Nachhaltige Entwicklung - Analyse eines vielschichtigen Begriffs - Péter Szász - E-Book

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Péter Szász

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Beschreibung

Zwischenprüfungsarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Soziologie - Sonstiges, Note: 1, Georg-August-Universität Göttingen (Soziologisches Seminar), Sprache: Deutsch, Abstract: Wer die Diskussion um ,,Nachhaltige Entwicklung" nur am Rande verfolgt, wird möglicherweise den irreführenden Eindruck gewinnen, es handele sich hierbei um einen feststehenden Begriff. Jedoch ist nicht nur der damit beschriebene Sachverhalt klärungsbedürftig und der begriffliche Geltungsbereich einzugrenzen, sondern bereits die Verwendung der Bezeichnungen ,,Nachhaltigkeit" und ,,Nachhaltige Entwicklung" (als Übersetzung der englischen Begriffe ,,sustainability" und sustainable development") ist längst nicht einheitlich1, auch wenn sich diese seit einigen Jahren immer mehr durchsetzen konnten.2 Doch mag nun die Rede sein von ,,Zukunftsfähigem", ,,Naturverträglichem" oder ,,Dauerhaft-Umweltgerechtem", so wird in der Regel nicht bestritten, dass man trotz aller Meinungsverschiedenheiten in Ansätzen, Schlussfolgerungen oder Weltanschauungen über das gleiche Thema verhandelt. Aber welcher Natur ist dieses Thema eigentlich, auf welcher Ebene wird verhandelt? Ist es ,,nur" eine Idee, eine Wunschvorstellung von einer ,,besseren Welt", oder existiert schon ein Konzept zur Umsetzung konkreter Maßnahmen? Soll ein neues Wirtschaftssystem entstehen, eine neue Ideologie, oder kann daraus eine Ergänzung oder gar Konkurrenz zu gängigen soziologischen Modernisierungstheorien entstehen? Ist bei der Beantwortung dieser Fragen politischer Pragmatismus oder ein neues Wissenschaftsverständnis oder beides vonnöten?

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Veröffentlichungsjahr: 2003

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Inhaltsverzeichnis
I EINLEITUNG
II HISTORISCHE ENTWICKLUNG DES BEGRIFFS „NACHHALTIGE
III DEBATTE UM DIE WUPPERTALER STUDIE „ZUKUNFTSFÄHIGES
VI SOZIOLOGIE UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNG
V. AUSBLICK: WAS KANN, DARF, MUSS UND SOLL NACHHALTIGE
VI DISKUSSION DER ARBEIT.
VII LITERATURVERZEICHNIS

Page 1

Analyse eines vielschichtigen Begriffes

Page 3

I Einleitung

Wer die Diskussion um „Nachhaltige Entwicklung“ nur am Rande verfolgt, wird möglicherweise den irreführenden Eindruck gewinnen, es handele sich hierbei um einen feststehenden Begriff. Jedoch ist nicht nur der damit beschriebene Sachverhalt klärungsbedürftig und der begriffliche Geltungsbereich einzugrenzen, sondern bereits die Verwendung der Bezeichnungen

„Nachhaltigkeit“ und „Nachhaltige Entwicklung“ (als Übersetzung der englischen Begriffe „sustainability“ und sustainable development“) ist längst nicht einheitlich1, auch wenn sich diese seit einigen Jahren immer mehr durchsetzen konnten.2

Doch mag nun die Rede sein von „Zukunftsfähigem“, „Naturverträglichem“ oder „Dauerhaft-Umweltgerechtem“, so wird in der Regel nicht bestritten, dass man trotz aller Meinungsverschiedenheiten in Ansätzen, Schlussfolgerungen oder Weltanschauungen über das gleiche Thema verhandelt. Aber welcherNaturist dieses Thema eigentlich, auf welcher Ebene wird verhandelt? Ist es „nur“ eine Idee, eine Wunschvorstellung von einer „besseren Welt“, oder existiert schon ein Konzept zur Umsetzung konkreter Maßnahmen? Soll ein neues Wirtschaftssystem entstehen, eine neue Ideologie, oder kann daraus eine Ergänzung oder gar Konkurrenz zu gängigen soziologischen Modernisierungstheorien entstehen? Ist bei der Beantwortung dieser Fragen politischer Pragmatismus oder ein neues Wissenschaftsverständnis oder beides vonnöten?

Nicht nur die inhaltliche Einigung auf den verschiedenen Diskussionsebenen erscheint also schwierig, sondern auch die Frage, welche dieser Ebenen angesprochen, welcher Komplexitätsgrad dem Begriff Nachhaltige Entwicklung zugeordnet werden sollte oder muss. Dies lässt vermuten, dass eine

1Dies gilt naturgemäß zunächst nur für den deutschen Sprachraum, wobei ähnliche

Schwierigkeiten in anderen Ländern zu erwarten sind (dazu und zu den vielfältigen

existierenden Begriffsvarianten s. Kreibich 1996: 39f). Allerdings bleibt anzumerken, dass -

eine konsensuale Übersetzung angenommen - eine synonyme Verwendung dieser beiden

Begriffe bezgl. ihrer unterschiedlichen Akzentuierung des prozessualen Charakters (vgl.a.

Wehling 1997) respektive der Bedeutung des Nord-Süd-Konflikts zu hinterfragen wären. S. a.

Kap. II.

2Daher und aus Gründen der Verständlichkeit wird im Folgenden nur noch der Begriff

„Nachhaltige Entwicklung“ verwendet.

Page 4

ausschließlichmangelnden Willen und Trägheit von Politik, Wirtschaft und (Natur- sowie Sozial-) Wissenschaften unterstellende Kritik - beispielsweise von verschiedenen Umwelt- und Naturschutzverbänden - wenn schon nicht falsch ist, so doch zu kurz greift.

Eblinghaus & Stickler sehen in seiner Uneindeutigkeit und seinem „Kompromißcharakter“ sogar den Grund für seine Attraktivität und seine Fähigkeit, als Leitbild zu fungieren.3Sie beziehen sich dabei u.a. auf Görg (1995), der sich kritisch mit diesem ‚catch-all-terms‘-Begriff auseinandersetzt: „Verspricht doch der Begriff Allen alles Mögliche und Vielen geradezu Unmögliches - vor allem die Auflösung vermeintlicher oder tatsächlicher Gegensätze. Allen voran desjenigen, der im zusammengesetzten Begriff geradezu paradigmatisch „versöhnt“ ist: Als Leitbild zielt er auf die Überwindung des sich krisenhaft zuspitzenden Gegensatzes zwischen der Entwicklungsdynamik des g lobalisierten Kapitalismus und dem Zustand der natürlichen Umwelt. Als umfassende Kompromißformel verspricht der Begriff die Aussöhnung von Nord und Süd, von Ökonomie und Ökologie, von Gegenwart und Zukunft.“4

Die vorliegende Arbeit stellt den Versuch dar, zunächst einige der Diskussionsstränge und Definitionen von Nachhaltiger Entwicklung