Miss Nimmersatt -  Folge 6 - Emma Hamilton - E-Book

Miss Nimmersatt - Folge 6 E-Book

Emma Hamilton

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Beschreibung

Folge 6. ITALIENISCHE HOCHZEIT: Mia schlemmt sich gerade durch Palermo, als eine alte Flamme sie zu einer sizilianischen Hochzeit einlädt. Doch kann Mia ihre eigene Mondscheinromanze inmitten der Weinberge an der sizilianischen Küste finden, oder verdirbt ihr eine Reihe von Missverständnissen die Chance auf die große Liebe? Mias Reiseroute: Ein Anwesen zwischen Trapani und Marsala - Syrakus - Ortigia - Catania - San Giuseppe Jato - Corleone - Palermo - im Flieger von Palermo nach London; Mit Rezepten zum Nachkochen und Genießen, in dieser Folge: Pasta alla Norma - Schnelle Pasta con le Sarde. "Miss Nimmersatt" ist der Name von Mia Maxwells Food-Blog und einer Serie über die Jagd nach den besten Rezepten auf der ganzen Welt, verfeinert mit einer guten Prise Liebe. Mia Maxwell liebt Essen! Ob liebliche Lavendelwolken- oder würzige Kürbis-Cupcakes, Röstfisch mit Meerfenchel nach Cornwall-Art, vietnamesische Nudelsuppen mit Chili und Koriander, sizilianische Pasta alla Norma, libanesisches Hummus mit grasgrünem Olivenöl oder bodenständiges Londoner Pub-Essen, sie liebt es so sehr, dass sie es zu ihrem Beruf gemacht hat. Und auf den ersten Blick ist alles perfekt gelaufen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Lizzie, die ein Café betreibt, wohnt sie im trendigen Ostlondon. Tagsüber widmet Mia sich ihrer eigenen Food-PR-Firma, und abends schreibt sie den Food-Blog "Miss Nimmersatt", der immer mehr Leser anzieht. Inspiration für ihren Blog bekommt sie auf den zahlreichen Reisen um die ganze Welt, die sie mit ihrem Freund Paul, einem Banker, unternimmt. Doch Mias Hunger (auf gutes Essen, Liebe und auf das Leben) ist trotzdem nicht gestillt, und als sie nach Cornwall fährt, um ein Food-Festival zu organisieren, ahnt sie nicht, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt werden wird. Für Fans von "Chocolat", "Julie & Julia" und "Eat Pray Love". Emma Hamilton ist das Pseudonym einer englischsprachigen Journalistin und Schriftstellerin. Sie hat als Produzentin und Reporterin für das BBC und die Deutsche Welle gearbeitet und für verschiedene Magazine und Zeitungen geschrieben, u.a. The Guardian, Mail on Sunday oder Italy Magazine. Sie hat an vielen Serien und Dokumentationen mitgearbeitet, u.a. an einer über Essenskultur auf der ganzen Welt. Sechs Jahre lang lebte und arbeitete sie in Italien, im Libanon, in Äthiopien, den USA, Frankreich, Deutschland, Russland und Kamerun. Emma liebt Yoga, Laufen, Gartenarbeit und verbringt ihre Zeit gerne zu Hause mit ihrem Mann, Freunden und Familie - und gutem Essen.

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Seitenzahl: 124

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Inhalt

Cover

Miss Nimmersatt – Die Serie

Über diese Folge

Über die Autorin

Titel

Impressum

Italienische Hochzeit

Die Rezepte in dieser Folge

In der nächsten Folge

Miss Nimmersatt – Die Serie

Mia Maxwell liebt Essen! Ob liebliche Lavendelwolken- oder würzige Kürbis-Cupcakes, Röstfisch mit Meerfenchel nach Cornwall-Art, vietnamesische Nudelsuppen mit Chili und Koriander, sizilianische Pasta alla Norma, libanesisches Hummus mit grasgrünem Olivenöl oder bodenständiges Londoner Pub-Essen, sie liebt es so sehr, dass sie es zu ihrem Beruf gemacht hat. Und auf den ersten Blick ist alles perfekt gelaufen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Lizzie, die ein Café betreibt, wohnt sie im trendigen Ostlondon. Tagsüber widmet Mia sich ihrer eigenen Food-PR-Firma, und abends schreibt sie den Food-Blog »Miss Nimmersatt«, der immer mehr Leser anzieht. Inspiration für ihren Blog bekommt sie auf den zahlreichen Reisen um die ganze Welt, die sie mit ihrem Freund Paul, einem Banker, unternimmt. Doch Mias Hunger (auf gutes Essen, Liebe und auf das Leben) ist trotzdem nicht gestillt, und als sie nach Cornwall fährt, um ein Food-Festival zu organisieren, ahnt sie nicht, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt werden wird.

Über diese Folge

FOLGE 6: ITALIENISCHE HOCHZEIT

Mia schlemmt sich gerade durch Palermo, als eine alte Flamme sie zu einer sizilianischen Hochzeit einlädt. Doch kann Mia ihre eigene Mondscheinromanze inmitten der Weinberge an der sizilianischen Küste finden, oder verdirbt ihr eine Reihe von Missverständnissen die Chance auf die große Liebe?

Über die Autorin

Emma Hamilton ist das Pseudonym einer englischsprachigen Journalistin und Schriftstellerin. Sie hat als Produzentin und Reporterin für das BBC und die Deutsche Welle gearbeitet und für verschiedene Magazine und Zeitungen geschrieben, u.a. The Guardian, Mail on Sunday oder Italy Magazine. Sie hat an vielen Serien und Dokumentationen mitgearbeitet, u.a. an einer über Essenskultur auf der ganzen Welt. Sechs Jahre lang lebte und arbeitete sie in Italien, im Libanon, in Äthiopien, den USA, Frankreich, Deutschland, Russland und Kamerun. Emma liebt Yoga, Laufen, Gartenarbeit und verbringt ihre Zeit gerne zu Hause mit ihrem Mann, Freunden und Familie – und gutem Essen.

Emma Hamilton

Miss Nimmersatt

Folge 6: Italienische Hochzeit

BASTEI ENTERTAINMENT

Digitale Originalausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Copyright © 2015 by Bastei Lübbe AG, Köln

Autorin: Emma Hamilton

Titel der englischen Originalausgabe: »Greedily Yours«

Übersetzung aus dem Englischen: Sabine Schilasky

Textredaktion: Sandra Lode

Covergestaltung: Kelly Gold

Unter Verwendung von Motiven von © Shutterstock.com: alicedaniel|graphixmania|tachyglossus|Julia Tim|Yunna

E-Book-Erstellung: Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-7325-0751-1

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Mia wünschte, der Erdboden würde sich unter ihr auftun und sie verschlucken. Starr vor Entsetzen stand sie da, während die Szene vor ihr immer chaotischer wurde. Paul zeterte, zupfte sich Scherben von seinem mit Prosecco getränkten Anzug und blickte sich wütend nach Mia um. Der Kellner hatte vorübergehend aufgehört, sich bei Paul zu entschuldigen, und sich zu dem Mann mit den dunklen Locken umgedreht, der von der Villa aus auf sie zukam.

Mia verstand gar nichts mehr. Ihr erster Impuls war, in die entgegengesetzte Richtung zu fliehen, nur war sie wie gelähmt vor Schreck. Die meisten Leute hatten ihre Aufmerksamkeit auf die zerbrochenen Gläser und Pauls Fluchen gerichtet, trotzdem schien es Mia keine gute Idee, aus dem Garten zu rennen oder sich hinter einem Wagen zu verstecken. Und genauso wenig kann ich den ganzen Abend zwischen den Bäumen stehen bleiben, ging es ihr durch den Kopf.

Als Tom bei Paul, dem Kellner und den neugierigen Gästen ankam, erkundigte er sich zunächst auf Italienisch beim Kellner, was los war, während er sich schon bückte und half, die restlichen Gläser aufzusammeln.

»Sind Sie hier der Manager?«, herrschte Paul ihn an, um Toms Aufmerksamkeit zu gewinnen. »Falls ja, müssen Sie dringend Ihr Personal auf Vordermann bringen! Dieser Idiot ist einfach in mich reingerannt und hat einen sehr teuren Anzug ruiniert!«

Tom schüttelte den Kopf und sah so verärgert aus wie bei Mias erster Begegnung mit ihm. Er half weiter dem Kellner und murmelte etwas auf Italienisch. Schließlich richtete er sich auf, klopfte sich die Hände ab und wandte sich Paul zu.

»Wie ich das sehe, sind Sie derjenige, der sich entschuldigen sollte«, sagte er. »Gianni hat mir erzählt, dass Sie ihn angerempelt haben, als er über den Rasen ging. Sie hätten ihn eventuell bemerkt, wären Sie so umsichtig gewesen, von Ihrem Telefon aufzusehen und achtzugeben, wo Sie hingehen. Sie dürfen sich glücklich schätzen, dass wir Sie nicht für den Schaden aufkommen lassen.«

Paul plusterte sich auf. »Mich für den Schaden aufkommen lassen? Herrgott noch mal, ich bin hier Gast! Wäre es nicht Marcos Hochzeit, ich würde ihn auf der Stelle herholen. Aber ich habe Zeugen, und was immer Ihnen Ihr Kellner erzählt hat, er lügt. Mia! Wo ist Mia?« Paul schaute sich um wie ein Anwalt, der sie in den Zeugenstand rief.

Ihr Name aus dem Mund dieses arroganten Schnösels blieb nicht ohne Wirkung. Tom war sogar lange genug sprachlos, dass Paul es bemerkte. Und Mia wurde klar, dass sie ihre Chance verpasst hatte, zurück zum Wagen zu laufen. Sie musste wohl oder übel aus der Deckung kommen. Auf jeden Fall will das Schicksal eindeutig, dass sich unsere Wege kreuzen, dachte sie verdrossen, als sie von dem finster dreinblickenden Tom zu Paul sah, der nach wie vor schimpfte. Toms Blick huschte über die Menge und dann zum Weg. Gleich sieht er mich. Langsam trat Mia unter den Bäumen vor.

»Zeugen? Was glauben Sie, wo Sie hier sind? Gianni hat mir erzählt, dass Sie auf das Festzelt zugestürmt sind und dabei nur auf Ihr Telefon gesehen haben. Und ich glaube ihm«, wiederholte Tom. »Folglich denke ich, dass Sie Gianni um Entschuldigung bitten sollten.«

Pauls Gesicht lief scharlachrot an, als ihm klar wurde, wie lächerlich er aussehen musste, während alle ihn anstarrten. »Ich entschuldige mich bei niemandem, schon gar nicht bei diesem Idioten«, sagte er mit einem verächtlichen Blick zu Gianni, der sich kein bisschen von ihm einschüchtern ließ.

Paul sah sich nach jemandem um, der ihm beisprang, und als er niemanden entdeckte, drehte er sich wieder in Mias Richtung.

»Mia, wo zum Geier bleibst du denn? Du hast doch sicher gesehen, was passiert ist, also kannst du denen bitte sagen, dass ihr Kellner ein Idiot ist?«, rief er, worauf alle zum Weg hinübersahen, auf dem Mia stand. Ihre Beine weigerten sich, sie auch nur einen Schritt näher zu den Männern zu tragen. Sie war wie versteinert, während ihre hohen Absätze tief im Kies einsanken.

Sie versuchte, vorwärtszugehen, konzentrierte sich ganz darauf, einen Fuß vor den anderen zu setzen, doch sobald Tom mitbekam, wo alle anderen hinsahen, und sein Blick auf ihr landete, erstarrte sie aufs Neue. Innerhalb weniger Sekunden wechselte sein Gesichtsausdruck von Freude zu Verwirrung und schlug nach einem Seitenblick zu Paul in Missmut um. Als er wieder zu Mia sah, sackten seine Schultern ein wenig herab, und sie erkannte, dass er wieder zu jenem mürrischen Tom wurde, der sie in Cornwall vom Bahnhof abgeholt hatte.

Paul war viel zu sehr damit beschäftigt, sich aufzublasen, und bekam nichts von Toms Reaktion mit. Doch dass sich der Mann zu Mia umdrehte, hielt er eindeutig für die Gelegenheit, sich zu verteidigen, und er forderte sie noch energischer auf, ihn zu unterstützen.

Mia hatte es endlich geschafft, sich halbwegs zusammenzureißen und auf das Chaos zuzugehen, auch wenn sie sich nach wie vor wünschte, vom Erdboden verschluckt zu werden. Da sie nicht wusste, welchen der beiden Männer sie als Erstes ansprechen sollte, blickte sie hilflos von Paul zu Tom, und beide sagten gleichzeitig ihren Namen.

Von Paul kam ein strenges »Mia!«, wohingegen Toms »Mia?« voller Zweifel und ein wenig enttäuscht klang.

Dann sahen die zwei sich an, und Paul platzte heraus: »Woher zum Teufel kennen Sie Mia?«

»Dasselbe könnte ich Sie fragen«, antwortete Tom, der Pauls Wut an sich abprallen ließ.

»Ich bin ihr Freund«, sagte Paul, da er schlicht alles behaupten würde, um einen Streit zu gewinnen. »Und Sie haben meine Frage nicht beantwortet.«

»Der Freund, der sie in Vietnam hat sitzen lassen? Interessant.«

Entgeistert sah Paul von Tom zu Mia und wieder zurück, konnte aber offensichtlich keine Verbindung herstellen.

Schließlich räusperte Mia sich und sagte: »Hört mal, ihr zwei …« Weiter kam sie allerdings nicht, denn Paul, der inzwischen dieselbe ungesunde Gesichtsfarbe hatte wie sein Vater nach zu viel Rotwein, schrie Tom an.

»Ich weiß nicht, wer Sie sind, Sie Idiot, aber ich muss Ihnen wohl kaum erklären, in welcher Beziehung ich zu meiner Begleitung stehe! Und wenn Sie jetzt bitte entschuldigen, ich komme zu spät zur Hochzeit meines Freundes.« Mit diesen Worten stampfte er davon und zog Mia am Arm mit sich.

»Na, tausend Dank, Schatz«, fauchte er sie an. »Du hättest mich ruhig verteidigen können. Du musst doch gesehen haben, was passiert ist.«

Mias Schock wich allmählich Wut, als sie erfolglos versuchte, sich von Paul zu befreien und sich zu Tom umzudrehen. Der stand sprachlos auf dem Rasen und musste die kleine Menge zerstreuen, die sich draußen versammelt hatte.

»Paul, hör auf, an mir zu zerren, und beruhige dich!«, sagte sie und versetzte ihm einen leichten Schubs. »Ich habe kaum was gesehen, weil ich mich bemüht habe, dich einzuholen. Dir ist schon klar, dass es höflich gewesen wäre, auf sein sogenanntes Date zu warten, nachdem man aus dem Wagen gesprungen ist, oder? Ich habe nur gesehen, wie du auf das Zelt zugestürmt bist. Dir hat es scheinbar nichts ausgemacht, mich einfach stehen zu lassen, und dann erwartest du, dass ich dich in Schutz nehme? Du weißt selbst, dass du dauernd auf dein Telefon siehst, also würde es mich nicht wundern, wenn der Kellner recht hat.« Mia konnte nicht fassen, dass Paul sie so lange reden ließ, ohne sie zu unterbrechen, also beschloss sie, diese rare Gelegenheit zu nutzen, um direkt nachzulegen: »Du bist echt unglaublich! Was wird dein Freund Marco von dir denken? Du kommst zu spät zu seiner Hochzeit, zu der du mich aus mir bislang unerfindlichen Gründen unbedingt mitschleppen willst, lässt mich einfach am Wagen stehen und rennst zu der Trauung, die eindeutig schon vorbei ist. Was soll ich hier überhaupt? Rumstehen und mich mit neuen Leuten anfreunden, oder was? Und hast du überhaupt gemerkt, wie unhöflich du eben zu Tom und dem Kellner warst?«

Als Toms Name fiel, konnte Paul nicht länger an sich halten. »Was soll das heißen, Tom und dem Kellner? Kennst du den? Weiß er deshalb von Vietnam? Was läuft da zwischen euch?«

Nun wurde Mia rot. »Ich kenne ihn ein bisschen, obwohl ich nicht weiß, was er hier macht«, ergänzte sie mehr für sich selbst.

»Wie wäre es, wenn du mir verrätst, woher du den Manager von diesem Laden hier kennst – oder was immer er glaubt, dass er hier ist«, sagte Paul, ließ endlich Mias Arm los und blieb am Eingang des Festzelts stehen. Doch noch ehe sie antworten konnte, kam ein großer blonder Mann zu ihnen.

»Paul, wo hast du denn nur gesteckt?«, fragte er freundlich, klopfte ihm auf den Rücken und sah fragend zu Mia.

»Marco! Gratuliere, Mann, und tut mir leid. Das Flugzeug hatte Verspätung, und zu allem Überfluss gab es auch noch ein kleines Durcheinander mit einem eurer Kellner. Das, äh, ist Mia.« Er zeigte auf sie.

»Ah, Mia, Schätzchen, ich war schon mächtig gespannt auf dich. Paul macht ständig so ein Geheimnis aus seinen Freundinnen, dass wir uns allmählich schon gefragt haben, ob du wirklich existierst. Willkommen in La Sicilia, kommt und besorgt euch was zu trinken, ihr zwei!«, forderte Marco sie auf, nachdem er Mia auf beide Wangen geküsst hatte.

»Danke, und Glückwünsche, Marco. Es tut mir so leid, dass wir zu spät sind, aber vielen Dank für die Einladung«, stammelte Mia, warf Paul einen verärgerten Blick zu und fragte sich, warum alle anzunehmen schienen, dass Paul und sie noch zusammen waren.

Marco bugsierte sie zu einem Kellner mit einem Tablett voller Prosecco-Gläser. Paul und Mia nahmen sich jeder eines und prosteten Marco zu, bevor sie einen Schluck tranken.

»Paul, Mia, kommt mit, ich stelle euch meine Braut vor, Serena«, verkündete Marco strahlend und führte sie zu einer schlanken blonden Frau in einem eng anliegenden, elfenbeinfarbenen Kleid, in dem sie wie ein Filmstar aus den Vierzigern aussah. Ihr langes Haar war hochgesteckt und mit kleinen weißen und blauen Blüten geschmückt. An ihren Ohren hingen lange Saphir-Ohrringe mit glitzernden, winzigen Diamanten.

»Schatz, das sind Paul aus meinem Team bei der Arbeit und seine Freundin Mia«, sagte Marco, als sie auf Serena zugingen. Mia fragte sich, wie oft sie noch als Pauls Freundin tituliert werden würde. Sie blickte wütend zu Paul, bevor sie ein Lächeln aufsetzte und Serena gratulierte.

»Glückwunsch, Serena«, sagten Paul und Mia im Chor, und Mia fügte hinzu: »Es tut mir schrecklich leid, dass wir zu spät sind. Das Kleid ist wunderschön, und was für einen traumhaften Ort ihr euch für die Zeremonie ausgesucht habt!«

Serena lächelte gekünstelt und nickte. »Ja, fantastisch, nicht? Die standesamtliche Trauung hatten wir natürlich in London, aber Marco wollte die kirchliche am Heimatort seiner Großeltern, also sind wir selbstverständlich dorthin, bevor wir alle zu diesem unglaublichen Anwesen fuhren. Freut mich sehr, dass ihr hier seid, und ich hoffe, ihr genießt die Party.«

Serenas geschliffenes Englisch und einstudierte Höflichkeit kühlten die aufgeheizte Stimmung zwischen Paul und Mia ein wenig herunter. Um zu signalisieren, dass die Unterhaltung damit beendet war, wandte sich Serena einer eleganten jungen Frau zu, bei der es sich anscheinend um eine ihrer Brautjungfern handelte.

Paul und Mia standen wieder allein da, denn Marco war bereits weitergezogen, um mit den anderen Gästen zu plaudern. Sie entfernten sich so diskret wie möglich, und Mia suchte nach einem ruhigen Fleckchen, wo sie Paul zur Rede stellen konnte, ohne eine Szene zu machen. Marco und Serena waren offensichtlich steinreich, genau wie viele ihrer Hochzeitsgäste, und diese Art von Oberklassenveranstaltungen führte immer dazu, dass Mia sich verkrampfte, weil sie sich deplatziert vorkam. Weit hinten im Zelt fanden sie einen Tisch mit einigen abgelegten Handtaschen, an dem jedoch niemand saß.

»Paul, was soll das denn? Hast du ihnen nicht erzählt, dass wir getrennt sind?«, zischte Mia.

Paul verdrehte die Augen. »Ich habe ihnen nicht erzählt, dass du meine Freundin bist, Mia. Vermutlich haben sie es einfach angenommen, weil du mit mir nach Sizilien gekommen bist.«

Nun war es an Mia, mit den Augen zu rollen. »Was sollen eigentlich immer deine dämlichen Spielchen? Leute kommen nicht von allein auf so was. Entweder hast du ihnen erzählt, dass du deine Freundin mitbringst, oder du hast vergessen, unsere Trennung zu erwähnen. Also, was von beidem?«

»Lass es einfach gut sein, Mia? Was interessiert es dich, ob diese Leute dich für meine Freundin halten oder nicht? Du magst sie doch eh nicht. Außerdem hast du gesagt, dass du mitkommen willst. Du hast gemeint, es wäre gut für deine Arbeit. Na dann, forsch mal los und amüsier dich mit den ganzen Silberplatten voller Essen. Ich wette, du kannst einige köstliche sizilianische Appetithäppchen probieren. Ich mische mich jetzt unter die Leute.«