Miss Braitwhistle 1. Die fabelhafte Miss Braitwhistle - Sabine Ludwig - E-Book + Hörbuch

Miss Braitwhistle 1. Die fabelhafte Miss Braitwhistle E-Book

Sabine Ludwig

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Beschreibung

Sabine Ludwig in Bestform - jetzt wird die Schule auf den Kopf gestellt! Die 4a ist an der ganzen Schule berüchtigt: A wie Albtraum wird sie von allen genannt. Kein Wunder also, dass die Klassenlehrerin Frau Taube kurz vor dem Nervenzusammenbruch steht. Da kommt die neue Austauschlehrerin aus England wie gerufen. Miss Braitwhistle übernimmt den Unterricht und stellt alles auf den Kopf: Das Nachsitzen wird zur Flugstunde, ein Pferd kommt zum Tee und mitten im Sommer beginnt es zu schneien. Da ist sich die Chaos-Klasse einmal einig: Miss Braitwhistle ist einfach fabelhaft! Eine moderne Mary-Poppins-Geschichte, zauberhaft und mit großem Sprachwitz erzählt.

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1. KAPITEL

Frau Taube bekommt einen Nervenzusammenbruch

Ich mag unsere Schule, obwohl sie schon ganz alt ist. Es gibt zwei Eingänge, über dem einen steht Jungen, über dem anderen Mädchen, aber es ist immer nur der für die Mädchen geöffnet, und natürlich gehen auch wir Jungs da durch, obwohl mein Freund Aki sich mal eines Morgens auf die Treppe gesetzt und gesagt hat: »Ich weigere mich, durch eine Tür zu gehen, über der ›Mädchen‹ steht.« Das war aber nur, weil wir an diesem Tag eine Grammatikarbeit schreiben sollten, und wenn Aki ein Fach nicht leiden kann, dann ist es Grammatik. Er hatte aber nicht mit Herrn Pommerenke gerechnet, das ist unser Hausmeister. Der ist gekommen, hat sich Aki einfach unter den Arm geklemmt und ist mit ihm die Treppe hoch und durch die Tür. In die Klasse hat sich Aki aber nicht von ihm tragen lassen, das wäre ihm dann doch zu peinlich gewesen.

Außer Herrn Pommerenke gibt es nur noch einen Mann an unserer Schule, nämlich Herrn Fischli, das ist der Direktor. Herr Fischli ist Schweizer, daher hat er seinen lustigen Namen, er selbst ist aber überhaupt nicht lustig. Meine Mutter wundert sich immer, wie einer freiwillig aus der Schweiz nach Deutschland kommen kann, wo in der Schweiz doch alles viel größer, schöner und leckerer ist als bei uns: die Berge, die Häuser und die Schokolade. Vor allem die Schokolade. Aber Annalisa meint, die Frau von Herrn Fischli sei von der Schweizer Schokolade so dick geworden, dass sie nicht mehr laufen konnte, und die einzige Rettung für sie sei gewesen, in ein Land zu ziehen, wo es keine so gute Schokolade gibt. Also richtig schlecht ist unsere Schokolade ja nun auch wieder nicht.

Hugo sagt, das sei sowieso alles Quatsch, Herr Fischli ist zu uns gekommen, weil er eine Allergie gegen Berge hat. Und Hugo muss es wissen, der hat nämlich auch eine Allergie, und zwar gegen fast alles. Wenn Herr Fischli allergisch gegen Berge sein sollte, ist er bei uns genau richtig, denn Berge gibt’s hier keine. Aber irgendwie scheint Herr Fischli der Schweiz doch nachzutrauern, denn keiner von uns hat unseren Direktor je lachen sehen. Und lächeln tut er nur, wenn er bei der Einschulungsfeier die Eltern von den neuen Kindern begrüßt, aber es sieht immer so aus, als täte es ihm weh.

Außer Herrn Fischli, der nicht nur der Direktor, sondern auch Sport- und Mathelehrer ist, gibt es nur Lehrerinnen an der Schule. Vielleicht hat Herr Fischli deshalb nichts zu lachen.

Die älteste ist Frau Klawitter, unsere Musiklehrerin. Als wir die erste Stunde bei ihr hatten, hat sie gesagt: »Ich bin Frau Klawitter. Meinen Namen könnt ihr euch ganz leicht merken: Klavier, auf dem spiele ich, und Gewitter gibt’s, wenn ihr euch nicht anständig benehmt.«

Ich glaube nicht, dass wir uns jemals in einer Musikstunde anständig benommen haben, trotzdem warten wir vergeblich auf das Gewitter.

Frau Klawitter sitzt immer mit dem Rücken zu uns am Klavier, spielt etwas vor und wir sollen die Noten aufschreiben. Das kann keiner von uns, nicht mal Clemens, dabei kann der sonst alles, sogar Klavierspielen. Anstatt also Noten aufzuschreiben, machen wir alles Mögliche, aber sie merkt es nie, sondern fragt andauernd: »Seid ihr so weit? Habt ihr’s?« Aber bevor einer antworten kann, spielt sie schon weiter.

Eine ganze Zeit lang haben wir uns gewundert, warum sie nicht mitkriegt, was wir hinter ihrem Rücken treiben, bis Pauline gesehen hat, dass sie am Anfang der Stunde immer an ihrem Ohr rumfummelt. Das macht ihr Opa auch oft, und jetzt wissen wir, dass Frau Klawitter ein Hörgerät hat, das sie jedes Mal abstellt, wenn sie bei uns Unterricht hat.

Unsere Klassenlehrerin heißt Frau Taube, und ihre Ohren sind ganz in Ordnung, obwohl sie immer meint, dass sie von unserem Geschrei noch taub wird. Wir haben dann eine Zeit lang »Frau Taub« zu ihr gesagt statt »Frau Taube«. Das fand sie aber gar nicht lustig.

»Wenn ich einen Nervenzusammenbruch bekomme, dann seid ihr schuld!«, sagt sie oft. Oder: »So eine schreckliche Klasse hatte ich noch nie. Der reinste Albtraum!«

Wir nehmen das nicht ernst, denn Hennis großer Bruder hatte sie auch schon und da hat sie genau dasselbe gesagt. Man muss aber zugeben, dass Frau Taube wirklich schwache Nerven hat, denn als Aki neulich in der Deutschstunde einen Chinaböller angezündet und ihr unter den Stuhl geworfen hat, ist sie schreiend aufgesprungen und aus der Klasse gerannt.

Wir haben dann allein weitergemacht. Pauline hat so getan, als sei sie die Lehrerin und wie wild mit dem Zeigestock rumgefuchtelt. Annalisa wollte auch Lehrerin sein, aber Pauline wollte ihr den Zeigestock nicht geben. Sie hat am einen Ende gezerrt und Annalisa am anderen. Pauline ist das größte Mädchen der Klasse, aber Annalisa hat die spitzesten Schuhe. Sie hat versucht, Pauline damit in den Bauch zu treten, aber das ging nicht, denn dann hätte sie ja den Zeigestock loslassen müssen. Wir haben schon Wetten abgeschlossen, wer gewinnt, nur Max nicht, der hat schnell ein paar von Paulines Schokodrops geklaut, von denen sie ihm nie was abgeben will. Es stand die ganze Zeit unentschieden, und schließlich ist Aki gekommen und hat den Zeigestock in der Mitte durchgebrochen. Was natürlich gut war, weil Pauline und Annalisa nun jede einen eigenen hatten. Aber genau in diesem Augenblick kam Herr Fischli in die Klasse und sah noch trauriger aus als sonst. Er wurde auch nicht fröhlicher, als er ein Trinkpäckchen an den Kopf bekam, das Henni eigentlich in den Papierkorb neben der Tür werfen wollte. Immerhin war es fast leer und es ist auch nur ein bisschen Saft rausgespritzt.

Herr Fischli hat sich den Saft von der Stirn gewischt und gefragt, wo unsere Lehrerin ist.

Hugo hat sich gemeldet. »Frau Taube hat gemeint, sie bekommt gleich einen Nervenzusammenbruch, und ist rausgegangen.«

»Aha«, hat Herr Fischli gesagt. »Dann nehmt jetzt bitte eure Hefte und schreibt –«

Er konnte nicht sagen, was wir schreiben sollten, denn Frau Taube ist zurückgekommen. Sie war immer noch rot im Gesicht, aber als sie den Direktor gesehen hat, wurde sie weiß.

»Entschuldigen Sie bitte, ich wollte nur … ich musste …«

»Aufs Klo!«, rief Aki laut. Und die ganze Klasse hat gelacht. Nur nicht Herr Fischli und Frau Taube auch nicht.

»Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass am Montag der Schulinspektor kommt und in der ersten Stunde am Unterricht der 4a teilnehmen möchte«, hat Herr Fischli gesagt, und Frau Taube ist noch weißer geworden. Sie hat sich am Pult festgehalten, und wir dachten, gleich fällt sie um. Aber Herr Fischli hat ein Glas genommen, es mit Wasser gefüllt und ihr gegeben. Es war zwar ein Tuschglas und nicht ganz sauber, aber sie hat es trotzdem getrunken.

Herr Fischli ist dann schnell gegangen, ich glaube, er hatte keine Lust auf eine ohnmächtige Frau Taube.

»Was ist ein Schulinspektor?«, hat mich Aki gefragt.

»Ist der von der Polizei?«, wollte Max wissen und hatte ganz dicke Backen von den geklauten Schokodrops.

»Von der Schulpolizei«, hat Hugo gesagt. »Und der wird euch alle verhaften.«

Max hat sich vor Schreck verschluckt und so gehustet, dass die Schokodrops in alle Richtungen flogen und einer Aki an den Kopf. Dafür wollte Aki Hugo eins auf die Nase geben, denn der war ja schuld, aber Hugo hat seine Brille festgehalten und gesagt: »Das erzähle ich am Montag alles dem Inspektor und dann kommt ihr ins Gefängnis.«

Frau Taube hat gar nichts mehr gesagt, sondern wie eine Verrückte die Tafel gewischt, obwohl eigentlich Molly Tafeldienst hatte, aber die ist so klein, dass sie die Tafel immer nur zur Hälfte wischen kann. Molly hat eine Zwillingsschwester, die heißt Polly. Die beiden sehen sich aber überhaupt nicht ähnlich. Molly ist klein und dick und Polly ist groß und dünn. Trotzdem haben sie immer das Gleiche an. Aber nur aus Angst, die eine könnte was haben, was die andere nicht hat. Einmal hatte Polly ein Loch in ihrem Socken, da hat Molly so lange mit dem dicken Zeh in ihrem Strumpf gebohrt, bis sie auch eins hatte. Wir nennen Molly und Polly die Puppenzwillinge, weil sie immer ihre langweiligen Puppen dabeihaben. Die Puppen haben auch immer das Gleiche an.

»Ist der Inspektor nett?«, hat Polly gefragt.

»Genau, ist der Inspektor nett?«, wollte auch Molly wissen. Sie sagen auch immer das Gleiche.

»Der ist bestimmt nicht nett«, hat Hugo gesagt. »Der ist ja von der Polizei und da darf man nicht nett sein.«

Wir haben überlegt, ob der Schulinspektor vielleicht Handschellen mitbringt oder einen Revolver. Auf jeden Fall haben wir uns richtig auf den Montag gefreut.

Frau Taube aber nicht.

2. KAPITEL

Hugo hängt fest

Am Montag waren wir alle sehr aufgeregt, weil ja der Inspektor von der Schulpolizei kommen sollte.

Als ich mit Aki in die Schule kam, stand direkt hinter der Tür Herr Pommerenke mit einem Lappen.

»Füße hoch!«, rief er, und wir mussten ihm unsere Sohlen hinhalten, damit er sie abwischen konnte.

Der Boden war so blank, dass man sich fast drin spiegeln konnte. Und er war auch glatt wie ein Spiegel. Aki hätte fast die Leiter umgerissen und mit der Leiter Herrn Fischli, denn der stand drauf und nagelte ein Schild übers Lehrerzimmer, auf dem Lehrer- und Lehrerinnenzimmer stand.

Für uns war das Schild sicher nicht gedacht, denn wir wissen ja, wo das Lehrerzimmer ist und unsere Lehrerinnen natürlich auch, es konnte also nur für den Inspektor sein. Herr Fischli hatte bestimmt Angst, der könnte sich sonst verlaufen. Vielleicht hatte er das ja auch schon, denn ein Polizist war nirgendwo zu sehen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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