Miss Nimmersatt -  Folge 7 - Emma Hamilton - E-Book

Miss Nimmersatt - Folge 7 E-Book

Emma Hamilton

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2,99 €

Beschreibung

Folge 7. FEHLENDE ZUTATEN: Mia ist unterwegs nach London und kann es gar nicht erwarten, mit dem Schreiben ihres Buches zu beginnen. Zu Hause angekommen erfährt sie, dass ihre beste Freundin Lizzie inzwischen in einer Beziehung ist. Doch was ist mit Mia? Haben die köstlichen Aromen Siziliens ihren Männergeschmack geschärft, oder ist ihr nach dem Chaos dort endgültig der Appetit vergangen? Mit Rezepten zum Nachkochen und Genießen, in dieser Folge: Parmigiana di Melanzane - Orangen-Marzipan-Cupcakes. "Miss Nimmersatt" ist der Name von Mia Maxwells Food-Blog und einer Serie über die Jagd nach den besten Rezepten auf der ganzen Welt, verfeinert mit einer guten Prise Liebe. Mia Maxwell liebt Essen! Ob liebliche Lavendelwolken- oder würzige Kürbis-Cupcakes, Röstfisch mit Meerfenchel nach Cornwall-Art, vietnamesische Nudelsuppen mit Chili und Koriander, sizilianische Pasta alla Norma, libanesisches Hummus mit grasgrünem Olivenöl oder bodenständiges Londoner Pub-Essen, sie liebt es so sehr, dass sie es zu ihrem Beruf gemacht hat. Und auf den ersten Blick ist alles perfekt gelaufen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Lizzie, die ein Café betreibt, wohnt sie im trendigen Ostlondon. Tagsüber widmet Mia sich ihrer eigenen Food-PR-Firma, und abends schreibt sie den Food-Blog "Miss Nimmersatt", der immer mehr Leser anzieht. Inspiration für ihren Blog bekommt sie auf den zahlreichen Reisen um die ganze Welt, die sie mit ihrem Freund Paul, einem Banker, unternimmt. Doch Mias Hunger (auf gutes Essen, Liebe und auf das Leben) ist trotzdem nicht gestillt, und als sie nach Cornwall fährt, um ein Food-Festival zu organisieren, ahnt sie nicht, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt werden wird. Für Fans von "Chocolat", "Julie & Julia" und "Eat Pray Love". Emma Hamilton ist das Pseudonym einer englischsprachigen Journalistin und Schriftstellerin. Sie hat als Produzentin und Reporterin für das BBC und die Deutsche Welle gearbeitet und für verschiedene Magazine und Zeitungen geschrieben, u.a. The Guardian, Mail on Sunday oder Italy Magazine. Sie hat an vielen Serien und Dokumentationen mitgearbeitet, u.a. an einer über Essenskultur auf der ganzen Welt. Sechs Jahre lang lebte und arbeitete sie in Italien, im Libanon, in Äthiopien, den USA, Frankreich, Deutschland, Russland und Kamerun. Emma liebt Yoga, Laufen, Gartenarbeit und verbringt ihre Zeit gerne zu Hause mit ihrem Mann, Freunden und Familie - und gutem Essen.

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Seitenzahl: 125

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Inhalt

Cover

Miss Nimmersatt – Die Serie

Über diese Folge

Über die Autorin

Titel

Impressum

Fehlende Zutaten

Die Rezepte in dieser Folge

In der nächsten Folge

Miss Nimmersatt – Die Serie

Mia Maxwell liebt Essen! Ob liebliche Lavendelwolken- oder würzige Kürbis-Cupcakes, Röstfisch mit Meerfenchel nach Cornwall-Art, vietnamesische Nudelsuppen mit Chili und Koriander, sizilianische Pasta alla Norma, libanesisches Hummus mit grasgrünem Olivenöl oder bodenständiges Londoner Pub-Essen, sie liebt es so sehr, dass sie es zu ihrem Beruf gemacht hat. Und auf den ersten Blick ist alles perfekt gelaufen. Zusammen mit ihrer besten Freundin Lizzie, die ein Café betreibt, wohnt sie im trendigen Ostlondon. Tagsüber widmet Mia sich ihrer eigenen Food-PR-Firma, und abends schreibt sie den Food-Blog »Miss Nimmersatt«, der immer mehr Leser anzieht. Inspiration für ihren Blog bekommt sie auf den zahlreichen Reisen um die ganze Welt, die sie mit ihrem Freund Paul, einem Banker, unternimmt. Doch Mias Hunger (auf gutes Essen, Liebe und auf das Leben) ist trotzdem nicht gestillt, und als sie nach Cornwall fährt, um ein Food-Festival zu organisieren, ahnt sie nicht, dass ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt werden wird.

Über diese Folge

FOLGE 7: FEHLENDE ZUTATEN

Mia ist unterwegs nach London und kann es gar nicht erwarten, mit dem Schreiben ihres Buches zu beginnen. Zu Hause angekommen erfährt sie, dass ihre beste Freundin Lizzie inzwischen in einer Beziehung ist. Doch was ist mit Mia? Haben die köstlichen Aromen Siziliens ihren Männergeschmack geschärft, oder ist ihr nach dem Chaos dort endgültig der Appetit vergangen?

Über die Autorin

Emma Hamilton ist das Pseudonym einer englischsprachigen Journalistin und Schriftstellerin. Sie hat als Produzentin und Reporterin für das BBC und die Deutsche Welle gearbeitet und für verschiedene Magazine und Zeitungen geschrieben, u.a. The Guardian, Mail on Sunday oder Italy Magazine. Sie hat an vielen Serien und Dokumentationen mitgearbeitet, u.a. an einer über Essenskultur auf der ganzen Welt. Sechs Jahre lang lebte und arbeitete sie in Italien, im Libanon, in Äthiopien, den USA, Frankreich, Deutschland, Russland und Kamerun. Emma liebt Yoga, Laufen, Gartenarbeit und verbringt ihre Zeit gerne zu Hause mit ihrem Mann, Freunden und Familie – und gutem Essen.

Emma Hamilton

Miss Nimmersatt

Folge 7: Fehlende Zutaten

BASTEI ENTERTAINMENT

Digitale Originalausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Copyright © 2015 by Bastei Lübbe AG, Köln

Autorin: Emma Hamilton

Titel der englischen Originalausgabe: »Greedily Yours«

Übersetzung aus dem Englischen: Sabine Schilasky

Textredaktion: Sandra Lode

Covergestaltung: Kelly Gold

Unter Verwendung von Motiven von © Shutterstock.com: alicedaniel|tachyglossus|Iveta Ange-lova|Jeff Bird|Yunna

E-Book-Erstellung: Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-7325-0752-8

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Mia fühlte, wie sie rot wurde, als sie sich abmühte, ihren Koffer in das Gepäckfach über ihrem Kopf zu zwängen und sich zu setzen, bevor die Frau hinter ihr noch in die Luft ging und die Szene erst recht unschön wurde. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt, ihren Koffer niemandem auf den Kopf fallen zu lassen – auch nicht sich selbst –, als dass sie sich darauf konzentrieren konnte, ob Tom sie grüßte oder nicht. Als sie es geschafft hatte und wieder nach unten sah, starrte er aus dem Fenster, scheinbar gebannt von den Gepäckwagen, die zu anderen Flugzeugen auf dem Rollfeld sausten.

Die Frau mit dem kastanienbraunen Haar blätterte in einem Hochglanzmagazin und plauderte weiter mit Tom, während sie ihm irgendwelche Sachen zeigte. Mit verschwitzten Händen sah Mia noch einmal auf ihre Boarding Card und zu den Nummern über den Sitzen. Erleichtert stellte sie fest, dass sie doch nicht direkt neben Tom und der rätselhaften Frau an seiner Seite saß, wie sie zunächst gedacht hatte. Stattdessen war ihr Platz genau hinter ihm. Womit allerdings immer noch die Frage blieb, ob sie ihn grüßen sollte.

Ist das peinlich, dachte Mia und setzte sich schnellstmöglich hin, damit sie nicht vor Tom dastand wie ein Fisch auf dem Trockenen – wieder mal. Was mache ich jetzt? Soll ich mich rüberlehnen und »Hi« sagen oder tun, als hätte ich ihn nicht gesehen? Wahrscheinlich ist er nicht scharf darauf, mit mir zu reden, vor allem mit der Frau neben sich. Und was zur Hölle findet er da draußen eigentlich so spannend?

Mia hüstelte mehrmals, als sie es sich auf ihrem Sitz bequem machte. Vor ihr blieb Toms Kopf völlig regungslos an das Fenster links neben ihm gelehnt. Mia nahm es als Zeichen, dass sie abwarten sollte, was er tat, und versuchte, cool zu bleiben. Sie blätterte in ihrer Zeitschrift, blickte jedoch alle paar Sekunden auf, um nachzusehen, ob sich sein Kopf bewegt hatte.

Unterdessen kochte Tom stumm vor sich hin. Kurz vor der Schlange am Abflug-Gate war er an Mia vorbeigegangen. Sie hatte ihn offensichtlich nicht bemerkt, da sie zu sehr mit dem Sizilianer beschäftigt gewesen war, der ausgesehen hatte, als wollte er sie direkt dort in der Halle vernaschen.

Gott sei Dank habe ich mich doch nicht für heute mit ihr zum Kaffeetrinken in London verabredet, dachte er. Sonst hätte ich wirklich wie ein Volltrottel dagestanden. Ich kann nicht fassen, dass ich die ganze Woche an sie gedacht habe, ausgerechnet in dieser Woche, in der ich ausschließlich an meine Mum und meine Familie denken sollte. Und da muss sich Mia in meine Gedanken stehlen … und sogar auf mein Grundstück!

Tom bemerkte, wie er im Geiste vor sich hin fluchte, und presste die Lippen zusammen, weil er fürchtete, dass er wie ein Irrer den Mund bewegte. Er drückte seinen Kopf fester gegen das Fenster und versuchte, alle Passagiere um sich herum sowie die Tatsache auszublenden, dass Mia in der Reihe hinter ihm saß. Da er sich nicht umdrehen und nachsehen konnte, hatte er keine Ahnung, dass sie auf dem Sitz direkt hinter seinem war, obwohl er irgendwie merkte, dass sich ihre Blicke in seinen Hinterkopf bohrten.

Soll sie doch bohren, so viel sie will, dachte er. Ich drehe mich nicht um und sage »Hi«. Ich bin ihre Spielchen gründlich leid.

Mia vergaß, Angst zu haben, als das Flugzeug über die Startbahn und holprig nach Norden Richtung Festland röhrte. Sie konnte sich nicht entscheiden, ob sie einfach in den sauren Apfel beißen und Tom auf die Schulter tippen sollte. Doch als sich das Flugzeug nach hinten neigte und die Wolkendecke durchstieß, hörte sie, wie die Frau neben ihm darüber sprach, was sie zum Abendessen wollten, und ihn zu überreden versuchte, die Nacht bei ihr in London zu bleiben.

»Komm schon, Tom, wir haben kaum mal Zeit zusammen«, bettelte Silvia, während Mia sich anstrengte, seine Antwort zu verstehen, die jedoch nur aus unverständlichem Brummeln bestand. Silvias Stimme hingegen übertönte leicht das Geräusch der Motoren, besonders als Mia sich nach vorn beugte. »Ich meine, ich weiß ja, dass wir gerade erst eine Woche lang zusammen waren, aber ein paar Tage in London zu bleiben, würde nicht schaden, Tom. Das bist du mir und den Kindern schuldig. Die sehen dich sowieso viel zu selten, und sie freuen sich so sehr, dich zu sehen.«

Kinder! Mia zuckte vor Schreck zurück. Wie kann es sein, dass er mir gegenüber nie seine Kinder erwähnt hat? Ihre Gedanken überschlugen sich, während das Flugzeug langsam wieder in die Horizontale ging und das stahlblaue Meer unter ihnen zwischen weißen Wattewolken glitzerte. Ach du Schande, das ist ja mal eine Überraschung! Er ist Vater, dachte Mia und tat, als würde sie dieselbe Seite lesen, die sie schon an die zwanzig Mal überflogen hatte.

»Alles okay?«, fragte die Frau neben ihr, die schon nervös zu ihr gesehen hatte, als Mia den Kopf gegen den Sitz vor sich lehnte.

»Ihnen wird doch nicht schlecht, oder?«, hakte die Frau nach und betrachtete Mia mit einer Mischung aus Angst und Mitleid. »Denn wenn Sie sich übergeben, muss ich garantiert auch kotzen, und ich möchte nur sicher sein, dass hier genug Tüten sind.«

»Ähm, nein, mir geht es gut, keine Sorge. Mir ist nicht schlecht«, antwortete Mia und versuchte, sich ein überzeugendes Lächeln abzuringen. »Mich macht Fliegen nur ein bisschen nervös, sonst nichts, und es hilft mir, wenn ich, ähm, meinen Kopf nach vorn lehne, so.« Sie machte es in der Hoffnung vor, mehr von Toms Unterhaltung mitzubekommen und womöglich noch einige pikante Informationen aufzuschnappen. Die Frau neben ihr wirkte nicht überzeugt und wühlte hektisch in den Sitztaschen nach einem Kotzbeutel, während sie immer wieder skeptisch zu Mia sah.

Da es wohl besser war, sich nicht weiter vorzulehnen, wenn es ihre Nachbarin derart beunruhigte, setzte Mia sich widerwillig gerade hin und konzentrierte sich auf ihre Zeitschrift. Allerdings war ihr nicht entgangen, dass Toms Kopf vom Fenster wegzuckte, als sie sprach – jedenfalls hoffte sie, dass der Klang ihrer Stimme schuld gewesen war. Ansonsten aber weigerte er sich nach wie vor, sich zu ihr umzudrehen. Mia überlegte angestrengt, wie sie sich hinüberlehnen und ihn begrüßen könnte, doch jedes Szenario, das ihr einfallen wollte, verwarf sie sofort wieder. Er ist eindeutig nicht interessiert, sonst hätte er etwas gesagt, als ich mich hingesetzt habe, sagte sie sich. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als still sitzen zu bleiben.

Wieder starrte sie in ihre Zeitschrift. Sie bemühte sich, etwas von der Kolumne aufzunehmen, in der die Autorin beschrieb, wie sie ihren Mann dazu bringen wollte, eine enge Jeans anzuziehen und endlich seine Frühe-Neunziger-Garderobe abzulegen. Doch Mia musste gestehen, dass es ihr nicht gelang.

Sie sah aus dem Fenster. Die Wolken verdichteten sich, als sie weiter nach Norden kamen, dennoch waren hier und da kleine Inseln unter ihnen zu erspähen, und Mia fragte sich, welche toskanischen Inseln das sein mochten. Die Stewardessen kamen mit ihren Wagen, und sie beschloss, sich eine Bloody Mary zu gönnen. Mit der Mäßigung nach der sizilianischen Völlerei kann ich morgen anfangen, dachte sie und sagte sich, dass der Tomatensaft massenhaft Antioxidantien enthielt, die angeblich gut gegen die Begleiterscheinungen des Fliegens waren. Auf die Frage »Möchten Sie etwas zu trinken, Madam?« schüttelte die Frau neben Mia den Kopf. Dabei kniff sie den Mund zusammen und verdrehte ein wenig die Augen.

»Eis und Gewürze dazu?«, fragte die Stewardess Mia lächelnd, und sie nickte.

»Ja bitte.«

Als das Glas mit dem Tomatensaft und die winzige Wodkaflasche herübergereicht wurden, stöhnte Mias Sitznachbarin und stand auf, die Lippen immer noch fest aufeinandergepresst.

»Wollen Sie raus?«, fragte der Mann, der am Gang saß. Nun hielt sie sich die Hand vor den Mund und nickte energisch. Sie schien drauf und dran, über ihn hinwegzusteigen. »Warten Sie, bis der Wagen vorbei ist, dann kann ich aufstehen«, sagte der Mann, der selbst ein bisschen beunruhigt schien. Die Frau stöhnte wieder, blieb stehen und hielt sich mit der freien Hand an der Kopfstütze des Sitzes vor ihr fest.

»Geht es Ihnen gut, Madam?«, fragte die Stewardess, die Mia bedient hatte, und schob ihren Wagen ein Stück weiter. »Wenn Sie sich bitte kurz wieder hinsetzen, dann fahren wir den Wagen aus dem Weg.«

Doch als die Frau den Mund öffnete, um zu antworten, stieß sie ein letztes Stöhnen aus und erbrach sich auf den Sitz vor ihr. Silvia schrie auf, als ein Schwall Erbrochenes auf ihrem Haar und ihrer Bluse landete.

»Oh Gott«, sagte Mia und schlug sich eine Hand vor den Mund. Allerdings konnte sie ihre Schadenfreude nicht ganz verbergen, weil die hübsche Frau an Toms Seite jetzt von oben bis unten voller Kotze sein dürfte.

Eine Stewardess zog hastig den Wagen zurück zur Bordküche, während die andere sich bemühte, die Passagiere zu beruhigen und Silvia sowie Mias Sitznachbarin Tücher zu reichen. Letztere war in Tränen aufgelöst und entschuldigte sich immer wieder, als sie von der Stewardess weggeführt wurde, die ohne Wagen zurückgekommen war.

Auch Silvia wurde zur Toilette gebracht, um sich sauber zu machen. Tom stand auf und drehte sich wütend um. »Findest du das witzig, Mia? Erst tauchst du bei meiner Familie in Cornwall auf, dann auf unserem Grund und Boden auf Sizilien, und jetzt kotzt deine Freundin meine Schwester voll!«

Mia blieb kaum Zeit, die Tatsache zu begreifen, dass die Frau mit dem kastanienbraunen Haar seine Schwester war, und ertappte sich mal wieder dabei, wie sie vor lauter Verblüffung über Toms Ausbruch stumm den Mund auf- und zuklappte. Und abermals verfluchte sie sich im Geiste dafür, dass es ihr vor ihm regelmäßig die Sprache verschlug. Er schien ein echtes Talent zu besitzen, sie so anzublaffen, dass sie keinen Ton mehr herausbekam. Doch bei seinem zornigen Blick wurde Mia allmählich selbst wütend, und das half ihr, sich zu fangen.

»Ich war es nicht, die sich übergeben hat. Das war die Frau neben mir, die jetzt im Waschraum ist, ich hatte nichts damit zu tun. Daher verstehe ich nicht, was du für ein Problem hast. Und zu deiner Information: Sie ist nicht meine Freundin! Ich bin ihr in meinem ganzen Leben noch nie begegnet.«

»Und wieso habe ich dich dann klar und deutlich ›Oh Gott‹ sagen gehört, nachdem es passiert war?«, fragte Tom ein kleines bisschen perplex.

»Ich hatte gerade gesehen, wie die Frau vor mir vollgekotzt wurde. Ich denke, das ist ein ›Oh Gott‹ wert, meinst du nicht? Mir tut leid, dass es deiner Schwester passiert ist, aber das heißt nicht, dass ich es war.«

Tom räusperte sich. »Ja«, murmelte er mehr zu sich als zu Mia. »Okay, entschuldige, ich, ähm, war ein bisschen geschockt und wütend auf dich. Du hast dich direkt hinter uns gesetzt, ohne auch nur ›Hi‹ zu sagen, und da dachte ich irgendwie …« Er beendete den Satz nicht, weil ihm offensichtlich peinlich war, was er gedacht hatte, und er merkte, dass er sich immer tiefer reinritt.

Mittlerweile war Mia rot vor Wut, obwohl sie sich ermahnte, so ruhig wie möglich zu sprechen. Schon jetzt hatten sie die Aufmerksamkeit der Passagiere in ihrer Nähe, und Mia wollte ungern Teil des Bordunterhaltungsprogramms sein.

»Was dachtest du? Dass ich rumlaufe, Leute erst ignoriere und sie dann vollkotze? Warum sollte ich das wohl wollen? Sei nicht albern, Tom.« Während sie allmählich in Fahrt kam, erschien ein Flugbegleiter und versuchte, die Sauerei auf und um Silvias Sitz zu beseitigen.

»Könnten Sie bitte zur Seite rücken? Es tut mir leid, aber die Maschine ist heute voll besetzt, so dass wir Ihnen keine anderen Plätze anbieten können. Wir haben noch eine gute Stunde Flugzeit vor uns, also wenn Sie sich kurz in den Gang stellen, solange ich versuche, das hier, ähm, sauber zu wischen?« Dann machte er sich mit einem kleinen Eimer und jeder Menge Papiertücher ans Werk. Dabei trug er Gummihandschuhe.

Als der Steward fertig war, richtete er sich wieder auf, schob sich mit dem Unterarm die Haare aus der Stirn und setzte wieder sein professionelles Lächeln auf. »Sie können jetzt zurück auf Ihren Sitz, Sir. Es ist so sauber, wie ich es bekommen konnte«, sagte er zu Tom, der den Mann mürrisch ansah und brav wieder zu seinem Sitz stampfte.

Der Steward wandte sich an Mia. »Ist die Rückseite des Sitzes in Ordnung, Madam?«, fragte er freundlich. Mia blickte zu den Flecken auf der Kopfstütze und schüttelte den Kopf. »Okay, darf ich Sie und den Gentleman dann bitten, für einen Moment auf den Gang zu treten, damit ich den Bereich auch desinfizieren kann?« Er lächelte sie strahlend an.