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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 2,0, Technische Universität Berlin (Institut für Geschichte und Kunstgeschichte), Veranstaltung: HS "Es rühmen Menschen meine Klugheit und List. Die Odyssee des Homer und ihr Nachwirken", Sprache: Deutsch, Abstract: Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir, und einer der zähesten Restbestände der klassischen Bildung, seit dem Altertum begegnet einem im Mythos vom Trojanischen Pferd, im Topos der Odyssee, einer Irrfahrt und in alltäglichen Begriffen wie ‚bezirzen’ oder ‚jemanden zur Sau machen’ – zugestanden: letzteres war nicht fein. Doch die Welt beider großer Epen des rätselhaften Dichters, den wir Homer nennen, sie fesselt die Menschen heute noch wie vor fast dreitausend Jahren. Der gesamte Sagenkreis um Troja und Irrfahrt des Königs von Ithaka stellt nicht nur das erste, sondern auch eines der fesselndsten, epischen literarischen Werke überhaupt dar. Dies mag in vielem seine Ursache haben, sicher aber auch in den Schwierigkeiten des Odysseus während der erstrebten Heimfahrt nach dem Ringen um Troja, den Komplikationen, die eine Begegnung mit diesem klugen Kopf mitunter haben kann, seinem listenreichen und bisweilen zynischen Vorgehen (um es freundlich zu formulieren), seinem Umgang mit anderen Figuren, seiner Demut und deren Zurschaustellung, und schließlich dem charakteristischen Merkmal, indem Max Horkheimer und Theodor Adorno den ersten aufgeklärten Menschen der Weltliteratur ausgemacht haben und an ihm auch das Wesen dieses Begriffs (Aufklärung) festmachen, seine Dialektik.Genau dies will die vorliegende Arbeit leisten, nämlich, sich dem Wesen dieser mythologischen Urfigur in der europäischen Literatur anzunähern und seine wesentlichen Züge herauszuarbeiten, um Antworten zu finden auf die Frage ‚Wie modern war Odysseus? Und was macht ihn zu einem modernen Menschen?’ Hierfür hält sie sich eher am Gehalt der Handlung fest als am buchstabengetreuen Zitat, aufgrund noch zu zeigender Umstände ist die Odyssee hierfür wesentlich interessanter als die Ilias, auf die nur am Rande und wenn dies notwendig erscheint, Bezug genommen wird. Einer dieser Umstände ist der, dass die für diese Arbeit zentrale Figur des Odysseus in der Ilias zwar vorkommt, aber erst in der Odyssee maßgeblich behandelt wird und vieles, was Odysseus angestellt haben soll, erst in der Odyssee erwähnt und beschrieben wird. Außerdem bringt der vorrangige Blick auf die Odyssee das Vergnügen, nicht jähzornigen Männern, sondern anmutigen und gescheiten Frauen beim Kampf mit den Gegebenheiten zuzusehen. Kirke, Penelope und Athene faszinieren nicht nur Odysseus, sie sind Wegbegleiterinnen auf dem Weg der nächsten Seiten, die einen Zugriff auf das Wesen des europäischen Menschen versuchen.
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Veröffentlichungsjahr: 2010
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Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir, und einer der zähesten Restbestände der klassischen Bildung, vom Altertum bis ins vergangene Jahrhundert begegnet einem im Mythos vom Trojanischen Pferd, im Topos der Odyssee als einer nicht enden wollenden Irrfahrt und in alltäglich genutzten Begriffen wie ‚bezirzen’ oder ‚jemanden zur Sau machen’ - zuge-standen: letzteres war nicht fein. Doch die Welt in den beiden großen Epen des ewig rätselhaften Dichters, den wir als Homer kennen und von dem man mittlerweile sicher ist, dass unter diesem Namen mindestens zwei Dichter überliefert worden sind, sie fesselt die Menschen heute noch wie vor fast dreitausend Jahren.
Der gesamte Sagenkreis um Troja und die folgende Irrfahrt des Königs von Ithaka, Odysseus, stellt nicht nur das erste, sondern auch eines der fesselndsten, epischen literarischen Werke überhaupt dar. Dies mag in vielem seine Ursache haben, sicher aber auch in den Schwierigkeiten des Odysseus während der erstrebten Heimfahrt nach dem Ringen um Troja, den Komplikationen, die eine Begegnung mit diesem klugen Kopf mitunter haben kann, seinem listenreichen und bisweilen zynischen Vorgehen (um nicht noch andere Attribute zu verwenden), seinem Umgang mit anderen Figuren, seiner Demut und deren Zurschaustellung, und schließlich dem charakteristischen Merkmal, indem Max Horkheimer und Theodor Adorno den ersten aufgeklärten Menschen der Weltliteratur ausgemacht haben und an ihm auch das Wesen dieses Begriffs (Aufklärung) festmachen, seine Dialektik.
Genau dies will die vorliegende Arbeit leisten, nämlich, sich dem Wesen dieser mythologischen Urfigur in der europäischen Literatur anzunähern und seine wesentlichen Züge herauszuarbeiten, um Antworten zu finden auf die Frage ‚Wie modern war Odysseus? Und was macht ihn zu einem modernen Menschen?’ Hierfür hält sie sich eher am Gehalt der Handlung fest als am buchstabengetreuen Zitat, aufgrund noch zu zeigender Umstände ist die Odyssee hierfür wesentlich interessanter als die Ilias, auf die nur am Rande und wenn dies notwendig erscheint, Bezug genommen wird. Einer dieser Umstände ist der, dass die für diese Arbeit zentrale Figur des Odysseus in der Ilias zwar vorkommt, aber erst in der Odyssee maßgeblich behandelt wird und vieles, was Odysseus vor und in Troja angestellt haben soll, überhaupt erst in der Odyssee erwähnt und beschrieben wird. Außerdem bringt der vorrangige Blick auf die Odyssee das Vergnügen, nebenher nicht jähzornigen Männern beim Ringen, sondern anmutigen und gescheiten Frauen bei ihrem Umgang mit den Gegebenheiten zusehen zu können. Kirke, Penelope und Athene faszinieren nicht nur Odysseus oder sind mythisches Ziel seines Strebens, sie sind Wegbegleiterinnen auf dem Weg der nächsten Seiten, die einen Zugriff auf das Wesen des europäischen Menschen versuchen. Setzen wir die Segel!
List und Tücke des Odysseus
