkeiten und die Spielweise des jeweilig nächsten Gegners wie auch die spezielle Taktik des Spieltags ein, sodass konkret zu verfolgende, allgemein gültige Trainingsinhalte nur in unvollständigem Maße in katalogisierter Form festzulegen wären. Dennoch wird hier die Auffassung vertreten, dass die hier vorgestellten Inhalte der B-Jugend ohne weiteres auch im A-Jugend-Bereich eingesetzt werden können – dies vor allem dann, wenn der Trainer sich von kurzfristigen Zielsetzungen zu lösen vermag und Schwächen seiner Spieler vermindern bzw. Stärken weiter ausbauen möchte.

Die aus meiner Sicht wichtigsten Altersbereiche für eine konsequente Vermittlung fußballspezifischer Inhalte bilden somit die Altersbereiche D-, C- und B-Jugend, welche ich deswegen zum Mittelpunkt dieses Buches gemacht habe.

Beginnend mit dem goldenen Lernalter in der D-Jugend über den Altersbereich der C-Jugend, der allgemein von Stagnation gekennzeichnet ist, weshalb innerhalb dieser Phase u. a. eine konsequente Schulung koordinativ-technischer Inhalte verfolgt werden sollte, geht die fußballspezifische Ausbildung bis hin zum Altersbereich der B-Jugend. In dieser Altersstufe vollziehen die Spieler noch einmal enorme Leistungssprünge, wenn ihnen über entsprechendes Training Gelegenheit dazu gegeben wird.

Aus diesen Überlegungen wird deutlich, dass die von mir vorgestellten Inhalte sich nicht für breitensportlich orientierte Gruppen eignen, sondern nur dann einzusetzen sind, wenn bei den Jugendlichen Leistungsbereitschaft, Leistungsanspruch und sicherlich auch ein entsprechendes Leistungsniveau zu verzeichnen sind. Sind diese Voraussetzungen gegeben, steht einer kontinuierlichen Schulung und Verbesserung der fußballerischen Fähigkeiten der Spieler nichts mehr im Wege. Wenn die Spieler im wahrsten Sinne des Wortes erfahren, dass sie sich nur über einen kontinuierlichen Trainingsprozess stetig verbessern und dabei die lehrreichen Hinweise des Trainers mehr sind als leere Worthülsen, werden die Fortschritte sie langfristig motivieren, „am Ball” zu bleiben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dem Trainer, viel Spaß bei der Arbeit mit diesem Buch sowie weiterhin Freude am Training mit Ihren fußballbegeisterten Jugendlichen.Schließlich noch ein Wort des Dankes:

Glückliche Umstände haben es ermöglicht, dass ich überhaupt in der Lage war, dieses Buch zu schreiben. Mein Dank richtet sich in erster Linie an die beteiligten Schüler der Werner-Seelenbinder-Schule, die mit sehr viel Geduld, aber auch mit dem nötigen Humor sich am Gelingen des Buches beteiligt haben. Am Ende jedes Altersabschnitts sind daher „unsere” Schüler in Form eines Gruppenfotos in diesem Buch verewigt.

Wenn ich von „unseren” Schülern spreche, dann sind es die Schüler meiner Trainer-und Lehrerkollegen Carsten Maaß, Dr. Axel Pauly und Ulrich Netz, die mit mir für die Ausbildung der talentierten Jugendlichen an unserer Schule verantwortlich sind. Auch sie haben viel Geduld bewiesen und standen mir stets mit Rat und Tat zur Seite.

Und noch ein Letztes: Eingedenk der Tatsache, dass der beste Inhalt nur über eine kreative, lebendige Form für den Leser Gewinn bringend vermittelbar ist, sind bei mir große Dankesschulden entstanden. Sie sind auf diesem Wege zu tilgen bei Sebastian Preuß, der mit außerordentlichem Engagement und großer Akribie die – zugegebenermaßen eigenwilligen – Grafiken zur Illustration der Trainingsinhalte erstellt hat. Darüber hinaus trug er auch erheblich zur Verbesserung der verbalen Darstellung sowie des allgemeinen Layouts bei. Selbstverständlich gehen alle noch verbliebenen Unstimmigkeiten und Fehler in Text und Bild allein zu meinen Lasten.

Last, not least möchte ich Stefanie Langer nicht vergessen, die in Fragen des Umgangs mit dem Computer und dessen Software, welche mir häufig viele Rätsel aufgibt, meine ganz persönliche Beraterin ist und ohne die ich an meinem Rechner schon lange verzweifelt wäre.

1  Einführung

1.1 WARUM ein weiteres Buchzum Thema Fußball?

•Fußball ist nach wie vor eine Sportart, die Kinder und Jugendliche in ihren Bann zieht und trotz konkurrierender Fun-Sportarten zu den beliebtesten Sportarten zählt. Die Begeisterung für den Fußball zeigt sich nicht zuletzt besonders daran, dass mittlerweile viele Vereine in den unteren Altersbereichen Aufnahmestopps aussprechen müssen, weil sie nicht mehr in der Lage sind, in dem erforderlichen Maße Übungsleiter oder Trainingszeiten zur Verfügung zu stellen.

•Eine Motivationsgrundlage für das Buch bildeten vor allem die Erfahrungen des Autors als Ausbilder im DFB-Landesverband Berlin aus den C- und B-Lizenz-Prüfungen, bei denen die Trainer, die in der Regel hoch motiviert an ihre Aufgabe als Jugendtrainer gehen wollen, häufig beklagen, dass es in der mittlerweile sehr umfangreichen Literatur keine geschlossenen Unterrichts- oder Trainingskonzepte gibt, an denen sie sich orientieren können. Wenngleich diese Tatsache sowohl ein Mehr an Freiheit bedeutet als auch relativ viel Kreativität ermöglicht, so scheint doch der Drang nach Orientierung zunächst wesentlich größer zu sein.

•Das Buch soll gleichzeitig Anreize für Sportlehrer mit dem Anspruch bieten, Schülern über das Spielerlebnis hinaus Lehrinhalte zu vermitteln, die auf die Verbesserung technisch-taktischer Elemente ausgerichtet sind. Da nicht alle Sportlehrer begeisterte Fußballer sind und trotz universitärer Ausbildung in den verschiedenen Sportarten naturgemäß nicht in jeder Sportart exzellente Experten sein können, versucht dieses Buch, diesem Umstand entgegenzuwirken. Nicht zuletzt muss in diesem Zusammenhang kritisch angemerkt werden, dass Schüler, die Vereinssport betreiben, in Fragen des Trainings und der Ausbildung ihren Trainer häufig als kompetenter betrachten als den Sportlehrer. Auch hier versucht das Buch, in Sachen Fußball Hilfestellungen zu geben.

1.2 WAS ist das Ziel des Buches?

•Zunächst ist es das Ziel des Buches, diejenigen, die sich der Jugendarbeit verschrieben und die sportliche Erziehung der vielen Jugendlichen im Fußball zum Ziel gesetzt haben, zu erreichen. Das Buch ist in diesem Sinne gleichermaßen konzipiert für den interessierten und motivierten Jugendtrainer, der sich bei der Planung des Trainings von den Inhalten und Methoden des Seniorentrainings lösen will, als auch für den Sportlehrer an der Schule, der seine Schüler auch im Fußball kompetent anleiten möchte. Dem Sportstudenten bietet dieses Buch einen Einblick in gängige Methoden im Fußball und deren sinnvoller Einsatz im Trainingsprozess.

•Das Buch will den vielen motivierten Jugendtrainern, Sportlehrern und Sportstudenten eine Orientierung geben, indem über thematisch gegliederte, exemplarische Trainingsstunden mögliche Ausbildungswege aufgezeigt werden sollen.

•Die konzipierten Trainingsstunden sollen dabei nicht als „Kochrezepte” verstanden werden. Da es ohnehin schwierig und auch problematisch ist, eine ganz- oder mehrjährige Trainings- und Unterrichtskonzeption in Buchform zu entwickeln, bilden die in diesem Buch gemachten Trainings- und Unterrichtsvorschläge lediglich eine Anregung, die den Trainer befähigen soll, darauf aufbauend eigene Trainingskonzepte zu kreieren.

•Nicht zuletzt soll auch über eine Zuordnung bestimmter Trainingsinhalte und Methoden zu den jeweiligen Altersbereichen eine Orientierung für die Trainingspraxis gegeben werden.

1.3 WIE geht das Buch vor?

Das Buch besteht im Grunde aus zwei Teilen. Während der erste Teil sich mehr mit theoretischen Zusammenhängen der Trainingsplanung und -durchführung beschäftigt, soll es im zweiten Teil um die Praxis gehen.

In Kapitel 2 „Ein bisschen Theorie …” werden zunächst theoretische Vorüberlegungen angestellt, auf deren Grundlage der gesamte Praxisteil konzipiert wurde. Hier werden Aussagen zu den Entwicklungsmerkmalen, den Ausbildungsinhalten sowie den Ausbildungszielen in den verschiedenen Altersbereichen gemacht. Einen Schwerpunkt der Theorie bildet vor allem der Methodikteil, der einen äußerst starken Praxisbezug hat, indem er nicht nur auf die derzeit bestehenden Methoden im Fußballtraining eingeht und diese erläutert, sondern darüber hinaus konkrete Empfehlungen gibt, auf welchen Könnensstufen und in welchen Entwicklungsphasen welche Methoden besonders geeignet sind.

Die im Praxisteil aufgeführten Stundenbeispiele sind für die laut Altersklasseneinteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geltenden Altersbereiche D-/C-/B-Jugend bzw. für Schüler der Klassenstufen 7-13 im allgemeinen Sportunterricht sowie für den Fußballunterricht an sportbetonten Schulen für Schüler mit dem Leistungsprofil Fußball von Klassenstufe 5-10 konzipiert. Die Trainingsbeispiele sind dabei den jeweiligen Altersbereichen, orientiert an der Altersklasseneinteilung des DFB sowie den in diesen Bereichen zu Grunde gelegten DFB-Ausbildungsinhalten, zugeordnet. Da die Leistungsunterschiede zwischen den Vereinsfußballern und den „Nichtfußballern” im allgemeinen Sportunterricht sehr groß sein können, sind, im Sinne einer Empfehlung, den jeweiligen DFB-Alters-stufen die entsprechenden Schulklassenstufen (5.-13. Klasse) zugeordnet. Der Fußballunterricht an sportbetonten Schulen mit dem Leistungsprofil Fußball sollte sich seinem Anspruch nach an der Altersklasseneinteilung des DFB orientieren, sodass sich für den Fußballunterricht an der Schule folgende Orientierung sowohl für den allgemeinen Sport als auch für den Profilsport ergibt:

Fußball im Verein

Fußball als Profil an sportbetonten Schulen

Fußball im Rahmen des allgemeinen Sportunterrichts

DFB-Altersklassen

Praxisbeispiele D-Jugend (10-12 Jahre)Praxisbeispiele C-Jugend (12-14 Jahre)Praxisbeispiele B-Jugend (14-16 Jahre)

Profilsport (PS)

5.-6. Klasse Profilsport7.-8. Klasse Profilsport9.-10. Klasse Profilsport

Allgemeinsport (AS)

7.- 8. Klasse Allgemeinsport9.-10. Klasse Allgemeinsport11.-13. Klasse Allgemeinsport

Aus der oben vorgenommenen Zuordnung ergibt sich, dass die in diesem Buch beispielsweise für die D-Jugend, also für 10-12-jährige Vereinsspieler, konzipierten Trainingsstunden an sportbetonten Schulen für die Klassenstufen 5 und 6 geeignet sind, während sie für den allgemeinen Sportunterricht erst für die Klassen 7 und 8 zum Einsatz empfohlen werden.

Die folgende Tabelle gibt die gegebenen Empfehlungen in Kurzform wieder:

D

5-6 PS

7-8 AS

C

7-8 PS

9-10 AS

B

9-10 PS

11-13 AS

Die entsprechend zutreffende Zeile dieser Tabelle, die die für die Unterrichtsstunde empfohlene DFB-Altersklasseneinteilung (D; C; B) sowie die Zuordnung zur empfohlenen Klassenstufe des Schulsportunterrichts als Profilsport (PS) bzw. als Allgemeinsport (AS) enthält, wird im Praxisteil jeweils am Beginn jeder Stundenkonzeption stehen, sodass eine schnelle Orientierung möglich ist.

2  Ein bisschen Theorie …

Zunächst sind einige Aussagen zum Anspruch des Buches zu machen. Das Buch stellt in erster Linie eine praktische Anleitung für das Entwickeln von Trainingseinheiten oder Unterrichtsstunden dar. Insofern konzentriert es sich auf Vorschläge für die Vermittlung technisch-taktischer Inhalte sowohl für den Vereinsfußball als auch für den Fußball in der Schule. Der Autor war beim Schreiben des Buches von der Idee geleitet, exemplarische, nach Themen gegliederte, methodisch aufbereitete Stundenbeispiele zu konzipieren, die eine Hilfestellung für den Leser sein sollen. Die bei der Abnahme zahlreicher C-Lizenz-und B-Lizenz-Prüfungen gewonnenen Erkenntnisse haben gezeigt, dass „Trainerneulinge” große Schwierigkeiten haben, technisch-taktische Inhalte über ein stimmiges und durchgängig methodisches Konzept zu vermitteln. Dieses Buch ist demnach von der Hoffnung getragen, Trainerneulingen bzw. werdenden Trainern bei der Bewältigung des Trainingsalltags – dies gilt im übrigen auch für die Planung der Lehrproben in den Praxisprüfungen zur C-, B- oder A-Lizenz selbst – eine Hilfe zu sein, auf die sie im Bedarfsfall zurückgreifen können.

Das vorliegende Buch ist kein Lehrbuch Fußball. Da besonders im Theorieteil nur die Bereiche angesprochen werden, die die engere Thematik des Buches betreffen, kann dieses Buch nicht den Anspruch von Vollständigkeit erheben – vielmehr versteht es sich als Handreichung für den Praktiker, der in seiner Trainingsarbeit im Jugendbereich den Ausbildungsauftrag ernst nimmt.

2.1 Methodisch-didaktische Vorüberlegungen

Auf Grund des mittlerweile großen Reservoirs an Literatur besteht bei der Trainingsgestaltung im Grunde nicht mehr das Problem darin, ein abwechslungsreiches Training zu planen. Was Probleme bereitet, ist einerseits die Schwierigkeit, die für die Bearbeitung eines Trainings- oder Unterrichtsinhalts richtige Übungsauswahl zu treffen und andererseits vor allem der Umstand, dass eine Übungs-, Trainings- oder Spielform für sich alleine gesehen keine Lernziele zu vermitteln vermag. Die Aufgabe des Trainers besteht vielmehr darin, seine Lehrmethoden über so genannte methodische Maßnahmen „mit Leben” zu erfüllen. Sein pädagogisches Geschick zeigt sich daran, ob er in der Lage ist, über konkret formulierte Aufgabenstellungen, Unterbrechungen und gezielte, kleinschrittige Korrekturen, aber auch auf dem Wege von Aufmunterung sowie gezieltem Einsatz von Lob und Tadel zu einer aktiven Trainingssteuerung zu gelangen.

Aus diesem Grunde wurde im Theorieteil der Schwerpunkt „Methodik im Fußball” gesetzt, in dem dessen Begrifflichkeiten geklärt, Methoden dargestellt sowie deren Einsatz im Training nachvollziehbar gemacht werden sollen. Den Abschluss dieses Abschnitts bildet schließlich das „Strukturkonzept von Unterrichtsstunden” (Kap. 2.5), in welchem auf den strukturellen Verlauf von Trainingseinheiten eingegangen wird. Doch zunächst noch einige generelle Anmerkungen zu einigen grundsätzlichen Fragen, die ich mir als Trainer stellen muss, wenn es um die Planung meines Trainings geht.

In den vorhergehenden Ausführungen ist bisher bereits des öfteren der Begriff der Methodik gefallen. Die Methodik beschäftigt sich allgemein mit der Art und Weise der Vermittlung von Trainingsinhalten. Hier stellt sich also die Frage nach dem konkreten Lehrweg. Die Entscheidung, welcher Lehrweg einzuschlagen ist, kann dabei nicht willkürlich getroffen werden, sondern unterliegt weitergehenden Überlegungen, die im Folgenden angestellt werden sollen. Bevor nämlich der methodische Weg, also das „WIE” der Vermittlung, zu klären ist, muss zunächst die Frage nach dem „WOZU” und dem „WAS” der Vermittlung gestellt und beantwortet werden.

Stellen wir die Frage nach dem „WOZU”, dann möchten wir etwas über die Lernziele erfahren. Hierbei geht es darum, konkret erwartete und über das Training initiierte Lernergebnisse zu formulieren und diese dann gezielt anzusteuern. Lernziele bilden demnach die Voraussetzung, um zu entscheiden, mit welchen Inhalten wir diese Ziele erreichen wollen.

Mit anderen Worten: Bevor ich meinen Koffer packe (also mit Inhalt fülle), muss ich erst wissen, wohin die Reise gehen soll. Erst wenn mir das Reiseziel bewusst ist, kann ich die Entscheidung treffen, ob ich Winterkleidung für den Skiurlaub oder etwa leichte Sommerkleidung für den Inselurlaub benötige. Auf das Training bezogen, muss ich mir demnach zunächst über meine Lernziele (Was sollen die Spieler heute im Training lernen? Oder: WOZU sollen die Inhalte des heutigen Trainings führen?) im Klaren sein, bevor ich die Frage beantworten kann, mit welchen konkreten Inhalten (WAS mache ich im Training?) ich zu den Zielen gelangen kann. Aus diesen Grundüberlegungen schließlich ergibt sich die Frage nach dem Weg der Vermittlung. Um auf das Reisebeispiel zurückzukommen: Nachdem das Reiseziel bekannt ist und die Koffer gepackt sind, muss nun überlegt werden, wie, d. h. mit welchen zweckmäßigen Transportmitteln (Methoden), das Ziel am besten zu erreichen ist.

Bei alledem muss noch darauf hingewiesen werden, dass sämtliche oben beschriebenen Entscheidungen von den Voraussetzungen der Spieler/Schüler abhängen, sodass diese direkt in die Ziel-, Inhalts- und Methodenentscheidungen einfließen.

Bei der Trainingsplanung müssen demnach folgende Aspekte, die in einem engen Wechselverhältnis zueinander stehen, stets mitbedacht werden, will man stabile Lernergebnisse erzielen.

Im Folgenden sollen, angelehnt an das Ausbildungskonzept des DFB, zunächst in kurzer Form, wesentliche Ziele und Inhalte für das Jugendtraining in den Altersbereichen D-, C- und B-Jugend dargestellt werden, auf die dann später im Praxisteil thematisch wieder Bezug genommen wird.

2.2 Zu den Entwicklungsmerkmalen,Ausbildungszielen und -inhalten

Die folgende Tabelle gibt die Ausbildungsabschnitte des DFB wieder. Dabei können die Abschnitte Grundlagentraining, Aufbautraining sowie Leistungstraining voneinander unterschieden werden. Die Altersklasseneinteilung des DFB, die streng kalendarisch vorgeht, orientiert sich dabei grob an den biologischen Entwicklungsverläufen der Kinder und Jugendlichen. Aus den Entwicklungsverläufen geht jedoch hervor, dass es innerhalb einer Altersklasse teilweise erhebliche Differenzen zwischen biologischem und kalendarischem Alter geben kann. So ist ein biologischer Altersunterschied von bis zu drei Jahren in der C-Jugend keine Seltenheit. Das Problem von Akzeleration (beschleunigter Reifungs- und Wachstumsverlauf) und Retardation (Verzögerung, Verlangsamung des Entwicklungstempos) bedingt daher besonders in der C-Jugend eine Differenzierung in den Trainingsinhalten sowie in der Betreuung der Jugendlichen.

Ausbildungsabschnitte

Entwicklungsphasen (biologisch)

Altersklasseneinteilung des DFB (kalendarisch)

Grundlagentraining

– Vielseitige Grundausbildung –

Frühes Schulkindalter6-10 Jahre(Jungen/Mädchen)

F-Jugend/E-Jugend(6-8/8-10 Jahre)

Aufbautraining

– Fußballspezifisches Training –

Spätes Schulkindalter(vorpuberale Phase)10-12/13 Jahre Jungen10-11/12 Jahre Mädchen

D-Jugend (10-12 J.)C-Juniorinnen (10-14 J.)

 

Pubeszenz(erste puberale Phase)12/13–14/15 Jahre Jungen11/12–13/14 Jahre Mädchen

C-Jugend (12-14 J.)B-Juniorinnen (12-16 J.)

Leistungstraining

– Leistungsorientiertes Training –

Adoleszenz(zweite puberale Phase)14/15–17/18 Jahre Jungen13/14–15/16 Jahre Mädchen

B-/A-Jugend (14-16/16-18 J.)Frauen (ab 16 Jahre)

Die Praxisbeispiele dieses Buches umfassen den Zeitraum der Entwicklung des Heranwachsenden von der vorpuberalen Phase (D-Jugend) über die Pubeszenz (erste puberale Phase/C-Jugend) bis hin zur Adoleszenz (zweite puberale Phase/B-/A-Jugend). Der Tabelle entsprechend handelt es sich hierbei um die Ausbildungsabschnitte sowohl des Aufbautrainings als auch des Leistungstrainings.

Die wesentlichen Ausbildungsziele und -inhalte, orientiert am jeweiligen körperlichgeistigen Entwicklungsniveau der Jugendlichen, sind in den folgenden Übersichten dargestellt. Dabei werden zunächst, gemäß der oben beschriebenen Logik, die Entwicklungsmerkmale (Voraussetzungen der Spieler/Schüler) in den einzelnen Altersstufen vorgestellt, aus denen sich dann die Trainingsziele und schließlich die Trainingsinhalte ergeben. Auf die Methoden wird in einem gesonderten Abschnitt Bezug genommen.

Entwicklunqsmerkmale/Voraussetzunqen

D-Jugend

Die Altersstufe des späten Schulkindalters gilt als bestes Lernalter (goldenes Lernalter) und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

•Körperliche und psychische Ausgeglichenheit.

•Interesse, Lernbereitschaft, verbessertes Konzentrationsvermögen.

•Ausgeprägte Wahrnehmungs- und Beobachtungsfähigkeit.

•Günstiges Last-Kraft-Verhältnis auf Grund optimaler Körperproportionen (Kraftzuwachs bei geringer Größen- und Massenzunahme) führt zur Verbesserung der Körperbeherrschung.