Verlag: Picus Verlag Kategorie: Lebensstil Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2011

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E-Book-Beschreibung Lesereise Jakobsweg - René Freund

Herbe Landschaften und liebliche Gegenden, karge, weite Landstriche ohne Brunnen, ohne Dorf, dann wieder pittoreske Orte, hin zu den tückischen ­Pyrenäen - 1500 Kilometer lang ist der Fußweg von Mittelfrankreich nach Santiago de Compostela, der mythische Jakobsweg oder "Camino de Santiago". Es sind zwei Monate Fußmarsch, an dessen Ende der Wanderer oder Pilger noch ­einmal auf eine harte Probe gestellt wird in der ungastlichen Meseta. Diese Wanderung, die René Freund in einem sehr persönlichen Tagebuch nachzeichnet, bedeutet emotionale Wechselbäder von euphorischem Glücksgefühl über die Faszination der Landschaft und das Hinauswachsen über die eigenen Kräfte bis hin zur Wut über den eigenen "Masochismus" und zu physischen wie psychischen Krisen. René Freunds Perspektive vereint wohldosiert die Objektivität des aufmerksamen ­Beobachters mit der Begeisterung des jeden Tag neu Auf­brechenden, das Fein­gefühl des ­Naturliebhabers mit teils ­ironisch gebrochener sachlicher Darstellung. So macht er Leserinnen und Leser zu Begleitern und lässt sie die Ängste, Nöte und Freuden der modernen Pilger miterleben.

Meinungen über das E-Book Lesereise Jakobsweg - René Freund

E-Book-Leseprobe Lesereise Jakobsweg - René Freund

René Freund

Lesereise Jakobsweg

René Freund

Lesereise Jakobsweg

Zu Fuß bis ans Ende der Welt

Picus Verlag Wien

Copyright © 2011 Picus Verlag Ges.m.b.H., Wien Alle Rechte vorbehalten Grafische Gestaltung: Dorothea Löcker, Wien Umschlagabbildung: © Barbara Freund Datenkonvertierung E-Book: Nakadake, Wien ISBN 978-3-7117-5009-9 Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt

Informationen über das aktuelle Programm des Picus Verlags und Veranstaltungen unterwww.picus.at

»Ich spürte, wenn ich das Ende des Kontinents erreichen würde, läge dort die Antwort auf irgendeine wichtige Frage bereit. Ich hatte keine Ahnung, wie diese Frage lautete, aber die Antwort war bereits in meinen Schritten vorgeformt, und ich brauchte nur weiterzugehen, um zu erfahren, dass ich mich selbst hinter mir gelassen hatte, dass ich jetzt nicht mehr der gleiche Mensch war wie früher.«

PAUL AUSTER, Mond über Manhattan

[11]Frühling 1999

Vor mir liegt ein fertiges Manuskript. Neben und hinter mir liegen etwa fünf Kilogramm Notizen: Tagebuchaufzeichnungen, Rechnungen, Prospekte, Einkaufslisten, Einpackprotokolle, Briefe, Statistiken, Landkarten …

Das Zettelwerk werde ich in einen Kasten verbannen, und das Manuskript werde ich an den Verlag schicken. Damit wird das Kapitel Jakobsweg abgeschlossen sein.

Ich versuche, diese Reise in diesem Buch zu dokumentieren. »Dokumentieren« heißt auch, dass ich Dokumente wie Tagebuchaufzeichnungen oder Briefe, auf die ich mich stützen konnte, wenig verändert habe. Eine literarische Nachbearbeitung oder eine stilistische Glättung im Nachhinein wären mir gekünstelt und widersinnig vorgekommen.

Auf allzu viele praktische Hinweise habe ich verzichtet. Dafür gibt es erstens detaillierte Wanderführer, und zweitens geht jeder den Weg mit seinen eigenen Füßen und sieht ihn mit seinen eigenen Augen. Deshalb haben Tipps oder Warnungen nur einen begrenzten Wert.

Ich werde also das Manuskript an den Verlag schicken und damit – nein, das Kapitel Jakobsweg wird nicht abgeschlossen sein. Es gibt einen alten Pilgerspruch, von dem ich erst jetzt weiß, dass er wahr ist: Der Weg endet nicht in Santiago. Der Weg beginnt in Santiago.

[12]Juni 1998

Wie kommt man auf die eigenartige Idee, zwei Monate lang zu Fuß zur Kathedrale eines Heiligen zu wandern, von dem man vorher nicht einmal wusste, dass es ihn gibt? Viele Pilger glauben an die Vorsehung und belächeln einen, wenn man ihnen von »Zufällen« erzählt. Ich bin zwar kein großer Anhänger des magischen Weltbilds, weil ich glaube, dass wir Menschen uns das meiste selbst zaubern, aber irgendwie ging es schon ein bisschen verhext zu bei unserem Weg auf den Jakobsweg.

Wir – meine Frau Barbara und ich – wollten immer schon eine längere Reise machen, wussten aber weder wann noch wie, noch wohin.

Auf der Hochzeit von lieben Freunden lernte ich einen Mann kennen, der mir einen ganzen Abend lang faszinierende Geschichten von seinen Erlebnissen auf einem der ältesten Pilgerwege der Welt erzählte: dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Ich erfuhr nicht nur viel über das Leben eines modernen Pilgers, sondern auch über die Geschichte des Camino de Santiago, wie der Weg auf Spanisch heißt. Benannt ist er nach dem heiligen Jakob oder Jakobus dem Älteren, spanisch Sant Iago, französisch Saint Jacques. Jakob und sein Bruder Johannes gehörten zum »inneren Kreis« der Apostel Jesu. Jakob war einer der ersten Märtyrer: Um das Jahr 44 wurde er enthauptet. Von da an hören die relativ unumstrittenen Überlieferungen allerdings auf. Zwei Schüler des Jakob sollen seinen Leichnam von Jerusalem nach Galicien im Westen Spaniens, wo der Apostel angeblich missioniert hatte, gebracht haben. Dort habe Jakob seine letzte Ruhe gefunden – bis zum Jahr 813 oder 825, so genau weiß man das nicht. Da wurde ein frommer Einsiedler durch ein übernatürliches Licht über einem Feld (»campus stellae«, Sternenfeld) zum Grab des Heiligen geführt, woraufhin, kurz gesagt, Santiago de Compostela entstand.

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