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Die Alpsaison beginnt mit einem Mord, die Tochter des Bauern und ihr verheirateter Geliebte, leben Gefährlich. seine reiche Frau, hat ein dunkles Geheimnis. Der Alphirt, geistig behindert ist gefährlich. Liebe, Sex und Mord leben nahe zusammen. Aber auch ein Mörder hat eine zweite Chance im Leben.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Inhaltsverzeichnis
Kapitel Die Beerdigung
2. Kapitel Rückschau auf das Leben
3. Kapitel Karl
4.Kapitel Hochzeit
5. Kapitel Fridolin
6. Kapitel Die Ehe
7.Kapitel Luisa
8. Kapitel Auf der Alp
9. Kapitel Die Schreckensnacht
10. Kapitel Die Katze
11. Kapitel Marias Tod
12. Kapitel Freddy
13. Kapitel Julia geht auf die Alp
14. Kapitel Gerda im Liebesrausch
15. Kapitel Liebesende
16. Kapitel Besuch vom Vater
17. Kapitel Das Unglück
18. Kapitel Gerda und Karl
19. Kapitel Die Stadtwohnung
20. Kapitel Heuernte
21. Kapitel Nicola
22. Kapitel Gift
23. Kapitel Die Unglücksnacht
24. Kapitel Gerda gefangen im Keller
25. Kapitel Die Flucht
26. Kapitel Die Suche
27. Kapitel Die Feuerwehr auf der Alp
28. Kapitel Karl auf dem Gipfel
29. Kapitel Das Grauen auf der Alp
30. Kapitel Die Versöhnung
31. Kapitel Ein Haus im Süden
32. Kapitel Die Scheidung
33. Kapitel Julias Besuch
34.Kapitel Die Vorlesung
35. Kapitel Das Fest
36. Kapitel In der Villa
37. Kapitel Das Geständnis
Julia schrie, was sie nur konnte, Nein, geh nicht weg von mir, lass mich nicht alleine, ohne Dich kann ich nicht weiterleben, ich will mit dir sterben, ihr ganzes Elend schrie sie sich aus der Kehle, aber kein Ton kam heraus. Es blieb stumm auf dem Friedhof, wo ihre Mutter in die Erde gelassen wurde. Den Schmerz, das blutende Herz, den Hass, die Aussichtslosigkeit ihres Lebens, alles blieb verschlossen hinter der Bitterkeit ihrer zusammengepressten Lippen. Die Regentropfen vermischten sich mit ihren Tränen, der verhangene Himmel liess das Grau auf ihrem Gesicht noch stärker erscheinen. Da stand sie nun und sah das Letzte verschwinden, das ihr den Halt im Leben gegeben hatte. Ihre Mutter. Sie hatten den Schmerz geteilt, die Pein und die Last ihres Lebens. Sie gaben sich Mut und Hoffnung um weiterzuleben, um den Vater zu ertragen. „Er wird nicht mehr so lange leben, so wie er säuft. Bald wird seine Leber krank werden und wenn er stirbt, haben wir es gut.“ Das war ganz leise geflüstert von der Mutter zur Tochter, kurz vor ihrem Tod, in der kleinen, sauberen, aufgeräumten Stube, die keinerlei Luxus enthielt, aber dunkel und alt war. „Aber pass auf, dass er dir nichts tut“, erwiderte ganz leise ihre Tochter Julia. Und nun stand sie da, nicht vor Vaters Grab, sondern von der Mutter. Es war ein kalter Frühlingstag, es nieselte und die ganze Bevölkerung vom Dorf stand hinter ihnen. Nur Tochter und Ehemann der Verstorbenen standen nahe am Grab. Verstohlen von der Seite schaute Julia in das Gesicht ihres Vaters. War da etwa ein boshaftes Lächeln auf seinem Gesicht? Die Augenbrauen zusammengezogen, der Blick kalt und seelenlos, aber die Lippen? Unter dem Hut sah man das nur von ganz nahem. Ein klein wenig schadenfreudig waren die Lippen nach hinten gezogen. Nur sichtbar für Julia. Gewollt oder nicht, konnte Niemand sagen. Traurig nahm die ganze Gemeinde von einer guten, gottesfürchtigen Frau Abschied. Mitleidige Blicke und aufrichtiges Beileid bekam Julia, ihr Vater aber nur verächtliche Blicke und Hass. Julia kannte Jeden auf dem Friedhof, denn sie lebte in einem kleinen Dorf, in einem alten Haus am Waldrand, mitten in den Schweizerbergen, meist Bauern, nur ein kleiner Lebensmittelladen, aber mit Niemanden hatte sie näheren Kontakt. Doch kannte man sich und die Familien, die schon seit Generationen in Alprosa lebten. Touristisch war dieses Dorf noch nicht erschlossen, zu abgelegen und nicht einfach zu erreichen. Nur der nahe See lockte immer wieder Auswärtige zum Baden ein, obwohl er nie so richtig aufgewärmt wurde. Doch der Moorboden machte die Temperaturen zum Baden möglich. Hotels und Restaurant gab es wenige. Ein gut gekleideter, junger hübscher Mann stand ganz hinten und schaute traurig auf Julia. Er kam mit einem teuren Sportwagen alleine. Niemand nahm Anstoss an ihm, denn Jedermann kannte Karl, der in der Nachbarschaft von Julia aufgewachsen war und jetzt mit der reichen Frau Zülli verheiratet war, die in der einzigen Villa weit und breit wohnte. Nur Frau Zülli war nicht an dieser Beerdigung, sie war ja auch eine Zugezogene. Auch Julia erblickte ihn, lächelte aber nicht und trotzdem wurde es ihr warm ums Herz. Dafür sah sie Jemand anders. Ihre Freundin Luisa, die neben dem Polizist Freddy stand, die einzig Fremde in dieser Gesellschaft. Und diesmal erhellte sich das Gesicht von Julia. Sie schritt über den nassen Rasen zuhinterst und umarmte weinend ihre Freundin. Beide hielten sich fest und weinten von Herzen. Sie mussten sich nichts sagen, denn die Gefühle sprachen für sich. Ihre Seelen waren verwandt und ihre Freundschaft hatte etwas Überirdisches. Auch wenn sie sich selten sahen, manchmal auf der Alp, so fühlten sie sich doch verbunden. Die Begegnung währte nur kurz, aber beide wussten, dass sie sich bald wieder sahen. So löste sich die Beerdigungsgesellschaft auf und Vater und Tochter liefen nach Hause. Beide voll Hass im Herzen aufeinander. Es dunkelte, der Friedhof versank im Schleier der Dämmerung. Das Grab verschwand im Nebel. Der Leichnam nahm sein Geheimnis mit in die dunkle Erde. Das Geheimnis, das nie an die Öffentlichkeit dringen sollte, vermoderte nun im nassen Grab. Leichengeruch drang durch die Ritzen der Erde an die Oberfläche, zog durch die verwelkenden Blumen hindurch und verschwand im Nichts.
Kaum zu Hause nach der Beerdigung schrie Jakob Julia an: „Du gehst auf die Alp!“ „Nein!“ schrie Julia und diesmal aus voller Kehle und hörbar. „Was soll ich mit diesem verrückten, behinderten von Knecht auf der Alp?“ – „Der tut dir nichts!“ – „Ich habe schon eine Arbeitsstelle und zugesagt, ich kann nicht gehen.“ – „Das interessiert mich nicht, du gehst!“ Er ist mir unheimlich und ich sollte mit diesem Knecht alleine auf der Alp sein? Nein um alles in der Welt nicht. Der Wortschatz von Heinz war kindlich, aber manchmal im Stall hörte man ihn auch vulgär reden. Das machte Julia Angst. Auf der Alp war sie diesem Knecht ausgeliefert, man konnte keine Kammer abschliessen, und wenn der Vater kam, was dann? „Morgen packst du deine Sachen und gehst auf die Alp. Die Kühe und Rinder sind jetzt schon oben alleine und du gehst so schnell wie möglich hinauf. Heinz ist nur zur Beerdigung hinunter gekommen und geht noch heute Abend wieder hinauf.“ Kalt schaute der Alte seine Tochter an. Er weiss, dass ich ihn gesehen habe. Dachte Julia und ihr lief es kalt den Rücken hinunter. Ohne den Schutz ihrer Mutter war sie wie ein Blatt im Wind. Sie fühlte sich wie ein Reh, zum Abschuss freigegeben. Der Jäger zielte, und sie wusste nicht wo er sich versteckt hatte. Ihr Körper zitterte, ihre Seele rief um Hilfe und sie stand einfach nur da, unbeweglich wie eine Statue. Aber auch ihr Vater war nicht ohne Angst. Wie viel hatte sie wohl gesehen? Er wusste es nicht. „Wenn du auf die Alp gehst, pass auf, dass dir nicht das Gleiche passiert wie deiner Mutter. Der Weg ist schmal auf dem sie abgestürzt ist.“ Der Vater sagte dies mit drohendem Ton, aber wer ganz genau hinhörte, spürte das leise Zittern in seiner Stimme. Und nur mit genügend Alkohol konnte Jakob auch seine Angst unter Kontrolle bringen. Julias Angst wurde zur Panik. Will er auch mich umbringen? Flucht, ohne Auto, Polizei ohne Polizeiposten in diesem kleinen Ort, der Vater würde sie töten, bevor sie Jemanden zu Hilfe holen konnte. Julia sah nicht mehr klar, ihre Seele war verwundet, ihr Herz blutete. Würde man ihr glauben? Eigentlich hatte sie nur Vermutungen. Sie hatte ihren Vater gesehen, wie er von der Absturzstelle zurückgekommen war. Eigentlich war ihre Mutter alleine losgezogen auf die Alp. Julia wollte ihr nachlaufen, weil sie die Mutter in der Dämmerung nicht alleine gehen lassen wollte. Vor der Kurve des Felsenweges, hörte sie ihren Vater fluchen. Der sollte doch gar nicht hier sein, dachte Julia, weil er sich verabschiedete und sagte, dass er noch ins nächste Dorf will um etwas zu erledigen. Schnell sprang sie hinter die Büsche, aber zu spät. Er hatte sie noch einen Bruchteil gesehen. Sie hielt sich versteckt und sah, dass der Vater in schnellen Schritten nach Hause lief. Julia lief auf dem schmalen Weg einer Felswand entlang Richtung Alp. Dort war ihre Mutter auch nicht. Die Mutter war spurlos verschwunden. Julia ahnte Furchtbares, konnte aber nichts beweisen. Die Mutter wurde dann am nächsten Tag gefunden in der Schlucht unterhalb des gefährlichen Weges der Felswand entlang. Ein schrecklicher Unfall. Ausgerutscht in der Dämmerung auf dem gefährlichen Weg in der Felswand. So stand es im Protokoll der Polizei und später in der Zeitung. Nur im Herzen von Julia, da stand es anders. Aber wer würde ihr Glauben? Ein gefährliches Leben von Julia, die erst fünfundzwanzig Jahre alt war hatte begonnen.
Julia sass in dem alten Haus, in dem nie etwas gemacht wurde. Das Geld hatte immer nur für den Schnaps gereicht. Frau und Kind mussten erbärmlich durchs Leben. Und immer wenn er betrunken war, wurde die Mutter zusammengeschlagen, vergewaltigt und das Kind misshandelt. Julia dachte zurück, wie ihre Mutter sie versteckt hatte, damit der Vater seine eigene Tochter nicht fand, um sie zu schlagen. „Lieber ich als du“ hatte die Mutter zu Julia gesagt. Und das, als sie noch ein kleines Kind war. Julia hatte nichts verstanden und sich an die Mutter geklammert. Geweint hatten sie beide. Was dann folgte, war für Julia eine blutende Wunde der Seele, die immer wieder aufgerissen wurde. Nur der Gedanke daran, zerriss ihr das Herz. Angst, Angst und nochmals Angst war der Zustand dieser Stunden. Das schlimmste war dann, dass Julia alles gehört hatte. Die Schreie der Mutter, die Schläge und das Gestöhne vom Vater. Warum, was macht er? Warum schreit die Mutter, warum stöhnt der Vater? Diese Fragen stellte sich Julia und erhielt nie eine Antwort darauf. Mutter antwortete nur: „sei still Kind und vergiss was du gehört hast, ich bin ja bei dir, alles ist gut.“ Ihre Kindheit war voll von schrecklichen Erlebnissen und die Mutter war ihre einzige Stütze und Freude in ihrem jungen Leben. In der Nacht kam die Mutter in ihr Bett, nahm Julia in den Arm und sie kuschelte sich an den warmen Leib, der ihr Liebe und Zärtlichkeit schenkte und sie fühlte sich geborgen und beschützt. „ Ich werde dich nie verlassen mein Mütterlein“ so flüsterte Julia vor dem Einschlafen, das Lächeln auf dem Gesicht der Mutter sah sie nicht mehr, der Schlaf hat sie übermannt.
Ihre Mutter kam aus einem reichen Bauernhaus und hatte Jakob aus Gründen geheiratet, die sich Julia nicht erklären konnte. Jakob war mit dieser Heirat zu Grund und Boden mit viel Vieh gekommen. Ja er war hübsch in der Jugend, ein schöner Mann. War es wohl dies? Die Eltern von Maria waren einverstanden mit dieser Heirat, was auch Niemand verstehen konnte. Doch Jakob hatte das grosse Los gezogen, wenigstens in Sachen Geld. Kein Jahr nach der Hochzeit wurde Julia geboren. Es schien als würde das Glück bei dem jungen Paar einziehen. Maria liebte dieses Kind abgöttisch und bald wurde Jakob eifersüchtig. „Du liebst das Kind mehr als mich“, so schimpfte Jakob und Maria sagte sich im Stillen, nur in Gedanken, ja das stimmt. So zog Jakob ins Wirtshaus und tröstete sich mit einem Glas Wein, das nicht bei dem einzigen blieb. Am Stammtisch war Jakob dann der Held, geachtet und hoch gelobt. Die Bauern vom Dorf schmeichelten ihm so lange bis er wieder eine Runde zahlte. Er merkte nicht, dass er nur darum beliebt war und der Beste im Dorf. Dreckige Hände zeigten auf ihn, er wurde belächelt und verschmäht aus dem Hinterhalt. Kaum hatte er seinen Stuhl am Stammtisch verlassen und taumelte auf der Strasse nach Hause, wurde schallend über den dummen Jakob gelacht. Der Wirt schmunzelte und zählte das Geld, die Kirchturmglocke läutete gerade Mitternacht. Als die letzten Gäste das Wirtshaus verliessen, war Niemand mehr nüchtern. Das Geld war bald weg, denn nicht lange ging es bis Jakob alles versoffen hatte. Und wo war die Liebe zwischen den beiden neu Vermählten? Maria liebte diesen Mann nicht. Und Jakob? Seine Seele war undurchsichtig. Gesprächig war er auch nicht. Was habe ich falsch gemacht, fragte sich Jakob manchmal und sehnte sich nach Liebe. Einsamkeit war sein Begleiter und der Alkohol sein Tröster. Nie konnte er seine Gefühle zeigen, denn dies hatte er in seiner Jugend nicht gelernt. Auch sein Vater war Alkoholiker und lieblos zu seiner Mutter. Liebe kannte er nicht und noch weniger wie man mit einer Frau umgeht. Da ist ein Trieb und der musste gestillt werden. Wie denn sonst als wenn man sich einfach sein Weib nimmt? Darum heiratet man doch. Maria hat ihm in dieser Sache auch nicht geholfen. Starr und unfreundlich wurde sie, als er das erste Mal mit seiner Frau schlief. Sie lag da wie ein Brett und hatte alles über sich ergehen lassen. Das änderte sich nie. In der Schwangerschaft liess sie sich nicht berühren und danach versteckte sie sich im Kinderzimmer. Der Alkohol half Jakob seine Scheu zu überwinden und sich zu nehmen, was ihm Zustand. Aber dadurch besserte sich seine Situation nicht, im Gegenteil. Die Todsünde mancher Eheleute war in diesem Hause üblich. Man sprach nicht miteinander. Gefühle wurden unterdrückt und nicht gezeigt. Hemmungen, Minderwertigkeitsgefühle auf beiden Seiten. Gebete unter der Bettdecke, Furcht vor dem Teufel, es war so wie in vielen, alten Bauernhäuser und wie im Mittelalter. Rückständig, stur und im eigenen Mitleid ertrinkend. Die Jahre verschlimmerten all diese Eigenschaften. Maria hatte ihr Kind Julia, ihr ganzes Leben und ihre ganze Liebe gab sie diesem Kind. Jakob hatte nur seinen Alkohol. Der gab ihm vergessen, ein kurzes Glücksgefühl und danach einen fürchterlichen Kater. Aber ein wirklicher Freund war das nicht. Und die Selbstgespräche, die er führte, wurden von Niemanden beantwortet oder bemitleidet. Einsamkeit war sein Begleiter. Den Sommer über war er auf seiner Alp, die Kühe waren ihm wichtiger als seine Frau. Aber im Winter, da hatte es Maria nicht so gut mit Jakob. Die Arbeit für den Bauer war dann wenig, und die Stunden im Wirtshaus nahmen ihren Platz ein. Maria ekelte es, wenn er so besoffen nach Hause kam und mit ihr schlafen wollte. Sie weigerte sich und dies liess sich dieser stolze Bauer nicht gefallen. So begann diese schreckliche Zeit für Maria und Julia, die nichts anderes kannte. Und jetzt war Julia alleine mit dieser Bestie. Weinen das konnte sie nicht. Die Angst war zu gross. Sie zitterte vor Angst, vor der Kälte und von dem Wissen, das tief in ihrem Herzen steckte. Das Wissen, dass er es auch weiss, machte sie lähmend vor Angst. Eine Zeitbombe, die mit einem Tod endete, war vorprogrammiert. Heinz, der Knecht, kam vom Stall zurück. Er war schon lange in diesem Haus. Maria hatte ihn aus dem Kinderheim geholt, als er langsam zu alt wurde dafür. Keine Eltern hatte Heinz, oder er wusste nichts von ihnen. Maria arbeitete manchmal als Aushilfe im Kinderheim, das sich in der Stadt befand und kannte den armen kleinen Heinz. Dank seiner Behinderung wurde er herumgeschubst und bekam keine Liebe. Nur Maria nahm ihn auf den Arm und spielte mit ihm. Als er dann grösser wurde, war Maria seine Vertraute. Mit sechzehn Jahren mussten die Kinder das Heim verlassen. Wo sollte er hin, dieser arme Kerl? Wieder in ein Heim? Geistig und körperlich zurückgeblieben konnte er nirgends arbeiten. Maria sprach mit ihrem Mann und sagte, einen Knecht müssen wir haben und Heinz kostet uns nur das Essen. Das gefiel Jakob, einer der arbeitet und kein Lohn bekommt. „Ja, da bin ich einverstanden“, so sagte Jakob. Maria hatte keine Ahnung was sie damit anrichtete. Jakob war nicht gut zu Heinz und er war schwieriger als Maria gedacht hatte. Aber sie war lieb zu ihm und gab ihm alles was er brauchte. Heinz hatte nur zu Maria vertrauen, er fürchtete seinen Meister. Und Julia, die langsam zur Frau heranreifte? Wie war das für Heinz? „Grüss dich Julia, ich freue mich, wenn du mit mir auf die Alp kommst.“ Und schon war er verschwunden in seiner einfachen Kammer, die nur ein Bett und einen alten Tisch beherbergte. Heinz war geistig behindert und körperlich konnte er mit seinem kürzeren Bein nicht so schnell laufen. Man wusste nicht so recht woran man ist mit ihm. Er konnte anhänglich wie ein Kind sein, wütend wie ein Stier und unberechenbar wie eine Schlange. Seine Arbeit war immer die gleiche und darum konnte er sie auch ohne Betreuung erledigen. Freizeit blieb ihm keine, dafür sorgte der alte Chef schon. In seine Seele hatte bisher Niemand geschaut. Nur Julias Mutter war gut zu ihm. Julia hatte immer ein wenig Angst vor dem komischen Kauz. Schon öfter hat er ihr aufgelauert und sie ein wenig unsittlich betastet. Hatte dieser Krüppel auch noch fleischliche Gelüste? Fragte sich Julia.
Karl wohnte in der schönen Villa am See ein Dorf weiter von Julia fort. Karl war in der Nähe von Julia aufgewachsen, aber fünf Jahre älter als sie. Ein armer Schlucker, der nicht sehr intelligent war, immer ein wenig zu dumm, um auf die höhere Schule zu gehen. Aber sein Aussehen hat ihn hervorgehoben. Gross, muskulös, braungebrannt, schwarze Haare, dunkelblaue Augen und ein unwiderstehliches lächeln. Mit seinem Charme, hat er alle Frauen betört. Das hat ihn sehr selbstsicher gemacht. Und er konnte damit seine fehlende Intelligenz überspielen. Er konnte keine Berufslehre machen. Seine Eltern waren arm und schon früh verstorben, da sie ihren einzigen Sohn erst sehr spät bekamen, war Karl bald alleine. Mit Gelegenheitsarbeiten im Lebensmittelladen oder Unkraut jäten bei älteren Damen, im Strassenbau helfen als Hilfsarbeiter, hielt er sich über Wasser zum Leben, oder einfach mal im See baden, wenn es schönes Wetter war. Der See war tiefblau, der Himmel noch mehr und die Hitze machte einem nur träge auf der satten Wiese, wenn man dort auf der Decke sich bräunen liess. Solch ein Tag genoss Karl wieder einmal im Hochsommer. Gutes Aussehen und damit tiefe Sonnenbräune, war für ihn wichtig. Sein Traum war ja auch eine reiche Frau zu ergattern und sein Körper war sein Kapital. Seine Intelligenz reichte aus um diese Hürde zu erkennen, dass er mit einem guten Aussehen seine fehlende Schulbildung überspielen konnte. Alles war nur „Schau“. Gespielt um den Erfolg. Und der Erfolg gab ihm Recht. Was Liebe war, kannte er nicht. Seine Eltern kämpften ums tägliche Überleben, waren krank und Karl meist nur eine Belastung. Als sie dann gestorben waren, ging der Kampf auf Karl über und die Liebe blieb auf der Strecke. Nie erlebt, nicht gekannt, ein Fremdwort für Karl. Traurig und leer, nur ein Wort, die Liebe. Und trotzdem sehnte er sich danach. Er träumte von der Liebe, einer Familie und vielen Kinder. Auch hatte die Frau ein Gesicht. Lange dunkle Haare und noch dunklere Augen. Ein Lächeln, das er von Kindheit an kannte und unwiderstehlich war. Aber nach dem Wachtraum in der Wirklichkeit wusste er genau, dass dieses Ziel mit seinem finanziellen Hintergrund nicht machbar war. Eine reiche Frau wäre da besser. Aber den „Fünfer und das Weggli“ konnte man eben nicht haben. Auf der schönen grünen Wiese im Strandbad am See traf er dann Frau Zülli, die Witwe von der Villa. Klar war sie ein wenig älter, aber was spielt das für eine Rolle, wenn im Hintergrund eine Villa steht. Frau Zülli spazierte über die Wiese, Langeweile plagte sie und hielt Ausschau nach etwas Unterhaltung. Sie sah den hübschen jungen Mann fühlte sich plötzlich jung und unwiderstehlich und konnte nicht anders, als auf ihn zusteuern. Sie stand vor dem braungebrannten Karl wusste nicht was sagen, denn die Wahrheit wäre gewesen, du gefällst mir, ich möchte dich haben, am liebsten in meinem Bett. So sagte sie banal: „Könnten sie mal meinen Garten wieder in Schwung bringen?“ - „Nichts lieber als das“, entgegnete Karl mit seinem charmantestem Lächeln, das er zustande brachte. Frau Zülli setzte sich neben Karl und bald waren sie in ein Gespräch verwickelt. Der Körper von der älteren Dame konnte sich sehen lassen. Nichts musste sie verstecken. Rank und Schlank, braungebrannt mit gut gebauten Formen liess sie sich von Karl begutachten. Ihr Bikini war knapp genug um alles zu begutachten. Das Resultat gefiel Karl. Das Flirten war für Karl ein Leichtes. Und Frau Zülli genoss es. Sie konnte es fast nicht erwarten bis der junge Mann in ihrem Haus antrabte. Die Hitze brannte unaufhörlich auf ihre Körper. Schweissperlen standen bei beiden auf der gebräunten Haut. Bald war es dem ungleichen Paar zu heiss. „Ich lade sie noch zu einem Drink in der Gartenwirtschaft ein, kommen sie.“ Das liess sich Karl nicht zweimal sagen. Sie standen auf und gingen federnden Schrittes auf dem Rasen Richtung Restaurant zu. Sie zogen bewundernde Blicke auf sich. Karl, der schöne braungebrannte, muskulöse Mann, sie, die zierliche schlanke, blonde braungebrannte Frau, im knappen Bikini. Ein ungleiches und doch schönes Paar. Nach dem Drink verabschiedeten sie sich und der nächste Tag war schon gebucht für die Arbeit im Garten. Karl fühlte sich wie ein König, nein, wie wenn er ein Sechser im Lotto gewonnen hätte. Würde nun sein grösster Traum in Erfüllung gehen? Er konnte den morgigen Tag fast nicht erwarten. Gerda lief wie auf Wolken davon. Dieser Mann, eine Wucht. Und seine blauen Augen, Gerda sah den ganzen restlichen Tag nur noch diese blauen Augen. Der Garten war bald gemacht und im innersten des Hauses fehlte auch so mancher Nagel, so dass Karl noch genügend Arbeit hatte um die nächste Zeit bei Frau Zülli zu verbringen. Frau Zülli besass ein feuerrotes Cabriolet. Das Herz von Karl schmolz bei diesem Anblick. Das Sportauto bekam von Karl Komplimente, die Frau Zülli lieber selbst bekommen hätte. „Oh, wäre das schön, wenn ich nicht selbst fahren müsste.“ Sagte Frau Zülli verklärt und himmelte den schönen Karl an. „Dann los, machen wir eine Spritzfahrt.“ Bepackt mit einem Korb voll Esswaren und oben drauf der Champagner, fuhren die beiden los. Auf einer schönen Wiese oberhalb des Sees, wurde die Wolldecke ausgebreitet, galant von Karl, und dann öffnete er den Champagner, wie er das jeden Tag tun würde. Beim Anstossen sagte Frau Zülli:“ Ich heisse Gerda!“ ihr lächeln war so einladend, das musste sie nicht zweimal sagen. Das Glas geleert, lagen sie sich schon in den Armen. Küssen das konnte Karl wie Keiner. Da war Gerda nicht verwöhnt, denn ihr alter verstorbener Mann, konnte die arme Gerda nie zur Wollust bringen. Alles ging immer sehr schnell und ohne Emotionen. Orgasmus war für Gerda ein Fremdwort. Aber Karl, der kann’s. Sehr schnell hat er gemerkt, was da drin liegt. Nach allen Regeln der Kunst des Verführens hatte er seine Gerda im Griff. Nach dem Küssen, hatte Karl schon gemerkt, dass Gerda bereit war für seine Liebe. Seine Hand fragte nicht nach Anstand und Sitte. Seine Finger drangen sachte in die Tiefe der Verborgenheit. Ins Dunkel gehüllt spürte er ihre Bereitschaft. Er hatte leichtes Spiel. Er zog alle Register seines Könnens und Wissens, brachte sie langsam in eine Erregung, die sie noch nie gekannt hatte und ihre Haut rötete sich, das Blut wallte, sie lag da und genoss es. Wie eine reife Frucht fiel sie ihm in die Hände. Es ging ihr sogar zu langsam, so dass sie ihm seine Hose herunterzog. Stürmisch umarmten sie sich und es fühlte sich an, als würde ein heisses Messer in die Butter stechen. Die Sinne schwanden und ihr Körper fühlte sich schwerelos an während Wärme und Wohlbehagen sich wie ein erlösendes Feuerwerk in ihrem Körper ausbreitete. Erschöpft und erschlagen von so viel Glück lag Gerda in den Armen von Karl. Das war kein lauwarmer „Zwiebackbrei“ wie bei ihrem verflossenem Mann. Welche Frau hatte schon das Glück mit sechzig Jahren einen wunderschönen Mann in bester Blüte zu besitzen. Normal musste man ja in diesem Alter sich mit einem Bierbauch und einer Glatze vorlieb nehmen. Vom Anderen ganz zu Schweigen, der Langeweile und der abgestumpften Gewöhnung. Der Korb war noch voll, als die beiden zu Hause ankamen. Ein wenig Bammel hatte Karl schon. Was hatte er sich da eingebrockt? Auf der anderen Seite sah er das Bankkonto, die Villa und nicht zuletzt das Cabrio. Für Gerda begann eine wundervolle Zeit. Unersättlich war sie und Karl konnte einfach immer. Hätte sie besser geschaut, so hätte sie in seinen Augen die Dollarzeichen gesehen. Er musste nicht mehr in seiner kalten, alten Kammer schlafen, nein, im Himmelbett mit einer Sexgierigen Frau. Er konnte ja nur die Augen schliessen und in Gedanken seine Traumfrau herbeizaubern. Er wüsste schon welche, er liebte sie schon lange, aber ohne Erfolg. Leider war es immer noch so, dass Gerda befahl, was gemacht wurde. Und leider war es auch so, dass Gerda sehr eifersüchtig war. An ihr Geld kam er auch nicht. Und als ihr Liebhaber bekam er auch keinen Lohn mehr. Aber wenn ich ihr Mann wäre, würde sich das ändern, so dachte Karl. Wenn er da nur nichts übersah. Aber sein Plan nahm immer mehr Formen an und seine Fantasie gaukelte ihm wunderbare Zukunftsaussichten vor. Er sah sich als Herr der Villa mit einer lieben, gefügigen, anschmiegsamen kleiner Frau, die ihn anhimmelte und ihm jeden Wunsch erfüllte. Ja, Karl war ein einfacher Mann, der lieber träumte als die Wirklichkeit erkannte. Und er glaubte an die Liebe und das Schöne. Nur musste es unbedingt mit Geld verbunden sein, sonst hatte es keinen Wert. Da hätte er gleich bei der armen Julia anklopfen können. Aber die hatte ja auch nichts. Und von der Liebe allein, konnte Niemand leben, das wusste Karl. Romantik ist im Himmelbett gemütlicher als in der alten, kalten Kammer. Und wenn man beim Sex die Augen schliesst, spielt das Alter der Frau auch keine Rolle mehr. Die Zukunft spiegelte sich in den Augen und der Fantasie von Karl wunderschön, rosig und voll gepackt mit Geld und Luxus. So lag er auf dem weichen Bett und träumte den Traum seines Lebens. Und er wusste, er würde diesen Traum verwirklichen, sein Plan stand fest. Bei einem Diner mit Kerzenlicht kniete Karl vor seiner Geliebten auf den Boden und sagte zu ihr:“ ich möchte, dass wir uns nicht mehr verstecken müssen, ich möchte auch vor dem Gesetz dein Mann sein, du bist die Liebe meines Lebens, willst du mich heiraten?“ - ihr lächeln war tiefgründig und kam von Herzen. Wie lange hatte sie sich das gewünscht. Dann müsste sie nicht mehr eifersüchtig sein und Angst haben, eine jüngere Frau würde ihn ihr wegschnappen. Die ständige Angst und Unsicherheit hätte ein Ende. Und sie hätte ihn fest im Griff. Und könnte die Herrin über seine Seele, Geist und Körper sein. „Ja“ hauchte sie ergeben. Beide waren glücklich und fühlten sich als Sieger. Beide hatten eine andere Vorstellung von dieser Ehe. Beide wollten über den Partner herrschen. Das Unglück begann. Es wurde ein grosses Fest. Alle sollten wissen, dass er nun ihr gehörte. Jedes Junge Mädchen sollte sich keine Hoffnungen mehr machen können. Alles was Rang und Namen hatte wurde eingeladen. Julia wurde als Bedienung angestellt und musste die Gesellschaft bewirten. Als Karl Julia sah, wurde ihm schwer ums Herz. Jetzt entglitt sie ihm ganz. Nur noch schöne Erinnerungen an die Jugendzeit, aber das Herz konnte er ihr nicht mehr schenken. Julia sah ihn mit ihren dunklen Augen an und er weinte innerlich. Sie sprachen kein Wort und verstanden sich trotzdem. Ging es ihr gleich wie ihm? Ja er fühlte es, aber nun hatte er gewählt. Er freute sich über den Luxus, den er nun ganz bekam. Bankkonto inklusiv Haus und Auto. Und weiterhin holte er seine Julia ins Bett, wenn er mit seiner Frau schlief. Julia sah Karl und hatte nur noch Erbarmen mit ihm. Was hatte er sich da aufgeladen? So dachte Julia. Er war ihr Jugendfreund und einziger Mann, zu dem sie mehr als nur Sympathien hatte. Er war immer ihr Vertrauter gewesen, seit sie ein Kind war. Auf dem grossen Stein hinter der Tanne auf der Wiese, die zwischen ihren Häusern lag verträumt und versteckt war ihr Treffpunkt. Wie ein grosser Bruder war Karl zu Julia. Ihre Sorgen konnte sie ihm erzählen, konnte weinen und Karl nahm sie in den Arm und tröstete Julia, trocknete ihre Tränen und erklärte ihr, dass nicht alle Männer böse waren. Karl fühlte sich verantwortlich für seine kleine „Schwester“. Er war stolz, der grössere und gescheitere zu sein und ihr zu helfen. Nur brüderliche Gefühle walteten in seinem Herzen. Erst als er in die Pubertät kam, langsam zum Mann wurde, körperliche Gefühle wach wurden, veränderte sich das Bild von der kleinen Schwester. Julia wurde immer schöner, fraulicher und bekam langsam Rundungen. Da nahm er sie nicht mehr in den Arm. Die Scheu, die ihm unbekannte Gefühle bescherten, Erwachten in seinem Körper. Er konnte nicht damit umgehen und zog sich zurück. Julia begriff dieses Verhalten nicht. Sie wurde unsicher und dachte, Karl liebte sie nicht mehr. Ihre Liebe war die Geschwisterliebe. Plötzlich konnten sie nicht mehr so ungehemmt über alles sprechen. Die Vertrautheit hatte einen Riegel bekommen und dieser musste zuerst geöffnet werden. Das war nicht so einfach. Karl zog sich immer mehr zurück und träumte in einer anderen Form von Julia. Julia war zornig und verstand nichts. Eines Tages schrie sie Karl an: „Warum kommst du nicht mehr, warum liebst du mich nicht mehr, warum willst du mich nicht mehr? Bin ich dir zu hässlich? „ Julia stand vor ihm, im kurzen Rock, kleinen spriessenden Brüsten, die vorwitzig bei ihrem Leibchen sich abzeichneten und weinte. Karl war verwirrt, schaute sie mit seinen blauen Augen gross an und wusste noch weniger wie er sich verhalten sollte. Instinktiv nahm er sie in den Arm, küsste sie verzweifelt. Es war der erste Kuss für Beide. Und der letzte für lange Zeit. Für Julia länger als für Karl. Sie lagen sich in den Armen und Karl versuchte verzweifelt seine Liebe Julia zu erklären. Julia war noch zu jung, um alles zu verstehen. Aber sie wusste nun, dass sie nicht hässlich war, dass Karl sie liebte und dass er darum nicht mehr zu ihr kam. Und dass sie warten musste, bis sie erwachsen wurde. So glitt diese junge Liebe auseinander wie der Mond von der Sonne. Aber der Mond und die Sonne kamen nie zueinander. Die Begegnung dieser beiden ist immer nur kurz, aber sie können nicht ohne einander sein. Sonne und Mond gehören zueinander kommen aber nie zusammen. Wird es wohl auch so sein bei Julia und Karl?
Leider sah der Alltag nach der Hochzeit ganz anders aus. Er bekam nichts, durfte weiterhin als Gärtner, Chauffeur und Hausklempner arbeiten ohne Lohn, nur mit dem Auto durfte er ausfahren, selten alleine. Nun hatte sie ihn. Gefangen im Luxus und als ewiger dummer, armer Bengel behandelt. „Ess nicht so viel, sonst wirst du zu dick, und nach dem Essen machst du den Abwasch, gibst den Blumen noch Wasser und dann kannst du mich zum Friseur fahren.“ Es waren die gleichen Worte, die Fridolin ihr verstorbener Mann, zu Gerda gesagt hatte. Nur merkte sie das nicht. Obwohl Karl in der Schule nicht der Beste war, so war er doch nicht so dumm, dass er sich das alles gefallen liess, und dass ihn dieser Ton nicht erniedrigte. Es kratzte gewaltig an seinem Ego. Er fühlte sich furchtbar. Seine Seele weinte, war verwundet und blutete. Seine Sehnsucht nach Julia wuchs. Das schöne Geschirr auf dem Tisch hätte er am liebsten mitsamt dem Tischtuch auf den Boden geschmettert. Aber nein, er frass alles in sich hinein. Viel schlimmer waren die Auswirkungen auf seine Seele. Irgendwo musste etwas Furchtbares passieren, damit dies alles hinaus konnte. Er riss sich zusammen, denn wenn er aufbegehrte, wusste er, was sein Leben ihm bieten konnte - Nichts. Seine Träume waren kaputtes Porzellan, gelandet im Abfall. Der Herr über das Vermögen und seine Frau zu sein, existierten nur noch in seiner Fantasie, weit weg und unrealistisch. Leider wirkte sich das Ganze auch auf seine Potenz aus. Erniedrigung und Hass war das Einzige, was er für Gerda fühlte. Mit diesen Gefühlen kann keine glückliche Vereinigung stattfinden. Und je weniger er mit Gerda schlief, umso mehr tyrannisierte sie ihn und erniedrigte ihn aufs Gemeinste. Sie kannte seine verwundbaren Stellen. Die Männlichkeit griff sie an und traf ihn bis ins Innerste. Genauso wie es früher ihr Mann Fridolin, getan hat, nur umgekehrt in der Rolle.
Fridolin, so hiess er. Gerda hatte keine Rechte, musste immer tun, was er befiel. „Iss nicht zu viel Gerda, sonst wirst du zu dick und dann geh ich nicht mehr mit dir ins Bett“ Als wäre ihr das nicht egal gewesen, denn im Bett hatte Gerda keine Freude an ihrem Fridolin. Es war immer mehr eine Vergewaltigung als eine Freude. Aber das war ihm egal. Er war ein Sadist und hatte Freude an Gerdas Kälte und Schmerz. Je mehr Gerda schrie und sich wehrte, je geiler wurde ihr Mann. So wie Karl, kam auch Gerda aus einfachen Verhältnissen und sie hatte keine Wahl. Armut ohne Fridolin oder Luxus mit Fridolin. Gedemüdigt als Putzfrau, Köchin und Magd gehalten war ihre Ehe. Der Hass auf ihren Mann und später auf alle Männer war unbeschreiblich. Sie litt in ihrer Ehe tausend Tode. Den Luxus in der Villa bezahlte sie teuer. Ihre Mutter gebar Gerda unehelich und zog sie ohne Vater auf. Sie waren bettelarm. Aber ihre Mutter war eine redliche, gottesfürchtige Frau, die sich nichts zuschulden kommen liess. Ein Garten mit Kartoffeln, eine Ziege für die Milch und im Herbst suchten sie Pilze im Wald. Gerda lernte früh kochen mit einfachen Lebensmittel, kannte sich aus in den Pilzen. Sie lebten in einem kleinen einfachen Haus, Mutter lernte Gerda beten und ein christliches Verhalten. Früh musste sie mithelfen, nach der Schule pflegte sie die schwerkranke Frau von Fridolin Zülli. Sie machte alles und war eine Perle, die Fridolin nicht missen konnte. Die Tage seiner krebskranken Frau waren gezählt. „Heute musst du mitkommen in die Villa, ich schaffe es nicht mehr alleine“, sagte die Mutter zur fünfzehnjährigen Gerda. Sie gingen zusammen in die Villa und pflegten die arme, kranke Frau. Dazwischen kochte und putzte Gerda noch in der Villa. Schon damals spürte Gerda die geilen Blicke von Fridolin. Sie fühlte sich erwachsen und sexy. Der Mutter verriet sie nichts. Aber ihr kindliches Gemüt, das noch nichts ahnte, was dahinter steckt, frohlockte. Der frauliche Körper, das gut erzogene Kind, die Neugier auf die grosse, schöne Welt, die Naivität, das Unwissen über die Geschlechter, alles vermischte sich zu einer grossen Verführung für Fridolin. Die Frau war gestorben und Fridolin verlangte Gerda im Haushalt. „Sie brauchen dann nicht mehr so oft zu kommen, ich zahle ihnen eine gute Rente.“ Sprach Fridolin zur Mutter. Froh um ein wenig Erleichterung und trotzdem noch ein Auskommen, war die Mutter mit dieser Regelung einverstanden. Gerda hatte nun eine Arbeit und Mutter war froh darum. Nun hatte Fridolin leichtes Spiel. So dachte er wenigstens. „Komm, sei nicht so prüde“, sagte er verärgert zu Gerda, als sie sich wehrte und die Hand unter ihrem Rock wegzerrte. „Nein, das darf man nicht, erst wenn man verheiratet ist, hat meine Mutter gesagt.“ Da er nicht ins Gefängnis wollte, wegen einer Minderjährigen, hatte sich Fridolin gefügt. Die gottesfürchtige Mutter hätte ihn sofort angezeigt, das wusste er. So hatte er die junge Gerda nur in Gedanken nachts in sein Bett geholt und mit ihr alles durchgespielt. Eines Tages kommst du dran. Sagte er zu sich selbst. Ich kann warten. Ein junges Mädchen läuft einem nicht jeden Tag über den Weg. Sein Plan ging auf. Eines Tages, als Gerda ihren siebzehnten Geburtstag hatte, erschien er mit einem Blumenstrauss bei der Mutter, der es nun auch nicht mehr gut ging. Ihre Krankheit nahm den gleichen lauf wie die ihrer Herrin. „Ich bitte um die Hand ihrer Tochter Gerda“, sagte gefühlsvoll Herr Zülli. „Aber sie ist ja noch viel zu jung um zu heiraten“, sprach die Mutter. „Wir können uns verloben, und wenn Gerda achtzehn Jahre alt ist, können wir heiraten und sie hat niemals mehr Geldsorgen und kann auch für ihre Mutter da sein.“ – Die Mutter schaute ihn an und fragte: „ Werden sie immer gut zu Gerda sein und für sie sorgen ein Leben lang?“ – „Das verspreche ich ihnen.“ Mutter kannte Herr Zülli nur als zurückgezogenen freundlichen Mann und wusste nichts über seine sexuellen Vorlieben. Schnell dachte sie über die Zukunft nach, erkannte die Sicherheit, die Gerda mit der Villa, dem Vermögen und dem alten Mann haben würde. Sie wollte nur das Beste für ihre Tochter und diese Fakten zählten. Und eines Tages wäre dann Gerda reich und eine junge Witwe. Diese Aussichten waren verlockend und konnten auch die seriöse Mutter verführen. „Gerda muss das selbst entscheiden, das ist ihr Leben. Meinen Segen haben sie.“ Das war mehr, als Fridolin erwartet hatte. Freudig leuchteten seine Wangen, als Gerda zur Türe hineinkam. Er ging vor ihr in die Knie, überreichte ihr den Blumenstrauss und sagte: „Bitte werde meine Frau, Gerda.“ Gerda sah in gross an, übersah seine Glatze, den „Schwabelbauch“ und das rosafarbige, fleischige Gesicht, die faden, wässerigen Äuglein, die buschigen Augenbrauen, die fast weiss waren und sie sah im Geiste die weisse Villa mit ihren Säulen, das schöne Porzellangeschirr und das Damasttischtuch. Auch schon hatte sie den geöffneten Tresor gesehen und dort lagen schön geordnet die Banknoten. Nur ein kleiner Blick hatte genügt und sie wusste, dass dort ein Vermögen lag. Fridolin war für Gerda weit weg in Gedanken, noch hinter dem Damasttischtuch und hinter dem Porzellan. Der Tresor wurde immer grösser und sie sah sich in schönen Kleidern und mit Schmuck behangen im weichen Polstersessel sitzen, den sie immer abstauben musste. Geblendet vom Reichtum, von der Gier des Geldes sagte sie benommen und mit unerklärlichem Blick in die Ferne: „Ja, ich will“, meinte aber nicht das gleiche wie Fridolin. So wurde Verlobung gefeiert mit drei unterschiedlichen Vorstellungen für die Zukunft. Mutter wollte ein gesichertes Leben für ihre Tochter, Fridolin konnte die erste Liebesnacht fast nicht erwarten, denn Verlobung bedeutete auch freie Fahrt. Gerdas Erwartungen waren Luxus und Geld. Eine Dienstmagd würde dann ihre jetzige Arbeit machen und sie konnte nur noch befehlen. Das war der Anfang aller Enttäuschungen. Die Verlobungszeit verlief noch nicht so schlimm, darum wurde bald das Aufgebot bestellt und geheiratet in der Hoffnung, dass dann alles besser wurde, wenn Gerda erst die Herrin des Hauses war. Leider wurde sie nie die Herrin, sondern blieb immer die Dienstmagd. Bald starb die Mutter und sie war dem brutalen Ehemann ausgeliefert. Um die kranke Mutter nicht noch mehr zu belasten, hatte sie nie die Wahrheit erzählt über ihre Ehe. Sie sollte im Glauben sterben, dass sie das grosse Los gezogen hätte. Und so war es dann auch.
In einer Nacht als Fridolin sie wieder mit masochistischen Spielen plagte und sie aufschrie, was er besonders mochte, gebar der Plan. Sie verwarf ihn wieder und wieder, aber er ging ihr nicht mehr zum Kopf heraus. Ich wäre ihn los für immer. Aber du begehst eine Sünde! So hörte sie ihre verstorbene Mutter in Gedanken auf sie einreden. Tagelang und in jeder Nacht plagte sie ihr Gewissen, aber ihr Hass wuchs ständig. Alleine mit diesem Mann in der Villa, die sie nicht verlassen durfte, keine Freundinnen haben durfte und sich wie ein gefangener Sträfling fühlte. Jahrelang ging dieses Spiel schon diesen Weg, aber nun war genug. Nach einer besonders brutalen Nacht, als sie Morgens mit aufgerissener Lippe, einem blauen Auge und einem Geschlechtsteil, das so geschwollen war, dass sie fast nicht mehr laufen konnte, war das Fass überlaufen. Der Plan gefasst. Nun war die Zeit abzusehen, wann sie das alles nicht mehr mitmachen musste. Die giftigen Pflanzen und Pilze kannte Gerda gut, denn Mutter hatte ihr diese gezeigt und sie gewarnt vor dessen Giftigkeit. Man kann daran sterben und nur eine Tollkirsche ist gefährlich und der Knollenblätterpilz ist tödlich. Du musst diese Pilze genau kennen und niemals nehmen. So sagte ihre Mutter und lernte sie die Natur für gutes und giftiges zu unterscheiden. Dass sie damit eine Mörderin ausbildete konnte ihre Mutter nicht ahnen. Aber Gerda war nicht böse, sondern einfach verzweifelt und am Ende ihrer Kräfte. So konnte und wollte sie nicht weiterleben, sonst hätte sie sich selbst umgebracht. Und sie war doch noch so Jung, und sie hätte so gerne gelebt, wäre so gerne mit gleichaltrigen an den See zum Baden und hätte sich gerne mal in einen jungen Mann verliebt, wäre gerne tanzen gegangen und hätte sich frei und unbefangen umhertollen können. Aber nein, sie war gefangen in der Villa mit einem alten, geifernden, geilen Mann, der einfach nur abstossend auf Gerda wirkte. Das Damasttischtuch, das schöne Geschirr und der Tresor, den sie nie öffnen durfte, war nicht mehr interessant. Ich oder Du, das war ihre Devise und ihr Ziel. Lieber du als ich war das Resultat. Jeden Tag ein wenig in die Sauce, manchmal ein Pilzgericht, oder über die Nudeln. Da sie in der Küche die Teller parat machte, konnte sie gut nur für ihren Mann die giftige Portion darauf tun. Es machte sie glücklich eine geheime Macht über Fridolin auszuüben. Plötzlich war es ihr egal, wenn er tobte und sie zur Sau machte. Sie war die stärkere und konnte über sein Leben entscheiden. Schadenfreude lag auf ihrem Lächeln, wenn er nachts über sie herfiel. Sie spürte die Schmerzen nicht mehr. Sie freute sich auf die Zeit danach. Bald fing er an zu kränkeln. Der Doktor wurde sofort geholt. Er war ein Dorfarzt, schon etwas älter und nicht sehr modern eingerichtet. Der Blutdruck war hoch, die Leber vergrössert und das Herz auch nicht mehr das Beste. Er bekam eine Menge Tabletten. Er war ja auch viel älter als Gerda, also nahm man das nicht so ernst. Der Plan ging auf. Es war die Nacht des Martini- Marktes. Alles war auf den Beinen. Es wurde getanzt, gefeiert und gesoffen. Der Doktor hatte die ganze Nacht zu tun, konnte nicht schlafen. Das wusste er und die ganze Bevölkerung auch. Die Alkoholleichen lagen am Strassenrand oder fielen von der Brüstung und auch die Treppe hinunter vom Wirtshaus. Es war die Nacht des Wahnsinns, die Nacht, in der alles erlaubt war. Die Nacht der Laster. Jedermann liess die Sau raus. Es gab keine Grenzen. Die Frauen fürchteten diese Nacht und die Männer freuten sich darauf. Nicht erwünschte Kinder kamen neun Monate später auf die Welt. Vater unbekannt, stand dann meistens in der Geburtsurkunde. Gesetze gab es keine in dieser Nacht. Die Polizei war Nirgends, nur der Doktor war gefragt. Gerda kochte ein besonders gutes Nachtessen und in der Sauce schwammen eine Menge giftiger Pilze. „Warum isst du nichts?“ fragte Fridolin. „Habe heute keinen Hunger“, - „Ich gehe dann nach dem Essen noch auf die Gasse“, sagte er zu Gerda. Es kam dann doch nicht mehr dazu. „Ich gehe doch nicht, das Essen ist mir nicht bekommen, ich habe Bauchweh, bring mir einen Schnaps.“ Der Schnaps gemischt mit einer Schlaftablette leerte Fridolin in einem Zug. Er legte sich auf das Bett und die Krämpfe begannen. Teilnahmslos schaute Gerda zu. Erbarmen kannte sie nicht. Ihre Seele und Gewissen hatte sie fortgeschickt, die waren nicht mehr in ihrem Körper. Apathisch ohne jegliches Gefühl stand sie vor dem Bett, in dem sich Fridolin vor Schmerzen umherwälzte. Gerda schluckte leer und starrte ohne etwas zu sehen mit glasigen Augen auf Fridolin. Eine zu Stein erstarrte Frau ohne Innenleben. Auch die Freude war weg. Eine Leere nahm Einzug in ihren Körper. Ihr versteinertes Herz war nur noch ein Klumpen. Sie wusste nicht mehr wer sie war, kannte sich selbst nicht mehr. Als er dann tot auf dem Bett lag, war es das Herz. So sagte der Doktor, der erst am Morgen Zeit hatte, um zu kommen. Er war selbst todmüde und konnte kaum die Augen offen halten. Was sollte es sonst sein, als das Herz? Gerda hatte Angst. Es war das erste Gefühl, seit der Todesnacht. Wenn man es doch herausfindet? Das schlechte Gewissen plagte sie, es war das nächste Gefühl das sie verspürte. Aber der Doktor ging wieder ohne eine Spur des Zweifels. Was hatte sie getan? Sie stand neben dem Bett und schaute hinauf Richtung Himmel. „Ich schäme mich, Mutter“, kam es stockend und ganz leise aus ihrem Mund. „Ich war einmal eine gute, gottesfürchtige Frau, ein normales Mädchen, das nichts anderes wollte, als ein glückliches Leben führen. Und nun bin ich zur Mörderin geworden und werde es das ganze Leben lang sein. ich muss diese Last tragen und wahrscheinlich auch büssen. Wie weiss ich noch nicht.“ Aber in ihrem Herzen sah sie die Mutter lächeln und es war als würde sie sagen: „sei nicht traurig, es ist gut so. “Als sie sich über den toten Fridolin beugte, der bewegungslos auf dem Bett lag, lächelte sie und fühlte, wie sich eine eiserne Klammer von ihrem Herzen löste. Ihr Innerstes fühlte sich an wie ein Vogel, der seine Flügel zum ersten Mal ausbreitet, durchatmete und in den blauen Himmel hinaus gleitet. Frei, endlich Frei und dazu noch reich. Alles ging gut. Niemand war traurig über seinen Tod, denn er war nirgends beliebt gewesen. Kinder hatten sie keine, auch keine aus der früheren Ehe von Fridolin. Gerda spielte die trauernde Witwe, sie hatte alles geerbt, aber ihre Seele war kaputt. Das merkte sie nicht, denn die neue Freiheit überspielte alles. Das Geld veränderte sie, machte sie hart, einsam und unglücklich. Sie konnte sich alles leisten, die teuersten Kleider, Schmuck und sogar einen teuren Sportwagen. Den Führerschein machte Gerda mit Bravour und zum Lohn gab es noch eine Liebesnacht mit dem Fahrlehrer. Es blieb die Einzige. Sie war kalt, unnahbar und hatte keine Freunde. Ein eiserner Panzer umschloss ihr Herz. Es war ihr Schutz, denn in Wirklichkeit, war ihr Herz und ihre Seele ganz anders. Nur war dieses jetzt verschlossen, für Niemanden zugänglich. Nicht mal für sie selbst. Sie spielte dieses Leben nicht, sie glaubte daran. Sie spürte ihr Herz und ihre Seele nicht mehr, alles war verschlossen und sie wusste nicht, dass es sie gab. Das Herz und die Seele. Nun konnte sie die Herrin spielen. Dienstmagd, Putzfrau, Köchin standen vor ihr und sie konnte im weichen Sessel sitzen und befehlen. Es machte ihr keine Freude. War das der Lohn für die Heirat mit Fridolin, oder war das die Strafe für den Mord an Fridolin? Dieses Rätsel hatte keine Lösung und ein Happy End gab es nicht.
Viele Jahre lebte Gerda alleine. Manchmal hatte sie einen Liebhaber, aber nach kurzer Zeit merkte sie, dass auch dieser nur auf ihr Geld aus war. Und der Sex war auch nicht viel besser. Der Hass auf alle Männer wuchs. Sie sind doch alle gleich, dachte Gerda und liess es sein. Und nun passierte ihr das noch im Alter. Da kam ein schöner, junger Mann, charmant, höflich und lieb und verführte sie nach allen Regeln der Kunst. Zärtlichkeit, die sie nicht kannte, war der Zauberstab. Und das Beste war, sie hatte zum ersten Mal einen Orgasmus. Sie wurde schwach und verliebte sich, und das zum ersten Mal. Ihr eiserner Panzer hatte einen Riss erhalten. Der wurde immer grösser, bis der Panzer von selbst abfiel und sie ihr Herz wieder spürte. Aber nun waren ihr Herz und ihre Seele verletzlich und davor hatte sie Angst. Ihr verlangen nach Karl war wie eine Sucht. Sie wollte ihn behalten. Ja, jetzt war ihr Geld willkommen. Damit konnte sie ihre Falten des Alters überdecken. Damit konnte sie ihn locken. Aber die Angst vor den hübschen, jungen Mädchen wuchs und sie wusste eines Tages würde er ihr den Rücken kehren, weil die Versuchung zu gross war. Dann kam ihr der Heiratsantrag gerade recht, dann würde sich der Kreis schliessen und sie hätte die Macht über ihn. Dass dieser Plan nicht aufging, konnte sie nicht wissen, und Karl lebte gefährlich an der Seite einer Mörderin.
