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Mila und Nicolas haben sich im Internet kennengelernt. Sie ist auf dem Weg, quer durch Alabama, um ihn in einem Motel zu treffen. Obwohl Mila eigentlich ein vorsichtiger Mensch ist, der eher wenig Risiken eingeht, wagt sie es doch, trotz aller Bedenken, und freut sich auf ihr erstes Date mit dem Mann, den sie lieben gelernt hat. Doch schon bald soll sich ihr Traum in einen Albtraum verwandeln...
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Seitenzahl: 22
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Roxanne Works
Motel
nichts ist, wie es aussieht...
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Motel....nichts ist, wie es aussieht...
Impressum neobooks
Seit Stunden fuhr Mila diesen endlosen, geraden Highway entlang, der irgendwo ganz hinten am Horizont zu enden schien. Alabama war heiß, trocken und ernüchternd schön. Diese endlose Weite, so viel Land im Überfluss, das sich zu beiden Seiten der Straße ausbreitete und ihr das deutliche Gefühl vermittelte, klein und unbedeutend zu sein. Das Land hatte auf sie eine merkwürdige Wirkung. Sie war an unzähligen verlassenen Wohnwagen vorbeigekommen, die zum Durchrosten im Nirgendwo zurückgelassen worden waren, und an einsamen Farmhäusern, die eingebettet in riesige, gelbe Kornfelder ihr spürbar den Eindruck von Einsamkeit vermittelten. Die Beschriftungen der Straßenschilder waren verblichen und wiesen auf etwas hin, das anscheinend in Anbetracht der Weite des Landes an Bedeutungslosigkeit gewonnen hatte.Mila dachte an ihn und den Grund ihrer Reise quer durch dieses Land. War es richtig, sich Hals über Kopf in dieses Abenteuer zu stürzen? Sie schüttelte unwillkürlich den Kopf und lächelte dabei. Natürlich war es nicht vernünftig, aber war sie in ihrem Leben nicht lange genug ein Ausbund an Tugend und Vernunft gewesen? Endlich wollte sie das Leben wieder spüren – sich wieder fühlen, und er war ihr Lebensspender. Seit sie Nicolas kannte, fühlte sie sich unglaublich lebendig. Es kam ihr vor, als wäre sie aus einem langen Schlaf erwacht, und die Welt, die sie kannte, existierte nicht mehr. Er hatte alles verändert. Von der ersten Mail bis zum heutigen Tag hatte Mila das Gefühl, durch Nicolas sich selbst begegnet zu sein. Wie skeptisch war sie dem Internet gegenüber eingestellt gewesen, und wie groß waren ihre Zweifel, auf diesem Weg einen Mann kennen und lieben zu lernen. Aber es war passiert, und nun saß Mila hinter dem Steuer ihres Wagens und war auf dem Weg zu ihrem ersten persönlichen Date. Natürlich hatten beide endlose Zeit am Telefon verbracht, Bilder ausgetauscht und sich aus ihren Leben erzählt. Sie wussten schon so viel voneinander, und doch regten sich hin und wieder Zweifel in ihr. Das Engelchen auf der Schulter mahnte Mila von Zeit zu Zeit, sprach von übereilten Entschlüssen und drängte sie zu mehr Vorsicht: Was weißt du schon von ihm?Nur das, was er dir erzählt hat!
