Verlag: Romeon-Verlag Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

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E-Book-Beschreibung Mondsüchtig - Bianca Birkorth

„MONDSÜCHTIGKEIT“ Was ist das? Wenn jemand davon sprach, dachte ich, dies sei nur Wichtigtuerei und Spinnerei. So etwas gibt es doch nicht oder doch? Ganz schnell änderte ich meine Meinung, denn ich wurde eines Besseren belehrt. Mit Grauen stellte ich fest, das es so etwas wirklich gab. Mein eigener Mann war davon betroffen! Das Schlimmste passierte dann in unserem Urlaub. Hätte ich nur einen Moment gezögert, mein Mann wäre heute nicht mehr am Leben. Mehr als einmal kam ich in Situationen, in denen ich mir fast keinen Rat mehr wusste. Was konnte ich bloss tun um meinen Mann vor Schaden zu bewaren? Ich war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst was für Ausmaße diese „MONDSÜCHTIGKEIT“ mit sich bringen würde. Als ich mir keinen Rat mehr wusste erzählte ich es meinem Mann. Er lachte mich nur aus. Ich versuchte ihm klar zu machen, das diese Vollmondnächte für ihn gefährlich waren. Ein Arzt konnte ihm helfen, doch bis es soweit war, kamen noch viele Stunden voller Angst und Bangen auf mich zu.

Meinungen über das E-Book Mondsüchtig - Bianca Birkorth

E-Book-Leseprobe Mondsüchtig - Bianca Birkorth

Mondsüchtig - Der Mond macht mich an!

1. Auflage, erschienen 10-2018

Umschlaggestaltung: Romeon Verlag

Umschlag-Foto: ©darkfoxelixir - fotolia.com

Text: Bianca Birkorth

Layout: Romeon Verlag

ISBN (Print): 978-3-96229-087-0

ISBN (E-Book): 978-3-96229-094-8

www.romeon-verlag.de

Copyright © Romeon Verlag, Kaarst

Das Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung und Vervielfältigung des Werkes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks und der Übersetzung, sind vorbehalten. Ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Verlages darf das Werk, auch nicht Teile daraus, weder reproduziert, übertragen noch kopiert werden. Zuwiderhandlung verpflichtet zu Schadenersatz.

Alle im Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden vom Autor nach bestem Gewissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages. Er übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Mondsüchtig

oder

Der Mond macht mich an!

Ein Roman von

Bianca Birkorth

Prolog

Der Sommer neigte sich dem Ende zu. Wie jedes Jahr bedauerten wir, dass uns die Arbeit wieder einmal wichtiger gewesen war als alles andere. Dazu gehörte auch, dass wir abermals keinen Urlaub machen konnten. Oft hatten wir daran gedacht, das Geschäft einfach mal zwei oder drei Wochen zu schließen, doch es hing so vieles davon ab, es war einfach nicht machbar. Alles hatte immer Vorrang, unser Urlaub musste dem weichen. Doch das sollte sich ab dem nächsten Jahr ändern, das hatten wir uns beide ganz fest vorgenommen, mein Mann und ich. Und so planten wir schon jetzt einen ausgiebigen Urlaub von einigen Wochen. Endlich mal nur an uns denken. Da unsere Söhne nun auch ins Geschäft integriert waren, sollte das machbar sein. Doch bis es so weit war, kamen so einige Dinge auf uns zu, mit denen man einfach nicht rechnen konnte. Auch für mich, denn ich entdeckte plötzlich etwas, das mich unheimlich erschreckte.

Bis vor einigen Monaten konnte ich kaum begreifen, was in einem Menschen vorgehen kann, wenn der Vollmond scheint. Doch dann fiel mir auf einmal auf, dass sich mein Mann für drei Nächte im Monat immer im Bett herum wälzte und schlecht schlief. Manchmal stand er auch auf und ging in die Küche, um etwas zu trinken. Er sprach kein Wort, ging einfach, kam zurück, legte sich wieder ins Bett und schlief weiter. Manchmal bekam ich davon auch nichts mit, aber wenn ich am nächsten Tag dann eine Flasche Wasser auf dem Küchentisch stehen sah, wusste ich, dass er in der Nacht wieder wach war. Meist vergaß er nämlich, die Flasche wieder in den Kühlschrank zurückzustellen. Anfangs wunderte ich mich schon darüber, da gerade er immer sein Wasser kalt trinken wollte und meckerte, wenn es draußen stand.

Ich fragte mich, ob mir das früher einfach nur nie aufgefallen oder ob es tatsächlich neu war. Vielleicht hatte es ja etwas mit dem Alter zu tun. Immerhin beobachtete ich, dass es nur dann geschah, wenn der Mond voll am Himmel stand. Ich hatte mal einen Artikel in der Zeitung über ›Mondsüchtige‹ gelesen, das Phänomen wurde auch ›LUNATISMUS‹ genannt. Wenn ich mich recht erinnerte, stand dort, dass so etwas auch oft vererbt wurde. Nur war mir nicht bewusst, dass es in der Familie meines Mannes oder bei unseren Söhnen so etwas gab.

War denn mein Mann wirklich davon betroffen? Diese Frage stellte ich mir immer wieder und kam doch zu keinem Ergebnis. Obwohl alle Anzeichen dafür sprachen. Es war für mich einfach unbegreiflich. An den Tagen des Vollmondes war mein Mann sehr unruhig, das hatte ich schon des Öfteren bemerkt, aber es waren ja nur drei Tage, dann war alles wieder wie immer. Nein, ich konnte es einfach nicht glauben, zumal ich mir unter ›MONDSÜCHTIGKEIT‹ nicht wirklich etwas vorstellen konnte. Ich tat es immer als Spinnerei ab, dachte, jene, die davon sprachen, wollten sich nur wichtig machen.

Doch dann kam der Tag, an dem ich fassungslos mitansehen musste, dass es das Phänomen doch gab. Endlich hatten wir es geschafft und waren nach Madeira in den Urlaub geflogen. In Gedanken sehe ich heute noch den Vollmond, der in unser Hotelzimmer schien. Ich stand da und sah mir das Schauspiel an. Vögel flogen in die Mondsilhouette und es sah fantastisch aus, vielleicht auch ein kleines bisschen gespenstisch. Als hätte man ein Bild mit einem riesigen Mond an den Himmel gemalt. Wunderschön leuchtete er in unser Zimmer, das im zweiten Stock des Hotels lag. Eine ganze Weile stand ich da und war einfach fasziniert von diesem Anblick. So nah und groß sah man den Mond in Deutschland nicht, davon war ich überzeugt. Hier auf Madeira hatte man das Gefühl, man brauche nur die Hand auszustrecken und könne den Mond dann berühren.

Ich lachte bei dem Gedanken, der mir durch den Kopf schoss: Der Mond macht mich an. Und ich konnte mich von dem Anblick einfach nicht losreißen. Ewig muss ich dagestanden haben, bis ich mich endlich schlafen legte. Mein Mann Jürgen schlief schon tief und fest. Er war lange vor mir zu Bett gegangen. Wie er zu mir sagte, hatte er etwas Kopfschmerzen, und müde war er außerdem.

Doch in dieser besagten Nacht geschah etwas, was mir bis heute keine Ruhe lässt. Zeitlebens werde ich es nicht mehr vergessen können. Denn wenn ich nur einen Moment gezögert hätte, wer weiß, was passiert wäre. Mit Schrecken denke ich immer wieder daran zurück, wenn der Mond voll am Himmel steht. Dass der Mond gewisse Kräfte hat, das war mir schon früher bewusst. Dass er das Wetter beeinflusst oder auch Ebbe und Flut, das war mir schon klar. Doch dass er einen Menschen derart außer Kontrolle bringen konnte, das war mir neu – und doch war es so.

Mir war ja schon seit einiger Zeit die Unruhe meines Mannes an diesen Vollmondtagen aufgefallen und das hatte mich belastet. Doch ich wollte nie mit ihm darüber sprechen. Bestimmt hätte er mich ausgelacht. Also hatte ich mich informiert über das Phänomen der Mondsüchtigkeit und Bücher darüber gelesen. Die meisten Betroffenen erlebten es nur in der regulären einen Vollmondnacht. Das allerdings schien bei meinem Mann anders zu sein. Bei ihm waren es drei Nächte, in denen er von dieser Unruhe gepackt war.

Nun erinnerte ich mich an einige Erfahrungsberichte, erzählt von Menschen, die so etwas selbst miterlebt hatten und sie erklärten in ihren Kommentaren, wie man sich in solch einem Fall verhalten sollte oder musste. Was Menschen in dieser Tiefschlafphase so alles anstellten! Einfach Wahnsinn, dachte ich damals, als ich die Bücher gelesen hatte, und konnte es kaum fassen. Und nun erlebte ich es bei meinem eigenen Mann. Ich hatte das Problem nie wirklich ernst genommen, wollte einfach nicht wahrhaben, das so was auch gefährlich sein kann. Er war in diesen Nächten zwar immer ziemlich unruhig, doch nie ist irgendetwas passiert. Er ist auch nie geschlafwandelt oder Ähnliches. Und nach meist drei Nächten war der Spuk auch wieder vorbei. Alles war wieder ganz normal.

Aber dann änderte es sich ...

Kapitel 1

Eigentlich fing alles damit an, dass Jürgen und ich endlich nach vielen Jahren eine Urlaubsreise geplant hatten. Mein Traumziel war die Blumeninsel Madeira. Und am liebsten wollte ich zu unserer Silbernen Hochzeit eine schöne Reise dorthin machen. Doch damals hatten wir nicht die Möglichkeit, da in diesem Jahr das Hochwasser unsere Pläne zunichte machte. Wir hatten in Folge zwei Jahren gebraucht, um unsere zerstörte Gärtnerei wieder aufzubauen. Alles war den Fluten zum Opfer gefallen. Gegen solche Naturkatastrophen ist man einfach machtlos, man ist ihnen völlig ausgeliefert. Nicht lange danach wurde dann auch noch eine Sturmwahrung herausgegeben, die unsere Region am schlimmsten treffen sollte. Wir versuchten alles, um den Schaden so gering zu halten wie möglich. Mein Mann machte alles sturmfest. Was er in den Keller bringen konnte, räumte er dorthin. Unser Haus war umrahmt von einigen großen Tannen, da dachten wir, es sei gut geschützt, da kann so schnell nichts passieren. Leider sollte sich das als Irrtum erweisen.

Es war spät am Abend und wir hatten den Fernseher eingeschaltet und sahen, dass es in unserer Region schon etliche Bäume entwurzelt hatte und teilweise Dächer von dem Sturm abgedeckt worden waren. Ich sagte noch zu meinem Mann: »Mein Gott, das sieht ja schlimm aus.« Da fiel auf einmal der Strom aus. Vor Schreck schrie ich auf. Mein Mann beruhigte mich. Im Dunkeln suchte ich einige Kerzen, als es plötzlich einen furchtbaren Knall gab. Ich sagte nur zu meinem Mann: »Das war unser Dach.«

Erschrocken rannten wir hinaus, stellten uns auf die Straße und mein Mann Jürgen, leuchtete mit einer Taschenlampe aufs Dach. Da sahen wir die ganze Bescherung: Einer der Bäume, die hinter unserem Haus standen, war entwurzelt worden und auf unser Dach gestürzt. Entsetzt sahen wir, dass sich einige Dachziegel gelöst hatten und nun in unserem Garten verstreut lagen.

Mein Mann lief ins Haus zurück, um zu sehen, ob der Baum das Dach durchschlagen hatte. Aber wir hatten Glück im Unglück. Wir riefen die Feuerwehr, die uns nach einer ganzen Weile zur Hilfe kam. Als Erstes fragten sie uns, ob jemand verletzt sei. »Nein, wir sind in Ordnung«, sagte mein Mann. Wie uns ein Feuermann sagte, konnten wir uns glücklich schätzen, das nicht mehr passiert war. Einige andere waren bereits ins Krankenhaus gebracht worden. Und dann fingen sie an, ihre Geräte auszupacken und stellten Leitern auf. Sie sägten den Baum von oben nach unten ab. Es dauerte schon eine ganze Weile, bis sie es endlich geschafft hatten. Dann stellten wir fest, dass der Schaden größer ausgesehen hatte, als er tatsächlich war. Doch der Schock saß tief.

Am nächsten Tag standen wir vor dem Haus und besahen uns den Schaden. Die Dachdecker, die wir beauftragt hatten, fingen an, die Ziegel, die herunter gekommen waren, zu ersetzen. Einer der Arbeiter erzählte, dass bei anderen das komplette Dach abgedeckt worden war. Da wir insgesamt recht glimpflich davongekommen waren und alle, die uns kannten, tatkräftig mithalfen, konnten wir alle Schäden in kurzer Zeit beseitigen.

Dennoch waren wir mit den Nerven am Ende. »Erst das Hochwasser, dann der Sturm. Was kommt als Nächstes?«, sagte mein Mann noch zu mir. Ich schüttelte nur den Kopf. »Das weiß keiner!«

Unsere Kinder bemerkten natürlich, dass wir ganz schön fertig waren und schlugen vor, den geplanten Urlaub nun doch in Angriff zu nehmen. Mein Mann und ich hatten den auch wirklich dringend nötig. Und so wälzten wir einen Prospekt nach dem anderen, bis wir uns für meinen Favoriten, die Blumeninsel Madeira, entschieden. Das Hotel, das wir uns aussuchten, war nur fünf Minuten vom Strand entfernt. Ein Jachthafen war auch in der Nähe, davon war vor allem mein Mann total begeistert. Uns gefiel auch, was über die Insel, die Vegetation und das Klima so alles zu lesen war. Also begannen wir nach all dem Stress, unseren Urlaub zu planen, was uns beiden sehr viel Spaß machte.

Zum ersten Mal war ich durch einen Film auf diese wunderschöne Insel aufmerksam geworden. Als Gärtner aus Leidenschaft musste man sich in die ›Blumeninsel‹ einfach verlieben. Ganz heimlich spielte ich auch mit dem Gedanken, unseren Lebensabend auf diesem herrlichen Flecken Erde zu verbringen. Das Klima wäre für uns beide ideal. Außerdem waren wir ja nun in einem Alter, wo man sich zur Ruhe setzen könnte. Doch das würde Jürgen natürlich mitentscheiden müssen. Als ich es ihm gegenüber ganz vorsichtig ansprach, war er begeistert, denn auch er hatte sich darüber schon Gedanken gemacht. »Wir könnten unser Haus verkaufen, Marie, dann hätten wir das Geld, um uns dort eine Wohnung oder ein kleines Häuschen zu suchen.«

Auswandern war in jungen Jahren schon einmal eine Option für uns, aber dann bin ich schwanger geworden und alles war hinfällig.

Dass wir überlegten, Deutschland eventuell den Rücken zu kehren, sollte aber vorerst unser Geheimnis bleiben. So erzählte ich auch niemandem, dass ich mir schon eine Wohnung im Internet angesehen hatte, die mir sehr gut gefiel. Sie hatte vier Zimmer, zwei Bäder und lag im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses. Wie mir der Makler schrieb, waren gerade diese Wohnungen sehr beliebt, weil man vom Balkon aus sogar das Meer sehen konnte. Einen Aufzug gab es auch, das fand ich hervorragend – man wird ja schließlich nicht jünger. Außerdem war die Wohnung bereits sehr geschmackvoll eingerichtet.

Unser Geschäft könnten wir an unsere beiden Söhne weitergeben, die sich bestimmt darüber freuen würden, endlich unabhängig zu sein. Die beiden verstanden sich prächtig, und auch ihre Frauen arbeiteten im Geschäft mit. Ja, eine Gärtnerei ist schon etwas sehr Schönes. Das ganze Jahr von Blumen und frischen Pflanzen umgeben zu sein, ist aber auch eine Heidenarbeit. Das wussten auch unsere Söhne und Schwiegertöchter, aber sie liebten diese Arbeit und das alleine zählt.

Wir hatten riesiges Glück, dass unsere Söhne Robert und Markus in unsere Fußstapfen getreten sind. Sie haben beide ein Gartenbau-Studium absolviert und seitdem bei uns in der Gärtnerei mitgearbeitet. So was war nicht selbstverständlich. Auch nicht, dass sich die Jungs so gut verstanden, zumal sie fünf Jahre auseinander waren. Doch sie haben immer zusammengehalten und alles gemeinsam gemacht. Und schließlich haben beide eine Frau kennengelernt, und beide haben von der Pike auf Gärtner gelernt. Ein schöner und fast unglaublicher Zufall. Wir konnten uns wirklich glücklich schätzen.

Kurz vor unserem Urlaub kam mein Mann zu mir und fragte mich: »Was hältst du davon, Marie, wenn wir den Betrieb jetzt schon zu gleichen Teilen unseren beiden Söhnen überschreiben?«

»Mensch, Jürgen, das ist eine gute Idee«, sagte ich zu meinem Mann. Das schwebte mir auch schon vor, ich wollte aber noch abwarten, denn ich wusste, wie sehr mein Mann seinen Beruf und die Arbeit in der Gärtnerei liebte. Nun verabredeten wir, die Kinder zum Essen einzuladen und ihnen zu verkünden, was wir beide vorhatten.

Wir gingen zum Italiener, das Essen liebten wir alle. Als wir fertig waren und Jürgen noch eine Flasche Sekt bestellte, schauten uns unsere Söhne fragend an. »Bei euch ist wohl der Wohlstand ausgebrochen?«, gab dann auch Gabriele von sich und sie und unsere andere Schwiegertochter Monika lachten.

»Nun, es hat schon einen bestimmten Grund«, fing mein Mann an. Nun warteten alle gespannt, was er sagen würde. Aufmerksam hörten sie Neuigkeiten und schienen sehr überrascht zu sein.

»Vati, Mutti, was habt ihr denn vor?«, kam es schließlich von unserem jüngsten Sohn Robert.

»Wir können alles in Ruhe daheim besprechen. Nur so viel möchte ich sagen«, antwortete mein Mann, »Mutti und ich überlegen, eventuell auszuwandern. Wir hätten auch schon eine Idee zum Ort für unseren Lebensabend, dort werden wir jetzt erst einmal einige Wochen Urlaub machen und uns Land und Leute ansehen.«

Nun hatte mein Mann es doch verraten. Die Kinder sahen uns ganz erstaunt an. »Seid ihr sicher«, kam es zögernd von unserem Großen, »dass ihr in der Gärtnerei aufhören wollt?«

Sie waren natürlich überrascht, das stand ihnen in die Gesichter geschrieben. Auch unsere Schwiegertöchter Gabriele, Roberts Frau, und Monika, Markus’ Frau, konnten es nicht fassen, dass wir uns von der Gärtnerei trennen wollten. Sie wussten, wie hart wir um das Geschäft gekämpft hatten, als es einmal in einer Krise steckte. Das war ganz am Anfang. Auch damals hatte ein Sturm gewütet, der im Gegensatz zum letzten nicht ganz so stark war, aber einige unserer Gewächshäuser zertrümmert hatte. Von der Versicherung hieß es dann, wir seien unterversichert. Doch mit viel Kraft und einigen Krediten schafften wir es, alles wieder in Ordnung zu bringen. Die Zeiten damals waren schwer, aber wir haben es gemeinsam auf die Reihe bekommen. Die Gärtnerei war schuldenfrei.

Robert sprach nun schließlich aus, worüber sich sicher alle vier Gedanken machten. »Was wird dann aber aus uns?«, kam es etwas kleinlaut von ihm.

»Na, ihr beide bekommt die Gärtnerei zu gleichen Teilen«, sagte Jürgen ganz selbstverständlich.

Erleichtert atmete Markus auf. »Ich dachte schon, ihr würdet die Gärtnerei verkaufen wollen und wir müssten uns alle neue Arbeitsstellen suchen.«

»Nein, das ist euer Erbe, das verkaufen wir doch nicht. Mutti und ich haben uns nicht jahrelang umsonst gequält, um das Geschäft für euch zu erhalten.«

Nun ergriff auch ich mal das Wort: »Papa und ich haben uns die Lebensversicherung auszahlen lassen, das müsste für uns erst einmal langen. Außerdem haben wir beide ja auch jahrelang in die Rentenkasse eingezahlt. Und wir können beide demnächst offiziell in den Ruhestand gehen.«

Robert lachte und freute sich, das alles so bleiben sollte wie es war. Der Kellner kam an den Tisch und brachte den Sekt und fragte auch gleich, ob er einschenken dürfte. Mein Mann nickte und so konnten wir miteinander auf die Zukunft anstoßen.

Da die Aufgaben im Betrieb schon einige Jahre fest verteilt waren, konnten unsere Söhne alles belassen, wie es war. Sie setzten sich selbst ein Gehalt fest, mit dem sie beide gut leben konnten. Der Rest sollte aufs Firmenkonto gehen. Wir freuten uns, und unser Anwalt regelte den Rest in unserem Sinne und für unsere Söhne und Schwiegertöchter.

Dass wir unser Lebenswerk in andere Hände gaben, machte mir persönlich wenig Schwierigkeiten, doch ich merkte meinem Mann an, dass ihm das alles doch ganz schön schnell ging und er sich bald überflüssig vorkam. Er versuchte zwar, es zu überspielen, aber wenn man so lange verheiratet ist, wie wir sind, kennt man sich eben gut. Mir fiel auf, das ihm die Arbeit öfter fehlte, als ihm selbst recht war. Oft ging er früh aus dem Haus und kam erst zum Mittag wieder. Doch ich war von Herzen froh, dass er sich so langsam davon löste. Am Anfang hatte ich doch immer Angst, dass er unseren Söhnen noch eine ganze Weile auf die Finger schauen würde. Wir hatten uns mal darüber unterhalten und er meinte damals zu mir: »Von dem Tag an, wenn ich aufhöre, in der Gärtnerei zu arbeiten, werde ich nur noch dorthin gehen, um Blumen für dich zu besorgen, mein Liebling.«

Unsere Söhne sagten mir schließlich, dass Vater sich kaum einmal blicken ließ. Er hatte ihnen gesagt, wenn sie Fragen haben, könnten sie immer zu ihm kommen, ansonsten hielt er sich wirklich aus allem heraus, was mich persönlich sehr wunderte, aber dennoch freute.

Jürgen hatte mittlerweile andere Hobbys. So traf er sich regelmäßig mit seinen Freunden zum Tennis, Skat oder auch zum Schachspielen, was eine große Leidenschaft von ihm war. Und noch einer weiteren konnte er nun öfter nachgehen: Ein Freund von ihm, der ein Segelboot besaß, nahm ihn ab und zu mit, was meinem Mann sehr gut gefiel.

Meine Freude, endlich mal einen schönen langen Urlaub zu machen, stieg derweil von Tag zu Tag, ich konnte es gar nicht mehr abwarten, endlich fortzukommen. Meine Hoffnung war groß und genauso die Erwartung, dort eine tolle Wohnung oder ein Haus zu finden, um für immer in diesem wunderschönen Teil der Erde zu bleiben und unseren Lebensabend dort zu verbringen, wo andere Urlaub machten.

Nun hieß es langsam anzufangen, die Koffer zu packen. Jürgen hatte die Flugtickets schon vor einigen Wochen gebucht und nun waren sie endlich angekommen. Der Flug würde von Berlin nach Funchal circa vier Stunden dauern. Einen Reiseführer hatte ich mir besorgt und auch schon darin gelesen. Da ich mal Spanisch gelernt hatte, dachte ich, ich würde mit dem Portugiesischen gut zurechtkommen, leider war es nicht so, wie ich feststellen musste. Die beiden Sprachen hatten nichts gemeinsam. Da ich aber sprachbegabt war, würde es für mich einfach werden, davon war ich überzeugt. Doch auch darin sollte ich mich gewaltig täuschen. Ich quälte mich doch sehr mit der Sprache. In den Gebieten auf Madeira, wo viel Tourismus war, wurde aber auch Englisch und Deutsch gesprochen, also beschloss ich, mir über Sprachbarrieren die wenigsten Gedanken zu machen.

Meinem Mann hatte ich auch noch nicht erzählt, dass ich mir inzwischen eine Wohnung im Internet angeschaut hatte, die für uns beide ideal wäre. Das sollte meine persönliche Überraschung für ihn werden. Er wusste auch nicht, dass ich das Geld dafür bereits zusammen hatte. Jahrelang hatte ich Lotto gespielt und nie etwas gewonnen, doch plötzlich hatte ich doch das große Glück. Nun, es war keine riesige Summe, aber 150.000 Euro sind ja auch kein Pappenstiel, dachte ich mir. Bisher hatte ich es niemandem erzählt, obwohl es mir oft auf der Zunge lag. Das Geld hatte ich auf ein Tagesgeldkonto gelegt, wo ich es jeder Zeit abrufen konnte. Was mein Mann wohl dazu sagen würde, wenn er das erfährt? Auf diesen Gesichtsausdruck freute ich mich schon heute.

Doch ich wollte mich gedulden, bis wir im Hotel in Madeira angekommen waren, das nahm ich mir ganz fest vor.

Kapitel 2

Endlich war es so weit, die Koffer waren gepackt, der Tag der Abreise stand kurz bevor. Schon morgen früh sollte es losgehen. Unser Sohn wollte uns zum Flughafen bringen, aber das lehnten wir ab. Wir wollten uns lieber ein Taxi nehmen. Da er sowieso immer früh zum Großmarkt musste, sollte er sich nicht noch mit uns belasten. Schließlich wussten wir, dass die Gärtnerei einem viel abverlangte. Ich musste daran denken, wie es war: das frühe Aufstehen, das Aussuchen der Blumen und Pflanzen auf dem Großmarkt, der Transport ins Geschäft und das Arrangieren dort. Ich habe die Arbeit geliebt, war aber auch froh, dass wir jetzt alles hinter uns gelassen hatten. Nun sollten die Kinder das machen. Für uns konnte nun endlich der Urlaub beginnen. Wir waren gespannt, was uns in Madeira erwarten würde.

Mein Blick fiel auf den Kalender. In einigen Tagen war wieder Vollmond. Ich dachte an meine eigenen Probleme mit dem Einschlafen, die ich in diesen Tagen immer mal hatte. Aber noch mehr dachte ich daran, wie es für meinen Mann sein würde – in der neuen Umgebung und ohne den alltäglichen Stress, den wir all die Jahre hatten.

Ganz in Gedanken versunken saß ich da und starrte auf die gepackten Koffer. Von mir aus hätte es sofort losgehen können.

Dann klopfte es plötzlich an die Tür. Keine Sekunde später stand Robert mit einem »Hallo Mutti« vor mir. »Oh, ihr habt ja schon alles gepackt«, sagte er noch.

»Na ja, Sohnemann, das musste ich schon allein machen. Wenn es nach deinem Vater gegangen wäre, hätte er nur eine größere Handtasche dabei.« Wir schauten uns an und mussten beide lachen.

»Das hab ich dann wohl von ihm«, meinte Robert. »Ich denke auch nur an das Wichtigste, das andere muss meine Frau machen. Da schimpft mich Gabi auch immer aus.«

»Komm, setz dich mal«, sagte ich und Robert nahm sich den Stuhl neben mir. »Wolltest du mir etwas sagen, oder weshalb bist du hier?«

Nein, ich wollte mich eigentlich nur verabschieden und euch einen tollen Urlaub wünschen. Und von Gabi natürlich auch liebe Grüße. Bitte meldet euch, wenn ihr dort angekommen seid.«

»Na klar, das machen wir«, antwortete ich ihm.

Robert nahm mich in den Arm und ich drückte ihn ganz fest. Was hatten wir doch für ein Glück mit unseren Kindern! Am Abend kamen Markus und Monika noch vorbei und wünschten uns ebenfalls einen schönen Urlaub.

»Wo ist denn Vati«, fragte mein Sohn dann.

Das konnte ich ihm nicht sagen. Ich wusste oft nicht, wo er eigentlich steckte. Nun, die Kinder brauchten ihn nicht mehr, also konnte er seinen Hobbys nachgehen, die er ja auch jahrelang vernachlässigen musste. Seine Freizeit so zu gestalten, wie er wollte, das liebte Jürgen, das wusste ich. Er sagte ja auch ständig, ich sollte mich auch mal wieder meinen Hobbys widmen. Doch ich hatte eigentlich keine. Klar, ich würde gerne mal wieder mit ihm segeln gehen, aber das können wir alles machen, wenn wir Urlaub haben, sagte ich mir.

Allerdings konnte ich mich für seine Liebe zum Sport nicht so begeistern, es war mir einfach zu anstrengend. Wie manche es fertigbrachten, noch Sport zu treiben bei so viel Arbeit, war mir immer ein Rätsel. Wenn ich am Abend aus dem Geschäft kam, wollte ich nur noch eins: ausruhen, entspannen und die Beine hochlegen. Klar, ich spielte auch ab und zu einmal Schach mit meinem Mann, aber ich war da nicht so begabt. Markus, unser Sohn, hat mir mal verschiedene Züge beigebracht, aber ich bin bisher noch nicht dazu gekommen, sie mit Jürgen in einem gemeinsamen Spiel auszuprobieren. Nun, vielleicht ergab sich ja im Laufe der nächsten Zeit etwas in dieser Art. Dort, wo wir leben wollten, kannte er ja noch niemanden, da würde er doch schon mal auf mich zurückgreifen. Vielleicht werde ich dann auch mal probieren, Tennis zu spielen. Schließlich hatte ich ja keine anderen Verpflichtungen mehr, da macht es bestimmt auch Spaß, sich mal auszupowern. Mein Mann fand sowieso, dass ich mich zu wenig sportlich betätigte, auch wenn ich, so hat er gleich betont, eigentlich für mein Alter noch eine ganz gute Figur hatte.

So hatte er also immer irgendwie sein Tun und ich verlor so allmählich den Überblick. Unsere Schwiegertöchter, Gabriele und Monika, zum Beispiel spielten im selben Club Tennis wie mein Mann. Wenn ich sie fragte, ob sie mal wieder mit ihrem Schwiegervater gespielt hatten, verneinten sie es. Nun, Jürgen ging ja auch meist nach dem Frühstück schon eine Partie spielen, wie er sagte. Doch es gab da diesen kleinen Stachel, den ich nicht ganz loswerden konnte. Vor allem wenn sich Dinge ereigneten wie heute. Am morgen verabschiedete er sich, wollte Tennis spielen gehen, während ich mich um das Gepäck kümmerte, doch es kam ein wichtiger Brief für ihn, der noch heute am besten beantwortet werden sollte. Ich rief im Club an, um ihn zu sprechen, doch der Wirt meinte, Jürgen war noch gar nicht dort. Etwas komisch kam mir das doch vor. Aber ich schob das weg, dachte mir, vielleicht ist er auch in den Schachclub gegangen. Weil es wirklich wichtig war, die Angelegenheit noch vor unserem Urlaub zu regeln, rief ich also auch dort an. Aber auch da war er nicht, was mich nun doch sehr wunderte. Den Kindern gegenüber sagte ich natürlich nichts, fand es aber sehr schade, dass sie sich nicht von ihrem Vater verabschieden konnten, weil er sich wer weiß wo herum trieb.

Dann ging die Tür auf und Jürgen kam herein. »Hallo Marie, ich bin wieder da«, rief er gutgelaunt.

»Wo warst du denn?«, fragte ich ihn.

»Du weißt doch, dass ich heute in den Club zum Tennis spielen wollte.«

Ich sah ihn an. »Ja, das hast du zu mir gesagt.«

»Na, dann weißt du doch, wo ich war!«

Mir kam das äußerst seltsam vor. Er log mich an, ohne rot zu werden. Erst wollte ich ihn zur Rede stellen, doch dann überlegte ich es mir anders.

Jürgen sah auf die Koffer. »Oh, du hast schon gepackt. Schön! Dann können wir vielleicht einen Happen essen, ich habe Hunger.«

Weshalb belog mich mein Mann, fragte ich mich. Doch ihn darauf ansprechen, wollte ich nicht, das hätte ja so ausgesehen, als sei ich misstrauisch. Leider war ich das mittlerweile aber tatsächlich. Fehlt nur noch, dass er eine Freundin hatte, schoss mir durch den Kopf. Nun, es wird doch immer erzählt, wenn Männer zu viel Freizeit haben, kommen sie auf dumme Gedanken. Mir wurde heiß, bei dem, was ich mir da zusammen reimte. So ein Blödsinn, sagte ich mir sofort. Bei Jürgen konnte ich mir so etwas absolut nicht vorstellen. Doch ging das nicht vielen Frauen so? Hätten nicht alle für ihren Mann die Hand ins Feuer gelegt? Etliche hätten sich verbrannt, wie man so hörte. Da fielen mir unsere Nachbarn ein. Sie haben sich auch kurz nach ihrer Silberhochzeit getrennt. Aber da war sie diejenige, die ihren Mann betrogen hat und er hat sie dabei erwischt und sich sofort scheiden lassen.

»Hey Liebling, was träumst du denn?«, stieß mein Mann mich an.

»Ach nichts. Robert und Markus waren hier und wünschen uns einen schönen Urlaub«, sagte ich zu meinem Mann.

»Ja, danke«, kam nur vom ihm. »Ich freue mich auch schon sehr darauf«, lachte er und sah mich dabei schmunzelnd an.

Dass mein Mann eine Freundin haben könnte und mit mir nun in Urlaub fliegt, das ist ja wohl ausgeschlossen, dachte ich. Doch diese Fälle gab es schon mehr als einmal, und dann kam die große Trennung und der Jammer. Immer wieder kam mir der Gedanke, eben weil er in letzter Zeit so oft alleine unterwegs war. Wenn ich mal mitwollte, fiel ihm immer irgendetwas ein, was dagegen sprach. Und mir fiel so einiges auf, was er früher nie gemacht hatte. So rasierte er sich neuerdings jeden Morgen schon vor dem Frühstück, und ein neues Deo hatte er sich auch zugelegt. Er war nun immer adrett und schick angezogen. Sind das nicht Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt in einer Beziehung? Einmal sprach ich ihn tatsächlich darauf an, da lachte er nur und meinte: »Gefällt es dir denn nicht?« Klar, gefiel es mir, nur hatte ich nicht viel davon, weil er meist kurz danach verschwand. Nur wohin?

Das ging nun schon einige Wochen so. Mich konnte eigentlich so schnell nichts erschüttern, aber den Gedanken, dass vielleicht doch eine andere Frau im Spiel sein könnte, wurde ich nicht los. Warum sonst wollte er immer überall alleine hingehen? Das musste doch einen Grund haben! Doch ich wollte mich auch nicht dazu herablassen, ihm hinterher zu spionieren.

Wenn in einer Ehe das Vertrauen verloren geht, dann ist sie so gut wie kaputt, das war meine Einstellung. Immer konnte ich meinem Mann vertrauen. Nie hat er mich belogen. Und nun das. Sollte unsere Ehe am Ende sein? Nein, unmöglich! Ich konnte mir das einfach nicht vorstellen.

Ach, was sollen diese dummen Gedanken? Wir lieben uns doch. Gerade gestern hat er zu mir gesagt: »Marie, du bist die Liebe meines Lebens.« So was sagt man doch nicht zu seiner Frau, wenn man sich von ihr trennen will. Also verbannte ich alle dummen Gedanken und beschloss, bei nächster Gelegenheit einfach mal mit ihm in den Club zu gehen, ohne ihn großartig vorher zu fragen. Sicher würde er sich wundern, aber vielleicht, so dachte ich mir, würde er sich auch freuen.

Etwas erleichtert bereitete ich unser Abendessen und wir aßen gemütlich zusammen. Mein Mann schien vor sich hin zu träumen. Er lächelte sogar etwas. Als ich ihn ansprach, schaute er mich an, als ob er gerade aus einer anderen Welt käme. Ich musste ein ziemlich verdutztes Gesicht gemacht haben, denn er fragte mich: »Was hast du denn, Liebling?«

»Ach nichts, du hast nur ausgesehen, als ob du von irgend etwas sehr Schönem träumst«, sagte ich daraufhin zu ihm.