Mord an der Mauer - Sven Felix Kellerhoff - E-Book

Mord an der Mauer E-Book

Sven Felix Kellerhoff

4,7
15,99 €

oder
Beschreibung

Vor fünfzig Jahren gingen die Bilder von Peter Fechters Sterben ander Berliner Mauer um die Welt. Der 18-jährige Bauarbeiter hatte einen Fluchtversuch gewagt - und war niedergeschossen worden. Weil dieser Mord am helllichten Tag und mitten in Berlin stattfand, gab es viele Augenzeugen, zahlreiche Fotos und sogar bewegte Bilder. Fünfzig Minuten verblutete Fechter im Schatten der Mauer. Gestützt auf bisher unveröffentlichte Akten, Ermittlungsergebnisse der DDR-Staatssicherheit und der West-Berliner Polizei sowie eigensgeführte Interviews mit Augenzeugen erzählen Lars-Broder Keil und Sven Felix Kellerhoff die dramatische Geschichte dieser gescheiterten Flucht. Sie erinnern an die tödliche Alltäglichkeit der innerstädtischen Grenze, beschreiben das Gedenken an Peter Fechter und analysieren die juristische Aufarbeitung dieses Verbrechens.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 147




LARS-BRODER KEILSVEN FELIX KELLERHOFF

Mord an der Mauer

Der Fall Peter Fechter

Mit einem Geleitwort von Klaus Wowereit

Herausgegeben von Thomas Schmid

Lübbe Digital

Vollständige E-Book-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG erschienenen Werkes

Lübbe Digital in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG

Originalausgabe

Copyright © 2012 by Quadriga Verlag in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln

Umschlaggestaltung und Satz: Kristina Kienast, Berlin

Umschlagfoto: ullstein bild/TopFoto

Datenkonvertierung E-Book: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

ISBN 978-3-8387-2053-1

Sie finden uns im Internet unter

www.luebbe.de

Bitte beachten Sie auch: www.lesejury.de

... er wollte nur die Freiheit.

Inhalt

Geleitwort von Klaus Wowereit

13. August 1962Leben mit der Mauer

17. August 1962Sterben an der Mauer

17. bis 31. August 1962Zorn und Trauer

1962 bis 1990Gedenken

1990 bis heuteAufarbeitung

Nachwort von Thomas Schmid

Danksagung

Quellen- und Literaturverzeichnis

Bildnachweis

Geleitwortvon Klaus Wowereit

Die Berliner Mauer war Schauplatz dramatischer Szenen. Aber kaum eine hat die Öffentlichkeit so bewegt wie das langsame Sterben des 18-jährigen Maurergesellen Peter Fechter am 17. August 1962 im Todesstreifen. Es geschah mitten in Berlin und vor aller Augen.

Der Tod von Peter Fechter war ein Fanal für die Solidarität und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Berlinerinnen und Berliner. Sein »öffentliches Sterben« durch die von DDR-Grenzern abgegebenen Schüsse bedeutete eine schier unerträgliche Provokation nicht nur für die zahlreichen Augenzeugen, sondern auch für die politisch Verantwortlichen auf Seiten des Senats von Berlin wie der US-Schutzmacht.

Wut und Empörung der Menschen in West-Berlin richteten sich gegen ein Unrechtsregime, dem jedes Mittel recht war, um seiner Bevölkerung elementarste Freiheitsrechte zu verweigern. Wie schon beim Bau der Mauer fühlten sich die Menschen hilflos. Seit dem 13. August 1961 waren die Einflusssphären der beiden Blöcke festgezurrt, und keine Seite wagte, die labile politische Balance zu gefährden.

Der Fall fand im Westen ein enormes öffentliches Echo. Die Zeitungen druckten Bilder des Sterbenden und berichteten ausführlich über den Vorfall. Das Foto von Wolfgang Bera mit den vier DDR-Polizisten, die den leblosen Peter Fechter wegtragen, ging um die Welt und hat sich tief in die kollektive Erinnerung eingegraben. Das amerikanische Time Magazine prägte in seiner Ausgabe vom 31. August 1962 einen Begriff, der fortan zum Synonym für die Berliner Mauer wurde: »Wall of Shame«.

Nichts zeigt den Charakter dieses schändlichen Bauwerks deutlicher, als die Ereignisse des 17. August 1962. Alljährlich am 13. August erinnert das Land Berlin mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal für Peter Fechter an dessen Fluchtversuch und Tod. Die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße dokumentiert ausführlich den Fall Peter Fechter und setzt ihn in einen engen Bezug zur Geschichte der Berliner Mauer, zum Grenzregime und zur SED-Diktatur insgesamt.

Peter Fechters Tod berührt die Menschen bis heute. Und mahnt uns sowie kommende Generationen, dass in Deutschland nie wieder Diktatur und Unterdrückung herrschen dürfen. Zugleich denken wir mit Dankbarkeit an die Frauen und Männer der DDR-Opposition, die erfolgreich für die friedliche Revolution gekämpft haben, durch die der SED-Staat letztlich untergegangen ist und die Vereinigung möglich wurde.

Klaus WowereitRegierender Bürgermeister von Berlin

Leben mit der Mauer

Schlagartig steht das Leben still in Berlin. Genau um zwölf Uhr beginnt am Montag, dem 13. August 1962, eine dreiminütige obligatorische Verkehrs- und Arbeitsruhe. Genauer: im amerikanischen, britischen und französischen Sektor der geteilten Stadt. Der Senat hat einige Tage zuvor beschlossen, dass alle Autos, Busse und Lastwagen anhalten sollen, wenn die Glocken der Kirchtürme zu läuten beginnen. Auch Busse und U-Bahnen bleiben stehen, der Fahrplan der staatlichen Berliner Verkehrsbetriebe ist unterbrochen. Privaten Unternehmen kann die Stadtregierung zwar keine Vorschriften machen, doch sträubt sich keine einzige Firma gegen die kurze Unterbrechung der Arbeit vor der Mittagspause.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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