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Die unanständigen Abenteuer einer erfahrenen Frau: Der erotische Roman »MILF – Die Stute wird zugeritten« von Eric Hallissey als eBook bei venusbooks. Sie war eine echte Luxus-Lady – doch nun steht Mrs Parker vor dem Nichts: Ihr Gatte hat sie verlassen … und alle Konten gesperrt! Was soll sie bloß tun? Klar, Mrs Parker sieht immer noch fantastisch aus und kann sich kaum retten vor jungen Männern, die es lieben, eine saftige MILF wie sie mit Blicken auszuziehen – aber davon wird die Miete auch nicht bezahlt. Da kommt das Angebot eines Anwalts, seine vermögenden Klienten zu verwöhnen, gerade recht: Schließlich weiß Mrs Parker, wie sie jedem Mann mit ihren Lippen und ihrem prächtigen Körper den Verstand raubt. Und dann steht sie auf einem Maskenball, der schnell zur Gangbang-Orgie ausartet, plötzlich dem einen Kerl gegenüber, von dem sie schon so lange träumt: ihrem erwachsenen Sohn Marc, der natürlich tabu für sie sein sollte … Jetzt als eBook kaufen und genießen: der herrlich versaute Erotikroman »MILF – Die Stute wird zugeritten« von Eric Hallissey. Lesen ist sexy! venusbooks – der erotische eBook-Verlag. Im realen Leben dürfen Erotik, Sinnlichkeit und sexuelle Handlungen jeder Art ausschließlich zwischen gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden. In diesem eBook werden erotische Fantasien geschildert, die vielleicht nicht jeder Leserin und jedem Leser gefallen und in einigen Fällen weder den allgemeinen Moralvorstellungen noch den Gesetzen der Realität folgen. Es handelt sich dabei um rein fiktive Geschichten; sämtliche Figuren und Begebenheiten sind frei erfunden. Der Inhalt dieses eBooks ist für Minderjährige nicht geeignet und das Lesen nur gestattet, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind.
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Seitenzahl: 250
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Über dieses Buch:
Sie war eine echte Luxus-Lady – doch nun steht Mrs Parker vor dem Nichts: Ihr Gatte hat sie verlassen … und alle Konten gesperrt! Was soll sie bloß tun? Klar, Mrs Parker sieht immer noch fantastisch aus und kann sich kaum retten vor jungen Männern, die es lieben, eine saftige MILF wie sie mit Blicken auszuziehen – aber davon wird die Miete auch nicht bezahlt. Da kommt das Angebot eines Anwalts, seine vermögenden Klienten zu verwöhnen, gerade recht: Schließlich weiß Mrs Parker, wie sie jedem Mann mit ihren Lippen und ihrem prächtigen Körper den Verstand raubt. Und dann steht sie auf einem Maskenball, der schnell zur Gangbang-Orgie ausartet, plötzlich dem einen Kerl gegenüber, von dem sie schon so lange träumt: ihrem erwachsenen Sohn Marc, der natürlich tabu für sie sein sollte …
Über den Autor:
Eric Hallissey veröffentlichte bei venusbooks bereits die nicht jugendfreien erotischen Romane »Das Pornoluder«, »Auf die Knie! – Sie will es härter«, »Meine völlig schamlose Familie«, »Heiße Spiele – Zwei schamlose Freundinnen«, »Mama in Nöten – Ein Sohn hilft aus«, »Die Teufelsbraut – Von Verlangen getrieben«, »Meine Mutter, die Göttin der Lust«, »Kleine Schlampe – schamlos geil«, »Die Muschi einer erfahrenen Frau«, »Eine liebeshungrige Frau – Sie sucht verbotene Zärtlichkeit«, »Damenrunde extraheiß – Verruchte Geheimnisse reifer Ehefrauen«, »Schmutziges Verlangen«, »Das Liebesnest – Tabulose Sexspiele«, »Femme fatale«, »Heißes Luder: Meine Mutter in Latex und Leder«, »Stieftochter will harten Sex«, »Liebesdiener«, »Versaut! Eine geile MILF besorgt es allen«, »Ungezähmt – Meine total versauten Engel«, »Ausgeliefert – Ein kleines Luder wird gezähmt«, »Sexy Angel: Schamlos und zu allem bereit«, »Die Escort-Lady braucht es härter«, »Mach mich scharf! Geile Sex-Stories«, »Das Haus der Sünderinnen«, »Sklave! Mach, was ich Dir sage!«, »Nächte der Lust – Frauen wollen immer mehr«, »Lusttaumel: Schamlose Nachbarn«, »Jugendspiel«, »Ginas schamloses Sex-Geheimnis«, »MILF – Die Stute wird zugeritten«, »Sex-Girl: Gefangene der Lust«, »Die Mafia-Stute«, »Die schamlosen Nachbarinnen« und »Tokyo Heat«.
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eBook-Lizenzausgabe März 2021
Ein eBook des venusbooks Verlags. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.
Dieses Buch erschien bereits 2018 unter dem Titel »MILF – Die Lust des zweiten Frühlings« bei Edition Combes
Copyright © der Originalausgabe 2018 Edition Combes im Verlag Frank de la Porte, 96328 Küps
Copyright © der eBook-Lizenzausgabe 2021 venusbooks Verlag. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Titelbildgestaltung: Nele Schütz Design, Memmingen, unter Verwendung eines Bildmotivs von shutterstock/4 PM productions
eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH (ts)
ISBN 978-3-96898-111-6
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Im realen Leben dürfen Erotik, Sinnlichkeit und sexuelle Handlungen jeder Art ausschließlich zwischen gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einvernehmen stattfinden. In diesem eBook werden erotische Fantasien geschildert, die vielleicht nicht jeder Leserin und jedem Leser gefallen und in einigen Fällen weder den allgemeinen Moralvorstellungen noch den Gesetzen der Realität folgen. Es handelt sich dabei um rein fiktive Geschichten; sämtliche Figuren und Begebenheiten sind frei erfunden. Der Inhalt dieses eBooks ist für Minderjährige nicht geeignet und das Lesen nur gestattet, wenn Sie mindestens 18 Jahre alt sind.
Eric Hallissey
MILF – Die Stute wird zugeritten
Erotischer Roman
venusbooks
»Das bedeutet, ich bin pleite?«
Ich hoffte, Arthur Boyd würde meine Frage mit einem lächelnden Kopfschütteln und einer abwinkenden Geste verneinen, doch ich irrte mich. Mein Anwalt legte viel mehr die Stirn in Falten, an deren Furchen ich ablesen konnte, wie tief ich wirklich im Sumpf steckte.
»So kann man es nennen, Mrs Parker«, antwortete er. Aus seiner Stimme klangen Mitgefühl und aufrichtiges Bedauern. »Es tut mir sehr leid!«
Ich war geneigt, ihm beides zu glauben, doch ich wusste, dass in jedem Anwalt auch ein sehr guter Schauspieler steckte, und Arthur Boyd war ein Meister seines Fachs. Letzten Endes ging es auch ihm nur um sein Honorar. Allerdings sah es ganz danach aus, als könnte er nicht allzu viel an mir verdienen.
»Sie hätten niemals diesen Ehevertrag unterschreiben dürfen, Elisabeth«, seufzte er und blätterte durch meine Unterlagen, als hätte er einen Funken Hoffnung, doch noch ein kleines Schlupfloch zu finden. Doch bei jeder Zeile, die er überflog, schüttelte er nur den Kopf. »Der Kollege, der diesen Vertrag ausgearbeitet hat, hat so viele Klauseln eingeflochten, dass es sehr schlecht um Sie bestellt ist.«
Das kleine bisschen Hoffnung, das ich beim Betreten von Mr Boyds renommierter Kanzlei – immerhin eine der zwei besten der ganzen Stadt (dreimal dürfen Sie raten, wer sich von der anderen vertreten lässt) – noch in mir getragen hatte, fiel in Zeitlupe wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
»Ihr Mann hat an alles gedacht«, fuhr der Anwalt fort. »Was mich nicht wundert, denn John Parker überlässt bekanntlich nichts dem Zufall.«
»Wem sagen Sie das, Mr Boyd?«, sagte ich leise und kämpfte gegen die Tränen an, die sich ihren Weg in meine Augen bahnen wollten. Nein, ich wollte mir auf keinen Fall die Blöße geben, hier vor diesem Mann wie eine hysterische Zicke meinen Tränen der Traurigkeit, der Verzweiflung und der Wut freien Lauf zu lassen. In diesen Kreisen ließ man sich nicht gehen. Man bewahrte in jeder Situation die Haltung.
»Er ist nicht umsonst Multimillionär geworden.« Bei diesen Worten klang Arthur Boyd beinahe so, als würde er meinen Noch-Ehemann John Parker heimlich bewundern. Wer weiß, vielleicht stand auch Mr Boyd auf Johns Gehalts- und Schmiergeldliste. Überrascht hätte es mich nicht. »So etwas schafft man nur mit solchen wasserdichten Verträgen.«
»Und mit einer gehörigen Portion Skrupellosigkeit«, ergänzte ich resigniert. Und diese Skrupellosigkeit, die mein Mann mich jetzt spüren ließ, kam einem Todesurteil sehr nahe. Was sollte ich tun? Meine Zukunft war nicht nur düster, sondern stockfinster.
»Das zu beurteilen steht mir nicht zu, Mrs Parker. Aber …« Er machte eine lange Pause und blickte zur hohen Stuckdecke seines viktorianischen Büros in allerbester Lage hinauf, als suche er dort nach den Worten, um mir das Folgende möglichst schonend beizubringen. »Aber ich fürchte, Sie sind nicht in der Lage, mein Honorar zu bezahlen.«
Ich hatte es doch geahnt: Ihm ging es nur ums Geld! Die Not der baldigen Ex-Frau des großen, mächtigen, reichen und berühmten John Parker war ihm gleichgültig.
»Ich habe Ersparnisse!«, erwiderte ich und legte dabei soviel Stolz in meine Stimme, wie ich in dieser Situation gerade noch aufbringen konnte. Leider aber klang ich eher wie eine trotzige Göre.
Mr Boyd schüttelte wieder den Kopf – eine Bewegung, die mein Herz noch tiefer sinken ließ. Erneut blätterte er durch die Papiere, ohne sie jedoch zu lesen.
»Mrs Parker, Ihre Ersparnisse stammen samt und sonders aus finanziellen Zuwendung Ihres Mannes. Geldgeschenke, Sparbriefe und dergleichen.« Sein Seufzen war filmreif, tat mir aber in der Seele weh. »Sie haben nichts davon selbst erwirtschaftet.«
»Aber ich …«
Arthur Boyd hob mit bedauerndem Gesichtsausdruck die Hand, um mir zu bedeuten, ich möge schweigen und ihn seinen Gedanken zu Ende führen lassen.
»Laut diesem Vertrag«, er tippte mit dem Finger auf die Papiere, »kann Ihr Mann all diese Ersparnisse für sich beanspruchen, da sie quasi nur Leihgaben darstellen.«
Diese Erklärung traf mich wie ein Faustschlag in die Magengrube, aber das war noch nicht alles.
»Und nüchtern betrachtet, Mrs Parker, wissen wir doch beide, dass Ihr Mann genau das tun wird: Er wird sich die Gelder, die Sie als Ihre Ersparnisse betrachten, zurückholen.«
Ich griff nach dem letzten Strohhalm, den ich in diesem Augenblick sah. »Machen Sie sich um Ihr Honorar keine Sorgen, Mr Boyd.« Ich versuchte sogar zu lächeln, um wenigstens einen Hauch von Zuversicht und Kreditwürdigkeit auszustrahlen. Haltung bewahren! Um jeden Preis! »Ich habe inzwischen einen Job angenommen und …«
»Sie arbeiten in einem Fastfood-Restaurant, Mrs Parker«, unterbrach er mich. »Ihr Monatsverdienst liegt unter meinem Tageshonorar.«
Er hatte recht.
Ich war am Ende und hatte das Gefühl, dass der Sessel unter mir nachgab. Wenn ich jetzt aufstand, würde ich sprichwörtlich den Boden unter den Füßen verlieren und in einen endlosen schwarzen Abgrund stürzen.
»Das heißt, ich bin ganz unten angekommen?«
Boyd blickte mich mitfühlend an. »Noch tiefer als ganz unten, Mrs Parker.«
Ich hatte wirklich alles gehabt. Mein Leben war das reinste Märchen gewesen. Ich hatte es damals kaum glauben können, als der große John Parker mir den Hof machte. Mir, der namenlosen kleinen Studentin, die ich zu diesem Zeitpunkt war. Ich hatte ihn kennengelernt, als ich auf einem Stehempfang gekellnert hatte, um mir ein wenig Geld nebenher zu verdienen. Ja, ich gebe es zu, ich hatte mich um diesen Job regelrecht gerissen, denn als die verträumte Zwanzigjährige, die ich damals war, hatte ich mir ausgemalt, bei dieser Veranstaltung einen millionenschweren Traumprinzen zu treffen, der sich so unsterblich in mich verliebte wie ich in ihn, und mit dem ich dann glücklich und sorglos bis zum Ende leben konnte.
Genaugenommen war das ja auch passiert.
Aber eben mit Einschränkungen, wie ich jetzt nach meinem Besuch bei Arthur Boyd zugeben musste …
John hatte damals gar nicht genug von mir bekommen können, und ich nicht von ihm. Jede Minute ohne ihn war die reinste Qual gewesen. Er hat mich auf Händen getragen, mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen und mich bei jeder Gelegenheit rangenommen. Anders kann ich es nicht nennen. John war so gierig auf mich gewesen, dass wir bei jeder Gelegenheit und an den unmöglichsten Orten gevögelt haben, als gäbe es kein Morgen. An manchen Tagen habe ich nicht einmal ein Höschen angezogen, weil ich wusste, dass er es mir sowieso vom Leib reißen würde, und manchmal auch, weil er mir gar keine Zeit ließ, überhaupt eines anzuziehen.
Damals, ja, da konnte ich zeitweise kaum gerade gehen, so wund war ich von all der wilden Vögelei. Sogar meine Lippen fühlten sich manchmal wund an, was jedoch nicht an kalter Luft oder greller Sonne lag, sondern daran, dass mein Mund oft stundenlang mit Blasen und Lutschen beschäftigt war.
Natürlich war es nicht verwunderlich, dass ich ziemlich bald schwanger wurde. John heiratete mich sofort, und ich sagte aus vollem Herzen vor dem Altar »Ja!«, was dazu führte, dass ich mich mit meiner eigenen Familie überwarf, die nicht müde wurde, mich vor dieser Eheschließung zu warnen. Sie ahnte bereits, dass es mit einem Mann wie John Parker, der für seine Eskapaden berüchtigt war, nicht gutgehen konnte. Aber ich war jung, ich war verliebt, Geld spielte plötzlich keine Rolle mehr, ich wurde von meinem Mann auf Händen getragen und mehr als regelmäßig gut durchgebumst, was wollte ich mehr? Ich hielt das, was man sich über John erzählte, für Gerüchte und wollte all das nicht hören. Und wenn es mir doch zu Ohren kam, fand ich es eher spannend als abstoßend oder bedenklich.
»Mach bitte wenigstens dein Studium zu Ende«, hatte mich mein Vater damals inständig gebeten. »Damit du etwas Eigenes hast, im Fall der Fälle.«
Nein, natürlich habe ich genau das nicht getan, sondern im blinden und dummen Vertrauen darauf, dass der Fall der Fälle nie eintreten würde, mein Studium abgebrochen, zumal mein Bauch immer dicker wurde. Und selbst in diesem Zustand kam ich kaum aus dem Bett heraus, weil John und sein Schwanz mir großen Spaß bereiteten, obwohl ich mich mit diesem riesigen Ballon unattraktiv und wie ein gestrandeter Wal fühlte.
Ich hatte wirklich ein Leben wie im Märchen. Ich lebte in dieser Zeit so, wie andere es sich nur erträumen können. Und jetzt? Nachdem John mich aus dem Haus geworfen hatte, lebte ich statt in einer der prunkvollen Parker-Villen in einem schäbigen kleinen Appartement mit ebenso schäbiger Möblierung und in einer noch schäbigeren Gegend. Und so, wie es aussah, würde ich mir bald nicht einmal mehr das leisten können.
»Bitten Sie doch Ihren Sohn um Hilfe«, hatte Arthur Boyd vorgeschlagen, aber Marc war mit seinen inzwischen 30 Jahren in jeder Hinsicht das Ebenbild seines Vaters – vor allem, was seinen Charakter betraf. Und weil er auf Kosten seines Vaters ein Leben als angeblicher Künstler führte, würde er sich wohl kaum auf meine Seite schlagen. Ich konnte ihm sein süßes Leben schließlich nicht finanzieren.
Marc! Wenn ich an ihn dachte, wurde mir das Herz schwer. Er war ein prächtiger, sehr hübscher und charismatischer Junge, und ich erinnerte mich sehr gut daran, dass ich damals eifersüchtig auf all die Mädchen gewesen war, die ihm zu Füßen gelegen hatten. Marc hatte natürlich nichts anbrennen lassen und sie alle gevögelt. In dieser Hinsicht war er wie sein Vater. Trotzdem: Er war mein Fleisch und Blut, und ihm konnte ich seinen Casanova-Lebenswandel eher verzeihen als meinem Gatten. Und je älter Marc wurde und je toller und männlicher er aussah, desto öfter hatte ich mir vorgestellt, ihn zu verführen – oder mich von ihm verführen zu lassen. Ich hätte dafür gesorgt, dass er all die jungen Mädchen vergaß, die er quasi im Vorübergehen fickte.
Und jetzt? Ich wusste nicht einmal genau, wo er gerade war und wie es ihm ging. Und selbst wenn ich es gewusst hätte, so hätte er mir sicher nicht geholfen. Ich musste davon ausgehen, dass sein Vater ihm einige unschöne Lügen über mich erzählt hatte.
Ich trank ein weiteres Glas von dem billigen Rotwein, der inzwischen den Champagner ersetzt hatte. Auf das dritte Glas verzichtete ich dann und trank direkt aus der Flasche. Wen kümmerte es? Ich musste keine Manieren und Etikette mehr einhalten, und wenn der Wein schon nicht die Probleme löste, so sorgte er wenigstens dafür, dass sich alles ein bisschen leichter anfühlte.
Boyd hatte recht: Ich war noch tiefer abgerutscht als ganz unten. John Parker war meiner einfach nur überdrüssig geworden, hatte sich ein junges Ding namens Donna geschnappt und inszenierte mit ihr die gleiche Geschichte wie damals mit mir. Sie war zwanzig und schwebte im siebten Himmel. Ich war einundfünfzig und am Ende.
»Willkommen im Burger Palace, Ihre Bestellung bitte?!«
Ich lächelte die beiden Jungs vor der Theke an, so gut es eben ging. Mir war nicht nach Lächeln zumute, und die beiden Halbstarken sahen nicht so aus, als wären sie geeignet, meinen Tag ein bisschen schöner zu machen.
»Hm, weiß noch nicht«, murmelte der Dunkelhaarige der beiden und studierte die in großer Schrift über der Theke angebrachte Speisekarte, als würde er zum ersten Mal im Leben Fastfood essen. »Was meinst du?«, fragte er seinen Kumpel.
Der Blonde neben ihm zuckte die Schultern und deutete ein schmutziges Grinsen an. Ich kannte meine Pappenheimer inzwischen und wusste, was gespielt wurde. Die beiden waren auf Ärger aus. Das Essen war Nebensache.
»Keine Ahnung, ist eh nur Drecksfraß hier.«
Ich lächelte weiter, weil das von mir erwartet wurde. Ich brauchte das Geld, also musste ich irgendwie mit diesen Jungs umgehen. Wenn ich diesen Job verlor, weil die wertvolle und hochgeschätzte Kundschaft sich über mich beschwerte, konnte ich mich gleich vor ein Auto werfen.
»Ja, stimmt.« Der Dunkelhaarige grinste ebenfalls. »Aber die Schnalle da ist scharf.«
Er nannte mich »Schnalle« und redete so, als sei ich gar nicht da. Natürlich, man musste sich nur seine Kleidung und seine ganze Erscheinung mit manikürten Fingernägeln und perfektem Haarschnitt anschauen, um zu wissen, dass sowohl er als auch sein Freund aus guten Familien kamen, von Beruf Söhne waren und sich Menschen wie mir himmelweit überlegen fühlten. Es genügte nicht, dass dieser Job eine einzige Demütigung in alberner Uniform war, nein, ich musste täglich weitere Erniedrigungen hinnehmen.
»Die?« Der Blonde schaute seinen Freund ungläubig an. »Die ist doch total alt.«
Mein Lächeln gefror auf meinem Gesicht. Ich hatte gedacht, ich sei schon ganz unten gelandet, aber ganz offensichtlich ging es immer noch ein Stück tiefer.
»Was möchten Sie essen?«, sagte ich im hilflosen Versuch, die Situation wenigstens ein kleines Stück weit in den Griff zu bekommen. Aber die »Gäste« achteten nicht auf das, was ich sagte.
»Und sie sieht aus, als hätte sie einen Dildo in ihrem Arsch stecken.«
»Naja.« Der Dunkelhaarige zuckte die Schultern, als wollte er sich beim anderen entschuldigen. »Sie ist eine Milf, und da stehe ich drauf.«
Da hörte ich dieses Wort zum ersten Mal und hatte noch keine Ahnung, dass es in nicht allzu ferner Zukunft eine ganz spezielle Bedeutung für mich bekommen würde.
»Milf?«, fragte Blondie und spielte den Unwissenden, um seinen Beitrag zum Spiel meiner Demütigung zu leisten.
»Das ist die Abkürzung für ›Mom I’d Like to Fuck‹, Blödmann.« Der Dunkelhaarige, der gar nicht mal so übel aussah und ein echtes Sahneschnittchen gewesen wäre, wenn er nicht die Manieren eines Neanderthalers gehabt hätte, lachte. »Und diese Schnalle würde ich wirklich gerne ficken. Schau sie dir an, die ist doch dankbar, wenn’s ihr einer richtig besorgt.«
»Du bist echt pervers, Mann«, feixte sein Kumpel, und gleich darauf konnten sie sich beide kaum noch halten vor Lachen. »Wer fickt denn sowas?«
»Na, ich! Diese alten Weiber gehen im Bett ab wie die Knallfrösche. Die lassen sich sogar in den Arsch ficken ohne zu jammern.«
»Echt jetzt?«
»Im Ernst!«
Sie redeten sich in Rage, geilten sich an ihrer kleinen Show so sehr auf, dass ich mit mir selbst wettete, dass mindestens einer von beiden gleich die Toiletten aufsuchen würde, um sich einen runterzuholen. Mein gedemütigtes Gefühl verwandelte sich langsam in ein gewisses Amüsement. Ich dachte an John und daran, wie er mich damals nach Strich und Faden durchgefickt hatte. Und wenn ich mir dann die beiden Boys vor der Theke anschaute, war die Bezeichnung »Maulhelden« zutreffend. Mit John Parker konnten sie sicher nicht mithalten, und bei einer Frau wie mir, die diesen John Parker erlebt hatte, würden sie innerhalb von Minuten wie nasse Handtücher im Bett liegen und nach Luft japsen.
»Also, was darf’s denn nun sein?«, fragte ich nochmal, und diesmal war mein Lächeln echt – wenn auch etwas fies, weil ich daran dachte, wie ich die zwei Großmäuler mit meiner Möse und meinem Mund fertigmachen würde. Diese Gedanken waren mein Highlight des Tages. »Und bevor ihr eure Wahl trefft: Ich bin nur für echte Männer zu haben.«
Sie schauten mich etwas irritiert an, als ich sie anzwinkerte, und gaben dann brav ihre Bestellung auf. Ich packte ihnen die Burger und Fritten in eine Tüte und schaute ihnen hinterher, wie sie auf dem Parkplatz in einen Porsche stiegen, den sie sich sicher nicht erarbeitet hatten. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst war, dann musste ich zugeben, dass ich vor gar nicht allzu langer Zeit auch keinen einzigen Gedanken darauf verschwendet hätte, wo das Geld für meinen Wagen herkam – und ich hätte mir auch keine Gedanken um das Personal in einem Fastfood-Restaurant gemacht. So schnell konnten sich die Dinge ändern …
Milf.
So hatte mich der eine der beiden genannt. Dieses Wort ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Abgesehen davon, dass er mich als »alt« bezeichnet, »Schnalle« genannt und behauptet hatte, ich hätte einen Dildo im Arsch, erregte mich das Ganze ein bisschen. Zugegeben, ich hatte eine ganze Weile keinen Sex mehr gehabt, aber hatte ich in dieser Zeit wirklich etwas verpasst? Waren vielleicht gar nicht mehr die jungen Dinger angesagt, sondern Frauen meines Alters?
Mom I’d like to fuck … eine Mama, die ich gerne ficken würde.
Wer dachte sich nur solche Bezeichnungen aus?
Das Paar rechts neben meiner Wohnung stritt sich, dass es klang, als wollten sie sich gegenseitig umbringen. Das Paar links davon fickte, dass die Fetzen flogen. So war das hier in dieser extrem hellhörigen Wohnanlage: Es entging einem nichts. Auf der einen Seite wurde Action präsentiert, auf der anderen Seite Porno. Und ich war müde und wollte einfach nur schlafen, was unmöglich war, weil sich die Geräuschkulisse erfahrungsgemäß bis in die frühen Morgenstunden hinziehen würde.
Ich dachte daran, zu onanieren, um ein wenig Anspannung abzubauen. Irgendwie hatten mir die beiden Jungs heute Nachmittag gefallen. Sie hatten mich gedemütigt, natürlich, und das hatte mir wehgetan. Aber die Vorstellung, mit ihnen durch das Bett zu turnen und sie nach allen Regeln der geilen Kunst fertig zu machen, wie sie es mit ihren jungen Mädchen sicher nicht erleben würden, hatte einfach ihren Reiz. In meiner Phantasie zahlte ich ihnen ihre Fiesheit heim, und zwar mit Mund und Möse, bis ihre Schwänze schlaff und ihre Eier leer waren. Und dann würde ich erst richtig loslegen.
»Ich fick dir das Hirn aus dem Kopf!«, röhrte der Kerl links, untermalt vom Kreischen und Stöhnen der Frau, der er dieses Versprechen gab. Rechts nannte der Mann seine Freundin eine »verdammte Schlampe«, und irgendetwas ging lautstark zu Bruch.
Und ich wollte tatsächlich davon träumen, hübsche Jungs aus der Oberklasse zu verführen? Wo denn? Hier vielleicht, in dieser heruntergekommenen Bude? Da musste ich sie aber vorher mit sehr viel Rotwein abfüllen, und solche Mengen konnte ich mir wohl nicht leisten. Und das Onanieren klappte auch nicht. Bei diesem Lärm konnte ich mich nicht entspannen und meine Phantasie auf Reisen schicken.
Dass jetzt auch noch das Telefon klingelte, ruinierte den Abend vollständig. Nein, ich ging nicht ran. Wozu auch? Wahrscheinlich wollte sich jetzt wieder einmal jemand über den Krach beschweren, und ich musste ihm dann erst einmal klarmachen, dass nicht ich für die Ruhestörung verantwortlich war. Der Anrufer ließ es lange klingeln. Viel zu lange für einen, der sich nur beschweren wollte.
Meine Neugierde siegte. Ich hob ab.
»Hallo?«, meldete ich mich, ohne meinen Namen zu nennen.
»Mrs Parker?«, hörte ich vom anderen Ende der Leitung eine Stimme, die ich aufgrund der Geräuschkulisse in meiner Wohnung nicht eindeutig erkennen konnte.
»Ja?«
»Arthur Boyd hier. Tut mir leid, ich wollte nicht ihre Party stören.«
»Party? Wieso … Nein, das sind die Nachbarn. Hier hat man es nicht so mit der Rücksichtnahme.«
Warum um alles in der Welt rief mich mein Anwalt, den ich mir sowieso nicht leisten konnte, so spät am Abend noch an? Wollte er mir vielleicht erklären, was mir alles blühen würde, wenn ich sein Honorar nicht zahlte?
»Verstehe«, antwortete er. Nein, ich war mir sicher, er verstand es nicht. Ich lebte hier in einer anderen Welt als er – in einer Welt, von der ich vor Kurzem nicht einmal wusste, dass sie existierte. »Haben Sie schon zu Abend gegessen, Mrs Parker?«
Ich fragte mich, warum ihn das interessierte, antwortete aber wahrheitsgemäß mit »Nein«.
»Darf ich Sie zum Essen einladen?«
»Wann?«
»Jetzt.«
Es verschlug mir die Sprache, und ich brauchte ein paar Sekunden, um im Kopf alles zusammenzusetzen: Mein Anwalt, den ich nicht bezahlen konnte, rief mich in meinem ganz persönlichen Irrenhaus an, um mich am Abend sofort zum Essen einzuladen. Das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen!
»Warum?«, wollte ich wissen.
»Weil ich eventuell eine geschäftliche Möglichkeit für Sie habe und darüber persönlich mit Ihnen sprechen will.«
Er sprach von »eventuell« und einer »Möglichkeit«, und das war nicht sehr konkret. Hätte sich mein Mann, der Multimillionär John Parker, dem alles gelang, auf ein solches Geschäft eingelassen? Sicher nicht. Aber John Parker musste auch nicht jeden Penny dreimal umdrehen und hatte nicht jeden Tag neu um sein Überleben zu kämpfen.
Was hast du schon zu verlieren?, dachte ich mir. Zumindest konnte ich mir anhören, was Arthur Boyd vorzuschlagen hatte. Ablehnen konnte ich schließlich immer noch.
»Sind Sie noch da, Mrs Parker?«, riss er mich aus meinen Überlegung.
»Ja,« antwortete ich rasch. »Ich habe nur kurz nachgedacht.«
»Was gibt es da nachzudenken?«, fragte er mit hörbar amüsierter Stimme. »Ich mache Ihnen bei einem guten Essen ein gutes Angebot. Das einzige, worüber Sie jetzt nachdenken sollten, ist, was Sie zu unserer kleinen Verabredung anziehen werden.«
Er brachte mich zum Lachen. Immerhin etwas. Es war schon eine Weile her, seit ich zum letzten Mal Grund zum Lachen hatte. Und er hatte recht: Was gab es da lange zu überlegen?
»Wohin soll ich kommen, Mr Boyd?«
»Mein Fahrer wartet in einer halben Stunde vor Ihrem Wohnhaus«, antwortete er. Ich bekam eine kleine, wohlige Gänsehaut. Er schickte seinen Fahrer, und der würde sicherlich nicht mit einem Kleinwagen auftauchen. Es war fast ein bisschen wie vor nicht allzu langer Zeit, als ein Leben mit solch kleinen Details selbstverständlich für mich war.
»Und, Mrs Parker?«
»Ja?«
»Ziehen Sie sich angemessen an!« Die kleine Pause zwischen seinen Worten folgte einem perfekten Timing. Er wusste genau, welche Zahnrädchen er mit diesem Hinweis auf meine Bekleidung in meinem Kopf in Bewegung setzte, bevor er ergänzte: »In jeder Hinsicht!«
Dann legte er auf. Ich hatte also eine halbe Stunde. Im Grunde viel zu wenig Zeit, um mich zurechtzumachen, aber ich konnte es schaffen. Was sollte ich anziehen? Das kleine Schwarze war passend zu jeder Gelegenheit, und Mr Boyd würde mich sicher nicht gerade im Burger Palace treffen wollen, sondern eher in einem Restaurant der gehobenen Klasse. Nein, das kleine Schwarze war zu phantasielos. Wie ein bunter Paradiesvogel wollte ich jedoch auch nicht erscheinen, also ließ ich rote und hellblaue Kleider außer Acht und entschied mich schließlich für ein hellgraues Designerkostüm mit Bleistiftrock, das mir wie angegossen passte, meinen Körper schön akzentuierte, ohne aufdringlich oder gar vulgär zu wirken.
»In jeder Hinsicht« hatte der Anwalt gesagt, und ich ahnte, was er damit meinte. Wenigstens hatte ich noch all meine Kleider, meine Schuhe, meine Wäsche und meine Dessous, denn damit konnte John ja nichts anfangen. Also wählte ich gewissenhaft dezente Spitzenunterwäsche und halterlose schwarze Strümpfe aus, um mein Erscheinungsbild mit eleganten, aber recht dezenten Pumps abzurunden. Alles musste perfekt sein!
»Was tust du da, Elisabeth?«, fragte ich mein Spiegelbild, als ich meine Haare in Form brachte und mich eilig schminkte. Wenn ich »in jeder Hinsicht« angemessen gekleidet sein sollte, hatte Arthur Boyd womöglich Absichten, die voraussetzten, dass ich mein Kostüm auszog und mich ihm nackt oder zumindest in Dessous präsentierte.
Nein, das konnte ich mir nicht vorstellen. Mr Boyd war mit Mitte sechzig etwas älter als John, wirkte jedoch weit seriöser als mein Noch-Mann. Aber wer konnte schon wissen, was in ihm vorging? John war schließlich auch außen hui, innen pfui! Um die Affären abzuzählen, die er während unserer Ehe gehabt hatte, reichten die Finger meiner beiden Hände nicht. John hatte alles gevögelt, was einen Rock trug und bei drei nicht auf den Bäumen war. Und das tat er immer noch! Warum sollte also Arthur Boyd aus anderem Holz geschnitzt sein?
Ich trug einen hauchfeinen Lidstrich auf und betonte meine Augen damit, bevor ich mir Gedanken um den passenden Lippenstift machte. Vielleicht wollte Mr Boyd einfach nur vögeln und der geschäftliche Vorschlag war nur ein Köder, um mich zum Treffen zu locken. Ich seufzte. Na, wenn schon! Ich hatte nichts zu verlieren. Immerhin würde ich etwas Anständiges zu essen bekommen, und ich kam aus diesem Irrenhaus heraus, in dem ich keine Ruhe finden konnte. Es gab schlechtere Möglichkeiten, einen Abend zu verbringen.
Ich schaute nach exakt einer halben Stunde aus dem Fenster, und dort unten vor der Haustür stand tatsächlich eine Limousine, die nur von Arthur Boyd kommen konnte. Normalerweise wäre ein solcher Wagen hier in dieser Gegend binnen Minuten in seine Einzelteile zerlegt oder zumindest gestohlen worden. Aber der gutgekleidete Mann, der geduldig wartend daneben stand, war vermutlich nicht nur Chauffeur, sondern auch Bodyguard. Sogar von hier oben aus konnte ich erkennen, dass alleine schon seine Erscheinung jedem Burschen mit unlauteren Gedanken klarmachte: »Denk nicht mal dran!« Zugegeben, ich war beeindruckt. Solche Dinge waren Teil meines Lebens gewesen. Und vielleicht bot sich mir gerade die Chance, dass sie es wieder wurden.
»Guten Abend, Mrs Parker«, begrüßte mich der hünenhafte Fahrer, der etwa im Alter meines Sohnes Marc sein musste, mit einem freundlichen Lächeln und einer angedeuteten Verbeugung, als ich aus dem Haus kam. Er öffnete mir die hintere Wagentür, und ich bedankte mich höflich, ließ mich genüsslich auf den Rücksitz sinken, der weit bequemer war als meine durchgesessene Couch, und hörte, wie mein Herz laut und schnell klopfte.
Ich war so nervös, dass ich es nicht einmal wagte, mit dem ebenso gutaussehenden wie schweigsamen Chauffeur eine Unterhaltung zu beginnen, um von ihm vielleicht etwas über Mr Boyds Pläne erfahren zu können. »Planung und Vorbereitung ist alles«, pflegte John immer zu sagen, wenn es um Geschäfte ging. Nun, mir blieb nichts anderes übrig, als ins kalte Wasser zu springen.
»Sie sehen bezaubernd aus«, sagte Arthur Boyd mit einem strahlenden Lächeln und erhob sich von seinem Stuhl, als ich an seinen Tisch trat und darauf wartete, dass der Kellner mir meinen Stuhl zurechtrückte, wie es in Restaurants dieser Klasse üblich war. Mein Anwalt küsste mir sogar formvollendet die Hand. Innerhalb weniger Sekunden hatte ich das Gefühl, dass mein ganzer Abstieg und all die Niederlagen und Demütigungen der vergangenen Wochen nichts weiter als ein böser Traum gewesen sein konnten.
Es entging mir allerdings auch nicht, dass Mr Boyd seine Blicke auf Wanderschaft schickte, mit seinen Augen blitzschnell meine Brüste, meinen Po, meine Beine und den ganzen Rest meiner Anatomie taxierte, als würde er eine Bestandsaufnahme machen.
»Es freut mich außerordentlich, dass Sie es einrichten konnten, meine Einladung so spontan anzunehmen«, sagte er.
»Ich danke Ihnen für die Einladung«, antwortete ich mit ausgesuchter Höflichkeit, während ich mir dachte, dass mein Kommen nichts mit »Einrichten können« zu tun hatte, denn meine Termine waren sehr überschaubar, und ich hatte an diesem Abend nichts vorgehabt. Ich fragte mich nur, was Boyd im Sinn hatte und warum er es so verdammt spannend machte.
