Mystery & Crime X4: Vier Short-Stories - Alfred Wallon - E-Book

Mystery & Crime X4: Vier Short-Stories E-Book

Alfred Wallon

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2,99 €

Beschreibung

Vier Short-Stories von Alfred Wallon Der Umfang dieses Buchs entspricht 49 Taschenbuchseiten. Dieses Buch enthält folgende vier Short-Stories: Das unsichtbare Band Nächtliche Begegnung Zwischen zwei Welten Wer zuletzt lacht Rätselhafte Begebenheiten und ungewöhnliche Schicksale – viele haben darüber gelesen, aber nur wenige haben eine solche Erfahrung gemacht. Mit Dingen, die auf unerklärliche Weise geschehen und diejenigen, die Zeuge dessen werden, für immer verändern. Alfred Wallon erzählt in den nachfolgenden vier Stories von solchen Ereignissen:. DAS UNSICHTBARE BAND – die Geschichte einer jungen Frau, die ihren Bruder durch einen schrecklichen Unfall verloren hat und dessen Tod einfach nicht akzeptieren will. NÄCHTLICHE BEGEGNUNG – ein kleines Dorf an der tschechischen Grenze wird zum Schicksal für eine Frau, die eigentlich nur auf der Durchreise ist. Aber dann begegnet sie dem geheimnisvollen Viktor, und sie beschließt zu bleiben – für die Ewigkeit. ZWISCHEN ZWEI WELTEN – ein Streit ist der Auslöser dafür, dass Laura überhastet ihre Wohnung verlässt, weil ihr Freund sie betrogen hat. Aber der Weg durch den winterlichen Taunus wird zu einer unwirklichen Begegnung mit einem Mann, der eigentlich nicht mehr am Leben ist. WER ZULETZT LACHT – Untreue und Fremdgehen sind hässliche Momente im Leben eines jeden Menschen. Besonders dann, wenn man nicht damit rechnet. Aber wenn das Schicksal den Schleier lüftet, dann kann es nur noch eine Antwort geben.

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Alfred Wallon

Mystery & Crime X4: Vier Short-Stories

Cassiopeiapress Spannung/ Edition Bärenklau

BookRix GmbH & Co. KG80331 München

Mystery & Crime x 4

Vier Short-Stories von Alfred Wallon

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 49 Taschenbuchseiten.

 

Dieses Buch enthält folgende vier Short-Stories:

Das unsichtbare Band

Nächtliche Begegnung

Zwischen zwei Welten

Wer zuletzt lacht

 

Rätselhafte Begebenheiten und ungewöhnliche Schicksale – viele haben darüber gelesen, aber nur wenige haben eine solche Erfahrung gemacht. Mit Dingen, die auf unerklärliche Weise geschehen und diejenigen, die Zeuge dessen werden, für immer verändern.

Alfred Wallon erzählt in den nachfolgenden vier Stories von solchen Ereignissen:.

DAS UNSICHTBARE BAND – die Geschichte einer jungen Frau, die ihren Bruder durch einen schrecklichen Unfall verloren hat und dessen Tod einfach nicht akzeptieren will.

NÄCHTLICHE BEGEGNUNG – ein kleines Dorf an der tschechischen Grenze wird zum Schicksal für eine Frau, die eigentlich nur auf der Durchreise ist. Aber dann begegnet sie dem geheimnisvollen Viktor, und sie beschließt zu bleiben – für die Ewigkeit.

ZWISCHEN ZWEI WELTEN – ein Streit ist der Auslöser dafür, dass Laura überhastet ihre Wohnung verlässt, weil ihr Freund sie betrogen hat. Aber der Weg durch den winterlichen Taunus wird zu einer unwirklichen Begegnung mit einem Mann, der eigentlich nicht mehr am Leben ist.

WER ZULETZT LACHT – Untreue und Fremdgehen sind hässliche Momente im Leben eines jeden Menschen. Besonders dann, wenn man nicht damit rechnet. Aber wenn das Schicksal den Schleier lüftet, dann kann es nur noch eine Antwort geben.

 

 

Copyright

© dieser Ausgabe 2015 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

[email protected]

EDITION BÄRENKLAU, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius

Mystery&Crime x 4 - Stories von Alfred Wallon und Edition Bärenklau, 2015

Cover © by Steve Mayer nach Motiven von pixabay, 2015

Das unsichtbare Band

Der Tag, an dem mein Bruder Michael beerdigt wurde, war grau und trübe. Als wir auf dem Friedhof standen, begann es zu regnen. Aber all dies nahm ich nur am Rande wahr, denn mit meinen Gedanken war ich in der Vergangenheit. In einer Zeit, wo er noch gelebt und gelacht hatte.

Ich hörte die Worte des Pfarrers nicht, der sagte, man müsse irgendwann von jedem Abschied nehmen und dass das Leben auf der Erde zeitlich begrenzt sei. Ich wollte es nicht wissen, denn ich vermisste Michael. Er war viel mehr als ein Bruder für mich gewesen – ein echter Freund und Vertrauter, dem ich alles hatte sagen können, was mich bedrückte.

Michael hatte immer ein offenes Ohr für meine Probleme gehabt. Viel mehr noch. Er hatte sogar oft eine Lösung gewusst, wenn ich mit meinem Latein schon längst am Ende gewesen war.

Aber jetzt würde er mir nicht mehr helfen können. Er war gestorben. Ganz plötzlich letztes Wochenende. Niemand hatte damit gerechnet. Er war mit einigen Freunden in die Stadt gefahren, um am Samstag Abend in die Disco zu gehen. Auf dem Weg dorthin hatte ihnen jemand die Vorfahrt genommen, und dann war dieser schreckliche Unfall passiert.

Die zwei Freunde von Michael, die mit im Wagen gesessen hatten, waren mit leichten Verletzungen davon gekommen. Mein Bruder dagegen war tödlich verunglückt. Er hatte sich das Genick gebrochen und war noch am Unfallort verstorben. Ohne irgend eine Chance auf Rettung ...

Ich blickte in die Gesichter von Frank und Christoph, die natürlich mit zur Beerdigung gekommen waren. Sie waren ziemlich blass und nervös und blickten sehr betroffen drein, als sie zu meinen Eltern gingen und ihnen am Grab ihr Beileid aussprachen.

Als Frank kurz darauf vor mir stand, würdigte ich ihn keines Blickes. Genauso wenig wie Christoph. Denn sie waren in meinen Augen schuld an Michaels Tod gewesen. Weil sie ihn dazu überredet hatten, mitzukommen. Da nützte es auch nichts mehr, wenn sie jetzt vor mir und allen anderen Trauergästen Reue zeigten. Nichts davon würde Michael mehr zurück bringen. Er war gegangen – und zwar für immer!

Ich wusste selbst nicht, wie ich es schaffte, die Kondolenzbekundungen aller Trauergäste über mich ergehen zu lassen. Meine Eltern waren da viel gefasster als ich. Und manchmal kam es mir vor, als wenn sie gar keinen Schmerz über den Verlust ihres Sohnes verspürten. Das stimmte aber nicht – aber das wurde mir erst viel später klar.

Ich konnte nicht mitgehen in das Lokal, in das man alle Trauergäste eingeladen hatte. Weil dies nach einer Beerdigung so üblich war. Ich hätte keinen Bissen hinunter bekommen. Meine Eltern hatten dafür Verständnis und ließen mich deshalb allein. Ich hatte ihnen gesagt, dass ich noch eine Zeit lang auf dem Friedhof bleiben und dann nach Hause gehen wollte.

Was die anderen Verwandten davon hielten, interessierte mich nicht sonderlich. Ich hatte ohnehin keinen intensiven Kontakt zu ihnen. Deshalb ignorierte ich ihre kopfschüttelnden Blicke und war statt dessen erleichtert, als die Trauergemeinde den Friedhof verließ und ich endlich allein war.

Den leichten Nieselregen spürte ich gar nicht, als ich noch vor dem Grab stehen blieb und zusah, wie die Mitarbeiter des Bestattungsunternehmens ihre traurige Pflicht verrichteten. Es war ihnen wahrscheinlich nicht recht, dass ich jetzt dabei zusah, wie sie Erde auf den Sarg warfen und das Grab zuschütteten. Aber ich blieb dennoch stehen und sah zu.

Erst als der Regen ein wenig stärker wurde, wandte ich mich seufzend ab und suchte eine trockene Stelle auf, wo ich das Ende des kurzen, aber umso heftigeren Schauers abwartete. Bis auf die Männer an Michaels Grab war kein Mensch mehr auf dem Friedhof, und das weite, mit zahlreichen Büschen und Bäumen bewachsene Areal kam mir jetzt seltsam verloren und schrecklich einsam vor.

Jenseits der Friedhofsmauer befand sich die Welt der Lebenden – aber zumindest jetzt schien sie unendlich weit enfernt zu sein. Selbst der Verkehrslärm von der gut befahrenen Zubringerstraße in Richtung Stadtmitte drang jetzt nur verhalten zu mir herüber. Als wenn irgend eine Macht dafür gesorgt hätte, dass nichts und niemand die Ruhe der Toten zu stören wagte!

Ich wollte mich schon wieder abwenden und zum Ausgang des Friedhofes gehen, als mir plötzlich eine schattenhafte Bewegung zwischen den alten Pappeln auffiel. Sofort blieb ich stehen und blickte noch einmal in die betreffende Richtung.

Aber da war nichts. Ich musste mich geträuscht haben. Wahrscheinlich waren meine aufgekratzten Nerven daran schuld, dass ich auf einmal Dinge wahrzunehmen glaubte, die in Wirklichkeit gar nicht existierten.

Ich hatte das große Friedhofstor schon fast erreicht, als ich erneut stehen blieb und mich fast unter Zwang wieder umdrehte. Ich schaute zurück auf den großen Schotterweg, der direkt hinauf zur Friedhofskapelle führte. Und unweit davon stand auf einmal eine Gestalt in einer dunklen Jacke. Reglos und still wie eine Statue.

Ich zuckte zusammen, als mir auf einmal etwas vertraut an dieser Gestalt erschien. Groß und schlank war der Mann, mit lockigen dunklen Haaren.

„Das … das ist doch ...“, keuchte ich fassunglos. „Michael ...?“

Der Name meines Bruder kam einem Flüstern gleich. Weil das gar nicht sein konnte. Michael lebte nicht mehr. Er war tot und begraben – und er würde niemals mehr zurück kehren in die Welt der Lebenden!