14,99 €
MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck!
E-Book (ePub) basiert auf: 1. Auflage 2026
Mit dem MARCO POLO Reiseführer auf die Lofoten: Auf Tuchfühlung mit WalenEinmal Wikinger sein, das nordnorwegische Künstlerzentrum besuchen oder an Bord einer Fähre nach Walen und anderen Meeresbewohnern Ausschau halten: Eine Reise in den Norden Norwegens auf die Lofoten und Vesterålen wird mit MARCO POLO zum unvergesslichen Erlebnis. Die vielen Tipps, Stadtpläne und Übersichtskarten sorgen dafür, dass du nie die Orientierung verlierst und dir kein Highlight entgeht.
Zwischen Mitternachtssonne und Polarlichtern: Entdecke die Lofoten und Vesterålen
Erlebe einen Urlaub voll traumhafter Landschaften, leckerer Spezialitäten und spannender Einblicke in die Geschichte. Ob du lautlos mit dem Kanu über den majestätische Kirkefjord gleitest oder traditionellen Stockfisch verkostest – die vielen Inseln im Norden Norwegens laden zu Erkundungen ein. Hier finden Familien mit Kindern ebenso wie Paare und Alleinreisende genau den Urlaub, der zu ihnen passt: Mal abenteuerlich, mal entspannend und dank MARCO POLO auf jeden Fall unvergesslich!
ERLEBE LOS!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 154
Veröffentlichungsjahr: 2026
1 SVOLVÆR
Anmutig breitet sich die Hauptstadt der Lofoten und Drehscheibe des Tourismus aus – rings um einen prächtigen Naturhafen am Fuß von mehr als 700 m hohen Bergen.
Austvågøy
2 KABELVÅG
Die ehemalige Metropole der Lofoten ist einer der bedeutendsten touristischen Brennpunkte des Archipels und perfekter Ausgangspunkt für alle Inselabenteuer.
Austvågøy
3 HENNINGSVÆR
Das berühmteste Fischerdorf Norwegens verzaubert mit seiner wunderschönen Lage.
Tipp: Vom 541 m hohen Festvågtind aus genießt du einen Ausblick, der sonst nur Adlern vorbehalten ist.
Austvågøy
4 TROLLFJORD
Obwohl nur etwa 2 km lang, konkurriert der Fjord an Berühmtheit sogar mit dem Geirangerfjord. Kein Wunder, denn streckenweise ist er gerade mal 100 m breit, während ihn bis zu 1156 m hohe Bergriesen überragen.
Austvågøy
5 Wikingermuseum LOFOTR
Der Nachbau des längsten je gefundenen Wikinger-Langhauses gilt als eines der bedeutendsten Museen in Skandinavien.
Tipp: Vom Rastplatz Torvdalshals aus genießt du die mit Abstand schönste Aussicht auf das markante Bauwerk.
Vestvågøy
6 HAUKLANDSTRAND
Einen Strand wie diesen 2 km langen und bis 300 m breiten Halbmond gibt’s in ganz Norwegen kein zweites Mal.
Tipp: Von der 400-m-Höhe des gut erreichbaren Mannen aus bekommst du auch den Strand von Uttakleiv vor die Linse.
Vestvågøy
7 NUSFJORD
Das aus dem 19. Jh. herübergerettete und unter Denkmalschutz gestellte Fischerdorf ist das am besten erhaltene des Landes und verzaubert mit Historie und authentischer Küstenidylle.
Westlofoten
8 REINE & HAMNØY
Malerisch breitet sich das Doppeldorf in atemberaubender Naturkulisse auf mehreren Inselchen aus.
Tipp: Bei Sonnenaufgang an einem klaren Tag gelingen dir ikonische Fotos von der E10 aus.
Westlofoten
8 NYKSUND
Vorgestern einer der größten Fischerorte des Nordens, gestern eine Geisterstadt, dann Kultort für Aussteiger und heute Künstlerdorf und prächtiges Feriendomizil.
Vesterålen
10 WALSAFARI
Die Chance, auf der „besten Walsafari der Welt“ in Andenes einen Pottwal zu Gesicht zu bekommen, liegt bei sage und schreibe fast 100 Prozent (Foto).
Tipp: Ein lichtstarkes Teleobjektiv und damit eine möglichst kurze Verschlusszeit sind das A und O für ein verwacklungsfreies Spitzenfoto.
Vesterålen
MARCO POLO BUCKETLIST
MARCO POLO TOP-HIGHLIGHTS
DAS BESTE ZUERST
... grün & fair
... Low Budget
... mit Kindern
... typisch
SO TICKEN DIE LOFOTEN & VESTERÅLEN
Entdecke die Lofoten & Vesterålen
Auf einen Blick
Lofoten & Vesterålen verstehen
Klischeekiste
ESSEN, SHOPPEN, SPORT
Essen & Trinken
Shoppen & Stöbern
Sport
DEIN MARCO POLO URLAUBSPLANER
AUSTVÅGØY
Svolvær
Rund um Svolvær
Kabelvåg
Henningsvær
Gimsøy
VESTVÅGØY
Stamsund
Rund um Stamsund
Lofotr
Rund um Lofotr
Am offenen Nordmeer
WESTLOFOTEN
Flakstadøy
Moskenesøy
Værøy
Røst
VESTERÅLEN
Hadseløy
Langøy
Andøy
ERLEBNISTOUREN
Einmal Lofoten, bitte! Von Svolvær nach Å
Roadtrip nach Norden
Wanderung auf den Himmeltind
Mit dem Rad rund um Austvågøy
GUT ZU WISSEN
Die Basics für deinen Urlaub
Ankommen
Weiterkommen
Im Urlaub
Notfälle
Wettertabelle
URLAUBSFEELING
REGISTER
IMPRESSUM
BLOSS NICHT!
BESSER PLANEN MEHR ERLEBEN!
Digitale Extras go.marcopolo.de/app/lof
Alle Infos zum digitalen Angebot unter marcopolo.de/app
Ist das eine Modellbahnanlage? Nein, Nusfjord gibt es wirklich!
DIE WELT ENTDECKEN - UND SCHÜTZEN
Lofotlys vereint Nachhaltigkeit und Design: Handgefertigte Dekolampen aus Seeigelschalen (Foto) schützen Norwegens Kelpwälder, den „Regenwald des Meeres“. Mit dem Kauf unterstützt du den Erhalt dieses Ökosystems – und holst arktische Schönheit nach Hause.
Austvågøy
Nutz den Bus, um entspannt die Highlights der Lofoten zu entdecken. So vermeidest du überfüllte Parkplätze, leistest einen Beitrag zum Schutz der überlasteten Straßen, sparst Nerven und genießt die spektakuläre Landschaft ganz ohne Stress.
Gut zu wissen
Achte beim Einkaufen, Übernachten oder beim Buchen von Aktivitäten auf das Hanen-Symbol (hanen.no), das nur an Unternehmen vergeben wird, die sich mit dem Titel „Anerkannter Norwegischer Ökotourismusbetrieb“ schmücken dürfen. Voraussetzung für das Qualitätssiegel mit dem Hahn ist ein ganzheitliches Konzept für Gäste, Beschäftigte, Umwelt und lokale Bevölkerung.
Von Ziegenwurst im Stil einer Chorizo bis zum mit Wikingerkräutern und Bergklee gewürzten Steinfjording-Käse: Auf dem Ökohof Lofoten Gårdsysteri kannst du nicht nur handgemachte Spezialitäten kosten, sondern auch lernen, wie die Delikatessen entstehen.
Vestvågøy
Bei Lofoten Wool beginnt alles mit glücklichen Schafen einheimischer Rasse und endet mit hochwertigen, nachhaltigen Designs, handgefärbt und handgestrickt.
Vestvågøy
FÜR DEN KLEINEN GELDBEUTEL
Svolvær hat Kunst im Herzen, bietet doch direkt am Torget das Nordnorwegische Künstlerzentrum eine Bühne für regionale Künstler. Mit kostenfreiem Eintritt und wechselnden Ausstellungen ist es der perfekte Ort, um Kunst hautnah zu erleben und kreative Inspiration zu tanken.
Austvågøy
Alle Fährverbindungen mit weniger als 100 000 Passagieren pro Jahr sind in Norwegen kostenlos. Für dich bedeutet das, dass du die Inseln Skrova, Værøy und Røst zum Nulltarif besuchen kannst und dass auch die Fähre von Skutvik zum Festland und nach Svolvær kostenlos ist.
Um die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu forcieren, gibt es den Travel Pass Nordland, mit dem man sieben Tage lang alle Busse und Schnellboote in ganz Nordland inkl. Lofoten und Vesterålen benutzen kann.
Gut zu wissen
Im Wikingermuseum Lofotr zahlst du nur einmal am Eingang – alle weiteren Attraktionen wie Schiffsausflüge, Bogenschießen, Ponyreiten und vieles mehr sind dann gratis.
Vestvågøy
Dank dem norwegischen allemannsretten darf man überall einige Nächte zelten, sofern sich der Standort nicht auf landwirtschaftlicher Nutzfläche oder in der Nähe von Siedlungen oder einem Wohnhaus befindet. Ein kleines Zelt mitzunehmen, kann also auch aus Budgetgründen Sinn ergeben (Foto).
Die Lofoten verstehen
SPANNENDES FÜR GROSS & KLEIN
Das Lofot Akvariet lässt die Welt des Vestfjords lebendig werden und begeistert mit Seehund- und Otterbecken, mit Fütterungen und spannenden Filmen. Und kein gestrenger Wärter schreitet ein, wenn man Krabben und Krebse streichelt.
Austvågø⁄y
Ein Bootsausflug zum Trollfjord: Kreisende Seeadler, riesige Berge, eine ganz enge Passage und spannende Geschichten von Trollen lassen kleine Entdecker staunen.
Austvågøy
Vor allem bei Kindern hinterlässt eine Ausfahrt mit dem Wikingerschiff (Foto)bleibenden Eindruck. Mit diesen Nussschalen haben sich die nordischen Krieger auf den Atlantik hinausgewagt?
Vestvågøy
Kinderaugen leuchten, wenn Funken fliegen und der Smeden i Sund, der Schmied in Sund, glühendes Eisen in kleine Kormoranfiguren verwandelt.
Westlofoten
Im Hurtigruten-Museum können Kinder an Bord der MS Finnmarken Kapitän spielen, den Maschinenraum erkunden und in die spannende Welt der legendären Postschiffe eintauchen. Hier werden kleine Seefahrerträume wahr!
Vesterålen
Die Walsafari von Stø aus zum Bleik-Unterwassercanyon ist ein Abenteuer für die ganze Familie: riesige Wale, tanzende Orcas und der Nervenkitzel, die Giganten der Meere in echt hautnah zu beobachten!
Vesterålen
DAS ERLEBST DU NUR HIER
Im Lofotmuseet erfährst du alles über die Traditionen der Lofot-Fischerei und den Export von Stockfisch. Spazier durch authentische rorbuer (Foto), erkunde historische Bootshäuser und bewunder die prächtigen Nordlandboote – kenntnisreicher kannst du dich dem Inselleben nicht nähern.
Austvågøy
Die Galleri Lofoten lässt dich eintauchen in die Meisterwerke der norwegischen Nationalromantik, als deren maßgebliches Element die unberührte Natur gilt.
Austvågøy
Gleich zwei typische Themen der beiden Archipele begegnen dir am Høyvika: Strand und Wandern. Den traumhaft unberührten Sandstreifenhalbmond erreichst du nämlich nur, wenn du von Stave aus immer am Meer entlangläufst.
Vesterålen
Das Lofoten International Art Festival zählt zu den renommiertesten Kunstfestivals Norwegens und setzt sich mit den einzigartigen geografischen, sozialen und kulturellen Aspekten der Inseln auseinander. Als Plattform für künstlerische Experimente zieht es Kunstliebhaber aus aller Welt an.
Austvågøy
Scharfe Grate, spitze Gipfel, tiefe Fjorde und die Tierwelt der Lofoten: Mit dem Lofotodden-Nationalpark soll ein einzigartiger Naturraum geschützt werden. Im Besucherzentrum in Reine kannst du dich vorab mit dem Schutzgebiet beschäftigen, bevor du dich in seine Küstenlandschaft aufmachst.
Westlofoten
Vorratshaltung à la Lofoten: Der Stockfisch trocknet vor dem Fenster
Im Angesicht der Landschaft am Raftsund werden selbst Kreuzfahrtschiffe ganz klein
Wer einmal die Trauminseln über dem Polarkreis mit ihren aus dem Meer steigenden Alpenkulissen, ihren malerischen Fischerdörfern und ihren karibisch anmutenden Sandstränden besucht hat, den lassen die Inselgruppen der weltberühmten Lofoten und der gerade erst aus dem Dornröschenschlaf erwachten Vesterålen nie mehr los.
Überwältigende Landschaften erwarten dich. Himmelstürmende Felsbastionen recken sich mit spitzen Gipfeln und scharfen Graten aus grünblau schimmernden Fjorden, monumentale Trogtäler stehen mit gischtenden Wasserfällen Seite an Seite mit wild zerzausten Wäldern und weit gespannten Mooren. Und nicht zuletzt ertrinken die Sommernächte im farbigen Licht der Mitternachtssonne, während im Winter, wenn die Polarnacht regiert, die Lichtschleier der Aurora borealis über den Himmel wehen. Nun hast du bereits einen guten Teil der Landschaftsrealität dieser Archipele vor Augen, die sich mit ihrer einzigartigen Vielfalt verschiedener Formen auf engstem Raum deutlich von allem abheben, was du vielleicht sonstwo schon gesehen haben magst.
Ab 4000 v. Chr. Erste Spuren menschlicher Anwesenheit auf den Lofoten
200–600 n. Chr.Eisenzeitsiedlungen mit Landwirtschaft
9. Jh. Die Wikingerzeit beginnt
12. Jh.Die erste Lofoten-Kirche, erste rorbuer und Beginn der Lofot-Fischerei
1278Die Lübecker Hanse versorgt im Tausch gegen Trockenfisch Norwegen mit Getreide
1378Der letzte norwegische König stirbt, das Land wird praktisch eine dänische Kolonie
1905Norwegen wird selbstständiges Königreich
1940–1945Die deutsche Wehrmacht besetzt das neutrale Norwegen
Ab 1969Entdeckung großer Gas- und Ölvorkommen in der Nordsee
1972 und 1994Norwegen entscheidet sich gegen eine EU-Mitgliedschaft
Ab 2018Norwegen ist weltweiter Spitzenreiter bei E-Mobilität
2024Pläne für Tiefseebergbau nach Seltenen Erden in der Barentssee
Entstanden sind die oscarreifen Landschaften durch den Gletscherschliff der Eiszeiten. Vor etwa 115 000 Jahren veränderte die Eiswalze die Oberflächengestalt des Landes. Fjorde – überflutete Trogtäler – entstanden, umgeben von Felswänden, die über 1000 m tief im irisierend grünblauen Wasser wurzeln und sich, wie beim Trollfjord, dem berühmtesten der Lofoten, wiederum in eine ebensolche Höhe über den Meeresspiegel hinausrecken.
Doch nicht nur als Naturfan wirst du begeistert sein. Gerade auch in kultureller Hinsicht gibt’s viele Leckerbissen, sind doch die Inseln ein Magnet für Künstler. Seit Mitte des 19. Jhs. ziehen sie Maler, Bildhauer und andere Kreative an, weshalb die Inselgruppen auch eine sehr lebendige Kunstszene haben, die in Dutzenden Galerien, Ateliers und Kunstfestivals präsent ist. Auf Roadtrips begegnest du dem renommierten Kunstprojekt Skulpturlandskap Nordland: Mit ihm haben Künstler aus 18 Ländern zeitgenössische Open-Air-Kunstwerke geschaffen, die mit der Umgebung interagieren.
Die Norwegischen Landschaftsrouten „Lofoten“ und „Andøya“ (Vesterålen) zu befahren, sollte auf deiner Bucketlist ganz oben stehen. Auf 340 km langer Strecke überquerst du mindestens sieben Inseln – ganz entspannt, da beide Archipele mittels Brücken und Tunnel verbunden sind. Sie ziehen sich auf der Höhe von Nordalaska und -sibirien nördlich des Polarkreises über drei Breitengrade ins offene Nordmeer hinein und sind vom Festland durch den Vestfjord getrennt, dessen Wasser dank Golfstrom deutlich wärmer ist als auf dieser Breite üblich. Genau das ist es, was der Kabeljau zum Laichen benötigt, und so ziehen die Fische seit Menschengedenken jeden Winter in den Vestfjord. Sie sind der Grund dafür, dass die Lofot-Fischerei – von der früher rund 33 000 Fischer lebten – fast ein Jahrtausend lang als wirtschaftliches Rückgrat das Leben, die Geschichte und die Kultur der Menschen auf den Lofoten und Vesterålen bestimmte.
„Archipel des Kabeljaus“ sind insbesondere die Lofoten bis heute geblieben, auch wenn der Vestfjord nur noch Bruchteile jener früheren Fischmengen hergibt. In den 1970er-Jahren schienen die Inseln der Entvölkerung geweiht, doch dann kam der Tourismus. Heute stehen die Lofoten und Vesterålen als „Trauminseln über dem Polarkreis“ wieder glanzvoll da. Allerdings: Bei über 1 Mio. Touristen im Jahr ist die Infrastruktur in Spitzenzeiten überlastet, Wanderwege und Strände zeigen Abnutzungsspuren, die Müllproblematik nimmt zu und die vielen Autos und Wohnmobile verursachen Verkehrsstörungen. Um dem entgegenzuwirken, wurden Initiativen ins Leben gerufen, auch Parkgebühren und Regelungen für wildes Campen, zudem wird über eine Touristensteuer nachgedacht.
Dennoch bleibt die Herausforderung groß, ein Gleichgewicht zwischen touristischem Interesse und Schutz der einzigartigen Umwelt zu finden. Was du tun kannst? Vielleicht den Urlaubsschwerpunkt auf die Vesterålen verlegen, die auf ihre Weise ebenso spektakulär sind wie die Lofoten, aber noch eher links liegen gelassen werden. Dabei herrscht kaum irgendwo sonst so ein „Walgewimmel“ wie in ihren Küstengewässern. Große Herden von Schwert-, Schweins-, Grind- und Buckelwalen triffst du hier an, doch vor allem ist es der gewaltige Pottwal, um den sich bei den „bestenWalsafaris der Welt“ (so die Eigenwerbung) alles dreht.
In landschaftlicher Hinsicht präsentieren sich die Vesterålen nicht ganz so schroff alpin wie die südlicheren Lofoten. Auf den ersten Blick bieten sie ein eher sanftes Bild aus grünen Wiesen und Feldern, Wäldern und Mooren zwischen weich konturierten Bergen und fantastischen Sandstränden, so weiß wie Schnee und so fein wie Puderzucker. Auf den zweiten Blick aber, der zum offenen Nordmeer und vor allem zur Insel Hinnøy gewandt ist, bestimmt auch hier das majestätische Bühnenbild einer hochalpinen Landschaft zumeist den Ausblick.
Mit dem Klima verhält es sich auf den Lofoten und Vesterålen anders herum als landläufig angenommen. Denn eins der eindrucksvollsten Merkmale dieser Inselgruppen ist ihre klimatische Gunst. Hier, auf gleicher geografischer Breite wie etwa Nordalaska oder das nördlichste Sibirien, sind die durchschnittlichen Wintertemperaturen um bis zu 24° C höher als sonst auf demselben Breitengrad.
Das gilt als die höchste Temperaturanomalie der Welt. Der Grund für das Phänomen ist der Golfstrom, jene natürliche Warmwasserheizung, die Norwegen vom tiefsten Süden bis hinauf zum höchsten Norden ein mild-maritimes Küstenklima beschert. Dass im Sommer 2024 auf den Lofoten und Vesterålen mit Temperaturen von mehr als 28 Grad wieder einmal alle bisherigen Hitzerekorde geschlagen wurden, ist jedoch dem Klimawandel geschuldet. Laut dem neuesten UN-Klimareport muss der hohe Norden Norwegens in den nächsten 50 Jahren sogar mit einem Temperaturanstieg von bis zu 6 Grad rechnen.
„Die Landschaft ist so schön, dass es innerlich schmerzt“ – mit diesen Worten brachte die Schauspielerin Liv Ullmann ihr Heimatland einst literarisch auf den Punkt. Und spätestens mittsommernachts, wenn der Himmel orange erstrahlt und die Berge eine Komposition aus Rot und violetten Schatten bilden, oder polarwintertags, wenn sich ein grünlich-blauer Abendhimmel über die gläsern hell erstrahlenden Berge wölbt, wirst du selber spüren, was es damit auf sich hat.
Hier oben ist das Licht ein eigenes Naturphänomen. Mal flimmert es in eisigem Gelb über die Gipfel, dann schimmert es in perlmuttartigem Blau oder lässt Seen und Fjorde zu silbergrauen Spiegeln erstarren. Es formt die Landschaft wie mit dem Pinsel eines Künstlers – kristallklar, dramatisch, manchmal geradezu surreal. Besonders spektakulär ist es bei wechselhaftem Wetter, wenn Sonnenstrahlen durch Wolken brechen und ganze Landstriche für einen Moment wie vergoldet erscheinen.
Doch beeinflusst das Licht nicht nur die Landschaft, sondern auch die Stimmung der Menschen. Abgesehen vom Genuss am Schönen, den es vermittelt, wird noch etwas Tieferes und Subtileres durch seinen Einfluss im Bewusstsein ausgelöst: eine tiefe, geradezu meditative Stille.
Und weil Norwegen auch ein Land der Mythen ist, erzählen hier fast alle Gipfel, Fjorde und Küstenlinien ihre ganz eigenen Geschichten: von Göttern und Geistern, von konkurrierenden Königen und tragischen Helden, von Liebe und Trauer und der rohen Naturkraft, die die Menschen über Generationen hinweg beeindruckt und geprägt hat.
Einmal die winterlichen Zauberwirbel am Himmel sehen: Nordlicht über Moskenesøy
Von Mai bis Juli lassen die sanften Strahlen der Mitternachtssonne die Lofoten und Vesterålen in Goldlicht ertrinken. Tag und Nacht verschmelzen, und die Zeit scheint in einem endlosen Dämmerzustand zu verweilen, der dir ein Gefühl unaufhörlicher Energie gibt. Es ist, als ob das Leben selbst in einen Rausch gerät, wenn die Sonne nicht mehr untergeht, sondern als Flammenball im Abendrot zum Himmel sinkt und kurz vor dem Untergang im Morgenrot wieder aufsteigt.
Verantwortlich für dieses Lichtphänomen ist die geografische Breite: Da die Achse der Erde eine Neigung von 23,5 Grad aufweist, liegen die Gebiete nördlich des Polarkreises während der Sommerzeit durchgehend im Strahlungsbereich der Sonne – und so wird der Tag immer länger, je weiter man nach Norden kommt.
Die Kehrseite des nicht endenden sommerlichen Polartags ist die Polarnacht, in der die Dunkelheit um den Jahreswechsel herum für mehrere Wochen zum Alltag wird. Doch statt trostloser Finsternis eröffnet sich eine Welt voll subtiler Farben und leiser Magie. Denn nun erscheint das Nord- oder Polarlicht, die Aurora borealis, wie der Franzose Pierre Gassendi das Schauspiel auf himmlischer Bühne im 17. Jh. taufte. Es entsteht durch die Kollision elektrisch geladener Teilchen der Sonne, die in die obere Atmosphäre der Erde eindringen. Von September bis März ist es am intensivsten zwischen etwa 18 Uhr abends und 2 Uhr morgens zu sehen. Und zwar insbesondere im sogenannten Nordlicht-Gürtel, der sich von den Lofoten aus gen Norden erstreckt.
In einer Zeit, in der vieles privatisiert und abgegrenzt wird, nehmen sich die Lofoten und Vesterålen fast wie ein Anachronismus aus. Schafft hier doch das norwegische allemannsretten – das Jedermannsrecht –, das jeden Menschen einlädt, die Natur frei und ohne Hürden zu genießen, bewusst Freiräume. Zu Hause, wo strenge Regeln und Zäune das Naturleben begrenzen, ist das undenkbar.
Du darfst dich also wirklich völlig frei zu Fuß oder auf Skiern in allen Wäldern, auf Wiesen, Tundren und über das Gebirge bewegen, auch wenn es privates, ja sogar umzäuntes Land ist. Obendrein darfst du alle Gewässer befahren und an allen Stränden baden. Einzige Bedingungen: Du hältst mindestens 150 m Abstand zu bewohnten Häusern, hinterlässt keine Spuren und fügst der Natur keinen Schaden zu. Der Gedanke hinter diesem altehrwürdigen Recht, nämlich dass die Natur allen und niemandem zugleich gehört, ist tief verankert in der skandinavischen Kultur der Naturverbundenheit und des Miteinanders. Sie fördert nicht nur Bewegung und Entspannung, sondern ein kollektives Verantwortungsbewusstsein, das in Norwegen zur Lebensphilosophie gehört.
Wenn die Natur dich süß verführt: Moltebeeren als Wegzehrung beim Wandern
Du hast noch nie mit verschmiertem Mund in den Blaubeeren gesessen? Dann kannst und solltest du das hier nachholen, wächst doch die Blaubeere auf beiden Inselketten in den niedrigeren Lagen in stellenweise wirklich unglaublicher Menge und in einer Größe, die den Supermarktbeeren ebenso spottet wie der Geschmack. Ab etwa Anfang/Mitte August geht es für rund einen Monat zur Sache, während du von Mitte Juli bis Mitte August die etwa daumennagelgroße Moltebeere genießen kannst.
