Verlag: Papierverzierer Verlag Kategorie: Abenteuer, Thriller, Horror Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2017

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E-Book-Beschreibung Mercenary - Felix A. Münter

Carter ist käuflich. Der Söldner ist bereits seit Jahren tätig und weiß, dass man nicht zu viele Fragen stellt – vorausgesetzt der Preis stimmt. Sein neuster Kontrakt bringt ihn nach New York, wo ein wohlhabender Klient auf die Dienste des Profis angewiesen ist. Der Auftrag scheint keineswegs außergewöhnlich zu sein, er ist einer von vielen. Doch bald schon merkt Carter, dass es um mehr geht als um die Aufklärung eines Bankraubs, der laut Aussage des Auftraggebers für die Polizei eine Nummer zu groß sei. Und tatsächlich erfährt der Söldner Kurze Zeit später, was es bedeutet, einer wirklich heißen Spur zu folgen. Carter jagt der Fährte kreuz und quer durch New York, gerät an Gangs, die Mafia und an noch gefährlichere Typen. Der Profi verfängt sich in einem Netz aus Unwahrheiten, Lügen und der Gier skrupelloser Menschen. Er geht an seine Grenzen, setzt sein eigenes Leben aufs Spiel – und muss sich am Ende der Frage stellen, ob Moral wirklich käuflich ist.   "Carter ist übrigens nicht mein richtiger Name."   Ein Agenten-Thriller der Spitzenklasse. Weitere aktuelle Titel von Felix  A.  Münter:    Die Carter-Akten (Thriller-Serie): - Mercenary - Hunter - Hijacker - Bloodhound - Hitman - Lone Wolf - Hardliner - Loyalist Dynastie (Episches Fantasy Drama): - Königsretter - Königsfreund - Königsbote Westrin (High-Fantasy-Saga): - Kaisersturz - Exil - Schicksal - Kaisergardist - Legionär - Phoroi Trümmerwelten (High Fantasy-Epos in Zusammenarbeit mit Ann-Kathrin Karschnick): - Trümmerwelten - Die Abenteuer der Alice Sparrow - Trümmerwelten - Die Odyssee der Alice Sparrow  - Trümmerwelten - Das Schicksal der Alice Sparrow Troubleshooter (Weird Horror Western Serie): - Das Aufgebot - Jäger und Gejagte - Ein Funken Wahrheit Archon (Science Fiction Serie): - Vermächtnis - Höhere Macht - Per Aspera - Eingungskrieg - Ad Astra Einzelbände: Bootleggers - Wild Years - epischer Thriller Der kleine König - High Fantasy  All about the Money - Thriller Vita - Steampunk-Thriller Prepper - Endzeit-Thriller Nulllinie - Thriller  

Meinungen über das E-Book Mercenary - Felix A. Münter

E-Book-Leseprobe Mercenary - Felix A. Münter

Mercenary

Die Carter-Akten I

Felix A. Münter

Carter ist käuflich. Der Söldner ist bereits seit Jahren tätig und weiß, dass man nicht zu viele Fragen stellt – vorausgesetzt der Preis stimmt. Sein neuster Kontrakt bringt ihn nach New York, wo ein wohlhabender Klient auf die Dienste des Profis angewiesen ist.

Der Auftrag scheint keineswegs außergewöhnlich zu sein, er ist einer von vielen. Doch bald schon merkt Carter, dass es um mehr geht als um die Aufklärung eines Bankraubs, der laut Aussage des Auftraggebers für die Polizei eine Nummer zu groß sei. Und tatsächlich erfährt der Söldner Kurze Zeit später, was es bedeutet, einer wirklich heißen Spur zu folgen. Carter jagt der Fährte kreuz und quer durch New York, gerät an Gangs, die Mafia und an noch gefährlichere Typen. Der Profi verfängt sich in einem Netz aus Unwahrheiten, Lügen und der Gier skrupelloser Menschen.

Er geht an seine Grenzen, setzt sein eigenes Leben aufs Spiel – und muss sich am Ende der Frage stellen, ob Moral wirklich käuflich ist.

"Carter ist übrigens nicht mein richtiger Name."

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Wenn Sie anfangen, dieses E-Book zu lesen, dann hat die Geschichte bereits eine weite Reise hinter sich gebracht. Sie wurde geschrieben, lektoriert, korrigiert, mit einem kunstvollen Cover versehen und für Sie zum Lesen aufbereitet. Bei diesem Entstehungsprozess gibt sich das Team des Verlags die größte Mühe. Wenngleich wir uns nach der Rechtschreibung gemäß Duden richten, machen wir uns Gedanken über die deutsche Sprache. Einige Worte werden daher so geschrieben, wie Sie sie auch in Wortlisten von korrekturen.de finden. Sollte uns trotzdem etwas durchgehen, freuen wir uns über eine kurze Nachricht per Mail an info@papierverzierer.de oder über das Eingabefeld auf unserer Homepage https://papierverzierer.de, auf der Sie weitere Informationen über unsere Bücher erhalten.

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Copyright Gesamtausgabe ©2017 Papierverzierer Verlag, Essen

Cover: Legendary Fangirl Design // Tina Köpke

ISBN E-Book 978-3-95962-603-3

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Alle Personen und Handlungen in diesem Buch sind frei erfunden. Parallelen zu real lebenden Personen und Situationen sind rein zufällig.

Bibliografische Information derDeutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Für Katharina;

die mich auf diesem Abenteuer so wunderbar begleitet.

Inhaltsverzeichnis
Mercenary
Impressum
Kapitel 1 – Kontrakt
Kapitel 2 – Faktenprüfung
Kapitel 3 – Beinarbeit
Kapitel 4 – Netzwerke
Kapitel 5 – Verstrickungen
Kapitel 6 – Aufgespürt
Kapitel 7 – Überlebenskampf
Kapitel 8 – Hintermänner
Kapitel 9 – Zahltag
Felix A. Münter

Kontrakt

Kapitel I

Was ist richtig und was ist falsch? Die Frage ist schnell beantwortet: Das, was meinen Kontostand füllt, ist richtig. Der Dollar ist eine wunderbare Erfindung, denn er macht Personen wie mir das Leben so wunderbar einfach. Die einzige Frage, nach der ich mich richte, ist, was mir meine Taschen mehr füllt.

Menschen wie ich sind die Ausgeburt des Kapitalismus. Ethik und Moral sind zweitrangig, sie sind bei der täglichen Arbeit hinderlich. In meinem Geschäft kannst du es dir nicht erlauben abzuwägen. Du brauchst Prinzipien, eindeutige Linien, auf die du dich berufen kannst – sonst bist du tot.

Ich bin Dienstleister. Ich übernehme jene Arbeiten, bei denen andere ein Problem haben. Meine Branche ist uralt, ihr Ruf ist nicht der Beste. Aber das ist mir herzlich egal. Denn bei meinem Job geht es nicht darum, anderen Menschen zu gefallen. Ich löse Probleme. Jede Art von Problemen, solange das Geld stimmt.

Ich bin Söldner. Und abgesehen von wenigen Ausnahmen, die es geschafft haben, sich meinen Respekt zu erlangen, arbeite ich seit einigen Jahren immer alleine. Es ist nicht so, dass ich glaube, andere wären inkompetent – eine Zusammenarbeit erreicht nur immer wieder einen Punkt, an dem es kompliziert wird. Auf der anderen Seite hat es natürlich Vorteile, gemeinsam an einem Kontrakt zu arbeiten: Man ist schlagkräftiger, hat im Falle eines Falles Rückendeckung oder sogar jemanden, der einem die Schusswunden versorgen kann, wenn es sein muss. Doch die wenigen Personen, mit denen ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte, haben andere Vorstellungen von ihrem Dasein als Söldner. In Afghanistan habe ich seinerzeit einmal mit einer Ärztin zusammengearbeitet. Joan Ulanski. Eine toughe Frau, die genug von ihrem Handwerk versteht und das ist, was sich jede Truppe im Feld wünscht. Doch Joan zieht es vor, auf eigene Faust zu arbeiten. Wir haben im Grunde also vieles gemeinsam – und arbeiten doch nicht zusammen. Eine echte Schande.

Das Dasein als Söldner jedenfalls ist für mich ein Job wie jeder andere. Das ist keine Frage der Abstumpfung, keine Frage der Verrohung. Wir müssen einfach anerkennen, dass es für Männer wie mich in der Welt, in der wir leben, zahlreiche Betätigungsfelder gibt. Und am Ende des Tages geht es letztlich nur darum, dass wir unseren Lebensunterhalt verdienen und unsere Rechnungen bezahlen können. Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich dafür anderen Menschen Autos oder Lebensmittel verkaufen muss oder ob ich ihnen alle Knochen im Leib brechen muss. Ein Job ist ein Job. Mehr nicht.

Seit 2001 lebt meine Branche in goldenen Zeiten. Ich würde lügen, wenn ich sage, Menschen meines Schlages hätten nicht vom 11. September und all seinen Folgen profitiert. Natürlich haben wir das. Alles, was den Ereignissen damals folgte, war letztlich gut für meine Branche und damit auch gut für mich. Das mag eine pragmatische Einstellung sein, eine Sichtweise, die die tausenden Toten außer Acht lässt, die seitdem ihr Leben gelassen haben. Aber es ist doch so: Am Ende ist das Leben immer tödlich. So oder so. Dem 11. September folgten zahlreiche Konflikte, und da die meisten der westlichen Staaten, die darin involviert waren, seit dem Ende des Kalten Kriegs eine desaströse Abrüstungspolitik betrieben haben, brauchte man Personen, die bereit waren, Waffen in die Hand zu nehmen und damit Ansprüche durchzusetzen. Für Kriege und Sicherheitsoperationen benötigt man eben Personal. Und die meisten Nationen schrecken mittlerweile davor zurück, eigene Soldaten durch das Feuer gehen zu lassen. Zu groß ist die Angst vor dem Aufschrei des eigenen Volks, wenn die Jungs die Heimreise in Särgen antreten. Dann nämlich entstehen Bilder, die der Albtraum eines jeden Politikers sind. Also sucht man nach Alternativen – und das sind eben Menschen von meinem Schlag. Für andere Länder sind wir die kostengünstigere Alternative. Es macht eben einen Unterschied, ob du ein stehendes Heer unterhalten musst oder lediglich im Bedarfsfall Feuerkraft einkaufst. Letztlich arbeiten Industrie und Wirtschaft schon seit Jahrzehnten mit dem Modell vonjust in time– sie halten keine großen Bestände auf Lager, sondern kaufen ein, wenn es notwendig ist. Damit entsteht eine vorteilhafte Flexibilität für alle Seiten. Und warum sollte man diese nicht auch auf andere Brachen übertragen?

Für die Entscheidungsträger in den Anzügen, die auf Veranstaltungen möglichst zutraulich lächeln müssen und vom Vertrauen der Masse abhängig sind, ist meine Branche also ein echtes Geschenk. Und wenn du dich nicht zu dumm anstellst, dann kannst du dabei wirklich gutes Geld machen. Vorausgesetzt natürlich, du beherrschst dein Handwerk, kannst Risiken einschätzen – und hast Glück. Den Zufall kannst du eben niemals kalkulieren und die Wahrheit ist, dass ich eine Menge echter Profis durch Zufälle habe verrecken sehen. Aber gut. Das nennt sich dann wohl Berufsrisiko.

Du kannst in meiner Branche im Allgemeinen auf zwei Arten arbeiten. Entweder schließt du dich einer Firma an, die den Papierkram für dich erledigt. Im Grunde bist du dann Angestellter. Andere treffen die wichtigen Entscheidungen für dich, handeln deine Bezahlung aus und stellen dich letztlich vor vollendete Tatsachen. Egal ob es sich dabei um die wirklich großen Firmen handelt oder um kleine Organisationen: Das alles kommt dem Soldatenberuf ziemlich nah. Das Klima mag ein anderes sein, die Ausrüstung besser und die Bezahlung sowieso. Am Ende jedoch suchst du dir deine Konflikte jedoch nicht aus, sondern landest schneller bei einem Himmelfahrtskommando, als dir lieb ist.

Die andere Variante ist einfach: Du arbeitest auf eigene Faust. Zu Anfang wirst du es schwer haben, dir einen Namen zu machen, einfach, weil du möglicherweise gegen die Firmen und Organisationen nur schwer bestehen kannst. Die können eben eine Vielzahl von Dienstleistungen anbieten, zu denen du alleine nicht in der Lage bist. Noch dazu herrscht auf dem Markt ein spürbarer Konkurrenzdruck. Aber letztlich ist das überall in der Berufswelt: Durchsetzen können sich jene, die Stärke und Qualifikation zeigen. Arbeitest du alleine, wirst du mit einer ganz anderen Art von Aufträgen konfrontiert. Es gibt dort draußen genug Jobs, die einen einsamen Wolf und kein ganzes Bataillon erfordern. Und auf die musst du dich eben spezialisieren. Wie gesagt: Am Anfang bedeutet das, dass du Dreck schlucken musst, dass du mehr als einmal daran denkst aufzugeben. Du musst Zähne zeigen, dich durchbeißen – oder eben untergehen.

Ich hatte schon beides hinter mir. Nach meinem Dienst bei den Streitkräften landete ich irgendwann wieder im Zivilleben und merkte, dass ich vor allem in einer Sache gut war. Warum sich also den Aufwand machen, einen anderen Beruf zu erlernen und zu ergreifen? Es dauerte nicht lange, bis ich bei dem ersten Sicherheitsunternehmen landete, irgendwann zu einem größeren wechselte und dann schließlich bei den Riesen der Branche anheuerte. Immer dem besseren Angebot, immer dem Geld hinterher. Und so wie andere Angestellte in einigen Branchen manchmal unüberbrückbare Differenzen mit ihrem Arbeitgeber entwickeln, war es dann bei mir auch. Der Tag kam, an dem ich meine Sachen packte und diesen Teil der Branche hinter mir ließ. Ich wurde zum einsamen Wolf. Und ich bereue es nicht.

Sich zu etablieren, war jedenfalls nicht so schwer wie gedacht, wenn man sich schon im Vorfeld einen Namen gemacht hatte. Jedenfalls konnte ich genug Erfahrungen vorweisen und war immer noch am Leben – und der Rest ergab sich dann von selbst. Als Söldner betrittst du einen Schattenmarkt. Unsere Tätigkeit ist nicht per se in jedem Land der Welt illegal, doch die Art und Weise, wie du deine Dienstleistung an den Mann bringst, unterscheidet sich zuweilen erheblich. Vieles funktioniert über Mundpropaganda. Der Trick ist, an den richtigen Stellen deine Kontaktdaten zu hinterlassen und zu warten. Früher oder später wird sich jemand bei dir melden. Heute passiert das häufig über Emails. Die ganze Welt kommuniziert so, warum sollte es bei uns also anders sein? Und auch diesmal fing alles genau so an.

~~~

An: Solutions@Carter.fk

Von: JasBar@AandV.com

Mr. Carter,

Sie sind mir als fähiger Problemlöser empfohlen worden.

Einer meiner Klienten benötigt Ihre Dienste. Bei Interesse bitte ich um eine kurze Rückmeldung, um alle weiteren Formalitäten zu verhandeln.

Freundlichst

Jason Boyd

~~~

Zugegeben, ich war nie sonderlich einfallsreich, was meine Mailadressen angeht, aber darauf kommt es ja auch nicht an. Du verdienst kein Geld mit ausgefallenen Adressen, sondern eben nur mit geleisteter Arbeit. Warum ich mir eine Mailadresse zugelegt hatte, die auf den Falklandinseln registriert war? Möglicherweise, um mir in den Zeiten, da die digitale Kommunikation immer besser überwacht werden konnte das Gefühl von Sicherheit zu geben. Ich war kein IT-Spezialist, doch ich hatte eine ganze Menge Geld für eben einen solchen Profi ausgegeben, der mir versicherte, dass meine Kommunikation sicher war. Ob es stimmte, wusste ich nicht – doch hatte ich bisher auch keine Probleme.

Carter ist übrigens nicht mein richtiger Name. Niemand ist in dieser Branche so dumm, unter richtigem Namen zu arbeiten, denn wir alle wissen, wie gefährlich das sein kann. Aus diesem Grund baut man sich über die Jahre zahlreiche Decknamen auf, versorgt sich mit gefälschten Dokumenten – die übrigens auch nur eine Frage des Geldes sind – und vergisst manchmal, wie man wirklich heißt.

Ich setzte eine Suchanfrage zu AndV ab. Der Name sagte mir nichts, aber diese Welt ist schnelllebig und groß. Es bestand die Chance, dass in den letzten Jahren irgendeine Information an mir vorbeigegangen war. Die Suchmaschine spuckte mehr als sieben Milliarden Treffer aus, weshalb ich mich nur auf die ersten Seiten beschränkte, dabei aber nichts fand, was meine Alarmglocken zum Schrillen brachte. Es ist nicht gut für das Geschäft, sich mit namhaften Kunden einzulassen, zumindest nicht auf diese Art und Weise. Zu viele unbekannte Variable.

Meine Finger flogen über die Tastatur.

~~~

An: JasBar@AandV.com

Von: Solution@Carter.fk

Mr. Boyd,

gemäß meinem Terminkalender habe ich aktuell freie Kapazitäten.

Wo soll ein Treffen stattfinden?

Carter

~~~

Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, schnell auf Mails zu antworten. Denn mit etwas Pech sitzt die Person am anderen Ende der Leitung in einer anderen Zeitzone, was ein paar Stunden Verzögerung bedeuten konnte.

Jetzt kam es auf Boyd an. Wenn er Ahnung vom Geschäft hatte, dann würde er lediglich einen groben Vorschlag machen und die Details mir überlassen. Dilettanten und Anfänger hingegen schlugen meist Treffpunkte vor, zu denen ich niemals gehen würde, zumindest nicht, wenn es um ein Geschäft ging. Privatwohnungen und Restaurants fallen in diese Kategorie. Das ist dann wie die Katze im Sack, man hat keine Ahnung, was einen erwartet und schränkt die eigenen Optionen ein, wenn sich die Verhandlungen in die falsche Richtung entwickeln. Erstaunlich schnell meldete ein Piepton den Eingang einer Mail. Ich öffnete und warf einen Blick auf die Zeilen.

~~~

An: Solution@Carter.fk

Von: JasBar@AandV.com

Mr. Carter,

aufgrund der allgemeinen Erreichbarkeit schlage ich New York als Treffpunkt vor.

Freundlichst

Jason Boyd

~~~

New York also. Tatsächlich war jede Stadt mit mehr als hunderttausend Einwohnern prädestiniert für ein Treffen. Genügend Zivilisten, um schnell genug abtauchen zu können, wenn es notwendig war, und zu viele Unschuldige, die Verfolger mit einem zittrigen Finger abschreckten. Die knapp neunzehn Millionen Menschen, die in der Region von New York City lebten, waren genug Argumente für seinen Vorschlag.

Ich öffnete an meinem Bildschirm eine Karte der Stadt, scrollte einige Zeit hin und her, bis ich einen Ort gefunden hatte, der mir zusagte. Eigentlich war das schon gar nicht mehr New York, selbst mit gutem Willen nicht, aber das konnte mir ja egal sein. Ich notierte mir die Adresse und schrieb eine Antwort.

~~~

An: JasBar@AandV.com

Von: Solution@Carter.fk

Mr. Boyd,

ich akzeptiere New York City als Treffpunkt. Halten Sie sich binnen der nächsten 72 Stunden bereit.

Ferner benötige ich von Ihnen ein Passbild und eine Kontaktnummer. Sie hören von mir.

Carter

~~~

Ich lehnte mich zurück und wartete. Für die meisten Menschen ist es eine Überwindung, ein Bild von sich und die Telefonnummer an einen Wildfremden herauszugeben, unabhängig davon, dass wir uns in den Zeiten der multimedialen Netzwerke befinden. Das liegt sicherlich auch an meiner Branche. Da bin ich ganz ehrlich: Ich würde meine Daten auch nicht an jemanden wie mich weitergeben. Aber das war der Punkt. Geschäfte wie dieses hier kamen nur auf der Basis von Vertrauen zustande. Und von jemandem, der meine Dienste verlangte, erwartete ich ein Mindestmaß an Vertrauen.

Es waren etwa zehn Minuten vergangen, die ich damit verbracht hatte, einige Ortbeschreibungen aus dem Internet zu lesen, da erklang wieder der Signalton.

~~~

An: Solution@Carter.fk

Von: JasBar@AandV.com

Mr. Carter,

ich freue mich über ihre positive Antwort. Eine Fotografie sowie meine Visitenkarte hängen an.

Freundlichst

Jason Boyd

~~~

Eine Antwort war nicht notwendig. Sogleich buchte ich ein Ticket nach New York, La Guardia Airport. Dann war es Zeit, die Tasche zu packen.

Ich reise vornehmlich mit kleinem Gepäck. Das ist der Vorteil der Globalisierung; man bekommt für die richtige Summe so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann – und das überall. Es ist also gar nicht nötig, Ausrüstung kompliziert zu verschicken und an den Kontrollen vorbeizuschmuggeln. Alles, was es braucht, ist eine ausreichende Menge Bargeld. Außerdem hat jeder, der seit 9/11 versucht, Ausrüstung irgendwie im Handgepäck zu schmuggeln, in meinem Geschäft nichts verloren. Ich beschränkte mich daher auf ein zusätzliches Outfit, zwei Smartphones, ein Laptop und ein dickes Bündel Geldscheine, gerade unterhalb der Grenzen, bei denen irgendwelche Beamten von Dienstwegen her hellhörig werden konnten. Nur zur Sicherheit transferierte ich auch noch einige tausend Dollar via Western Union. Es war nicht davon auszugehen, dass ich das Geld wirklich brauchen würde, aber ich bin eben gerne auf alles vorbereitet.

Ich ging durch die drei Dutzend Ausweisdokumente, die ich feinsäuberlich im Safe aufgestapelt hatte. Es ist erschreckend, wie einfach es ist, amtliche Dokumente auf fast jeden Namen zu bekommen. Gerade in den westlichen Staaten. Eigentlich sollte man meinen, dass es seit dem Vormarsch des weltweiten Terrorismus verdammt schwer geworden wäre, fremde Identitäten zu bekommen, aber das Gegenteil ist der Fall. Wie so oft ist es nur eine Frage des Geldes. So war ich Bürger von so ziemlich jedem westlichen Land, in dem ich mit meiner Hautfarbe nicht zu sehr auffiel. Jemand mit chinesischem Ausweis, der aussieht wie ein Europäer, wirkte eben suspekt, weshalb ich immer die Finger von diesen Identitäten gelassen hatte. Die Hälfte der Ausweise war auf den Namen Carter ausgestellt, einfach, weil ich mich in den Jahren sehr daran gewöhnt hatte. Und wenn Mr. Boyd schon einen Carter kontaktiert hatte, dann konnte ich auch ruhig als Mr. Carter reisen. Mein Vorname war diesmal Benedict, aber in meiner Branche ist es nicht üblich, sich beim Vornamen zu nennen. Ich studierte die Angaben auf den Dokumenten trotzdem, nur für den Fall.

Nach einer letzten Runde durch das Haus machte ich mich auf den Weg.

Geld regiert die Welt. Keine zwei Stunden nach meiner Landung in New York hatte ich das zusammen, was man so braucht. Eine ballistische Weste, die sich leicht unter der Kleidung verbergen ließ sowie zwei halbautomatische Pistolen und einen Revolver. Ich bin nicht das, was man einen Waffennarr nennt, und habe auch nur zwei Hände, die beiden Pistolen dienten lediglich der Sicherheit.

Mit einem Leihwagen fuhr ich raus nach Queens, Botanical Garden. Das war der Ort, den ich für unser Treffen auserkoren hatte. Um sicherzugehen, dass es nicht irgendwelche unangenehmen Überraschungen gab, spazierte ich ein paar Runden durch die Anlage. Zwischen den restlichen Besuchern fiel ich nicht auf, verschmolz mit der Masse. So sollte es sein. Ein versteckter Weg abseits der Hauptstrecken bot sich für mein Vorhaben an. Eine verwitterte Parkbank zwischen einigen Baumgruppen und Sträuchern war geradezu perfekt. Nachdem ich für alle Fälle eine Fluchtroute ausgekundschaftet hatte, deponierte ich die erste Pistole auf genau dieser Strecke. Möglicherweise würde sie irgendein Obdachloser, ein Hundebesitzer oder ein spielendes Kind finden, aber das war nicht mein Problem.

Dann fuhr ich zurück zu dem billigen Motel, in das ich mich eingemietet hatte, ließ den Revolver auf meinem Zimmer und zog die Schutzweste an. Das Wegwerfhandy zu aktivieren, dauerte ein paar Minuten und ich schlug die Zeit mit ein paar gebratenen Rippchen tot. Gesättigt und bereit wählte ich Boyds Nummer.

Es klingelte vier Mal.

»Ja?«

»Carter hier. Es ist so weit.«

»In Ordnung, Mr. Carter.«

»Queens, Botanical Garden. In zwei Stunden. Ich melde mich wieder.«

Ich legte auf und startete die Stoppuhrfunktion meiner Armbanduhr. Boyd hatte nicht versucht, zu verhandeln. Entweder war er neu in dem Geschäft, zu aufgeregt, und traute sich nicht, Forderungen zu stellen, oder er war erfahren, wusste, wie der Hase lief. Ich machte mir keine Gedanken darüber, das sollte ich noch früh genug erfahren.

Stattdessen setzte ich mich wieder in den Wagen und fuhr zum Treffpunkt. Ich verbrachte die Zeit damit, durch den Park zu wandern, hier und dort stehen zu bleiben. Unauffällig zu sein und zu beobachten. Eine Angewohnheit, die man vielleicht als paranoid bezeichnen konnte, aber sie war essenziell für den Beruf. Je nachdem, was man uns auftrug, bewegten wir uns hart an der Grenze der Legalität, in den meisten Fällen hatten wir diese Grenze deutlich überschritten. Wenn du für andere Leute die üble Drecksarbeit leistest, dann darfst du nicht davon ausgehen, dass du dir dabei keine Feinde machst. Kurz vor dem Treffen ging ich zu der auserkorenen Parkbank und klebte die zweite Pistole mit Klebeband unter die Sitzfläche. Nur für den Fall der Fälle.

Als meine Armbanduhr sanft zu vibrieren begann, zückte ich das Telefon und wählte, während ich an der Seite zwischen die Büsche trat. Ich erklärte Boyd in knappen Sätzen den Weg und wartete.

Boyd war ein kleiner, rundlicher Mann, den ich auf Mitte fünfzig schätzte. Er war tadellos rasiert und trug eine Halbglatze. Seine Kleidung verriet, dass er sich um Geld keine Sorgen machen musste, sein Trenchcoat durfte etwas zu warm für das Wetter sein. Ohne Anzeichen von Nervosität oder Zweifel setzte er sich und wartete. Ich ließ ihn eine Minute zappeln, dann kam ich aus meinem Versteck und nährte mich der Parkbank von hinten.

»Guten Tag, Mr. Boyd.«

»Ah, Mr. Carter nehme ich an? Guten Tag.«

Anstatt zu antworten, setzte ich mich. Ich musterte ihn einmal, vermied dann aber den Blickkontakt und schaute stattdessen auf einige Büsche in der Nähe. Er strahlte für mich keinerlei Bedrohung aus. »Ich hatte ein paar Unkosten auf dem Weg hierher.«

»Das ist kein Problem.«

Normalerweise nannte ich dann eine Summe und maß an der Reaktion ab, ob mein Gegenüber in der Lage war, sich mich zu leisten. Boyd aber zog, ohne viel Federlesen zu machen, einen Umschlag aus der Tasche und schob ihn mir zu. Ich steckte ihn ein, ohne seinen Inhalt genau zu prüfen. Anhand seines Gewichts musste es sich entweder um einen Haufen Kleingeld oder die richtige Summe handeln. »Was kann ich also für Sie tun, Mr. Boyd?«

»Einer meiner Klienten hat ein Problem. Ihm ist etwas abhandengekommen.«

»Hat er es verloren oder ist es ihm gestohlen worden?«

»Gestohlen.«

»Gibt es einen Grund, warum er damit nicht die Polizei beauftragen will, die für sowas zuständig und weitaus günstiger ist?«

»Mr. Carter, mein Klient hat kein großes Vertrauen in einen unterbezahlten Polizeiapparat oder in Bundesbehörden, die bestimmte Fragen stellen.«

»Bundesbehörden? Also handelt es sich um nicht-legale Ware?«

Boyd schüttelte den Kopf. »Das kann man so nicht sagen. Meinem Klienten wäre es lieber, wenn sich die Behörden eben nicht mit dem Fall befassen und keine unangenehmen Fragen stellen.«

»Von welchem Wert reden wir?«

»Das, was meinem Klienten gestohlen wurde, hat eher ideellen Charakter, verstehen Sie?«

»Nur zu gut. Ich kann daran aber nicht abmessen, welche Bezahlung ich ansetze, Mr. Boyd.«

»Das ist kein Problem. Mein Klient ist bereit, Ihnen fünfhunderttausend Dollar zu zahlen, für den Fall, dass Sie in der Lage sind, den Verlust rückgängig zu machen.«

»Eine schöne Summe. Aber ich kaufe nicht die Katze im Sack. Wenn Sie wollen, dass ich mich der Sache annehme, dann brauche ich weitere Informationen.«

»Die sollen Sie bekommen. Mein Klient bat mich, den Kontakt zu vermitteln, bestand aber darauf, alle weiteren Verhandlungen persönlich zu führen.«

»Und wie hat er sich das vorgestellt?«

»Ich soll Sie einladen, Mr. Carter.«

»Hat Ihr Klient eine Ahnung, wie diese Geschäfte normalerweise ablaufen?«

»Nein, hat er nicht. Aber allein dafür, dass Sie bereit sind, sich seine Geschichte anzuhören, zahlt er Ihnen zehn Prozent der Summe.«

»Und wo muss ich dafür hin?«

»Sehen Sie, Mr. Carter? Das ist der Punkt, den ich Ihnen wohl wirklich schwer vermitteln kann. Ich soll Sie hinbringen.«

»Oh. Ein Geheimniskrämer. Nett. Und er glaubt wirklich, dass ein Haufen Dollarscheine mich dazu bewegen könnte, in ein wildfremdes Auto zu steigen und Gott-weiß-wohin zu fahren?«

»Mr. Carter, man hat mir gesagt, dass Sie ein vorsichtiger Mann sind. Aber mein Klient ist das auch. Ihre Branche lebt vom gegenseitigen Vertrauen, nicht wahr? So wie ich das sehe, ist Ihnen schon eine ganze Menge Vertrauen geschenkt worden. Jetzt sind Sie dran.«

Ich dachte einen Moment nach, dann nickte ich und griff in die Jackentaschen. Ich zog das Wegwerftelefon hervor und reichte es Boyd.

»Hier. Nicht dass ich durch die GPS-Peilung oder die eingewählten Funkzellen weiß, wo sich Ihr Klient wirklich befindet.«

Der Mann lächelte dünn, wendete das Telefon einmal in den Händen, ließ es dann fallen und trat drauf.

»Sehen Sie? Das ist das Vertrauen, das ich meine. Haben Sie noch andere Geräte dabei?«

Ich hatte das zweite Smartphone auf meinem Zimmer gelassen und schüttelte den Kopf.

»Sie oder Ihre Gorillas dürfen mich aber gerne durchsuchen, wenn wir uns auf den Weg machen.«

»Ausgezeichnet, Mr. Carter. Dann lassen Sie uns …«

Auf einem der Parkplätze wartete ein dunkelblauer Mercedes auf uns. Aus den abgedunkelten Heckscheiben konnte man vermutlich auch aus dem Inneren nicht nach draußen schauen. Es gab einen Fahrer, der sogleich ausstieg und mich bei geöffnetem Kofferraum mit einem Gerät auf die üblichen technischen Spielereien absuchte. Der Kerl schien unzufrieden darüber, dass ich wirklich nichts bei mir trug.

Zusammen mit Boyd setzte ich mich auf die Rückbank und sollte recht behalten. Die hinteren Scheiben waren wirklich so verdunkelt, dass man nicht nach draußen schauen konnte. Eine ebenso dunkle Trennwand separierte uns vom Fahrer. Während der Fahrt hatten wir uns nicht viel zu erzählen. Boyd prüfte die neusten Nachrichten auf seinem Handy und ich beschränkte mich darauf, meine Reflexion in der Scheibe zu betrachten.

Der Wagen fuhr mehrere Kurven und beschleunigte zwischendrin. Es war nicht die erste Fahrt dieser Art, die ich unternahm. Wenn der Chauffeur gut war, dann ging es erst auf Irrwegen kreuz und quer durch die Stadt, bevor man sich zum eigentlichen Ziel aufmachte. Eine Taktik, die wahrscheinlich noch aus den Zeiten des Kalten Kriegs stammte, in denen Peilsender enorm groß waren, GPS wie Zukunftsmusik wirkte und an ein multifunktionales Smartphone niemand zu glauben wagte. Als sich der Wagen verlangsamte, war das für mich das Zeichen, dass wir unser Ziel erreicht hatten, und tatsächlich knirschte bald der Schotter einer Auffahrt unter den Reifen der Limousine.

Als der Mercedes zum Halten kam, lächelte Boyd und sagte das, was am offensichtlichsten war. »Wir sind da.«