Beschreibung

Die Lebensbeichte des letzten echten Outlaws

Willie Nelson ist unbestritten eine der großen amerikanischen Ikonen der Musikgeschichte. Und er ist eine echte Type, die Sorte Mensch, über die man mehr wissen will. Er stand an der Speerspitze der Outlaw-Bewegung der 70er. Er machte sich für die Legalisierung von Marihuana stark. Zusammen mit Neil Young gründete er die Farm-Aid-Organisation, die sich für familiär geführte landwirtschaftliche Betriebe einsetzt. Er verlor in den Neunzigerjahren wegen Steuerschulden seinen ganzen Besitz. Und er kämpfte sich zurück, tourt im Alter von 82 Jahren unermüdlich durch die Welt, machte letztes Jahr den schwarzen Kampfsportgürtel fünften Grades. Und ähnlich wie Johnny Cash läuft er in hohem Alter zu Höchstform auf: Seine letzten Alben wurden von der Kritik und vom Publikum gefeiert, die alten Fans verehren ihn, die jungen Fans bewundern ihn. Er spielt mit Jack Black, den Foo Fighters oder Snoop Dogg – von wegen Altersheim!

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Seitenzahl: 466

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Das Buch

»Dies ist die Geschichte meines Leben. Ich habe versucht, sie so klar zu erzählen wie der Himmel in Texas und in genau dem Rhythmus, in dem ich mein Leben lebe.

Es ist die Geschichte von Rastlosigkeit und der Magie des Augenblicks, der Suche nach dem richtigen Leben. Von meiner Kindheit in Abbott, Texas, bis zum pazifischen Nordwesten, von Nashville bis Hawaii und wieder zurück. Von meiner Zeit als Staubsaugerverkäufer, während ich Radiosendungen moderierte und einen Song nach dem anderen schrieb, in der Hoffnung, gehört zu werden.

Es ist die Geschichte bedingungsloser Liebe, wilden Zeiten, guten Freunden und üblen Spelunken, im Hintergrund immer der Soundtrack meines Lebens.

Dieses Leben findet auf der Straße statt, zu Hause, und dann wieder on the road. Ich habe vieles versucht, und ich habe es hier für euch aus der Tiefe meines Herzens aufgeschrieben.«

Willie Nelson

Die Autoren

Willie Nelson, geboren 1933 in Abbott, Texas, ist einer der großen amerikanischen Countrymusiker und Songwriter. Er ist außerdem Autor, Lyriker, Schauspieler und Aktivist. 1993 wurde er in die Country Music Hall of Fame aufgenommen. Mit 22 Nummer-eins-Singles, 14 Nummer-eins-Alben und 10 Grammy-Auszeichnungen ist er einer der erfolgreichsten Musiker aller Zeiten. Außerdem war er in fast 40 Film- und Fernsehproduktionen als Schauspieler tätig. Der Rolling Stone wählte ihn auf Platz 77 der 100 besten Gitarristen aller Zeiten.

David Ritz verfasste als Co-Autor u.a die Autobiografien von B. B. King, Smokey Robinson und Etta James. Zuletzt schrieb er die Lebensgeschichte von Aretha Franklin. David Ritz lebt in Los Angeles.

WILLIE

NELSON

mit DAVID RITZ

MEIN LEBEN: EINE LANGE GESCHICHTE

Aus dem Amerikanischen von

Jörn Ingwersen

Wilhelm Heyne Verlag

München

Die Originalausgabe erschien 2015 unter dem Titel

IT’S A LONG STORY – MY LIFE bei Little, Brown and Company,

Hachette Book Group, New York

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Copyright © 2015 by Willie Nelson

Copyright © 2015 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Redaktion: Kai Keup

Umschlaggestaltung: Nele Schütz Design, München unter Verwendung eines Fotos von Platon / Trunk Archive

Bildteil: Alle Fotos sind aus dem Privatarchiv von Willie Nelson, wenn sie nicht extra ausgewiesen sind

Satz: EDV-Fotosatz Huber/Verlagsservice G. Pfeifer, Germering

ISBN 978-3-641-16171-2

www.heyne.de

Ich widme dieses Buch meiner bezaubernden Frau Annie, meinen wundervollen Kindern, meinen unersetzlichen Freunden und meinen treuen Fans

INHALT

Einleitung

ERSTER TEIL

MEIN ANFANG

1. Zuhause

2. To All the Girls at School

3. Familienbande

4. Zeke

5. Kopfüber in die Fünfziger

6. Mission City und andere Zwischenstopps

7. Positives Denken

8. Flaute

ZWEITER TEIL

SONGS FALLEN VOM HIMMEL

9. Zurück ins Kuhkaff

10. Dunkle Nacht der Seele

11. Das Kaufhaus

12. Hello, Hits

13. Quertreiber

14. Landleben

15. Waylon

16. Jetzt

DRITTER TEIL

TRÄNEN UND BLUMEN

17. Zeit

18. Neustart

19. Wendepunkte

20. Happy 4th of July, 1973

21. Pure Sunshine & Purple Jesus

22. Was einem auf dem Weg zum Weißen Haus so alles passieren kann

23. Gegen den Strom

VIERTER TEIL

OVER THE RAINBOW

24. Silver Screen

25. Immer und ewig

26. »Fackel das Scheißding ab!«

27. Frisch verliebt

28. Keep on Truckin’

29. »Listen to Blues They’re Playing/Listen to What the Blues Are Saying«

FÜNFTER TEIL

SPIRIT

30. High

31. Regenbogen

32. Abbott

Danksagungen

Register

Credits für Songtexte

Bildteil

EINLEITUNG

Ein Lied ist eine kurze Geschichte. Ich glaube, es war mein alter Kumpel Harlan Howard, ein Nashville-Songwriter aus den Sechzigerjahren, der meinte, ein Song bräuchte nicht mehr als drei Akkorde und die Wahrheit.

Songs zu schreiben fällt mir leicht. Ich habe Hunderte geschrieben. Für mich sind sie einfach kleine Geschichten, die dem Leben oder der Phantasie entsprungen sind. Sobald ich mit einem Song nicht weiterkomme, lasse ich lieber die Finger davon. Ich denke mir, wenn es nicht von selbst fließt, dann soll es wohl nicht sein.

Die Wahrheit sollte einem leichtfallen. Das gilt auch für Lieder und Geschichten. Muss man erst übermäßig analysieren oder sich quälen, um sie zum Leben zu erwecken, ist irgendwas faul. So wie frisches Quellwasser aus den Bergen sprudelt, so müssen auch Geschichten frei und ungehindert fließen können. Das Wasser ist – wie die Lieder – ein Geschenk des Himmels. Etwas ganz Natürliches. Etwas Schönes.

Was du hier in Händen hältst, ist allerdings mehr als ein Lied, mehr als eine kurze Geschichte. Diesmal habe ich mir etwas ganz anderes vorgenommen und stelle mich einer neuen Herausforderung. Und da mich die Wahrheit treibt, werde ich mit drei Akkorden vermutlich nicht auskommen. Drei Minuten und ein paar Reime reichen nicht, um die Bilder in meinem Kopf und die Gefühle in meinem Herzen auszudrücken. Mein Kopf ist voller Erinnerungen, und wenn mein Herz auch voller Liebe ist, so ist da doch auch großer Schmerz.

Mögen die Erinnerungen fließen wie ein Bergquell. Mögen die Erinnerungen – seien sie nun erfreulich oder nicht – mir und auch dir neuen Mut geben, indem sie uns zeigen, dass dieser Quell niemals versiegt.

Erinnerungen führen uns vor Augen, dass jeder Moment unseres Lebens, selbst der traurigste, uns stärker gemacht hat. Wir haben uns durchgeschlagen. Wir sind noch da.

Ich bin dankbar dafür, noch da zu sein. Wenn du das hier liest, bin ich zweiundachtzig. Ich freue mich, sagen zu können, dass ich seit meinem achtzigsten Geburtstag einen ganzen Schwung neuer Songs geschrieben, fünf neue Alben aufgenommen und über dreihundert Konzerte gespielt habe. Ich sage das nicht, um damit anzugeben, sondern um meine Überzeugung zu untermauern, dass meine Aufgabe als Songwriter, Sänger und Gitarrist schlicht und einfach darin besteht, Geschichten zu erzählen. Das hat mich am Leben gehalten.

Da es nun an der Zeit ist, die vielen kurzen Geschichten zu einem langen Faden zu spinnen, muss ich zugeben, dass ich angesichts dieser Aufgabe doch etwas weiche Knie bekomme.

Acht lange Jahrzehnte der Erinnerungen.

Acht lange Jahrzehnte der Erfolge und Misserfolge, der gebrochenen Herzen und gelungenen Durchbrüche, der Irrungen und Wirrungen.

Es ist eine ausschweifende Geschichte. Und um sie richtig zu erzählen, wird von meiner Seite einiges an Klarheit nötig sein. Bevor ich ins Jenseits weiterziehe, um in anderer Form wiedergeboren zu werden, bin ich fest entschlossen, diese Geschichte in meiner gegenwärtigen Gestalt als Willie Hugh Nelson zu erzählen – als ein Mann, der ein langes und gesegnetes Leben gehabt hat.

Solange ich nur die anstehende Aufgabe als ein weiteres – wenn auch besonders langes – Lied betrachte, das gesungen werden will, werde ich mich schon zurechtfinden. Es ist ja nicht die Bibel. Nicht die Biografie eines Staatsmannes oder großen Philosophen. Es ist die Geschichte eines klampfenden Bauernburschen aus Hill County, Texas, dem das Leben eher gut als böse mitgespielt hat und der sich seinen Verstand nur bewahren konnte, weil er bei der Musik blieb, an der sein Herz hing.

Warte, lass mich nur eben Trigger nehmen, meine treue alte Gitarre, die immer an meiner Seite war, in stürmischen Nächten und an sonnigen Tagen.

Lass mich eine Melodie finden.

Lass mich die richtigen Worte finden.

Dann singe ich dir dieses Lied.

ERSTER TEIL

MEIN ANFANG

Das Ende

Ein Freund von mir hat mich kürzlich auf ein Gedicht von T. S. Eliot aufmerksam gemacht. Es beginnt mit »In meinem Anfang ist mein Ende«, und endet mit »In meinem Ende ist mein Anfang«.

Ich bin kein T. S. Eliot, aber das erinnert mich an einen Song von mir, der heißt »Still Is Still Moving to Me«.

Wir stehen niemals still. Wenn wir glauben, am Anfang einer Reise zu sein, wäre es ohne Weiteres möglich, dass sie schon zu Ende ist. Oder wenn wir meinen, am Ende zu sein, fangen wir eigentlich gerade erst an.

Das war meine Situation in den Neunzigern.

Alle meinten, ich sei am Ende. Alle meinten, es sei aus und vorbei.

Die Steuerbehörde hatte zugeschlagen. Und zwar mit voller Wucht.

Sie behaupteten, ich schuldete ihnen zweiunddreißig Millionen Dollar. Sie nahmen mir alles weg, was ich hatte. Und damals – ich war Ende fünfzig – hatte ich ziemlich viel. Grund und Boden in Colorado. Die eine oder andere Ranch bei Austin. Einen Golfplatz mit neun Löchern. Ein Tonstudio. Mehrere Häuser, darunter ein großes Strandhaus auf Maui. Ganz zu schweigen von einer Flotte von Jeeps und ausgebauten Tourbussen. Angeblich hatten sie es sogar auf meine Gitarre abgesehen und wollten Trigger versteigern.

»Das wird dir ewig nachhängen«, sagten mir erfahrene Berater. Ihrer Ansicht nach würden mir meine Steuerprobleme das Genick brechen.

Wie war es so weit gekommen?

Und wieso?

Ich war ratlos. Ich wusste nur, dass ich in mehrere Steuersparmodelle investiert hatte und mir versichert worden war, dass ich damit sowohl meinen steuerlichen Verpflichtungen nachkam als auch meine finanzielle Zukunft absicherte.

Als diese Steuersparmodelle dann plötzlich als illegal galten, ging das Ganze den Bach runter. Auf einmal sagte alle Welt, Willie Nelson würde nie wieder auf einen grünen Zweig kommen.

Im Fernsehen wurde ich zur Witzfigur:

»Kennen Sie schon den, mit Willie Nelson? Als seine Rechnung über 32 Millionen Dollar Steuerschulden mit der Post kam, hat er sie genommen, Gras drübergekrümelt, sich daraus einen Joint gedreht und seine Probleme einfach weggeraucht. Am nächsten Morgen konnte er sich an nichts mehr erinnern.«

Nach einer Weile machte ich selbst schon Witze darüber:

»Was ist der Unterschied zwischen einem Steuerfahnder und einer Hure? Eine Hure hört auf, dich zu ficken, wenn du tot bist.«

Je tiefer ich jedoch in die Problematik einstieg, desto unübersichtlicher wurden die Verflechtungen – ein undurchdringliches Labyrinth. Wie in einem Thriller fand ich keinen Ausweg mehr.

Mit der Zeit begriff ich, was mich wie und warum so weit gebracht hatte.

Wenn ich die vergangenen zwei Jahrzehnte betrachtete, von meiner engen Freundschaft zu Präsident Jimmy Carter in den Siebzigern bis zu den politischen Veränderungen durch Ronald Reagan in den Achtzigern, war der tief greifende kulturelle Wandel nicht zu übersehen.

Jimmy Carter war ein wirklich guter Freund, der in mir einen Seelenverwandten sah, den Jungen vom Lande, der genau wie er in einer kleinen Provinzkirche groß geworden war und an den Heiligen Geist glaubte. Jimmy Carter war so nett, mich im Weißen Haus übernachten zu lassen. Seine Frau Rosalynn und er kamen gern zu uns auf die Bühne und sangen »Amazing Grace« und »Will the Circle Be Unbroken«. Das war in den Siebzigern, einer wunderbaren Zeit des Friedens zwischen den Kulturen, in der Politiker, Rednecks und Hippies nach derselben Musik tanzten und manchmal sogar einen Joint zusammen rauchten, alles im Namen der Liebe.

Die Achtziger waren da völlig anders. Die Achtziger waren düster. Die Achtziger waren böse wie Crackpfeifen. In den Achtzigern ging es nur um geheime Waffendeals und Drogenkartelle, die Iran-Contra-Affäre. Eine Zeit der Hektik und der Hinterlist.

Ich sah, wie das Embargo gegen iranisches Öl die Preise in die Höhe trieb und Spekulanten die Gewinne einstrichen. Millionäre sprossen aus dem Boden wie Unkraut in der texanischen Prärie. Inzwischen verkaufte man Steuersparmodelle wie Hot Dogs auf dem Jahrmarkt. Weil ich zu den Ersten gehört hatte, die diese Steuersparmodelle nutzten, bewarb man die Hot Dogs mit meinem Konterfei. Und weil ich auf dem Cover vom Time Magazine gewesen war, einen ganzen Haufen Platten verkauft hatte und in ein paar Hollywoodfilmen aufgetreten war, hielt mich die Steuer für ein lohnendes Opfer.

Ich kann es nicht beweisen, aber mir scheint, dass sich die Regierung in den Achtzigern daran störte, dass ich für die Legalisierung von Marihuana eintrat. Den zuständigen Herren passte es nicht, wie sehr Farm Aid – dieses alljährliche Benefizkonzert, das ich mitbegründet habe – die Aufmerksamkeit darauf lenkte, dass die Regierung die kleinen Farmer nach wie vor kaputt machte.

Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger hieß es, man hätte es auf mich abgesehen. Anfangs habe ich das nicht ernst genommen. Ich fand mich nicht wichtig genug, als dass man es auf mich abgesehen haben könnte. Doch weil der Druck immer größer wurde, konnte ich nicht länger ignorieren, was da vor sich ging. Zunehmend kam ich mir vor wie in einem dieser Roy-Rogers- oder Gene-Autry-Western, die ich als kleiner Junge so geliebt hatte. Die Banditen verfolgten mich. Sie waren mir überlegen. Sie hatten Pferde. Sie trieben mich in die Enge.

»Wenn du da lebend rauskommen willst«, sagte einer meiner Berater, »kannst du eigentlich nur Bankrott anmelden.«

»Aber würde das nicht bedeuten, dass ich bis an mein Lebensende der Steuer gehöre?«

»So leid es mir tut, Willie.«

»Sie würden zu jedem Konzert kommen, um die Abendkasse einzusacken. Sie würden jeden Penny von jeder Platte kriegen, die ich jemals verkaufen werde.«

»Traurig, aber wahr.«

Ich dachte an große Männer wie den Boxchampion Joe Louis, den bis zu seinem Tod die Steuerschulden drückten. Er wurde Wrestler, dann Schiedsrichter und arbeitete schließlich als Türsteher in einem Hotel in Las Vegas.

Es hieß, Joe sei seiner Familie, den Freunden und Kollegen gegenüber allzu großzügig gewesen. Er hatte zu viel weggegeben und den falschen Leuten vertraut. Jetzt sagte man dasselbe über mich.

»Willie Nelsons große Zeiten sind vorbei«, schrieb ein Journalist. »Nicht nur ist er pleite und hat sein Vermögen schon vor seinem Sechzigsten verprasst – er hat auch seine Integrität verspielt. Für den Rest seiner Karriere – oder dem, was davon übrig ist – wird man in ihm nur noch den kiffenden Steuerhinterzieher sehen.«

»Ein Bankrott ist dein einziger Ausweg«, lag mir mein Berater in den Ohren. »Deine einzige Hoffnung. Wenn du nicht Bankrott anmeldest, bist du erledigt.«

»Sicher?«, fragte ich.

»Absolut«, sagte er.

Der Mann sah mir in die Augen.

»Was denkst du?«, fragte er.

»Ich denke nicht«, sagte ich. »Wenn es um so was geht, muss ich nicht denken. Da muss ich fühlen.«

»Und was fühlst du?«

»Ich fühl mich gut.«

»Dann wirst du Bankrott anmelden?«

»Vergiss es. Ganz bestimmt nicht.«

»Und was willst du dann tun?«

»Einen Kleinen rauchen, eine Partie Golf spielen, ein Nickerchen machen und dann Domino spielen.«

»Damit schiebst du die Katastrophe nur vor dir her.«

»Damit«, sagte ich, »bewahre ich mir mein positives Denken.«

»Das wird nicht reichen«, sagte der Mann. »Das ist doch verrückt!«

»Mein Song ›Crazy‹ hat mir viel Glück gebracht.«

»Das ist lange her, Willie. Es war eine andere Zeit, eine andere Welt. Jetzt ist heute, und heute steht deine Welt kurz davor, zu kollabieren.«

Ich dachte über das nach, was der Mann gesagt hatte. Zweifellos war er ein kluger Kopf. Er hatte ein erstklassiges College besucht, mehrere Hochschulabschlüsse in der Tasche und war versiert in den Finessen der Hochfinanz.

Ich fragte mich: Wer bin ich, seinen weisen Rat so rundweg abzulehnen?

Die grundlegendste aller Fragen – wer bin ich? – zu beantworten, wird nicht einfach. Dazu muss ich mich noch mal auf den Dichter beziehen, der sagte: »In meinem Ende ist mein Anfang.«

Ich muss dir von meinem Anfang erzählen.

1

ZUHAUSE

Musik im Blut. Musik im Haus und auf den Feldern. Musik in der Luft, in den Liedern der Vögel, die am klaren blauen Himmel über Texas flogen, im Rauschen des Windes und des Regens. Musik im Herzen meines Vaters, eines feinen Fiddlers, und meiner Mutter, die hübsch singen konnte und die erst meine Schwester Bobbie, das musikalische Wunderkind, und dann zwei Jahre später mich zur Welt brachte.

Meine Mutter hieß Myrle und war eine Dreiviertel-Cherokee. Sie war mit meinem Vater Ira und dessen Eltern, Alfred und Nancy, aus dem bitterarmen Arkansas nach Abbott in Texas gekommen, wo der Boden fruchtbar war und das Ackerland ein gewisses Maß an Hoffnung bot.

Als ich am 29. April 1933 geboren wurde, war Hoffnung ein seltenes Gut. Die Weltwirtschaftskrise hatte das Land schwer getroffen. Als Erwachsener wurde mir klar, dass ich während einer der finstersten Phasen der amerikanischen Wirtschaft aufgewachsen war. Aber das erfuhr ich nur aus Büchern. Das Leben lehrte mich etwas völlig anderes. Was es mich lehrte, war Liebe. Denn wie die Musik war auch die Liebe überall, wohin ich mich wendete, und alles, was ich empfand. Im Grunde waren Musik und Liebe für mich dasselbe, denn ein Lied zu spielen oder zu singen versetzte mich immer in eine liebevolle Stimmung.

Myrle und Ira hatten mit sechzehn geheiratet. Sie ließen sich scheiden, als ich ein halbes Jahr alt war. Zwar hatten sie Bobbie und mir das Leben geschenkt, aber offenbar waren sie nicht füreinander geschaffen.

Myrle war eine Greenhaw, aus einer großen Familie, die über Arkansas und Tennessee verstreut lebte und zu der eine ganze Reihe von Schwarzbrennern und Musikern zählte. Meine Mutter hatte zweifellos etwas Wildes an sich, etwas Exotisches, was zur Folge hatte, dass man sie in Texas für eine Mexikanerin und in Oklahoma für eine Indianerin hielt. Sie war Croupière, Tänzerin, Kellnerin, eine Frau, die das Abenteuer suchte und die Freiheit liebte.

Iras Familie stammte aus den Ozark Mountains, und er wuchs unter Engländern und Iren auf, die ihre alten Traditionen des Geschichtenerzählens, der Volkslieder und des Fiedelns pflegten. Mein Vater war ein guter Fiddler, aber ein noch viel besserer Mechaniker. Irgendwann wurde er sogar Chefmechaniker der Frank Kent Ford Company in Fort Worth. Er war weit weniger vom Fernweh getrieben als meine Mom, und es genügte ihm völlig, sich durch die Honky-Tonks im Norden von Texas zu fiedeln.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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