Mutter, wann stirbst du endlich? - Martina Rosenberg - E-Book

Mutter, wann stirbst du endlich? E-Book

Martina Rosenberg

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Beschreibung

Das Debattenbuch zum Thema »Pflege im Alter«

Martina Rosenberg erzählt die authentische Geschichte einer ganz normalen Familie, für die das Leben durch die Extrembelastung der Pflege der schwer kranken Eltern zum Albtraum wurde. Es ist die Geschichte ihrer eigenen Familie. Die Mutter erkrankt an Demenz, der Vater erleidet einen Schlaganfall, und Schritt für Schritt muss die Tochter die Verantwortung und Organisation des elterlichen Lebens übernehmen. Verzweifelt versucht sie, allen Anforderungen gerecht zu werden — und scheitert, bis nach neun Jahren nur noch der Wunsch übrig bleibt: Mutter, wann stirbst du endlich?? Auf eindrückliche Weise gibt dieser zuweilen erschreckend ehrliche Bericht all jenen eine Stimme, die ungewollt zu den Eltern ihrer Eltern werden, und dokumentiert die Verzweiflung derer, die von Politik und Gesellschaft mit dieser Verantwortung allein gelassen werden.

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Seitenzahl: 286

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Buch

Als ihre Mutter an Demenz erkrankt, beginnt für Martina Rosenberg ein Albtraum, der Jahre andauern wird. Hilflos muss sie dabei zusehen, wie sich die Persönlichkeit ihrer geduldigen, liebenswürdigen Mutter immer mehr verändert, wie aus der Frau, die sie kannte, ein Pflegefall wird. Der Vater erleidet einen Schlaganfall und verbittert zusehends.Martina Rosenberg übernimmt die Verantwortung und Organisation des elterlichen Lebens. Sie will helfen und alles richtig machen – und zerbricht darüber beinahe selbst an der Belastung.Ihre Erfahrungen sind kein Einzelfall. Immer mehr Familien müssen Ähnliches erleben. Dieses Buch ist ein dramatischer Denkanstoß für Politik und Gesellschaft, die Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen nicht länger zu ignorieren und sie mit der Verantwortung nicht länger alleinzulassen.»Nie wurde ehrlicher geschrieben über eines der zentralen Lebensprobleme.« Focus

Autorin

Martina Rosenberg wurde 1963 am Ammersee geboren als jüngstes von drei Kindern und einzige Tochter. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt kehrte sie mit ihrer Familie nach Deutschland und in ihr Elternhaus zurück. Sie absolvierte ein BWL-Studium mit Fachrichtung Marketing und arbeitete über sieben Jahre lang als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit für das Rote Kreuz. In dieser Zeit schloss sie ein Fernstudium als Journalistin ab. Martina Rosenberg lebt mit ihrem Mann, der gemeinsamen Tochter und ihrem Hund südlich von München.

Von Martina Rosenberg außerdem bei Blanvalet

Anklage: Sterbehilfe. Machen unsere Gesetze Angehörige zu Tätern? (geb. Ausgabe, 0502)Besuchen Sie uns auch auf www.facebook.com/blanvaletund www.twitter.com/BlanvaletVerlag

Martina Rosenberg

Mutter, wann stirbst du endlich?

Wenn die Pflege der kranken Eltern zur Zerreißprobe wird

1. AuflageTaschenbuchausgabe Dezember 2014 bei Blanvalet, München,in der Verlagsgruppe Random House GmbHCopyright © 2014 by Verlagsgruppe Random House GmbH, MünchenUmschlaggestaltung: www.buerosued.deRedaktion: Margit von Cossartwr · Herstellung: samSatz: Uhl + Massopust, AalenISBN: 978-3-641-09675-5www.blanvalet.de

Für Alina

Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.Laotse

Inhalt

Prolog

Kapitel 1 2000–2003

Abschied

Die Entscheidung

Mehrgenerationenhaus

Angekommen

Einer für alle – alle für einen

Weihnachten

Kapitel 2 2004–2006

Der Anfang vom Ende

Verzweiflung

Diagnose Demenz

Hilfe muss her

Der Schlaganfall

Wie soll es weitergehen?

Verlorener Lebensmut

Rapider Abbau

Ein Pflegedienst kommt ins Haus

Kapitel 3 2006

Am Ende

Hilferufe in der Nacht

Wut

Mittags»ruhe«

Resignation

Kapitel 4 Anfang 2007

Keine Zeit aufzuatmen

Verstärkung

Die Tagespflegestätte – ein neuer Versuch

Erste körperliche Belastungssymptome

Geldprobleme

Würde wahren

Kurzzeitpflege – und was dann?

Kapitel 5 Mitte bis Ende 2007

Das Ende des Familientraums?

Fluchtgedanken

Jetzt reicht’s!

Ein neuer Anfang

Das Glück bleibt aus

Kapitel 6 2008–2009

Wege in ein neues Leben

Ich gebe ab

Eine Spur Normalität

Kapitel 7 2010

Mutter, bitte stirb endlich!

Die letzte Nacht

Epilog

Nachwort der Taschenbuchausgabe

Leserzuschriften

18.12.2012

3.1.2013

10.1.2013

26.1.2013

7.2.2013

24.2.2013

5.3.2013

11.3.2013

11.3.2013

6.8.2013

Danke …

Hilfe für Angehörige

Deutschland

Österreich

Schweiz

Prolog

Um es gleich vorwegzunehmen: Dieses Buch war keine Therapie für mich. Das Gegenteil ist der Fall. Über das Zusammenleben mit meinen pflegebedürftigen Eltern zu schreiben hat mich viel Kraft gekostet, denn Dinge, die bereits verarbeitet waren, kamen wieder an die Oberfläche, um erneut zu verletzen. Eigentlich hätten meine Erinnerungen gern in der Kiste der Vergangenheitserlebnisse bleiben können.

Dennoch habe ich gemeinsam mit meiner Familie entschieden, meine Geschichte aufzuschreiben. Sie soll Anstoß zum Nachdenken geben. Ich möchte aufzeigen, wie aus der wunderbaren Idee eines Mehrgenerationenhauses ein Albtraum werden kann. Ich möchte all denen, die Ähnliches erleben oder erlebt haben, eine Stimme geben. Ich möchte verdeutlichen, wie es sich anfühlt, wenn man über einen langen Zeitraum unter hoher psychischer Belastung steht. Oft sind es nicht die großen Dinge, die kaputtmachen, sondern die kleinen Ereignisse, die sich ständig wiederholen – jeden Tag, jede Woche, jeden Monat über Jahre hinweg. Und natürlich das Wissen um die Aussichtslosigkeit der Situation derer, die gepflegt werden. Um die Trostlosigkeit ihres Alltags, vor der man sich selbst irgendwann zu fürchten beginnt.

In einer Zeit, in der wir Menschen mit Verpflichtungen, Terminen und Aufgaben durch den Tag getrieben werden, können Kinder nicht mehr das für ihre Eltern leisten, was sie fünfzig Jahre zuvor noch hätten leisten können – ihre Pflege zu übernehmen, ist schier unmöglich. Doch die Politik versucht, indem sie Gesetze schafft, mittels derer wir uns beispielsweise eine berufliche Auszeit für die Pflege nehmen können (oder müssen?), genau das zu erreichen. Natürlich auf eigene Kosten.

Noch viel wichtiger ist mir allerdings, mit diesem Buch zu vermitteln, dass Alt und Jung mehr miteinander sprechen müssen. Immer wieder erlebe ich in meinem Umfeld, dass Kinder sich nicht trauen, mit ihren Eltern über deren Altwerden zu reden. Diese hingegen verschließen sich oftmals dem Thema gegenüber und wollen keine Hilfen oder Ratschläge annehmen. Sie vergessen dabei, dass ihre Kinder ein Teil ihres Altwerdens sind. Es ist unbedingt wichtig, miteinander zu kommunizieren und Klarheit zu schaffen: Wer möchte oder kann die Aufgabe der Pflege übernehmen? Kommt der Umzug in ein Heim infrage? Welche Alternative gibt es? Welcher der Angehörigen ist bereit, die Verantwortung auf sich zu nehmen?

Letztendlich kann niemand, der es nicht selbst erlebt hat, ermessen, wie belastend so eine Pflegesituation für die Angehörigen sein kann. Fehlende Anerkennung, geringe Wertschätzung und die Ahnungslosigkeit der oft viel zu jungen Verantwortlichen in der Politik waren Grund genug, meine Geschichte aufzuschreiben. Sie soll exemplarisch für die vielen anderen tausend traurigen Geschichten im Land stehen.

Kapitel 12000–2003

Abschied

Die Lichter im Hafen von Heraklion werden immer kleiner. Ich stehe mit meinem Mann und unserer vierjährigen Tochter an der Reling des Schiffes. Wir starren auf die immer winziger werdende Insel Kreta. Aus dem Lautsprecher hinter uns quäkt eine Stimme: »Welcome on board …« In der warmen Abendluft vermischt sich intensiver Dieselgestank mit dem Geruch von Oregano und Pommes frites aus dem Selfservice nebenan. Stampfende Motorengeräusche im Hintergrund und die blechern klingende Sirtaki-Musik aus dem Lautsprecher machen eine Unterhaltung zwischen Jens und mir unmöglich. So hängen wir zu dritt unseren Gedanken nach.

Wir sind froh, endlich nach Deutschland zurückzukommen. Das Auto ist vollgepackt mit unseren Sachen, der Hund hätte fast nicht mehr hineingepasst. Er musste sich auf die Rückbank quetschen, er sieht ganz unglücklich aus.

»Mama!«, ruft Lena aufgeregt und zeigt auf die anderen Schiffe im Hafen.

Das zweite Schiff folgt uns mit einigem Abstand. Es läuft gerade aus dem Hafen aus und zieht eine riesige Rauchwolke hinter sich her. Lena hüpft vergnügt hin und her und unser Hund mit ihr. Sugar ist eine kretische Mischung aus Dobermann und Schäferhund, mit viel Temperament und viel Bellpotenzial.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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