Moreno - N. Merida - E-Book
Beschreibung

Damian Moreno ist der Erbe der Hotelkette Moreno. Er lebt mit seiner Mutter und seiner Schwester auf Ibiza. Eines Tages erfährt er von seiner Mutter, dass er bereits versprochen ist. Die Frau, die er heiraten soll, ist die Tochter eines Senators und lebt mit ihrem Vater in New York. Um seine zukünftige Braut kennenzulernen, reist er mit seinen beiden Freunden nach New York. Als er Madeleine bei ihrer Examens Feier in einem Club trifft, reagiert diese aufgrund seines verdammt guten Aussehens schockiert. Madeleine ist kaum in der Lage, in seiner Nähe einen klaren Gedanken zu fassen. Sie ist hin und weg von dem Mann, dem sie als Baby schon versprochen wurde. Damian verspricht Madeleine alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Hochzeit zu verhindern, sollte sie sich gegen diese arrangierte Heirat entscheiden. Madeleine kann nicht glauben, dass Damian das Schicksal der beiden allein in ihre Hände legt. Doch sie ahnt nicht, dass Damian mit dieser Heirat das Ziel verfolgt, von seiner machtsüchtigen Mutter etwas zu fordern, dass sie sonst nie hergeben würde.

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N. Merida

Moreno

Was ich bin, ist das was du aus mir machst

Impressum

N. Merida

Copyright: © 2015 N. Merida Verlag: epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de

ISBN: 978-3-7375-8199-8

Kurze Inhaltsangabe

Damian Moreno ist der Erbe der Hotelkette Moreno.

Er lebt mit seiner Mutter und seiner Schwester auf Ibiza.

Eines Tages erfährt er von seiner Mutter, dass er bereits versprochen ist.

Die Frau, die er heiraten soll, ist die Tochter eines Senators und lebt mit ihrem Vater in New York.

Um seine zukünftige Braut kennenzulernen, reist er mit seinen beiden Freunden nach New York.

Als er Madeleine bei ihrer Examens Feier in einem Club trifft, reagiert diese aufgrund seines verdammt guten Aussehens schockiert.

Madeleine ist kaum in der Lage, in seiner Nähe einen klaren Gedanken zu fassen.

Sie ist hin und weg von dem Mann, dem sie als Baby schon versprochen wurde.

Damian verspricht Madeleine alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Hochzeit zu verhindern, sollte sie sich gegen diese arrangierte Heirat entscheiden.

Madeleine kann nicht glauben, dass Damian das Schicksal der beiden allein in ihre Hände legt.

Doch sie ahnt nicht, dass Damian mit dieser Heirat das Ziel verfolgt, von seiner machtsüchtigen Mutter etwas zu fordern, dass sie sonst nie hergeben würde.

1. Kapitel

Damian Moreno saß zum ersten Mal in seinem Yacht-Club an der Bar und trank einen Cognac. Der Barkeeper lächelte ihn nervös an und fragte, ob er ihm noch etwas bringen dürfe. Doch sein Chef starrte nur in die Ferne, und schien ihn gar nicht wahrzunehmen.

„Damian?“ Esteban traute seinen Augen nicht. „Du sitzt an der Bar deines eigenen Clubs?“, fragte er. Er lehnte sich mit dem Rücken an den Tresen und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Darf ich Ihnen etwas zum Trinken bringen, Señor Sanchez?“, fragte der junge Mann hinter der Theke.

„Einen Cognac, bitte“, antwortete er, ohne den Blick von seinem Freund zu lassen. „Ist alles in Ordnung mit dir?“

Damian drehte sich langsam zu Esteban und sah ihn so lange an, bis dieser fragend die Augenbrauen hob.

Der Kellner servierte den Drink und nahm das Trinkgeld, das ihm Moreno auf den Tresen gelegt hatte.

Damian stand auf und lief in Richtung der Treppe, die zu seinem Büro führte.

Esteban sah den Kellner stirnrunzelnd an. Doch der hob nur die Schulter. Mit einem Schluck trank Sanchez seinen Drink aus und lief seinem Freund und Arbeitgeber hinterher. Er öffnete die Tür zu Damians Arbeitszimmer, trat ein und schloss sie hinter sich wieder.

„Sag mir endlich, was mit dir los ist.“

Damian saß hinter seinem Schreibtisch und lehnte gelassen an der Sessellehne. „Setz dich“, forderte er Esteban auf.

Langsam bewegte sich Sanchez zum Sessel vor dem Schreibtisch und ließ sich darauf nieder. Gespannt hob er eine Augenbraue.

„Ich bin versprochen!“

„Du bist was?“

„Versprochen. Hast du so etwas schon mal gehört?“, spottete Damian. Esteban sah ihn amüsiert an.

„Ja, lach nur!“ Damian bewarf ihn mit einem Knüllen Papier und grinste.

Esteban lachte jetzt laut auf und sein Freund stimmte mit ein.

„Hör mal, die Frau macht mich noch wahnsinnig!“

„Ich nehme an, du sprichst von deiner Mutter.“

„Sie und mein Vater haben mich mit sechs Jahren einem Baby versprochen.“

Esteban sah ihn ungläubig an. „Und wer soll sie sein?“

„Die Tochter eines Senators, Madeleine Briton.“

„Senators? Eine Amerikanerin?“

Damian stand auf und ging zum Servierwagen auf dem eine Flasche Cognac und Gläser standen. Schweigend schenkte er sich und seinem Freund etwas ein. Er reichte Esteban ein Glas und stellte sich anschließend an das Fenster mit dem Blick auf den Hafen.

„Madeleine Briton ist halb Spanierin. Ihre Mutter stammte aus Barcelona. Irgendwann lernte sie Marc Briton kennen und heiratete ihn.“

„Du redest von ihrer Mutter in der Vergangenheit. Also lebt sie nicht mehr.“

„Sie starb bei einem Autounfall auf Teneriffa.“

Damian starrte weiterhin aus dem Fenster und versuchte, sich an

Marc Briton und Dolores zu erinnern.

Briton und sein Vater hatten sich in Harvard kennengelernt.

Sie wurden schnell gute Freunde. Als Briton Mario Moreno auf Ibiza besuchte, lernte er Madeleines Mutter kennen und heiratete sie kurz darauf. Er erinnerte sich auch, den Senator und Dolores oft bei ihnen zu Hause gesehen zu haben. Auch an das Baby konnte er sich noch entsinnen. An seinem sechsten Geburtstag kamen sie mit dem kleinen Mädchen zu Besuch. Damals ahnte er noch nichts von seinem Glück.

Angeblich war Marc Briton so fasziniert von ihm gewesen, dass er der Meinung war, er sei genau der Richtige für seine Tochter.

Sein Vater hatte laut seiner Mutter scherzend erwidert, es doch vertraglich festzumachen. Scheinbar war Britons Frau so begeistert von dieser Vorstellung gewesen, dass sie die Idee nicht mehr in Ruhe ließ. Schließlich überzeugte sie seine Mutter und zum Schluss auch die Männer. Der Senator hatte seinem Vater versprochen, aus Madeleine die perfekte Ehefrau für seinen Sohn zu machen.

Als Dolores im Sterben lag, nahm sie allen dreien das Versprechen ab, diese Verbindung um jeden Preis herbeizuführen.

Und jetzt sollte es soweit sein.

Diese Madeleine hatte ihr Studium beendet, und war, wie seine Mutter behauptete, nun im heiratsfähigen Alter.

Langsam riss er sich aus seinen Gedanken und ging wieder zu seinem Platz.

„Und was hast du jetzt vor? Du weißt, wenn deine Mutter sich etwas in den Kopf gesetzt hat ...“

„Ich werde sie besuchen“, erklärte er kurz.

Esteban hob beide Brauen. „Du hast doch nicht ernsthaft vor, eine Frau zu heiraten, die du noch nie gesehen hast?!“

„Nein, darum möchte ich sie ja auch erst kennenlernen. Und wer weiß, vielleicht ist sie mir ja ganz nützlich. Meine Mutter möchte ihr Versprechen mit aller Macht halten, und ich werde es mir zum Vorteil machen. Allerdings muss ich erst einmal herausfinden, inwieweit mir die Verbindung von Nutzen sein wird.“ Er sah zu seinem Freund und lächelte verschwörerisch.

„Jason starrt dich an als hätte er dich heute zum ersten Mal gesehen“, bemerkte Kathrin und nahm noch einen Schluck von ihrem Martini.

Madeleine versuchte, unauffällig rüber zu schielen.

„ Er möchte mit mir schlafen.“

„Und?“

„Wie und? Ich bin noch Jungfrau“, flüsterte Madeleine verlegen.

Kathrins entsetzter Gesichtsausdruck blieb nicht unbemerkt.

„Was ist?“, fragten Sarah und Kevin. Auch Jason sah sie fragend an.

Die fünf Freunde saßen an der Bar in einem Club, um Madeleines Examen zu feiern.

„Nichts. Ich habe ihr nur erzählt, dass ich die Stelle bei den Housmans nicht annehmen werde.“

„Und warum nicht? Ich dachte, es sei beschlossene Sache. Dein Vater hat doch schon alles arrangiert“, meinte Kevin.

„Eben darum“, erwiderte Madeleine ungeduldig.

„Ah, verstehe, du möchtest es ohne den mächtigen Papa zu etwas bringen“, stellte Sarah fest.

Madeleine zuckte nur mit den Schultern.

„Nur leider wird es nicht so einfach sein“, meinte Jason. „Du kannst dich wohl schlecht mit falschem Namen bewerben. Dein Vater ist Senator! Wo möchtest du als Anwältin arbeiten, ohne mit deinem Vater in Verbindung gebracht zu werden? Das macht doch überhaupt keinen Sinn, Madeleine.“

„Ja, ich weiß. Ich möchte nur nicht bei den Housmans arbeiten.“ Madeleine rieb sich entnervt die Schläfe. „Und außerdem sind wir zum Feiern hier.“

„Ja, lasst sie in Ruhe! Auf dich Madeleine, und deinen hervorragenden Abschluss!“ Sarah zwinkerte ihr zu und nickte.

Madeleine bedankte sich und nahm einen Schluck von ihrem Drink, der ein wenig zu süß für ihren Geschmack war.

Jasons Miene verfinsterte sich zusehends. Sie war sich nicht sicher, ob er sauer war, weil sie noch nicht bereit war mit ihm zu schlafen, oder ob er beleidigt war, weil sie die Stelle bei seinen Onkels nicht annehmen wollte. Eigentlich war er der Grund, warum sie sich weigerte dort zu arbeiten. Jason und sie kannten sich jetzt schon fünf Jahre. Die Vorstellung mit ihm jetzt auch noch zusammenzuarbeiten, hatte irgendwie ihren Reiz verloren, so sehr sie die Gebrüder Housman auch schätzte. Sie hatten nach dem Tod ihrer Eltern das kleine Anwaltsbüro übernommen und aus der Kanzlei ein Unternehmen gemacht. Adam Housman fungierte als Staranwalt und Brian war der begehrteste Scheidungsanwalt New Yorks. Mit ihm an der Seite war es unmöglich als Verlierer aus der Ehe zu gehen.

Sie würde von den Besten lernen, soviel stand fest. Aber sie konnte Jason nicht ständig um sich herum haben. Wie auch immer, sie hatte im Moment ohnehin andere Sorgen, dachte sie und nahm noch einen Schluck von ihrem Mixgetränk.

Konrad stieß seinem Freund in die Rippen und nickte mit dem Kopf in Richtung der blonden Frau gegenüber von ihnen. „Ob ich nicht mal rübergehen sollte?“

„Lass es sein, sonst fängst du dir noch eine“, neckte ihn Esteban und schaute erst zu Damian und dann wieder zu der Frau gegenüber.

Als Damian dem Blick seiner Freunde folgte, sah er eine junge Frau, die ihn sofort fesselte. Sie war vielleicht Anfang zwanzig, mit blonden langen Haaren und einem Mund, der zum Küssen geschaffen war.

„Aber die schaut mich doch die ganze Zeit an“, beharrte Konrad und grinste selbstzufrieden.

„Sie ist völlig in Gedanken“, klärte ihn Esteban auf.

„Dann sollte ich eben zu ihr hingehen und sie darauf hinweisen, dass sie mich seit einer gefühlten Ewigkeit anstarrt und dass es mich ganz nervös macht.“

„Ach, sie macht dich nervös?“

„Entschuldige, aber wie würdest du dich fühlen, wenn dich jemand die ganze Zeit ununterbrochen ansieht?“

„Ja, vielleicht hast du recht, du solltest dich bei ihr beschweren.“ Esteban lächelte amüsiert und warf Damian einen Seitenblick zu.

„Du bist ja so ruhig. Was sagst du dazu?“

Damian sah seinen Freund fragend an.

„Ach, vergiss es, Konrad hat nur Blödsinn geredet.“

„Jungs, wir sollten uns langsam auf den Weg machen“, beschloss Damian und bat den Barkeeper um die Rechnung.

Während sie warteten, wanderte sein Blick wie von selbst wieder zu dieser Frau. Na, aufgewacht? Er lächelte als sie ihren Kopf in seine Richtung gedreht hatte, und ihn wie erstarrt ansah.

„Wow, kennst du ihn?“, wollte Kathrin wissen, die plötzlich neben Madeleine aufgetaucht war. „Hallooo, wer ist das?“

„Wer ist wer?“ Madeleine sah ihre Freundin ahnungslos an.

„Du weißt genau, wen ich meine. Schließlich starrst du ihn ja die ganze Zeit an.“

„Woher soll ich das wissen?“, sagte sie, als sie endlich begriff. „Ich sehe ihn zum ersten Mal, und außerdem starre ich nicht.“ Madeleine seufzte, weil sie sich ertappt fühlte. „Na gut, ich starre“, gab sie zu und lächelte ihre Freundin an.

„Hey, was ist? Wollen wir tanzen?“, unterbrach Sarah die Unterhaltung.

„Geh du nur, ich bestelle mir noch etwas zu trinken“, versuchte Madeleine Kathrin loszuwerden. Als ihre beiden Freundinnen weg waren, wagte sie noch einmal einen Blick zu dem höllisch attraktiven Mann auf der anderen Seite der Bar. Wo ist er hin?, fragte sie sich. Sie blickte sich langsam suchend um.

„Eben saß er doch noch da“, flüsterte sie.

„Wen suchst du denn?“, fragte Jason plötzlich hinter ihr.

Erschrocken drehte sie sich zu ihrem Freund um.

„Entschuldige bitte, ich wollte dich nicht erschrecken. Ist alles in Ordnung?“

„Ja klar, ich war nur ein wenig in Gedanken.“

„Ich hoffe, du bist mir nicht böse. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich schockiert war, als du uns klargemacht hast, dass du nicht bei uns arbeiten möchtest.“

„Und jetzt bist du es nicht mehr?“

„Jetzt bin ich nur noch enttäuscht. Aber das ist dein Leben, und wie auch immer du dich entscheidest, ich stehe voll und ganz hinter dir.“

„Kommt tanzen!“, rief ihnen Kathrin zu.

„Wollen wir?“ Jason lächelte und bot ihr seinen Arm.

„Geh du nur. Ich gehe kurz für kleine Mädchen. Ach, Jason ...“ Sie hielt ihn am Arm fest und lächelte. „Danke, es bedeutet mir sehr viel.“

„Keine Ursache. Aber ich möchte dich gleich auf der Tanzfläche sehen. Schließlich ist das hier deine Party.“

„Ja, versprochen!“

Sie musste unbedingt an die frische Luft. Madeleine hatte gehofft, die kleine Feier und ihre Freunde könnten sie ein wenig ablenken. Ablenken von dem, was sie vor ein paar Tagen erfahren hatte. Aber irgendwie half das alles nichts.

Vielleicht half da noch mehr von diesem Cocktail, überlegte sie. Also bestellte sie sich an der Bar Nachschub und holte in der Zwischenzeit ihre Jacke aus der Garderobe und zog sie sich über. Mit dem Getränk in der Hand verschwand sie dann nach draußen. Die frische Luft war jetzt genau das Richtige. Sie setzte sich auf eine Stufe

und lehnte sich an eine Säule, die sie ziemlich klein wirken ließ.

Alle Gebäude in Manhattan waren riesig. Das Gebäude, in dem der Club sich befand, machte da keine Ausnahme. War das normal? Aber was war schon normal. Vor kurzem erst hatte sie erfahren, dass sie seit ihrer Geburt verlobt war. Jemandem versprochen! Wo gab es denn so was? Zuerst dachte sie, das sei ein Scherz. Dabei sah es ihrem Vater gar nicht ähnlich, solche Scherze zu machen. Ihre Gedanken schweiften zu dem Gespräch mit ihrem Vater in seinem Arbeitszimmer.

„Dad, bei aller Liebe, wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert!“, versuchte sie ihm klarzumachen.

„Es gibt Dinge im Leben, die ändern sich nie. Wenn man aus einer bedeutenden Familie kommt, muss man auch in eine ebenso mächtige odernoch machtvollere Familie einheiraten. Da es nicht sehr viele davon gibt, müssen diese Verbindungen arrangiert werden. Du bist dazu erzogen worden, eines Tages die Frau dieses Mannes zu werden.“

„Aber ich bin mit Jason zusammen!“ Sie war fast starr vor Aufregung.

„Den Hampelmann, den du deinen Freund nennst, darfst du jetzt abservieren“, sagte er in einer kühlen Art und Weise zu ihr, die eigentlich nur für andere bestimmt war. Aber nicht für seine Tochter. Sein einziges Kind.

„Hampelmann? Seit wann ...?“

„Madeleine, Jason habe ich nur geduldet, weil er dich sehr gut abgelenkt hat, ohne eine Gefahr darzustellen.“

„Bitte? Was bedeutet, Jason stellt keine Gefahr dar?“

„Liebst du ihn?“, fragte er sie überraschenderweise. Auf diese Frage war sie nicht vorbereitet und deshalb schaute sie erschrocken auf.

Als keine Antwort kam, fragte er sie noch einmal. „Liebst du ihn?“

Liebte sie ihn? Ehrlich gesagt wusste sie das nicht. Er war immer da. Sie mochte ihn, soviel wusste sie. Aber liebte sie ihn? Eigentlich war er doch nur ein Zeitvertreib. Aber das würde sie ihrem Vater sicher nicht verraten.

„Ich weißes nicht“, antwortete sie schließlich. Ihr Vater schaute sie an, als hätte er genau gewusst, was sie dachte. Vielleicht wusste er es auch. Schließlich kannte sie keiner so gut wie er.

„Darling, es ist mir klar, dass das alles etwas viel für dich ist. Aber wir werden unser Versprechen halten, um unsere Nachkommen immer in einer guten Position zu wissen. Schließlich sollst du ja nicht irgendwen heiraten, sondern einen Mann, der reich genug ist, um seine Urenkel damit noch zu versorgen. Und der Macht hat. Wir gehören einer Familie an, die immer vorausschaut.“

Madeleine konnte nicht fassen, was ihr Vater da von sich gab. In welchemJahrhundert lebte er eigentlich? Und doch war sie neugierig.„Und wer ist dieser mächtige Mann? Ich meine, kenne ich ihn?“

Ihr Vater erhob sich von seinem Platz, stellte sich vor seinen Schreibtisch und blickte auf seine Tochter runter. „Es ist Damian Moreno“, sagte er und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Damian Moreno? Nie gehört.“

„Aber du kennst die Moreno-Hotels. Du hast oft genug in einem übernachtet. Er ist der Hotelerbe, neunundzwanzig Jahre, wohlhabend und verdammt gut aussehend, den spanischen Zeitungen zufolge. Er hatebenfalls in Harvard studiert und ist ein hervorragender Geschäftsleiter. Sein Vater war Spanier, seine Mutter ist Holländerin. Er lebt mit seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester auf Ibiza.“

„Ibiza?“Sie sollte auf Ibiza leben? Sie sprang auf und fing an, auf und ab zu laufen.

„Ich kann nicht glauben, was du mir da erzählst. Ich soll so weit weg von dir leben?“ Sie blieb stehen und sah ihn an. „Wieso?“

„Madeleine, wenn du ihn erst einmal kennengelernt hast, dann bin ich sicher, dass du diese Frage nicht mehr stellen wirst.“

„Hat dieser Damian Moreno auch irgendwelche Makel?“, fragte sie ihn gereizt.

„Das, mein Kind, wirst du selber herausfinden müssen“, war seine einzige Antwort darauf.

Als sie etwas erwidern wollte, klingelte das Telefon.

Ihr Vater hob ab, und versprach dem Anrufer sofort zurückzurufen. Mit einem leichten Seufzer entfernte er sich von seinem Schreibtisch und stellte sich vor seine Tochter. Sanft legte er ihr die Hand auf ihre Schulter und sah sie mitfühlend an. „Vertraue mir Liebes. Ihr seid wie geschaffen für einander.“Dann drängte er sie zur Tür und verabschiedete sich mit einem Kuss auf ihre Wange von ihr.

Madeleine wollte unbedingt wissen, wer am Telefon war, und fragte die Sekretärin, wer eben bei ihrem Vater angerufen hatte.

Katy, die seit zehn Jahren bei Senator Briton beschäftigt war, grinste und verriet ihr, dass es eine Mrs. Moreno aus Ibiza gewesen sei.

„Guten Abend, Miss Briton", riss jemand sie aus ihren Gedanken.

„Mr. Horn? Was machen Sie denn hier?“

„Ich bin hier verabredet“, sagte er belustigt und neigte den Kopf.

Madeleine wunderte sich, dass der Assistent ihres Vaters ebenfalls in diesem Club verkehrte. „Ich wusste gar nicht, dass Sie ...“

„Oh nein, ich bin auf Wunsch Ihres Vaters hier. Also rein geschäftlich, mehr oder weniger. Ich treffe einen Bekannten aus Ibiza“, stellte er klar und lächelte. Er hatte eine sehr liebevolle Art mit ihr umzugehen. Mr. Horn gehörte auch zu den langjährigen Beschäftigten ihres Vaters.

„Ibiza?“ Jetzt war sie aber neugierig. „Ist es vielleicht eine Frau?“

„Nein, wo denken Sie denn hin, glauben Sie mir etwa nicht?“

„Nein, das habe ich nicht so gemeint. Ich frage nur, weil mein Vater vor ein paar Tagen mit einer Mrs. Moreno aus Ibiza telefoniert hat, und da dachte ich, Sie treffen sich vielleicht mit ihr.“

„Sie wissen von dem Gespräch?“, fragte er verdutzt.

„Na ja, ich war zufällig bei ihm, als Mrs. Moreno anrief. Es schien sehr wichtig zu sein. Er wollte mich nur noch loswerden.“

Mr. Horn lächelte wieder gutmütig.

„Was machen Sie hier draußen allein, sollten Sie nicht mit Ihren Freunden drinnen feiern?“

„Woher wissen Sie ...?“

„Ach, mein liebes Kind, Ihnen müsste doch klar sein, dass jeder Schritt in Ihrem Leben kontrolliert und verfolgt wird.“

Für einen kurzen Augenblick schien es ihr, als hätte er Mitleid mit ihr.

Mr. Horn räusperte sich und nahm wieder seine gewohnte Haltung an.

„Aber andererseits sind Sie die Tochter des mächtigen Briton. Sie dürfen ein Leben führen wie eine Prinzessin. Wünscht sich das denn nicht jedes Mädchen?“ Er sah sie verschmitzt an.

„Ja, eine Prinzessin, die sich ihren Mann nicht selbst aussuchen darf“, murmelte sie.

Der Privatsekretär ihres Vaters tat so, als hätte er nichts gehört und bot ihr seinen Arm. Madeleine fügte sich und schob ihren Arm durch seine Armbeuge. Zusammen betraten sie den Club. Er half Madeleine aus ihrer Jacke und hängte sie wieder an die Garderobe.

„So, ich geh dann mal ins Restaurant, wo ich bereits erwartet werde. Ich wünsche Ihnen noch viel Vergnügen, Miss Briton.“ Er lächelte und verschwand durch die Glastür, die zum Restaurant führte.

Madeleine dachte kurz nach und sah auf die Tanzfläche.

Weil sie den Eindruck hatte, dass sie niemand vermisste, beschloss sie, Mr. Horn zu folgen. Sie blieb vor der Glastür stehen und spähte ins Restaurant. Da sie von dort aus nichts entdecken konnte, öffnete sie die Tür und ging hinein.

Sollte sie entdeckt werden, konnte sie immer noch behaupten, sie suche die Toilette im Restaurant, da die Toiletten im Bistro alle belegt seien. Zufrieden mit ihrer genialen Ausrede, machte sie sich auf die Suche nach Dem Privatsekretär. Das Restaurant war gut besucht. Sie selbst hatte noch nie hier gegessen. Sie kannte nur das Bistro nebenan. Das Essen dort war sehr gut, und man musste nicht in feinster Robe gekleidet sein, um eingelassen zu werden. Außerdem mochte sie es, volle Teller serviert zu bekommen, statt nur Häppchen, die vielleicht hübsch anzusehen waren, aber nicht satt machten.

Damian schaute auf und sah einen Mann auf sie zukommen. Er wusste sofort, dass das der Mann war, mit dem sie verabredet waren. Irgendwie sahen diese alle gleich aus. Unscheinbar, vertrauenswürdig, intelligent und bescheiden. Man suchte sich seinen Privatsekretär immer nach dem gleichen Schema aus. Das war auf Ibiza nicht anders.

„Guten Abend, die Herren, ich hoffe, ich habe nicht zu lange auf mich warten lassen. Ich bin Mr. Horn, der Assistent von Senator Briton.“

„Danke, dass Sie gekommen sind“, erwiderte Damian. „Ich bin

Mr. Moreno und das sind Freunde von mir, Mr. Sanchez und Mr. Salfeld.“

Nachdem sich alle händeschüttelnd begrüßt hatten, deutete Damian dem Privatsekretär, sich auf den freien Stuhl gegenüber zu setzten und kam gleich zur Sache. „Nun, Mr. Horn, wann und wo kann ich Miss Briton sehen? Da ich nicht viel Zeit mitgebracht habe, würde ich es vorziehen, wenn wir gleich etwas vereinbaren könnten.“

Der Sekretär nickte und öffnete den Mund zum Sprechen, schloss ihn jedoch gleich wieder, als er merkte, dass irgendetwas anderes die Aufmerksamkeit von Mr. Moreno erregte.

Damian sah Mr. Horn über die Schulter und runzelte die Stirn. Seine Mundwinkel zuckten bei der Entdeckung, die er machte. Die anderen drei folgten seinem Blick und wunderten sich, weil sie nichts Außergewöhnliches sehen konnten.

„Was ist?“ fragte Esteban.

Damian zog amüsiert eine Augenbraue in die Höhe und wandte sich wieder Mr. Horn zu.

„Nichts. Was hatten Sie gerade gesagt?“ Bevor Britons Assistent antworten konnte, kam der Kellner, um die Bestellung aufzunehmen.

„Nun?“, hakte Damian nach, als der Kellner wieder gegangen war.

„Wenn Sie wollen, können Sie sie gleich nach dem Essen hier im Club nebenan treffen.“

„Sie ist hier?“

„Ja, und das schon eine ganze Weile. Allerdings weiß sie nicht, dass Sie ebenfalls hier sind. Ehrlich gesagt hat ihr noch niemand gesagt, dass Sie in New York sind. Ihr Vater nahm an, dass sie sich sonst weigern könnte, Sie zu treffen.“

Das waren ja tolle Aussichten, dachte Damian, und verzog verachtend das Gesicht, als er an Briton dachte. Was war das nur für ein Vater, der seine Tochter mit einem Mann verheiraten wollte, den sie nie kennengelernt hatte? Dass seine Mutter auf solche Ideen kam, war für ihn selbstverständlich. Wenn es nach ihr ginge, würde sie sogar das Wetter beeinflussen, damit es nur regnete, wenn es ihr passte. Aber das lag Gott sei Dank nicht in ihrer Macht. Denn wenn es so wäre, wusste er, dann hätte er kaum eine Chance, sie zu stürzen. Dieser Macht wäre er nicht gewachsen. Er dankte Gott für das bisschen Menschlichkeit, das er ihr noch gelassen hatte. So war auch sie verletzbar. Und mit dieser Verbindung würde er ihre Schwachstelle finden, da war er sich ganz sicher. „Ja, ich habe gezielt diesen Ort für unser Treffen ausgewählt“, sprach der Sekretär unbeirrt weiter.

„Na, dann mal los!“, rief Esteban und klatschte in die Hände.

Madeleine war zurück an die Bar gegangen. Sie traute ihren Augen kaum, als sie diesen Typen von vorhin wiedererkannt hatte.

Peinlich war nur, dass dieser unverschämt gut aussehende Typ sie bemerkt hatte. Schnell hatte sie sich hinter einer Palme versteckt. Doch es war zu spät. Sie hatte genau gesehen, wie er sich über ihr kindisches Verhalten amüsierte, ärgerte sie sich. Dann kam auch noch dieser Kellner, der sie naserümpfend, als sei sie aus der Gosse, gefragt hatte, ob er ihr helfen könne.

„Ähm, ich suche die Damentoilette“, hatte sie ihm erklärt.

„Hier den Gang entlang und dann die Treppe runter.“ Er hatte mit dem Kopf in die Richtung gezeigt und war kopfschüttelnd wieder weitergegangen.

Madeleine hatte sich dann sofort umgedreht und den Raum verlassen.

Sie verzog schmollend das Gesicht und gönnte sich noch einen Drink. „Dieser blöde Kellner, was bildet der sich eigentlich ein!“, schimpfte sie vor sich hin. Natürlich war sie nicht passend angezogen. Schließlich war sie auch zum Feiern hierhergekommen. Sie blickte an sich runter und zuckte mit den Schultern. Sie hatte zwar nicht das kleine Schwarze an, aber es war genau das Richtige für diesen Anlass. Eine Jeans, ein weißes Trägershirt und flache Schuhe. Sie trug immer flache Schuhe. Die waren einfach bequemer. Und außerdem hatte sie es nicht nötig, hohe Schuhe zu tragen. Schließlich war sie auch so groß genug. Und Jason hatte immer ihre langen Beine bewundert, rief sie sich in Erinnerung und lächelte stolz.

„Madeleine, das war schon dein viertes Glas von diesem Drink“, bemerkte Jason verärgert.

Woher wusste er das, zählte er etwa ihre Drinks?

„Ach, lass sie doch. Sie feiert! Das kommt weiß Gott nicht oft bei ihr vor. Habe ich recht, meine Süße?“, äußerte Sarah, die schon einen kleinen Schwips hatte.

Jason lächelte schief und schüttelte den Kopf aufgrund dieser Bemerkung. Als das Handy in seiner Hose vibrierte, entschuldigte er sich und verließ den Saal, um das Gespräch anzunehmen.

„So ein Langweiler“, bemerkte Kathrin, die sich zu Madeleine gestellt hatte. „Was findest du nur an diesem Typen?“, fragte sie kopfschüttelnd.

„Nicht so laut, wenn dich Kevin hört. Wo ist er eigentlich?“ Kevin war Kathrins Bruder und Jasons bester Freund, und er mochte es gar nicht, wenn seine Schwester über seinen Freund herzog.

„Er wollte auf die Toilette, und das schon vor einiger Zeit“, sagte Sarah.

„Dieser Mistkerl schleppt bestimmt gerade wieder irgendeine Frau von hier ab. Mein Bruder ist echt unmöglich.“ Kathrin schämte sich für das Verhalten ihres Bruders. Er ließ keine Gelegenheit aus, Sex in der Öffentlichkeit zu haben.

„Na, hoffentlich holt er sich nicht irgendwelche Krankheiten“, sorgte sich Sarah.

„Dieser Hosenscheißer würde nie ein Risiko eingehen, er hat immer Kondome dabei.“

„Ich hoffe, er benutzt sie auch.“ Madeleine warf ihrer Freundin einen Seitenblick zu.

„Angeblich benutzt er sogar immer zwei übereinander“, erwiderte Kathrin und sah ihre Freundinnen grinsend an. Sarah prustete laut, und alle drei lachten über diese Vorstellung.

„Guten Abend!“, ertönte eine Stimme hinter ihnen.

Die drei Frauen drehten sich um und erstarrten.

Sarah erholte sich zuerst. „Guten Abend!“

Damian lächelte und es erschienen sofort zwei Grübchen auf seinen Wangen.

„Er hat Grübchen!“, bemerkte Kathrin und zeigte mit dem Finger auf sein Gesicht. Ihre Augen waren so weit aufgerissen, als stünde sie vor dem Leibhaftigen.

„Ich bin Damian Moreno, und das sind meine Freunde Esteban Sanchez und Konrad Salfeld.“ Sein Blick wanderte zu der blonden, die er beim Spionieren ertappt hatte.

„Schön Sie kennenzulernen. Ich bin Kathrin Shapes.“ Sie lächelte zaghaft.

„Und ich bin Sarah Adams. Und ich bin noch Single“, setzte sie noch hinzu und zuckte mit den Augenbrauen.

Kathrin verdrehte die Augen. Nur Madeleine rührte sich nicht.

„Sehr erfreut“, sagte er, ohne seinen Blick von Madeleine zu lassen.

Sarah gab ihrer Freundin mit dem Ellenbogen einen sanften Rippenstoß, aber sie rührte sich immer noch nicht und starrte weiterhin in Damians Gesicht.

„Komm zu dir“, murmelte Kathrin, „das wird langsam peinlich.“

„Und Sie sind Miss Briton, nehme ich an?“ Damian musterte sie leichthin.

Madeleine atmete tief aus. Sie hatte gar nicht gemerkt, dass sie die Luft angehalten hatte.

„Ist alles in Ordnung?“, fragte er mit einem amüsierten Lächeln.

Hatte sie richtig gehört, oder spielten ihr ihre Sinne einen Streich? War das etwa der Mann, den sie heiraten sollte? Das konnte unmöglich er sein. Er war so schön. Gar nicht von dieser Welt.

Sie musterte ihn intensiv und hätte am liebsten sein Gesicht berührt. Nur um zu fühlen, ob es echt war.

Sie schluckte heftig und verschränkte ihre Hände miteinander, um sie besser zu kontrollieren.

„Was sagten Sie, wie Ihr Name war?“, fragte sie kaum hörbar.

Als er seinen Namen wiederholte, zitterten ihr die Beine.

„Entschuldigt bitte, aber ich muss an die frische Luft.“

Kaum hatte sie es ausgesprochen, verließ sie auch schon fluchtartig die Bar.

„Was ist mit ihr? Ich gehe ihr lieber mal nach“, sagte Sarah besorgt.

„Lassen Sie nur, Miss Adams, ich kümmere mich darum.“

Sarah schaute Damian verblüfft an. Aber ehe sie etwas dagegen sagen konnte, war er Madeleine auch schon gefolgt.

„Also, meine Damen, wer von Ihnen hat Lust mit mir zu tanzen? Ich habe gehört, es gibt hier etwas zu feiern!“ Konrad war in Partylaune, aber als er merkte, dass die zwei Freundinnen besorgt dreinschauten, versuchte er sie erst einmal zu beschwichtigen.

„Machen Sie sich keine Sorgen, unser Freund kümmert sich um Ihre Freundin.“

Doch das schien die beiden Frauen nicht sonderlich zu beruhigen.

Sie warfen den beiden Männern einen misstrauischen Blick zu und setzten sich wieder auf ihre Plätze. Esteban und Konrad taten es ihnen nach. „Ich habe das Gefühl, die trauen uns nicht über den Weg. Die beobachten uns, als wären wir irgendwelche Schwerverbrecher“, bemerkte Konrad.

„Na ja, über die würde ich mir nicht allzu viele Gedanken machen. Kompliziert wird es erst, wenn ihr Macker auftaucht. Wo steckt er eigentlich? Ich dachte, er sei auch hier.“

Mr. Horn hatte ihnen außerdem noch mitgeteilt, dass Madeleine einen Freund hätte, der ebenfalls mit zum Feiern gekommen sei. Um Ärger zu vermeiden, bat er die Herrschaften, sich etwas diskret zu verhalten.

Der Assistent hatte sich dann in dem Glauben verabschiedet, Damian würde sich erst einmal zurückhalten.

2. Kapitel

Madeleine saß wieder an derselben Säule.

Ihr war ein wenig schwindelig. Sie hatte doch zu viel getrunken. Sechs, um es genau zu sagen. Jason hatte nicht alle gezählt, dachte sie triumphierend. Sie knöpfte sich ihre Jacke zu, weil sie ein leichtes Zittern überkam. Allerdings wusste sie nicht, ob es daran lag, dass ihr kalt war, oder an Damian Moreno.

„Geht es Ihnen gut?“ Damian setzte sich neben sie und drehte sich zu ihr um. Als sie ihn anschaute, sah sie, dass er sie von oben bis unten begutachtete. Verlegen drehte sie sich wieder weg und senkte ihren Blick. Sie wusste nicht, was sie ihm sagen sollte. Darauf war sie nicht vorbereitet. Auf diesen Mann würde sie nie vorbereitet sein. Es fiel ihr schwer, den Blick von ihm zu lassen. Er war so wahnsinnig attraktiv. Er hatte rabenschwarzes Haar und ...

Sie wagte noch einmal einen Blick in sein Gesicht.

Damian lächelte sie an und verschränkte die Arme vor der Brust.

Seine Augen waren so blau wie der Himmel, und seine Gesichtszüge wie gemeißelt. Er musste Gottes Lieblingswerk gewesen sein, dachte sie bewundernd.

Sein Lächeln wurde breiter und die Grübchen noch tiefer. Er war es wohl schon gewohnt, dass man ihn so anstarrte, denn es machte ihm überhaupt nichts aus, dass sie ihn wie eine Irre angaffte.

„Gratuliere!“ Als sie ihn fragend ansah, fügte er hinzu: „Zu Ihrem Examen.“

„Danke!“ Mehr war sie nicht in der Lage zu sagen. Sie drehte ihren Kopf von ihm weg.

„Hören Sie, für mich kam das genauso überraschend wie für Sie. Ich weiß, dass Sie wissen, wer ich bin, und ich verstehe Ihre Reaktion. Es war nicht meine Absicht, Ihre kleine Feier da drinnen zu stören. Aber als der Privatsekretär Ihres Vaters mir mitteilte, dass Sie ebenfalls hier sind, wollte ich die Gelegenheit nutzen, um mich vorzustellen.“

Er machte eine Pause und lächelte, als sie ihn wieder anblickte.

Mensch, dieser Kerl raubte ihr den Atem. Diese Grübchen machten sie wahnsinnig.

„Haben Sie denn gar nichts zu sagen?“, fragte er, nachdem sie immer noch nicht sprach.

Sie atmete tief ein und lehnte sich gegen die Säule. Langsam versuchte sie sich von diesem Schock zu erholen. Aber was sollte sie ihm denn nur sagen? Warum war er gekommen? War er etwa hier, um sie nach Ibiza zu holen? Wieso hatte man ihr nicht gesagt, dass er kommen würde, dann hätte sie sich wenigstens mehr Mühe gegeben, sich chic zu machen. Oder sie hätte sich irgendwo versteckt, wo man sie niemals finden würde. Ja klar, deshalb hatte man ihr seinen Besuch verschwiegen, stellte sie fest.

„Was halten sie von einem Spaziergang. Vielleicht finden Sie dann Ihre Stimme wieder.“

„Ich habe eine Stimme“, empörte sie sich und reckte das Kinn.

„Na, da bin ich aber froh. Ich dachte schon, man versuche, mir eine Taubstumme anzudrehen.“

Schockiert öffnete sie den Mund. Anzudrehen! Was dachte er sich eigentlich?

„Ich sollte mir ein Taxi rufen und nach Hause fahren“, sagte sie beleidigt. Als sie sich erhob, geriet sie ins Schwanken und Damian sprang schnell auf, um sie festzuhalten.

„Sollten Sie nicht Ihren Freunden da drinnen Bescheid sagen?“

„Das können Sie ja für mich tun“, erwiderte sie schnippisch und entzog ihm ihren Arm. Bei der Bewegung kam sie wieder ins Schwanken.

„Sind Sie etwa betrunken?“

„Ich möchte nach Hause“, sagte sie schmollend. Sie brauchte unbedingt Zeit, um nachzudenken. Außerdem setzte ihr der Alkohol ganz schön zu.

„Madeleine, ist alles in Ordnung?“, hörte sie Jason fragen, der gerade die Treppe hochgelaufen kam. Ihr Blick wanderte von Jason wieder zurück zu dem Mann neben ihr.

Moreno war die Ruhe in Person, obwohl er gemerkt haben musste, dass Jason ihn mit einem finsteren Blick musterte.

Das schien ihn nicht im Geringsten zu interessieren. Er ignorierte ihn einfach.

„Wollen wir nun?“, fragte Damian gelangweilt. „Ich verspreche Ihnen auch, Sie nicht allzu lange zu strapazieren.“

Sie spürte Jasons Anspannung und versuchte, ihn schnell zu beschwichtigen. „Das ist Damian Moreno, ein Freund der Familie. Mr. Horn hat ihn hierher gebracht. Mr. Moreno, darf ich Ihnen meinen Freund Jason vorstellen?“

Die zwei Männer schauten sich schweigend an. Als Madeleines Blick wieder hin und her ging, bemerkte sie den entnervten Ausdruck in Damians Gesicht.

„Lass uns wieder reingehen“, forderte Jason sie auf.

Aber sie wollte sich lieber nicht bewegen, denn dann würde Jason merken, dass sie einen Schwips hatte, und ihr deshalb eine Moralpredigt halten.

Damian, der ihre Nervosität spürte, nahm eine gespielte freundliche Haltung an und versprach Jason, Madeleine in zehn Minuten wieder hineinzubringen. Er würde sich nur ein paar Ausgehtipps bei ihr holen. Madeleine nickte ihrem Freund bestätigend zu, als er sie skeptisch ansah.

„Ich warte an der Bar auf dich“, sagte er nach einem kurzen Zögern. Madeleine atmete erleichtert auf.

„Da ich nicht weiß, wie genau es Ihr Freund mit der Zeit nimmt, werde ich mich kurzfassen. Ich bin noch drei Tage hier, Madeleine. Ich darf Sie doch Madeleine nennen?“ Er wartete erst gar nicht auf ihre Antwort und fuhr einfach fort. „Sie haben also genau drei Tage Zeit, um mir mitzuteilen, ob wir diese Verbindung eingehen oder ob Sie sich dagegen wehren möchten.“

Erstaunt über seine direkte Art setzte sie sich wieder hin und zwang ihn damit, sich ebenfalls zu setzen.

„Ich habe versucht, mich dagegen zu wehren, aber glauben Sie mir, mein Vater gab mir das Gefühl, als hätte ich kein Mitspracherecht.“

„Deswegen bin ich hier. Ich möchte nicht, dass man Sie zu einer Heirat mit mir zwingt. Ich brauche eine Frau, die aus eigenem Willen mit mir verheiratet sein möchte. Wenn Sie mir in drei Tagen sagen, dass Sie diese Heirat nicht wünschen, werde ich alles in meiner Macht Stehende tun, um sie zu verhindern.“

„Habe ich richtig verstanden, Sie überlassen es mir, ob wir heiraten oder nicht? Aber das kann doch auch nicht in Ihrem Interesse sein. Ich meine, wir kennen uns doch überhaupt nicht.“

„Meine Mutter hat mir vergewissert, dass Sie dazu erzogen wurden, meine Frau zu werden. Sie sind also geformt und ausgebildet, um eines Tages als Mrs. Moreno durch das Leben zu gehen. Keine leichte Aufgabe, das sage ich Ihnen gleich. Leider ist die Anzahl solcher Frauen sehr gering, also was bleibt mir da anderes übrig, als Sie zu akzeptieren.“

War das sein Ernst? „Gibt es denn keine Frauen dort, wo sie herkommen?“

„Oh, die gibt es mehr als genug, aber leider keine, die dazu geboren wurde, meine Frau zu werden.“

Sagte er leider? Madeleine war im Moment so verwirrt, wie noch nie in ihrem Leben. Da saß einer der attraktivsten Männer dieser Erde neben ihr und überließ es ihr, über ihre gemeinsame Zukunft zu entscheiden. Irgendetwas stimmte hier nicht.

„Aber wünschen Sie sich denn keine Liebesheirat?“, fragte sie ihn schließlich.

„Machen Sie sich darüber keine Gedanken. Ich bekomme schon, was ich mir wünsche.“

Madeleine sah ihn misstrauisch an.

„Ich brauche eine Frau, die zu mir passt.“

„Und ich passe zu Ihnen?“

„Das behauptet zumindest meine Mutter.“

Fassungslos sah sie ihn an. Damian hatte Spaß daran, sie zu schockieren. „Also, Madeleine, um mein Wort zu halten, bringe ich Sie jetzt lieber wieder hinein.“

Er stand auf und hielt ihr seine Hand hin, um ihr hoch zu helfen.

Immer noch nicht klar denkend, nahm sie seine Hand.

„Ich kann da jetzt nicht rein“, sagte sie, als sie sich hochgezogen hatte. Als sie merkte, dass er immer noch ihre Hand hielt, entzog sie sie ihm sofort. Damians Mundwinkel zuckten leicht.

„Ich will nicht, dass Jason merkt ...“

„Dass Sie einen Schwips haben.“

Sie nickte und sah ihn flehentlich an.

„Also gut, dann bringe ich Sie zum Taxi.“

Langsam gingen sie nebeneinander die Treppen runter.

Um nicht zu stolpern, konzentrierte sich Madeleine intensiv auf ihre Schritte.

Kurz vor dem Taxistand bat sie ihn, kurz stehen zu bleiben.

„Wenn ich mich entschließe, Sie nicht zu heiraten, wen wollen Sie dann heiraten? Ich meine, irgendwann müssen Sie doch heiraten.“

„Da es außer Ihnen keine gibt, die den Erwartungen entspricht, werde ich wohl niemals heiraten.“

„Sie machen sich über mich lustig, nicht wahr?“

„Das würde ich mir nie erlauben“, sagte er und setzte sein charmantestes Lächeln auf.

„Aber dann müssten Sie mich doch geradezu anflehen, Ihre Frau zu werden. Stattdessen bieten Sie mir an, mir zu helfen, wenn ich mich gegen diese Heirat entscheide. So ganz schlau werde ich nicht aus Ihnen.“

Plötzlich schien ihr ein Licht aufzugehen. „Sie benutzen mich, nicht wahr? Um aus der Sache ganz fein rauszukommen. Insgeheim hoffen Sie, dass ich ablehne und dann könnten Sie mit gutem Gewissen dem ganzen Hokuspokus ein Ende setzen. Stimmt’s?“

Damian, der die Luft angehalten hatte, entspannte sich wieder und lachte herzhaft.

Madeleine stellte sich vor ihn, verschränkte die Arme vor der Brust und hob die Augenbrauen.

„Sie gefallen mir. Und das meine ich auch so“, sagte er ernst. „Ich möchte einfach nur nicht, dass Sie sich eines Tages beschweren, weil man Ihnen keine Wahl gelassen hat.“

Plötzlich stand er ihr so nah. Er konnte sich gar nicht erinnern, wann er sich ihr genähert hatte.

„Ich bin genauso ein Opfer wie Sie auch“, flüsterte er.

Endlich wurde ihr Blick sanfter. Er war schon kurz davor gewesen, ihr die Falten auf der Stirn zu glätten. Aber nun hatten sie sich von selbst gelöst. Er hob seine Hand und strich ihr eine Locke aus dem Gesicht.

Sie schluckte und öffnete leicht ihren Mund.

Oh, dieser Mund. Damian legte ihr eine Hand in den Nacken und presste seine Lippen auf ihre, dann verstärkte er seinen Griff und drückte sie noch näher an sich. Madeleine erwiderte den Kuss mit einer Leidenschaft, die ihn überraschte. Eigentlich gehörte dies nicht zu seinem Plan, aber er konnte einfach nicht wiederstehen. Diese Lippen verfolgten ihn schon den ganzen Abend. Er hatte sich bei dem Gespräch mit dem Privatsekretär kaum noch konzentrieren können. Sofort kam ihm das Bild ins Gedächtnis, als sie sich hinter der Palme versteckt hatte. Bei dem Gedanken lächelte er und löste sich von ihr.

Madeleine stand wie hypnotisiert vor ihm.

Schweigend nahm er ihren Arm und brachte sie zum Taxi. Er öffnete die Tür und bedeutete ihr einzusteigen. Wie in Trance setzte sie sich in den Wagen und lehnte sich zurück. Als Damian die Tür zuwarf, riss sie sich aus ihrem Zustand und öffnete das Fenster.

„Wo finde ich Sie?“, fragte sie hastig. „Ich meine, um Ihnen Bescheid zu geben“, fügte sie ein wenig verlegen hinzu.

„Sie finden mich im Plaza.“

Madeleine schaute ihm über die Schulter und Damian folgte ihrem Blick.

„Würden Sie mich bitte bei ihnen entschuldigen.“

Er drehte sich wieder zu ihr um und nickte.

Als das Taxi losfuhr, schaute er ihm so lange nach, bis es aus seinem Blickfeld verschwunden war.

„Wo fährt sie hin?“ fragte Kathrin

„Was ist mit ihr?“, wollte Sarah wissen.

„Sie ist auf dem Weg nach Hause“, erklärte er und setzte sich in Bewegung.

„Was hat das zu bedeuten?“

Damian reagierte nicht auf die Frage von Madeleines Freund und ging weiter. Irgendwie mochte er diesen Typen nicht, aber das beruhte wohl auf Gegenseitigkeit.

„Sagen Sie uns doch bitte, was mit ihr los ist.“ Sarah sah ihn flehentlich an und hielt ihn sanft am Arm, als er gerade an ihr vorbeilaufen wollte. Damian blieb stehen und sah sie an.

„Es ist alles in Ordnung, sie ist nur etwas müde. Sie können sie ja anrufen, wenn Sie mehr wissen möchten.“ Er fragte sich, warum alle so einen Wirbel um Madeleine machten. Schließlich war sie eine erwachsene Frau. Sein Blick fiel auf Sarahs Hand, die immer noch auf seinem Arm lag. Peinlich berührt zog sie ihre Hand weg und trat einen Schritt zurück.

Seine Freunde saßen an der Bar und atmeten erleichtert auf, als sie ihn kommen sahen. Sie platzten fast vor Neugier.

„Und, wie ist es gelaufen?“, fragte Esteban. „Dieser Jason hat hier ganz schön Theater gemacht.“ Damian setzte sich auf einen freien Stuhl neben Esteban und bestellte sich einen Drink.

„Entweder ist er ein aufgeblasener Wichtigtuer oder er ist ganz schön vernarrt in die Kleine“, dachte Konrad laut. Damian konnte sich gut vorstellen, dass Madeleine ihren Freund bestens im Griff hatte. Sie war nicht nur hübsch, sondern auch sehr klug. Er musste daran denken, wie er sie geküsst hatte. Der Brandy, der ihm serviert wurde, war jetzt genau das Richtige. Genüsslich ließ er ihn die Kehle hinunterfließen. Er war nicht in der Stimmung, seinen Freunden von der Unterhaltung mit Madeleine zu erzählen. „Ich gab ihr drei Tage Zeit, sich zu entscheiden“, sagte er deshalb nur und trank den Rest in einem Zug aus.

„Was soll das heißen?“, fragte Esteban und bat den Kellner um die Rechnung. „Das klingt ja, als hättest du bereits eine Entscheidung getroffen.“

„Irgendwie habe ich das Gefühl, sie ist genau die Richtige“, entgegnete er ihm.

Esteban und Konrad tauschten verwundert Blicke aus, während ihr Freund in sein leeres Glas starrte.

„Die Richtige wofür?“, fragte Konrad.

„Genau das muss ich noch herauskriegen“, antwortete Damian gedanken-verloren.

Madeleine lag in ihrem Bett und dachte über den Mann nach, dem sie seit ihrer Geburt versprochen war. Plötzlich war der Gedanke gar nicht mehr so verrückt. In ihren schönsten Träumen hätte sie sich nicht so einen Mann vorstellen können. Es lag definitiv jenseits ihrer Vorstellungskraft, sich so einen perfekten Mann auszumalen. Und wenn sie nur wollte, dann gehörte er ihr. Wahrscheinlich hatte er sich nur über sie lustig gemacht, dachte sie und verzog das Gesicht. Warum sollte er sein Schicksal in ihre Hände legen? Sie kannten sich nicht einmal.

Als ihr der Kuss in den Sinn kam, kribbelte es in ihrem Bauch.

Sie hatte nur drei Tage Zeit, um sich zu entscheiden. Nur drei Tage!

Madeleine umklammerte ihr Kopfkissen und seufzte müde.

Als sie am nächsten Morgen aufwachte, ging sie in die unmöblierte Küche und machte sich einen Kaffee. Die Wohnung hatte sie letzten Monat erst bezogen. Sie war ein Geschenk ihres Vaters zum Examen. Aber wenigstens hatte sie eine Kaffeemaschine, und bis ihre Küche geliefert wurde, frühstückte sie mit ihren Freundinnen im Café um die Ecke. Wie aufs Stichwort klingelte es auch schon. Das ist bestimmt Kathrin, dachte sie und öffnete die Tür.

Erschrocken weiteten sich ihre Augen, als sie jemand ganz anderen erblickte.

„Darf ich vielleicht reinkommen?“, fragte Damian, als sie sich immer noch nicht regte.

In seiner lässigen Kleidung heute wirkte er noch gelassener als gestern schon. Seine blauen Augen strahlten, was durch seine leicht gebräunte Haut betont wurde. Und die Haarfarbe war doch nicht ganz so dunkel wie sie am Abend zuvor gewirkt hatte. Seine Ausstrahlung war so überwältigend, dass sie automatisch einen Schritt nach hinten trat.

„Was ... was machen Sie hier?“, stotterte sie.

„Ich bin hier, um dich abzuholen“, antwortete er und schlüpfte in die Wohnung.

Madeleine sah ihm nach und ärgerte sich über seine ruhige Art, während sie sich wie eine Närrin verhielt.

„Willst du denn nicht die Tür zumachen?“

„Waren wir verabredet?“ fragte sie und schloss endlich die Tür.

Als sie sich zu ihm drehte, sah er sie wieder von oben bis unten an. Plötzlich wurde ihr bewusst, dass sie noch ihren Pyjama anhatte.

Shit. Sie musste ja schrecklich aussehen. Sie war doch eben erst aufgewacht, fluchte sie innerlich.

„Ich möchte, dass wir die drei Tage nutzen, um uns ein wenig kennenzulernen.“ Es entging ihr nicht, dass er bei ihrem Anblick leicht mit einem Mundwinkel zuckte. Dieser Halunke amüsierte sich über sie. „Aber ich bin mit Kathrin verabredet“, sagte sie trotzig.

„Madeleine, es geht hier um unsere Zukunft. Deine Freundin wird Verständnis dafür haben, wenn du ihr die Situation erklärst.“

„Ich soll Kathrin von diesem Versprechen erzählen?“ Natürlich würde sie ihren Freundinnen davon erzählen, aber das musste er ja nicht wissen, dachte sie.

„Ihr Frauen könnt so etwas doch ohnehin nicht für euch behalten. Ruf sie an und sag ihr bitte ab.“

Als es wieder an der Tür klingelte, lächelte sie herausfordernd.

„Zu spät“, sagte sie und lief zur Tür, um sie zu öffnen.

Diese Frau machte ihm irgendwie Spaß. Er lächelte, während er ihr hinterherschaute.

„Du bist immer noch im Schlafanzug“, hörte er ihre Freundin sagen.

„Komm rein, ich habe überraschend Besuch bekommen.“

Kathrin trat ein und blieb wie angewurzelt stehen, als sie Damian entdeckte.

„Mr. Moreno kennst du ja schon“ sagte Madeleine und schloss die Tür.

„Guten Morgen, Miss Shapes.“

„Guten Morgen“, Kathrin lächelte und drehte sich fragend zu ihrer Freundin. Doch Madeleine zuckte nur mit den Schultern.

„Hören Sie, Miss Shapes ...“

„Kathrin“

„Bitte?“

„Nennen Sie mich Kathrin.“

„Also, Kathrin, ich würde gerne Madeleine etwas näher kennenlernen. Und da wir nur drei Tage Zeit haben, würde ich Sie bitten, ihre Verabredung für heute zu verschieben.“

„Ja, klar doch“, meinte sie, ohne lange zu überlegen und grinste übers ganze Gesicht. „Vielleicht schaffen Sie es ja, sie von diesem Langweiler, den sie ihren Freund nennt, loszubekommen.“

Damian lächelte, während Madeleine sich empörte.

„Kann ich dich bitte mal kurz sprechen?“, fragte sie ihre Freundin und schob sie Richtung Schlafzimmer.

Damian nutzte die Gelegenheit, um sich ein wenig umzuschauen.

Wohnzimmer und Küche befanden sich in einem Raum. So typisch amerikanisch, dachte er.

Die Einrichtung war sehr schlicht gehalten und in der Küche fehlte sie noch. Sein Blick fiel auf ein Foto in einem silbernen Bilderrahmen, das auf einer Anrichte stand.

Er nahm das Bild und betrachtete es. Ein Bild von ihr als Kind mit ihrer verstorbenen Mutter. Dolores soll mal in seinen Vater verliebt gewesen sein, bis sie seinen besten Freund Briton kennenlernte.

Seine Mutter hatte die beiden absichtlich einander vorgestellt, um sie von seinem Vater fernzuhalten.

Er musste über die Raffinesse seiner Mutter lächeln.

Sie machte nie Szenen, wenn ihr etwas nicht passte, sondern versuchte immer still und heimlich, dieses Problem aus der Welt zu schaffen.

Dolores starb, als Madeleine gerade mal drei war. Ein Autounfall auf Teneriffa kostete sie das Leben, während der Unfallverursacher nur ein paar Kratzer abbekam. Als seine Eltern von dem Unfall erfahren hatten, flogen sie umgehend nach Teneriffa. Marc Briton war ebenfalls mit im Wagen gewesen. Er hatte mehr Glück, und war mit einer Schramme an der Schläfe davongekommen.

Dolores einziger Wunsch war gewesen, bevor sie in der Nacht an den Folgen des Unfalls starb, dass Damian ihre Tochter ehelichte. Diese Geschichte beichtete ihm seine Mutter erst vor kurzem.

„Liebe Dolores, ich hoffe, du wusstest, was du tust“, sprach Damian leise und stellte den Bilderrahmen wieder an seinen Platz.

„Wie konntest du nur in seiner Gegenwart so über Jason reden?“, fragte Madeleine Kathrin beleidigt.

„Ich würde mir viel lieber Gedanken um dein Aussehen machen, Liebes. Jason ist ein Idiot und das weißt du.“

Madeleine warf einen Blick in den Spiegel und runzelte die Stirn.

„Ja, sieh dich ruhig an. Da steht so ein Hollywoodstar in deinem Wohnzimmer und du trägst einen Pyjama. Wie kannst du nur so schlafen gehen?“, fragte sie ernsthaft entsetzt.

„Ich meine, kein Wunder, dass du noch Jungfrau bist.“

„Erstens ist er kein Hollywoodstar, sondern mein Verlobter, und zweitens ...“

„Bitte was hast du gesagt?“, unterbrach Kathrin sie.

Madeleine ging zu ihrem Kleiderschrank und stöberte darin nach was Aufregendem.

„Was soll das heißen, du bist mit ihm verlobt?“, fragte Kathrin schockiert und lief ebenfalls zum Kleiderschrank. „Ich dachte, ihr kennt euch nicht.“

„Das tun wir auch nicht. Unsere Eltern haben uns einander versprochen, als ich noch ein Baby war. Ich habe auch erst vor kurzem davon erfahren, und er so wie es aussieht auch. Wahrscheinlich war der Zeitpunkt, an dem wir es erfahren sollten, abgesprochen. Er hat mir drei Tage Zeit gegeben, um mich zu entscheiden.“

„Drei Tage? Wie sollst du ihn in drei Tagen kennenlernen? Manche sind sich nach Jahren nicht sicher, ob sie ihren Partner heiraten sollten. Ich kann einfach nicht glauben, was du mir da erzählst. Das klingt nach einem Shah Rukh Khan Film.“

„Ich hoffe nur, er kann meinen Vater wirklich zur Vernunft bringen, wenn ich mich gegen diese Heirat entscheide. Der ließ nämlich gar nicht mit sich reden.“

„Was heißt wenn? Du willst mir doch nicht etwa sagen, dass du darüber nachdenkst?“

„Können wir diese Unterhaltung auf später verschieben? Ich schlage vor, wir treffen uns heute Nachmittag bei mir und forschen ein wenig nach.“

„Du meinst gründlich!“

Madeleine lächelte beruhigend und drängte ihre Freundin schließlich zum Gehen.

„Schon gut, schon gut, ich gehe ja schon. Aber heute Nachmittag will ich alles wissen“, sagte sie mit einem Blick, der keine Widerworte duldete. Als Kathrin endlich gegangen war, überlegte Madeleine aufgeregt, was sie anziehen sollte. Es war ihr auf einmal wichtig, den Mann, der in ihrem Wohnzimmer wartete, mit ihrer Wahl zu beeindrucken. Ja, sie wollte ihm unbedingt gefallen.

Damian saß auf der Couch und beschäftigte sich mit seinem Handy, legte es aber gleich weg, als Madeleine das Zimmer betrat.

„Ich wäre dann so weit. Haben Sie schon gefrühstückt, Mr. Moreno?“

Sie sah zum Anbeißen aus. Das Kleid, das sie anhatte, ließ sie so unschuldig wirken wie einen Engel. Ein typisches Sommerkleid. Es war hellblau - wie ihre Augenfarbe - mit kleinen weißen Blumen darauf und ganz dünnen Trägern.

Das blonde Haar trug sie offen und seitlich nach vorne. Er hatte noch nie so schöne lange Haare gesehen. Die Spanierinnen trugen auch die Haare überwiegend lang. Aber so lang?

„Mr. Moreno, ist alles in Ordnung?“ Seinem Verhalten nach zu urteilen, war ihr der Auftritt gelungen.

Um sich ihre Freude nicht anmerken zu lassen, drehte sie den Kopf zur Seite.

„Ja, ich habe schon gefrühstückt“, antwortete er und ging langsam auf sie zu. „Wir können aber trotzdem frühstücken gehen, ich trinke bloß einen Kaffee“, schlug er vor und näherte sich ihr immer weiter. Mit jedem Schritt, den er Madeleine näher kam, schlug ihr Herz schneller.

„Du siehst bezaubernd aus. Ich nehme es als Kompliment an.

Na ja, ich nehme doch an, dass du dich für mich so hübsch gemacht hast“, erklärte er, als sie ihn stirnrunzelnd anschaute.

„Ganz schön eingebildet, Mr. Moreno.“

Plötzlich war er ihr so nah, dass sich fast ihre Nasen berührten.

„Madeleine, als erstes solltest du aufhören, mich Mr. Moreno zu nennen. Wir sind verlobt, schon vergessen?“ Mit einem betörenden Blick umfing er ihr Kinn und presste seine Lippen auf ihre.

Er konnte ihnen einfach nicht widerstehen. Der Anblick allein war eine große Verlockung. Sachte legte er ihr eine Hand in den Rücken und drückte sie noch näher an sich. Dann wurde er fordernder und sie klammerte sich an seine Schultern und ließ sich küssen.

Langsam beendete er den Kuss und lächelte sie an. Madeleine stand da und rührte sich nicht. Ihre Augen waren immer noch geschlossen. Sie wirkte benommen, als sie sie wieder öffnete.

Ein zufriedenes Lächeln umspielte seine Lippen. Er war sich seiner Wirkung auf sie durchaus im Klaren. Das konnte sie seiner Miene entnehmen.

Es war ein herrlicher sonniger Tag. Madeleine konnte sich nicht erinnern, wann der Frühling in New York das letzte Mal so warm war. Nach dem Frühstück gingen sie im Central Park spazieren und versuchten, so viel wie möglich voneinander zu erfahren.

Zwar beantwortete Damian ihre Fragen, aber er sagte nie mehr als sie wissen wollte. Sie dagegen plapperte wie ein aufgeregtes kleines Mädchen. Aber Damian schien sich daran nicht zu stören. Er hatte immer ein Lächeln für sie übrig. Das beruhigte und ermutigte sie zugleich. Sie hatte das Gefühl als verbinde sie etwas. Als ob er der Mann wäre, auf den sie ihr Leben lang gewartet hatte. Sie konnte es sich selbst nicht erklären. Ein Mann, den sie kaum kannte, fesselte sie mehr als Jason es je getan hatte. Seine Berührungen jagten ihr einen Schauer über den Körper, und wenn er sie küsste ...

„Woran denkst du?“, wollte er wissen, als er sie von der Seite ansah.

„Würdest du mir eine Frage ehrlich beantworten?“, fragte sie ihn und blieb stehen. Damian blieb ebenfalls stehen und schaute sie neugierig an.

„Was würde dich mehr freuen, wenn ich mich gegen oder für die Heirat entscheide?“ Er lächelte und setzte seinen Gang fort. Madeleine folgte ihm und wartete geduldig auf seine Antwort. Denn scheinbar schien er darüber nachzudenken. Sein Blick wurde ernst.

„Ich möchte deine Entscheidung nicht beeinflussen, indem ich dir verrate, was ich mir mehr wünschen würde.“

„Du kannst meine Entscheidung nicht mehr beeinflussen, denn die steht schon fest.“ Abrupt blieb er stehen und schaute sie erstaunt an.

Sie erwiderte seinen Blick und schluckte heftig. Am liebsten hätte sie es wieder zurückgenommen. Warum musste sie auch so voreilig sein!

Plötzlich lächelte er wieder und ging weiter.

„Wir haben noch zwei Tage, die solltest du besser nutzen. Denn sonst könnte es passieren, dass du deine voreilige Entscheidung bereust. Wie auch immer sie ausfällt.“

„Was soll denn in zwei Tagen passieren, was mich umstimmen könnte?“

„Ich könnte dich langweilen.“ Er sah sie von der Seite an.

Ein Mann, der so küsste wie er, könnte niemals langweilig sein, schoss es Madeleine durch den Kopf. Außerdem hatte er so etwas unglaublich Betörendes an sich, was ihr den Atem stocken ließ. Als ihr bewusst wurde, was er eben gesagt hatte, hielt sie ihn am Arm fest und zwang ihn damit stehen zu bleiben. „Moment mal, wie kommst du darauf, ich hätte mich für die Heirat entschieden?“ Er drehte sich zu ihr um und zog sie ganz nah an sich ran. Ihre Gesichter waren nur Zentimeter voneinander entfernt. Damian musterte sie eine Weile intensiv. Er schluckte, hob eine Hand und schob ihr eine lose Haarsträhne hinter das Ohr. Diese Geste und sein eindringlicher Blick jagten Madeleine einen Schauder über ihren Rücken.

Er streichelte mit dem Daumen ihre Wange und sagte: „Lass dir Zeit.“

Madeleine und Kathrin saßen am Nachmittag vor dem Computer und gaben Damian Moreno in die Suchmaschine ein. Sie hofften, dass sie einiges über ihn im Internet in Erfahrung bringen konnten.

„Das ist bestimmt Sarah“, meinte Madeleine, als es an der Tür klingelte. Sie öffnete die Tür und begrüßte ihre Freundin.

Sarah betrat die Wohnung und schloss die Tür hinter sich zu.

„Oh, Madeleine, ich kann immer noch nicht glauben, dass du zwangsverheiratet werden sollst. Was machen wir jetzt nur? Ich stehe voll und ganz hinter dir. Ich meine, was soll das? In welchem Jahrhundert leben wir eigentlich? Schließlich sind wir hier ja auch nicht in Indien!“ Ihre Freundin konnte sich kaum noch einkriegen.

„Jetzt beruhige dich erst mal“, sagte Madeleine lächelnd und führte sie in ihr Arbeitszimmer.

„Hör zu, ich bringe dich am besten hier weg. Ich habe eine Tante in Australien, da wird uns nicht mal dein mächtiger Herr Papa finden.“

Madeleine und Kathrin sahen sich unauffällig an und unterdrückten einen Lachanfall.

„Was grinst ihr so? Das ist eine ernste ...“ Als ihr Blick auf den Bildschirm fiel, verstummte sie und ging näher ran. „ Ist das nicht der Typ aus dem Club gestern? Ist das etwa ein Hollywoodstar?“ Madeleine lächelte ihre Freundin an und bat sie, sich doch erst mal hinzusetzen.

„Gut siehst du aus, ist das Kleid neu?“

Sarah freute sich über das Kompliment. Sie hatte gehofft, dass das neue Kleid ihren Freundinnen gefallen würde. „Danke! Das Kleid habe ich gestern bei Bloomingdales gekauft. Nun sagt schon, was habt ihr über ihn herausgefunden?“, wollte sie wissen und nickte mit dem Kopf Richtung Bildschirm.

„Das, meine Liebe“, sagte Kathrin, „ist der Mann, mit dem Madeleine zwangsverheiratet werden soll.“

Sarah blieb der Mund offen stehen.

„Jetzt bist du sprachlos, was?“

„Madeleine, ist das wahr?“

Madeleine nickte. „Aber bitte hört auf, das Wort zwangsverheiratet zu benutzen.“

„Okay, fang bitte von vorne an, und vergiss sofort, was ich über meine Tante in Australien gesagt habe. Dieser Mann ist der reinste Wahnsinn. Wenn dein Vater dich nicht zwingen kann, ihn zu heiraten, dann werde ich es tun.“

Bei ihrer Bemerkung fingen alle drei an zu lachen.

Es wunderte Madeleine ganz und gar nicht, dass sich die Meinung ihrer Freundin so schnell geändert hatte. Auch sie hatte er schließlich im Handumdrehen verzaubert.

„Was schreiben die über ihn? Wer ist er?“, wollte Sarah wissen.

Madeleine klickte weitere Bilder und Artikel an, die über ihn geschrieben wurden.

„So wie es aussieht, ist er sehr bekannt in Spanien“, sagte Kathrin.

„Er wurde sogar zum begehrtesten Junggesellen Spaniens gewählt.“

„Meiner Meinung nach ist das mit Abstand der schönste Mann dieses Universums. Diese Augen!“ Sarah schien hin und weg. Auch für Madeleine fühlte es sich wie ein Traum an.

„Was schreiben die noch über ihn? Du kannst doch spanisch.“

Hotelerbe wieder mit einer anderen Frau gesichtet! Wer ist diese Schönheit?

„Es scheint so, als würde er öfter mal die Frauen wechseln“, bemerkte Kathrin trocken.

Sarah die Madeleines nachdenklichen Blick bemerkte, tätschelte ihr beruhigend die Hand. „Na ja, wenn ihr erst einmal verheiratet seid, dann gibt es nur noch eine Frau an seiner Seite.“ Als niemand was sagte, fügte sie noch unsicher hinzu: „Das hoffe ich zumindest.“

Madeleine drehte sich wieder zu den Fotos um, die sie aufgerufen hatte. Sie wusste nicht, was sie davon halten sollte. Hatte er denn nie eine feste Freundin gehabt? Aber noch mehr beunruhigte sie das Aussehen dieser Frauen, mit denen er gesichtet wurde.

Sie waren alle so außergewöhnlich schön. Das konnte man von ihr nun wirklich nicht behaupten, dachte sie. Wie sollte sie nur mit diesen Frauen konkurrieren. Dann fiel ihr ein, was ihr Vater zu ihr gesagt hatte. Sie waren seit ihrer Geburt einander versprochen und daran würde nichts und niemand etwas ändern. Damals war sie außer sich vor Wut gewesen. Aber jetzt freute sie das ungemein. Sie schaute ihre Freundinnen an und lächelte triumphierend über das ganze Gesicht.

„Seine Vergangenheit interessiert mich nicht“, sagte sie und zuckte

mit den Schultern. „Jeder hat ein Recht auf ein vergangenes Liebesleben.“

„Ja, nur du nicht“, sagte Kathrin und verzog spöttisch das Gesicht.

„Er ist einfach perfekt“, sagte Madeleine verträumt und ignorierte die Bemerkung ihrer besten Freundin.

„Hey, du bist ja richtig verknallt in diesen Typen“, rief Sarah und schubste sie sanft.

„Und das schon nach einer Verabredung.“ Kathrin ärgerte diese Geschichte, und das zeigte sie auch.

„Du bist nicht gerade begeistert, was?“ Sarah warf Kathrin einen warnenden Blick zu.

„Nein, bin ich nicht. Ich meine, was weiß sie schon über ihn. Er könnte sonst so ein Psychopath sein. Und ist dir eigentlich klar, dass sie in Europa leben wird, und wir sie so gut wie nie sehen werden.“

„Du ziehst nach Europa?“, fragte Sarah enttäuscht.

Madeleines Telefon klingelte und unterbrach die Unterhaltung.

Sie stand auf und ging ins Wohnzimmer, um zu telefonieren.

„Sarah, du musst mir helfen, es ihr auszureden. Ich habe kein gutes Gefühl dabei.“

„Aber wie? Hast du sie dir mal angeschaut? Ich habe sie noch nie so glücklich gesehen. Sie hat diesen ... diesen ich bin so high Blick. Den hatte sie bei Jason nie.“

Kathrin verzog das Gesicht und schüttelte den Kopf.

„Und glaubst du, ihr Vater würde sie mit einem Monster verheiraten wollen?“, setzte Sarah noch hinzu.

„Das weiß ich eben nicht. Ihrem Vater geht es doch nur um Macht.“

„Na ja, Tatsache ist, dass sie ihn will. Dann wäre es schon mal keine Zwangsheirat.“

„Du bist ja so praktisch.“

Madeleine betrat wieder das Zimmer und schaute in die Gesichter ihrer Freundinnen. „Habt ihr über mich geredet?“

„Ja, das haben wir, und wir haben beschlossen, immer hinter dir zu stehen. Egal wie du dich entscheidest“, sagte Sarah und stand auf.

Sarah bemerkte Kathrins verdutzten Blick und schaute sie schmollend an.

„Also gut, du sollst deinen Mr. Perfekt haben“, stimmte ihr auch Kathrin seufzend zu und erhob sich ebenfalls.

„Danke, das bedeutet mir sehr viel.“

„Na, dann hätten wir das ja geklärt“, freute sich Sarah und nahm ihre Freundinnen in den Arm.

Sie saßen noch eine Weile zusammen, ehe sich die beiden Frauen verabschiedeten.