Märchen und Partnerschaft - Dipl.-Psych. Andreas Schulz - E-Book

Märchen und Partnerschaft E-Book

Dipl.-Psych. Andreas Schulz

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Beschreibung

Essay aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Psychologie - Beratung und Therapie, , Sprache: Deutsch, Abstract: Märchen und Geschichten weisen neben ihrem Erzählrahmen auf wesentliche Elemente hin, die im persönlichen Leben, Partnerschaften und Familien auftauchen und gelöst werden müssen. Anhand orientalischer und westlicher Märchen werden typische Entwicklungsprobleme aufgegiffen und diskutiert.

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Veröffentlichungsjahr: 2001

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Inhaltsverzeichnis
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Page 1

Sinn der Märchen:In den letzten Jahren haben Märchen, Mythen und Legenden in zunehmendem Maße eine wahre Renaissance erlebt. Zum Teil spiegeln sie Wünsche und Utopien der Leser wieder, zum anderen bilden sie in symbolhafter Sprache die noch heute aktuellen individuellen und beziehungsorientierten Probleme der Menschen ab.Sie wenden sich damit nicht in erster Linie an Kinder, sondern an das Publikum, für das sie in den letzten Jahrtausenden gedacht waren: an die Erwachsenen. Kindermärchen scheinen ja erst in der Zeit entstanden zu sein, als man begann, die Kindheit als eigenständigen Lebensabschnitt zu sehen und die Kinderwelt von der der Erwachsenen abgrenzte.Märchen und inneres Wachstum:Märchen, in schriftlicher und vordem lange Zeit in mündlicher Form, dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Lebensunterweisung, der religiösen Unterrichtung, dem Aufdecken von Lebensproblemen und ihren Zusammenhängen, und damit auch familiären und partnerschaftlichen Fährnissen. Denn der Orientale fragt nicht,,Wiegeht es dir?", sondern:′Wiegeht es deiner Familie?" und ordnet so das individuelle Leben einer - wie wir heute sagen würden - systemorientierten Sichtweise unter. Schließlich bieten Märchen, Mythen und Legenden in unterschiedlichem Maße Lösungsmöglichkeiten von persönlichen, gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen und naturwissenschaftlichen Problemen an. Je nach Denk- und Wahrnehmungsart der verschiedenen Kulturen überschneiden sich diese Bereiche oder die Geschichten werden in unterschiedlichen Metaphern oder Sprachgebilden wiedergegeben.Märchen wirken durch ihre Bilder direkt die Selbsterfahrung an:Als ich begann Märchen zu lesen, geschah dies, ehrlich gesagt, um von meinem Beruf Abstand zu gewinnen. Ich war arbeitslos geworden und suchte nach einer sinnvollen Beschäftigung für mich selber. Ich verschlang die Berichte über fremde Länder, längst vergessene Zeiten und wollte eigentlich nur meine Zeit totschlagen. Unversehens sprachen die Bilder zu mir oder besser zu meinem Unbewussten in mir und ich fing an, mich wieder an meine eigene Kindheit zu erinnern. Längst vergessene oder auch verdrängte Bilder und Erinnerungen tauchten in mir auf, gelockt irischen, walisischen, türkischen, persischen und arabischen Motiven aus Tausend und einer Nacht. Ich wurde ruhig und begann zu wachsen, und dies nach Zeiten der rastlosen Suche nach Wissen und damit einher gegangener Stagnation. Selbsterfahrung hieß mein Thema. Deshalb möchte ich jetzt nicht über Märchen und verschiedene Theorien über Märchen sprechen, sondern auch die Märchen selber Wort und Wirkung kommen lassen, möchte ein wenig neugierig werden ermöglichen, ein wenig Selbsterfahrung anregen.

Die ersten Psychotherapeuten waren Märchenerzähler:Ich habe die Zaddikim und die Chassidim deshalb gleich zu Anfang erwähnt, weil sie ihre Lehre über ihren Glauben und ihr Leben nicht in weise Sätze kleideten, denen die anderen stur folgen mussten, sondern vielmehr ihre Geschichte in Metaphern, Bildern und Gleichnissen weitergaben. Nach KOPP (2006, 24) waren die ersten Psychotherapeuten Märchenerzähler. Ihre Geschichten kündeten von ihrer Suche nach sich selbst, ihren Visionen (die sich z.B. in den Indianermärchen wiederfinden), und ihren wahren und intensiven Begegnungen mit anderen Menschen. Sie sprachen von ihren Enttäuschungen, aber auch von der aufkeimenden Hoffnung, Liebe und