Lola macht Schlagzeilen (Band 2) - Isabel Abedi - E-Book

Lola macht Schlagzeilen (Band 2) E-Book

Isabel Abedi

5,0
7,99 €

Beschreibung

Ein Interview mit einer Fee? Nichts Besonderes für Lola! Zumindest nicht, wenn sie sich nachts in die berühmte Reporterin Lo. Ve. verwandelt. Klar, dass sie zusammen mit ihrer besten Freundin Flo auch die Titelgeschichte der Schülerzeitung übernimmt. Doch schnell stellen die beiden fest, dass es in Wirklichkeit gar nicht so einfach ist, aufregende und außergewöhnliche Ereignisse zu finden. Und ihre neuen Patenkinder aus der ersten Klasse sorgen zwar für jede Menge Trubel, sind für eine Schlagzeile aber rein gar nicht geeignet. Kurzerhand beschließt Lola, über die Ergreifung des gefährlichen Wasserpistolenbanditen zu berichten, der die Stadt seit Wochen in Atem hält. Dazu muss sie ihn allerdings erst einmal schnappen ... Die warmherzig und humorvoll erzählte Spiegel-Bestseller-Reihe der renommierten Autorin Isabel Abedi um das beliebte Mädchen Lola, ihre Familie und ihre Freunde.

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EPUB

Seitenzahl: 127

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www.lola-club.de

1.

FEENSPUCKE UND EIN NASSES BETT

Eigentlich wollte ich ja mit dem Wasserpistolenbanditen anfangen, aber meine Freundin sagt, so richtig losgegangen ist die ganze Geschichte doch eigentlich mit der Fee.

Also fange ich eben mit der Fee an.

Die Fee war meine ganz geheime und absolut außergewöhnliche Entdeckung. Außergewöhnliche Entdeckungen gehören zu meinem Beruf, denn ich bin Reporterin und schreibe für die Zeitung.

Mein Reportername ist Lo. Ve. und ich bin in meinem Beruf ziemlich berühmt, weil das, was ich für die Zeitung schreibe, wirklich sehr, sehr außergewöhnlich ist. Letzte Woche habe ich zum Beispiel über einen sprechenden Birnbaum geschrieben und in der Woche davor über einen Menschen mit zwei Nasen und in der Woche davor über ein fliegendes Schaf.

All das habe ich natürlich auch wirklich entdeckt, sonst käme es ja nicht in die Zeitung, sondern in ein Buch. In Büchern stehen ausgedachte Geschichten. In der Zeitung stehen wahre Geschichten. Die kann man nicht einfach erfinden, man muss sie finden. Deshalb bin ich als Reporterin auch ständig auf der Suche. Wie ein Detektiv. Nur dass ein Detektiv nicht über seine Entdeckungen schreibt, jedenfalls nicht in der Zeitung. Eine Reporterin hat da viel mehr zu tun. Die entdeckt erst was und dann schreibt sie darüber. Und dann kommt es in die Zeitung, und dann erfährt die ganze Welt davon. Und dann wird die Reporterin berühmt. So wie ich.

Als Reporterin schreibe ich natürlich auch über aufregende Ereignisse oder mache Interviews mit außergewöhnlichen Menschen. Mit gefährlichen Bankräubern zum Beispiel oder mit berühmten Sängerinnen. Ich war selbst auch mal eine berühmte Sängerin, aber das ist eine andere Geschichte.

Diese Geschichte beginnt nun eben mit der Fee, denn in der Nacht, als alles anfing, entdeckte ich sie. Die Fee saß in einer leeren Coladose, die ein Junge ins Gebüsch gekickt hatte. Ich hatte ihr Geschrei gehört und war dem Jungen hinterhergeschlichen. Leuten hinterherschleichen gehört natürlich auch zu meinem Beruf und darin bin ich besser als jeder Detektiv. Als der Junge die Coladose ins Gebüsch gekickt hatte, ging er weiter, wahrscheinlich weil er das Geschrei nicht gehört hatte. Es war ja auch ein sehr leises Geschrei. Aber wenn man als Reporterin unterwegs ist, muss man Augen und Ohren offenhalten.

Ich ging also dem Geschrei nach und kroch auf allen vieren ins Gebüsch. Dabei schürfte ich mir die Hände auf und blutete, aber einer echten Reporterin kann so etwas nichts anhaben. Und im nächsten Moment entdeckte ich dann auch die Fee.

Sie war aus der Coladose herausgekrochen und ihr Kopf war ganz verbeult, weil sie durch das Kicken hin und her geschüttelt worden war. Da musste ich sie erst mal verbinden. Leider hatte ich nur ein benutztes Taschentuch dabei, aber ich hatte erst ein Mal reingeschnieft. Die Fee war sehr dankbar, und als ich sie fragte, ob ich ein Interview mit ihr machen dürfte, sagte sie Ja.

Sie setzte sich auf mein Knie und ich holte mein Mikrofon heraus. Dann stellte ich ihr alle möglichen Fragen (so macht man das bei einem Interview) und die Fee gab mir auf jede Frage eine Antwort. Das Interview ging so:

Interview mit Fee

Ich: Bist du eine echte Fee?

Die Fee: Ja.

Ich: Gibt es außer dir noch andere Feen?

Die Fee: Nein.

Ich: Dann bist du die einzige überhaupt noch lebende Fee?

Die Fee: Ja.

Ich: Findest du das traurig?

Die Fee: Nein.

Ich: Ist die Coladose dein Zuhause?

Die Fee: Ja.

Ich: Wohnst du schon lange hier?

Die Fee: Na ja. Ich bin vor vier Monaten hier eingezogen. Aber jetzt muss ich wieder umziehen, weil mein Zuhause zerstört ist.

Ich: Und wo ziehst du jetzt hin?

Die Fee: Mal sehen, wo was frei ist.

Ich: Und du bist wirklich richtig, richtig echt?

Die Fee: Ja-haa!

Ich: Kannst du auch Wünsche erfüllen?

Die Fee: Ja.

Ich: Brauchst du dazu einen Zauberstab?

Die Fee: Nein.

Ich: Und wie erfüllst du die Wünsche dann?

Die Fee: Ich verreibe ein wenig Feenspucke zwischen meinen Fingern, und wenn die Spucke verrieben ist, geht der Wunsch in Erfüllung.

Ich: Erfüllst du mir auch einen Wunsch?

Die Fee: Ja.

An dieser Stelle legte ich das Mikrofon zur Seite und fing an zu überlegen. Ich hatte ziemlich viele Wünsche und konnte mich nicht entscheiden, welchen ich am wichtigsten fand.

„Ich wünsche mir, dass ich zaubern kann“, sagte ich deshalb. Dann könnte ich mir alles Mögliche wünschen und es selbst wahr zaubern.

Die Fee holte tief Luft, spuckte sich einen kleinen goldenen Spucketropfen auf ihren Zeigefinger und rieb mit dem Daumen dagegen. Sie rieb und rieb, und die Spucke wurde weniger und weniger, und gleich würde mein Wunsch in Erfüllung gehen. Ich fühlte mich wunderbar.

Aber dann wurde es plötzlich nass. An meinem linken Bein. Sehr, sehr nass und sehr, sehr warm.

Und in diesem Moment kehrte ich zurück in die Wirklichkeit.

Tja. Die Wirklichkeit. Das war mein Kinderzimmer in Hamburg. In der Bismarckstraße 44, um genau zu sein. Und es war Nacht.

Ihr müsst nämlich wissen, dass ich bis zu diesem Moment nur nachts Reporterin war und dass ich so außergewöhnliche Dinge wie sprechende Birnbäume und Feen in Coladosen natürlich auch nur nachts entdecke. Und zwar immer dann, wenn ich wach liege und nicht schlafen kann. Das ist bei mir allerdings fast jede Nacht der Fall. Und weil es ziemlich langweilig ist, schlaflos im Bett herumzuliegen, denke ich mir dann immer aus, wer ich noch sein könnte, wenn ich nicht ich wäre.

Eine ganze Weile lang war ich in solchen Nächten immer Sängerin und hieß Jacky Jones. Das hat auch ziemlich viel Spaß gemacht. Aber irgendwann wollte ich etwas Neues sein. Seitdem bin ich Reporterin und nenne mich Lo.Ve. Lo.Ve. ist eine Abkürzung, weil man es als Reporterin manchmal ziemlich eilig hat. Dann dauert es zu lange, seinen ganzen Namen zu sagen oder zu schreiben, und deshalb braucht man eine Abkürzung. Außerdem klingt Lo.Ve. schön außergewöhnlich, finde ich.

Und gerade jetzt, wo meine absolut außergewöhnliche Entdeckung so richtig schön spannend wurde, musste meine Freundin mir ans Bein pinkeln.

Das war nämlich das Nasse, Warme, das mich zurück in die Wirklichkeit holte.

In Wirklichkeit heiße ich übrigens Lola. Lola Veloso. Meine Freundin heißt Flo Sommer, und das mit dem Pinkeln war natürlich keine Absicht. Flo hat einen fehlenden Reflex. So nennt das jedenfalls meine Mama, und die ist Krankenschwester und muss es wissen. Der fehlende Reflex bedeutet, dass Menschen wie Flo nachts nicht merken, wenn sie pinkeln müssen. Normalerweise wacht man ja auf, wenn man muss, und hält das Pipi so lange an, bis man auf dem Klo ist. Dafür sorgt der Reflex. Aber wenn Flo schläft, schläft der Reflex bei ihr wohl auch. So stelle ich mir das zumindest vor. Jedenfalls – wenn Flo nachts muss, macht sie ins Bett und wacht dabei nicht einmal auf.

Und weil sie in dieser Nacht bei mir geschlafen hatte, machte sie in mein Bett.

Der nasse, warme Fleck an meinem Bein wurde schnell ganz kalt und meine vorgestellte Fee verschwand.

Seufzend weckte ich Flo, und dann weckten wir Mama, damit sie uns frisches Bettzeug und neue Schlafanzüge gab.

Als wir wieder im Bett lagen, war ich hundemüde. Flo dagegen war hellwach und wollte unbedingt eine Geschichte hören, damit sie wieder schlafen konnte.

Also erzählte ich Flo, dass ich nachts die Reporterin Lo.Ve. war und für die Zeitung schrieb und dass ich in dieser Nacht die einzige überhaupt noch lebende Fee entdeckt hatte – und plötzlich wurde Flo ganz aufgeregt.

„Das ist die Idee, Lola!“, unterbrach sie mich.

„Was? Das mit der Fee?“

„Nein“, sagte Flo ungeduldig. „Das mit der Zeitung.“

„Wieso?“ Ich setzte mich auf, und Flo knipste das Licht an.

„Weil wir so was doch in echt machen können!“

„Wie, was?“ Ich begriff nicht, was Flo meinte.

„Na, Sachen schreiben. Für die Zeitung.“

„Spinnst du?“ Ich zeigte Flo einen Vogel. „Zeitungen gibt’s in Wirklichkeit doch nur für Erwachsene. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die von Kindern was geschrieben haben wollen.“

„Die vielleicht nicht“, grinste Flo. „Aber wir können doch unsere eigene Zeitung machen. Wenn du Lo.Ve. heißt, bin ich Flo.So., und zusammen sind wir ein richtiges Team!“

Meine Kopfhaut juckte, wie immer, wenn ich aufgeregt bin. Die Idee war wirklich gut. Vor allem, weil noch immer eine ganze Woche Sommerferien vor uns lag. In diesem Jahr waren wir nicht in Urlaub gefahren, weil Papai gerade die Perle des Südens eröffnet hatte und weil Penelope dort gerade als Kellnerin angefangen hatte.

Die Perle des Südens ist unser Restaurant und Papai ist mein Papa. Er kommt aus Brasilien, deshalb nenne ich ihn Papai, weil das „Papa“ auf Brasilianisch heißt. Penelope ist Flos Mama. Während der Schulzeit arbeitet sie meistens tagsüber in der Perle des Südens. Aber in den Ferien arbeitete sie auch abends dort. Dann schlief Flo immer bei mir.

Flo und ich waren erst seit Kurzem beste Freundinnen und verbrachten jede freie Minute zusammen. So was ist für beste Freundinnen ganz normal. Wir gingen mit Tante Lisbeth zum Schwimmen oder besuchten Oma im Buchladen oder schrieben magische Wörter für Flos Schatzkiste oder brachten ihrem Hamster Harms Kunststücke bei, und mittags gingen wir in die Perle des Südens zum Essen.

Aber in den letzten Tagen hatte uns dann doch die Langeweile gepackt. Und gegen Langeweile ist eine eigene Zeitung natürlich ein sehr, sehr gutes Mittel.

Flo und ich unterhielten uns noch eine ganze Weile darüber, was in unserer Zeitung so alles stehen sollte. Und gleich am nächsten Morgen ging es los.

2.

DIE FLOLO MOPO

Der nächste Morgen war ein Sonntag und da schlafen bei uns immer alle aus. Aber wenn man eine Zeitung schreiben will, muss man früh aufstehen, auch wenn Sonntag ist und auch wenn Ferien sind.

Deshalb hatte Flo meinen Wecker auf fünf Uhr gestellt. Als er klingelte, sprangen wir aus dem Bett und gingen aufs Klo. Dort liegen immer die Zeitungen, die Papai liest, wenn er sein großes Geschäft macht. (Flo sagt, „großes Geschäft“, das klingt, als würde Papai auf dem Klo Sachen verkaufen oder Geld verdienen oder so was. Aber ich finde, „großes Geschäft“ klingt genau richtig, und deshalb bleibe ich dabei.) Jedenfalls dauert bei Papai das große Geschäft meist ziemlich lange, und ich glaube, das liegt daran, dass die Zeitungen so dick sind.

„Wir schauen erst mal nach, was da so alles drinsteht“, sagte Flo. „Die guten Sachen schneiden wir dann aus und kleben sie in unsere Zeitung.“

Leider standen in Papais Zeitungen nicht sehr viele gute Sachen. Das meiste war langweilig oder unverständlich oder schrecklich. Vor schrecklichen Sachen habe ich Angst, die will ich nicht in meiner Zeitung haben.

Aber eine gute Sache fand ich doch. Sie war zwar auch ein bisschen schrecklich, aber irgendwie auch lustig und vor allen Dingen spannend. Die Überschrift lautete: „HAMBURG SUCHT DEN WASSERPISTOLENBANDITEN.“

Ich schnitt die Seite aus und las Flo vor, was unter der Überschrift stand: „Seit einigen Wochen versetzt ein sonderbarer Verbrecher Hamburgs Ladenbesitzer in Angst und Schrecken. Getarnt mit einer Strumpfmaske, dringt der Bandit in die Läden ein und bedroht die Besitzer mit seiner Waffe. Sobald die Ladenbesitzer ihre Kassen geleert haben, schnappt er sich das Geld und beschießt die verängstigten Menschen zum Dank mit Wasser. Ein Porzellangeschäft, ein Pralinenladen und eine Metzgerei wurden auf diese Weise bereits überfallen. Weitere Angriffe sind nicht auszuschließen, und da die Waffe des Banditen wie eine normale Pistole aussieht, ist äußerste Vorsicht geboten. Hinweise auf den Übeltäter nimmt jede Polizeidienststelle dankendentgegen.“

Flo kicherte. „Ein Bandit mit einer Wasserpistole. Das nehmen wir. Das kommt ganz nach vorn in unsere Zeitung.“

Außer der Seite mit dem Wasserpistolenbanditen schnitten wir noch den Wetterbericht und ein Foto des neugeborenen Elefantenbabys im Hamburger Zoo aus.

Alles andere war nicht zu gebrauchen.

Wir klebten die drei Sachen auf weiße Papierbögen. Die lochten wir und banden sie mit einem Bindfaden zusammen.

„Ich finde unsere Zeitung noch etwas dünn“, sagte ich.

Flo nickte. „Wir fangen ja auch gerade erst an.“ Sie fuhr sich durch ihre schwarzen Zauselhaare und sah aus dem Fenster. „Wir müssten selbst ein paar Sachen entdecken, die wir in die Zeitung schreiben“, murmelte sie.

Ich dachte an meine Fee, die ich letzte Nacht interviewt hatte, und plötzlich hatte ich eine Idee. „Wir könnten doch auch echte Interviews machen.“

Flo war begeistert. „Weck deine Eltern“, sagte sie. „Wir interviewen sie auf deiner Bühne. Mit Mikro und allem.“

Dazu muss ich kurz erklären, dass ich eine eigene Bühne habe. Ich habe sie selbst gebaut und vor den Sommerferien bin ich dort immer als Sängerin aufgetreten. Ein selbst gebasteltes Mikrofon habe ich auch, aber das war für unseren Plan nicht zu gebrauchen. Dafür habe ich einen kleinen Kassettenrekorder, in den man reinsprechen kann. Der war für unsere Reporterbühne genau das Richtige.

Im Gegensatz zu Flo waren meine Eltern leider nicht begeistert, als ich sie für unser Zeitungsinterview aus dem Bett holen wollte.

„Bist du wahnsinnig geworden?“, schrie Mama mich an, als ich ihr einen Knallkuss ins Ohr gab. „Weißt du eigentlich, wie spät es ist?“

Natürlich wusste ich, wie spät es war. Es war zwanzig nach sechs und Flo und ich waren immerhin seit über einer Stunde auf den Beinen.

„Raus mit dir, Cocada“, murmelte Papai im Schlaf und drehte sich auf die andere Seite. Cocada ist eine brasilianische Kokosnusssüßigkeit. Und Papai nennt mich so, weil er Kokosnüsse liebt.

Aber jetzt wollte er nichts von mir wissen, denn er hatte die halbe Nacht gearbeitet.

Flo und ich mussten noch drei Stunden warten, bis es endlich an unsere Tür klopfte. Papai kam im Schlafanzug ins Zimmer geschlurft. Seine Augen waren noch immer ganz verquollen und seine Haare standen in alle Richtungen vom Kopf ab.

„So erscheint man aber nicht zu einem Interview“, sagte ich vorwurfsvoll.

„Ist doch egal“, sagte Flo ungeduldig. „Setzen Sie sich bitte hier hin.“ Sie zeigte auf die Bühne. Normalerweise sagt Flo natürlich Du zu meinem Papai. Aber heute waren wir Reporterinnen und da sagt man besser Sie.

Papai setzte sich auf unsere Bühne. Flo drückte den Kassettenrekorder auf „Aufnahme“ und ich fing mit der Befragung an. Unser erstes echtes Interview ging so:

Interview mit Papai

Ich: Wie heißen Sie?

Papai: Fabio Veloso.

Ich: Woher kommen Sie?

Papai: Aus Brasilien.

Ich: Wie lange haben Sie dort gelebt?

Papai: 31Jahre.

Ich: Und wie lange leben Sie in Deutschland?

Papai: 13Jahre.

Ich: Dann sind Sie jetzt also 54Jahre alt.

Papai: Falsch.

Ich: Wieso?

Papai: Weil Sie sich verrechnet haben.

Ich: Echt? Moment … stimmt: Sie sind 44Jahre alt!

Papai: Ganz genau.

Ich: Welchen Beruf haben Sie?

Papai: Ich leite ein brasilianisches Restaurant.

Ich: Gibt es da auch Fisch?

Papai: Natürlich.

Ich: Und Ratten?

Papai: Natürlich nicht!

Ich: Haben Sie eine Frau?

Papai: Ja.

Ich: Lieben Sie Ihre Frau?

Papai: Und wie!

Ich: Machen Sie Sex mit Ihrer Frau?

Papai: Das geht die Zeitung nichts an.

Ich: Haben Sie schon mal eine Fee gesehen?

Papai: In Bilderbüchern ja. In echt leider noch nicht.

Ich: Was ist Ihr größter Wunsch?

Papai: Im Augenblick eine Tasse starker Kaffee.

Ich: Das ist wirklich ein sehr, sehr langweiliger Wunsch. Also dann. Tschüss.