Miss Nimmersatt -  Folge 5 - Emma Hamilton - E-Book

Miss Nimmersatt - Folge 5 E-Book

Emma Hamilton

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2,99 €

Beschreibung

Folge 5. SINGLE IN SIZILIEN: Frisch getrennt und wild entschlossen, vorerst Single zu bleiben, macht Mia sich auf den Weg nach Sizilien, um für ihr Buch zu recherchieren. Aber werden der Charme ihres Fremdenführers und die Köstlichkeiten der sizilianischen Küche ihren Appetit auf Liebe und Romantik vielleicht doch wieder wecken? Mias Reiseroute: Beirut - London- Palermo - ein Anwesen zwischen Trapani und Marsala; Mit Rezepten zum Nachkochen und Genießen, in dieser Folge: Noors Hummus - Mias "Kibbeh Kofta". "Miss Nimmersatt" ist der Name von Mia Maxwells Food-Blog und einer Serie über die Jagd nach den besten Rezepten auf der ganzen Welt, verfeinert mit einer guten Prise Liebe. Mia Maxwell liebt Essen! Ob liebliche Lavendelwolken- oder würzige Kürbis-Cupcakes, Röstfisch mit Meerfenchel nach Cornwall-Art, vietnamesische Nudelsuppen mit Chili und Koriander, sizilianische Pasta alla Norma, libanesisches Hummus mit grasgrünem Olivenöl oder bodenständiges Londoner Pub-Essen, sie liebt es so sehr, dass sie es zu ihrem Beruf gemacht hat. Und auf den ersten Blick ist alles perfekt gelaufen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Lizzie, die ein Café betreibt, wohnt sie im trendigen Ostlondon. Tagsüber widmet Mia sich ihrer eigenen Food-PR-Firma, und abends schreibt sie den Food-Blog "Miss Nimmersatt", der immer mehr Leser anzieht. Inspiration für ihren Blog bekommt sie auf den zahlreichen Reisen um die ganze Welt, die sie mit ihrem Freund Paul, einem Banker, unternimmt. Doch Mias Hunger (auf gutes Essen, Liebe und auf das Leben) ist trotzdem nicht gestillt, und als sie nach Cornwall fährt, um ein Food-Festival zu organisieren, ahnt sie nicht, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt werden wird. Für Fans von "Chocolat", "Julie & Julia" und "Eat Pray Love". Emma Hamilton ist das Pseudonym einer englischsprachigen Journalistin und Schriftstellerin. Sie hat als Produzentin und Reporterin für das BBC und die Deutsche Welle gearbeitet und für verschiedene Magazine und Zeitungen geschrieben, u.a. The Guardian, Mail on Sunday oder Italy Magazine. Sie hat an vielen Serien und Dokumentationen mitgearbeitet, u.a. an einer über Essenskultur auf der ganzen Welt. Sechs Jahre lang lebte und arbeitete sie in Italien, im Libanon, in Äthiopien, den USA, Frankreich, Deutschland, Russland und Kamerun. Emma liebt Yoga, Laufen, Gartenarbeit und verbringt ihre Zeit gerne zu Hause mit ihrem Mann, Freunden und Familie - und gutem Essen.

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Seitenzahl: 126

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Inhalt

Cover

Miss Nimmersatt – Die Serie

Über diese Folge

Über die Autorin

Titel

Impressum

Single in Sizilien

Die Rezepte zu dieser Folge

In der nächsten Folge

Miss Nimmersatt – Die Serie

Mia Maxwell liebt Essen! Ob liebliche Lavendelwolken- oder würzige Kürbis-Cupcakes, Röstfisch mit Meerfenchel nach Cornwall-Art, vietnamesische Nudelsuppen mit Chili und Koriander, sizilianische Pasta alla Norma, libanesisches Hummus mit grasgrünem Olivenöl oder bodenständiges Londoner Pub-Essen, sie liebt es so sehr, dass sie es zu ihrem Beruf gemacht hat. Und auf den ersten Blick ist alles perfekt gelaufen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Lizzie, die ein Café betreibt, wohnt sie im trendigen Ostlondon. Tagsüber widmet Mia sich ihrer eigenen Food-PR-Firma, und abends schreibt sie den Food-Blog »Miss Nimmersatt«, der immer mehr Leser anzieht. Inspiration für ihren Blog bekommt sie auf den zahlreichen Reisen um die ganze Welt, die sie mit ihrem Freund Paul, einem Banker, unternimmt. Doch Mias Hunger (auf gutes Essen, Liebe und auf das Leben) ist trotzdem nicht gestillt, und als sie nach Cornwall fährt, um ein Food-Festival zu organisieren, ahnt sie nicht, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt werden wird.

Über diese Folge

FOLGE 5: SINGLE IN SIZILIEN

Frisch getrennt und wild entschlossen, vorerst Single zu bleiben, macht Mia sich auf den Weg nach Sizilien, um für ihr Buch zu recherchieren. Aber werden der Charme ihres Fremdenführers und die Köstlichkeiten der sizilianischen Küche ihren Appetit auf Liebe und Romantik vielleicht doch wieder wecken?

Über die Autorin

Emma Hamilton ist das Pseudonym einer englischsprachigen Journalistin und Schriftstellerin. Sie hat als Produzentin und Reporterin für das BBC und die Deutsche Welle gearbeitet und für verschiedene Magazine und Zeitungen geschrieben, u.a. The Guardian, Mail on Sunday oder Italy Magazine. Sie hat an vielen Serien und Dokumentationen mitgearbeitet, u.a. an einer über Essenskultur auf der ganzen Welt. Sechs Jahre lang lebte und arbeitete sie in Italien, im Libanon, in Äthiopien, den USA, Frankreich, Deutschland, Russland und Kamerun. Emma liebt Yoga, Laufen, Gartenarbeit und verbringt ihre Zeit gerne zu Hause mit ihrem Mann, Freunden und Familie – und gutem Essen.

Emma Hamilton

Miss Nimmersatt

Folge 5: Single in Sizilien

BASTEI ENTERTAINMENT

Digitale Originalausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Copyright © 2015 by Bastei Lübbe AG, Köln

Autorin: Emma Hamilton

Titel der englischen Originalausgabe: »Greedily Yours«

Übersetzung aus dem Englischen: Sabine Schilasky

Textredaktion: Sandra Lode

Covergestaltung: Kelly Gold

Unter Verwendung von Motiven von © Shutterstock.com: alicedaniel|graphixmania| bel_ka|tachyglossus| Spirins|Yunna

E-Book-Erstellung: Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-7325-0750-4

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

»Mia«, sagte Noor, die in die Küche kam. Dort saß Mia mit ihrem Laptop am Tisch und tippte eifrig in ihren Blog, um all die verblüffenden Gerichte festzuhalten, die sie im Libanon gegessen hatte. Gleichzeitig lud sie ein Dutzend Fotos hoch. »So früh hatte ich gar nicht mit dir gerechnet. Ich wollte gerade einen Kaffee trinken. Möchtest du auch einen?«

Selbst nachdem sie gerade erst aufgestanden war, schaffte Noor es, verblüffend elegant auszusehen, wie Mia feststellte. Sie selbst hingegen war noch unfrisiert und hatte lediglich einen Pulli über ihren Pyjama gezogen, um sich nicht völlig unbekleidet zu fühlen. Schließlich war sie hier nicht zu Hause.

»Lass dich bitte nicht von mir stören, und mach ruhig weiter. Ich kenne das Gefühl, wenn man unbedingt schreiben muss«, sagte Noor lächelnd und holte Kaffeetassen aus dem Schrank. Im nächsten Moment erschien Nadia, die immerhin ein klein wenig verschlafener aussah als ihre Arbeitgeberin. Ungefragt übernahm sie es, Kaffee für alle drei zu kochen. Noor und Nadia wechselten leise einige Sätze auf Arabisch, während Mia weiterschrieb.

»Ja, danke, ich hätte gern einen Kaffee«, antwortete sie und sah von der Bildunterschrift auf, die sie gerade tippte. »Und keine Sorge, ihr stört mich absolut nicht. Ich bringe bloß meinen Blog auf den neuesten Stand. Das ist leider noch kein literarisches Meisterwerk, auch wenn ich hoffe, dass es mit dem Schreiben des Buches leichter wird, wenn ich meinen Blog konsequent weiterführe.« Mia grinste unsicher.

»Trotzdem lassen wir dich in Ruhe, wenn du lieber erst fertigschreiben willst«, sagte Noor, die anscheinend nur mittels Nicken und Augenbewegungen mit Nadia kommunizieren konnte, was die Gestaltung des Frühstücks betraf.

»Nein, ist schon gut. Ich konnte nicht schlafen, und da dachte ich, ich sollte versuchen, etwas Produktives zu tun. Aber ganz ehrlich hätte ich lieber Gesellschaft«, sagte Mia und rieb sich zur Bestätigung ihrer Worte schläfrig die Augen.

Noor nickte und zog die Brauen ein wenig hoch, als wollte sie sagen: »Ich weiß, was du meinst …«

Nadia zog sich diskret zurück, und Noor fuhr mit dem Kaffeekochen fort. Sie häufte frisch gemahlene Bohnen in einen Kupfertopf mit langem Stiel und einem eleganten Ausguss. Dann hielt sie den Topf vorsichtig über die Gasflamme, was Mia ein bisschen an die äthiopische Kaffeezeremonie erinnerte, bei der die Flüssigkeit ebenfalls sorgsam unter dem Siedepunkt gehalten wurde. Das satte Aroma füllte die kleine Küche.

»Alles okay, Mia? Seit wir gestern aus den Bergen zurückgekommen sind, wirkst du ein wenig zerstreut«, sagte Noor, ohne von dem Kaffeetopf aufzublicken.

»Ja, ich habe gestern und letzte Nacht viel nachgedacht, aber heute Morgen fühle ich mich viel besser, weil ich tatsächlich zu einem Entschluss gekommen bin«, antwortete Mia strahlend.

»Lass mich raten. Geht es um Beziehungsprobleme?«, fragte Noor. Offenbar übertraf sie noch Lizzie, wenn es darum ging, sich wie ein Terrier zu verbeißen.

»Bin ich so leicht zu durchschauen?«, kicherte Mia.

Noor grinste und verzog das Gesicht. »Na ja, im Allgemeinen nehmen diese Probleme auf die eine oder andere Art einen Großteil unserer Zeit in Anspruch, oder? Natürlich musst du mir nichts erzählen, aber falls du jemanden zum Reden brauchst, solange du hier bist, bin ich für dich da.«

Mehr sagte sie nicht, sondern goss den Kaffee ein, wobei sie den Topf an dem langen dünnen Griff hoch über die Espresso-Tassen hielt. Statt hineinzufließen, glitt die Flüssigkeit eher wie Sirup in die kleinen weißen Tassen.

»Tja, du hast recht, Noor«, begann Mia. »Ich habe die halbe Nacht über Männer nachgedacht, die irgendwie in meinem Leben sind oder waren.«

Nachdem sie den Topf abgestellt hatte, legte Noor eine zierliche Hand auf Mias Unterarm. »Schon gut, Mia. Du kannst es mir erzählen, wenn du deinen Kaffee getrunken hast. Ich möchte mich nicht davon beeinflussen lassen, wenn ich in deinem Kaffeesatz lese. Du weißt doch, dass wir Libanesen Experten im Kaffeesatzlesen sind, nicht wahr?«

Mia lachte. »Oh, das ist genial für mein Buch! Und nein, das wusste ich nicht, aber ich lasse mir gern die Zukunft voraussagen, also freue ich mich schon darauf.« Tatsächlich freute sie sich gleich doppelt: Eine Weissagung aus dem Kaffeesatz wäre super für ihr Buch, und sie könnte ihr den nötigen Schubs geben, den sie brauchte, um bei ihrem neuen »Männerplan« zu bleiben. Zwar hatte sie das Gefühl, dass ihre Entscheidung die richtige war, doch eine übernatürliche Erklärung ihres Dilemmas konnte gewiss nicht schaden.

Mia und Noor tranken schweigend und genossen das Aroma von Kardamom und Kaffee, das aus ihren Tassen aufstieg, während sie Sesamkekse aßen. Als Mia ausgetrunken hatte, nahm Noor ihr die Tasse ab. »Ich fange an, und dann erzählst du mir, wie dein Plan aussieht – so herum macht es mehr Spaß«, sagte sie, bevor sie die Augen schloss, die Tasse auf der Untertasse umdrehte und sie einige Male schwenkte.

Mia musste sich ein Kichern verkneifen. Niemals hätte sie gedacht, dass die elegante Noor nebenher Amateur-Wahrsagerin war. Der Kaffeerest trocknete ein wenig, und Mia konnte bloß dunkelbraune Wirbel auf der Untertasse und am Tassenboden erkennen. Noor schien derweil mit irgendeiner höheren Macht Zwiesprache zu halten, bevor sie auf die braunen Schlieren blickte.

»Du hast von Männern gesprochen, Mia, und ich dachte, dass du Männer allgemein meinst, aber hier sehe ich, dass es zwei Männer gibt«, sagte Noor und blickte von der Untertasse auf.

Mia schnappte nach Luft und beugte sich interessiert vor, um zu sehen, ob sie irgendetwas in dem Kaffeesatz erkennen konnte. »Hm«, machte sie nickend.

»Ja, es ist keine leichte Wahl, jedenfalls nicht für dich, obwohl andere es ganz anders sehen könnten«, fuhr Noor nachdenklich fort. »Den einen Mann kennst du länger; er hat dich verletzt, aber es gibt noch Ungeklärtes zwischen euch. Der andere …« Noor hielt inne und sah genauer hin. »Es ist schwer zu sagen, was seine Absichten sind. Sie liegen unter einigen Schichten von etwas verborgen, Narben vielleicht. Es kann sein, dass auch er verletzt wurde und Angst hat, sich auf Neues einzulassen.«

»Von früheren Verletzungen weiß ich nichts, aber ansonsten fasst das meine Situation ziemlich treffend zusammen, würde ich sagen. Mein Gott, Noor, du bist ein Genie!« Mias Strahlen verwandelte sich in ein Kichern, als sie sich ausmalte, wie Lizzie stöhnen würde, wenn sie ihr erzählte, dass sie noch eine weise Frau gefunden hatte, der sie ihre lebenswichtigen Entscheidungen anvertraute. »Und was denkst du, soll ich tun?«, fragte Mia aufgeregt.

»Ah«, sagte Noor. »Hast du nicht gesagt, dass du dich bereits entschieden hast?«

»Na ja … ja. Ich meine, ich dachte, dass ich eine Entscheidung getroffen habe. Also, das hatte ich«, murmelte Mia. »Aber wenn du so viel in einer Kaffeetasse siehst, lass mich noch eine trinken. Dann fällt dir garantiert ein viel besserer Plan ein als der, den ich habe.«

»Sicher weißt du, dass es so nicht funktioniert«, erwiderte Noor. »Also, erzähl mir, was du vorhast.«

»Tja, der Plan war, dass ich ein bisschen resoluter werden muss, wenn ich wieder in London bin. Dass ich nicht hinter einem von den beiden herjage oder noch mehr Zeit damit verbringe, über sie nachzudenken, es sei denn, sie tun etwas, das meine Gedanken oder meine Zeit verdient. Ich darf nicht mehr diejenige sein, die abwartet, dass Männer sich für sie entscheiden. Wenn es eines gibt, was mich die Sache mit Paul gelehrt hat – übrigens waren wir vier Jahre zusammen, als er mich mitten in einem Urlaub in Vietnam sitzen ließ –, dann ist es, dass ich mehr auf meine Gefühle hören muss. Und ich habe beschlossen, dass ich anfangen muss, mir über meine Gefühle für jemanden klar zu werden, anstatt abzuwarten, bis derjenige sich für mich entscheidet. Beide haben mich diese Woche kontaktiert, deshalb bin ich ins Grübeln gekommen, was ich wirklich will. Ich denke, wenn ich wieder in London bin, ist diese Einstellung gut, um neu anzufangen und nach vorn zu blicken«, endete Mia hastig und sah Noor lächelnd an. Sie war stolz auf ihre neue Entschlossenheit.

»Das scheint zunächst mal sehr vernünftig«, antwortete Noor. »Bei dieser Geschichte liegt vieles im Trüben. Ich glaube nicht, dass du schon alle Fakten kennst, also solltest du dir Zeit lassen, bevor du endgültig entscheidest, welcher Mann am besten zu dir passt. Vielleicht stellt sich auch heraus, dass es jemand ganz anderes ist. Oder überhaupt keiner. Ich meine, eine Zeit lang ohne Beziehung zu sein, kann auch sehr gut tun.«

Bei Noors letztem Satz, der sehr nachdenklich geklungen hatte, wurde Mia mulmig. Nun nämlich erkannte sie, wie sehr sie gehofft hatte, Noor könnte ihr versichern, dass sie mit einem der beiden Männer glücklich werden würde. So ungern sie es sich auch eingestand, nahm sich ihre neue leuchtende Zukunft nicht ganz so glänzend aus, wenn sie sich vorstellte, allein zu bleiben.

Während Mia noch ihre Enttäuschung über Noors zugegebenermaßen weise Worte verdaute, wurde ihr mit Schrecken klar, dass sie gehofft hatte, Noor würde ihr Tom als den Richtigen für sie prophezeien. Dem Kaffeesatz zufolge war er jedoch noch genauso geheimnisumwittert wie eh und je.

Was Mia nicht gerade froh machte. Soweit sie wusste, konnte es durchaus sein, dass Tom eben damit beschäftigt war, eine Beziehung mit Holly zu beginnen – zumindest eine Bumsbeziehung.

»Du siehst enttäuscht aus, Mia. War es nicht das, was du hören wolltest?«, fragte Noor.

»Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich hören wollte. Zuerst dachte ich, es wäre einfach witzig, in den Kaffeesatz zu sehen. Aber dann war es so wahr, was du gesagt hast, und zu hören, dass immer noch alles eher unklar ist, kommt mir schon ein wenig niederschmetternd vor. Ich dachte, es wäre eine gute Entscheidung, jeden Kontakt zu beiden abzubrechen und eine Weile für mich zu sein, um einen klaren Kopf zu bekommen. Tja, das sagt sich leicht, solange man weit weg ist. Und die Vorstellung, vielleicht nie die Liebe meines Lebens zu finden, macht mir ein bisschen Angst. Ich meine, sicher ist das ein Kaffeesatz, trotzdem habe ich mal wieder das gruselige Gefühl, dass ich nicht weiß, welche Richtung ich einschlagen soll. Ich gestehe, dass ich mir plötzlich wünsche, du hättest mir gesagt, dass einer von den beiden der Richtige ist und zu mir passt, damit ich weiß, egal wie lange es dauert, am Ende wird alles gut. Verstehst du?«

Noor lachte. »Oh Mia, der Kaffeesatz spiegelt nur, was dir im Moment durch den Kopf geht! Er kann dir nicht die Zukunft voraussagen. Nach dem, was ich gesehen habe, würde ich sagen, du bist nicht so entschlossen, wie du glaubtest, dass du beide Männer aufgeben willst. Vielleicht spielen sie gerade keine aktive Rolle in deinem Leben, aber auf jeden Fall beschäftigen sie deinen Verstand. Und angenommen, ich hätte dir gesagt, dass einer von ihnen der Richtige ist, wärst du dann froh oder traurig?«

Mia kannte die Antwort, tat aber trotzdem für eine knappe Minute so, als müsse sie überlegen. Dann sah sie Noor an. »Tjaaaa, wie gesagt, also wie du sagtest, die Fakten sind nicht klar. Ich war enttäuscht, weil ich irgendwie ein Zeichen wollte, etwas, das mir sagt: Ja, nimm den, der ist es. Gleichzeitig habe ich Angst, dass ich ihn völlig missverstanden habe. Vielleicht war es nur ein kurzer Flirt, und er möchte bloß mit mir befreundet sein, ist aber definitiv nicht der Richtige.« Mia versuchte, die letzten vier Monate mit Paul und Tom so kurz wie möglich zusammenzufassen, damit Noor verstand, wovon sie redete. Sie erzählte, wie unglücklich sie mit Paul gewesen war, aber weitergemacht hatte; wie sie sich online mit Tom anfreundete und seit Monaten mit ihm chattete. Dann von dem Chaos, als Paul sie in Vietnam sitzen ließ, wo Tom überraschend aufkreuzte, als Mia total am Boden war. Sie erzählte von Pauls Schweigen, dem Kaffee mit Tom in London, der Umarmung, den geflüsterten Versprechungen. Und wie sie voller Hoffnung zu einem vermeintlichen Date mit Tom fuhr, zu dem er mit Holly am Arm erschienen war …

»Ich denke«, schloss Mia, »dass ich mein Selbstvertrauen verloren habe und deshalb so unsicher bin, was ich tun soll.«

Noor lehnte sich zurück und atmete langsam ein. »Puh, ja, das ist wirklich kompliziert. Nun, da ich keinen dieser Männer kenne und dich auch nicht sehr gut, kann ich bloß sagen, dass du meiner Meinung nach Zeit brauchst. Du solltest mal eine Weile für dich sein, einfach leben, statt dich ständig zu fragen, bei welchem der beiden du sein solltest. Du bist eine beeindruckende Frau, Mia; du reist, du arbeitest an einem Buch. Da brauchst du nicht noch die dauernde Frage, ob du mit einem Mann zusammen sein solltest oder nicht. Dafür bleibt dir später noch reichlich Zeit. Jetzt genieß erst mal deine Freiheit, das Reisen, das Essen und das Schreiben.«

»Du hast vollkommen recht«, sagte Mia und umarmte Noor spontan über die Küchentischecke hinweg, was die Gute ziemlich überraschte. »Aber wenn du dir einen aussuchen müsstest, welchen würdest du wählen?«