Love Cruise - Eliza Dawson - E-Book

Love Cruise E-Book

Eliza Dawson

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Beschreibung

Chase und Eli sind die besten Freunde seit Kindertagen und gemeinsam durch dick und dünn gegangen. In der Liebe haben sie allerdings kein Glück: Chase wird von seinem Freund für ein blutjunges Model verlassen und Eli erwischt seine Verlobte kurz vor der Hochzeit mit einem anderen im Bett. Doch die Flitterwochen auf einem Kreuzfahrtschiff sind längst gebucht und kurzentschlossen treten Chase und Eli die Reise gemeinsam an. Doch Chase wird bald von seinen Gefühlen für Eli eingeholt, von denen er glaubte, sie längst begraben zu haben. Denn er weiß genau, dass er keine Chance hat: Schließlich ist Eli hetero …

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Seitenzahl: 62

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Love Cruise

Eine Kreuzfahrt zum Verlieben

Eliza Dawson

Inhalt

Love Cruise – Eine Kreuzfahrt zum Verlieben

Bücher von Eliza Dawson

Love Cruise – Eine Kreuzfahrt zum Verlieben

»Estut mir leid, Chase, aber es ist vorbei.«

Entgeistert sah ich meinen Freund, nein, Ex-Freund Phil an. Vier Monate waren wir zusammen, was für mich einen Beziehungsrekord darstellte. Er hatte es so lange mit mir ausgehalten, wie kein anderer vor ihm, und ich hatte geglaubt, es würde diesmal dauerhaft funktionieren. So richtig verliebt war ich zwar nicht in ihn, aber der Sex war gut und wir verstanden uns. Mehr erwartete ich nicht.

»Was auch immer der Grund ist … Wir können daran arbeiten.« Eigentlich hing ich nicht so sehr an Phil, aber ich wollte Eli nicht wieder eigenstehen, dass meine nächste Beziehung in die Brüche gegangen war. Dass ich es nicht einmal schaffte, einen Typen zu halten, der dreizehn Jahre älter war und froh sein sollte, etwas so Junges, Knackiges wie mich abzukriegen.

Phil seufzte. »Können wir nicht.« Er rieb sich über den Nacken. »Ich hab schon jemand Neues gefunden.«

»Wie bitte?«

»Du erinnerst dich an Claude?«

Die Vene an meiner Schläfe begann zu pulsieren. Phil arbeitete als Fotograf für Modekataloge. Claude war eines der Models. Ich hatte ihn vor ein paar Tagen kurz gesehen, als ich Phil bei einem Shooting besucht hatte. Halbnackt und lasziv hatte er sich für den Unterwäschekatalog auf einem Bett geräkelt. Eine Hühnerbrust, die gerade mal volljährig war. Ich zwang mich zur Ruhe. Phil war mir vielleicht nicht so wichtig, aber das ging an meinen Stolz. »Für ihn willst du alles hinschmeißen, was wir haben?« Gut, das klang selbst in meinen Ohren falsch. Schließlich hatten wir streng genommen nichts.

Verächtlich schnaubte Phil. »Tu nicht so, als würde ich dir gerade das Herz brechen. Ich hab doch von Anfang an nur die zweite Geige bei dir gespielt.« Sein Blick wurde mitleidig. »Man müsste schon blind sein, um es nicht zu sehen. Wie sehr du eigentlich in Eli verliebt bist.«

Die Hitze kroch mir den Nacken hoch. »Das ist doch Unsinn. Er ist nur mein bester Freund.« Davon abgesehen war er hetero.

»Red dir das nur weiter ein. Aber an der Wahrheit ändert es nichts.«

»Du hast etwas besseres verdient.« Eli drückte mir die Schulter und setzte sich neben mich an die Theke. Die Lippen fest aufeinandergepresst sah er mich einen Moment an, bevor er uns zwei Kurze bestellte. »Du siehst ganz schön geknickt aus. Bei den anderen hat es dich nicht so mitgenommen.«

Ich nickte, wusste nicht, was ich sagen sollte. Die anderen hatten ihren Finger ja nicht direkt in die Wunde gelegt. Obwohl ich mich inzwischen fragte, ob es für sie nicht ebenso offensichtlich gewesen war und in ihre Entscheidung, mich zu verlassen, mit reingespielt hatte.

Er rieb mir über den Rücken. Ich zuckte hilflos mit den Achseln, während der Kloß in meinem Hals nur dicker wurde. Ich schluckte. »Es deprimiert einfach, immer und immer wieder verlassen zu werden.«

»Du wirst den Richtigen noch finden«, sagte Eli, aber es klang irgendwie aufgesetzt. Kein Wunder – ich hatte längst den Überblick verloren, die wievielte gescheiterte Beziehung das war.

»So wie du.«

Er verzog die Lippen zu einem schiefen Lächeln. »Lass uns jetzt nicht davon reden. Es sollte heute nicht um mich gehen.«

Es ging immer nur um ihn. »Stört es Sheila nicht, wenn du abends mit mir trinken gehst?«

Eli lachte auf. »Sie ist meine Verlobte, nicht meine Mutter.« Er griff nach meiner Hand, drückte sie. »Ich hab ihr gesagt, dass ich heute die ganze Nacht bei dir bleibe. Ich glaube, so kurz vor der Hochzeit hat es sie tatsächlich gefreut, mal ein bisschen Zeit für sich zu haben.«

Ich nickte. »Du musst aber nicht die ganze Nacht bei mir bleiben. Ich …« Ich brauchte Ruhe, um über meine Gefühle für ihn nachzudenken. Ich musste mir darüber im Klaren werden, ob Phil wirklich recht hatte. Ob ich im tiefsten Inneren immer noch in Eli verliebt war. Da wäre es eher kontraproduktiv, wenn er die ganze Nacht mit mir versoff oder bei mir übernachtete.

»Wir könnten einen Männerabend machen. Mit Actionfilmen, Pizza und so. Ein vorgezogener Junggesellenabschied, wenn du dich mit dem Gedanken eher anfreunden willst.«

»Du willst deinen Junggesellenabschied damit verbringen, mit mir Pizza zu essen und schlechte Actionschinken zu gucken?«

»Nicht die schlechten.« Er lächelte. »Ich wüsste nicht, wie ich den Abend anders verbringen sollte.«

»In einem Stripclub?«

»Du weißt, dass mir solche Läden nicht liegen. Aber siehst du, ich hab es geschafft, dich abzulenken.«

Ich seufzte. »Ja, genau, bis jetzt. Und es freut mich ja, dass du mich trösten willst, aber …«

»Du willst heute Abend allein sein?« Er legte einen Arm um meine Schulter, drückte mich an sich. »Das versteh ich. Aber wenn etwas ist, wenn du nicht mehr allein sein willst, dann ruf mich an und ich bin bei dir, so schnell ich kann.« Er grinste. »Schließlich sind dafür Freunde da.«

Freunde, ja. Mehr würden wir nie sein.

Ich saß gerade vorm Fernseher, schob mir ein Stück Pizza in den Mund, als es an meiner Wohnungstür klingelte.

Das passierte selten um drei Uhr morgens. Ich stellte den Film auf Pause, schlich zur Tür, nahm sicherheitshalber den Baseballschläger in die Hand und spähte durch den Türspion. Eli?

Vor zwei Stunden hatten wir uns in der Bar verabschiedet und getrennt auf den Heimweg gemacht. Was tat er hier? Hatte ich ihn vielleicht versehentlich aus der Hosentasche heraus angerufen?

Ich öffnete die Tür. »Alles in Ordnung?«

Er sah niedergeschlagen aus, schüttelte den Kopf. »Vielleicht brauchst du mich gerade nicht, aber ich brauch dich. Kann ich reinkommen?«

Ich bat ihn hinein und wir setzten uns auf die Couch. Sofort krallte er sich ein Stück Pizza, kaute darauf herum, während sein Blick auf einen Ort gerichtet war, an den ich ihm nicht folgen konnte. »Die Hochzeit ist geplatzt.«

Ich blinzelte. »Was? Aber …«

»Sheila hat sich tatsächlich darüber gefreut, die Nacht für sich zu haben. Als ich zurückkam, hab ich sie mit Bob auf dem Küchentisch erwischt.«

Angewidert verzog ich das Gesicht. »Ihr einfältiger Jugendfreund?«

»Ja. Und in zwei Wochen hätte ich sie geheiratet.« Er schüttelte den Kopf, lehnte den Kopf an meine Schulter. »Da hab ich wohl nochmal Glück gehabt.«

Glück … Zu meiner Schande musste ich mir eingestehen, dass es in meinem Magen angenehm kribbelte.

Er würde Sheila nicht heiraten.

Nicht, dass das irgendetwas an uns geändert hätte. Trotzdem freute sich dieser winzige, dunkle Teil von mir.

Ich zog ihn näher an mich, drückte seine Schulter. »Wir haben wohl beide gerade Pech in der Liebe.«

»Vielleicht ist das ja die Chance für uns beide, den richtigen Partner zu finden.«

Den richtigen Partner. Der Gedanke hallte noch die ganze Nacht in meinem Kopf wider. Wir hatten den Film zu Ende gesehen und Eli hatte es sich dann auf meiner Couch gemütlich gemacht.

Mein großes Bett kam mir plötzlich so einsam vor. Viel zu früh am nächsten Vormittag war ich wach, schlich auf Zehenspitzen ins Wohnzimmer und sah Eli beim Schlafen zu.

Wie schön es wäre, das jeden Morgen zu sehen …

Nein, den Gedanken schob ich besser weit fort. Ich ging in die Küche, schüttete uns Kaffee auf.

Ich kehrte ins Wohnzimmer zurück und betrachtete Eli, während ich immer wieder an meiner Tasse nippte. Bis er schließlich das Gesicht verzog und blinzelnd die Augen aufschlug. »Guten Morgen«, flüsterte ich.