Nachhaltigkeitscontrolling. Ansätze und Integrationsmöglichkeiten - Kevin Braschoß - E-Book

Nachhaltigkeitscontrolling. Ansätze und Integrationsmöglichkeiten E-Book

Kevin Braschoß

0,0
19,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Bachelorarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich BWL - Controlling, Note: 1,0, Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin (Wirtschaftswissenschaften), Sprache: Deutsch, Abstract: Nachhaltigkeit ist das zentrale Thema des 21. Jahrhunderts. Ressourcenverknappung, Wasserknappheit, Klimawandel, Umweltkatastrophen und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind die kontrovers diskutierten Herausforderungen unserer Zeit und bilden den Ausgangspunkt dieser Arbeit. Der niederländisch-britische Ölkonzern Shell kontaminiert durch seine Ölförderung in Nigeria das Grundwasser mit verschiedenen Giftstoffen derart stark, dass die Gesundheit der Bevölkerung und des gesamten Ökosystems stark bedroht sind. Der Automobilkonzern Volkswagen täuschte Millionen Menschen und manipulierte die CO2-Abgaswerte seiner Dieselfahrzeuge. Weitere Beispiele für negative Auswirkungen unternehmerischen Handelns sind Kinderarbeit in der Landwirtschaft sowie unmenschliche Arbeitsbedingungen in Textilfabriken und Mitarbeiterüberwachungen im Einzelhandel. Damit wird klar, dass besonders Unternehmen einen weitreichenden Einfluss auf die global herrschenden ökologischen und sozialen Zustände besitzen. Neben der Politik und Gesellschaft ist es somit ebenfalls die Aufgabe der Unternehmen, im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, soziale und ökologische Auswirkungen ihres Handelns zu berücksichtigen und somit den aktuellen Entwicklungen entgegenzuwirken. Zur Realisierung einer nachhaltigen Unternehmensausrichtung benötigt das Management im Zeitalter sich ständig wandelnder Umweltanforderungen, die umfassende Unterstützung des Nachhaltigkeitscontrollings bei der Planung, Steuerung und Kontrolle nachhaltigkeitsorientierter Entscheidungen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen Überblick über die Funktionsweise und Integrationsmöglichkeiten des Nachhaltigkeitscontrollings zu verschaffen. In diesem Kontext werden insbesondere die damit verbundenen Anforderungen, Probleme sowie die zur Verfügung stehenden Instrumente erläutert.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2016

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Impressum:

Copyright (c) 2015 GRIN Verlag / Open Publishing GmbH, alle Inhalte urheberrechtlich geschützt. Kopieren und verbreiten nur mit Genehmigung des Verlags.

Bei GRIN macht sich Ihr Wissen bezahlt! Wir veröffentlichen kostenlos Ihre Haus-, Bachelor- und Masterarbeiten.

Jetzt beiwww.grin.com

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen der unternehmerischen Nachhaltigkeit

2.1 Begriffsdefinition „Nachhaltigkeit“

2.2 Komponenten und Modellkonzeptionen der Nachhaltigkeit

2.2.1 Die Dimensionen der Nachhaltigkeit

2.2.2 Gewichtete Modifikationen des Triple-Bottom-Line-Ansatzes

2.2.3 Das Integrierende Nachhaltigkeitsdreieck

2.3 Abgrenzungen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen

2.3.1 Nachhaltigkeitsmanagement

2.3.2 Nachhaltigkeitscontrolling

2.4 Zentrale Herausforderungen unternehmerischer Nachhaltigkeit

2.4.1 Ursprung und Grundvoraussetzung

2.4.2 Ökologische Effektivität

2.4.3 Soziale Effektivität

2.4.4 Ökologische- und Soziale-Effizienz

2.4.5 Integrationsherausforderung von Nachhaltigkeit im Unternehmen

3. Notwendigkeit und Chancen einer nachhaltigen Unternehmung

3.1 Ressourcenknappheit vs. wachsende Bevölkerung

3.2 Einflussgruppen und interner Stellenwert von Nachhaltigkeit

3.2.1 Einflüsse durch die externe Unternehmensumwelt

3.2.2 Interne Treiber der Nachhaltigkeit

3.3 Ziele einer nachhaltigen Unternehmensausrichtung

4. Anforderungen, Problematiken und Implementierung eines Nachhaltigkeitscontrolling

4.1 Die Nachhaltigkeitsstrategie als Basis

4.1.1 Grundlagen zur Nachhaltigkeitsstrategie

4.1.2 Strategische Analyse von Marktpotenzial und Leistungserstellung

4.1.3 Festlegung der Nachhaltigkeitsstrategie

4.1.4 Verknüpfung mit der Geschäftsstrategie

4.2 Institutionelle Gestaltung der Nachhaltigkeitssteuerung

4.3 Funktionale Ausgestaltung eines Nachhaltigkeitscontrolling

4.3.1 Nachhaltigkeitsorientierte Informationsversorgung

4.3.2 Koordination der Entscheidungsprozesse zur Nachhaltigkeit

4.3.3 Kommunikationsunterstützung nachhaltiger Entscheidungen

4.3.4 Rationalitätssicherung

4.4 Strategisches und operatives Nachhaltigkeitscontrolling

4.5 Spezifische Problembereiche des Nachhaltigkeitscontrolling

4.5.1 Datenerhebung und -granularität

4.5.2 Bewertungsproblematik

4.5.3 Reichweite und Beeinflussbarkeit

4.5.4 Zurechenbarkeit

4.5.5 Unternehmenskultur

5. Instrumente des Nachhaltigkeitscontrolling

5.1 Nachhaltigkeitskennzahlen und -systeme

5.2 Sustainability Balanced Scorecard

5.2.1 Grundlagen zur Balanced Scorecard

5.2.2 Aufbau und Inhalt der Sustainability Balanced Scorecard

5.3 Bilanzierungen

5.3.1 Ökobilanzierung

5.3.2 Sozialbilanzierung

5.4 Stakeholder-Dialog

5.5 Benchmarking

5.6 Nachhaltigkeitsberichterstattung

5.6.1 Grundlagen der betrieblichen Nachhaltigkeitsberichterstattung

5.6.2 Ansätze zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

6. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

 

Abbildungsverzeichnis

 

Abbildung 1: Drei-Säulen-Modell

Abbildung 2: Ökonomisch gewichteter Triple-Bottom-Line-Ansatz

Abbildung 3: Gewichtetes Säulenmodell der nachhaltigen Entwicklung

Abbildung 4: Das Integrierende Nachhaltigkeitsdreieck

Abbildung 5: Die vier Nachhaltigkeitsherausforderungen an Unternehmen

Abbildung 6: Prognose zur Entwicklung der Weltbevölkerung von 2010 bis 2100 (in Milliarden)

Abbildung 7: DuPont-Kennzahlensystem

Abbildung 8: Translation Vision and Strategy: Four Perspectives

Abbildung 9: Vereinfachte Kausalkette der SBSC

Abbildung 10: Fünfter Schritt zur Berechnung des Sustainable Value am Beispiel der Bayer AG im Jahr 2004

 

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

 

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

 

Nachhaltigkeit ist das zentrale Thema des 21. Jahrhunderts. Ressourcenverknappung, Wasserknappheit, Klimawandel, Umweltkatastrophen und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind die kontrovers diskutierten Herausforderungen unserer Zeit und bilden den Ausgangspunkt dieser Arbeit.

 

Der niederländisch-britische Ölkonzern Shell kontaminiert durch seine Ölförderung in Nigeria das Grundwasser mit verschiedenen Giftstoffen derart stark, dass die Gesundheit der Bevölkerung und des gesamten Ökosystems stark bedroht sind.[1]Der Automobilkonzern Volkswagen täuschte Millionen Menschen und manipulierte die CO2-Abgaswerte seiner Dieselfahrzeuge.[2]Weitere Beispiele für negative Auswirkungen unternehmerischen Handelns sind Kinderarbeit in der Landwirtschaft sowie unmenschliche Arbeitsbedingungen in Textilfabriken und Mitarbeiterüberwachungen im Einzelhandel.[3] Damit wird klar, dass besonders Unternehmen einen weitreichenden Einfluss auf die global herrschenden ökologischen und sozialen Zustände besitzen. Neben der Politik und Gesellschaft ist es somit ebenfalls die Aufgabe der Unternehmen, im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, soziale und ökologische Auswirkungen ihres Handelns zu berücksichtigen und somit den aktuellen Entwicklungen entgegenzuwirken. Zur Realisierung einer nachhaltigen Unternehmensausrichtung benötigt das Management im Zeitalter sich ständig wandelnder Umweltanforderungen, die umfassende Unterstützung des Nachhaltigkeitscontrollings bei der Planung, Steuerung und Kontrolle nachhaltigkeitsorientierter Entscheidungen.

 

Das Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen Überblick über die Funktionsweise und Integrationsmöglichkeiten des Nachhaltigkeitscontrollings zu verschaffen. In diesem Kontext werden insbesondere die damit verbundenen Anforderungen, Probleme sowie die zur Verfügung stehenden Instrumente erläutert.

 

1.2 Aufbau der Arbeit

 

Diese Arbeit gliedert sich in sechs Kapitel. Im Anschluss an die Einleitung werden im zweiten Kapitel die Grundlagen der unternehmerischen Nachhaltigkeit erläutert. Dabei wird der Nachhaltigkeitsbegriff zunächst definiert und anschließend innerhalb verschiedener Modellansätze dargestellt. Ebenfalls wird das Nachhaltigkeitsmanagement und -controlling voneinander abgegrenzt, um ein klares Verständnis über die Auffassung eines Nachhaltigkeitscontrollings zu schaffen. Anschließend werden die zentralen Herausforderungen einer nachhaltigen Unternehmensausrichtung betrachtet.

 

Nachfolgend werden im dritten Kapitel die Notwendigkeit und Chancen einer nachhaltigen Unternehmung aufgezeigt. Hierfür wird zunächst auf die Grundproblematik der Ressourcenverknappung eingegangen. Zur Verdeutlichung der Notwendigkeit einer Integration von Nachhaltigkeitsaspekten werden anschließend die unternehmensextern und -intern treibenden Kräfte analysiert und letztendlich die Bedeutung von Nachhaltigkeit herausgestellt. Abschließend werden die Vorteile des nachhaltigen Wirtschaftens mithilfe der verbundenen Zielsetzungen einer nachhaltigen Unternehmensausrichtung erläutert.

 

Im Fokus des vierten Kapitels stehen die Anforderungen, Problematiken und Implementierung eines Nachhaltigkeitscontrollings. Zunächst wird die Erstellung einer Nachhaltigkeitsstrategie als Basis vorgestellt. Weiterhin wird die bestmögliche Verantwortlichkeitsübertragung zur Nachhaltigkeitssteuerung im Rahmen der institutionellen Gestaltung erarbeitet. Nachfolgend werden innerhalb der funktionalen Gestaltung, die Informations-, Koordinations-, Kommunikations- und Rationalitätsfunktion mit Bezug auf die Nachhaltigkeitsanforderungen betrachtet. Abschließend wird das strategische und operative Nachhaltigkeitscontrolling erläutert sowie Probleme und Grenzen des Nachhaltigkeitscontrollings aufgezeigt.

 

Darauf aufbauend werden im fünften Gliederungspunkt ausgewählte Instrumente des Nachhaltigkeitscontrollings für eine erfolgreiche Implementierung vorgestellt und ihre Einsatzmöglichkeiten sowie Wirkungsweisen ausführlich erläutert.

 

Im sechsten und letzten Kapitel erfolgen eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und ein kurzer Ausblick über zukünftige Entwicklungen.

 

2. Grundlagen der unternehmerischen Nachhaltigkeit

 

2.1 Begriffsdefinition „Nachhaltigkeit“

 

Das Themengebiet rund um die Nachhaltigkeit beziehungsweise der Nachhaltigkeitsbegriff selbst, hat sich zum Leitbild des 21. Jahrhundert entwickelt.[4]Eine empirische Medienanalyse der Leuphana Universität Lüneburg über die Verwendungshäufigkeit von Nachhaltigkeit innerhalb der wichtigsten deutschen Zeitungen zeigte auf, dass sich die Frequenz im Jahr 2015 im Vergleich zum Jahr 1995 bereits verdreifachte.[5] Die gestiegene Popularität führt gleichzeitig zu einer inflationären Verwendung des Begriffs. Verschiedene Interessensgruppen positionierten sich abhängig von ihren Zielen zum Thema Nachhaltigkeit und agierten mit ihrem eigenen Nachhaltigkeitsverständnis. Dies führte zu einer steigenden Verwirrung über die elementare Bedeutung des Begriffs der Nachhaltigkeit, da abweichende Definitionen existieren.[6] Die bekannteste ist jedoch die sogenannte Brundtland-Definition:„Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.“[7]Demnach steht die Berücksichtigung gegenwärtiger und zukünftiger Interessen im Zentrum der dieser Nachhaltigkeitsdefinition von 1987. Sie war das Ergebnis zweijähriger, weltweit stattfindender Konferenzen der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung zum Thema der Nachhaltigkeit, welche von der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland geleitet wurden. Die Zielsetzung dieser Konferenzen umfasste zum einen das einheitliche Begriffsverständnis sowie die Erstellung eines Leitbildes für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entscheidungen. Leider ist es aufgrund des hohen Abstraktionsniveaus der Definition kaum möglich konkrete Handlungsempfehlungen zu erstellen. Die Kernforderung beinhaltet jedoch die Intragenerationengerechtigkeit und Intergenerationengerechtigkeit. Die Intragenerationengerechtigkeit bezieht sich auf die Gerechtigkeit zwischen Ländern und Menschen innerhalb einer Generation und stellt somit eine Zeitpunktbetrachtung dar. Das heutige Verständnis der Definition beschränkt sich zunehmend auf die Intergenerationengerechtigkeit. Demnach soll es künftigen Generationen möglich sein, eine mit dem Status quo vergleichbare Ausgangssituation vorzufinden ohne durch die Lebensweise der vorherigen Generation in ihren Möglichkeiten eingeschränkt zu werden. Dieses Verständnis orientiert sich stark an der ursprünglichen Definition aus der Forstwirtschaft.[8]Sie wurde von Carlowitz im Jahr 1713 verfasst und zielte auf die Regulierung der Rodungsintensität von Wäldern auf jenes Volumen ab, welches nachhaltend auf natürliche Weise nachwächst.[9]