Beschreibung

Das Mädchen, das mit den Tieren spricht: Das wollten alle kleinen Lilli-Leserinnen schon immer wissen: wie Bonsai zu Lilli kam! Für alle Liliane-Susewind-Fans ab 6 Jahren Eigentlich soll Lilli nicht mit Tieren sprechen, damit sie und ihre Eltern endlich mal ungestört Urlaub machen können. Doch als sie einen kleinen weißen Hund entdeckt, der Futter aus den Mülltonnen stibitzt, kann Lilli nicht anders: Sie muss einfach mit ihm reden! Gemeinsam bestehen sie das erste von vielen Abenteuern und werden dabei dicke Freunde. Diese herzerwärmende Geschichte zeigt: Auf Freunde ist Verlass! Von Bestsellerautorin Tanya Stewner – mit großer Fibelschrift und fröhlich-bunten Bildern von Florentine Prechtel Bei Antolin gelistet Alle Bücher der Serie ab 6 Jahren: ›Liliane Susewind – Ein kleiner Esel kommt groß raus‹ ›Liliane Susewind – Ein Meerschwein ist nicht gern allein‹ ›Liliane Susewind – Viel Gerenne um eine Henne‹ ›Liliane Susewind – Ein Nilpferd auf dem Zebrastreifen‹ ›Liliane Susewind – Extra-Punkte für den Dalmatiner‹ ›Liliane Susewind – Schwarze Kater bringen Glück‹ ›Liliane Susewind – Ein kleiner Hund mit großem Herz‹ Weitere Bände in Vorbereitung. Entdecke auch die Liliane-Susewind-Serie für Kinder ab 8 Jahren!

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EPUB

Seitenzahl: 34


Tanya Stewner

Liliane Susewind

Ein kleiner Hund mit großem Herz

Mit Bildern von Florentine Prechtel

FISCHER E-Books

Inhalt

FamilienurlaubDas kleine EtwasEin neuer FreundDas Geheimnis des StreunersRettungsaktionEin richtiges Zuhause

Familienurlaub

»Ich könnte wetten, dass sie ein Vogel ist!«, piepste ein Spatz, der neben einigen anderen Spatzen auf der Regenrinne eines Daches saß. »Ganz bestimmt!« Aufgeregt betrachtete er das kleine rothaarige Mädchen, das mit seiner Familie auf der Terrasse des gemütlichen Hotels am See frühstückte.

»Aber …«, wandte der Spatz neben ihm ein. »Was hat sie denn da auf dem Kopf? Das sind doch keine Federn!«

»Doch!«, widersprach der erste Spatz, aber dann hielt er inne und überlegte. »Vielleicht wechselt sie gerade ihr Federkleid … und irgendwas läuft schief.«

»Das auf ihrem Kopf sieht eher aus wie Gestrüpp!«, bemerkte ein dritter Spatz. »Ist sie ein … Busch?«

»Vielleicht ist sie ein Besen!«, zirpte da ein vierter Spatz. »Nur falsch rum.«

Während die vier Spatzen heftig zu diskutieren begannen, holte das Mädchen, das Liliane Susewind hieß, ein Tuch aus ihrer Tasche und band es sich um den Kopf. Sie hatte ihre rostrote Löwenmähne noch nie leiden können, aber wenn nun sogar schon die Spatzen von den Dächern pfiffen, dass sie aussah wie ein Wischmopp …

Es war für Lilli nichts Ungewöhnliches, dass sie das Zwitschern der Vögel verstand, denn sie hatte eine besondere Fähigkeit: Sie konnte mit Tieren sprechen.

»Können wir uns darauf einigen, dass du hier im Urlaub mit keinem Tier redest?«, fragte nun Lillis Mutter. »Du weißt ja, dass es immer zu einem Riesenwirbel führt, wenn die Leute das merken. Und ich würde gerne einmal eine Woche Urlaub in Ruhe verbringen. Abgemacht?«

Lilli nickte ergeben. »Ja, gut«, stimmte sie zu, obwohl sie wusste, wie schwer das werden würde. Aber sie wollte ja selbst gern vermeiden, von anderen Urlaubern angegafft zu werden. Hoffentlich fiel keinem der Hotelgäste auf, dass inzwischen mindestens zwanzig Spatzen auf der Dachrinne saßen, zu ihr herunterstarrten und lauthals tschirpten!

»Ich passe auf«, versprach Lilli. »Ich rede mit keinem Tier, und ich bin mit Pflanzen vorsichtig.« Auf Pflanzen hatte Lilli nämlich ebenfalls eine besondere Wirkung: Wenn Lilli lachte, blühten um sie herum unzählige Blumen auf.

Ihre Mutter lächelte erleichtert. »Gut, da bin ich froh.«

»Aber mach dich deswegen nicht verrückt«, riet Lillis Vater seiner Tochter.

Lilli lächelte ihn an. Sie verstand sich wirklich gut mit ihm. Und ihre Oma, die mit ihnen in den Urlaub gekommen war, mochte sie auch sehr.

Plötzlich bemerkte Lilli einen blonden Jungen, der mit seinen Eltern am Nebentisch saß. Er schien ein bisschen älter zu sein als sie, und irgendwie sah er nicht besonders nett aus. Kaum hatte Lilli das gedacht, streckte der Junge ihr die Zunge heraus.

Lilli biss schnell in ihr Brot und guckte wieder zur Dachrinne hinauf.

»Sie ist eine Menschvogelin!«, piepste dort gerade ein Spatz. »Sie kann ganz offensichtlich Vogelisch sprechen, aber … sie menschelt!«

»Menschvogelinnen gibt es nicht!«, trillerte ein zweiter Spatz. »Und … das Mädchen da gibt es auch nicht!«

»Hä? Aber wir sehen es doch!«

»Also, ich sehe nichts!«, widersprach der zweite Spatz und drehte Lilli entschlossen den Rücken zu.

Lilli musste grinsen. Das Grinsen verging ihr jedoch, als sie bemerkte, dass der blonde Junge am Nebentisch sie anstarrte. Im nächsten Moment hakte er die Zeigefinger in die Mundwinkel und zog eine alberne Grimasse.

Lilli hatte keine Ahnung, was sie tun sollte, und schaute abermals weg. Dabei fiel ihr Blick auf eine Voliere, einen großen Vogelkäfig, der am Rand der Terrasse stand. Ein paar hübsche Zebrafinken hüpften darin von Stange zu Stange. Nun sah einer von ihnen Lilli an und rief: »Gemeiner Junge!«

Lilli runzelte verwirrt die Stirn.

»Gemeiner Junge!«, wiederholte der Vogel mit Nachdruck. Lilli wunderte sich. Was meinte der Vogel denn damit? Sie war doch ein Mädchen! Und außerdem … nun ja, nicht gemein. Am liebsten hätte sie den Zebrafinken gefragt, aber das durfte sie ja nicht.