Nullnummern - Maria Beaumont - E-Book
Beschreibung

Ein perfekter Roman für alle werdenden Mütter oder Single-Frauen, die noch auf der Suche sind nach ihrem Mr Right! Den perfekten Mann aus den vielen Nullnummern herauszufischen war eine schwere Geburt, denkt Dayna, als die Abstände zwischen den Wehen immer kürzer werden und sie ihr bisheriges Liebesleben Revue passieren lässt. Wie viele Nieten hat sie dabei nicht schon gezogen: - Simon, der eine ungesunde Vorliebe für niedliche Plüschbären hegte und dessen Libido der eines Hasen auf Viagra ähnelt ... - Chris, der intelligente, sensible Lockenschopf, der eine glänzende Karriere als Rockstar vor sich sah (von wegen ...) - und Mark - nett zu Kätzchen und kleinen Kindern, fast perfekt, doch irgendwas schien er zu verbergen. Doch in jedem Los liegt bekanntlich auch die Chance auf einen Hauptgewinn ... Weitere Romane von Maria Beaumont: Extra Scha(r)f Marsha Mellow und ich Veni, Vidi, Gucci

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Seitenzahl:579

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Maria Beaumont

NULLNUMMERN

Roman

Aus dem Englischen von Claudia Geng

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Dieses Buch ist ein fiktionales Werk. Namen, Personen und Ereignisse

sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit realen Personen,

Ereignissen oder Schauplätzen sind rein zufällig.

© 2008 by Maria Beaumont

Titel der englischen Originalausgabe: »Rubbish boyfriends«

Originalverlag: HarperCollinsPublishers

Für die deutschsprachige Ausgabe:

© 2009 by Bastei Lübbe AG, Köln

Titelillustration: Gregor Schuster/getty-images

Umschlaggestaltung: Nadine Littig

Datenkonvertierung E-Book: Urban SatzKonzept, Düsseldorf

ISBN 978-3-8387-0033-5

Sie finden uns im Internet unter

www.luebbe.de

Bitte beachten Sie auch: www.lesejury.de

NULLNUMMERN

Da das Schreiben von Nullnummern der Autorin sehr viel Freude bereitet hat, liebäugelt sie mit einer Fortsetzung, vorausgesetzt, das Interesse der Leser ist vorhanden. Womöglich ist das der Anfang einer Romanserie? Nach Nullnummern käme dann vielleicht Nullnummern Teil 2: Die ungezogensten Kinder/ Nullnummern Teil 3: Die schlimmste Midlifecrisis/Nullnummern Teil 4: Die miesesten Altenheime. Momentan schreibt die Autorin an ihrem sechsten Roman und arbeitet nebenbei für das Fernsehen sowie für eine große Hollywood-Kinoproduktion, in der Brad Pitt und George Clooney, mit denen sie eng befreundet ist, die Hauptrollen spielen. Letzteres gehört übrigens in die Kategorie Nullnummern: Die infamsten Lügen …

Für weitere Informationen und exklusive Neuigkeiten über die Autorin besuchen Sie www.letstalkaboutme.com und www.authortracker.co.uk.

Danksagung

Ich wollte immer schon einmal sagen können: »Wenn Soundso die Firma verlässt, dann gehe ich auch.« Jetzt gibt es gleich zwei Soundsos: Grainne Fox bei Ed Victor und Maxine Hitchcock bei Avon Books. Mädels, ihr seid gewarnt. Solltet ihr jemals kündigen, werde ich mit euch gehen.

Ebenso ein Dankeschön an Caroline Ridding. Mir war immer klar, dass wir irgendwann zusammenarbeiten würden.

Ein riesiges Lob an den Hampstead Garden Beauty Salon für all die Anwendungen, denen ich mich zu, äh, Recherchezwecken freiwillig unterzog. Wirklich tolle Arbeit, Helen.

Und zum Schluss möchte ich Matt danken, der mir mit Engelsgeduld stundenlang erklärt hat, wie … gähn … ein Automotor funktioniert.

Für Holly. Hoffentlich gerät sie nie an den Falschen.

Und für Sam.

3cm

»Nein, Dayna, nicht!«, warnt die Hebamme. »Nicht pressen!Dafür ist es noch viel zu früh.« Was zum Henker weiß die schon? Sie sieht selbst noch aus wie ein Kind. Die hat von einer Geburt wahrscheinlich so viel Ahnung wie … Also schön, sie ist ausgebildete Hebamme. Und als solche bringt sie Babys zur Welt. Aber nur herumstehen und schlaue Ratschläge geben zählt nicht. Schließlich muss nicht sie das Kind gebären. Was, falls Sie es nicht ohnehin schon erraten haben, genau das ist, was ich just in diesem Moment mache.

Wenn ich sage, ich gebäre gerade, ist das wohl Wunschdenken, denn die halbwüchsige Hebamme zwischen meinen Beinen erklärt mir jetzt, dass mein Muttermund gerade einmal drei Zentimeter weit geöffnet ist und dass ich noch ganz am Anfang stehe.

Jeder kennt die Geschichten über Frauen, die 258 Stunden oder länger entbunden haben. Ich dachte bis jetzt immer, das wären eben Geschichten. Um das Ausmaß der körperlichen Qualen zu veranschaulichen. Im Sinne von: »Deine Augen sind richtig schlimm entzündet? Das ist noch gar nichts, meine sind total mit Eiter verklebt, die würde nicht einmal Stevie Wonder haben wollen.« Jetzt keimt in mir jedoch der Verdacht, dass diese Geschichten das Martyrium eher verharmlosen. Ich werde einfach das schreckliche Gefühl nicht los, dass die Wirklichkeit viel, viel schlimmer ist.

Es ist jetzt ein Uhr morgens. Seit drei Stunden liege ich nun im Kreißsaal. Die halbwüchsige Hebamme sagt, es könne sich noch eine Weile hinziehen. Was genau meint sie mit »eine Weile«? Eine genaue Zeitangabe werde ich sicher nicht von ihr hören. Nicht einmal eine ungefähre Zeitangabe – beispielsweise das Datum. Bis jetzt sind es also drei Stunden, und die Uhr läuft weiter.

»Versuchen Sie sich zu entspannen, Dayna«, schlägt die Halbwüchsige in besänftigendem Ton vor. »Sie wirken ein wenig verkrampft.«

»Nnnrrnngg«, lautet meine Antwort. Natürlich bin ich verkrampft. Ich habe Schmerzen, und ich stehe erst am Anfang. Fehlt nur noch der Vorschlag, eines der dämlichen Räucherstäbchen anzuzünden, die Emily unbedingt einpacken musste.

»Ich hab’s! Soll ich ein Räucherstäbchen anzünden?«, fragt Emily prompt.

»Auf keinen Fall«, presse ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

Emily schenkt mir ihr aufmunterndstes Lächeln. Sie hat noch nie entbunden und weiß daher nicht, was wahre Schmerzen sind. »Durchhalten, Dayna«, spricht sie mir Mut zu. »Du hältst dich großartig.«

»Arrggghhh!«, schreie ich auf.

Emily blickt mich ängstlich an, dann wendet sie sich besorgt an die Halbwüchsige. »Können Sie ihr nicht mehr Methadon geben?«, fragt sie in flehendem Ton.

»Ich habe nicht wegen den verdammten Wehen geschrien, sondern wegen meiner Hand. Emily, lass mich endlich los, um Himmels willen.« Ich versuche meine Hand zu befreien, aber sie steckt fest in Emilys Klammergriff. Seit zwei Stunden hält sie mitfühlend meine Hand – so mitfühlend wie ein Schraubstock. Bis jetzt war diese Schmerzverlagerung eine willkommene Ablenkung, aber in ihrer Sorge um mich hat Emily ihren Klammergriff nun verstärkt.

»Wir haben ihr Pethidin verabreicht, kein Methadon«, stellt die Halbwüchsige richtig, »und sie bekommt nichts mehr, weil sie schon die maximale Dosis bekommen hat.«

»Hören Sie, ich habe es mir anders überlegt wegen der PDA«, sage ich zu der Hebamme. »Ich will jetzt doch eine. Ganz sicher. Das stehe ich keine weiteren sieben Zentimeter durch. Das halte ich nicht aus.«

Die Halbwüchsige runzelt die Stirn. »Ich bin nicht sicher, ob das so kurzfristig möglich ist«, entgegnet sie. »Der Anästhesist hat alle Hände voll zu tun. Wir haben sieben Schwangere auf der Station, die alle auf ihre PDA warten.« Sie unterbricht sich kurz und wirft mir einen Sagen-Sie-nicht-ich-hätte-Sie-nicht-gewarnt-Blick zu. »Sie wissen ja, wir haben Sie zuvor auf die Möglichkeit einer Periduralanästhesie hingewiesen.« Ihr Blick wandert zu dem Tisch an der Wand, auf dem sich Kerzen und Räucherstäbchen und CDs mit Walgesängen türmen, alles Sachen, die Emily hier angeschleppt hat. »Aber Sie sagten – und ich glaube, der genaue Wortlaut war – ›Nein danke, das wird nicht nötig sein. Wir machen es lieber auf die natürliche Art.‹«

Diese klugscheißerische, wehenfreie Hebamme mit ihrem exakten Gedächtnis. Mag sein, dass dies der genaue Wortlaut war, aber er stammte nicht von mir, sondern von Emily. Und wenn ich genauer darüber nachdenke, wie kommt meine sogenannte beste Freundin eigentlich auf »wir«? Als würden wir beide hier liegen. Aber Emily muss keine qualvollen Schmerzen erdulden, damit ihr Muttermund sich einen weiteren popeligen Millimeter öffnet. Jetzt würde ich ihr am liebsten die Räucherstäbchen in den Arsch schieben, zusammen mit zwei dicken – brennenden – Duftkerzen mit Vanillearoma. Und wenn ich dann ihre Schmerzensschreie höre, weiß ich, dass man tatsächlich von einem »Wir«-Gefühl sprechen kann.

Überhaupt ist es Emilys Schuld, dass ich hier liege. Das Feuerwerk vor dem Gartencenter war schließlich ihre Idee. »Ich weiß, du bist nervös, dass die Wehen losgehen könnten, Dayna«, hatte sie gesagt. »Da ist doch Ablenkung bestimmt eine gute Idee.« Ha! Fünf Minuten ohrenbetäubendes Pfeifen, Knallen und Wiiiiiiiiiiiii reichten, um die Wehen auszulösen. Bloß zwei Wochen zu früh.

Und ohne den richtigen Geburtspartner, sprich: den Vater des Kindes.

Habe ich Kind gesagt? Sorry, ich meine eigentlich eine übergroße Wassermelone. Beziehungsweise eine ganze Kiste davon. Denn es ist sicher nicht so schmerzvoll, ein im Vergleich dazu winziges Baby zur Welt zu bringen.

Aber vielleicht hat Emily mir dadurch einen Riesengefallen erwiesen. Wenn dieses Ding in meinem Bauch weitere zwei Wochen hätte wachsen können, was für Schmerzen hätte ich dann erst erdulden müssen? Außerdem steht Emily mir wenigstens zur Seite, auch wenn sie unbedingt diesen ganzen Esoterikkram anschleppen musste, zusammen mit einer weiteren Tasche – dem Notproviant. (Fragen Sie lieber nicht nach dem Inhalt.) Theoretisch könnte Emily jetzt auch Tausende von Meilen entfernt sein, in Tokio, wo sie sich den Großteil meiner Schwangerschaft über aufgehalten hat. Sie hat dort Japanisch gelernt. Sie beherrscht einige wichtige Sätze wie zum Beispiel »Wie viel kostet diese Handtasche von D&G?« und »Haben Sie die auch in Braun?«

Vor drei Wochen ist sie aus Japan zurückgekehrt, und seitdem haben wir uns diesen Moment immer wieder in den schönsten Farben ausgemalt. Leider habe ich das ungute Gefühl, wir waren ein bisschen blauäugig. Zum Beispiel, was den Notproviant betrifft. Wieder eine Idee von Emily, wie der Esoterikkram. Der Notproviant besteht aus Müsliriegeln, Schokolade, Chips und ein bisschen Obst, »für deinen Energie-Input« und »gegen die Langeweile«. Glauben Sie mir, mir ist alles andere als langweilig. Es gibt auch noch eine dritte Tasche mit Toilettenutensilien, Schminke und Cremes, plus zweifacher Garderobe zum Wechseln. Wieder Emilys Idee. Was dachte sie denn, wo wir hinfahren? Zwei Wochen nach Barbados? Eher 258 Stunden in die Hölle – okay, bis jetzt sind es erst drei.

Aber ich kann Emily keinen Vorwurf machen. Die Einzige, die sich etwas vorzuwerfen hat, bin ich. Zumal ich neun Monate lang (minus zwei Wochen) Zeit hatte, mich vorzubereiten.

Ich kneife die Augen zusammen und balle die Hände zu Fäusten, als mich die nächste Wehe überrollt. O Gooott, tut das weh. Ich kann nicht glauben, dass ich erst drei Zentimeter geschafft habe. »Wird es noch schlimmer?«, wimmere ich, als der Schmerz endlich nachlässt.

Schweigen. Die Hebamme ist kurz aus dem Zimmer verschwunden, und Emily fällt als Antwort nur ein hilfloses Achselzucken ein. »Es könnte schlimmer sein«, meint sie schließlich. »Du könntest das auch ganz alleine durchstehen müssen.«

»Ich muss das ganz alleine durchstehen.«

»Ich bin doch da«, widerspricht sie, in leicht gekränktem Ton.

»Ich weiß, aber er nicht.«

»Schon gut, schon gut«, sagt Emily tröstend. Sie greift wieder nach meiner Hand, aber ich ziehe sie ruckartig weg. »Sieh es doch mal von der positiven Seite. Wenn ich nicht die ganze Zeit bei dir gewesen wäre, wäre das alles sicher nicht so gut organisiert abgelaufen. Immerhin war es meine Idee, schnell noch die drei Taschen zu packen. War doch eine gute Idee, oder?«

Und wie um ihre Klugheit zu beweisen, greift sie mit der Hand in die Provianttasche, holt zwei Müsliriegel heraus und bietet mir einen davon an. Ich schüttele den Kopf. Wie kann man in so einer Situation ans Essen denken? Außerdem bin ich schon kurz vor dem Platzen. Zwanzig Kilo habe ich in der Schwangerschaft zugelegt … Und wie viel davon wiegt das Baby? Das Gewicht von Säuglingen wird in Gramm angegeben, nicht in Kilo.

Oder?

»Nach allem, was wir zusammen durchgestanden haben, ist das doch der Hammer, nicht wahr?«, bemerkt Emily.

Sie redet schon wieder von wir, aber ich lasse es ihr durchgehen. »Wie meinst du das?«, frage ich.

»Na ja, ich bin diejenige, die bald heiratet, und du bekommst ein Kind. Dabei dachte ich immer, ich werde vor dir Mutter.«

Emilys Zukünftiger heißt Max, der Mann, dem Emily nach Japan gefolgt ist. Max’ Ziel war, in Tokio seine erste Million zu verdienen. Und Emilys Ziel war, sie wieder auszugeben. Nein, nein, ganz so ist es auch wieder nicht. Die beiden lieben sich von ganzem Herzen … Aber Emily wirft das Geld zum Fenster raus, als wäre sie Paris Hilton.

»Tut mir leid«, sage ich, und es klingt ironischer als beabsichtigt. »Das hättest du mir früher sagen sollen. Dann hätte ich mir mit dem Schwangerwerden Zeit gelassen.«

Emily lacht, aber dennoch frage ich mich, ob sie insgeheim nicht doch ein Problem damit hat. Wir sind seit vielen Jahren Freundinnen, und Emily hat immer alles zuerst gemacht. Sie konnte schwimmen, bevor ich es lernte. Sie hat sich als Erste die Augenbrauen gezupft. Hat als Erste mit dem Rauchen angefangen. Und es als Erste wieder aufgegeben. Außerdem hatte sie bereits sieben oder acht leidenschaftliche, ernsthafte, Bis-dass-der-Tod-uns-scheidet-Liebesbeziehungen, bevor ich meinen ersten Freund hatte.

Jetzt wünschte ich allerdings, ich hätte ihr auf dem letzten Gebiet nicht nachgeeifert. Hätte ich mich von Männern eine Weile lang ferngehalten – sagen wir, bis zu meinem fünfzigsten Lebensjahr –, dann würde ich jetzt nicht hier liegen und spüren, dass die nächste verdammte Wehe sich ankündigt.

Nr. 1

Simon. Die Nummer eins, jedenfalls chronologisch. Mein erster richtiger Freund, meine erste große Liebe. Natürlich hatte ich vor Simon was mit anderen Jungs gehabt, aber das waren nur harmlose Flirts gewesen. Ich hatte bis dahin nie eine dieser »Unglaublich, jetzt sind wir schon ein ganzes Jahr/einen ganzen Monat/ eine ganze Woche zusammen!«-Beziehungen gehabt.

Doch mit Simon war es was Ernstes. Er war der Mann, mit dem ich sicher ein Jubiläum (wie oft auch immer) feiern würde, der Mann, mit dem ich verreisen würde, der Mann, mit dem ich mein erstes Mal erleben würde. Es war Schicksal, verstehen Sie. Oder wie würden Sie das nennen, wenn die beiden einzigen siebzehnjährigen Jungfrauen in London aufeinandertreffen und es miteinander versuchen? Es war vorherbestimmt. Zumindest redete ich mir das damals ein.

Zuerst hielt ich Simon eine Zeit lang hin, allerdings nicht sehr lange. Ich kam nämlich zu der Erkenntnis, dass meine Jungfräulichkeit nicht für die Nachwelt aufbewahrt werden musste wie zum Beispiel mein *NSYNC-Poster mit den Originalunterschriften, eine echte Rarität.

Unser erstes Mal: eine wunderschöne, höchst spirituelle Erfahrung; der Duft von tausend Kerzen und einer Million Rosenblätter …

Halt, stopp. Ich fange nochmal von vorne an. Unser erstes Mal: ein Flop, offen gesagt.

Das war 1997. Simon wohnte damals noch bei seinen Eltern. Sie waren an dem Abend ausgegangen, und wir kamen ziemlich hektisch fast schon panisch zur Sache, weil wir nicht wussten, wie viel Zeit wir hatten, bevor seine Eltern wiederkamen. Die Hektik hätten wir uns sparen können. Was ich mir siebzehn Jahre und elf Monate lang bewahrt hatte, war in dreißig Sekunden futsch. In der einunddreißigsten Sekunde rollte Simon von mir herunter und machte stolz eine Siegerfaust.

Und ich? Ich war sprachlos.

Sprachlos im Sinne von: Wars das schon?

Die meisten meiner Freundinnen, Emily inbegriffen, hatten schon Jahre vor mir ihren ersten Sex. »Es ist unglaublich«, hatte mir Emily kurz nach ihrem ersten Mal erzählt. »Es fühlt sich so ähnlich an wie ein Bohrer in dir drin, und du spürst dieses superheftige Kribbeln im Unterleib, das über den ganzen Rücken bis zum Kopf hochwandert.« Ich nahm damals an, dass jeder sein erstes Mal anders empfindet. Zumindest hoffte ich das wenn es wirklich diesen Bohreffekt und dieses Ganzkörperkribbeln gab, wollte ich das auch haben.

Ich beschloss, mich bedeckt zu halten und so zu tun, als hätte ich wie Simon die höchste sexuelle Erfüllung erfahren, um nicht aufzufallen. Wahrscheinlich macht man so was, wenn man jung ist und keine Ahnung hat. Und wenn man so jung ist und überhaupt keine Ahnung hat wie ich damals, übersieht man gerne auch die Warnzeichen, nicht wahr?

Nach Abschluss der Schule beschlossen Emily und ich, ein Jahr Auszeit einzulegen. Ich weiß, die meisten nutzen diese Zeit für eine lebensverändernde Reise durch Südamerika, und danach beginnt man irgendetwas Wichtiges zu studieren. Emily und ich nahmen den Begriff »Auszeit« jedoch wörtlich und taten einfach ein Jahr lang nichts.

Ungeachtet aller Warnungen fiel ich in ein Loch. Und während ich darin hockte, lernte ich Simon kennen.

Wenn ich früher für einen Jungen geschwärmt hatte, setzte ich immer alles daran, ihn zu bekommen. Und wenn ich ihm dann so lange nachgestellt hatte manchmal über Monate hinweg , bis er schließlich auf mich aufmerksam wurde, war es das. Keinen Bock mehr. Das Aufregende an der Sache war anscheinend nur die Jagd.

Bei Simon war das anders. Mit seinen schwarzen Haaren und den leuchtend blauen Augen sah er aus wie ein italienischer Macho, allerdings ohne etwas Schmieriges an sich zu haben. Er war ein schöner Mann, definitiv, aber hinter der schönen Fassade steckte mehr. Das merkte ich spätestens, als ich ihn mithilfe meiner raffinierten psychologischen Gesprächsführung dazu brachte, mir ein Getränk auszugeben: Ich fragte ihn einfach direkt. Nach ein paar Dates war es um mich geschehen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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