Motivation und Wirkung von E-Learning - Mariya Shushulova - E-Book

Motivation und Wirkung von E-Learning E-Book

Mariya Shushulova

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Pädagogik - Berufsbildung, Weiterbildung, Note: 1,8, Universität Regensburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Auf Grund der dauernd wachsenden Veränderungen, des zunehmenden technischen und ökonomischen Fortschritts und der Globalisierung nimmt die betriebliche Weiterbildung in den deutschen Unternehmen immer mehr an Bedeutung zu. Einerseits ist die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme freiwillig. Andererseits sind die Arbeitnehmer in dynamischen Berufsfeldern zu einer ständigen Wissensaufnahme gezwungen, die zum Teil als Lernen "on the job" auftritt. Immer mehr Unternehmen werden mit der Schaffung von einer speziellen Lernkultur zu „lernenden Unternehmen“. Der Begriff „lernendes Unternehmen“ wird seit den 70er Jahren diskutiert und mit den Begriffen „lernende Organisation“ und „organisationales Lernen“ gleich gestellt. Ein Unternehmen wird zu einem „lernenden Unternehmen“ erst, wenn sich eine entsprechende Lernkultur entwickelt hat, bzw. wenn das Lernen zu einem wichtigen Segment der Unternehmenskultur geworden ist und wenn als ein wichtiges Instrument zur Sicherung und zum Aufbau von Qualität angesehen wird. Da die am meisten eingesetzte Lernform in den deutschen Unternehmen das Lernen mit Internet ist, erweist sich an dieser Stelle als wichtig, die Wirkung des E-Learnings zu beurteilen. Jedoch bestehen bei den Unternehmen immer noch viele Probleme bezüglich E-Learning und derer Akzeptanz. Aus diesem Grund ist es wichtig, mögliche Probleme und Schwachstellen aufzudecken, um die Wirkung von E-Learning zu steigern. Um ein effektives Lernen zu gewährleisten, ist es nötig, die Qualität von der Weiterbildungsmaßnahme zu bewerten und zu optimieren. Die vorliegende Arbeit möchte einen Beitrag zur Effizienz- und Qualitätssicherung von E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung leisten. Da die Lernqualität von den Wechselwirkungen zwischen Lernmethoden und persönlichen Merkmalen des Individuums abhängig ist, besteht das zweite Anliegen dieser Arbeit darin, zu untersuchen, welche Rolle die Motivation als ein personenbezogenes Merkmal beim E-Learning spielt, da in der Literatur darüber geforscht wird, aber lediglich nur als eine Stichprobenbeschreibung, wenig als Einfluss auf das Lerngeschehen. Mit einem selbstentwickelten Fragebogen wurden insgesamt 82 ausländische Mitarbeiter eines internationaltätigen Unternehmens aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung befragt. Die Hypothesen wurden empirisch untersucht und die Ergebnisse anschliessend interpretiert und diskutiert. Zusätzlich werden auch Anregungen für die künftige Forschung gegeben.

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Veröffentlichungsjahr: 2009

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Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
II. E-LEARNING IN DER BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNG
1. GRENZEN UND MÖGLICHKEITEN VON E-LEARNING
2. MERKMALE VON E-LEARNING
2.1 INTERAKTIVITÄT
2.2 MULTIMEDIALITÄT
2.3 ANPASSUNGSFÄHIGKEIT
3. ARTEN VON E-LEARNING (WBT)
4. GRUNDELEMENTE UND FUNKTIONEN EINER ONLINE - LERNPLATTFORM
III. DIDAKTISCHE GESTALTUNG VON LERNSOFTWARE
1. LERNTHEORETISCHE GRUNDLAGEN ZUM E-LEARNING
2.1 ERSTE GENERATION ID-MODELLE - BEHAVIORISMUS
2.2 PROGRAMMIERTER UNTERRICHT
2.3 ZWEITE GENERATION ID-MODELLE - KOGNITIVISMUS
2.4 NEUE ANSÄTZE - KONSTRUKTIVISMUS
3. GESTALTUNG VON BILDSCHIRMSEITEN
3.1 PRÄSENTATION DURCH GESCHRIEBENE UND GESPROCHENE SPRACHE
3.2 VISUALISIERUNG VON INFORMATION DURCH BILDER
3.3 TEXT UND BILD ZUSAMMEN AUF DEM BILDSCHIRM
4. GESTALTUNG VON INTERAKTION
IV. DIE LERNUMGEBUNG
1. ZIELE DES LERNPROGRAMMS
2. ZIELGRUPPE
3. INHALTE
4. DIDAKTISCHE GESTALTUNG
5. BEREICHE UND FUNKTIONEN DER LERNPLATTFORM
5.1 INTERAKTIVITÄT
5.2 MULTIMEDIALITÄT
V. QUALITÄTSSICHERUNG UND EVALUATION
1. QUALITÄT UND QUALITÄTSSICHERUNG
2. EVALUATION
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG DER EVALUATION
2.2 MODELLE UND FORMEN DER EVALUATION VOM E- LEARNING
2.3 WIRKUNGSANALYSE
2.3.1. Vorbereitungsphase
2.3.2 Summative Evaluation
2.3.3 Formative Evaluation
2.4 DIMENSIONEN DER SUMMATIVEN WIRKUNGSANALYSE
2.4.1 Akzeptanz
2.4.2 Lehr- / Lernprozessanalyse
2.4.3 Transferanalyse
VI. ADAPTIVER UNTERRICHT
1. KLASSIFIZIERUNG DER PERSÖNLICHEN MERKMALE
2. DIE BEDEUTUNG DER MOTIVATION FÜR DAS LEHREN UND LERNEN
3. SELBSTBESTIMMUNGSTHEORIE DER MOTIVATION
3.1 INTRINSISCHE/ SELBSTBESTIMMTE MOTIVATION
3.2 EXTRINSISCHE/ FREMDBESTIMMTE MOTIVATION
4. MOTIVATION UND WIRKUNG VOM E-LEARNING
VII. FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN
VIII. UNTERSUCHUNGSDESIGN UND INSTRUMENT
1. UNTERSUCHUNGSDESIGN
2. STICHPROBE
3. ERHEBUNGSINSTRUMENT
IX. METHODEN DER DATENANALYSE
1. METHODEN BEI DER FRAGEBOGENENTWICKLUNG
1.1 INTERNE KONSISTENZ EINER SKALA
1.2 KAISER-MEYER-OLKIN-MAß UND BARTLETT'S TEST
1.3 FAKTORENANALYSE
2. METHODEN BEI DER HYPOTHESENTESTUNG
2.1 HÄUFIGKEITEN
2.2 PRÜFUNG AUF GRUPPENUNTERSCHIEDE
2.2.2 Mann-Whitney- U-Test
2.3 PRÜFUNG AUF ZUSAMMENHÄNGE
2.3.1 Produkt-Moment-Korrelation
2.3.2 Rangskorrelation nach Spearman
2.3.3 Lineare Regressionsanalyse
X. ERGEBNISSE
1. ERGEBNISSE DER FRAGEBOGENENTWICKLUNG
1.2 SKALENZUORDNUNG UND ITEMREDUKTION
1.2.1 Hauptkomponentenanalyse
1.2.2 Faktorenzuordnung der Items
1.3 REDUZIERTER FRAGEBOGEN UND INTERNE KONSISTENZ NACH DER
2. ERGEBNISSE DER HYPOTHESENTESTUNG
2.1 WIRKUNGSANALYSE DES PROGRAMMIERTEN UNTERRICHTS
2.1.1 Akzeptanzanalyse
2.1.2 Lernprozess
2.1.3 Transfer und Lernerfolg
2.2 PRÜFUNG AUF GRUPPENUNTERSCHIEDE
2.2.1 Unterschiede bezüglich der Unterkomponenten der Akzeptanz
2.2.2 Unterschiede bezüglich der Unterkomponenten des Lernprozesses
2.3 PRÜFUNG AUF ZUSAMMENHÄNGE
2.3.1 Korrelationsanalyse
2.3.2 Lineare Regressionsanalyse
XI. DISKUSSION UND AUSBLICK
1. STICHPROBE
2. FRAGEBOGENENTWICKLUNG UND ITEMANALYSE
3. WIRKUNGSANALYSE DES PROGRAMMIERTEN UNTERRICHTS
3.1 AKZEPTANZ
3.2 LERNPROZESS
3.3 LERNERFOLG/LERNTRANSFER
4.1 UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH MOTIVATION UND AKZEPTANZ
4.2 UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH MOTIVATION UND LERNPROZESS
4.3 UNTERSCHIEDE HINSICHTLICH MOTIVATION UND TRANSFER/LERNERFOLG
5. ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DER MOTIVATION UND DEN KOMPONENTEN DER
5.1 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DER MOTIVATION UND DER AKZEPTANZ
5.2 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DER MOTIVATION UND DEM LERNPROZESS
6. AUSBLICK

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ZUSAMMENFASSUNG

__________________________________________________________________Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich einerseits mit der Analyse der Wirkung einer Lernplattform, die nach den didaktischen Prinzipien eines programmierten Unterrichts gestaltet und zur internen Weiterbildung in einem internationaltätigen Unternehmen aus dem Wirtschaftsbereich eingesetzt wurde. In Form von einer summativen Evaluation werden die Dimensionen Akzeptanz, Lernprozess und Transfer/Lernerfolg nach dem Modell der Wirkungsanalyse von Reinmann-Rothmeier und Mandl (1994) untersucht. Zum anderen fokussiert sich die vorliegende Studie auf den Einfluss des personenbezogenen Merkmals - (intrinsische und extrinsische) Motivation auf diese drei Dimensionen. Mit einem selbstentwickelten Fragebogen wurden insgesamt 82 ausländische Mitarbeiter des Unternehmens befragt.

Die Ergebnisse von der summativen Evaluation zeigten eine hohe Akzeptanz seitens der Teilnehmer bezüglich des programmierten Unterrichts vor. Überwiegend wurden höchst strukturierte Lerninhalte und eine Führung durch den Lernstoff bevorzugt. Die tutorielle Unterstützung erwies sich nach wie vor als ein wichtiger Bestandteil von E-Learning. Auf Grund der guten subjektiven Einschätzung des Lernerfolgs und Lerntransfers lässt man schließen, dass sich auch sehr komplexe und praxisnahe Themen durch E-Learning vermitteln lassen werden. Die Ergebnisse bestätigten auch einen positiven linearen Zusammenhang zwischen dem motivationalen Zustand und der Akzeptanz von der Lernplattform. Dieser Befund spricht dafür, dass die intrinsische Motivation ein Aspekt zur Förderung von Akzeptanz darstellt.

Schlüsselwörter: E-Learning - programmierter Unterricht - Wirkungsanalyseintrinsische Motivation

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I. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG

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I. Einleitung und Problemstellung

Auf Grund der dauernd wachsenden Veränderungen, des zunehmenden technischen und ökonomischen Fortschritts und der Globalisierung nimmt die betriebliche Weiterbildung in den deutschen Unternehmen immer mehr an Bedeutung zu. Das Lernen erweist sich als ein wichtiges Instrument zur Sicherung und zum Aufbau von Qualität, Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit (siehe Abbildung I.1).

Abb. I. 1: Gründe für Entwicklung und Teilnahme an betrieblicher Weiterbildung

Einerseits ist die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme freiwillig. Andererseits sind die Arbeitnehmer in dynamischen Berufsfeldern zu einer ständigen Wissensaufnahme gezwungen, die zum Teil als Lernen "on the job" auftritt. Immer mehr Unternehmen werden mit der Schaffung von einer speziellen Lernkultur zu „lernenden Unternehmen“. Der Begriff „lernendes Unternehmen“ wird seit den 70er Jahren diskutiert und mit den Begriffen „lernende Organisation“ und „organisationales Lernen“ gleich gestellt (Dehnbostel, 1998, 175ff.). Ein Unternehmen wird zu einem „lernenden Unternehmen“ erst, wenn sich eine entsprechende Lernkultur entwickelt hat, bzw. wenn das Lernen zu einem wichtigen Segment der Unternehmenskultur geworden ist und wenn als ein wichtiges Instrument zur Sicherung und zum Aufbau von Qualität angesehen wird. Die Bereitschaft jedes einzelnen Mitarbeiters zum Lernen ist eine wichtige Voraussetzung, um Kundenzufriedenheit, hohe Arbeitsqualität, Innovation und Erfolg zu gewährleisten. Durch die Zunahme der Arbeitsanforderungen und deren Erweiterung müssen das Systemdenken, das Zusammenhangsverständnis und die Lernfähigkeit gefördert werden. Durch die Arbeit wird das lebenslange Lernen gefordert und gefördert. Das gelingt nur dann, wenn jeder einzelne Mitarbeiter die Möglichkeit bekommt, seinen Arbeitsablauf und seinen Arbeitsprozess selbst zu gestalten und mit zu entscheiden. Damit wird nicht nur der passiven Teilnahme an

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I. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG

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einer Lernmaßnahme entgegengewirkt, sondern auch für ihre aktive Gestaltung gesorgt. Dank der Lernprozesse im Beruf entstehen neue Lernformen und Lernkonzepte, wofür neue Methoden und Lernumgebungen und -orte (wie z.B. Gruppenarbeit, Lerninseln, Online-Lernplattformen) entwickelt werden. Da die am meisten eingesetzte Lernform in den deutschen Unternehmen das Lernen mit Internet ist (Küpper, 2005), erweist sich an dieser Stelle als wichtig, die Wirkung des E-Learnings zu beurteilen. Ein prominentes Modell ist der programmierte Unterricht. Er charakterisiert sich durch einen sehr streng aufgeteilten Lernstoff, mit einer langsamen und systematischen Annäherung an den Zielstand, worin der Lerner sein eigenes Tempo selbst bestimmen kann. Der Lerner nimmt eine eher passive Rolle an. Er ist damit beschäftigt, die Lerninhalte zu bearbeiten und sich anzueignen. Der Betreuer übernimmt die große Rolle bei der didaktischen Aufbereitung des Stoffes und ist nicht nur dafür da, um Kursinhalte zu entwickeln, sondern auch diese dem Lerner schmackhaft zu machen, bei Problemen einzugreifen und zu motivieren. An Hand vieler Beispiele, Abbildungen und Grafiken kann man einen Praxisbezug des Gelernten schaffen. Jedoch bestehen bei den Unternehmen immer noch viele Probleme bezüglich E-Learning und derer Akzeptanz (Küpper, 2005; Reinmann-Rothmeier & Mandl, 1998). Aus diesem Grund ist es wichtig, mögliche Probleme und Schwachstellen aufzudecken, um die Wirkung von E-Learning zu steigern. Um ein effektives Lernen zu gewährleisten, ist es nötig, die Qualität von der Weiterbildungsmaßnahme zu bewerten und zu optimieren. Die vorliegende Arbeit möchte einen Beitrag zur Effizienz- und Qualitätssicherung von E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung leisten. Am Beispiel von einer Lernplattform, die nach den Grundprinzipien des programmierten Unterrichts gestaltet wurde und für die interne Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter in einem deutschen internationaltätigen Unternehmen aus dem Wirtschaftsbereich entwickelt wurde, wird eine summative Evaluation nach dem Wirkungsanalysemodell von Reinmann-Rothmeier und Mandl (1994) durchgeführt.

Damit ein Unterricht effektiv und fördernd stattfindet und dadurch eine größere Wirkung auf die Lerner erzielen kann, müssen die Lerninhalte und Lernbedingungen an den Besonderheiten der Lerner angepasst werden. Da die Lernqualität von den Wechselwirkungen zwischen Lernmethoden und persönlichen Merkmalen des Individuums abhängig ist, besteht das zweite Anliegen dieser Arbeit darin, zu untersuchen, welche Rolle die Motivation als ein personenbezogenes Merkmal beim E-Learning spielt, da in der Literatur darüber geforscht wird, aber lediglich nur als eine Stichprobenbeschreibung, wenig als Einfluss auf das Lerngeschehen. Zunächst ist es sinnvoll, den genaueren Aufbau dieser Arbeit vorzustellen. Am Anfang des theoretischen Teils wird der Begriff der Medien und des E-Learnings mit anschließender Abgrenzung von den Vor- und Nachteilen, die das Lernen mit

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I. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG

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dem Internet mit sich bringt, näher erläutert. Nach der Einleitung in die Problematik dieser Arbeit imersten Kapitelwird imzweiten Kapitelklar, wieso E-Learning eine gute Möglichkeit zur Vermittlung vom Wissen darstellt und auch bei welchen Aspekten mit Kompromissen gerechnet werden muss. Um den Begriff noch spezifischer zu machen, werden die drei Merkmale vorgestellt, die das Lernen mit Multimedia und Internet charakterisieren. Durch die Komponenten Interaktivität, Multimedialität und Anpassungsfähigkeit wird das E-Learning von den anderen Formen des multimedialen Lernens abgegrenzt. Wegen der vielen Vorteile wird E-Learning zur Vermittlung vom Wissen immer öfters eingesetzt. Damit man diese Vorteile am besten nutzen und dadurch einen qualitativ hohen und effektiven Lernprozess gewährleisten kann, muss der Lernraum didaktisch entsprechend gestaltet werden. Die Grundelemente und Funktionen eines Online -Lernraumes werden ausführlich beschrieben.

Imdritten Kapitelwird der didaktische Rahmen einer Online-Lernumgebung umrissen. Es wird auf die drei wichtigsten lerntheoretischen Grundlagen zur Gestaltung vom Unterricht eingegangen. Aus den Grundprinzipien von Behaviorismus, Konstruktivismus und Kognitivismus werden die charakteristischen Merkmale eines programmierten Unterrichts abgeleitet, der die Grundlage der zu untersuchten Lernplattform bildet. Als ein Teil des didaktischen Aufbaus von Lernsoftware spielen auch die Gestaltung von Bildschirmseiten, sowie der Einsatz von Text und Bild auf dem Bildschirm eine sehr wichtige Rolle.

Nachdem die wichtigsten Elemente und die didaktischen Grundlagen einer Lern-plattform umrissen werden, geht es imvierten Kapiteldarum, die zu untersuchende Lernplattform zu beschreiben. Auf die Zielgruppe, Lerninhalte, Lernziele und den didaktischen Aufbau wird näher eingegangen. Darüber hinaus werden die einzelnen Bereiche der Lernumgebung vorgestellt, sowie auch, wie die Merkmale Interaktivität, Multimedialität und Anpassungsfähigkeit darin realisiert wurden. Da die vorliegende Arbeit einen Beitrag zur Qualitätssicherung von E-Learning leisten will, ist es sinnvoll, den theoretischen Rahmen des Evaluationsvorhabens zu erläutern. Neben der Begriffsbestimmung von Qualität, Qualitätssicherung und Evaluation werden imfünften Kapiteleinige Modelle und Formen der Evaluation auch vorgestellt. In diesem Kapitel wird ein detaillierter Überblick über das Modell von Reinmann-Rothmeier und Mandl (1994) gegeben, worauf der Evaluationsteil dieser Arbeit beruht.

Ein weiteres Vorhaben ist die Untersuchung des Einflusses der Motivation auf das Lerngeschehen. Aus diesem Grund werden die Prinzipen eines adaptiven Unterrichts - ein Unterricht, der an der Diversität der Lerner angepasst wird, imsechsten Kapiteldargestellt. Gleich danach werden persönliche Merkmale des Individuums, die einen Einfluss auf Lehrer und Lerner ausüben, klassifiziert und die Bedeutung der Motivation für das Lerngeschehen aufgezeigt.

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I. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG

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Imsiebten Kapitelwerden die Fragenstellungen und die Hypothesen aufgelistet. Imachten Kapitelwerden die Ergebnisse der Fragebogenanalyse, der Evaluation und der Wirkung der Motivation detailliert aufgezeigt. Den Abschluss dieser Arbeit bilden die Diskussion und der Ausblick. Hier werden die Befunde noch mal stark verkürzt dargestellt und im Hinblick auf die gestellten Forschungsfragen kommentiert. Vorschläge und Möglichkeiten für die zukünftige Forschung schließen den letzten Teil dieser Arbeit ab.

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II. E-LEARNING IN DER BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNG

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II. E-Learning in der betrieblichen Weiterbildung

Der Begriff des lebenslangen und selbstgesteuerten Lernens hat einen hohen Stellenwert in der Politik der deutschen Unternehmen (Küpper, 2005). Das E-Learning stellt eine von den vielen Möglichkeiten dar, sich neben und „on the job“ weiter zu bilden. Dabei werden unterschiedliche multimediale Komponenten miteinbezogen, um ein individuelleres und effektiveres Lernen zu gewährleisten. Küpper (2005) hat eine umfangreiche Studie über die Verbreitung von dem multimedialen Lernen in den deutschen Wirtschaftsunternehmen durchgeführt. 30% (88 Unternehmen) der befragten Unternehmen gaben an, dass sie bereits eine elektronische Weiterbildung durchführen, wobei 60% davon über 500 Mitarbeiter engagieren. Das zeigt, dass die größten Unternehmen vor allem E-Learning anwenden. Die Frage nach den am meisten eingesetzten Lernformen wird damit beantwortet, dass bereits mehr als die Hälfte der Unternehmen (48 Unternehmen) WBT1durchführen.

Issing (1998) definiert Multimedia als eine technische Integration zuerst getrennter Medien, wie Buch, Tonband, Video, Telefon, Videokonferenz, Online-Kommunikation auf einer einzigen Nutzerschnittstelle, meistens auf einen/m Computer.

Multimedia ist heute zu einem Oberbegriff für alle neuen Informations-und Telekommunikationsmedien geworden, da durch Online-Dienste (Internet und Intranet) über interaktive Multimedia-Terminals zugänglich sind. (Issing, 1998, S. 161)

In der Literatur gibt es viele Begriffe, die sich auf das Lernen mit Multimedia beziehen. Oft sind diese verwirrend oder meinen das gleiche (Meier, 2006). Das Lernen mit Multimedia wird oft mit dem Begriff „E-Learning“ und „Lernen mit neuen Medien“ gleich gestellt. Aus diesem Grund ist es schwer, diese Begriffe fest zu definieren, da die von den Interessen und der Interpretation des Nutzers oder Anbieters abhängig sind. Manche meinen mit E-Learning die Entwicklung und die Nutzung einer Online-Lernplattform, andere nur das Bereitstellen einiger

1Web Based Training wird als Lernen mit dem Internet verstanden.

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II. E-LEARNING IN DER BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNG

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Word-Dokumente. Daher soll das E-Learning als ein Oberbegriff für alle Lern-formen verstanden werden, die mittels einesComputers und Internetsdurchgeführt werden (Meier, 2006, S.44). Diese Definition soll auch Grundlage dieser Arbeit sein.

1. Grenzen und Möglichkeiten von E-Learning

Das Lernen mit einem Computer und besonders mit dem Internet eröffnet viele neue Möglichkeiten zur Gestaltung von Bildungsprozessen. Das computerunterstützte Lernen trägt zu der Individualisierung und der Selbststeuerung des Lernens bei. Der Lernende kann individuell über die Inhalte verfügen, sein individuelles Lerntempo bestimmen, sich seinen eigenen Lernweg aussuchen. Zeit- und ortunabhängiges Lernen sind auch große Vorteile des Online-Lernens, insbesondere für Unternehmen, deren Mitarbeiter räumlich getrennt sind. Die einfache Handhabung von Information, die einmal auf dem Server hochgeladen ist, stellt auch ein Vorteil vom E-Learning dar. Die Inhalte können jederzeit abgerufen, sehr schnell aktualisiert und zentral verwaltet werden (Meier, 2006, S.43). Es bieten sich auch interessante Möglichkeiten für Präsentation und Veranschaulichung der Lernmaterialien - eine bewegte graphische Darstellung, ein dynamischer Bildschirmaufbau, eine besondere Hervorhebungen und ein variabler Einsatz von Bild, Text und Ton sind nur einige davon. Unmittelbare Rückmeldung, Angstabbau, Neugier wegen der Neuheit des Mediums können sich motivationsfördernd auswirken. Ein weiterer Vorteil ist es, dass das E-Learning die Möglichkeit einer Dialoggestaltung gibt, wodurch eine tiefe Verarbeitung der Inhalte gefördert wird (Euler, 1992, S. 44).

Trotz der vielen Vorteile, die das internetgestützte Lernen mit sich bringt, gibt es auch Nachteile und Grenzen, die Akzeptanz und Motivation beeinträchtigen können (Meier, 2006, S.49). Ein Hindernis davon ist der Bildschirm an sich (Euler, 1992, S.44ff.). Eine Bildschirmseite hat eine begrenzte Fläche, die sehr vorsichtig genutzt werden soll, um eine Überfrachtung zu vermeiden. Das Lesen der Texte/n/ von einem Bildschirm ist anfangs auch sehr gewöhnungsbedürftig. Einen weiteren Nachteil ist die „Erfahrung zweiter Hand“, da man online zu keinen realen Erlebnissen kommt. Dadurch wird auch die Sozialinteraktion vernachlässigt. Man kann zwar auf synchrone und asynchrone Kommunikation (Chat, E-Mail) zugreifen, die sich aber als unbefriedigend und ungenügend erweisen kann. Andere Nachteile sind die Anonymität, die Erfahrungs-, Sprach- und Gefühlsreduziertheit und die fehlende Verantwortung des Computers als ein „Lehrobjekt“.

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II. E-LEARNING IN DER BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNG

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2. Merkmale von E-Learning

Was unterscheidet das E-Learning von den Neuen Medien letztendlich? Eine Antwort geben die drei typischen Eigenschaften, die einen internetbasierten Unterricht ausmachen: Interaktivität, Multimodialität und Anpassungsfähigkeit (Euler, 1992; Issing, 1998; Meschenmoser, 1999; Niegeman, 2004).

2.1 Interaktivität

Die Interaktivität ist das bedeutendste Merkmal von E-Learning (Issing, 1998). Dadurch sind dem Nutzer die Möglichkeit zu Reaktion und die individuelle Gestaltung des Lernprozesses durch unterschiedlichen Steuerwerkzeugen gegeben (Meschenmoser, 1999).

Mit der Freiheit der Entscheidung über die gewünschte Information, die Auswahl bevorzugter Präsentations- und Erschließungsformen der Inhalte, die zeitliche Steuerung des Programmablaufs sowie die Form der Wissensanwendung soll der Aufbau und die Konstruktion individueller Wissensstrukturen und Kompetenzen bei Lernenden gefördert werden. (Issing, 1988, S.171)

Bei den E-Learning - Systemen kann man einige Interaktionsmöglichkeiten feststellen. Zum einen ist es möglich, den Ablauf des Lernprozesses zu lenken, selbst die Inhalte auszuwählen und dadurch den eigenen Lernweg zu bestimmen. Auswahl und Steuerung der Präsentationsform der Inhalte zählen auch dazu (Issing, 1998, S. 171ff.). Diese Merkmale bestimmen, ob eine Lernform „offen“ oder „geschlossen“ ist. Eine lineare Lernmaßnahme wird als „geschlossen“ bezeichnet, da die Lernenden den Lernablauf nicht beeinflussen können. Eine „offene“ und damit interaktive Umgebung dagegen gibt dem Lernenden die Gelegenheit, darin einzugreifen und sie nach den eigenen Vorlieben zu arrangieren (Weidenmann, 1994, S. 18). Weitere Möglichkeit ist die eigene Gestaltung von Lerninhalten oder Hilfen für die anderen Teilnehmer in Form von Dateiein und -ausgabe. Die Manipulation von multimedialen Daten, wie Texte und Bilder, sowie synchrone und asynchrone Kommunikation mit anderen Kommilitonen und Tutoren ist ein weiterer Schritt in Richtung „hoher Interaktivität“. Nach Astleitner (2002) sollen Programme mit einem hohen Interaktionsgrad über die folgenden Werkzeuge verfügen: Notizen-Werkzeug, Frage-Werkzeug (Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Tutor), Quiz-Werkzeug (Übungsaufgaben), Beobachtungswerkzeug (der Tu-tor soll auf den Bildschirm des Lerners schalten können, um zu sehen, was er gerade macht). Welche Werkzeuge eingesetzt, für angemessen gehalten werden und wie viel Freiraum den Teilnehmern gegeben wird, hängt von den Zielen und den Vorstellungen des Anbieters ab.

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II. E-LEARNING IN DER BETRIEBLICHEN WEITERBILDUNG

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2.2 Multimedialität

Traditionell werden die Medien nach dem Sinneskanal, den sie ansprechen - visuelle, auditive und audiovisuelle Medien unterschieden (Weidenmann, 1994).Die Einteilung von Medien danach, welchen Sinneskanal sie beim Nutzer ansprechen, ist jedoch nicht wegen ihrer problemlosen Handhabung beliebt. Man hat mit ihr auch Annahmen zur Rolle der Sinne beim Lernen verknüpft. So hegen die meisten Pädagogen die Überzeugung, es sei lernförderlich, wenn beim Lernen nicht nur ein Sinneskanal, sondern mehrere zugleich aktiviert werden. (Weidenmann, 1994, S. 10)Wie schon bei der Definition von multimedialen Medien erwähnt wurde, bedeutet „Multimedia“ viele Medien - Text, Graphik, Video, Audio „unter einem Dach“. So fallen unter dem Begriff „Multimedialität“ auch die Begriffe „Multimodalität“ und „Multicodierung“. Beim E-Learning können verschiedene Sinnesmodalitäten (visuelle, auditive, haptische) bei den Lernenden angesprochen werden und mehrere Symbolsysteme integriert und wahrgenommen werden. Bei der Einteilung der Medien spielen auch die Symbolsysteme, worin die wichtigen Informationen verschlüsselt werden, eine wichtige Rolle (Weidenmann, 1994). Multicodal sind solche Angebote, die unterschiedliche Codierungsformen aufweisen. Das können geschriebener Text, gesprochene Sprache, Geräusche, Musik u.s.w. sein. Die Codierungen können in multicodal (Text mit Bild) und monocodal (nur Text, nur Bild) differenziert werden (Meschenmoser, 1999, S. 48).

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Multimedia verschiedene Sinneskanäle anspricht, womit das Aufnehmen und das Verarbeiten von Inhalten erleichtert wird. Multimedia motiviert und regt den Lernenden zum aktiven Lernen an, da sie sehr abwechslungsreich ist und eine Vielfalt an Medien, Codes und Modalitäten beinhaltet.

2.3 Anpassungsfähigkeit

Ein weiteres wichtiges Merkmal für die Akzeptanz und die Wirkung von E-Learning ist die Berücksichtigung von den persönlichen Bedürfnissen der Teilnehmer. Diese Berücksichtigung wird auch Anpassung genannt, die sich in zwei Kategorien differenzieren lässt: Adaptierbarkeit und Adaptivität (Leutner, 1995, zitiert nach Meschenmoser, 1999, S. 51ff).

Ein Programm ist dann adaptierbar, wenn es sich an den externen Bedingungen anpassen lässt. Ein adaptives Programm dagegen passt sich an diesen Bedingungen selbst an. Eine Adaptivität kann vorliegen, wenn sich z.B. die Lernzeit an der zu lösenden Aufgabenschwierigkeit, an den Hilfestellungen, an dem Zugriff auf