Verlag: FISCHER E-Books Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

Love, Rosie – Für immer vielleicht E-Book

Cecelia Ahern  

4.6 (20)

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E-Book-Beschreibung Love, Rosie – Für immer vielleicht - Cecelia Ahern

Der internationale Bestseller – jetzt verfilmt fürs Kino mit Lily Collins und Sam Claflin Alex und Rosie kennen sich, seit sie Kinder sind. Das Schicksal hat sie zu mehr als besten Freunden bestimmt, das scheint jedem klar – nur dem Schicksal nicht … Alex und Rosie kennen sich, seit sie fünf Jahre alt sind. Alex muss kurz vor dem Abi mit seinen Eltern von Irland nach Amerika ziehen. Rosie will nachkommen und Hotelmanagement studieren, doch dann wird sie schwanger. Und das nicht von Alex. Sie zieht ihre Tochter allein groß, Alex heiratet eine Amerikanerin. Erst nach Jahren ist er wieder solo - doch inzwischen ist auch Rosie verheiratet ... In all den Jahren bleiben Alex und Rosie in Kontakt. Miit Briefen, E-Mails, SMS, Chatnachrichten. Doch es ist wie verhext: Rosie und Alex sind einfach wie die Königskinder …

Meinungen über das E-Book Love, Rosie – Für immer vielleicht - Cecelia Ahern

E-Book-Leseprobe Love, Rosie – Für immer vielleicht - Cecelia Ahern

Cecelia Ahern

Für immer vielleicht

Roman

Roman

Aus dem Englischen von Christine Strüh

FISCHER E-Books

Inhalt

Für Mimi [...]Teil 1Kapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7Kapitel 8Kapitel 9Kapitel 10Kapitel 11Kapitel 12Kapitel 13Teil 2Kapitel 14Kapitel 15Kapitel 16Kapitel 17Kapitel 18Kapitel 19Kapitel 20Kapitel 21Kapitel 22Kapitel 23Kapitel 24Kapitel 25Teil 3Kapitel 26Kapitel 27Kapitel 28Kapitel 29Kapitel 30Kapitel 31Kapitel 32Kapitel 33Kapitel 34Kapitel 35Kapitel 36Kapitel 37Kapitel 38Teil 4Kapitel 39Kapitel 40Kapitel 41Kapitel 42Kapitel 43Kapitel 44Kapitel 45Kapitel 46Kapitel 47Kapitel 48Kapitel 49Teil 5Kapitel 50EpilogDanksagung

Für Mimi

Teil 1

Kapitel 1

An Alex

Ich lade dich am Dienstag, den 8.April zu meiner Geburtstagsfeier ein. Wir haben einen Zauberer beställt, und wir feiern von zwei bis fünf Uhr. Ich würde mich freuen, wenn du kommst.

Viele Grüße von deiner besten Freundin Rosie

 

An Rosie

Ja, ich komme gern zu deiner Gebrutstagsfeier am Mitwoch.

Fiele Grüße von Alex

 

An Alex

Meine Geburtstagsfeier ist am Dienstag, nicht am Mittwoch. Sandy darf aber nicht mit, das will meine Mutter nähmlich nicht. Sandy ist ein stinkiger Hund.

Viele Grüße von Rosie

 

An Rosie

Is mir egal was deine blöde Mutter sakt. Sandy will mitkomen.

Fiele Grüße von Alex

 

An Alex

Meine Mutter ist nicht blöd, sondern du. Und du darfst Sandy nicht mitbringen, weil sie nähmlich sonst die Ballons kaputtbeist.

Viele Grüße von Rosie

 

An Rosie

Dann komm ich eben auch nich.

Fiele Grüße von Alex

 

An Alex

Von mir aus.

Viele Grüße von Rosie

 

Liebe Mrs.Stewart!

Ich bin vorbeigekommen, um mit Ihnen über den Geburtstag meiner Tochter Rosie am 8.April zu sprechen. Außerdem wollte ich natürlich gern die Mutter des netten jungen Manns kennen lernen, der sich mit meiner Tochter angefreundet hat! Schade, dass Sie nicht da waren, aber ich versuche es einfach später noch mal. Hoffentlich können wir uns dann ein bisschen unterhalten.

Anscheinend gibt es irgendwelche Probleme zwischen den beiden, und ich glaube, sie sprechen zurzeit nicht miteinander. Vielleicht wissen Sie ja Genaueres und können mir die Situation ein bisschen näher erklären, wenn wir uns treffen. Jedenfalls würde Rosie sich wirklich freuen, wenn Alex zu ihrer Geburtstagseinladung kommt.

Und ich freue mich wirklich sehr darauf, die Mutter dieses bezaubernden jungen Manns endlich kennen zu lernen!

Bis dann,

Alice Dunne (Rosie Dunnes Mutter)

 

An Rosie

Ich möchte gern zu deinem Geburtstag nächste Woche kommen. Danke das du mich und Sandy eingeladen hast.

Fiele Grüße von deinem Freund Alex

 

An Rosie

Fielen Dank für die tolle Party. Tut mir Leid das Sandy die Balons kaputtgemacht und den Kuchen gefressen hat. Sie hatte Hunger, weil Mum immer sagt, Dad ist alle unsre Reste auf. Bis morgen in der Schule.

Alex

 

An Alex

Danke für das Geschenk. Das mit Sandy ist okay. Mum sagt, sie hätte sowieso bald einen neuen Teppich gebraucht. Aber Dad ist ziemlich sauer. Er sagt, der alte Teppich war noch gut, aber Mum meint, das ganze Haus riecht nach Aa.

Schau dir doch bloß mal Ms. Caseys Nase an. So eine große Nase hab ich noch nie gesehen, echt. Ha ha ha.

Rosie

 

An Rosie

Ich weis, und es hängt auch noch ein Riesenpopel dran. Sie ist das häslichste Alien, das ich je gesehen hab. Ich glaube, wir sollten zur Polizei gehen und sagen, das wir ein Alien als Lehrerin haben das furchtbar aus dem Mund stinkt und –

 

Lieber Mr.Stewart, liebe Ms. Stewart,

ich würde gern bei Gelegenheit mit Ihnen über Alex’ Verhalten in der Schule sprechen. Er hat sich in der letzten Zeit sehr verändert, vor allem schreibt er im Unterricht ständig Zettelchen. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie im Schulsekretariat anrufen und einen Termin vereinbaren könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Ms. Casey

 

An Alex

Ich finde es saublöd, das wir nicht mehr nebeneinander sitzen. Brian stinkt und bohrt in der Nase und isst die Popel. Echt eklig. Was haben deine Eltern wegen Ms. Rüsselnasen-Alien gesagt?

Gruß, Rosie

 

An Rosie

Mum hat kaum was gesagt, weil sie so lachen muste. Weis nicht warum. Hier in der ersten Reihe ist es doof. Ms. Mundgeruch-Casey klotzt mich dauernd an. Mus Schluss machen. Alex

 

An Alex

Du schreibst »weis« immer falsch. Es heißt »ich weiß« und nicht »ich weis«.

Gruß, Rosie

 

An Rosie

Entschuldige fielmals, Miss Streber. Ich weis, wie man ich weis schreibt.

Gruß, Alex

 

Schöne Grüße aus Spanien! Das Wetter ist echt schön, warm und sonnig. Hier gibt’s ein Schwimmbecken mit einer ganz langen Rutsche. Cool. Ich hab einen neuen Froind kennen gelernt, der heist John. Er ist echt nett. Bis in zwei Wochen dann. Oh, ich hab mir übrigends den Arm gebrochen, auf der tollen Rutsche. Da muste ich ins Krankenhaus. Ich würde gern in einem Krankenhaus arbeiten wie der Mann, der meinen Arm repariert hat. Mein Froind John hat auf dem Gibs unterschrieben. Kannst du auch, wenn ich wieder da bin. Wenn du willst.

Alex

 

An Alex

Viele Grüße aus London. Unser Hotel ist das auf dem Bild vorn auf der Karte. Mein Zimmer ist das siebte von unten, aber mich kannst du nicht sehen. Wenn ich groß bin, möchte ich gern in einem Hotel arbeiten, da kriegt man jeden Tag Schokolade umsonst und die Leute sind so nett, dass sie sogar jeden Tag dein Zimmer für dich aufräumen. Die Busse in London sind alle rot. Wie die Spielzeugteile, die du letzte Weihnachten gekriegt hast. Die Leute reden alle ganz komisch, aber sie sind nett. Ich hab eine neue Froindin, die heißt Jane. Wir gehen zusammen schwimmen. Tschau. Deine Rosie.

*

An Alex

Warum bin ich nicht zu deiner Geburtstagsparty eingeladen? Ich weiß, dass alle Jungs aus der Klasse kommen. Willst du dich mit mir verkrachen?

Rosie

 

Liebe Alice,

es tut mir wirklich Leid, dass Alex sich diese Woche so aufgeführt hat. Ich weiß, dass Rosie traurig ist und nicht versteht, warum sie nicht zu der Party eingeladen ist. Ehrlich gesagt verstehe ich es selbst auch nicht recht. Ich habe versucht, mit Alex darüber zu sprechen, aber ich fürchte, es ist schwer dahinterzukommen, was im Kopf eines zehnjährigen Jungen vor sich geht!

Ich glaube aber, er kann sie nicht einladen, weil die anderen Jungen kein Mädchen dabeihaben wollen. Leider scheint das in diesem Alter üblich zu sein … Bitte grüßen Sie Rosie von mir. Ich finde es auch unfair, und als ich letzte Woche mit ihr gesprochen habe, habe ich gespürt, wie sehr es sie verletzt hat. Vielleicht können George und ich ja nächste Woche abends mal was mit den beiden unternehmen.

Alles Gute,

Sandra Stewart

 

An Rosie

Die Party war nicht besonders, du hast nichts verpasst. Die Jungs sind blöd. Brian hat seine Pizza in James’ Schlafsack geschmissen, und als James aufgewacht ist, hatte er Tomaten und Käse in den Haaren, und meine Mum hat versucht, es rauszuwaschen, aber das ging nicht richtig, und dann hat James Mum Brians Mum angemacht, und meine Mum ist ganz rot geworden, und mein Dad hat was gesagt, was ich nicht mitgekriecht habe, und da hat James Mum angefangen zu heulen, und dann sind alle heimgegangen. Möchtest du am Freitag ins Kinno gehen und danach zu McDonald’s? Meine Mum und mein Dad laden uns ein.

Alex

 

An Alex

Tut mir Leid wegen der Party. Brian ist sowieso ein Blödmann. Ich hasse ihn. Wir sollten ihn Brian das Brot nennen. Ich frage meine Eltern wegen dem Kino. Schau mal, Ms. Caseys Rock sieht aus wie von meiner Großmutter. Oder als hätte Sandy draufgekotzt und gekackt und die –

 

 

Lieber Mr.Dunne, liebe Ms. Dunne,

ich würde gern mit Ihnen über Rosies Verhalten sprechen, insbesondere darüber, dass sie ständig Briefchen schreibt. Passt es Ihnen am Donnerstag um 15.00 Uhr?

Ihre Ms. Casey

 

 

Alex, ich glaube nicht, dass meine Eltern mich heute Abend ins Kino lassen. Es ist ätzend, dass ich nicht neben dir sitze. Lizzys doofe Wuschelhaare versperren mir die Sicht, ich kann kaum die Tafel sehn. Warum passiert uns so was dauernd?

Rosie

*

AN ALEX

ALLES GUTE ZUM VALENTINSTAG!

ICH WÜNSCHE DIR VIEL SEX IM LEBEN … UND VIEL LEBEN BEIM SEX!

LIEBE GRÜSSE VON EINER HEIMLICHEN VER-EHRERIN

XXX

 

An Rosie

Die Karte ist von dir, oder?

Gruß, Alex

 

An Alex

Welche Karte?

Gruß, Rosie

 

An Rosie

Sehr komisch. Ich weis, dass sie von dir ist.

Gruß, Alex

 

An Alex

Ich hab echt keine Ahnung, was du meinst. Warum sollte ich dir denn eine Valentinskarte schicken?

Gruß, Rosie

 

An Rosie

Ha ha! Woher weist du denn, dass es eine Valentinskarte war? Damit ist ja wohl bewiesen, dass du sie geschickt hast. Du bist in mich verliebt, du willst mich heiraten.

Gruß, Alex

 

An Alex

Du bist ja sooo blöd. Ich hab sie geschrieben, damit du denkst, sie ist von Susie. Und jetzt lass mich in Ruhe, ich passe nämlich grade auf, was die Lehrerin erzählt. Wenn die uns noch mal beim Zettelschreiben erwischt, sind wir erledigt.

Gruß, Rosie

 

An Rosie

Oh. Mus ich dir wohl dankbar sein. Was ist los mit dir? Du bist eine richtige Streberin geworden.

Alex

 

Ja, Alex, deshalb werde ich auch mal was aus meinem Leben machen. Ich geh aufs College und dann krieg ich einen tollen Job und werde stinkreich … im Gegensatz zu dir.

Gruß, Rosie

Kapitel 2

Lieber Mr.Byrne,

leider kann Alex morgen, am 8.April, nicht zur Schule kommen, weil er einen Termin beim Zahnarzt hat.

Mit freundlichen Grüßen,

Sandra Stewart

 

Liebe Mrs.Quinn,

Rosie kann morgen nicht am Unterricht teilnehmen, weil sie leider zum Arzt muss.

Mit freundlichen Grüßen,

Alice Dunne

 

Rosie,

wir treffen uns um halb neun an der Ecke. Bring was zum Umziehen mit. Ich hab keine Lust, in der Schuluniform in der Stadt rumzulaufen. Das wird der beste Geburtstag, den du je erlebt hast, Rosie Dunne, darauf kannst du dich verlassen! Ich glaub es kaum, dass es tatsächlich klappt!

Alex

P.S. Süße Sechzehn, meine Scheiße!

 

Lieber Mr.Dunne, liebe Mrs.Dunne,

anbei die Rechnung für einmal Magenauspumpen bei Rosie Dunne am 8.April.

Dr.Montgomery

 

Rosie,

deine Mum bewacht die Tür wie ein bissiger Hund, deshalb glaube ich nicht, dass ich die nächsten zehn Jahre zu dir reinkann. Deine nette große Schwester, die du so (überhaupt nicht) liebst, hat sich bereit erklärt, dir den Brief hier zu bringen. Dafür hat sie verdammt was gut bei dir …

Tut mir echt Leid wegen gestern. Vielleicht hattest du Recht. Vielleicht ist Guinness und Tequila doch keine so gelungene Mischung, obwohl ich es erst richtig gut fand. Der arme Kneipentyp muss seinen Laden wahrscheinlich dichtmachen, weil er uns Alk ausgeschenkt hat. Ich hab dir ja gesagt, es merkt keiner, dass die Ausweise von meinem Freund gefälscht sind, auch wenn in deinem drinsteht, du bist am 31.Februar geboren! Ha ha.

Erinnerst du dich überhaupt an irgendwas? Wenn ja, schreib mir. Du kannst den Brief ruhig deiner Schwester geben, die leitet ihn weiter. Sie ist nämlich sauer auf deine Mum, weil die nicht erlauben will, dass deine Schwester das College schmeißt. Phil und Margaret haben grade verkündet, dass sie noch ein Baby kriegen, ich werde also zum zweiten Mal

Onkel. Wenigstens konzentriert sich dann zur Abwechslung mal nicht die ganze Aufmerksamkeit auf mich. Phil lacht immer noch über unsere Tour.

Werd bald wieder gesund, du Alki! Ich hätte echt nicht gedacht, dass ein Mensch so grün im Gesicht sein kann. Da hast du echt deine Bestimmung gefunden, Rosie, ha ha ha ha

 

Alex/Mr.Großkotz

MIR GEHT’S BESCHISSEN. Mein Schädel dröhnt, ich hatte noch nie im Leben so grausames Kopfweh, ich hab mich noch nie so elend gefühlt. Mum und Dad finden, dass ich mir das selbst eingebrockt habe, also gibt’s kein Mitleid für mich in diesem Haus. Ich kriege garantiert Hausarrest für die nächsten dreißig Jahre, und sie wollen mich von dir »fernhalten«, weil du so einen »schlechten Einfluss« auf mich hast. Stimmt ja auch irgendwie. Aber eigentlich ist es auch egal, weil ich dich sowieso morgen in der Schule sehe, es sei denn, sie halten mich vom Unterricht auch fern. Wär mir recht.

Ist doch wohl nicht zu glauben, dass wir montags eine Doppelstunde Mathe haben! Da lass ich mir lieber noch mal den Magen auspumpen. Fünfmal meinetwegen. Dann bis Montag. Kann es kaum erwarten, aus diesem Loch rauszukommen, das bringt mich echt um den Verstand.

Ach übrigens, um deine Frage zu beantworten: Ich kann mich an nichts erinnern, außer dass ich mit dem Kopf gegen die blöde Pub-Tür gedonnert bin, dann gab’s Blaulicht, Sirenen, und ich hab gekotzt. Mehr war da nicht. Oder gibt es noch irgendwas, was ich verpasst habe? An die Sache mit meinem Kopf erinnere ich mich auch nur, weil ich eine super Beule auf der Stirn habe. Ich sehe furchtbar aus. Süße Sechzehn, meine Scheiße – stimmt genau! Ach ja, gratuliere Phil und Margaret bitte von mir. Rosie

 

An Rosie

Scheint ja der ganz normale Wahnsinn, bin beruhigt. Mum und Dad machen mich auch ganz verrückt. Ich kann nicht glauben, dass du dich tatsächlich auf die Schule freust. Wenigstens kann uns dort keiner anmotzen.

Gruß, Alex

 

Lieber Mr.Dunne, liebe Ms. Dunne,

aufgrund der jüngsten Vorkommnisse mit Ihrer Tochter Rosie möchten wir Sie hiermit dringend zu einem Gespräch einladen. Wir müssen uns über Rosies Verhalten unterhalten und uns auf eine angemessene Strafe einigen. Ich zweifle nicht daran, dass Sie die Notwendigkeit dieser Maßnahme verstehen. Auch die Eltern von Alex Stewart werden bei dem Gespräch zugegen sein.

Der angesetzte Termin ist am Montagmorgen um neun.

Mit freundlichen Grüßen

Mr.Bogarty

Direktor

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Suspendiert!

So eine Scheiße! Ich hätte nie gedacht, dass der alte Bogie tatsächlich Ernst macht und uns suspendiert! Wie die sich aufgeführt haben, hätte man glatt denken können, wir sind Massenmörder! O Mann, das ist die beste Strafe, die ich jemals gekriegt habe. Ich bleibe einfach die ganze Woche im Bett und pflege meinen Kater, statt in die Schule zu gehen!

Danke, dass du mich in die Kneipe geschleppt und abgefüllt hast, du bist ein echter Freund!

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Die Hölle

Freut mich, dass du so ein schönes Leben hast. Ich schreibe dir diese E-Mail vom gruseligsten Ort der Welt. Aus einem Büro nämlich. Ich muss hier die ganze Woche für meinen Vater arbeiten, irgendwelchen Scheiß sortieren und Briefmarken ablecken. Ich schwöre bei Gott, dass ich NIEMALS in einem Büro arbeiten werde, NIE im Leben.

Und die Arschlöcher bezahlen mich nicht mal. Ein furchtbar saurer Alex

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: An einen furchtbar sauren Alex

Ha ha ha ha ha ha ha ha ha hmmm … jetzt hab ich doch tatsächlich vergessen, was ich schreiben wollte ... ach ja ... ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha

Liebe Grüße von einer glücklichen Rosie, die es in ihrem Schlafzimmer so richtig gemütlich, kuschlig und warm hat.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: An die faule Sau

Das ist mir scheißegal. Hier im Büro arbeitet nämlich ein supersüßes Mädchen. Die werde ich heiraten. Wer zuletzt lacht …

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Don Juan

Wer ist es?

Von einer Nicht-Lesbe. Deshalb bin ich auch nicht eifersüchtig.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: An die Nicht-Lesbe

Ich tu dir den Gefallen und nenn dich so, obwohl ich gern mal einen Beweis dafür sehen würde. Wann hattest du noch das letzte Mal einen Freund?

Das supersüße Mädchen heißt Bethany Williams, ist siebzehn (reife Frau), blond, hat riesige Titten und die längsten Beine, die ich je gesehen habe. Gruß vom Sex-Gott

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Herr Sex-Gott (kotz kotz würg spei)

Die klingt ja wie eine Giraffe. Aber ich vermute, sie ist echt nett (Ironie!). Hast du ihr wenigstens schon mal Hallo gesagt, oder hat deine Zukünftige deine Existenz noch gar nicht zur Kenntnis genommen? (Außer dass sie dir was zum Kopieren gegeben hat natürlich.) Erst bist du Jungfrau und dann von einer Sekunde auf die andere ein Sex-Gott. Weißt du überhaupt, wie’s geht? Pass bloß auf, dass du bei dem armen Mädel kein Trauma auslöst.

 

Sie haben eine Message von: ALEX

Alex: Hi Rosie, ich muss dir unbedingt was erzählen. Rosie: Lass mich in Ruhe, ich versuche mich grade drauf zu konzentrieren, was Mr.Simpson sagt.

Alex: Hmmm, ich frag mich, warum … könnten es die wunderschönen blauen Augen sein, von denen ihr Mädels ständig schwärmt?

Rosie: Quatsch. Ich interessiere mich wirklich für Excel, immer mehr. Finde es echt aufregend. Ich könnte das ganze Wochenende damit verbringen.

Alex: Du wirst allmählich ätzend langweilig.

Rosie: DAS WAR EIN WITZ, DU IDIOT! Ich hasse den Scheiß, ich hab das Gefühl, mein Gehirn wird taub, wenn ich zuhöre. Aber verpiss dich trotzdem.

Alex: Willst du nicht hören, was ich dir zu erzählen habe?

Rosie: Nee.

Alex: Na ja, ich erzähl’s dir trotzdem.

Rosie: la la la la la la la la la

Alex: Sei still und lies, Rosie.

Rosie: Okay, was ist denn die große Neuigkeit?

Alex: Du musst alles zurücknehmen, was du gesagt

hast: Mister Jungfrau ist nicht mehr.

Rosie: Nicht mehr was? Nicht mehr blöd?

Alex: Ha ha. Keine Jungfrau mehr.

Alex: Hallo?

Alex: Bist du noch da?

Alex: Rosie, komm schon, hör auf mit dem Quatsch!

Rosie: Entschuldige, ich muss wohl vom Stuhl gefallen und ohnmächtig geworden sein. Ich hatte einen schrecklichen Traum. Du hast mir erzählt, dass du keine Jungfrau mehr bist.

Alex: Das war kein Traum, Rosie.

Rosie: Vermutlich heißt das, du ziehst keine Unterwäsche mehr unter deiner Strumpfhose an, oder was?

Alex: Ich brauch überhaupt keine Unterwäsche mehr.

Rosie: Iiiih!

Alex: Hi hi.

Rosie: Wer ist denn die Unglückliche? Bitte nicht Bethany, bitte nicht Bethany …

Alex: Pech für dich, es ist nämlich Bethany.

Alex: Hallo?

Alex: Halloooooo-oooo?

Alex: Rosie?

Rosie: Was?

Alex: Und?

Rosie: Und was?

Alex: Na ja, sag was.

Rosie: Dann glotzen aber alle.

Alex: Ha ha, okay, dann schreib eben was.

Rosie: Tja, ich weiß echt nicht, was du hören willst, Alex. Ich glaube, du brauchst ein paar Kumpels, die dir auf die Schulter klopfen und eklige Einzelheiten wissen wollen.

Alex: Sag mir einfach, was du denkst.

Rosie: Ehrlich gesagt denke ich, sie ist eine Schlampe.

Alex: Ach komm, du kennst sie ja kaum. Und du sagst zu allen, die Sex haben, immer gleich Schlampe.

Rosie: Hmm, das ist eine LEICHTE Übertreibung, Alex. Ich sag nur Schlampe zu denen, die jeden Tag mit einem anderen Sex haben.

Alex: Du weist selber, dass das nicht stimmt.

Rosie: Du schreibst »weißt« immer noch falsch. Es heißt »weißt« und nicht »weist«.

Alex: Hör bloß auf mit dieser »weißt«-Geschichte, damit nervst du mich schon, seit wir ungefähr fünf sind!

Rosie: Ja, genau, man könnte meinen, inzwischen hättest du es kapiert.

Alex: Ach, vergiss es.

Rosie: Alex, ich mach mir doch nur Sorgen um dich. Ich weiß, du magst sie wirklich, und ich sage bloß, dass sie nicht zu den Mädchen gehört, die treu sind.

Alex: Doch, jetzt schon.

Rosie: Warum hat sie dann schon einen anderen?

Rosie: Halloo-ooo?

Rosie: Jemand da?????

Rosie: Ach komm schon, das war doch bloß ein Witz. Was meinst du eigentlich damit, geht ihr jetzt miteinander?

Alex: Ja.

Rosie: JA????

Alex: Das klingt ziemlich überrascht.

Rosie: Ich dachte nicht, dass Bethany mit einem Jungen GEHT, ich dachte, sie schläft nur mit ihnen.

Rosie: Alex?

Rosie: Okay, okay, es tut mir Leid.

Alex: Rosie, du musst damit aufhören.

Rosie: Ich weis.

Alex: Ha ha.

Mr.Simpson: Ihr beide macht euch jetzt sofort auf den Weg ins Rektorat.

Rosie: WAS???? O BITTE, MIR. SIMPSON, ICH HAB IHNEN WIRKLICH ZUGEHÖRT!

Mr.Simpson: Rosie, ich hab seit fünfzehn Minuten nichts mehr gesagt. Ihr solltet an eurer Aufgabe arbeiten.

Rosie: Oh. Ich bin aber nicht schuld. Alex hat einen schlechten Einfluss auf mich. Er lenkt mich ständig ab, ich kann mich überhaupt nicht konzentrieren.

Alex: Ich musste Rosie was echt Wichtiges erzählen, das konnte einfach nicht warten.

Mr.Simpson: So, so, Alex. Herzlichen Glückwunsch.

Alex: Äh … woher wissen Sie, was es war?

Mr.Simpson: Ich denke, ihr zwei würdet es richtig interessant finden, mir hin und wieder zuzuhören. Ich hätte da zum Beispiel viele nützliche Tipps, wie man eine Message so verschickt, dass kein anderer sie lesen kann.

Alex: Wollen Sie damit sagen, dass andere Leute in der Klasse das mitgekriegt haben?

Mr.Simpson: Ja, genau.

Alex: O mein Gott.

Rosie: Ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha ha

Mr.Simpson: Rosie!

Rosie: Ha ha ha ha ha ha ha

Mr.Simpson: ROSIE!

Rosie: Ja, Mr.Simpson?

Mr.Simpson: Mach, dass du vor die Tür kommst.

Alex: Ha ha ha ha ha ha

Mr.Simpson: Du auch, Alex.

Kapitel 3

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Julies Party

Hi, lange nichts gehört … Hoffentlich schuftest du dich da in »deinem Büro« nicht zu Tode. Hab dich den ganzen Sommer kaum gesehen. Heute Abend steigt bei Julie eine Party, hast du vielleicht Lust mitzukommen? Ich will nämlich nicht allein hin. Na ja, wahrscheinlich bist du mal wieder anderweitig beschäftigt … Ruf an, falls du doch Zeit hast, oder schick eine Mail.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Julies Party

Rosie, ganz kurz – bin total im Stress. Kann heute Abend nicht, hab Bethany versprochen, ins Kino zu gehen. Tut mir Leid! Trotzdem viel Spaß, Alex

 

Hi, Rosie,

hallo aus Portugal! Wetter superheiß, Dad hat einen Sonnenstich, Mum liegt nur am Pool rum, laaangweilig. Kaum junge Leute. Hotel ruhig (siehe Karte), direkt am Strand, würde dir gefallen, hier zu arbeiten. Ich bring dir diese Shampoo-Pröbchen und Zeugs mit, das du so toll findest. Wir sehn uns, wenn ich zurück bin,

Alex

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Infoaustausch?

Hab gehört, dass du seit letzter Woche aus dem Urlaub zurück bist. Hab in letzter Zeit nicht viel von dir gehört … hast du Lust, heute Abend was trinken zu gehen und zu quatschen?

 

Von: Alex

An Rosie

Betreff: Re: Infoaustausch?

Tut mir Leid, war ständig im Stress. Hab deine Souvenirs. Kann heute Abend leider nicht, aber ich bring dein Geschenk auf dem Rückweg vorbei.

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Re: AW: Infoaustausch?

Hab dich gestern Abend nicht gesehen. Bin scharf auf meine Shampoo-Souvenirs, ha ha.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Re: AW: AW: Infoaustausch?

Wir fahren übers Wochenende nach Donegal, Beths Eltern haben da ein Landhaus. (So nennen sie’s.) Wenn ich wieder da bin, bring ich gleich das Päckchen vorbei.

 

An das Arschloch, das angeblich mein Freund ist Ich schreibe dir diesen Brief, denn wenn ich dich vor mir hätte, würde ich dir wahrscheinlich eine scheuern.

Ich kenne dich überhaupt nicht mehr.

Ich sehe dich überhaupt nicht mehr.

Wenn’s hoch kommt, kriege ich von dir alle paar Tage mal eine hingerotzte Mail. Oder eine Urlaubskarte. Ich weiß, dass du viel zu tun hast und am liebsten mit Bethany zusammen bist, aber – hallo? Angeblich bin ich doch deine beste Freundin!

Du hast keine Ahnung, wie dieser Sommer für mich läuft. Seit wir klein sind, haben wir niemanden an uns rangelassen, keinen einzigen neuen Freund gefunden, und irgendwann gab es nur noch dich und mich. Wahrscheinlich ist dir das noch nicht aufgefallen, weil du noch nie in so einer Situation warst wie ich jetzt. Du hattest immer jemanden. Du hattest mich. Ich hatte dich. Aber jetzt hast du Bethany, und ich hab niemanden.

Ich komm mir vor wie das fünfte Rad am Wagen. Wie einer von denen, die wir früher immer abblitzen ließen. Jetzt weiß ich, wie das ist, wenn man immer nur die kalte Schulter gezeigt kriegt. Wahrscheinlich machst du’s nicht mal absichtlich, wir haben damals auch nie drüber nachgedacht. Es war ja auch nicht so, dass wir keine anderen Freunde wollten, wir haben nur nie welche gebraucht. Leider sieht es ganz danach aus, als würdest du mich auch nicht mehr brauchen. Ich will mich ja auch gar nicht über Bethany beschweren oder so, aber ich vermisse dich schrecklich. Und … na ja, ich fühl mich einsam.

Wenn du mich mal wieder versetzt hast, hocke ich am Ende mit Mum und Dad daheim vor dem Fernseher. Das ist super deprimierend. Dabei sollte das doch unser großer Fun-und-Freiheit-Sommer werden! Was ist denn los? Kannst du nicht mit zwei Leuten gleichzeitig befreundet sein?

Ich weiß, du hast einen ganz besonderen Menschen gefunden und ihr habt jetzt eine ganz besondere »Beziehung« oder wie man das nennt – jedenfalls etwas, das wir beide nie zusammen haben werden. Aber wir haben doch auch eine Beziehung, wir sind schließlich beste Freunde! Oder ist damit einfach Schluss, wenn man so mit jemandem zusammen ist wie du mit Bethany? Vielleicht ist es ja so, vielleicht verstehe ich’s einfach nur nicht, weil ich noch nie so eine »besondere« Beziehung hatte. Eigentlich hab ich’s damit auch nicht eilig. Mir hat es nämlich ganz gut gefallen, wie es war.

Wahrscheinlich stolperst du in ein paar Jahren irgendwo über meinen Namen und sagst: »Rosie? Also den Namen hab ich ’ne Ewigkeit nicht mehr gehört. Wir waren irgendwann mal beste Freunde. Was aus der wohl geworden ist? An die hab ich ja seit Jahren nicht mehr gedacht.« Dann hörst du dich an wie meine Mum und mein Dad, wenn sie Freunde zum Essen einladen und sich über die guten alten Zeiten unterhalten. Bei richtig wichtigen Ereignissen in ihrem Leben kommen Leute vor, von denen ich noch nie was gehört habe. Wo sind die jetzt? Wieso redet meine Mum mit der Frau, die ihre Brautjungfer war, heute kein Wort mehr? Oder Dad – wieso weiß der nicht mal, wo sein bester Freund vom College inzwischen wohnt? Immerhin hat er volle fünf Jahre lang mit ihm zusammen studiert!

Aber egal – worum es mir geht (ich weiß, ich weiß, ich komm ja gleich zur Sache): Ich möchte nicht zu diesen Leuten gehören, die du einfach vergisst, zu den Leuten, die irgendwann mal ach so wichtig und ach so wundervoll waren und an die du dich ein paar Jahre später bestenfalls noch vage erinnerst. Ich möchte, dass wir für immer beste Freunde bleiben, Alex.

Ich freue mich, dass du glücklich bist, aber ich fühl mich so abgehängt. Vielleicht ist unsere Zeit einfach vorbei. Vielleicht ist jetzt Bethany an der Reihe. Und wenn das der Fall ist, werde ich diesen Brief lieber nicht abschicken. Und wenn ich ihn nicht abschicke, warum schreibe ich ihn dann überhaupt? Okay, ich höre lieber auf und zerreiße das ganze Gedankendurcheinander.

Deine Freundin

Rosie

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Butterblume!!!

Hey, Butterblume, alles okay? (So hab ich dich ewig nicht mehr genannt!) Lang nix gehört und gesehen. Ich schreib dir eine Mail, denn wenn ich bei dir vorbeikomme, bist du entweder grade im Bad oder ausgeflogen! Soll ich das persönlich nehmen??! Aber zum Glück kenn ich dich ja – wenn du sauer wärst, würdest du garantiert was sagen!

Na ja – wenn der Sommer vorbei ist, sehen wir uns sowieso wieder jeden Tag. Wahrscheinlich haben wir dann die Nase bald voll von uns. Nur noch ein Jahr Schule! Das ist doch irre! Nächstes Jahr um diese Zeit studiere ich Medizin, und du bist irgend so eine supertolle Hotelmanagerin oder so was! Bei der Arbeit ging es in letzter Zeit drunter und drüber. Dad hat mich sozusagen befördert, deshalb darf ich jetzt auch mehr machen als Ablage und Kopieren (Telefonzentrale spielen zum Beispiel). Aber das Geld kann ich brauchen, und ich bin jeden Tag mit Bethany zusammen.

Was macht dein Job als Tellerwäscher im »Goldenen Drachen«? Unglaublich, dass du das lieber machst als den Babysitter-Job. Da hättest du die ganze Nacht Fernsehen glotzen können, statt Chop Suey aus dem Wok zu kratzen. Jedenfalls, mail mir oder ruf an oder so was.

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Mondstrahl!

Dass wir uns so selten sehen, liegt nicht daran, dass ich Bethany hasse (obwohl ich das tue). Aber ich glaube, sie kann mich nicht besonders gut leiden. Hat vielleicht was damit zu tun, dass eine Freundin ihr erzählt hat, was ich im Computerkurs über sie geschrieben habe, in dieser total privaten Message … Ich hab irgendwie das Gefühl, sie mag es nicht, wenn man sie als Schlampe bezeichnet, keine Ahnung, warum, manche Frauen sind da einfach komisch … (Apropos Computerkurs: Hast du mitgekriegt, dass Mr.Simpson in den Sommerferien geheiratet hat? Ich bin fix und fertig. Excel ist mir ein für alle Mal verdorben.)

Bald hast du ja Geburtstag! Endlich das weise Alter von achtzehn! Hast du vielleicht Lust wegzugehen, zu feiern und ganz legal auf deinen Geburtstag zu trinken (legal jedenfalls für dich)? Sag Bescheid. P.S. HÖR AUF, mich Butterblume zu nennen!

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: 18. Geburtstag

Rosie, schön, ein Lebenszeichen von dir zu kriegen. Hab echt angefangen, mir Sorgen zu machen. Meinen 18. würde ich echt gern mit dir feiern, aber Bethanys Eltern haben mich und meine Eltern zum Essen ins Hazel eingeladen. (Wie schicki ist das?!!) Damit wir uns alle kennen lernen und so. Tut mir Leid, Rosie, aber wir holen das ganz bald nach. Ciao, Alex

 

Liebster Alex, tja, schön für dich Scheiß auf Bethany Scheiß auf ihre Eltern Scheiß auf das Hazel Hotel Und scheiß auf dich Deine beste Freundin Rosie

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Happy Birthday

Okay, viel Spaß beim Essen. Und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

*

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Horrornachricht!

Ich kann’s einfach nicht glauben! Grade hab ich deine Mum besucht, sie hat es mir erzählt. Das kann doch nicht wahr sein! Das ist der Horror! Bitte ruf mich an, sobald du kannst. Dein Boss erzählt mir dauernd, dass du in der Arbeitszeit keine Anrufe entgegennehmen darfst. Mach Feierabend, GEH EINFACH. Du wolltest doch sowieso NIE IM LEBEN in einem Büro arbeiten.

Melde dich sofort, wenn du kannst!! Ich bin total fertig!

Kapitel 4

Sehr geehrter Mr.Stewart,

wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass Ihnen der Posten des Vizepräsidenten von Charles & Charles & Co. übertragen worden ist. Wir fühlen uns geehrt, dass Sie bald zu unserem Team gehören und dass wir Sie und Ihre Familie hier in Boston willkommen heißen dürfen.

Ich hoffe, das von uns bereitgestellte Umzugspaket entspricht Ihren Erwartungen. Sollte unser Unternehmen darüber hinaus noch etwas für Sie tun können, teilen Sie uns dies bitte ohne Zögern mit. Maria wird Sie anrufen, um mit Ihnen einen passenden Termin für Ihren Arbeitsbeginn abzusprechen. Wir freuen uns darauf, Sie bei uns zu begrüßen. Willkommen im Team!

Mit freundlichen Grüßen

Robert Brasco

Präsident von Charles & Charles & Co.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Re: Horrornachricht!

Ich ruf dich an, sobald ich zu Hause bin. Ja, es stimmt: Sie haben Dad einen unglaublich langweiligen Job angeboten … Ich weiß auch nicht genau, was es ist, ich hab nicht richtig zugehört. Keine Ahnung, weshalb er dafür unbedingt nach Boston muss, hier gibt es schließlich genug langweilige Jobs. Meinen zum Beispiel, den kann er gern haben.

Ich bin total sauer. Ich will nicht weg. Nur noch ein Jahr Schule – das ist doch wirklich ein absolut beschissener Zeitpunkt! Und ich hab null Lust auf irgend so eine blöde amerikanische Highschool. Ich will nicht weg von dir.

Ich ruf dich später an, dann können wir reden. Wir müssen uns was einfallen lassen. Das ist echt der Hammer, Rosie.

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Du kannst bei mir wohnen!

Geh nicht weg! Mum und Dad haben gesagt, du kannst das Jahr bei uns bleiben! Du machst die Schule hier fertig, und dann überlegen wir zusammen, wie’s weitergeht. Bitte bleib! Das wird toll, wenn wir zusammenwohnen. Genau wie früher, als wir die ganze Nacht mit unseren Walkie-Talkies rumgespielt haben. Weißt du noch?!! Meistens hat man vor lauter Knistern gar nichts verstanden, aber wir fanden die Dinger dermaßen cool! Und weißt du noch, wie wir mal an Heiligabend beschlossen haben, den Weihnachtsmann abzupassen? Mann, war ich aufgeregt! Wir haben Pläne von der Straße und von unseren Häusern gemalt, damit uns auch bloß nichts entgeht. Du hattest die Wache von sieben bis zehn abends und ich die von zehn bis ein Uhr früh. Dann solltest du mich ablösen, aber das hat nicht geklappt – wen wundert’s! Aber ich war die ganze Nacht wach und hab in mein Walkie-Talkie gebrüllt, du sollst aufwachen. Na ja, selbst schuld. Ich hab den Weihnachtsmann gesehen und du nicht …

Wenn du bei uns wohnst, können wir die ganze Nacht quatschen, Alex! Ach, das wäre sooo toll! Als wir klein waren, haben wir uns das immer gewünscht, jetzt kriegen wir endlich eine Chance … Sprich mit deinen Eltern darüber, ja? Du musst alle Register ziehen, damit sie ja sagen. Du bist doch achtzehn, du kannst machen, was du willst! Okay, wenn du nicht bei mir wohnen darfst, dann geht’s vielleicht bei Phil. Deine Eltern werden ja wohl nichts dagegen haben, dass du bei deinem Bruder wohnst.

 

Rosie,

ich wollte dich nicht wecken, und deine Mum hat versprochen, dir den Brief zu geben. Du weißt, wie sehr ich Abschiede hasse. Eigentlich ist es auch gar kein Abschied, weil du uns ganz oft besuchen kommst, ja? Versprich es!

Ich konnte Mum und Dad einfach nicht überzeugen.

Ich darf nicht zu Phil, und zu dir schon gar nicht. Sie sagen, das letzte Schuljahr wär besonders wichtig und sie wollen ein Auge auf mich haben.

Muss aufhören … werde dich total vermissen. Ich ruf dich von drüben an.

Alles Liebe,

Alex

P.S. Ich hab dir doch gesagt, dass ich wach war an Heiligabend, bloß die Batterie an meinem Walkie-Talkie war hinüber … (und nur damit du’s weißt: Ich hab den Weihnachtsmann gesehen!)

 

Alles Gute, kleiner Bruder. Keine Sorge, wenn du erst mal da bist, wird’s dir schon gefallen. Kann’s gar nicht abwarten, euch zu besuchen. Hey, ich bin 28 und hab schon zwei Kinder, und trotzdem würde ich gern mit euch allen rüberziehen. Ich werde euch vermissen. Mach dir wegen Rosie keine Sorgen, es wird sie nicht umbringen, wenn du mal eine Weile im Ausland bist. Falls es dich beruhigt, kann ich ja ein bisschen auf sie aufpassen, sie ist sowieso wie eine kleine Schwester für mich. Übrigens – wenn Sandy nicht bald lernt, ihre Blase zu kontrollieren, dann pack ich sie in einen Flieger und schick sie euch nach.

Wir werden euch vermissen,

Phil (+ Margaret)

 

Von: Rosie

An: Stephanie

Betreff: Brauche dringend schwesterlichen Beistand Ich krieg’s einfach nicht auf die Reihe, dass er weg ist, Steph. Ich kapier ja auch immer noch nicht, dass du weg bist. Warum lassen mich denn plötzlich alle im Stich? Jetzt ist er grade mal ein paar Tage weg, und es kommt mir schon so vor, als wäre er gestorben.

Warum musste er auch noch mit Schlampen-Bethany Schluss machen – grade mal zwei Wochen, bevor er abgedampft ist? Sonst hätte ich mich wenigstens nicht wieder so an ihn gewöhnt. Alles war genauso wie früher, Steph, echt! Total schön. Wir waren ständig zusammen. Und das war so witzig!

Letzte Woche hat Brian das Brot noch eine Riesen-Abschiedsparty für ihn geschmissen. Er hat nur einen Grund gesucht, damit seine Eltern ihm eine Party erlauben, glaub ich, Alex und er können sich nämlich überhaupt nicht leiden, schon seit dem Geburtstag mit Brians Pizza in James’ Haaren. Aber egal. Das Brianbrot hat jedenfalls seine ganzen Freunde eingeladen, Alex und ich kannten kein Schwein. Na ja, ein paar kannten wir schon, aber die waren total ätzend, und deshalb sind wir ziemlich bald abgehauen und in die Stadt gegangen. Erinnerst du dich an O'Brien's, diesen Pub, wo wir deine Überraschungsparty zum Einundzwanzigsten hatten? Alex ist auf die superschlaue Idee gekommen, sich da hinzustellen und zu tun, als wär er der Türsteher! (Es war Montag, da haben die gar keinen Türsteher.) Na ja, er hat es echt durchgezogen, er ist ja groß und hat ordentlich Muckis. Jedenfalls standen wir eine Ewigkeit da rum und haben Leute weggeschickt. Ich glaube, er hat keinen Einzigen reingelassen. Aber dann wurde es uns langweilig, und wir sind selbst rein in den Pub, der total leer war. Natürlich hat uns nach ein paar Bier irgendwann das heulende Elend gepackt, der Abschiedsschmerz oder was … Aber abgesehen davon war der Abend richtig toll. Ich vermisse ihn so. Wir hatten echt eine super Zeit zusammen.

Du kannst dir nicht vorstellen, wie öde die Schule ist ohne ihn. Manchmal bin ich kurz davor, jemanden anzubetteln, was mit mir zu machen. Peinlich, oder? Es interessiert sich kein Schwein für mich. Ich hab die Leute immer nur ignoriert, jetzt drehen sie den Spieß halt um. Ich glaube, ein paar genießen es richtig. Die Lehrer auf alle Fälle. Mr.Simpson hat mich nach der Stunde zu sich gerufen, um mir zu gratulieren, wie gut ich in letzter Zeit mitmache. PEINLICH!! Alex wär entsetzt, wenn er wüsste, dass ich in der Schule mitarbeite. Ich muss ganz schön tief gesunken sein, wenn ich jetzt schon mitkriege, was die Lehrer erzählen. Aber sie sind die Einzigen, die überhaupt mit mir sprechen. Wie deprimierend. Morgens wache ich mit dem Gefühl auf, dass mir etwas fehlt. Ich weiß, dass irgendwas nicht so ist, wie es sein sollte, und ich brauche immer eine Weile, bis es mir wieder einfällt. Und dann erinnere ich mich: Mein bester Freund ist nicht mehr da. Mein einziger Freund. Es war dumm von mir, mich so auf einen einzigen Menschen zu fixieren. Jetzt kriege ich die Quittung.

Entschuldige, dass ich so rumjammere, bestimmt hast du selbst genug Probleme. Erzähl mir, wie meine gebildete große Schwester drüben in Frankreich zurechtkommt. Ich kann’s kaum glauben, dass du tatsächlich dort lebst, wo du Französisch in der Schule doch immer so gehasst hast. Aber du bleibst nicht für ewig, oder? In ein paar Monaten kommst du zurück, ja? Warum du so weit weg musstest, um »dich selbst zu finden«, ist mir schleierhaft. Schau doch einfach in den Spiegel, ha ha. Wie ist das Restaurant? Hast du schon ein paar Teller runtergeschmissen? Willst du noch lange da arbeiten? Irgendwelche netten Männer? Eigentlich müssten sich da ein paar süße Franzosen rumtreiben, oder? Wenn du welche übrig hast, dann schick sie zu mir.

Liebe Grüße,

Rosie

P.S. Dad ist immer noch sauer, dass du das College geschmissen hast, und möchte wissen, ob das Geld reicht und ob du dich schon gefunden hast. Mum möchte wissen, ob du ordentlich isst. Kevin (der inzwischen unglaublich groß geworden ist) möchte wissen, ob du ihm das Videospiel schicken kannst. Ich hab keine Ahnung, was er damit meint, also vergiss es am besten.

 

Von: Stephanie

An: Rosie

Betreff: Re: Brauche dringend schwesterlichen Beistand

Hallo meine liebe kleine Schwester,

mach dir wegen Alex keine Sorgen. Ich hab lange und intensiv darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es ganz gut ist, wenn du dein letztes Schuljahr ohne ihn über die Bühne bringst. Du weißt ja selbst, was dabei rauskommt, wenn ihr zusammen seid! Vielleicht schaffst du es sogar, in deinem ALLERletzten Jahr mal nicht suspendiert zu werden. Denk doch mal, wie stolz Mum und Dad auf dich wären. (Ach übrigens, sag ihnen bitte, dass ich pleite und am Verhungern bin.)

Ich kann total gut nachvollziehen, wie es dir geht. Ich bin ja auch allein hier. Halte durch, und wenn du in einem Jahr mit der Schule fertig bist, kommt Alex vielleicht zurück nach Irland oder du kannst in Boston studieren!

Setz dir ein Ziel, Rosie. Ich weiß, das willst du nicht hören, aber es hilft, ehrlich. Überleg dir, was du wirklich machen willst. Geh nach Boston, wenn es dich glücklich macht. Oder auf die Hotelfachschule, wie du es immer wolltest.

Du bist so jung, Rosie, und auch wenn du solche Sachen absolut nicht hören magst – es ist trotzdem wahr: Was dir jetzt vorkommt wie ein halber Weltuntergang, hast du in ein paar Jahren beinah vergessen. Du bist erst siebzehn. Du und Alex, ihr habt den Rest eures Lebens noch vor euch … Wenn ihr Seelenpartner seid, kommt ihr irgendwann zusammen, ganz bestimmt. An die alberne Bethany wird sich bald kein Mensch mehr erinnern. Exfreundinnen verschwinden schnell in der Versenkung. Aber beste Freunde sind was für die Ewigkeit.

Pass gut auf dich auf. Sag Mum und Dad schöne Grüße und richte ihnen aus, dass ich immer noch auf der Suche nach mir selbst bin. Dabei aber zufällig jemand anderen gefunden habe - groß, dunkelhaarig und gut aussehend …

Kapitel 5

Liebe Ms. Rosie Dunne,

das Boston College dankt Ihnen für Ihre Bewerbung um einen Studienplatz »Hotelmanagement«. Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir Sie in den nächsten Studiengang aufnehmen können.

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Boston, ich komme!

ICH BIN DRIN! Boston College, ich komme! Hipp, hipp, hurra! Heute Morgen hab ich den Brief gekriegt, und ich bin super aufgeregt! Rühr dich bloß nicht vom Fleck, Mr.Stewart, jetzt komm ich dich endlich besuchen. Es wird bestimmt toll, auch wenn wir nicht am gleichen College studieren. (Harvard ist ja auch viel zu nobel für Leute wie mich!) Aber wahrscheinlich ist es ganz gut so, denn ich bezweifle, dass wir es uns leisten könnten, suspendiert zu werden.

Ich bin echt total aufgeregt. Du nicht auch? Mail mir schnell oder ruf mich an! Ich kann ja nicht, weil Dad mich keine Ferngespräche mehr führen lässt. Mum und Dad sind super stolz, sie hängen ständig am Telefon, damit es auch bestimmt die ganze Familie erfährt. Sie hoffen, dass ich als erste Vertreterin der Dunne-Familie das College durchziehe. Dad liegt mir dauernd in den Ohren, ich soll bloß nicht auf die Idee kommen, plötzlich irgendwo auf die Suche nach mir selbst zu gehen wie Stephanie. Übrigens sieht es nicht danach aus, als würde mein Schwesterchen in absehbarer Zukunft zurückkommen. Sie ist nämlich hochoffiziell verliebt – in den Koch, der im gleichen Restaurant arbeitet.

Das Telefon klingelt ununterbrochen, alle wollen mir gratulieren. Paul und Eileen von gegenüber haben einen Blumenstrauß geschickt, total nett. Mum bereitet für heute Abend Sandwichs und Würstchen vor, dann feiern wir mit ein paar Leuten. Ehrlich, Alex, hier sind alle ganz aus dem Häuschen. Kevin freut sich auch, dass ich weggehe, damit er sich ungestört verwöhnen lassen kann. Ich werde die kleine Nervensäge vermissen, obwohl er eigentlich nie mit mir redet. Mum und Dad werde ich natürlich noch mehr vermissen. Momentan sind wir alle nur total aufgeregt und glücklich, dass ich den Studienplatz gekriegt habe, und keiner denkt dran, dass ich irgendwann wegmuss. Wenn ich ins Flugzeug steige, werde ich der Realität wohl oder übel ins Auge blicken müssen, aber bis dahin wird gefeiert!

P.S. Wenn ich erst mal mein Hotel habe, kannst du mein Hotelarzt werden und den Gästen, die ich im Restaurant vergifte, das Leben retten … das wird super …

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Re: Boston, ich komme!

Das ist so cool! Ich kann’s kaum erwarten, dich zu sehen. Harvard ist gar nicht so weit weg vom Boston College (na ja, jedenfalls wenn man bedenkt, dass jetzt ein ganzer Ozean zwischen uns liegt – ist es nicht total abgefahren, dass die mich in Harvard genommen haben? Das kann doch eigentlich bloß ein Witz sein!). Ich bin zu aufgedreht zum Tippen, also mach dich schnell auf den Weg! Wann kommst du?

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: September

Wahrscheinlich wird es September, bis ich hier alles erledigt habe, aber ein paar Tage vor Semesterbeginn bin ich da! Ende August ist übrigens der große Abschlussball. Kommst du? Alle würden sich total freuen. Außerdem brauche ich einen Partner! Wird bestimmt lustig, wir können noch mal alle Lehrer ärgern. Genau wie früher … Sag Bescheid.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Abschlussball

Natürlich komme ich, ich will doch nicht den Abschlussball verpassen! Kommt nicht in die Tüte!

*

An Alex mobil

Alex, wo bist du??? Sitze mit Dad im Flugh. + warte. Hab dein Handy + Festnetz probiert. Alles ok? R.

 

An Rosie Handy

Hab grad deine SMS bekommen. Erklärung per Mail, kannst du am Flugh. Mail checken?

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Sorry!

Rosie, es tut mir total Leid! Der Tag heute war der absolute Albtraum. Mit meiner Reservierung ist irgendwas falsch gelaufen. Keine Ahnung, was da los war, aber als ich mein Ticket abholen wollte, stand mein Name nicht auf der Passagierliste. Ich hab den ganzen Tag versucht, einen anderen Flug zu kriegen, aber es ist alles komplett ausgebucht, weil die ganzen Touristen auf dem Heimweg sind und dazu noch die Studenten und was weiß ich. Jetzt bin ich auf stand-by, aber bisher hat sich nichts ergeben. Ich hänge weiter hier rum und warte. Ein Albtraum!

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Flug morgen

Dad sagt, es gibt morgen einen Flug um 10 Uhr 10 von Boston. Der Flug nach Dublin dauert fünf Stunden, das macht fünfzehn Uhr, plus fünf für die Zeitverschiebung – also wärst du gegen 20 Uhr hier. Mein Vorschlag: Wir holen dich am Flughafen ab und fahren von da direkt zum Ball. Oder vielleicht sollten wir vor dem Ball doch noch mal nach Hause? Wenn du deinen Smoking im Flugzeug anhast, ist der total knittrig. Was meinst du?

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Re: Flug morgen

Guter Vorschlag, ich probier’s gleich. Macht nichts, wenn wir ein bisschen zu spät kommen, Hauptsache, ich schaffe es überhaupt.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Flug

Rosie, schlechte Nachricht. Der Flug ist auch total ausgebucht.

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Re: Flug

Scheiße. Grübel, grübel. Nichts zu machen. An jedem anderen Tag im Jahr könntest du problemlos herkommen, bloß nicht morgen. Sieht fast so aus, als wollte einer da oben um jeden Preis verhindern, dass du ins Flugzeug steigst, Alex.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Meine Schuld

Es ist alles meine Schuld. Ich hätte gestern noch mal bei der Fluggesellschaft nachfragen sollen. Ich weis, ich hab dir den Abend versaut. Aber du hast noch einen ganzen Tag, um einen anderen Begleiter zu finden. Bitte mach eine Million Fotos. Sag allen, dass ich nach ihnen gefragt hab. Und lass es krachen. Es tut mir total Leid, Rosie, ehrlich.

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Re: Meine Schuld

Quatsch, du bist nicht schuld. Klar bin ich enttäuscht, aber es ist kein Weltuntergang. Sieh zu, dass du wenigstens das Geld für den Flug zurückkriegst. In einem Monat komm ich ja rüber, und dann sehen wir uns JEDEN TAG! Das wird super! Aber jetzt geh ich mal lieber auf Männerjagd … ich find bestimmt noch ’nen Bessren als dich!

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Männerjagd

Schon einen gefangen?

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Jagderfolg

Was für eine blöde Frage! Natürlich hab ich einen gefunden. Bin beleidigt, dass du überhaupt fragst …

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Geheimnisvoller Mann

Ha ha. Und wer ist der Glückliche?

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Rätselhafter Mann

Das geht dich überhaupt gar nichts an.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Unsichtbarer Mann

HA! Du hast gar keinen gefunden! Hab ich mir gleich gedacht!

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Großer starker Mann

Von wegen. Natürlich hab ich einen.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Gar kein Mann

Hast du nicht.

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Mann!

O doch.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Mann?

UND WIE HEISST ER?

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Fast ein Mann

Brian

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Brian?

BRIAN??? BRIAN DAS BROT????

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Re: Brian?

Kann sein …

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: HA HA!

Ha ha ha ha ha ha du gehst mit dem Brianbrot zum Abschlussball?!!! Krass! Wie tief gesunken ist das denn? Der Brian, der seine Pizza in James’ Schlafsack geschmissen hat? Der dir mit sechs auf dem Schulhof den Rock hochgehoben hat, und jeder konnte deine Unterhose sehen? Der Brian, neben dem du die ganze zweite Klasse sitzen musstest und der in der Nase gebohrt hat und die Popel gegessen? Der uns jeden Tag auf dem Heimweg nachgelaufen ist und gekreischt hat: »Rosie und Alex, die haben sich gekü-hüsst«, bis du geheult hast und eine ganze Woche lang nicht mehr mit mir reden wolltest? Der dir bei meiner Abschiedsparty sein Bier über dein neues Top geschüttet hat? Den du absolut ätzend findest? Den du vom ersten bis zum letzten Schultag gehasst hast? Mit dem gehst du zum Abschlussball?

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Erraten!

Ja, Alex, du hast es erraten, mit diesem Brian gehe ich zum Ball. Leider muss ich dich jetzt aber bitten, mir vorerst nicht mehr zu mailen, weil meine Mutter nämlich grade dabei ist, mir die Haare auf dem Kopf zu verknoten, damit ich halbwegs anständig aussehe. Sie hat deine Mails gelesen und möchte dir mitteilen, dass Brian das Brot mir heute Abend nicht unter den Rock linsen wird.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Re: Erraten!

Aber versuchen wird er’s, garantiert. Viel Spaß! Ich würde dir dringend raten, dass du dir heute Abend ordentlich die Kante gibst …

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Kante

Allerdings werde ich mir die Kante geben, das kannst du aber annehmen! Brian war der Einzige, den ich noch last minute kriegen konnte – vielen Dank auch! Ich brauch ihn hauptsächlich für die Fotos, damit Mum und Dad ein hübsches Souvenir von meinem Abschlussball haben – aufgetakelte Tochter, daneben männliches Wesen im Smoking. An den Tischen ist Platz für zehn, ich brauche mich beim Essen also nicht unbedingt mit ihm zu unterhalten. Du hast jedenfalls deinen Spaß, was, Alex?

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Re: Kante

Nein, ich wäre viel lieber selber dabei. Und bitte tu mit Brian nichts, was ich nicht auch tun würde …

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Re: AW: Kante

Na ja, da bleibt mir ja viel! Jetzt sind die Haare fertig, und ich muss mich um den Rest kümmern. Ich erzähl dir morgen, wie es gelaufen ist.

*

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Abschlussball

Wie war der Ball? Höchstwahrscheinlich kurierst du grade deinen Kater aus. Ich warte noch bis morgen, aber dann will ich endlich was hören! Ich will alles wissen!

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Abschlussball

Hast du meine letzte Mail nicht gekriegt? Ich versuch dauernd, dich anzurufen, aber niemand geht dran – was ist denn los? Ich hoffe, du bist einfach zu beschäftigt mit den Vorbereitungen für den großen Umzug!

Bitte mail mir ganz bald.

 

Sie haben eine Message von: STEPH

Steph: Rosie, melde dich endlich bei Alex und erzähl ihm vom Abschlussball. Du kannst dich nicht ständig davor drücken. Der arme Kerl will doch wissen, wer, was, wo und wann gemacht hat.

Rosie: Na, ich werd ihm ganz bestimmt nicht erzählen, wer was mit wem gemacht hat.

Steph: Ha ha.

Rosie: Das ist nicht komisch.

Steph: Ich finde es total witzig. Komm schon, es ist drei Wochen her!

Rosie: Bist du sicher, dass es schon drei Wochen sind?

Steph: Ja, warum?

Rosie: Ach du Scheiße.

Rosie hat sich ausgeloggt.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Hallo???

Rosie, lebst du noch? Hast du irgendwelche Probleme mit deinem Server? Bitte antworte mir! Eigentlich müsstest du inzwischen bald losfliegen.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Bitte, Rosie!

Bist du sauer auf mich? Es tut mir Leid, dass ich es nicht zum Ball geschafft habe, aber mit Brian kann es doch nicht sooo krass gewesen sein, oder? Was hast du den ganzen letzten Monat getrieben? Das ist doch lächerlich. Warum geht niemand ans Telefon, wenn ich anrufe?

Antworte mir!

Alex

 

Liebe Ms. Dunne,

ich schreibe Ihnen, weil ich gerne wissen möchte, ob mit Rosie alles in Ordnung ist. Ich habe ewig nichts von ihr gehört und mache mir ehrlich Sorgen. Es ist nicht normal, dass ich so lange nichts von ihr höre. Wenn ich anrufe, geht immer nur der Anrufbeantworter dran. Vielleicht sind Sie mit der ganzen Familie weggefahren? Bitte lassen Sie mich wissen, ob alles okay ist, und sagen Sie Rosie, sie soll sich bitte bei mir melden.

Alles Gute,

Alex

 

Liebe Sandra,

Alex hat die ganze Woche über ständig Nachrichten auf dem AB hinterlassen und macht sich furchtbar Sorgen wegen Rosie. Ich weiß, dass Sie sich Sorgen machen, weil er sich Sorgen macht, deshalb schreibe ich Ihnen, nur damit Sie Bescheid wissen …

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Du kommst nicht nach Boston????

Meine Mum hat mir heute gesagt, dass du nicht nach Boston kommst. Bitte sag mir, was los ist. Ich mache mir echt Sorgen. Habe ich irgendwas Blödes gemacht?

Egal, was es ist, Rosie, ich möchte, dass du weist, ich habe Verständnis und bin immer für dich da. Bitte sag mir, was los ist, es macht mich ganz verrückt, dass ich es nicht weis. Wenn du dich nicht bald meldest, buche ich einen Flug nach Irland und sehe selbst nach.

Alles Liebe,

Alex

 

Von: Stephanie

An: Rosie

Betreff: Ich komme

Meine kleine Schwester,

Rosie, Süße, mach dir keine Sorgen. Alles, was passiert, hat einen Sinn. Atme tief durch und versuche, dich zu entspannen. Vielleicht ist das der richtige Weg für dich, vielleicht wäre Boston das Falsche gewesen. Ich buche einen Flug und komme heim, sobald ich kann. Halte durch, Kleines.

Alles Liebe,

Stephanie

 

Liebe Ms. Rosie Dunne,

Boston College nimmt hiermit zur Kenntnis, dass Sie dieses Jahr Ihren Studienplatz nicht beanspruchen.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Whitworth

 

An Rosie D. Handy

Glaubs einfach nicht, dass du so entschieden hast. Du weißt, dass ich’s nicht gut finde. Ich ziehe weg aus Irland wie geplant. Hoffe, alles entwickelt sich gut für dich.

xx, Brian

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Hilfe

O Gott, Alex, was hab ich nur getan?

Kapitel 6

Lieber Alex,

es war so schön, dich wieder zu sehen. Bitte zieh dich nicht zurück. Ich brauche zurzeit wirklich alle Freunde, die ich kriegen kann. Danke, dass du mich letzte Woche so nett unterstützt hast. Ich denke manchmal wirklich, ohne dich werde ich verrückt. Das Leben ist schon komisch, was? Grade wenn du denkst, du hast alles im Griff, gerade wenn du was Neues planst, auf das du dich freust, grade wenn du das Gefühl hast, du weißt endlich, was du willst – ausgerechnet in dem Moment ist auf einmal alles anders, die Welt steht kopf, und du weißt überhaupt nichts mehr. Man kann sich so verdammt leicht verlaufen.

Es gibt nicht viele Dinge im Leben, bei denen ich mir sicher bin, aber eins weiß ich genau: Man muss die Folgen von dem tragen, was man tut. Manche Sachen muss man einfach durchziehen.

Ich schmeiß immer alles zu schnell hin, Alex. Hab ich in meinem Leben überhaupt schon jemals was wirklich Wichtiges getan? Ich hab immer irgendwie eine Ausrede gefunden, um den Weg des geringsten Widerstands zu gehen – das haben wir beide immer so gemacht. Bisher haben wir schrecklich darunter gelitten, wenn wir am Montag eine Doppelstunde Mathe durchstehen mussten oder einen Pickel von der Größe Plutos auf der Nase entdeckten. Was Schlimmeres ist uns nie passiert.

Aber jetzt kriege ich ein Baby. Ein Baby. Und das wird immer da sein, montags, dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags, samstags und sonntags. Kein freies Wochenende mehr. Keine drei Monate Semesterferien. Ich kann nicht zwischendurch einfach mal blau machen oder mir von Mum eine Entschuldigung schreiben lassen. Ich werde selbst die Mum sein. Ich wollte, ich könnte mir eine Entschuldigung schreiben. Ich hab Angst, Alex. Rosie

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Baby

Nein, jetzt geht’s nicht mehr um eine Doppelstunde Mathe am Montag. Was jetzt passiert, ist viel spannender. Mathe am Montag ist stinklangweilig. Aus dieser Erfahrung jetzt wirst du viel mehr lernen als in einer Mathestunde.

Ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst. Das Boston College kann auf dich warten, Rosie, denn jetzt hast du erst mal was Wichtigeres zu tun. Ich weis, es wird alles gut.

 

Von: Rosie

An: Alex

Betreff: Re: Baby

Du weißt, dass alles gut wird. Achten Sie auf die Rechtschreibung, Mr.Stewart.

 

Von: Alex

An: Rosie

Betreff: Re: AW: Baby

Rosie, du benimmst dich ja jetzt schon wie eine Mutter – kann also gar nichts schief gehen.

Pass gut auf dich auf. Alex

 

Sie haben eine Message von: ALEX

Alex: Ich dachte, du wolltest auf sie aufpassen, Phil. Phil: Ich hab dir doch gesagt, wenn sie nicht lernt, ihre Blase zu kontrollieren, dann schmeiß ich sie raus. Im Garten geht es ihr aber sehr gut.

Alex: Ich meine nicht den Hund, Phil. Ich spreche von Rosie.

Phil: Was ist mit Rosie?

Alex: Mach jetzt nicht einen auf ahnungslos. Ich hab gehört, wie Mum und Dad es dir am Telefon erzählt haben.

Phil: Wie geht’s dir denn damit?

Alex: Das fragen mich alle. Keine Ahnung. Es ist komisch. Rosie ist schwanger. Dabei ist sie grade mal achtzehn. Sie kann kaum auf sich selbst aufpassen, von einem Baby ganz zu schweigen. Sie raucht wie ein Schlot und isst kein Gemüse. Sie bleibt bis vier Uhr morgens auf und schläft dann bis um eins. Sie wollte lieber beim Chinesen Geschirr spülen als bei ihren Nachbarn für das gleiche Geld babysitten. Ich glaub nicht, dass sie schon mal eine Windel gewechselt hat. Mal abgesehen von Kevin hat sie bestimmt noch nie ein Baby länger als fünf Minuten auf dem Arm gehabt. Und das College? Der Beruf? Wie zum Teufel soll sie das alles schaffen? Wie soll sie jemals einen netten Freund kennen lernen? Freunde finden? Sie hat sich genau in ihre schlimmste Horrorvision reinmanövriert.

Phil: Glaub mir, Alex, sie kommt zurecht. Ihre Eltern unterstützen sie. Sie ist nicht allein.

Alex: Ihre Eltern sind den ganzen Tag bei der Arbeit, Phil. Rosie ist eine intelligente junge Frau, das weis ich. Aber sosehr sie mich auch vom Gegenteil zu überzeugen versucht, ich glaube, es ist ihr nicht wirklich klar, dass sie das Baby nicht zurückgeben kann, wenn es anfängt zu schreien.

 

Liebe Stephanie,

ich möchte dir gerne dabei helfen, dich selbst zu finden, und dich mit klugen Worten und Weisheit überschütten. Bitte nimm diesen Rat an von einer Schwester, die dich liebt und schätzt und dir für dein Leben Glück und Wohlstand wünscht. Also: Werde niemals schwanger. Oder »enceinte«, wie die Leute bei dir sagen würden. Schau dir das Wort genau an, sprich es laut aus, wiederhol es im Kopf und präg dir fest ein, dass du genau das nie und nimmer sein willst.

Am besten solltest du einfach keinen Sex haben, denn man kann das Risiko gar nicht gering genug halten.

Steph, es ist so furchtbar. Ich fühle mich kein bisschen »eins mit der Natur«, null mütterliche Aura. Ich bin einfach nur fett. Aufgedunsen. Müde. Und mir ist ständig übel. Dabei frage ich mich auch noch dauernd, was in aller Welt ich tun soll, wenn das kleine Etwas erst mal geboren ist und mich erwartungsvoll anglubscht. Da kann ich dann leider nur mit den Achseln zucken.

»Guter Hoffnung« – von wegen. Ich fühl mich höchstens wie ein brodelnder Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Alex hat mit seinem tollen Studium angefangen, und die Leute, mit denen ich auf der Schule war, erforschen die Welt. Und ich gehe mit Mum zur Schwangerschaftsgymnastik und lerne, wie man atmet. Um mich rum nichts als Pärchen. Und alle mindestens zehn Jahre älter. Mum hat versucht, mich in eine Unterhaltung mit ihnen zu verwickeln. Aber ich glaube, keiner hat wirklich Interesse daran, sich mit einer Achtzehnjährigen anzufreunden, die grade mit der Schule fertig ist. Ehrlich, es ist wie im