Mail Order Doctor, Die Bräute von Tombstone, Buch 2 - Cynthia Woolf - E-Book
Beschreibung

Julia O’Brien ist eine pragmatische Frau. Als eine Krankenschwester und Hebamme war sie wohl selbst sehr überrascht, als sie sich in Dr. Matthew Reynolds verliebt und zustimmt, seine Katalogbraut zu werden. Sie macht sich mit seinen Briefen und ihrem Herz voller Hoffnung auf den Weg nach Tombstone. Dr. Matthew Reynolds möchte keine Frau haben und ist schockiert, als Julia mit einer Heiratslizenz auf seiner Türschwelle steht, die seine Unterschrift trägt. Er findet heraus, dass sein Großvater die junge Frau ohne sein Wissen umworben und ihr ein Versprechen in seinem Namen ohne sein Einverständnis gemacht hat. Eine Annullierung scheint die einfachste Lösung zu sein, aber Julia weiß nicht wohin ohne Reynolds. Jetzt schläft seine ungewollte Ehefrau in seinem Haus, arbeitet mit ihm in seiner Klinik und bringt ihn generell zur Verzweiflung. Als ein Hilferuf von einer verzweifelten jungen Mutter eingeht, übernimmt Julia die Sache alleine. Die junge Frau bekommt ein wunderschönes kleines Mädchen, aber überlebt die Geburt nicht. Plötzlich steht Matthew vor einer neuen Entscheidung – er hat nicht nur eine schöne und liebevolle Ehefrau, sondern auch noch eine kostbare neue Tochter, die sein einsames Leben bereichert. Aber Julia wird sich nicht mit weniger als seinem ganzen Herzen zufriedengeben und als der echte Vater des Neugeborenen versucht, sie ihr ihnen wegzunehmen, wird Matthew Berge versetzen müssen, um die Frau, die ihm ans Herz gewachsen ist, davon zu überzeugen, dass er das sein kann, was sie braucht.

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EPUB

Seitenzahl:243


Mail Order Doctor

Die Bräute von Tombstone

Buch 2

Cynthia Woolf

MAIL ORDER DOCTOR

Copyright 2016 bei Cynthia Woolf

ISBN 978-1-938887-62-8 (English Edition ebook)

ISBN 978-1-947075-81-8 (German Edition ebook)

INHALTSVERZEICHNIS

MAIL ORDER DOCTOR

Copyright

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Epilog

Über Die Autorin

Weitere Verfügbare Titel

KAPITEL 1

8. März, 1882

Julia O’Brien Reynolds sah aus dem Fenster der Pferdekutsche, als sie in Tombstone, im Gebiet Arizonas, ankam. Die Stadt war schlicht gehalten, um es nett auszudrücken, aber trotzdem gut besucht. Sie freute sich darauf, ihre Fähigkeiten als Krankenschwester einsetzen und mit ihrem neuen Mann, Doktor Matthew Reynolds, zusammenarbeiten zu können.

Es liefen unzählig viele Menschen über die Straße und der Führer musste die Kutsche abbremsen, da er sie sonst niederfahren würde. Bei so vielen Leuten musste Matthews Geschäft ja prächtig laufen.

Bars, Hotels, Restaurants, ein Gemischtwarenladen und andere Läden reihten sich an der Hauptstraße aneinander. Sie entdeckte ein Theater, das „Bird Cage“ und sie hoffte, dass sie es schaffen würde, zu einer Vorstellung zu gehen.

Als sich die Kutsche einem Hotel näherte, hörte sie jemanden „Die Kutsche ist hier!“ rufen, bevor das Gefährt anhielt.

Einer ihrer Mitreisenden, Mr. Benjamin King, öffnete die Tür und sprang hinaus, bevor der Reisende auf dem Sitz neben dem Führer es überhaupt konnte.

„Lassen Sie mich Ihnen helfen, Mrs. Reynolds.“, sagte er und bot ihr seine Hand an. Der Ein- und Ausstieg der Kutsche war ohne Hilfe ziemlich schwierig, da ihr Kleid ihre Bewegungen einschränkte. Sie wusste, dass sie ein normales Kleid hätte anziehen sollen, aber sie wollte einen guten ersten Eindruck machen und wählte Aussehen vor Praktikabilität.

„Vielen Dank, Mr. King. Ich wusste Ihre Hilfe auf der ganzen Reise von Tucson hierher zu schätzen. Ich wüsste nicht, was ich ohne Sie gemacht hätte.“ Er war einer der gutaussehenden Männer, die sie kannte. Groß, weit über 1,80 m, braune Haare mit goldenen Strähnen und grauen Augen, von denen sie dachte, dass sie bestimmt eisig werden konnten, wenn er wütend war. Aber sie hatte seine Augen bisher nur warm und einladend gesehen.

„Die Freude war ganz meinerseits, Mrs. Reynolds, das versichere ich Ihnen. Wenn Sie aus irgendeinem Grund meine Hilfe benötigen, während Sie hier in Tombstone sind, zögern Sie bitte nicht, mich aufzufinden. Ich werde im Tombstone Hotel sein.“

„Vielen Dank.“ Sie spürte, wie sie ein wenig rot wurde. „Als eine Katalogbraut werde ich mich daran erinnern, aber ich hoffe, dass mein Ehemann in der Lage sein wird, mir zu helfen und dass ich Ihre Hilfe nicht benötige.“

Einen Moment lang zogen sich seine Mundwinkel nach unten, aber dann lächelte er. „Trotzdem, man weiß ja nie, meine Liebe. Man weiß ja nie.“ Er streckte seinen Arm aus, nahm Julias Hand und brachte sie an seine Lippen. „Auf dass wir uns wiedersehen.“

Julia ging von der Kutsche weg und auf das Hotel zu, vor dem sie gehalten hatten. In jeder Sekunde verspürte sie Schmerzen, da ihr Korsett in ihre zarte Haut schnitt. Kleine Bäche aus Schweiß liefen zwischen ihren Brüsten entlang und sie wünschte sich, dass sie einen Fächer mitgebracht hätte. Alle ihre Winterkleider müssten weggepackt bleiben. Sie wären in dieser Hitze hier nutzlos, die sie von allen Seiten umgab. Zum Glück hatte sie drei Sommerkleider und Blusen und Röcke mitgebracht, die sie tragen konnte. Wenn sie noch mehr brauchte, würde sie welche aus New York bestellen, außer es gab natürlich einen Kleiderladen hier in der Stadt.

Der Kutschenführer stellte ihr Gepäck auf die Promenade neben ihr. Er tippte seinen Hut. „Mrs. Reynolds.“

„Vielen Dank, Mr. Johnson.“

„Ja, Ma’am. Gern geschehen.“

Sie sah sich um und fragte sich, ob einer dieser Männer Doktor Matthew Reynolds war. Da aber keiner von ihnen auf sie zukam, entschied sie sich, dass es wohl keiner von ihnen war und ging ins Hotel.

Ein junger Mann stand hinter der Rezeption und sprach zu Mr. King.

„Hier, bitteschön, Chef.“ Er gab ihm einen Zimmerschlüssel. „Schön, Sie zurückzuhaben.“

„Danke, Horace. Gibt es irgendwas, das ich wissen muss, seitdem ich weg war?“

„Nein, Sir. Alles lief so glatt wie nur möglich.“

„Freut mich, das zu hören.“ Mr. King wandte sich von der Rezeption ab und sah Julia.

„Mr. King, ich wusste gar nicht, dass Sie Ihr eigenes Hotel haben.“

„Das ist einer meiner vielen Interessen. Horace hier wird Ihnen helfen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag, Mrs. Reynolds.“

Horace sah zu Julia hinauf. „Darf ich Ihnen helfen, Ma’am?“

„Ja.“ Julia ging auf ihn zu. „Können Sie mir sagen, wo ich das Büro des Doktors finde?“

„Ja, Ma’am. Wenn Sie das Hotel verlassen, laufen Sie nach rechts, dann zwei Blöcke die Straße hinunter, dann noch einmal rechts abbiegen und zwei weitere Blöcke hinunterlaufen. Dort sehen Sie dann das Büro zu Ihrer linken. Es liegt direkt am Haus des Doktors, deshalb sieht das Gebäude anders aus als die anderen Häuser.“

„Vielen Dank, junger Mann.“ Sie wusste aus den Briefen, dass das Büro direkt am Haus lag. Diese Konstellation machte es komfortabler für Matthew.

„Julia. Julia O’Brien Reynolds.“

Sie drehte sich in die Richtung, aus der ihr Name kam. Ein großer Mann mit Brille und grauem Haar kam auf sie zu.

„Ich bin Julia Reynolds.“

Er streckte ihr seine Hand entgegen. „Ich bin Walt Reynolds, Matthews Großvater.“

„Oh!“ Sie nahm seine ausgestreckte Hand entgegen und schüttelte sie. „Mr. Reynolds, es freut mich sehr, Sie kennenzulernen. Wo ist Matthew?“

„Ihm steht eine Geburt bevor. Ich bringe Sie zum Haus und zeige Ihnen alles. Die Kutsche steht vor der Tür.“

Julia blickte auf, um einen Ausdruck in Mr. Kings Gesicht zu entdecken, den sie nicht deuten konnte. War es Verärgerung? Er nickte kurz in ihre Richtung, drehte sich dann um und ging die Treppen hinauf.

Das ist wirklich seltsam.

„Wo ist Ihr Gepäck?“

Julia richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf Walt. „Ja, ähm… mein Gepäck steht draußen an der Promenade, aber ich befürchte, dass ein Großteil von dem, was ich mitgebracht habe, nutzlos sein wird. Das Wetter hier ist viel wärmer, als ich gedacht habe.“

Walt winkte ab. „Machen Sie sich darüber keine Gedanken. Nachts sinken die Temperaturen ziemlich, also werden Sie ihre wärmere Kleidung trotzdem brauchen.“

Sie folgte ihm hinaus zur Promenade. „Na Gott sei Dank. Obwohl der Gedanke an neue Kleidung toll ist, bin ich froh, mich nicht messen lassen zu müssen.“

„Nein, ich denke, das wäre nicht gerade spaßig.“ Er beugte sich hinunter und zeigte auf ihr Gepäck. „Ist das Ihrs?“

„Ja, genau. Können Sie das selbst nehmen?“

„Natürlich.“ Die Muskeln in seinem Nacken spannten sich an, als er die Kiste hochhob. „Ich habe vielleicht graues Haar, aber ich bin alles andere als zerbrechlich, junge Frau.“

„Ich… das habe ich doch gar nicht…“

„Hier, lassen Sie mich Ihnen helfen.“ Benjamin King kam aus dem Hotel geeilt, ging hinüber zum anderen Ende der Kiste und hob sie hoch. „Zu zweit geht es viel einfacher.“ Er lächelte Julia an.

„Ja, das stimmt, Ben. Schön, dass Sie wieder da sind.“ Walt griff nach dem Henkel, hob die Kiste an und begann zu laufen. „Ich schätze Ihre Hilfe.“

„Ich bin auf der Kutsche mit Matthews Frau, Julia, hierhergekommen.“ Er hob eine Augenbraue. „Ich bin überrascht, dass er sie nicht selbst abholt.“

„Er ist in seiner Praxis beschäftigt. Sie wissen, wie das ist.“

„Ich weiß. Bereit?“

„Ja, los geht’s.“

Die beiden Männer trugen die Kiste zur Kutsche und legten sie in das Hintere des Wagens.

Walt schüttelte Bens Hand. „Danke für Ihre Hilfe.“

„Keine Ursache.“ Ben drehte sich zu Julia, nahm ihre Hand und küsste sie. „Wenn ich Ihnen weiterhin helfen kann, lassen Sie mich es bitte wissen.“

Julias Gesicht glühte. „Ich denke, wir kommen zurecht, aber danke.“

Ben half Julia auf den Sitz der Kutsche hinauf, tippte seinen Hut, drehte sich um und ging zurück ins Hotel.

„Ben ist ein guter Mann. Er wünschte, er könnte eine Frau für sich finden. Vielleicht muss er sich eine bestellen, wie es mein Matthew gemacht hat.“

Julia musterte ihren neuen Schwieger-Opa. „Es ist ungewöhnlich heutzutage durch bevollmächtigte Vertretung zu heiraten, aber ich habe mich durch Matthews Briefe in ihn verliebt. Sie waren wirklich schön.“

Walter hustete und räusperte ich. „Nun, das ist doch etwas Gutes, oder nicht?“

Sie saß mit kerzengeradem Rücken da und faltete mit ihren Händen ihr Stofftaschentuch. „Natürlich. Ich wäre niemals gekommen, wenn ich nicht daran glauben würde, dass Matthew und ich uns lieben.“

„Natürlich nicht.“ Walt schlug die Zügel auf die Hintern der Pferde, um sie in Bewegung zu halten. Die vielen Leute auf der Straße verlangsamten sie.

Matthews Haus und Praxis waren zwei Blöcke von der Hauptstraße entfernt, genau wie der junge Rezeptionist es erklärt hatte. Julia freute sich über die Gegend, weil es hier viel ruhiger war. Das Haus war ein einfaches einstöckiges weißes Holzhaus mit einem Schrägdach und einem weißen Pfahlzaun um den Vorgarten herum. Direkt am Haus lag ein anderes Gebäude mit einem flachen Dach – die Praxis. Die Pferdestange an der Seite des Gartens war für beide Gebäude gedacht.

„Kommen Sie rein, Julia. Ich weiß nicht, wann Matthew zurück sein wird, aber Sie können es sich hier gemütlich machen, während Sie warten.“ Walt ging durch die Tür und hielt sie für sie offen. „Das hier ist das Wohnzimmer. Es gibt kein Esszimmer, aber dort ist ein kleiner Tisch mit Stühlen in der Küche hinter dieser Tür.“ Er zeigte auf die Tür zu seiner Rechten. „Die Schlafzimmer sind den Flur hinunter. Es gibt nur zwei. Wenn sie Nachwuchs bekommen, müssen Sie entweder ein neues Haus bauen oder dieses hier erweitern.“

Ihr Gesicht wurde heiß und sie wusste, dass sie rot wurde. Dieses Gesprächsthema war wirklich ungewöhnlich. „Natürlich. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, würde ich jetzt gerne die Praxis sehen.“

„Matthew hatte erwähnt, dass Sie Krankenschwester sind. Kommen Sie hier entlang.“ Er ging in die Küche und durch die linke Tür der drei in diesem Raum. „Genau hier ist es. Es gibt auch draußen einen Eingang für die Patienten. Wir wollen ja nicht, dass die Leute immer durch unser zu Hause trampeln müssen.“

Die Praxis war ordentlich und sauber und hatte zwei Behandlungszimmer, die an das große Wartezimmer angrenzten und einen Operationssaal ganz am Ende des Gebäudes. Obwohl sie klein war, war die Praxis mehr als genug für einen Doktor alleine zu leiten.

„Lass uns zurück ins Haus gehen und Sie können sich einrichten. Ich hole die Kiste und stelle sie für Sie in das Schlafzimmer“

„Vielen Dank, Walt. Matthew hat Glück, Sie als Großvater zu haben.“

„Ah, das ist aber wirklich nett von Ihnen.“

Walt kämpfte sich mit der Kiste ab, aber schaffte es, sie ohne Hilfe ins Haus zu bringen.

„So, ich lass‘ Sie dann mal in Ruhe. Matthew sollte bald zu Hause sein und Sie können sich ganz vertraut machen.“

Aufregung durchdrang sie. „Das klingt so seltsam, weil wir ja schon verheiratet sind, aber Sie haben Recht. Wir müssen uns gegenseitig wirklich noch kennenlernen.“

„Jap, aber ich muss jetzt los. Bis morgen.“

Julia brachte Walt zur Tür und schloss sie hinter ihm. Sie ging zurück in das Schlafzimmer und öffnete ihr Gepäck. Es gab einen eingebauten Kleiderschrank im Zimmer, aber dieser war nicht wirklich groß und da Matthews Kleidung bereits darin hing, war dort nicht genug Platz für ihre Kleider. Sie ging in das andere Schlafzimmer und checkte den Kleiderschrank, der Gott sei Dank leer war.

Nachdem sie all ihre Roben aufgehängt hatte, ging sie zurück in das andere Schlafzimmer und öffnete die Schubladen der Kommode, um erneut zu merken, dass dort kein Platz für ihre Sachen war. Sie war gezwungen, die Kommode im Gästezimmer zu benutzen und fand es wahnsinnig unfreundlich, dass Matthew für ihre Ankunft keinen Platz gemacht hatte.

Sie hatte zwei Tage harte Reise in der Kutsche aus Tucson hinter sich und das Bett wirkte sehr einladend auf sie. Da sie nun all ihre Sachen verstaut hatte, wollte sie nur noch ihr Korsett ausziehen und schlafen. Matthew war nicht zu Hause und sie brauchte Schlaf, wenn sie ihn ordentlich begrüßen wollte. Ihr Korsett schloss sich vorn, also konnte sie es ohne Probleme ausziehen und sie brauchte auch keine Hilfe hineinzukommen. Sie legte das Korsett auf der Kommode ab, behielt aber ihr Kleid an, legte sich dann in das Bett und schlief augenblicklich ein.

*****

„Was zur Hölle?“

Die raue Stimme gehörte einem Mann, der eine Lampe hielt.

Julia schrie auf.

„Sei leise, Frau. Wer bist du und was machst du in meinem Bett?“

„Deinem Bett?“ Ihr Herz schlug schnell, sie blinzelte und rieb ihre Augen. „Bist du Matthew Reynolds?“

„Ja, ich bin Matthew Reynolds und ich frage dich nochmal – was machst du in meinem Bett?“

Sie setzte sich auf und setzte sich an die Bettkante. „Ich bin der Meinung, dass das wohl offensichtlich ist. Ich habe geschlafen.“ Sie strich über ihr Haar und hoffte, dass es durch ihren Schlaf nicht zu zerzaust war.

Matthew schloss die Augen und drückte seinen Nasenrücken zusammen. „Ich bin nicht in der Stimmung für Ratespielchen, Miss…“

„Mrs. Reynolds. Deine Ehefrau.“

„Was?“ Er riss seine Augen auf. „Aber ganz bestimmt nicht. Ich bin nicht verheiratet.“

„Ich bin Julia O’Brien. Wir haben durch Vollmacht geheiratet. Ich habe die Unterlagen. Dein Großvater schien über alles Bescheid zu wissen. Wieso sagst du, dass wir nicht verheiratet sind?“

Er war noch schöner, als das Bild in der Zeitung. Er hatte braune Haare, die an den Seiten bereits leicht ergrauten und zwischen seinen tollen blauen Augen zeichneten sich Sorgenfältchen ab. Er arbeitete offensichtlich zu hart.

„Warte. Du hast meinen Großvater getroffen?“ Er stellte die Lampe auf den Nachttisch und setzte sich neben ihr auf das Bett. „Was hat Walt dir erzählt?“

„Nur, dass ich mich wie zu Hause fühlen soll und dass du noch einen Einsatz bei einer Geburt hattest.“ Besorgt darüber, dass er sie nicht erwartet hatte, suchte sie nach Gemeinsamkeiten. „Ich hoffe, dass ich diesen Teil deiner Arbeit übernehmen kann. Ich bin Krankenschwester und Hebamme, wie du weißt.“

Matthew seufzte tief. „Nein, das wusste ich nicht, aber ich wette, Walt wusste es.“

„Was sagst du da, Matthew?“ Sie legte eine Hand auf sein Bein.

Er runzelte die Stirn und legte ihre Hand zurück auf ihr eigenes Bein. „Ich sage, dass ich nicht… dass wir nicht verheiratet sind. Ich habe bis zu diesem Augenblick noch nie von dir gehört.“

Sie schnappte nach Luft und legte ihre Hand auf ihre Brust, um ihr rasendes Herz zu beruhigen. „Aber das kann nicht sein. Wir haben monatelang miteinander korrespondiert und vor sechs Wochen per Vollmacht geheiratet.“

„Nein, Julia. Das haben wir nicht.“ Er gestikulierte zwischen ihnen hin und her.

„Warte hier.“ Sie ging in das Gästezimmer, wo sie ihre wichtigen Unterlagen mit ihrer Unterwäsche in der Kommode aufbewahrte.

Matthew folgte ihr mit der Lampe. Als sie ins Zimmer kamen, machte er die andere Lampe an, die auf dem Nachttisch des Gästezimmers stand.

Julia blätterte durch ihre Dokumente, bis sie das richtige fand. „Hier, das sind die Vollmachtdokumente. Ist das deine Unterschrift?“

Er sah sich die Unterlagen an und ihm wich die Farbe aus dem Gesicht, um kurz darauf zu roter Wut zu werden.

Er schüttelte den Kopf. „Das kann nicht sein.“

„Nun, ist das deine Unterschrift, oder nicht?“

„Ja, so sieht es aus. Aber ich habe nie irgendwelche Vollmachtdokumente unterschrieben.“

„Der Zeuge ist Walter Reynolds. Dein Großvater. Erzähl mir nicht, dass er bezeugt, dass du etwas unterschrieben hast, dass du nicht unterschrieben hast.“

Er trat zurück und richtete sich auf. „Ich sage dir, Julia, ich habe das nicht unterschrieben. Wir sind nicht verheiratet.“

KAPITEL 2

„Und ich sage dir, das ist deine Unterschrift mit deinem Zugeständnis und ich weiß nicht, wieso du unsere Ehe abstreitest.“

Matthew fing an, auf und ab zu laufen und drehte sich dann zu ihr. „Komm mit mir mit.“ Er nahm ihre Hand, zog sie den Flur mit sich hinunter bis ins Wohnzimmer und zur Tür hinaus.

Seine Kutsche war immer noch mit zwei prachtvollen grauen Pferden mit schwarzen Hufen eingespannt.

„Steig auf.“ Er half ihr hinauf, bevor er außen herumlief und selbst auf der anderen Seite aufstieg. „Wir suchen meinen Großvater. Ich weiß, dass er dahintersteckt.“

Stille durchdrang die Nacht und die Entfernung zwischen ihnen. Alles, was sie hörte, war das Geräusch der Pferdehufen auf dem Weg. Es dämmerte und wurde mit jeder Minute dunkler. Der kühle Wind fühlte sich toll auf ihrer überhitzten Haut an.

„Was hat Walt damit zu tun?“, unterbrach sie die Stille.

„Ich habe das Gefühl, dass er für alles verantwortlich ist.“ Matthew schwang die Zügel. „Hü!“ Er brachte die Pferde zum Galopp.

Julia legte eine Hand auf ihren Kopf, um ihren Hut festzuhalten. Mit der anderen Hand hielt sie sich an der Seite der Kutsche fest.

Die Pferde ließen den Weg hinter sich, bis sie an eine Gabelung kamen. Matthew nahm den rechten Pfad, ohne langsamer zu werden und bog dann in eine Einfahrt, die zu einem zweistöckigen Holzhaus führte. Das Haus war weiß und dahinter lag eine große rote Scheune.

„Hier wären wir.“ Er sprang hinunter und lief auf das Haus zu.

Sie seufzte. „Ähm, Matthew, ich bräuchte deine Hilfe.“

Er blieb stehen, kam zurück und half ihr nach unten.

„Tut mir leid“, sagte er, als sie auf die Haustür zugingen. „Meine Wut gilt meinem Großvater, nicht dir. Trotzdem sollte ich meine guten Manieren nicht verlieren.“

„Ist schon ok. Du stehst gerade ziemlich unter Stress.“

Er nickte, öffnete die Tür und ließ sie vor sich eintreten.

Sie sah sich um. „Sollten wir überhaupt hier sein, ohne zu Klopfen?“

„Es ist das Haus meines Opas. Ich bin hier aufgewachsen. Walt hat mich und meine drei jüngeren Brüder großgezogen, nachdem unsere Eltern bei einem Kutschenunfall gestorben sind.“

Sie drehte sich zu ihm. „Oh, das tut mir leid… Mein Beileid.“

„Schon gut. Der Unfall ist schon vor einer ganzen Weile passiert. Ich war zwölf Jahre alt, George war zehn, William war sechs und Danny war erst drei. Walt!“, rief er und stapfte den langen Flur entlang auf eine Tür am Ende zu.

„Du brauchst hier nicht so herumschreien, er ist nicht da.“ Das tiefe Grollen einer Männerstimme ertönte zu ihrer Rechten.

Julia drehte sich in die Richtung und sah einen großen, blonden Mann auf die beiden zukommen.

„Wo ist er?“ Matthew fuhr den anderen Mann an. „Er kann sich nicht vor mir verstecken.“

„Er meinte, er würde einen kleinen Ausflug nach Denver machen und dass er in einem Monat wieder zurück wäre oder so.“

„Dieser alte Sack, dieser Basta…“ Matthew sah zu Julia hinüber und verkniff sich seine Worte.

„Was hat er schon wieder angestellt?“, fragte der Mann.

Julia kam zu dem Entschluss, dass er einer von Matthews Brüdern sein musste.

Matthew strich sich durch sein Haar. „Er hat mich verheiratet.“

„Er hat was?“ Der blonde Mann fing an zu lachen und winkte ab. „Mit dieser jungen Frau, nehme ich an?“

„Ja. Julia, das ist mein Bruder Danny… äh, Daniel.“

„Dan reicht.“ Nachdem er sich beruhigt hatte, streckte er ihr seine Hand entgegen.

Sie dachte nicht, dass es in dieser Situation angebracht war, zu lachen, aber sie gab ihm trotzdem die Hand. „Julia O’Brien… äh… Reynolds.“

Er nahm ihre Hand und küsste sie.

„Du bist nicht meine Ehefrau.“, grummelte Matthew und ballte die Fäuste.

„Doch, das bin ich.“, entgegnete sie und streckte ihr Kinn vor. Sie würde ihre Verwirrtheit und Enttäuschung nicht zugeben. Anzukommen und zu denken, dass sie Matthew Reynolds liebte und er sie auch, nur um herauszufinden, dass er nicht mal wusste, wer sie war, tat weh. „Und ich habe die Dokumente, um das zu beweisen.“

„Dokumente?“

„Ja.“ Matthew lief auf und ab. „Eine Vollmachtheirat, die ich angeblich unterschrieben habe. Nur habe ich das nicht. Zumindest würde ich das nicht. Walt hat mich reingelegt.“

„Für mich klingt das, als würdest du sagen, dass das deine Unterschrift ist. Wenn das der Fall ist, bist du verheiratet.“, sagte Dan und nickte. „Ganz legal. Keine Ahnung, was du deswegen tun könntest. Wieso kommt ihr nicht rein und setzt euch?“

„Nein. Wir sind nur hier, um mit Walt zu reden.“ Matthew blieb stehen. „Ich werde es annullieren lassen. Wenn ich dich nicht mit ins Bett nehme, können wir eine Aufhebung beantragen.“

Er strahlte wie ein Honigkuchenpferd, aber Julia schreckte das nicht ab. „Ich möchte aber keine Annullierung. Wir sind verheiratet, Matthew Reynolds. Wahrhaftig und legal. Gewöhn dich daran.“ Sie würde nicht nach New York zurückgehen, wo sie manchmal nicht richtig bezahlt wurde, was sie dazu zwang, in einer schäbigen Wohnung samt Ratten zu wohnen. Wenn sie es musste, würde sie ihn dazu bringen, mit ihr ins Bett zu gehen. Das würde die Sache mit der Aufhebung klären.

Er tritt zurück und hob seine Hände nach oben. „Wieso möchtest du mit jemandem verheiratet sein, der dich nicht mal will?“

Julia musste zugeben, dass das saß. Aber wenn Walt so verzweifelt sein musste, um sich als sein Enkelsohn auszugeben und er Matthew so gut kannte, dann musste etwas von Matthew in diesen Briefen wahr sein.

Sie schloss einen Moment lang ihre Augen, öffnete sie und sah ihn direkt an. „Schau mal, du hast für meine Fahrkarten hierher gezahlt und ich möchte nicht zurückgehen. In New York hält mich nichts, außer einer schäbigen Wohnung und Ärzte, die mich ausnutzen wollen. Ich möchte Menschen helfen und meine eigene Praxis eröffnen. Ich bin Krankenschwester und Hebamme. Ich kann dir mit deinen weiblichen Patienten helfen. Und“, sagte sie und grinste, „vielleicht wachse ich dir ja ans Herz. Mir wurde gesagt, dass ich nicht gerade hässlich bin.“

„Nein, das bist du natürlich nicht.“, sage Dan mit einem breiten Grinsen. „Du bist ziemlich hübsch.“

„Sogar echt schön.“, gab Matthew mit einem Nicken zu.

„Ich fühle mich geehrt, wenn ihr so denkt. Ich finde, du bist auch sehr attraktiv.“ Ha! Das war noch untertrieben. Sie wäre fast umgefallen, als sie sich endlich ein gutes Bild von ihm im Gästezimmer machen konnte. Braune Haare mit etwas Grau an den Schläfen und hinter der Brille Augen so blau wie der schönste Himmel. Er war fast einen Kopf größer als sie, also ungefähr 1,80 m. Nicht zu muskulös, gerade richtig - schlank, aber nicht zu dünn.

„Danke dir. Aber was mache ich jetzt mit dir?“ Matthew rieb sich sein Gesicht mit seinen Händen.

„Ich schlage vor, wir schlafen darüber.“

„Was?“, sagten Dan und Matthew gleichzeitig mit großen Augen.

„Schlafen.“ Sie schlug ihre Hände auf ihre Wangen und legte ihren Kopf zur Seite. Dann rollte sie mit den Augen. „Ihr wisst schon, sich in getrennten Betten ausruhen.“

„Ja, aber wo willst du schlafen?“, fragte Matthew und kratzte sich hinter dem Ohr.

Dan hielt schützend seine Hände nach oben. „Hier kann sie nicht bleiben. Walt ist nicht zu Hause um den Aufpasser zu spielen und ich brauche kein Getratsche darüber, dass ich mit deiner Ehefrau schlafe.“

„Meine Sachen sind eh schon im Gästezimmer deines Hauses verstaut. Da kann ich schlafen. Das wird am wenigsten Aufsehen erregen, bei denen, die es mitbekommen.“

„Wir klären das. Du kannst heute Nacht dort schlafen, aber morgen müssen wir das anderweitig klären. Wir sind nicht verheiratet und wir werden es auch nicht sein.“

Wenn Julia nicht aus solch hartem Holz geschnitzt wäre, hätten seine Worte sie vielleicht getroffen. Aber sie war nicht beleidigt. Sie war davon überzeugt, dass sie wusste, was passiert war – aber das hieß noch lange nicht, dass sie ihn davonkommen lassen würde. Nein, sie hatte sich schon mal in Matthew Reynolds verliebt, und jetzt, da sie ihn gesehen hatte, wollte sie ihn sogar noch mehr als vor der Heirat schon. Und sie hatte ihn geheiratet, ob er davon wusste, oder auch nicht. Er gab zu, dass die Unterschrift echt war und ob es ihm gefiel oder nicht, Matthew Reynolds war wahrlich und tatsächlich mit ihr verheiratet.

„Naja, ich schätze mal wir sollten wieder nach Hause gehen. Von Walt erfahren wir jedenfalls erstmal nichts. Dieser gerissene Teufelskerl hat sichergestellt, alle seine Spuren zu verwischen.“

Dan kicherte.

Matthew rempelte seine Schulter an. „Du würdest das nicht so lustig finden, wenn er das mit dir machen würde. Vielleicht hat er das ja schon.“ Er hob eine Augenbraue. „In letzter Zeit irgendwelche Papiere unterschrieben?“

„Das würde er nicht tun.“ Dan hörte auf zu kichern. „Er hat dich schon verheiratet. Wieso würde er es dann mit mir machen?“

„Er will Enkelkinder. Du, Will und George könnten ihm genauso wie ich das geben, was er will.“

„Nun ja… scheiße. Entschuldige meine Ausdrucksweise, Julia.“ Dan stieß sich von der Wand ab, an der er lehnte.

„Dir sei verziehen. Wann sagtest du kommt Walt noch mal zurück?“ Konnte sie Matthew davon überzeugen, mit ihr verheiratet zu bleiben?

„Er wird nicht zurückkommen, bis er sich sicher ist, dass Matthew sich eingelebt hat.“ Dan grinste und verschränkte die Arme vor der Brust. „Er sagte in einem Monat, aber wenn er genau darüber nachdenkt, wird er nicht so schnell wiederkommen.“

„Komm Julia, wir gehen nach Hause. Ich meine… zurück in mein Haus. Ich muss mich ausruhen. Die Patienten kommen sehr früh hier in der Gegend.“

Dan brachte sie zur Tür. „Schön, dich kennenzulernen, Julia. Ich hoffe, dass wir dich noch öfter sehen werden.“

„Oh, das werdet ihr. Ich habe nicht vor, nach New York zurückzukehren.“

„Wir gehen jetzt.“, knurrte Matt.

„Mach’s gut, Dan.“ Julia drehte sich um und folgte einem grimmigen Matthew hinaus in die Nacht, wo er an der Kutsche auf sie wartete, um ihr aufzuhelfen. „Vielen Dank.“

„Gerne.“, murmelte er, bevor er um den Wagen herumlief und sich auf die andere Seite setzte.

„Du bist eine wirklich sture Frau.“, grummelte Matthew.

„Und du bist ein sturer Mann.“, entgegnete sie. Sie grinste, auch wenn er das im Dunkeln nicht sehen konnte. „Es scheint, als würden wir gut zusammenpassen.“

„Sag sowas nichts. Bei uns passt gar nichts.“ Er drehte die Pferde in Richtung nach Hause.

„Nun ja, wir passen gut zum Arbeiten zusammen. Ich bin Krankenschwester, schon vergessen? Ich kann dir helfen.“

„Okay, ich muss zugeben, dass das stimmt. Meine Patienten haben in letzter Zeit definitiv zugenommen. Die Silberminen haben tausende Leute hierhergebracht.“

„Wieso fangen wir nicht damit an… dass ich dir helfe? Den Rest können wir später klären.“ Sie sah in den Nachthimmel hinauf, wo tausende Sterne prangten und keine einzige Wolke hing. „Das ist schön, weißt du… In New York können wir nicht so viele Sterne wie hier sehen.“

„Darüber habe ich nie nachgedacht. Ich bin hier aufgewachsen, ich denke mal, ich halte diese Aussicht für selbstverständlich.“

Sie zitterte. „Es wird sehr schnell kalt, sobald die Sonne untergeht. Walt meinte zu mir, dass ich nachts ein paar meiner dickeren Klamotten brauchen werde.“

„Wir sind gleich zu Hause.“

Matthew gähnte gerade, als sie an seinem Haus ankamen. „Ich bin zu müde, um jetzt darüber zu reden. Ich habe seit vierundzwanzig Stunden nicht geschlafen und muss mich dringend ausruhen. Geh schon mal rein. Ich bringe die Pferde weg.“

„Hast du einen Stall?“ Sie sah sich nach dem Gebäude um.

„Es gibt hinten eine kleine Scheune, die gerade groß genug für die Kutsche und zwei Pferde ist. Das ist alles, was ich brauche.“

„Wirst du mir beibringen, wie man eine Kutsche führt?“

„Du wirst nicht lange genug hierbleiben, um das lernen zu müssen.“

Sie warf ihren Kopf in seine Richtung und starrte ihn an. „Aber bis ich gehe werde ich es vielleicht wissen müssen, also wirst du es mir beibringen?“

„Ja. Würdest du jetzt bitte nach drinnen gehen?“

„Natürlich.“ Sie hörte die Übermüdung in seiner rauen Stimme. Der arme Mann war erschöpft. „Hast du Hunger? Ich kann etwas zubereiten, falls du das möchtest.“

„Ich verhungere. Ich wollte eigentlich nur etwas Übriggebliebenes essen.“

„Wie wäre es mit Rührei, Toast und Kaffee? Ich habe mich in deiner Küche umgesehen, als ich hier ankam.“

Matthew blieb stehen und sah sie an. „Das würdest du für mich tun?“

„Natürlich. Du musst dich um die Pferde kümmern und ich kümmere mich um das Essen.“

Matt lief um den Wagen herum und half ihr hinunter. Julia ging ins Haus, zog Mantel, Hut und Handschuhe aus und legte sie auf einen großen gepolsterten Stuhl im Wohnzimmer. Sie fand eine Lampe auf einem kleinen Tisch bei der Tür und erhellte den Raum, bevor sie in die Küche ging. Sie zündete den Ofen an, nahm die Kaffeekanne mit zum Waschbecken, wo eine Wasserpumpe war und füllte die Kanne. Die Kaffeebohnen und das Mahlgerät standen auf der Theke. Sie gab eine gute Menge Bohnen in das Gerät, kippte das Pulver in die Kaffeekanne und stellte sie zum Kochen auf den Ofen. Danach ging sie zur Kühltruhe, wo sie einen Korb voll mit Eiern, etwas Milch und Butter fand.

An der Wand hinter dem Herd hingen fünf unterschiedlich große Pfannen aus Eisen. Sie nahm eine mittlere und gab eine Portion Butter zum Schmelzen hinein. Während sich die Pfanne erhitzte, schlug sie sechs Eier auf, dann fand sie noch einen Laib Brot und schnitt vier Scheiben davon für den Toast ab. Sie butterte das Brot und legte es mit der bestrichenen Seite nach unten in eine zweite größere Pfanne. Sie war ebenfalls hungrig und hoffte, dass es Matthew nichts ausmachte, wenn sie sich auch etwas zubereitete.

Fünfzehn Minuten später war der Kaffee fertig, die Eier waren gekocht und das Brot getoastet.

Matthew kam ins Haus und rieb sich seine Hände.