Mein Leben mit Archie, Leica, Samson & Co. - Michael Moos - E-Book

Mein Leben mit Archie, Leica, Samson & Co. E-Book

Michael Moos

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Beschreibung

Michael Moos, Jahrgang 1956, hat 1975 den Beruf des Bankkaufmanns gelernt. 1993 hat er sich mit einer kleinen Hundepension in seinem Haus selbstständig gemacht. Die Hunde haben zusammen mit ihm in seiner Wohnung gelebt, manchmal 10 - 12 Hunde gleichzeitig in den Sommerferien. In diesem Buch erzählt er von einigen seiner Hundegäste, welche teilweise über Jahre, manche ihr ganzes Leben zu ihm in Pension kamen.

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Seitenzahl: 90

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Abbildung 1: Michael Moos mit Shirley

Abbildung 2: Michael Moos mit Bruno

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Die Anfänge meiner Hundebetreuung 1993/1994

Archie - Ein Bernhardiner als Bettvorleger

Die Cockerhündin Sofie

Ivan, der Rottweilermischling

Der Malteser Chivar

Willy und Gina

Der Boxer Bruno

Der Eurasier Argus

Der Flat Coated Retriever Tenno

Dalmatinermischling Feline

Shirley wird mein Hund

Die 1990er Jahre

Der junge Golden Retriever Artos

Nero

Irish Terrier Vico

Bearded Collie Boy

Der Wolfspitz Sindbad

Salukihündin Leica

Die Golden Retrieverhündin Sina

Der Airdale Terrier Pino

Der Golden Retriever Feivel

Zwei besondere Hundegäste, die Koyotenmischlinge Chino und Lobo

Die Labradorhündinnen Sofie und Jessica

Wasserspiele mit Feivel, Sofie und Jessi

Samson, ein Hund mit mehreren Vorbesitzern

Der Flat Coated Retriever Jordi

Aischa, Futch und Tiki

Rückblick auf die 2000er Jahre

Eingewöhnung von Kim in meine Hundegruppe

Sommerferien mit Sheila, Shira, Ronja, Leika, Jordi, Lola und Solo

Elsa, vorgestellt in der Sendung Herrchen gesucht im Hessischen Fernsehen

Kiko

Krümel

Emelie

Mara, Ophelia & Gina

Brandy, Wuschel & Blisa

Ein neuer Start im neuen Heim

Vorwort

Liebe Hundefreunde/innen,

der Coronavirus hat nun schon ein Jahr die Welt fest im Griff und es ist noch kein Ende der Pandemie abzusehen. Die Hoffnung besteht immerhin, mit zunehmendem Einsatz von Impfstoffen, die weltweite Verbreitung des Virus eindämmen zu können.

Gewerblich habe ich meine Hundebetreuung im November 2018 endgültig beenden müssen, da kaum noch Nachfrage nach meiner Dienstleistung bestand.

Gelegentlich hatte ich noch einen meiner wenigen verbliebenen Hunde privat bei mir in Pension, doch wegen der Coronakrise ist das nun auch vorbei.

Anfang 2020 war Ophelia, der letzte meiner Stammhunde aus meiner früheren Hundebetreuung, welche ich 2012 in meinem Haus in der Raiffeisenstraße beenden musste, gestorben.

Meinen Versuch, den Betrieb an meinem neuen Standort, nur wenige Meter von meinem früheren Haus entfernt, 2013 wieder aufzunehmen, musste ich 2018 endgültig beenden. Zu wenig Nachfrage, strengere Auflagen des Veterinäramtes, vor allem durfte ich nur noch drei Hunde gleichzeitig aufnehmen und die zunehmende Pflege/Betreuung meiner Mutter führten nach 25 Jahren zum Ende meiner Hundebetreuung.

Viel Freude beim lesen wünscht Ihnen

Michael Moos

Abbildung 3: Mein Dalmatiner Cäsar

Abbildung 4: Mein Dalmatiner Cäsar

Die Anfänge meiner Hundebetreuung 1993/1994

Wie ich zu meinem ersten Hund, dem Dalmatiner Cäsar kam, erzähle ich in meinem Buch Mein Dalmatiner Cäsar.

Er war quasi mein erster Pflegehund und gehörte meiner Großmutter Elly Moos. Ich habe ihn regelmäßig ausgeführt und später nach ihrem Tod übernommen. Er war ein schwieriger und durch unglückliche Umstände für andere Menschen gefährlicher Hund. Nach der Übernahme musste ich den Hund sozusagen umerziehen und an die anderen Familienmitglieder gewöhnen, was mehrere Monate dauerte.

Cäsar wurde fast 15 Jahre alt und starb im Februar 1989. In den ersten Monaten nach dem Tod meines Dalmatiners Cäsar hat mir der Hund sehr gefehlt, aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran, ohne Hund zu sein. Da ich damals noch ganztags beruflich außer Haus tätig war, kam die Anschaffung eines neuen Hundes für mich nicht in Frage.

Umstrukturisierungsmaßnahmen bei der Wiesbadener Bank, wo ich seit 1975 arbeitete, führten dazu, das ich im Juli 1991 meinen Arbeitsplatz in der Bank verlor. Da ich jedoch hoffte, bald wieder einen neuen Arbeitsplatz zu erhalten, verzichtete ich vorerst auf die Anschaffung eines Hundes, obwohl es mir in dieser Zeit sicher gut getan hätte, einen Hund bei mir zu haben.

Als sich dann abzeichnete, dass ich einen dauerhaften Arbeitsplatz so schnell nicht mehr bekommen würde, dachte ich wieder an einen Hund. Einen eigenen Hund wollte ich mir jedoch noch nicht anschaffen, aber es kam mir in den Sinn, das ich ab und zu einen fremden Hund in Pflege nehmen könnte, z.B. während der Ferienzeiten.

Ich meldete bei der Stadt Idstein ein Gewerbe für meine Hundebetreuung an und zahlte eine kleine Gebühr. Das war alles, weitere Genehmigungen waren damals nicht notwendig.

Erst 1996 kam ein Vertreter des zuständigen Veterinäramtes unangemeldet zu mir, begutachtete die Räumlichkeiten – die Hunde lebten bei mir in der Wohnung – und befand meine Hundebetreuung für gut.

Auflagen gab es nicht und ich musste auch keine Gebühr bezahlen.

Erst viele Jahre später änderte sich das, ab 2009 bekam ich Auflagen verordnet, die Anzahl der Hunde, welche ich gleichzeitig halten durfte, wurde auf fünf beschränkt, ich musste einen Quarantäneraum vorweisen und den Nachweis meiner Befähigung zur Hundebetreuung erbringen (eine Prüfung musste ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrung nicht ablegen).

Auch eine Gebühr für die Erlaubnis zum weiteren Betrieb meiner Hundebetreuung wurde fällig und die Genehmigung gemäß der rechtlichen Bestimmungen nach § 11 – Hundepension – wurde mir erteilt – allerdings nur für zwei Jahre, anschließend wurde erneut eine Prüfung vorgenommen und mir die Genehmigung für weitere fünf Jahre – ebenfalls wieder gegen eine Gebühr – erteilt.

Später zur Wiedereröffnung an meinem neuen Standort musste ich die gleiche Prozedur noch zweimal machen, zuletzt wurde die Anzahl der Hunde, welche ich gleichzeitig halten durfte, auf nur noch drei beschränkt, was die Sache für mich dann endgültig unrentabel machte und mit zum Ende meiner professionellen Hundebetreuung beitrug.

Am 6. August 1993 war es dann soweit, mein erster Pflegehund, ein Schlittenhund der Rasse Samojede, wurde mir an diesem Tag von seinen Besitzern für ein paar Tage zur Betreuung gebracht. Es handelte sich um eine Hündin und ihr Name war Shirley. Sie schien ein sehr freundlicher Hund zu sein.

Von mir wollte sie anschließend ausgiebig gestreichelt werden. Dann begutachteten wir ihre Unterkunft.

Die Samojedenhündin sollte auf Wunsch ihrer Besitzer bei mir nicht mit in meine Wohnung kommen, da sie zu Hause in einer Hütte im Garten gehalten würde.

Ich hatte mir daher ein paar Tage vorher überlegt, wo ich den Hund unterbringen konnte. Der Zwinger von Cäsar war mittlerweile von meinem Vater als Holzschuppen umfunktioniert und das Gitter abgerissen. So war dort kein Platz, um einen Hund unterzubringen.

Ich räumte daher in Windeseile meine eigene Gartenhütte auf, welche noch voller Holz und Gerümpel gewesen war, um den Hund dort unterzubringen.

Ich legte ihr eine Decke in die Hütte und nachdem Shirley’s Besitzer uns verlassen hatte, machte ich erst einmal einen Spaziergang mir ihr. Shirley war sehr ausgelassen und stürmte gleich an der Leine voran, wie es ein richtiger Schlittenhund eben so macht.

Nun hatte ich also meinen ersten Pflegehund; und was ich damals natürlich noch nicht ahnen konnte: Shirley wird ein Jahr später mein Hund sein!

Besonders war ich darüber verwundert, von Shirley gleich an den Händen abgeschleckt zu werden. Sie war in dieser Hinsicht überhaupt das totale Gegenteil zu Cäsar, überaus freundlich zu jedermann. Es gab für sie nichts schöneres, wenn ich mich im Garten bei schönem Wetter zu ihr ins Gras setzte und sie streichelte und Shirley diese Streicheleinheiten mit besagtem Hände abschlecken erwidern konnte.

Shirley kam also nach dem Spaziergang in die Hütte, und sie war von Anfang an ruhig, bellte nicht und auch in der Nacht war kein Laut zu hören.

Sie wartete geduldig, bis ich morgens kam, dann begrüßte sie mich freudig und es konnte los gehen auf unseren morgendlichen Rundgang.

Ich führte Shirley an der langen Leine spazieren, frei laufen lassen wollte ich sie damals noch nicht, da in meinen Hundebüchern zu lesen war, das Samojeden und andere Schlittenhunde eine große Jagdleidenschaft besitzen.

Bald zeigte Shirley mir, dass sie eine leidenschaftliche Mäusejägerin ist und auch des öfteren Erfolg hatte. Sie schüttelte dann die Maus hin und her, danach ließ sie die tote Maus fallen und suchte nach weiteren Mäusen.

Auch auf größeres Wild hatte Shirley ein Auge und wenn sie ein Reh sah, flippte sie richtig aus und wollte diesem nachjagen, was die Leine allerdings verhinderte.

Diese Tage mit Shirley gingen schnell vorbei und es hatte mir richtig gut getan, wieder mit einem Hund spazieren zu gehen.

Abbildung 5: Shirley

Archie - Ein Bernhardiner als Bettvorleger

Am 11.August bekam ich einen weiteren Anruf zwecks Hundebetreuung:

Ob ich einen Bernhardiner namens Archie für ein paar Tage aufnehmen könne, es sei sehr dringend und die Besitzerin wollte ihn noch am gleichen Abend bringen.

Sie müsse auf eine Hochzeit ins Ausland und dass ihre Freunde, bei denen der Hund in einem solchen Fall sonst unterkomme, ebenfalls verreist wären. Ich stimmte zu und gegen 20 Uhr abends kam die Frau mit dem Hund vorbei, ein Riesentier!

Ich zeigte ihr meine Hütte, aber dabei kamen mir Bedenken. Der Eingang ist nur durch eine alte Brettertür verschlossen, für Shirley fest genug; aber ein Bernhardiner rennt einmal dagegen und futsch ist die Tür und der Hund eventuell weg.

Zudem erzählte mir die Frau, dass der Hund bei ihr im Schlafzimmer vor dem Bett schlafe. Das musste ich erst mal verdauen. Ich hatte ja bisher noch nie einen Hund in der Wohnung und schon gar nicht im Schlafzimmer.

Damals war ich gerade aus meiner Wohnung im Obergeschoss ausgezogen und in eine kleine Einzimmerwohnung im Keller meines Hauses umgezogen. Dieser Raum war eigentlich mein Hobbyraum, knapp 30 m2groß, dazu kam noch ein Kellerraum von etwa 20 m2.

Da ich kein Geld mehr vom Arbeitsamt bekam, musste ich meine Wohnung im Dachgeschoss verlassen und vermieten. Noch stand diese Wohnung jedoch leer und so dachte ich mir, dass ich den Hund dort unterbringen könnte und legte seine Decke in den Flur, nachdem ich die Türen zu den anderen Zimmern geschlossen hatte.

Die Besitzerin des Hundes verabschiedete sich, es war schon gegen 22.00 Uhr geworden, und ich bin dann zum schlafen in meine Kellerwohnung gegangen.

Kaum lag ich im Bett, hörte ich durch das Treppenhaus ein Jaulen und Kratzen an der Wohnungstür im Obergeschoss. Das war nicht ganz in meinem Sinn, dass der Hund mir die Tür zerkratzt und so habe ich mich schnell wieder angezogen und bin nach oben gelaufen.

Archie sprang mir nach dem öffnen der Tür freudig entgegen und hätte mich fast umgeworfen.

Er hatte schon damit begonnen, die Tapeten neben der Tür abzureißen und so packte ich schnell seine Decke und seinen Wassernapf und nahm den Hund mit in den Keller.

Abbildung 6: Archie

In meiner Wohnung war das Bett mit Schränken vom übrigen Raum abgeteilt, allerdings ist der Zugang zum Bett offen.

Wohin also mit dem Hund - in meinem Zimmer wollte ich den riesigen, mir noch völlig fremden Hund nicht übernachten lassen. Daher dachte ich, das Beste wird sein, wenn ich Archie in den Heizungskeller bringe, der neben meiner Wohnung liegt und durch eine Stahltür gesichert ist. Also richtete ich ihm dort sein Lager und legte mich hoffnungsvoll in mein Bett zum schlafen.

Aber viel schlafen konnte ich in dieser Nacht nicht. Aus dem Heizungskeller drangen die ganze Nacht hindurch die schrecklichsten Geräusche und Laute, als ob eine Horde Unholde dort hauste.

Ich fürchtete um meine Heizung und habe die ganze Nacht kaum ein Auge zugemacht.