Beschreibung

Sie kommt immer zu spät. Sie ist das strahlendste Mädchen des Seminars. Und sie ist unerreichbar. Die Liebe des zurückhaltenden Literaturstudenten Henri Bredin scheint aussichtslos, auch wenn er und die schöne Valérie Castel dasselbe Lieblingsbuch haben. Denn Valérie sieht in Henri nur einen guten Freund, für Henri jedoch ist das Mädchen mit den aquamarinblauen Augen und dem spöttischen Lächeln diejenige, die er lieben könnte wie keine andere. Als Valérie in den Semesterferien mit ihren Eltern an die italienische Riviera reist und dort dem Charme eines Italieners erliegt, der wohlhabend, gutaussehend und zehn Jahre älter ist als er selbst, ist der verliebte Student am Boden zerstört. Gegen diesen Mann hat er keine Chance. Oder doch? Wenig später macht Henri bei einem Bouquinisten einen schicksalhaften Fund: Ein ochsenblutrotes Giftmischer-Büchlein aus dem sechzehnten Jahrhundert mit dem Rezept für ein „Elixir d'amour". Wider jede Vernunft beschließt Henri das Menu seines Lebens zu kochen und seine große Liebe zum Essen einzuladen. Doch ausgerechnet an diesem Abend kommt die unpünktliche Valérie eine halbe Stunde zu früh ...

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Übersetzung aus dem Französischen von Sophie Scherrer

Vollständige E-Book-Ausgabe der im Piper Verlag erschienenen Taschenbuchausgabe 1. Auflage 2015

ISBN 978-3-492-96521-7

© 2013 Nicolas Barreau © der deutschsprachigen Ausgabe: 2013 Thiele Verlag in der Thiele & Brandstätter Verlag GmbH, München/Wien Covergestaltung: semper smile, Werbeagentur GmbH, München, auf der Grundlage des Entwurfs von Christina Krutz Covermotiv: Mark Owen/Trevillion Images; Iakov Kalinin/123RF Datenkonvertierung: CPI books GmbH, Leck

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Bist du einst alt und grau und voller Schlaf

Und nickst am Feuer ein, dann nimm dies Buch,

Lies langsam, träume dich zurück und such

Wie mich dein Aug mit seinem Schatten traf …

WILLIAM BUTLER YEATS

À TABLE, LES AMOUREUX!

Nach dem überwältigenden Erfolg meines Romans Das Lächeln der Frauen, in dem die schöne Aurélie ihr Menu d'amour kocht, um den Mann ihrer Träume für sich zu gewinnen, bin ich oft gefragt worden, ob es zwischen dem Essen und der Liebe einen speziellen Zusammenhang gibt. Natürlich gibt es den – beides kann sehr verführerisch sein. Viele meiner Leserinnen und Leser wollten wissen, ob ich selbst gern koche und ob ich noch weitere Rezepte habe. Beide Fragen kann ich mit Ja beantworten. Die besten Rezepte aus meinem persönlichen Kochbuch sind Klassiker der französischen Küche, vor allem aber sind sie eines: Erinnerungen an wunderbare, romantische, nicht enden wollende Abende, an die ich sehr gerne zurückdenke.

In diesem Buch verrate ich Ihnen also meine zehn Lieblingsmenüs. Es sind Rezepte für Verliebte, Rezepte zum Verlieben, köstliche Speisen für ganz besondere Anlässe – und als besonderen Gruß aus der Küche habe ich eine Geschichte vorangestellt, die das Geheimnis des Menü d'amour enthüllt – jenes Menüs, das Aurélies Vater seiner Tochter einst vermachte.

Lesen Sie, staunen Sie, lächeln Sie, kochen Sie und genießen Sie das Essen und die Liebe!

Herzlichst, Nicolas Barreau

1

Wenn man Georges Berechnungen glauben durfte, war es einer der dunkelsten Winter seit dem Krieg gewesen. Die Schatten spazierten in den Straßen von Paris und die Menschen sehnten sich nach dem Licht, wie ein junger Mann sich in die Arme seiner Liebsten sehnt. Im Kino spielte man Die Regenschirme von Cherbourg, die Beatles hatten im Olympia She loves you gesungen und ich hatte mich rettungslos in ein Mädchen verliebt, das so unerreichbar für mich war wie der Mond.

Ich studierte damals Literatur im zweiten Semester und hatte gerade beschlossen, aus Enttäuschung so etwas wie ein zweiter William Butler Yeats zu werden, der in glühenden Gedichten seine Angebetete pries und auf diese Weise seine unerfüllte Liebe zu der schönen Maud Gonne unsterblich machte, als ich an einem regnerischen Nachmittag bei den Bouquinisten am Ufer der Seine einen Fund machte, der meine glanzvolle literarische Karriere verhindern sollte. Denn daraufhin passierte etwas Seltsames und Wunderbares. Etwas, das mich trunken vor Glück über den Mond taumeln ließ, noch bevor der erste Astronaut jemals seinen Fuß darauf setzte. Ich habe nie jemandem erzählt, was sich an jenem Abend wirklich ereignete. An jenem denkwürdigen Abend, als ich das Menu d'amour zum ersten Mal kochte, und der nun schon so viele Jahre zurückliegt. Die Einzige, die die ganze Wahrheit kannte, war die Katze meines Mitbewohners Georges. Doch diese konnte naturgemäß nicht sprechen, und so blieb das köstliche Geheimnis im Besitz meines Herzens. Am Ende bin ich doch kein William Butler Yeats geworden. Gott sei Dank.

Meine Maud Gonne hieß Valérie Castel. Sie hatte blondes Haar und leuchtend blaue Augen, und wenn sie hereinkam, begann sich der Raum mit Licht zu füllen. Ihr Mund schien stets zu einem Lachen bereit, sie war voller Einfälle und spottete gern, und sie war gewiss kein Mädchen, das man einfach so übersehen hätte. Aber auch aus einem anderen Grund war es nahezu unmöglich, sie nicht zu bemerken. Valérie Castel war die unpünktlichste Person, die ich jemals kennengelernt habe. Sie kam immer zu spät. Zu jeder Vorlesung. In jedes Seminar. Und so ist sie mir damals auch aufgefallen. Weil sie zu spät kam.

2

Professor Jean-Louis Caspari war in seinem Element. Seit zwanzig Minuten versuchte er mit eindringlichen Gesten und wortgewaltigen Sätzen seinen Zuhörern die französische Literatur zwischen Romantik und Realismus näherzubringen und erwartete doch nicht mehr, als dass jeder Student sich drei Sätze aus seiner Vorlesung merken sollte. »Wenn Sie drei Sätze mit nach Hause nehmen, bin ich schon zufrieden«, pflegte er zu sagen. Gerade war er bei einem seiner Lieblingsgedichte von Baudelaire angelangt, da wurde mit einer hastigen Bewegung die Tür zum Hörsaal aufgerissen. Atemlos und mit geröteten Wangen schlüpfte eine Studentin in einem hellblauen Wollmantel mit passender Kappe herein. Sie lächelte entschuldigend und wollte sich schon durch den Seitengang schieben, um sich in eine der Stuhlreihen zu setzen, als Jean-Louis Caspari seine Vorlesung unterbrach und von seinem kleinen Podest herunterstieg. Der alte Professor war dafür bekannt, dass er unpünktliche Studenten gern vorführte. Mit einer Behändigkeit, die seine Leibesfülle Lügen strafte, sprang er durch den Raum und baute sich vor der Nachzüglerin auf.

»Wie schön, dass Sie meine Vorlesung besuchen, Mademoiselle…?« Er zog fragend die Augenbrauen hoch.

»Castel. Valérie Castel«, sagte sie, und auf diese Weise erfuhr ich wie alle anderen im Saal ihren Namen.

»Nun, Mademoiselle Castel«, Professor Caspari streckte ihr seine Hand entgegen, die sie zögernd ergriff, »ich begrüße Sie sehr herzlich hier bei uns.« Er machte eine ausholende Handbewegung, welche die etwa einhundertfünfzig Studenten mit einbezog, die den Dialog, der sich abseits des Vorlesungspults entspann, grinsend verfolgten. »Dummerweise hat meine Vorlesung schon seit…«, er kramte umständlich eine silberne Taschenuhr aus der Hosentasche hervor, »seit fünfundzwanzig Minuten begonnen. Ich hoffe, das stört Sie nicht?«

Valérie Castel wurde rot, dann schenkte sie dem Professor ein reizendes Lächeln. »Aber nein«, sagte sie mit ihrer klaren Stimme, die bis in die letzte Reihe zu hören war. »Wenn es Sie nicht stört, Herr Professor, stört es mich auch nicht.« Ich sah das feine Zucken ihrer Mundwinkel.

Die Studenten stießen sich an und tuschelten. Das war ganz schön frech, aber dann doch wieder mit so entwaffnender Unbefangenheit vorgetragen, dass man nicht so recht wusste, was man davon halten sollte.

Professor Caspari verfügte über genügend Humor, um eine schlagfertige Antwort zu schätzen. Und er verfügte trotz seiner altersschwachen Augen, die hinter runden Brillengläsern funkelten, über genügend Sehkraft, um Schönheit zu bemerken, wenn sie ihm begegnete. Sein Blick ruhte einen Moment auf der Delinquentin, die inzwischen ihre blaue Kappe abgenommen hatte und diese unschlüssig in den Händen drehte.

»Abgesehen davon, dass es mich ein wenig irritiert, wenn während meines Vortrags die Tür aufgeht, stört mich das sicherlich weniger als Sie, Mademoiselle. Denn im Gegensatz zu Ihnen kenne ich den Stoff meiner Vorlesung ja bereits.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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