Nie wieder Glühwein - Wolfgang Burger - E-Book

Nie wieder Glühwein E-Book

Wolfgang Burger

4,3
0,99 €

Beschreibung

Ein Kurzgeschichtenkrimi von Wolfgang Burger um zwei Freunde, die zur Weihnachtszeit ihre Geldbeutel füllen wollen.
Es ist Weihnachten und die beiden Kumpel Jo und Fred haben mal wieder schneeballgroße Löcher in ihren Taschen. Zum Glück hat Jo einen Plan ausgeklügelt: Der Glühweinstand ihres Vertrauens macht so ein immenses Vermögen, da wird ja wohl auch für die beiden Saufkumpanen etwas abfallen – wenn man es nur richtig anstellt.

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Seitenzahl: 22

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Wolfgang Burger

Nie wieder Glühwein

Ein Weihnachtskrimi aus Karlsruhe

Knaur e-books

Inhaltsübersicht

Wolfgang Burger: Nie wieder GlühweinDas besondere Krimi-Glühweinrezept
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Wolfgang Burger Nie wieder Glühwein

Karlsruhe

Wie jetzt?« Fred saugte den letzten Schluck aus seiner Bierdose und sah Jonathan verdattert ins faltige Gesicht. »Ich versteh immer nur Glühwein!«

»Ja, wieso denn nicht, Herrgott noch mal?«, fragte Jonathan wütend zurück. »Was ist denn an Glühwein schlecht?«

Fred drehte die Dose auf den Kopf. Drei, vier Tropfen fielen noch heraus. Dann war sie endgültig leer. Ein trauriger Anblick. »Okay. Solang ich das Zeug nicht trinken muss.«

»Glühwein schmeckt gar nicht mal so schlecht«, fuhr Jonathan ihn an und leerte aus Solidarität auch seine Bierdose mit wenigen großen Schlucken. Dann zerquetschte er das Ding in der rechten Hand und pfefferte es irgendwohin ins Dunkle, wo es leise scheppernd aufschlug. »Während ich für den Coup recherchiert habe, habe ich nämlich das eine oder andere Glas getrunken, Blödmann.«

»Sag nicht immer ›Blödmann‹ zu mir!«

»Wieso nicht?« Jonathan wurde noch ein wenig größer und sah drohend auf seinen Kumpel herab, der mit trübem Blick und erbärmlich frierend neben ihm auf den Stufen zum Eingang der Stadtkirche saß.

Zu ihren Füßen breitete sich der große Karlsruher Weihnachtsmarkt aus. Jetzt, am letzten Freitagabend vor Weihnachten, war er natürlich voller Menschen. Ein endloses Geschiebe und Gedränge, abgerundet mit frommem Gedudel. Kinder mit leuchtenden Augen, abgekämpfte Frauen und griesgrämige Männer wogten hin und her. Es roch nach Bratwürsten und – Glühwein.

»Weil ich’s nicht mag, wenn du es sagst. Darum.«

»Blödmann, Blödmann, Blödmann. Es ist nämlich ein super Plan, sag ich dir! Glühwein ist voll der Bringer! Das ist ein Riesengeschäft vor Weihnachten!«

»Jo, ich sag’s nicht gern, aber ganz ehrlich: Deine Idee mit dem Glühweinstand ist der letzte Scheiß. Das geht doch wieder in die Hose. Genau wie die Sache mit der Zoohandlung, wo mich der Papagei gebissen hat, und wir können gottfroh sein, dass die Bullen uns ni…«

»Überhaupt nichts geht diesmal in die Hose. Ich habe mir das Ding wochenlang überlegt und recherchiert und ausgekundschaftet. Letzten Samstag, zum Beispiel, als du bei der Bullerei gewesen bist wegen der Geschichte mit der angeblich gefundenen Handtasche.«

»Jo, wir haben kein Bier mehr.«