Nur ein Tag - Martin Baltscheit - E-Book

Nur ein Tag E-Book

Martin Baltscheit

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Beschreibung

Du hast immer genug Zeit, um glücklich zu sein: Als Wildschwein und Fuchs unerwartet Zeugen werden, wie eine bezaubernde Eintagsfliege schlüpft, haben sie ein Problem: wer bringt ihr bloß bei, dass sie nur einen Tag zu leben hat? Kurzerhand behaupten sie, der Fuchs sei derjenige, der bald sterben müsse. Die hübsche Fliege hat gleich eine Idee und verkündet: Dann müsse eben das ganze Leben in einen Tag hinein, mitsamt dem großen Glück! Der Autor von "Nur ein Tag" Martin Baltscheit ist ein vielfach ausgezeichneter Autor des erfolgreichen Theaterstücks.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 61




»Steh auf! Es gibt Frühstück!«

Das Wildschwein hat den Tisch gedeckt. Zwei Teller auf einem abgesägten Baum, gleich am Ufer des Sees. Der See heißt bei Fuchs und Wildschwein auch gerne das Meer.

»Hier ist unser Meer!«

Das sagen sie nicht nur, weil es von allem genug hat: Fische, sauberes Wasser und ein Spiegelbild, sondern auch, weil es viel mehr ist, als sie brauchen. Das Leben am Meer ist ein Leben wie im Paradies. So war es schon immer und so soll es auch bleiben.

Die beiden haben sich auf ihre Klappstühle gesetzt, essen frische Trüffelpuffer, trinken Tee und starren ins Wasser. Es ist fast wie Angeln, nur angeln sie nicht. Der Fuchs und das Wildschwein warten. Sie warten schon sehr lange und gerade als wir beginnen, diese Geschichte zu erzählen, sagt das Wildschwein:

»Da! Gleich schlüpft sie.«

Und der Fuchs antwortet:

»Ja, und dann ist sie lebendig.«

»Und morgen ist sie tot.«

»Es ist ja so traurig.«

Das Wildschwein nimmt sich keinen zweiten Puffer. Es wendet sich ab und will gar nicht mehr hinsehen.

»Komm, wir gehen.«

Der Fuchs hat seinen Teller leergegessen und schielt auf die Reste vom Wildschwein.

»Warum sollen wir gehen?«

»Ich will sie nicht kennen lernen. Wenn ich sie kennen lerne und lieb gewinne …«

»… musst du weinen, wenn sie stirbt?«

Der Fuchs lächelt über seinen Freund und kratzt die Reste vom Teller. Er kennt das Gespräch. Sie führen es öfter. Ungefähr alle drei Jahre. Und wie immer an dieser Stelle, legt der Fuchs dem Wildschwein die Pfote auf die Schulter und sagt:

»Wer weint denn schon um eine Eintagsfliege?«

Und weil das Wildschwein schweigt, spricht der Fuchs aus, was schon immer wahr und richtig ist:

»Der Tod ist wie das Leben – unvermeidbar. Niemand weint über das Leben und deshalb sollte auch keiner über den Tod weinen.«

Damit ist alles gesagt.

Die Sonne hat die Wipfel der Bäume erreicht und beginnt den Morgennebel zu trinken. Der neue Tag sieht zwei Freunde auf Klappstühlen, die auf ihr Meer blicken, als würde sich dort ein großes Geheimnis verstecken. Und das tut es ja auch.

Das Geheimnis kommt an Land. Eine Larve, erschöpft und unbesiegt, sucht einen starken Halm und klettert hinauf. Oben an der Spitze klammert sie sich fest, trocknet an der Luft und wird in den nächsten Minuten ihren Mantel ausziehen. Fuchs und Wildschwein sind gefesselt von den großen Augen des kleinen Wunders. Lautlos kauen sie auf Pufferresten und staunen über die Geduld des winzigen Tieres und dann dauert es nicht lange und sie erkennen, was es ist: Eine schält sich da aus dem Larvenkostüm und breitet Stück für Stück die Flügel aus. Ihr rundes Gesicht dreht sich nach rechts und links, die Fliege strubbelt ihre grünen Haare durch und wirft einen kurzen Blick ins Wasser, nur um zu sehen, wie hübsch sie geworden ist. Sehr hübsch ist sie geworden! Fuchs und Wildschein können das bezeugen:

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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