Leonardo da Vinci (Zusammengefasste Ausgabe) - Dmitri Mereschkowski - E-Book

Leonardo da Vinci (Zusammengefasste Ausgabe) E-Book

Dmitri Mereschkowski

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Beschreibung

Dieser historische Roman entfaltet die Renaissance als geistiges und sinnliches Panorama, indem er Leonardo da Vincis Weg von Florenz nach Mailand verfolgt. Mereschkowski verdichtet Werkstattalltag, Sforzas Hof und die Einsätze als Ingenieur zu einer Erzählung über die Entstehung des Abendmahls, die Notizbücher und Maschinen. Symbolistische Bildkraft trifft auf quellennahes Detail; als zweiter Teil der Trilogie Christ und Antichrist verhandelt das Buch Antike, Christentum und neuzeitliche Subjektivität. Dmitri Mereschkowski (1866–1941), russischer Symbolist und religiöser Denker, suchte die Versöhnung von Schönheit und Glauben. Essays über Tolstoi und Dostojewski sowie religiös-philosophische Debatten in Petersburg prägten sein Leitmotiv einer Synthese. Gründliche Quellenstudien lenken seinen Blick auf Leonardo als Typus, in dem Wissenschaft, Kunst und Eros um Einheit ringen. Zu empfehlen für Leserinnen und Leser, die Kunst- und Ideengeschichte im Dialog erfahren wollen: für Studierende der Renaissanceforschung, Literatur- und Kulturwissenschaft ebenso wie Neugierige, die das Genie jenseits des Mythos verstehen möchten. Gelehrte Erzählkunst und intellektuelle Spannung machen das Werk zu einer dichten, nachdenklichen Einführung. Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Dmitri Mereschkowski

Leonardo da Vinci (Zusammengefasste Ausgabe)

Bereicherte Ausgabe. Historischer Roman der Renaissance: Kunstgeschichte, Wissenschaft und Kreativität in Italien – eine präzise Charakterstudie
Einführung, Studien, Kommentare und Zusammenfassung von Luisa Krämer
Bearbeitet und veröffentlicht von Quickie Classics, 2026
EAN 8596547888475
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Synopsis
Historischer Kontext
Leonardo da Vinci (Historischer Roman)
Analyse
Reflexion
Notizen

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Zwischen der glühenden Verheißung wiedererwachter Antike und der strengen Forderung christlicher Innerlichkeit, zwischen unfassbarer schöpferischer Freiheit und den Fesseln von Macht, Moral und Markt, spannt Dmitri Mereschkowski in seinem historischen Roman über Leonardo da Vinci den Bogen einer Epoche, in der das Denken den Körper entdeckt, die Kunst das Wissen umarmt und ein einzelner Mensch zum Prüfstein der Möglichkeiten und Grenzen des Humanismus wird, deren Licht und Schatten bis in die Moderne reichen, deren Fragen nach Wahrheit, Schönheit und Macht unvermindert brennen, und deren unruhige Sehnsucht nach Ganzheit sich in Leonardos Werk und Leben spiegelt.

Als historischer Roman verankert das Werk seine Handlung im Italien der Renaissance, vornehmlich in Florenz und Mailand, wo Werkstätten, Höfe und öffentliche Plätze zu Bühnen eines geistigen und politischen Aufbruchs werden. Dmitri Mereschkowski ordnet seine Leonardo-Erzählung zugleich in einen größeren Publikationskontext ein: Sie erschien um 1900 als zweiter Teil der Trilogie Christus und Antichrist, die die Spannungen zwischen antikem Erbe und christlicher Überlieferung literarisch durchmisst. In diesem Rahmen verbindet der Text detailreiche Milieuschilderung mit einer Idee von Geschichte als dramatischem Kräftefeld, in dem Persönlichkeiten, Ideen und Institutionen in produktiver, oft schmerzhafter Reibung stehen.

Ausgangspunkt ist die Begegnung mit Leonardo als reifendem, doch unabschließbar Suchendem: ein Künstler, der Aufträge verfolgt und verwirft, ein Forscher, der Phänomene beobachtet, zerlegt und neu zusammensetzt, ein Hofmann wider Willen, der sich zwischen Nähe und Distanz zu seinen Mäzenen bewegt. Mereschkowski lässt den Leser Städten und Landschaften folgen, in denen politisches Kalkül, religiöse Riten und technische Neugier ineinander greifen. Ohne sich in biografische Kleinigkeiten zu verlieren, entwirft der Roman eine Bahn, auf der Werkstatt, Anatomiekammer und Palasttür die Stationen einer inneren wie äußeren Bewegung markieren und die Frage nach dem gelingenden Leben beständig mitschwingt.

Das Leseerlebnis wird von einer Stimme getragen, die szenische Dichte mit gedanklicher Weite verbindet. Bildstarke Beschreibungen öffnen sich zu Reflexionen über Kunst, Natur und Macht; knappe Dialoge werden von essayistischen Passagen gerahmt. Der Ton ist feierlich und kontrolliert, doch nicht spröde: Er entfaltet eine ruhige Spannung, die weniger auf Überraschungen als auf Einsicht zielt. Historische Details erscheinen nicht als Kulisse, sondern als Instrumente der Deutung; zugleich behält der Text einen poetischen Überschuss, der Wahrnehmung und Atmosphäre in feinen Schattierungen modelliert. So entsteht ein stetiger Wechsel aus Anschauung, Argument und leiser, manchmal schmerzhafter Melancholie.

Im Zentrum stehen die großen Gegenpole, die die Renaissance neu sortiert: Geist und Leib, Glauben und Wissen, Askese und Sinnlichkeit. Leonardo verkörpert jene Sehnsucht nach Totalität, in der Kunst und Wissenschaft einander Spiegel und Prüfstein werden. Der Roman erkundet die Versuchungen und Notwendigkeiten von Patronage, die ethischen Dilemmata des Schaffens, den Preis der Freiheit und die Fragilität des Ruhms. Zugleich entfaltet sich eine Debatte über das antiquarische und das lebendige Erbe der Antike: ob Schönheit erlöst oder verführt, ob Erkenntnis heiligt oder entzaubert, und wie eine Epoche ihr Selbstverständnis zwischen Tradition und Aufbruch verhandelt.

Für heutige Leserinnen und Leser bleibt das Buch bedeutsam, weil es eine Figur zeigt, die Grenzen überwindet: den Denker-Künstler, der experimentiert, interdisziplinär arbeitet und im Spannungsfeld von Öffentlichkeit, Mäzenatentum und persönlicher Integrität Entscheidungen trifft. Die Fragen nach der Vereinbarkeit von Forschung und Ethik, nach politischer Einflussnahme auf Kultur, nach dem Verhältnis von religiöser Deutung und säkularer Erkenntnis sind unverändert aktuell. Darüber hinaus bietet der Roman eine Schule der Aufmerksamkeit: Er sensibilisiert für den Wert geduldiger Beobachtung, für Zwischentöne im Urteil und für die Verantwortung, die mit Talent und Wirkungsmacht unweigerlich einhergeht.

Wer Mereschkowskis Leonardo-Roman liest, begegnet keiner bloßen Biografie, sondern einer künstlerischen Untersuchung der Kräfte, die eine Epoche formen und ein Individuum prägen. Das Buch öffnet den Blick auf Werkstatt-Realien und Denkabenteuer, ohne ihrer Fülle die Richtung zu überlassen: Immer wieder führt es zum Kern der Frage, was ein gelungenes, verantwortliches, schöpferisches Leben ausmacht. So fügt es der historischen Imagination eine existenzielle Dimension hinzu und lädt zu einem langsamen, konzentrierten Lesen ein, das über das Vergangene hinausleuchtet. In dieser behutsamen Intensität liegt seine anhaltende Strahlkraft und gewinnt damit auch jenseits des Fachinteresses den Rang einer bleibenden literarischen Wegzehrung.

Synopsis

Inhaltsverzeichnis

Leonardo da Vinci ist ein historischer Roman des russischen Autors Dmitri Mereschkowski, 1900 erstmals in russischer Sprache erschienen und der zweite Teil seiner Trilogie Christus und Antichrist. Der Text verbindet gesicherte Stationen aus Leben und Werk Leonardos mit literarischer Ausgestaltung und zeichnet die italienische Renaissance als Epoche zwischen religiöser Überlieferung und heidnischer Wiedergeburt. Im Mittelpunkt stehen die Arbeitsweisen des Künstlers und Forschers, die Verflechtung von Kunst, Wissenschaft und Politik sowie die Frage, ob Schönheit und Wahrheit mit Glauben und Moral zu versöhnen sind. Die Erzählung folgt Leonardos Wegen durch mehrere Höfe und Städte und entfaltet daran die leitenden Konflikte.

Zu Beginn zeigt der Roman Leonardo im Umfeld von Florenz, geprägt von Werkstattdisziplin, höfischer Repräsentation und humanistischen Gesprächskreisen. Mereschkowski betont die unstillbare Neugier des Protagonisten: Studien des menschlichen Körpers, Versuche mit Mechanik und Optik, Entwürfe für Theatermaschinen und Feierlichkeiten. Der Künstler erscheint zugleich pragmatisch und distanziert, mit einem Sinn für Form und Maß, der ihn von Mitstreitern abhebt. Früh setzt sich der Konflikt zwischen handwerklicher Routine und umfassendem Erkenntniswillen durch. In dieser Phase kristallisiert sich die Ambition, die sichtbare Welt nicht nur abzubilden, sondern ihre verborgenen Gesetze in eine neue, zeitgemäße Bildsprache zu überführen.

Ein Schwerpunkt liegt auf Leonardos Jahren am Hof von Mailand unter Ludovico Sforza. Der Roman entfaltet das höfische Milieu mit Festen, Bühnenapparaten und prestigeträchtigen Aufträgen, darunter monumentale Bildwerke und technische Unternehmungen. Als Wendepunkt erscheint ein religiöses Großprojekt, das Leonardos psychologische Tiefe und naturbeobachtende Strenge mit der sakralen Erzählung zusammentreffen lässt. Gleichzeitig verdichten Intrigen und politische Unsicherheit die Atmosphäre, wodurch die Konzentration des Künstlers auf die Arbeit immer wieder bedroht wird. Mereschkowski nutzt diese Konstellation, um zu zeigen, wie ein Genius zwischen Mäzenatentum, Erwartungsdruck und innerer Freiheit navigiert, ohne sein zentrales Ideal einer durch Erkenntnis geläuterten Schönheit aufzugeben.

Nach den Umbrüchen der italienischen Politik verlässt Leonardo den gefestigten Hofrahmen und fungiert zeitweise als Ingenieur und Kartograph im Dienst eines für seine Rücksichtslosigkeit berüchtigten Kriegsherrn. Befestigungen, Brücken, Vermessungen und militärische Maschinen rücken ins Zentrum. Die Begegnung mit organisierter Gewalt bildet einen weiteren Wendepunkt: Nützt Wissen, wenn es zerstörerische Zwecke ermöglicht, oder schafft es Bedingungen für Ordnung und Schutz? Der Roman stellt diese Frage ohne einfache Antwort. Indem er die Präzision von Plänen und Karten schildert, zeigt er zugleich die Ambivalenz technischer Vernunft, die Wirklichkeit beherrschen will und sich doch der moralischen Bewertung nicht entziehen kann.

Eine Rückkehr nach Florenz führt den Protagonisten in ein Klima angespannter Konkurrenz und erneuerter bürgerlicher Auftraggeber. Leonardos Porträts zielen stärker auf das Unaussprechliche der inneren Bewegung, während seine Studien zu Wasserläufen, Flug und Proportionen an Tiefe gewinnen. Das Umfeld schwankt zwischen asketischem Ernst und repräsentativer Pracht, und der Künstler gerät in das Spannungsfeld aus öffentlicher Erwartung, theologischer Empfindlichkeit und eigenwilligem Forschungstrieb. Philosophische Gespräche mit Gelehrten und Praktikern lassen antike Mythen und christliche Motive aufeinandertreffen, ohne sie vollständig zu verschmelzen. Damit akzentuiert der Roman den Zwiespalt zwischen kontemplativer Genauigkeit und dem Bedürfnis, sichtbare, wirkungsvolle Bilder zu schaffen.

In einer späteren Schaffensphase, unter wechselnden Patronen im kirchlichen und höfischen Umfeld Mittelitaliens, vertieft Leonardo seine Notizbücher und experimentellen Apparaturen. Die Angst vor Neuerungen und die administrative Trägheit bremsen manches Vorhaben, doch der Kreis von Schülern und Sympathisanten bleibt von der Weite seines Denkens angezogen. Beziehungen und Loyalitäten erscheinen tastend, mehr als Antrieb denn als Ziel. Ein groß angelegtes Vorhaben deutet sich als Möglichkeit einer Synthese von Kunst und Wissenschaft an, bleibt jedoch schwebend. Mereschkowski verzichtet auf Befunde endgültiger Vollendung und konzentriert sich auf den Prozess: auf das Denken in Skizzen, Versuchsanordnungen und offenen Projekten.

Am Ende steht weniger eine abgeschlossene Biographie als eine geistige Konstellation. Der Roman deutet die Renaissance als Wiedererwachen heidnischer Kräfte innerhalb einer christlichen Weltordnung und macht Leonardo zum Prüfstein dieser Spannung. Kunst erscheint als vermittelnde Instanz zwischen Macht, Wissen und Glauben, ohne von einem dieser Pole ganz absorbiert zu werden. So bleibt die Figur zugleich nahbar in ihrem Forschen und fern in ihrer Selbstgenügsamkeit. Die nachhaltige Wirkung des Werks liegt in der Darstellung eines modernen Bewusstseins, das Sinn in der unvollendeten Suche findet, und in der Einladung, Schönheit, Wahrheit und Verantwortung als gemeinsame, nie vollständig gelöste Aufgabe zu betrachten.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert prägten die italienische Renaissance und ihre Stadtstaaten den Rahmen von Leonardo da Vincis Leben und von Dmitri Mereschkowskis Roman. Zentren wie Florenz, Mailand, Venedig und Rom verbanden höfische Patronage, städtische Zünfte und kirchliche Autorität. In Florenz förderte die Familie Medici Kunst und Gelehrsamkeit; in Mailand herrschten die Sforza; in Rom bündelte die Kurie Macht und Aufträge. Künstler arbeiteten in Werkstätten, waren Zunftmitgliedern der Lukasgilde zugeordnet und erhielten Aufträge von Fürsten, Klöstern und Bruderschaften. Universitäten und humanistische Akademien verbreiteten antikes Wissen, während der Buchdruck dessen Reichweite erheblich vergrößerte.

Florenz erlebte unter Lorenzo de’ Medici (1469–1492) eine Blüte der Künste und des Humanismus. Der Kreis um Marsilio Ficino und Pico della Mirandola vermittelte neuplatonisches Denken, das Maler, Bildhauer und Gelehrte gleichermaßen inspirierte. Leonardo da Vinci wurde in Andrea del Verrocchios Werkstatt ausgebildet und 1472 in die Lukasgilde aufgenommen. Perspektivkonstruktion, Anatomiebeobachtung und mathemische Proportionen galten als Schlüssel moderner Darstellung. Die Druckerpresse, seit den 1460er Jahren in Italien verbreitet und in Venedig besonders leistungsfähig, erleichterte die Verbreitung klassischer Texte, naturkundlicher Traktate und theoretischer Schriften über Malerei, die den intellektuellen Hintergrund des florentinischen Kunstlebens verstärkten.

In den 1480er Jahren wechselte Leonardo an den Hof Ludovico Sforzas in Mailand. Mit einem berühmten Bewerbungsschreiben bot er dem Herzog Dienste als Militäringenieur, Musiker und Künstler an. Der Mailänder Hof vereinte Feste, Theater, technische Schaustücke und Monumentalprojekte. Dort entstand das Abendmahl (1495–1498) im Refektorium von Santa Maria delle Grazie, ein Schlüsselwerk der Renaissance-Malerei. Zugleich entwarf Leonardo ein monumentales Reiterstandbild für Francesco Sforza; das gewaltige Tonmodell wurde 1499 im Zuge der französischen Eroberung Mailands zerstört. Hofaufträge umfassten zudem Festarchitektur, Bühnenmaschinen, Festungen und Wasserbauten, die den engen Zusammenhang von Kunst, Technik und politischer Repräsentation zeigen.

Die 1490er brachten Italiens politische Erschütterungen, die sich im kulturellen Leben niederschlugen. 1494 zog Karl VIII. von Frankreich nach Italien; die Medici wurden aus Florenz vertrieben, und der Dominikaner Girolamo Savonarola prägte eine strenge Republik. 1497 fand in Florenz der sogenannte „Feuer der Eitelkeiten“ statt; 1498 wurde Savonarola hingerichtet. Nach Ludovicos Sturz 1499 verließ Leonardo Mailand und kehrte 1500 nach Florenz zurück. 1503 erhielt er dort den Auftrag zur Schlacht von Anghiari im Palazzo Vecchio, während Michelangelo die Schlacht von Cascina vorbereitete. Die konkurrierenden Wandbilder standen für den Rangstreit führender Künstler der Hochrenaissance, blieben jedoch unvollendet.

Leonardos Arbeit verband Kunst mit empirischer Untersuchung. Seine Notizbücher dokumentieren Studien zu Anatomie, Optik, Mechanik und Hydraulik, häufig in Spiegelschrift. Er seziert Leichen, darunter in Florenz und um 1510/11 in Zusammenarbeit mit dem Anatomen Marcantonio della Torre in Norditalien. Für Cesare Borgia diente er 1502–1503 als Militäringenieur, fertigte Karten der Romagna und plante Befestigungen. In der Toskana verfolgte er Projekte zur Umleitung des Arno und zur Entwässerung von Sümpfen. Fluggeräte, Strömungsbeobachtungen und Maschinenentwürfe zeigen die Renaissance-Überzeugung, dass Naturgesetze untersuchbar sind und praktisches Wissen Kunst, Kriegführung, Bauwesen und Staatswirtschaft gleichermaßen beeinflusst.

Unter den Päpsten Julius II. und Leo X. wurde Rom zu einem Epizentrum künstlerischer Konkurrenz. Julius II. leitete 1506 den Neubau von Sankt Peter ein; Donato Bramante, Michelangelo und Raffael prägten das Bau- und Bildprogramm. Raffael schuf ab 1509 die Stanzen im Vatikan, Michelangelo malte 1508–1512 die Decke der Sixtina. Leonardo hielt sich 1513–1516 in Rom im Umfeld Giuliano de’ Medicis auf. Er arbeitete dort in Werkstätten im Belvedere an optischen und mechanischen Experimenten, erhielt jedoch weniger große Malaufträge als seine jüngeren Rivalen. Die päpstliche Kurie bündelte Patronage, Diplomatie und Wissenschaft in einem Netzwerk aus Werkstätten und Höfen.

1515 setzte sich Franz I. nach der Schlacht bei Marignano in Norditalien durch und förderte Künstler großzügig. 1516 folgte Leonardo einer Einladung an den französischen Hof und bezog das Schloss Clos Lucé bei Amboise. Er erhielt Pensionen und arbeitete an Festinszenierungen, technischen Konzepten und Studien. Mehrere Gemälde, darunter die heute im Louvre befindliche Mona Lisa, gelangten mit ihm nach Frankreich. Leonardo starb am 2. Mai 1519 in Amboise. Sein Schüler Francesco Melzi erbte einen Großteil der Papiere und bewahrte viele Handschriften, die später zerstreut wurden. So blieben Notizbücher, Zeichnungen und Projekte zentrale Zeugnisse seines Spätwerks.

Dmitri Mereschkowskis Roman erschien 1900–1901 als zweiter Teil der Trilogie Christus und Antichrist, die die Wiederkehr antiker Ideen im christlichen Europa thematisiert. Das Buch greift historische Stationen Leonardos auf – Florenz, Mailand, die Höfe, Werkstätten, kirchliche Aufträge – und stellt sie vor dem Hintergrund nachweisbarer Ereignisse dar. Zeitgenössische Quellen, darunter Giorgio Vasaris Künstlerbiografien, prägten das historische Bild, auf das sich der Roman bezieht. Als Teil dieser Trilogie verknüpft das Werk dokumentierte Fakten zu einer Erzählung, die Kunst und Wissenschaft im Spannungsfeld von höfischer Patronage, kirchlicher Macht und politischen Umbrüchen sichtbar macht.

Leonardo da Vinci (Zusammengefasste Ausgabe)

Hauptinhaltsverzeichnis
Erstes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
Zweites Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
Drittes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
Viertes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
Fünftes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
Sechstes Buch.
Siebentes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
Achtes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
Neuntes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
XIII.
XIV.
XV.
XVI.
Zehntes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
XIII.
XIV.
Elftes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
Zwölftes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
XIII.
XIV.
XV.
XVI.
XVII.
Dreizehntes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
Vierzehntes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
Fünfzehntes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
Sechzehntes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
Siebzehntes Buch
I.
II.
III.
IV.
V.
VI.
VII.
VIII.
IX.
X.
XI.
XII.
XIII.
XIV.
XV.
XVI.

Erstes Buch

Die weiße Teufelin

Inhaltsverzeichnis

I.

Inhaltsverzeichnis

Dark warehouses cling to Or San Michele[1], roofs nearly meeting over a gutter where dyed water glints. Wool samples sway and gold Adler über Wolleballen prangen. Drained by damp, Messer Cipriano Buonaccorsi hunches amid ledgers, a feather behind his ear, eyes skimming columns marked "Soll" and "Haben". In clear script the first page proclaims: "Im Namen Jesu Christi und der heiligen Jungfrau Maria wurde dieses Kontobuch 1494 angelegt." He corrects an error on pepper, ginger and cinnamon pledges, then leans back, composing a letter to Montpellier, when footsteps creak inside the fondaco an diesem Märzmorgen.

Grillo enters mit einem Korb Eier, Hähnchen am Gürtel. "So, du bist es, Grillo! Wie gehts? Frühling wird übel?" fragt Cipriano. "Für Alte wie uns bleibt nur Knochenschmerz. Ich bringe Eier und Hähnchen zum Osterfest." "Vor Ostern fertig?" – "Alles bereit, doch sollen wir warten?" – "Ich will kein Trödeln." – "Ich fürchte die Sünde." – "Ich trage sie. Finden wir etwas?" – "Gewiss! Über dem Hügel am ›Nassen Hohlweg‹ flackern Lichter; kürzlich grub man einen Teufel aus." – "Was für einen?" – "Einen Faun, zur Glocke gegossen." Cipriano tobt: "Narren, einen Faun von Skopas einzuschmelzen!" – "Wieso?" – "Aus einem Teufel wird keine Glocke.

Grillo seufzt: "Auch mit der Marmorhand, die Sacello letztes Jahr fand, hatten wir Pech." – "Erzähle mir, Grillo, wie hast du die Hand gefunden?" Er schildert: Sacello rief "Herr, Herr!", warnte, "Auf dem Felde sitzt ein Toter!" Großmutter Bonda beruhigte: "Worüber erschreckt ihr, Dummköpfe? Die Hand ist aus Stein!" Er flehte: "Großmutter, vergrab sie wieder." – "Nein, erst zum Pfarrer." Die Alte behielt sie, heilte Zähne, Fieber, Kühe; Pfarrer donnerte, Kinder höhnten, nachts würgte ihn die kalte Hand, darum brachte er sie Buonaccorsi. Der Kaufmann nickt: "Nach alledem werden wir auf dem Mühlenhügel sicher etwas finden, Grillo.

"Finden werden wir schon," keucht der Alte, fürchtet nur, Pater Faustino werde ihn „ohne Seife“ zurechtwaschen, das Volk aufwiegeln, Arbeiter vertreiben. "Doch bleibt mir Wohltäter und sagt dem Richter ein Wort." – "Betrifft es das Grundstück, das dir der Müller wegprozessieren will?" – "Ja, Messere. Ich schenkte ein Kalb, er eine trächtige Kuh; sie warf ein Stierkalb, nun übertrumpft er mich. Nehmt mich in Schutz!" – "Beruhige dich, Grillo, ich rede mit dem Richter. Iss, trink, wir fahren heut nacht nach San Gervasio." Grillo verbeugt sich, geht; Cipriano betritt sein Kabinett mit Bronzen, denkt kurz über den Wollzoll nach und schreibt an den Kommis in Montpellier.

II.

Inhaltsverzeichnis

Zwischen Wolleballen ruft Antonio: »So weit sind wir jetzt.« Er zählt: »Zweiunddreißig Ellen Wolle.« Dann schleudert er das Stück, hebt den Finger, donnert: »Gladius Dei super terram cito et velociter! Wehe denen, die auf Erde und Meer wohnen!« Giovanni fragt: »Ihr glaubt also, dass alle diese Dinge Zeichen sind?« Antonio bejaht, wettert: »Man malt Bacchus für Johannes, Venus für die Jungfrau.« Giovanni flüstert: »Antonio, Messer Leonardo da Vinci nimmt Schüler ...« – »Geh nicht, er ist Ketzer!« Glocken läuten; Feierabend. Draußen singt eine Stimme: »O vaghe montanine e pastorelle!« Ein Ruf: »Nanna! Die Nudeln werden kalt.« Gerührt steigt Giovanni zu Giorgio Merula hinauf.

III.

Inhaltsverzeichnis

Merula ist in Florenz, um für seinen Herrn Raritäten aus Lorenzo de’ Medicis Bibliothek zu kaufen, und wohnt bei Messer Cipriano, neben dem er Giovanni Beltraffio als Schreiber einführt. Giovanni betritt das Zimmer, sieht den Gelehrten über ein zerfetztes Palimpsest gebeugt; vorsichtig wischt Merula das hauchdünne Pergament, murmelt: "Ihr Lieben, Armen ... kommt doch ans Licht!" Wein steht neben ihm. Er begrüßt den Gast: "Grüß Gott, Mönchlein!", scherzt über Florentiner Mädchen, winkt heran: "Komm näher ans Licht!" Unter Psalmen schimmern antike Zeichen; Merula jubelt: "Siehst du es jetzt?" und übersetzt: "Ehre dir, Bacchus... Phöbos... Ehre dir, Venus..." ehe die Schatten verblassen.

Die Sonne verglimmt, die Psalmworte "Erhöre, Gott, mein Gebet..." bleiben sichtbar, dann verschlingen Dunkel und Regen das Zimmer. Merula schenkt nach: "Da, trinke für mein Wohl! Vinum super omnia bonum diligamus!" Giovanni verweigert, also leert der Alte allein und fragt: "Hast du wieder mit Antonio gesprochen?" – "Ja." – "Worüber?" – "Über den Antichrist und Messer Leonardo da Vinci..." Merula schnaubt: "Bleib mein Sekretär; Malerei taugt nichts. Seneca nennt sie ein Handwerk." Giovanni hält dagegen: "Messer Leonardo sei ein großer Gelehrter." Merula lacht: "Ein Gelehrter? Warum nicht gar! Er versteht weder Cicero noch Griechisch. Maschinen, Beobachtungen – Kinderspiel.

In der Dämmerung mustert Merula den schüchternen Freund: "Du bist wie dieses Buch: außen Bußpsalmen, darunter eine Hymne an Aphrodite." Giovanni will Licht holen; der Alte winkt ab, lässt Erinnerungen und Wein fließen, prahlt: Inschriften, Martial, "Gloria Romanorum!" Dann hebt er zum Scholarenlied an: "Brüder, wenn ich nüchtern bin..." bis Husten ihm die Worte raubt. Das Zimmer ist nun schwarz, Regen klatscht. Er zitiert: "Tu regere imperio populos, Romane, memento!" und flüstert, die Liebe zur Freiheit erlösche nie. Mit verschwörerischem Kopfschütteln erzählt er, wie Waschweiber auf Chios einen schwachgewordenen Triton erschlugen. Schließlich wird er zu Bett getragen, und Giovanni liegt wach, denkend an Leonardo.

IV.

Inhaltsverzeichnis

Giovanni reist von Mailand nach Florenz, um für seinen Onkel, den Glasmaler Oswald Ingrimm, Pigmente zu kaufen. Der Junge wächst im Schatten von Geschichten über Hexen und die »Weiße Teufelin« auf: ein geflüstertes Wort genügt, ihn erstarren zu lassen und nach ihr zu verlangen. Später gibt Oswald ihn dem Fra Benedetto in die Lehre; der Mönch predigt Fasten, Gebet und Rezepte, hebt die Brauen und mahnt: »Denke nicht zu viel an diese Farbe, laß sie lieber sein: sie bringt dir keine Ehre.« Beim Anatomieunterricht sagt er: »Die männliche Gestalt misst acht und zwei Drittel Köpfe. Den weiblichen Körper lassen wir weg, er hat keine Proportionen.

Als Fra Benedetto die vier Elemente malen ließ, ersetzte er das Chamäleon durch ein Kamel und ertrug das Gelächter der Jüngeren mit Demut; diese Kindlichkeit nährte Giovannis Zweifel. Nachdem er heimlich Leonardo-Skizzen gesehen hatte, nagte der »Teufel der Philosophie« an ihm. In einer Herberge neben dem schnarchenden Messer Giorgio wälzt er sich und flüstert: »Herr, hilf mir! Ist Leonardo Sünde, nimm ihn; ist sein Wissen Dir recht, gib mir Kraft, erleuchte mich, lass ihn mich aufnehmen und Fra Benedetto erkennen, dass ich nicht sündige.« Hört halbwach die Stimme des Onkels: »Mehr Kerben, dann hält das Glas fester!«, sieht Funken glühen und gleitet in Traum.

Er träumt im Dom: Blut Christi rinnt am Fenster, der Choral klingt: »O flor di castitate… so rot wie Blut strahlst du!« Antonio flüstert: »Flieh, Giovanni, denn sie ist hier!« Kalte Finger würgen ihn; er schreit. Giorgio rüttelt ihn: »Steh auf! Steh auf! Sonst reisen sie ohne uns!« – »Wohin? Was gibt's?« – »Weißt du nicht mehr? Nach San Gervasio, zu den Ausgrabungen.« – »Ich will nicht mitkommen.« – »Das Maultier wartet; steh auf! Wovor fürchtest du?« – »Ich fürchte mich nicht. Ich habe keine Lust.« – »Hör, Giovanni: Leonardo da Vinci, für den du schwärmst, wird auch dabei sein.« Er springt auf.

V.

Inhaltsverzeichnis

Nordwind brach die Wolken, Fackeln prasselten, Pferde drängten durch die Strada Ricasoli, vorbei an San-Marco, bis die müden Torwächter von San Gallo nach Schmiergeld öffneten. Im dunklen Munione-Tal führten enge Gassen durch wehrhafte Steinhäuser zu Oliven, Reben und dem Mühlenhügel, wo Spaten glänzten. Grillo markierte die Stelle, Merula empfahl den Fuß, Strocco den sumpfigen ›Nassen Hohlweg‹; doch Messer Cipriano entschied. Erde duftete, eine Fledermaus strich Giovanni, Merula lachte und klopfte ihm den Rücken: »Fürchte dich nicht, Mönchlein, fürchte dich nicht!«. Spaten bohrten tiefer, bis Metall auf Knochen schlug. Der Gärtner rief: »Es sind Knochen!«, Strocco spottete: »Es ist ein Pferdegerippe!«.

Entmutigt wollte Cipriano wechseln, doch Grillo blieb; bald bebte der Boden, er schrie: »Haltet mich! Ich versinke!«. Die Laternen zeigten ein eingestürztes Gewölbe, drinnen wühlte er und jubelte: »Ein Götze! Ein Götze!«. Arbeiter räumten Ziegel, bis Giorgio hauchte: »Eine Venus!«. Grillo, blutig und stolz, wurde von Merula umarmt: »Grillo, teurer Freund, Wohltäter!«. Cipriano befahl: »Obacht! Vorsicht! … Ein jeder von euch bekommt fünf Silber-Grossi!«. Behutsam tauchte die marmorene Göttin aus Jahrtausenddunkel empor; Merula ehrte sie: »Ehre dir Venus, Mutter mit goldenen Füßen, Freude der Götter und Menschen!«. Im ersten Morgenrot flüsterte Giovanni erbleichend: »Die weiße Teufelin

VI.

Inhaltsverzeichnis

Läuten der Dorfkirche San Gervasio zerschnitt den Morgen, alle hielten inne. »Der Heiland sei uns gnädig! Da ist Pater Faustino! Sie haben uns entdeckt!« winselte Grillo. Verspätete Reiter trafen ein; Beltraffio begaffte den kühlen Fremden. Messer Cipriano entschied: »So machen wir’s; die Villa ist nah, das Tor hält jede Belagerung.« – »Ja, wirklich!« jubelte Grillo. Die Männer schleppten die Venus über den nassen Hohlweg, erreichten das leere Erdgeschoß, betteten sie hoch im goldenen Stroh. Vom Hügel aus reckte Faustino fluchend die Arme, drunten verriegelte man die Zugänge, während dumpfer Lärm den Korridor erfüllte.

»Macht auf, beim lebendigen Gott!« kreischte Faustino. Cipriano lächelte aus dem Gitter: Menge klein. Kalimalas drohte kühl: »In zwei Stunden kommt die Stadtwache; wagt’s nicht!« Der Pfarrer tobte: »Schlagt das Tor ein! Gott ist mit uns!«; doch nur ein kurzsichtiger Alter hieb, murmelnd: »Wir sind arme Leute.« Gemurmel folgte: Grenze, Gesetze, Silber, Scham. Drinnen strahlte die Venus im Sonnenstrahl, Strohhalme glühten wie ein Heiligenschein; der blonde Fremde kniete, Zirkel in der Hand, strich messend über Marmor. Draußen zerfloss der Schwarm. Er fuchtelte, rief lateinisch: «Ipse vero Antichristus… effodiet!» Verlassen schleuderte Faustino seinen Fluch: »Ihr gottlosen Hunde… Anathema

VII.

Inhaltsverzeichnis

Merula nähert sich dem still messenden Fremden. 'Ihr sucht die Proportion? Wollt ihr Schönheit berechnen?' 'Wieviel Grad habt ihr gemessen?' – 'Mein Zirkel ist ungenau. Ich teile das Gesicht in Grad, Minuten, Sekunden, Terzen.' – 'So so, dünner als ein Haar.' – 'Eine Terz ist ein 48823stel des Gesichts.' – 'Man lernt stets Neues!' – 'Je genauer, desto besser.' – 'Denkt der Künstler im Rausch an Sekunden?' – 'Ja, doch ich will wissen…' Der Fremde tastet Marmor, hebt den Blick: 'Wer nimmt das Gefäß, wenn die Quelle da ist?' – 'Wo ist die Quelle?' – 'Die Natur.' Giovanni staunt: 'Messere, wer ist er?' – 'Mönchlein, dein Liebling: Leonardo da Vinci.

VIII.

Inhaltsverzeichnis

Leonardo reitet gen Florenz, Beltraffio neben dem Pferd. Er denkt: "Ist er es denn wirklich?", bewundert ihn, erkennt Linkshändigkeit, als Leonardo Sturzflug eines Falken notiert. Den Mauern stachelt er: "Jetzt oder nie!" Da klingt Antonios Warnung: "Wenn du deine Seele verderben willst, so gehe zu ihm. Denn er ist ein gottloser Ketzer." Leonardo weist auf einen Mandelbaum und spricht: "Wenn du Künstler werden willst, so halte dir jede Sorge und jeden Kummer fern und lebe nur der Kunst. Deine Seele sei wie ein Spiegel, der alle Gegenstände, Bewegungen und Farben reflektiert und dabei selbst unbeweglich und klar bleibt." Sie erreichen das Tor.