Night Soul 4 - Shia - Kajsa Arnold - E-Book

Night Soul 4 - Shia E-Book

Kajsa Arnold

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Beschreibung

Dies ist der 4. Teil Night Soul Vampir Serie ... Die Krieger sind weiter auf der Suche nach dem geheimen Buch. Ihre Suche führt sie wieder in fremde Städte und Länder. Shia hat überlebt, doch er ist kein Krieger des Glaubens mehr, daher muss er als Vampir die Sonne meiden. Wird er sich für die richtige Seite entscheiden?

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Seitenzahl: 67

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Night Soul 4

Shia

Kajsa Arnold

Inhalt

Prolog

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Danksagung

Deutschsprachige Neuveröffentlichung

Ausgabe März 2018

Copyright © 2016, 2018 Kajsa Arnold

Alle Rechte vorbehalten

Nachdruck, auch auszugsweise,

nur mit Genehmigung

1. Auflage

Covergestaltung: Marie Wölk

www.wolkenart.com

Fotos: © prabradyphoto - Getty Images

© ThomasVogel - Getty Images

© ipopba - Getty Images

© g-stockstudio - Getty Images

Kajsa Arnold Edition

www.kajsa-arnold.de

Erstellt mit Vellum

Für Dich!

Ich wünschte, ich würde Dich kennen!

Prolog

Pierre, lauf nicht so weit weg!«

»Ich suche nur Muscheln, Lilou!«

»Wir müssen in einer halben Stunde aufbrechen. Es wird gleich dunkel und morgen früh musst du wieder zur Schule.«

»Ja, ich weiß«, murrte der kleine dunkelhaarige Junge und durchpflügte den feinen Sand mit seinen Füßen. Nicht weit von ihm entfernt gab es einen Felsvorsprung, darunter einen höhlenartigen Eingang, den man nur entdeckte, wenn man genau hinsah. Neugierig rannte Pierre darauf zu, um die kleine Höhle zu erkunden. Er war schon einige Male hier gewesen und wusste, dass die Flut die schönsten Muscheln genau dort hinterließ. Auch wenn es im Inneren der Höhle sehr dunkel war, gab es immer noch genug Licht, dass man zumindest die hellen Muscheln erkennen konnte. In der einen Hand trug er seinen kleinen Eimer, mit der anderen machte er fleißig Beute. Zu Hause würde er Zigarettenkisten bekleben, die er von seinem Großvater geschenkt bekam, und die immer so gut rochen, auch wenn er den Qualm, den die Zigarren verströmten, nicht mochte.

Als er aufblickte, sah er, wie sich etwas bewegte, und wich erschrocken zurück. Sofort erkannte er, was es war. Eine Hand! Eine Hand, deren Finger sich leicht bewegten. Angestrengt blickte er in die Dunkelheit und erkannte, dass zu der Hand ein ganzer Mann gehörte, der zusammengekrümmt im Sand lag und leise stöhnte.

»Lilou, vite, vite! Ich habe etwas gefunden!«, schrie er aufgebracht und rannte aus der Höhle.

»Vite, Lilou! Komm schnell, da liegt jemand!«

Vor Schreck ließ er seinen Eimer fallen, die gesammelten Muscheln waren vergessen.

Mit großen Schritten kam Lilou angerannt, um Pierre zu beruhigen.

»Was ist los, mein Schatz? Was hast du gefunden?«

»Dort in der kleinen Höhle liegt ein Mann. Er stöhnt, ich glaube, es geht ihm nicht gut.«

Hektisch schaute sich Lilou nach anderen Besuchern des Strandes um, doch alle waren bereits aufgebrochen, niemand war mehr zu sehen.

»Geh ein Stück zurück, Pierre. Ich schaue mir das mal an.«

Vorsichtig beugte sich Lilou herunter, kroch auf Knien in den niedrigen Eingang.

Trotz des wenigen Lichts sah sie ihn sofort. Ein Mann mit dunkler Kleidung, der im Sand lag und leise stöhnte, eigentlich eher wimmerte. Er musste Schmerzen haben.

»Allô! Monsieur, kann ich Ihnen helfen? Können Sie mich verstehen?«

Alles, was der Mann von sich geben konnte, war ein dunkles Brummen, das in ihren Ohren dem Knurren eines Tieres nahekam. Ihr erster Instinkt war, dass sie flüchten wollte, doch hier war jemand, der Hilfe benötigte, das sah man auf dem ersten Blick.

»Monsieur, ich werde Hilfe holen«, sagte Lilou und berührte sachte seine Hand. Erschrocken fuhr sie zusammen, als sie sich um ihre schloss und sanft zudrückte.

»Bitte, helfen Sie mir.«

»Ja, ich hole Hilfe«, bestätigte sie und wollte sich losmachen, doch der Griff um ihre Hand verstärkte sich.

»Nein, bitte. Niemanden holen. Bleiben Sie hier, helfen Sie mir!« Das Flüstern des Mannes war leise, aber sehr bestimmt.

»Ich habe einen kleinen Jungen dabei. Ich kann Ihnen nicht allein helfen.«

Lily schaute unsicher nach draußen, wo Pierre wartete.

»Schaffen Sie den Jungen weg und dann kommen Sie mich holen.«

Sie schluckte schwer und überlegte. »Haben Sie Schmerzen?«

»Nein, bitte, bringen Sie den Jungen weg und dann helfen Sie mir. Ich benötige nur etwas Hilfe beim Aufstehen. Bitte.«

»Pierre, pack deine Sachen zusammen, ich bringe dich zu deiner Mutter. Dann werde ich den Mann ins Krankenhaus bringen.«

Kapitel 1

Das Empire war gerappelt voll, die Gäste standen in Dreierreihen vor dem Tresen und die Barkeeper hatten alle Hände voll zu tun, die durstige Meute in Schach zu halten.

Madison starrte ihre Schwester an, die Bierflaschen im Sekundentakt köpfte und Longdrinks auf der Theke verteilte.

»Warum seid ihr alle hier?«, fragte Jessy und nickte zu der Traube von Kriegern, die in einer Ecke standen und sich unterhielten, was bei der Lautstärke wohl nur Vampiren mit ihrem feinen Gehör möglich war.

»Begleitschutz.«

»Für wen?«

»Für dich.«

Jessy hob eine Augenbraue. »Was soll das? Ich brauche keinen Begleitschutz, ich kann auf mich selbst aufpassen.«

Genervt schaute Madison zu ihrer Rechten, wo sich ein Typ auf dem Barhocker platziert hatte und ungeniert ihrem Gespräch lauschte.

»Können wir uns irgendwo in Ruhe unterhalten?«, fragte Madison genervt und drehte dem Fremden den Rücken zu.

»Klar, ich mache kurz Pause, lass uns nach draußen gehen.« Sie winkte Richtung Hinterausgang.

»Alles klar bei dir?« Rayhan war zur Bar geschlendert und legte besitzergreifend den Arm um Madisons Schultern.

»Natürlich«, grinste sie und küsste den großen Krieger auf den Mund. »Ich spreche draußen mit Jessy.«

Es hatte den Abend über geregnet, jetzt hatte es aufgehört, doch der Asphalt war immer noch nass und die Leuchtreklamen spiegelten sich in den Pfützen.

Als Madison vor die Hintertür trat, stand Jessy an die Wand gelehnt und rauchte. Sie blies den Rauch in die Luft und trat dann die Zigarette aus. »Also, Schwester, schön dich zu sehen.« Jessy zog sie in ihre Arme und drückte sie kurz, dann ließ sie Madison wieder los.

»Warum bist du damals aus dem Krankenhaus geflohen, ohne ein Wort?«, fragte Madison.

»Nenn es Angst. Ja, ich hatte tierische Angst. Mein Engelsdasein war aufgehoben worden, mein Körper hatte sich verändert. Ich dachte, ich wäre gestorben.« Jessy zuckte mit den Schultern.

»Das warst du. Ich konnte keine Herztätigkeit mehr erkennen. Du bist mir unter den Händen weggestorben und im nächsten Augenblick bist du verschwunden. Ich konnte es nicht fassen. Nie im Leben hätte ich daran geglaubt, dass du überlebt hast. Was ist nur passiert?«

»Vampire sind passiert. Sie sind über mich hergefallen, haben mein Blut genommen. Drei an der Zahl. Deshalb habe ich meinen Engelsstatus verloren und das haben sie mir gebüßt. Ich weiß nicht, wie du unter ihnen leben kannst! Sie sind unsere Feinde.«

»Dann bist du ja hier genau richtig.« Die tiefe männliche Stimme ließ die beiden Schwestern herumfahren.

»Channing! Hast du uns etwa belauscht?« Madison lächelte ihren Anführer an, warf sich danach in Rayhans Arme, der hinter den breiten Schultern von Channing auftauchte.

»Hey, Süße! Du hast mir einen Tanz versprochen.«

»Ich komme ja schon.« Madison drückte die Hand ihrer Schwester. »Sprich mit Channing, dann sehen wir weiter, okay?« Damit machte sie sich mit ihrem Gefährten auf den Weg in die Bar und ließ Jessy bei Channing zurück.

»Machst du das öfter, Frauen belauschen?«, fragte sie und lehnte sich an das Geländer der Treppe, die in den Keller führte.

Channing verschränkte die Arme vor der Brust und starrte sie an. Er trug eine feine dunkelgraue Anzughose, dazu ein schwarzes Hemd. Sein Blick war genauso düster wie seine Erscheinung.

»Du warst also auch ein Engel? Was ist dir genau passiert?«, fragte er und seine samtige Stimme schickte ganze Armeen von kleinen Nadelstichen über Jessys Haut.

»Du hast also doch gelauscht. Ich wüsste nicht, warum ich dir etwas aus meinem Leben erzählen sollte.«

Jessy zog es vor, lieber wieder das Gebäude zu betreten, doch Channing hinderte sie daran, indem er sie an den Oberarmen festhielt.

»Du bist eine von uns. Ich kann es riechen und spüren. Du wirst mit uns kommen.« Er zischte die Worte geradezu und kleine weiße Fangzähne lugten unter seiner Oberlippe hervor.

»Ich wüsste nicht warum! Ich gehöre zu niemandem. Ich bin mein eigener Herr. So war es und so wird es auch immer bleiben. Und du lässt mich jetzt los.« Sie spannte ihre Handflächen an, drückte sie gegen Channings Brust, doch nichts geschah.

Verblüfft versuchte sie es noch einmal, doch er stand immer noch breitbeinig vor ihr und hielt sie fest.