Mord für Anfänger - Ian McGanix - E-Book

Mord für Anfänger E-Book

Ian McGanix

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Beschreibung

Sophia Tieffeld wohnt in einem kleinen Ort am Meer. Gerade noch hat ihr ihre beste Freundin Emma gesagt, dass sie besser ohne ihren furchtbaren Ehemann dran wäre und schon ist er tot. Dann erfährt sie auch noch, dass der verschiedene Ehemann ein Profikiller war. Plötzlich gehen Entführungen, mehrere -nicht ganz freiwillige - Todesfälle und neue Freundschaften Hand in Hand. Seien Sie gespannt, wie Sophia und ihre beste Freundin die Herausforderungen der besonderen Art meistern. Mit Mord für Anfänger zeigt sich, dass es in modernen Krimis, wie im wahren Leben ist. Lachen und Weinen liegen nur ein paar Seiten voneinander entfernt.

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Seitenzahl: 255

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Mord für Anfänger

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

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Epilog

Impressum neobooks

1

Der Tag neigte sich seinem Ende entgegen, während Sophia vor dem Fernseher saß. "Herzlich willkommen zu Ihren Lokalnachrichten. Wie immer haben wir heute für Sie ..." Sophia nutze das Einleitungs-Blabla des Sprechers, um ihr Glas aufzufüllen. "Es gibt Neues im Fall van Hoortem ...", leitete der Sprecher mit bedeutungsschwerer Miene ein. Seit Wochen berichteten diverse Sender und Zeitungen über den als Kinderschänder entlarvten Maic van Hoortem. Sein Doppelleben hatte er jahrelang vor seiner Frau geheim halten können. Sie wusste nichts davon, dass er wahllos Kinder verschleppt und verkauft hatte. Den Berichten zufolge hatte er Kleinkinder zur Adoption anbieten lassen und Teenager an Bordelle im Ausland verkauft – alle Altersklassen sind ihm zum Opfer gefallen. Darüber hinaus hatte er sich offensichtlich auch selbst an diversen Kindern vergriffen. Nun aber würde man ihm den Prozess machen. Sophia, die selbst keine Kinder hatte, fand dass Maic van Hoortem mindestens für den Rest seines Lebens hinter Gitter gehörte. Ihre beste Freundin Emma hingegen hatte härtere Strafen im Kopf. "Na, mit dem sollte man das machen, was er den armen Kindern angetan hat! Oder ihm gleich sein bestes Stück abschneiden. Und zwar ohne Betäubung." Emmas Worte hallten Sophia just in diesem Moment durch den Kopf, als der Sprecher verkündete: "... muss die Verhandlung aufgrund eines Verfahrensfehlers verschoben werden. Bis zum nächsten Verhandlungstermin wird Herr van Hoortem ..." Sophia saß wie gelähmt vor dem Fernsehgerät. Vertagt – und dann kam er bis zum nächsten Verhandlungstermin auch noch frei. Das gab es doch nicht! Da hatte jemand über Jahre hinweg arme, unschuldige Kinder gekidnappt, verschleppt und verkauft und was sonst noch immer mit ihnen angestellt. Sophia wollte sich die weiteren Gräueltaten lieber nicht vorstellen. Und dann setzte man so einen Menschen einfach so auf freien Fuß. "Frank!", rief sie ihren Mann. "Fraaaaank!" Immer noch keine Reaktion. Wo steckte der Kerl denn nun wieder. Da gab es mal was wirklich Wichtiges und dann war er nicht da. "Frank!", rief sie nun mit Nachdruck. "Jaaaa", kam seine gelangweilte Stimme aus der Küche. Himmel! Da war der Kerl direkt nebenan in der Küche und reagierte nicht einmal während sie sich hier die Kehle aus dem Hals schrie. "Van Hoortem ist frei!" Zu Sophias Verwunderung hatte sich ihr Mann sehr für den Fall van Hoortem interessiert. Auch er hatte ihn als pervers beschimpft und hatte, zu Sophias größter Überraschung, Emmas Meinung geteilt. "Wenn du mich fragst, gehört so einer nicht hinter Gitter, um ein Leben bei freier Kost und Logis zu führen. Dem sollte man ganz andere Aufmerksamkeiten zuteil werden lassen", hatte er getönt. Und jetzt, da sie ihrem Mann dringend mitteilen wollte, dass eben dieser Mann,dem man ganz andere Aufmerksamkeiten zuteil werden lassen sollte, frei kam, stellte sich ihr Göttergatte in der Küche taub. "Was?!", kam es durch die Wand. "Maic van Hoortem wurde freigelassen!" Sophia rollte die Augen. Himmel, konnte er nicht einfach ins Wohnzimmer kommen. Immer diese Schreierei. Ihre Aufmerksamkeit richtete sich gerade wieder auf die Nachrichten als das Telefon klingelte. Sophia stieß einen Laut des Missfallens aus. Immer wenn man mal seine Ruhe haben will, hörte sie sich in Gedanken sagen. "Fraaaank! Telefon!", rief sie ihrem Mann durch die Wand zu. Sollte er doch gehen, schließlich hatte sie den ganzen Tag geputzt, gewaschen, gekocht und sich, ganz zu ihrem Missfallen, um den Garten gekümmert. "Geh du!", brüllte er ihr von der Küche aus zu. Dem Telefon war es offensichtlich egal. Es klingelte in schöner Regelmäßigkeit in einem ohrenbetäubenden Ton. "Ich sehe Nachrichten. Jetzt geh schon an das Telefon!" Für Sophia war das Thema damit beendet. Das Klingeln endete und Franks Stimme tönte gedämpft durch die Tür. "Tieffeld" "Hast du das eben gesehen?", dröhnte es aus dem Hörer. "Es ist doch nicht zu glauben. So eine Schweinerei. Also, wenn du mich fragst, dann gibt es keine Gerechtigkeit. Ich hoffe ja nur, dass den ein Irrer abknallt. Verdient hat der Dreckskerl das allemal. Was ist denn? Du sagst ja gar nichts." "Emma?", kam es fragend von Frank. "Mensch Frank! Du hättest auch gleich sagen können, dass du es bist. Los mach schon, gib mir endlich Sophia!" Frank nahm den Hörer vom Ohr und brülle in Richtung Wohnzimmer. "Sophia! Emma!", dann fuhr er, den Hörer ans Ohr haltend, fort, "Sie kommt gleich." "Verdammt, Frank! So hätte ich Sophia auch rufen können. Dazu hätte ich ja nicht mal ein Telefon gebraucht. Es muss schließlich nicht gleich der ganze Ort wissen, dass ich mit Sophia sprechen will." "Ja, ja ...", kam es gelangweilt von Frank, während er den Hörer neben das Telefon legte. "Emma?" Sophia sah Frank nach, als er in die Küche verschwand. "Hast du das gesehen? Hast du das eben gesehen? Ich kann es einfach nicht fassen. Dass man so etwas frei rumlaufen lassen kann? Ich fasse es einfach nicht. Kein Wunder, dass jeder macht, was er will! Wenn das unsere Rechtsstaatlichkeit ist. Pah! Das ist ja lachhaft." "Da sagst du was. Aber er ist ja nur bis zum nächsten Prozesstermin raus. Und wenn der Prozess weiter geht ..." "Ach Sophia! Jetzt sei doch nicht dumm. Der Mann ist auf freiem Fuß. Jetzt können doch alle Eltern wieder um ihre Kinder bangen. Wer weiß, was der sich jetzt ausdenkt. Du kennst das doch aus den Krimis. Da ahnt man nichts Schlimmes und dann ... Oh man, mir wird schon ganz anders." "Jetzt beruhig dich wieder. Hier kommt er doch nicht her", versuchte Sophia ihre Freundin zu beruhigen. "Ach! Was – bitteschön – macht dich denn da so sicher? So einer muss doch immer wieder neue Gebiete erschließen, in denen er auf Kinderjagd gehen kann. Das ist wie bei den Eroberern. Die haben die Indianer in Amerika auch Stück für Stück ... oh ... ich mag mir das gar nicht vorstellen." "Dann tu es auch nicht. Außerdem ist Amerikas Eroberung überhaupt nicht mit den Gräueltaten eines Kinderhändlers zu vergleichen." "Schänder! Kinderschänder! Sophia. Man kann das, was der Mann getan hat, ruhig beim Namen nennen. In den Nachrichten beten sie das ja auch immer alles so emotionslos runter. Pah! Da sollte mal einer auf den Tisch hauen und Tacheles reden. Dann wüssten auch mal alle, was für ein Dreckskerl der ist." Emma hatte den Fall in allen Sendungen und Zeitungen verfolgt und sich regelmäßig über die Berichterstattung beschwert. "Was gibt's denn sonst Neues?", versuchte Sophia das Gespräch auf ein anderes Thema zu bringen. "Ach, Tom will unsere alte Jauchegrube abreißen. Wofür das gut sein soll, weiß ich auch nicht. Aber der muss ja, auch immer was zum Abreißen und aufbauen haben. Unser Elias ist schon völlig genervt. Der befürchtet schon, dass er seinem Vater helfen muss.“ Emma lachte. „Ich habe Tom ja gleich gesagt, dass er sich das aus dem Kopf schlagen kann. Stell dir vor: Da hat er mir doch seelenruhig erzählt, dass er die Grube abreißen will, und guckt mich so auffordernd an! Ne, ne, mein lieber Mann, habe ich da gesagt. Du brauchst dir gar nicht erst überlegen, dass deine brave Frau da Hand anlegt. Soll er den Mist doch selber machen." Emma war offensichtlich ernsthaft erzürnt über den Abriss. "Und was will er da eigentlich Neues bauen?" Sophia hoffte, damit dem Thema etwas Sachlichkeit zu entlocken. "Das, liebe Sophia, weiß er auch noch nicht. Da habe ich gesagt, die Grube bleibt da stehen bis du weißt, was da hin soll. Er hat ‚ja‘ gemault und dann was von einem neuen Schuppen gefaselt. Brauchen wir aber gar nicht. Elias hat in der Diele wohl genug mitgekommen und sich seinen Reim darauf gemacht. Begeistert sah der jedenfalls nicht aus. Das kann ich dir sagen." "Dass du auch immer gleich so forsch sein musst. Tom tut mir manchmal wirklich leid." "Hm", Emma klang nachdenklich. "Ja, du hast ja recht. Ich habe mir auch schon überlegt, dass ich heute Abend mal Gutwetter machen muss. Erst wollte ich was Leckeres kochen." "Duuuu?", schoss es aus Sophia hervor. Sie musste sich das Lachen verkneifen. Denn was auch immer Emma war, eine gute Köchin war sie nicht. "Ja, ja, spotte du nur. Ich habe da ein Rezept gesehen und das klingt ... hmmmm ... so lecker!" "Was denn?" Sophias Neugierde war geweckt. "Ach, einfach herrlich. Kaninchen mit Rosenkohl, Kartoffelgratin und danach ein Soufflé. Und vorher war auch noch irgendwas." "Emma! Wie willst du das denn hin kriegen?" "Also hör mal!", entrüstete sich die Stimme im Hörer. "Mal ehrlich, um ein Kaninchen richtig gut zuzubereiten, braucht‘s schon mal Erfahrung und Zeit und ein Soufflé ... Emma, das fällt ja schon zusammen, wenn man es böse ankuckt." "Dann bin ich verloren!" Es folgte eine kurze Pause. "Sophia! Du musst mir bitte, bitte, bitte helfen. Du hast doch sicher was Tolles auf dem Herd." Sophia beschlich der Gedanke, dass es von vornherein die Absicht ihrer Freundin war, bei ihr etwas zu ergattern, womit sie ihren Mann wieder friedlich stimmen konnte. "Dann komm vorbei. Ich schau mal im Tiefkühler, was ich dir mitgeben kann." Sophia mochte Emmas Mann sehr gerne und Tom hatte es, wenn Emma in so einer Stimmung war, mehr als verdient, mit etwas Leckerem überrascht und besänftigt zu werden. Dass auch andere Gelüste gestillt werden würden, dessen war Sophia sich sicher. Dafür würde Emma schon sorgen. Sophia erinnerte sich noch sehr gut an die Zeit, als Tom um Emma geworben hatte. Emma hatte herausbekommen, dass Toms Vater seinem Sohn geraten hatte, sich eine möglichst nicht so kluge Frau zu nehmen. Und da Emma bis über beide Ohren in Tom verliebt gewesen ist, hatte sie ihm das Dummchen vorgespielt. Sie ist dabei so naiv, keck und frech gewesen, dass sie ihn sich in Rekordzeit um den Finger gewickelt hatte. Jahre später hatte sie Sophia lachend erzählt, dass Tom ihr gebeichtet hatte, welchen Rat er von seinem Vater in Bezug auf Frauen bekommen hatte. Tom hatte ihr aber versichert, dass er sehr froh sei, eine so kluge Frau zu haben. Aber auch nach dem Geständnis funktionierte es, wenn Emma ihrem Tom die naive und schwache Frau vorspielt. Wie auf Knopfdruck kehrt er daraufhin den starken Beschützer heraus. Sophia amüsierte es immer wieder. 10 Minuten nachdem Sophia den Hörer auf die Gabel gelegt hatte, stand Emma vor Sophias Tür.

Emma legte den Finger auf den Klingelknopf und beglückwünschte sich schmunzelnd zu ihrem Schachzug, mit dem sie im Handumdrehen gleich ein fantastisches Abendessen in Händen halten würde. Und mit ein wenig Geschick würde am Ende des Tages alles vergessen und vergeben sein. Frank öffnete die Tür. "Ach, du ...", stöhnte Emma zur Begrüßung. "Wen hast du erwartet? Die Königin von England?", machte Frank sich über Sophias Freundin lustig. "Warum bist du eigentlich zu Hause? Ich dachte Vertreter müssten fleißig von Tür zu Tür", spottete Emma, als sie an Frank vorbei in Richtung Küche ging. "Dachte mir schon, dass jemand wieduso was denkt", antwortete Frank, als er die Tür schloss. Er versperrte Emma den Weg in die Küche, als er ins Wohnzimmer ging. In der Wohnzimmertür stehend entschloss er sich zu noch einer Spitze: "Lass uns noch etwas übrig, wenn du schon unsere Vorräte plünderst." Er schloss die Tür und ließ ihr damit nicht die Chance einer Erwiderung. Frank lächelte, als er die Tür ins Schloss drückte. Als Emma die Küche betrat, verriet ihre Mine bereits, dass Frank sie mal wieder in Rage gebracht hatte. "Oh, dein Mann ist so ein Ekel." "Emma", kam es in besänftigendem Ton von Sophia, "lass dich doch nicht immer von ihm anstacheln." Sophia nahm ihre Freundin zur Begrüßung in den Arm. "Was macht dein Göttergatte eigentlich hier?", fragte Emma, während sie mit ihrem Daumen über die Schulter in Richtung Wohnzimmer deutete. "Offensichtlich hat er heute keine Termine. Du weißt doch, dass ich aufgegeben habe, seine Termine zu durchschauen." Sophia drehte sich zum Tisch und zeigte auf ein paar Plastikschalen. "Oh, Sophia!" Emma sah die vorbereiten Speisen mit leuchtenden Augen an. "Also, das hier ist die Vorspeise. Es ist eine Kürbis-Karotten Suppe. Die brauchst du nur noch warm zu machen. Zur Dekoration habe ich dir ein paar Kürbiskerne dazugelegt." Sie hob einen Gefrierbeutel hoch, in dem die grünen Kerne zu sehen waren. "Dann hast du hier ein Rindergeschnetzeltes. Brauchst du auch nur noch warm zu machen. Und wage es nicht nachzuwürzen!" Sophia erhob drohend den Zeigefinger. Emma war eine wahre Meisterin im Nachwürzen. Dabei zählte eher ihr Augenmaß denn der Geschmack. Womit sie in der Vergangenheit diverse Gerichten vom kulinarischen Hochgenuss zu Abfall verwandelt hatte. "Ich?" Emma klang entrüstet, aber Sophia wusste, dass es gespielt war. "Ich würde es nie wagen, eines deiner Gerichte nachzuwürzen." "Dann ist es ja gut." Sophia sah ihre Freundin oberlehrerinnenhaft an. "Dazu machst du am besten Kartoffeln und Rosenkohl", setzte Sophia ihre Aufzählung fort. "Denk daran, den Strunk kreuzweise einzuritzen." "Ja, ja, wenn man dich hört, könnte man meinen, dass ich eine völlige Niete in der Küche bin." Sophia schwieg dazu und legte Kartoffeln und Rosenkohl in die Tasche zu den andern Lebensmitteln. "Wie kommst du darauf, dass ich keine Kartoffeln und keinen Rosenkohl im Haus habe?" Emma stand neben Sophia und stemmte beide Hände in die Hüfte. "Hast du?" Sophia klang ehrlich erstaunt. "Nein", kam es kleinlaut von Emma. "Aber es hätte so sein können." Emma ließ die Arme wieder hängen. "Gut. Dann lege ich dir noch ein paar Stücke von meinem Apfelkuchen dazu. Mach die am besten kurz vorm Servieren noch mal warm, dann schmeckt der am besten." "Sophia, du rettest meine Ehe", kam es von Emma, während sie ihre Freundin in die Arme schloss. "Ich weiß, ich weiß. Und jetzt mach, dass du nach Hause kommst, damit mir dein armer Mann nicht verhungert. Und pass auf, dass dir Frank nicht noch in die Quere kommt." Sophia scheuchte ihre Freundin aus der Küche. Nachdem Emma das Haus verlassen hatte, kam Frank in die Küche. "Na, was hat sie diesmal ergaunert?" "Nichts Aufregendes." Sophia wusste, dass Frank es nicht guthieß, dass sie ihrer Freundin hin und wieder mit einigen Leckereien unter die Arme griff. Aber sie tat es nicht ganz umsonst. Tom, Emma und deren Sohn Elias standen ihr immer helfend zu Seite, wenn es nötig war. Davon wusste Frank allerdings nichts. "Das du auch immer nachgibst." Franks Stimme klang vorwurfsvoll. "Ach, das bisschen Essen." Sophia drehte sich um. Sie wusste genau, dass er zu einer Moralpredigt ansetzten würde und je weniger Angriffsfläche sie ihm bot, desto besser. "Übrigens habe ich heute dem Metzger gesagt, dass wir nicht mehr bei ihm kaufen." Sophia schnellte herum. "Was?! Bist du verrückt?" Sie war schockiert. Frank hatte schon oft unsinnige Dinge getan, aber das war Schwachsinn. Frisches und vor allem gutes Fleisch gab es nur bei Jürgen, dem ortsansässigen Metzger. "Ich habe immer bei ihm eingekauft, sogar meine Mutter hat bei ihm und davor bei seinem Vater gekauft!" "Muss ich daran erinnern, wer hier das Geld nach Hause bringt?", seine Stimme klang herablassend. "Wenn du was brauchst, kannst du es genauso gut in einem Supermarkt kaufen, und zwar billiger." "Ja, ja billig ... Das ist alles, was dir dazu einfällt! Billig, billig, billig! Immer hast du nur das Geld im Kopf! Und was ist mit Qualität?" Sophia merkte, dass sie gerade an die Decke ging, griff nach einem Messer und zog das Gemüse, das auf dem Tisch lag, zu sich heran. Sie musste ihre Wut an etwas auslassen. Mit Frank zu streiten brachte nichts, das hatte sie in all den Ehejahren gelernt. Frank verließ den Raum. Durch die geschlossene Tür hörte sie seine Stimme. "Du kaufst nicht mehr bei dem fetten, gierigen Schwein!" Sophia schoss durch die Tür. "Gieriges, fettes Schwein? Frank! Ihr seid zusammen zur Schule gegangen. Wie kannst du so was sagen?" "Ach, was heißt das heute schon? Nur weil wir zusammen zur Schule gegangen sind, kann er uns ausnehmen wie eine Weihnachtsgans? Sophia! Es reicht! Ende der Diskussion!" Frank verließ das Haus und ließ die Tür krachend ins Schloss fallen. Vor Wut kochend ging Sophia in die Küche und schlug die Tür hinter sich so fest zu, dass das Geschirr in den Schränken bedrohlich schepperte. Als Emma am folgenden Tag ihre Freundin sah, fiel ihr sofort auf, dass etwas nicht stimmte. "Hallo Sophia! Wie siehst du denn aus?", begrüßte Emma ihre Freundin. "Ach, es ist nichts." Sophias Stimme klang matt und abgeschlagen. "Lass mich raten. Frank! Mal wieder Frank! Na, hab‘ ich recht?" Emma tat ihre Freundin leid. Sophia hatte sich wirklich den widerlichsten Mann ausgesucht, den man bekommen konnte. Aber Emma musste zugeben, dass Frank früher charmant, liebevoll und fürsorglich war. Aber seit ein paar Jahren hatte er sich zu einem echten Ekel gemausert. Richtig schlimm wurde es, kurz nachdem er den Job als Vertreter angenommen hatte. "Ich soll nicht mehr bei Jürgen einkaufen." "Was? Dein Mann spinnt", erwiderte Emma ab. "Ich dachte erst auch, dass es mal wieder nur eine neue Masche ist, aber wir haben gestern Nacht noch lange gestritten und es scheint ihm ernst zu sein." "Du hättest damals nicht das Haus deiner Eltern verkaufen und mit Frank diesen alten Kasten kaufen dürfen." "Ach, Emma, das ist doch jetzt alles zu spät." Sophia hatte das Gefühl, in einem Labyrinth ohne Ausweg zu stecken. "Sophia", Emma griff ihre Freundin an den Schultern, "sieh mir in die Augen. Sophia! Du musst den Mann loswerden. Endgültig! Verstanden?" "Ja, vielleicht." "Vielleicht? Nicht nur vielleicht. Komm wir trinken jetzt bei mir einen Kaffee und dann überlegen wir mal gemeinsam wie man deinem Mann beikommen kann."

2

"Sophia! Du musst den Mann loswerden. Endgültig!“ Es ist nur wenige Monate her gewesen, dass Emma dies gesagt hatte und jetzt war Sophia Witwe. Die Beerdigung war vorbei und Sophia hatte sich gerade einen Kaffee aufgesetzt. Eben hatte sie sich in ihren Sessel fallen lassen, atmete tief durch und lies die Luft durch den Mund entweichen. "Pfffff“ Sie lächelte. Wie schön es war, dass keiner da war, der über ihre Marotten nörgeln konnte, und an Marotten mangelte es Sophia Tieffeld nicht. Es klingelte. Sophia rollte mit den Augen. Wer konnte denn das jetzt sein? Sie hatte doch gerade alle reichlich beköstigen lassen. Zugegeben, das was der Wirt vom ortsansässigen Wirtshaus da aufgetischt hatte, war nicht besonders. Aber was half es? Etwas Besseres gab es in Hochmoor nun mal nicht. Sophia wusste, dass ihr Ehemann im Ort unbeliebt war, und daher wunderte es sie nicht, dass von ehrlicher Trauer keine Rede sein konnte. Es war schon komisch. Eines Tages kamen zwei Polizisten und teilten ihr mit, dass ihr Mann Frank als zufälliger Zeuge eines Überfalls von einer Kugel tödlich getroffen wurde. Fragen? Nein, Fragen hatte sie nicht gestellt, dafür war sie viel zu geschockt. Als der Schock nachließ, machte sich nicht Trauer breit, sondern Erleichterung. Vielleicht hätte es anders sein sollen, aber es war nun einmal, wie es war. Jetzt war er unter der Erde und da sollte er bitteschön auch bleiben. Sophia jedenfalls, hatte jetzt ihre Ruhe. Naja, sie musste sich in nächster Zeit überlegen, womit sie Geld verdienen sollte, aber dafür war noch Zeit. Das hatte ihr ein Blick auf das Bankkonto gezeigt. Und genau diese Ruhe wurde jetzt durch irgendjemanden, der immer noch an ihrer Tür klingelte, gestört. Sophia erhob sich und musste wohl oder übel öffnen. An der Tür sah sie sich einem Unbekannten gegenüber. "Guten Tag. Sind Sie Frau Tieffeld?" Der Hellste konnte er wol nicht sein. Schließlich klingelte er doch bei Tieffelds. Ihr fiel auf, dass sie schon viel zu lange schwieg und stotterte: "Äh ... ja, ich bin Frau Tieffeld." Schon plapperte der junge Mann los und überschüttete sie mit einem Redeschwall. Mein Gott, was konnte der Mensch reden. Die Worte wirbelten nur so umher und das in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Ihr wurde schwindelig und sie stützte sich am Türrahmen ab. "Oh, ich verstehe", stockte der junge Mann in seinem Redeschwall. "Vielleicht ist es doch besser, wenn Sie sich setzten." Schon hatte er ihren Arm ergriffen und führte Sie ins Haus. Ehe sie es sich versah, saß sie wieder in ihrem Sessel. Der junge Mann, dessen Namen und Anliegen sie immer noch nicht erfasst hatte, war verschwunden. Genauso schnell, wie das Plappermaul verschwunden war, tauchte er auch wieder im Raum auf – mit zwei Tassen dampfendem Kaffee in der Hand. "So!", stellte der junge Mann fest und reichte ihr eine Tasse Kaffee. "Was denken Sie?" "Wozu?", fragte Sophia, nahm die Tasse Kaffee entgegen und sah den jungen Mann an. Dieser setzte sich jetzt einfach in den Sessel ihres Mannes. Was für ein unverschämter Schnösel, schoss es Sophia durch den Kopf, während er sich setzte. Naja, eigentlich war es nicht weiter schlimm. Frank war tot und lag jetzt ordentlich begraben unter zwei Metern Erde und einem eher überschaubaren Meer aus Blumen. "Nun, zu meinem Vorschlag ...", stieß der Schnösel hervor. Sie merkte, dass er etwas unsicher wurde. Fein, dachte Sophia, jetzt bloß nicht nachlassen. Das ist mein Haus und hier bin ich jetzt die Chefin. Dass mir ein Mann gesagt hat wo es lang geht, hatte ich lange genug. Zu dumm nur, dass sie ihm gar nicht zugehört hatte. Sophia beschloss, in die Offensive zu gehen. "Ich schlage vor, dass Sie mir Ihren Vorschlag noch einmal genau erklären und ich bitte um Details. Und …! Bremsen sie Ihr Tempo", mahnte Sie ihn mit erhobenem Zeigefinger. Sie war sich zwar nicht sicher, ob sie das wirklich wollte, aber jetzt gab es kein Entrinnen mehr. Der Schnösel begann zu erzählen und nach einiger Zeit und vielen Fragen lag die nackte Wahrheit vor ihr. Frank, ihr Frank war ein Profilkiller! Sie konnte es nicht fassen. Aber im Nachhinein war es schon nicht mehr so merkwürdig. Wie sollte denn so ein unsympathischer Mann, der nicht einmal besonders aussah, Vertreter sein können? Dem hätte doch wohl keiner etwas abgekauft und verdient hatte er ganz gut. "Und da Ihr Gatte uns noch einen Fall schuldet ..." "Wie meinen Sie das – schuldet?" Der junge Mann grinste sie an. "Nun ja, wir haben eine Zahlung auf fünf Fälle geleistet und einer fehlt noch." "Ja und jetzt? Frank ist tot und aller Wahrscheinlichkeit nach wird er nicht von den Toten auferstehen, um für Sie noch einen Menschen umzulegen." "Das sehe ich ähnlich." Der Schnösel nickte zustimmend. "Gut", sagte Sophia so gefasst es ging. "Und was schlagen Sie vor, das ich tun soll?" Pah, sollte sich doch der Schnösel überlegen, wie sie aus der Misere wieder hinaus kamen. Außerdem hatte sie keine Ahnung wie sie einen Menschen umbringen sollte – und dann gab es ja auch noch so etwas wie ethische Fragen. Man kann doch nicht so mir nichts, dir nichts einen anderen Menschen töten. Das tut man einfach nicht! Am liebsten wäre Sie jetzt zu Franks Grab gegangen und hätte ihn eigenhändig ausgebuddelt, nur um ihm – post mortem – eine Ohrfeige zu verpassen. "Ja, ich gebe zu, dass es eine Herausforderung wird. Sie können uns natürlich auch die 40.000 Euro für den letzten Fall zurückzahlen.", sagte der Schnösel daraufhin. Unerhört! Jetzt wollte sie am liebsten dem jungen Mann eine Ohrfeige verpassen. Das war auch viel einfacher; er lag ja nicht unter zwei Metern Erde. Sophia stellte ihre Kaffeetasse auf den Tisch und sah dem jungen Mann in die Augen, bevor sie sagte: "Also, ich schlage vor, dass Sie jetzt gehen. Ich werde einmal gründlich darüber nachdenken, wie ich die Angelegenheit löse und dann melde ich mich wieder bei Ihnen." "Nun, das habe ich erwartet. Sie werden nächste Woche von mir hören und dann können wir weitersehen. Ich bin sicher, dass Sie eine Lösung finden." Er schüttete den Rest des Kaffees in sich hinein, erhob sich und ging Richtung Tür. Nachdem die Haustür ins Schloss gefallen war erhob Sophia sich und sah dem Schnösel durch das Wohnzimmerfenster nach. Er stieg in seinen Wagen und kurz darauf fuhr er fort. In einem Thriller, dachte Sophia, würde das Auto beim Herumdrehen des Zündschlüssels in die Luft gehen. Damit wäre so ein Problem schnell erledigt. In diesem Moment fiel Sophias Blick auf den hölzernen und jüngst gestrichenen Zaun im Vorgarten und sie beschloss, dass das doch keine so gute Lösung sei – wahrscheinlich würde er durch die Explosion Schaden nehmen. Nein, es musste etwas anderes passieren. Sie ging zum Telefon und wählte die Nummer ihrer Freundin Emma. "Hallo Emma, bist du's? ... Ja, ich brauche dich hier, kannst du vorbei kommen? ... Was? ... Nein, es geht nicht um Frank. Also nicht so, wie du jetzt denkst ... Komm einfach vorbei, ich kann das nicht am Telefon erzählen ..." Emma, sah etwas verstört den Telefonhörer an. Ja, sicher war Sophia jetzt Witwe und die Beerdigung war auch nicht so toll gewesen. Aber nun war er ja tot und das war auch gut so. Warum Sophia jetzt auf trauernde Witwe mimte, war ihr schleierhaft. Da musste etwas anderes dahinter stecken. Sie legte den Hörer in die Schale und beschloss der Sache auf den Grund zu gehen. Also los! Auf zu Sophia! 10 Minuten später stand sie vor Sophias Haustür und klingelte. Es dauerte nicht lange und Sophia öffnete. "Was ist denn nun los?", drängte Emma. Sophia ließ die Freundin herein und nachdem sie sich in der Küche gesetzt hatten berichtete Sophia. "Ich fasse es nicht!", entfuhr es Emma. "Was willst du tun? Weißt du schon, um wen es geht? Und dass Frank so etwas gemacht hat…" "Ja, wem sagst du das? Frank war ja schon immer viel unterwegs. Mir war es ja auch ganz recht. Glaub mir, das war besser für alle Beteiligten. Und nach dem, was mir dieser Schnösel erzählt hat …" Sophia holte tief Luft und schüttelte den Kopf. "Ein Profikiller. Das hätte ich Frank gar nicht zugetraut." "Na, das kann man wohl laut sagen. Aber man muss ihm schon hoch anrechnen, dass er solange damit durch gekommen ist", fasste Emma die Lage zusammen. "Und was nun? Was willst du jetzt tun?" "Was weiß ich? Das ist ja nichts, das man mal so eben entscheidet – Hallo! Ja, ich bringe künftig Menschen um." "Also, wenn du wolltest ... Entsprechende Mittel hast du in deinem Garten auf jeden Fall genug. Was da wächst, ist doch alles giftig." Emma kam darauf, weil sie just in diesem Moment aus dem Fenster blickte und – wie schon so oft – Sophia wegen ihrer mangelnden Begabung für das Gärtnern bedauerte. "Ach Emma, du übertreibst mal wieder", wehrte Sophia ab. Die Freundinnen beschlossen, sich am kommenden Tag wieder zu treffen. Sophia nutzte die Zeit, um sich eingehender mit Franks und ihrem gemeinsamen Bankkonto zu beschäftigen, das inzwischen natürlich ihr allein gehörte. Als sich die Freundinnen wieder trafen, berichtete Sophia ihrer Freundin von ihren Erkenntnissen: "Nicht zu fassen", kam es brüskiert von Emma. "Dass er das Geld immer bar eingezahlt hat, musst du doch gemerkt haben." "Wie denn? Ich habe immer das Geld abgehoben, das ich gerade brauchte und da gab es keinen Grund herauszufinden, wie das Geld auf das Konto kam. Aber es wird noch schlimmer: Er hatte auch keine Lebensversicherung und praktisch keine Rentenversicherung." "Waaas, wie willst du denn jetzt leben? Auch wenn das Haus bezahlt ist und jetzt dir gehört, brauchst du doch Geld für das tägliche Leben." Emma war das Entsetzten ins Gesicht geschrieben. "Naja, im Moment ist das kein Problem. Es ist noch genug Geld da. Aber dafür muss ich ja jemanden um die Ecke bringen." Sophia stand auf und ging in der Küche hin und her. "So ein mieser Hund! wenn ich könnte, würde ich den Mistkerl eigenhändig ausgraben und ihm einen ordentlichen Tritt in seinen Du-weißt-schon-wo geben, dass es nur so kracht." Sophia bemerkte, dass sie ihren Gatten schon am zweiten Tag nach seiner Beerdigung zum zweiten Mal exhumieren wollte und beschloss gnädiger mit ihm zu sein. "Aber das macht ja jetzt auch keinen Sinn mehr. Merkt er ja nicht mehr. Ich muss wohl oder übel einen Weg finden, um diesem Schnösel das Geld zurückzugeben." Sophia grübelte und setzte mehrfach zum Sprechen an. "Ich könnte ... Vielleicht ginge ... Machbar wäre ... Ich müsste ..." "Sophia, du bist 40, hast nie gearbeitet. Naja, abgesehen von deinem Haushalt und dem ..." Emma machte eine vielsagende Pause, "Garten.“ Von Arbeit, geschweige denn Kenntnissen, konnte man nicht ernsthaft sprechen. Aber sie wollte ihre älteste Freundin nicht vor den Kopf stoßen. "Wer in Gottes Namen soll dich denn einstellen?" "Hm, da ist was dran ..." Sophia überlegte und plötzlich: "Ich werde einfach den Schnösel fragen, wie er sich das vorstellt." "Du spinnst!!" Emma sah ihre Freundin fassungslos an. "Warum? Ich brauche ja nur einen Menschen um die Ecke bringen. Und wenn Frank das konnte, warum soll ich das nicht auch können? Schließlich war Frank jetzt keine so große Leuchte." "Sophia, du hast keine Ahnung von Verbrechen. Wie bitteschön?" "Was?! Ich und keine Ahnung von Verbrechen. Himmel, wozu schaue ich denn die ganzen Krimis, Thriller und Mordgeschichten, die einem jeden Tag im Fernsehen aufgetischt werden? Schlechter als bei denen kann es im wahren Leben auch nicht sein. Mal ehrlich, die Kriminellen stellen sich immer so doof an, dass es mich jedes Mal wundert, dass man die nicht viel schneller fasst. Die machen das alles viel zu kompliziert." Sophia war inzwischen aufgestanden und hatte ihre Kaffeetasse aufgefüllt. "Wer bist du? Und was hast du mit meiner Freundin Sophia gemacht?", kam es von Emma, die Sophia ihre leere Kaffeetasse entgegenstreckte.

3

Es war ein ganz normaler Frühlingstag. Die Beerdigung war schon lange vorbei und die Grabpflege gehörte inzwischen zur monatlichen Routinen. Von dem Schnösel, der Sophia nach der Beerdigung aufgesucht hatte, hatte sie nichts mehr gehört und somit auch keinen Gedanken mehr an ihn verschwendet. Es hatte sich nichts Besonderes ereignet und es gab auch keine Anzeichen, dass heute irgendetwas anders sein würde. Sophia holte eine Dose Erbsen aus dem Keller. Sie war dabei, ein Hühnerfrikassee zu kochen und hatte keine Erbsen mehr in ihrer kleinen Speisekammer. Auf dem Rückweg in die Küche achtete Sophia darauf, die morsche Stufe der Treppe zu überspringen. Sie musste die Stufe unbedingt in Ordnung bringen lassen. Vielleicht würde Elias ihr dabei behilflich sein. Das Klingeln an der Vordertür ließ sie zusammenschrecken, hatte sie doch nicht mit Besuch gerechnet. Sie wischte sich die Hände an einem Handtuch ab, eilte gut gelaunt zur Tür und öffnete. Sie hatte sich nie angewöhnen können, durch den Spion zu schauen. Warum auch? In einem kleinen Ort, in dem jeder jeden kennt, hielt sie das für unnütz. Sie hatte Frank den Einbau damals machen lassen, denn wer wusste schon, auf was für unsinnige Ideen er sonst gekommen wäre.