Nutzerakzeptanz personalisierter Werbung im Web 2.0 - Henriette Smalla - E-Book

Nutzerakzeptanz personalisierter Werbung im Web 2.0 E-Book

Henriette Smalla

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media, Note: 1,3, Hochschule Fresenius; Köln, Veranstaltung: Medienwirtschaft, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Internet bietet für zahlreiche Unternehmen die Möglichkeit mit Hilfe von persönlichen Daten ihre Zielgruppen zu bewerben. Um Streuverluste der herkömmlichen Massenkommunikation zu vermeiden, wird durch die Verwendung von Target-Methoden personalisierte Werbung direkt an den Rezipienten versendet. Die vorliegende Diplomarbeit zeigt die Vorteile von Targeting für Portalbetreiber, Werbetreibende und Rezipienten auf. Eine empirische Studie an N =210 Nutzern des Networking-Portals StudiVZ zeigt, welche Positionen die Mitglieder gegenüber personalisierter Werbung und der Verwendung ihrer Profildaten einnehmen. Die Untersuchung identifiziert ein Spannungsverhältnis zwischen Tageting und dem Datenschutz der Nutzer und bietet hierzu Lösungsansätze an.

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Veröffentlichungsjahr: 2009

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Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Problemstellung.
1.2 Ziel und Methodik der Arbeit
2 Web 2.0.
2.1 Web 2.0 vs. Web 1.0.
2.2 Prinzipien des Web 2.0
2.3 Soziale Netzwerke (real und virtuell)
2.4 Social Networks (Definition, Abgrenzung, Beispiele)
2.4.1 Netzwerkeffekte und Kritische-Masse-Phänomen
2.4.2 Selbstdarstellung im Netz.
3 Online-Werbung.
3.1 Determinanten der Online-Werbung
3.2 Werbeformen im Internet
3.3 Defizite ungerichteter Massenkommunikation im Internet
3.4 Bedeutung und Möglichkeiten der Personalisierung im Internet
3.4.1 Marktsegmentierung und ihre Bedeutung für die Personalisierung von
3.4.1.2 Datenschutzaspekte auf Basis informationeller Selbstbestimmung
3.4.1.3 Marktbearbeitung durch die Methoden des Targetings
3.4.2 Relevanz von Social Networks als Werbeplattform
3.4.3 StudiVZ
3.4.3.1 Das Konzept.
3.4.3.2 Aktuelle Entwicklungen und externe Rahmenbedingungen
4 Zwischenfazit
5 Methodische Vorgehensweise der empirischen Studie.
5.1 Zielsetzung und Forschungsfragen
5.2 Auswahl und Darstellung der Erhebungsmethode
5.3 Organisation und Durchführung der Studie
5.4 Aufbereitung der Daten
6.1.3 Mitgliedsspezifische Faktoren der StudiVZ-Nutzung
6.3.2 Akzeptanz personalisierter Werbung und Gegenmaßnahmen.
7 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse.
7.1 Mitgliederprofil
7.2 Netzwerkeffekt (Forschungsfrage 1)
7.3 „Strength of Weak Ties“ und soziales Kapital (Forschungsfrage 2)
7.4 Gebührenaspekt (Forschungsfrage 1)
7.5 Bedeutung der Selbstdarstellung (Forschungsfrage 2)
7.6 Anonymitätsaspekt (Forschungsfrage 3)
7.7 Privatsphäre und Datenschutz (Forschungsfrage 3)
7.8 Online-Werbung in Social Networks (Forschungsfrage 4)
7.9 Personalisierte Online-Werbung (Forschungsfrage 5)
8 Fazit und Ausblick

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Nutzerakzeptanz personalisierter Werbung im Web 2.0.

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Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Tab. 8: Ergebnis des T-Tests für unabhängige Stichproben mit der Testvariable „Angst vor Missbrauch meiner Daten“ und der Gruppenvariable

„Geschlecht“ (n=210) .................................................................................... 71 Tab. 9: Verteilung der Stichprobe nach Dauer der Internetnutzung (n=210) ............. 71 Tab. 10: Verteilung der Stichprobe nach der Nutzungsfrequenz des StudiVZ

(n=210; weiblich =111, männlich=99)............................................................ 73 Tab. 11: Verteilung der Stichprobe nach der Verweildauer im StudiVZ

(n=210; weiblich =111, männlich=99)............................................................ 73 Tab. 12: Gegenüberstellung der Anzahl bestätigter Kontakte und

Freundschaftsbeziehungen (n=210)............................................................. 73 Tab. 13: Anzahl an Gruppenmitgliedschaften und genutzte Gruppen für den

Informationsbezug (n=210) .......................................................................... 74 Tab. 14: Ergebnis des T-Tests für unabhängige Stichproben mit der Testvariable „Spezielle Angebotswerbung“ und der Gruppenvariable „Geschlecht“

(n=210) ........................................................................................................ 77 Tab. 15: Informationsbezug über die Neuerungen im StudiVZ

(Angaben in %; n=210) ................................................................................ 78 Tab. 16: Ergebnisse der Mittelwertevergleiche der Variablen „Unsicherheit über Veränderungen“ und „Informationen aus Nachrichten/Mundpropaganda“

(n=210) ......................................................................................................... 79 Tab. 17: Ergebnisse der Korrelationsrechnung nach Pearson .................................... 80 Tab. 18: Lauterkeit der Namenskennung und Profilangaben

(Angaben in %; n=210) ................................................................................. 81 Tab. 19: Ergebnis des Chi-Quadrat-Tests für die Variablen „Informiert/keine Sperrung“ und „Geschlecht“ (n=210)............................................................. 83 Tab. 20: Ergebnis des T-Tests für unabhängige Stichproben mit der Testvariable „Nach Bekanntgabe personalisierter Werbung Profilangaben entfernt“ und der Gruppenvariable „Datenweitergabe an Dritte“ (n=210) ........................... 84 Tab. 21: Ergebnisse der Korrelationsrechnung nach Pearson (n=210) ....................... 85 Tab. 22: Ergebnisse der Korrelationsrechnung nach Pearson (n=210) ....................... 86 Tab. 23: Ergebnisse der Korrelationsrechnung nach Pearson (n=210) ....................... 87

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Abkürzungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abb. Abbildung Abs. Absatz AG Aktiengesellschaft AGB Allgemeine Geschäftsbedingungen AGOF Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. AOL America Online Aufl. Auflage BFDI Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit BDSG Bundesdatenschutzgesetz BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. BVDW Bundesverband Digitale Wirtschaft bzw. beziehungsweise CEO Chief Executive Officer CRM Customer Relationship Management CSCM Forschungsgruppe Kooperationssysteme München Diss. Dissertation ECIN Electronic Commerce Info Net EIAA European Interactive Advertising Association et al. et alii e.V. eingetragener Verein FoeBuD Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs df Freiheitsgrade DSL Digital Subscriber Line EU Europa f. folgende ff. fortfolgende GfK Gesellschaft für Konsumforschung e.V. GG Grundgesetz GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung Hrsg. Herausgeber HTML Hypertext Markup Language IP Internet Protocol ISDN Integrated Services Digital Network

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Abkürzungsverzeichnis

IVW Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. Jg. Jahrgang IT Informationstechnik Min. Minuten Mio. Millionen n Anzahl der Stichproben-Teilnehmer Nr. Nummer NYT New York Times OVK Onlinevermarkterkreis p Irrtumswahrscheinlichkeit PC Personal Computer PI Page Impression PWC PricehousewaterCoopers r Korrelationskoeffizient RSS Really Simple Syndication S. Seite SD Standardabweichung SMS Short Message Service StudiVZ Studentenverzeichnis t Prüfmaß für den T-Test Tab. Tabelle TKP Tausender-Kontakt-Preis TMG Telemediengesetz TV Television u.a. und andere VDZ Verband deutscher Zeitschriftenverleger e.V. vgl. vergleiche vs. versus Web World Wide Web WWW World Wide Web z.B. zum Beispiel % Prozent

§ Paragraph

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1 Einleitung

1 Einleitung

Das Internet durchlebte in den letzten zehn Jahren zweifelsohne bedeutende Veränderungen sowohl in technologischer und inhaltlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf das Umfeld. Durch die zunehmende Verbreitung wurde das Massenmedium1vor allem für die Werbeindustrie interessanter. Dabei ist eine der großen Stärken, die durch die technologischen Entwicklungen des World Wide Web erzeugt wurde, die Reduzierung von Streuverlusten in der Online-Werbung. Mithilfe sogenannter Targeting-Methoden ist es möglich, exakt definierte Zielgruppen bzw. Zielpersonen mit der für sie relevanten Werbung zu erreichen. Somit erlaubt die Technik eine Individualkommunikation2im Massenpublikum. Voraussetzung der personalisierten Ansprache von Nutzern ist die Erfassung personenbezogener Daten. Diese gestatten die Erstellung eines umfassenden Präferenzprofils, anhand dessen geeignete Werbung für die Zielpersonen ausgewählt werden kann. Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich in den folgenden Kapiteln mit den Rahmenbedingungen der personalisierten Werbung. Sie beleuchtet die technologischen Entwicklungen des Internets als Voraussetzung und Triebmittel für die Verbreitung persönlicher Daten, im Speziellen bedingt durch die Bildung virtueller Netzwerke.

Betrachtet man die weltweite Internetnutzung im Allgemeinen, so lässt sich feststellen, dass die Verbreitung des Internets in den letzten Jahren permanent gestiegen ist.3Gemäß einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom zählen 2007 1,23 Milliarden Menschen zu den Internet-Verwendern. Im Jahr 2002 waren im Vergleich dazu lediglich rund 600 Millionen Personen im Netz aktiv. Damit hat sich die Zahl in den letzten fünf Jahren folglich verdoppelt. Fast jeder fünfte Mensch ist heutzutage online. Laut Bitkom wird die Zahl der Internetnutzer bis 2010 auf 1,5 Milliarden ansteigen. Auch in der Bundesrepublik ist dieser Trend zu beobachten.4Die Internetnutzung überschreitet deutschlandweit erstmalig die 40-Millionen-Grenze. Die Studie internet facts 2007-IV der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung e.V. (AGOF) zeigt auf, dass 41,32 Millionen Deutsche ab 14 Jahren das Internet nutzen. Dies entspricht 63,7 Prozent der deutschen Bevölkerung. Das Web gehört hierzulande schon längst zum Alltag und ist aus diesem nicht mehr wegzudenken.5

Hintergrund solcher Entwicklungen sind, unter anderem, die seit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes 1989 rückläufigen Kosten für den Internetgebrauch.

1Vgl. Kroeber-Riel; Weinberg [2002], S. 588.

2Vgl. Schweiger; Schrattenecker [2001], S. 8 f.

3Vgl. hier und im Folgenden: Bitkom [EITO], http://www.bitkom.org.

4Vgl. hier und im Folgenden: AGOF [Basisdaten Teil 1], http://www.agof.de, S. 5.

5Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland [2007], http://www.destatis.de.

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1.1 Einführung in die Problemstellung

Die Preise haben sich im Durchschnitt seit dem Jahr 2000 nahezu halbiert.6Darüber hinaus kommt auch den neuen Breitbandanschlüssen bei der Nutzungszunahme Bedeutung zu. Analoge Modemzugänge oder ISDN konnten durch schnellere DSL-Verfahren substituiert werden. Bereits 40 Prozent der deutschen Haushalte gehen heute über einen Breitbandzugang ins Netz.7Erst die sinkenden Preise für die Nutzung und die schnelleren Internetanschlüsse ermöglichten es, dass das Web von einer großen Masse erschlossen wurde. Den Usern erlauben solche Bedingungen, immer mehr Zeit im Internet zu verbringen. Waren es 1997 noch 76 Minuten, sind es 2007 schon 118 Minuten tägliche Verweildauer im Netz.8

Diese Entwicklungen ziehen einen weiteren Trend mit sich, der insbesondere für die Werbeindustrie von Bedeutung ist. Gemäß den Erhebungen der AGOF verwenden 96,7 Prozent der Internetnutzer das Netz als Informationsquelle für Produktinformationen.9Dabei haben 79,7 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten Produkte im Internet gekauft.10Die zentrale Rolle, die das World Wide Web in der Bevölkerung und insbesondere im Hinblick auf den Entscheidungs- und Kaufprozess, inzwischen einnimmt11, macht das Internet für die Werbeindustrie zu einem höchst gefragten Medium. Dies verdeutlicht ebenfalls die Werbestatistik des Online-Vermarkter-Kreises im Bun-desverband Digitale Wirtschaft (OVK). Rund 2,9 Milliarden Euro wurden von der Werbewirtschaft im Jahr 2007 in Online-Werbung investiert.12Dabei sei das Potenzial des Online-Werbemarktes laut Ludger Wibbelt, Geschäftsführer der Nielsen Media Research GmbH, noch längst nicht ausgeschöpft.13

1.1 Einführung in die Problemstellung

Die erweiterten Internettechnologien sowie die Verbreitung des Webs führen zu zahlreichen neuen Anwendungen und zu Veränderungen in der Internetnutzung für den User. War dieser in früheren Zeiten bloßer Informationskonsument, kann er sich heutzutage aktiv beteiligen und eigene Inhalte einer Weltöffentlichkeit zugänglich machen. Das Web wandelt sich zunehmend zum „Mitmach-Netz“14, bedingt durch benutzer-freundliche Softwarelösungen.

Ein Schlagwort, welches in diesem Zusammenhang regelmäßig fällt, ist das des „Web 2.0“. Dieser Begriff wird gemeinhin zusammenfassend für die aktuellen Entwicklungen

6Vgl. Bitkom [2007], http://www.bikom.org.

7Vgl. Bitkom [2007], http://www.bikom.org.

8Vgl. Eimeren; Frees [Internetnutzung], S. 375.

9Vgl. AGOF [Basisdaten Teil 1], http://www.agof.de, S. 25.

10Vgl. AGOF [Basisdaten Teil 1], http://www.agof.de, S. 28.

11Vgl. OVK [2008], http://www.ovk.de, S. 24.

12Vgl. OVK [2008], http://www.ovk.de, S. 4.

13Vgl. Wibbelt, zitiert nach Nielsen Media Research [2007], http://nielsen-media.de.

14Gscheidle; Fisch [Onliner], S. 393.

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1.1 Einführung in die Problemstellung

des World Wide Web verwendet. Die Zunahme der internetnutzenden Bevölkerung und die Möglichkeit der Partizipation der User im Web 2.0 bedingt, unter anderem, das Entstehen sogenannter „Social Networking Plattformen“15. Das Wesen dieser Kontakt- und Beziehungsnetzwerke gründet sich auf den nutzergenerierten Inhalten ihrer Mitglieder. Sorgte in den 80er-Jahren die Volkszählung und die damit einhergehende Erfassung personenbezogener Daten in der Bundesrepublik noch für deutschlandweiten Aufruhr16, zeichnet sich heute ein genauer Gegentrend ab. Die Deutschen machen ihr Leben zunehmend öffentlich.17Bereits jeder Fünfte stellt private Informationen, etwa in Form von Profilen, ins Netz, wobei 10 Prozent der Deutschen über eine Internet-Präsenz in Social Networks verfügen. Dabei sind Online-Communities gerade bei Schülern und Studenten beliebt und werden von 45 Prozent dieser Gruppe zur Eigendarstellung genutzt.

Die nutzergenerierten Inhalte in solchen Netzwerken besitzen insbesondere für die Werbeindustrie Attraktivität. Sie können Aufschluss über soziodemographische Daten und psychographische Angaben, wie etwa Interessen oder Vorlieben, geben. Anhand der Informationen ist es möglich, Präferenzprofile der Mitglieder zu erstellen und diese für die Werbeansprache zu verwenden. Dieses Potenzial hat die Werbeindustrie bereits erkannt. Weltweit wurden 1,2 Millionen Dollar in Social Network-Werbung investiert, wobei nach Schätzungen des Marktforschungsinstitutes Emarketer mit einer Verdreifachung dieser Zahl bis 2011 gerechnet werden kann.18Diesen Trend schöpfen immer mehr soziale Netzwerke, wie etwa das deutsche Studentenportal StudiVZ, aus, indem sie die persönlichen Angaben ihrer Mitglieder für die Verteilung personalisierter Werbung einsetzen und somit ihre Plattformen kommerziell vermarkten.

Welche Wirkungen eine solche Monetarisierung des nutzergenerierten Contents auf die Nutzer hat, ist weitestgehend unerforscht. Die vorliegende Arbeit wird sich in den nachfolgenden Kapiteln aus diesem Grund mit folgenden Forschungsfragen beschäftigen:

•Was bringt Nutzer dazu, freiwillig persönliche Informationen im Web preiszugeben?

•Welche Möglichkeiten bieten Targeting-Formen für die Nutzeransprache?

•Welches Potenzial bergen Social Communities für die Werbeindustrie?

15Die BegrifflichkeitSocial Networking-Plattformenwird hier und im Folgenden synonym verwendet für

Social Networks, Social Networking-Dienste, Social Networking-Anwendungen und Social Networking-

Services.

16Vgl. Merati-Kashani [2007], S. 29.

17Vgl. hier und im Folgenden: Bitkom [forsa], http://www.bikom.org.

18Vgl. Emarketer [2007], http://emarketer.com.

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1.2 Ziel und Methodik der Arbeit

•Wie stehen die Nutzer personalisierter Werbung und der Verwendung ihrer Daten gegenüber?

•Welche Reaktionen auf personalisierte Werbung sind auf lange Sicht von den Mitgliedern solcher Communities zu erwarten?

1.2 Ziel und Methodik der Arbeit

Wie bereits erläutert, zeichnet sich durch die Möglichkeiten des Internets ein neuer Trend in der Werbeansprache ab. Der Einsatz von Targeting-Methoden in Social Net-working Plattformen hat dabei sowohl Auswirkungen auf die Nutzer als auch auf die Community-Betreiber.

Aufgrund der relativ jungen Werbeart existieren noch große Forschungslücken in diesem Bereich. Ziel der Arbeit ist es, aufbauend auf den theoretischen Erkenntnissen der personalisierten Werbung und deren Rahmenbedingungen, die Nutzerakzeptanz der Mitglieder in Social Networks gegenüber personalisierter Werbung mittels einer empirischen Studie zu erfassen. Dabei soll sich der Begriff der Nutzerakzeptanz in dieser Abhandlung nicht auf die enge Definition der Bereitschaft, diese Werbeart zu tolerieren, beschränken, sondern schließt darüber hinaus die Erfassung derWirkungenbzw.Auswirkungendes Targetings auf die Mitglieder mit ein. Auf die Wirkungseffizienz einzelner Werbemittel und -träger wird verzichtet. Gleichermaßen sollen technologische Aspekte im theoretischen Teil nur am Rande, und soweit zum Verständnis des Unter-suchungsgegenstandes notwendig, erläutert werden. Anhand der theoretischen Erkenntnisse und der empirischen Ergebnisse sollen abschließend, hinsichtlich der Gestaltung solcher personalisierter Werbeauslieferung, Handlungsempfehlungen für die Community-Betreiber ausgesprochen werden.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in 8 Kapitel. Im Anschluss an das1. Kapitel,welches die Einführung in das Thema bildet, wird inKapitel 2unter dem Schlagwort „Web 2.0“ auf die wichtigsten Neuerungen des Internets eingegangen. Diese bilden die Grundlage und Voraussetzung für das Entstehen und den Aufbau von Social Networ-king-Plattformen, deren Themenumfeld im selben Abschnitt näher beleuchtet wird. Anschließend werden die Triebkräfte für das zunehmende Wachstum der Communities (Netzwerkeffekte) und für die ansteigende Datenfülle (Selbstexhibitionismus) aufgeführt. Das3. Kapitelist dem Werbemedium „Internet“ gewidmet und präsentiert in einem ersten Schritt die Charakteristiken der Online-Werbung, um nachfolgend auf die Defizite der ungerichteten Massenkommunikation näher einzugehen. Darauf aufbauend erfolgt die Darstellung der personalisierten Werbeauslieferung als Perspektive, die Mängel der klassischen Werbeansprache zu kompensieren. Ein wichtiger Aspekt bildet

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1.2 Ziel und Methodik der Arbeit

die Datenerfassung als wesentliche Voraussetzung für eine individuelle Werbekommunikation und wird, ergänzt durch die damit zusammenhängende Datenschutzproblematik, ebenfalls in Kapitel 3 erörtert. Es schließt die Darstellung der verschiedenen Targeting-Methoden an. Der letzte Teil dieses Kapitels ermöglicht den wesentlichen Brückenschlag zu den Networking-Plattformen, indem dieser auf die Relevanz der Communities als Werbeplattform näher fokussiert. Die Vorstellung der Studentenplattform StudiVZ, welche als Unternehmensbeispiel dient, beendet dieses Kapitel. Das4. Kapitelbildet das Zwischenfazit, in welchem aufbauend auf den theoretischen Ergebnissen die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst werden, um nachfolgend inKapitel 5die empirische Studie zu beginnen. Auf Basis der Ergebnispräsentation sollen die Resultate anschließend interpretiert und diskutiert werden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und dem Ausblick in Kapitel 8.

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2 Web 2.0

2 Web 2.0

Web 2.0. Ein Schlagwort, welches das Einläuten eines neuen Internetzeitalters betitelt und für viele Internet-User bereits zum Alltag gehört. Laut ARD/ZDF-Online-Studie 2006 nutzen rund 12 Prozent der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland einmal pro Woche oder öfter eine Web 2.0-Anwendung.19Einen vergleichbar großen Anteil repräsentiert darunter die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen mit 49 Prozent.

Der Gebrauch eines Web 2.0-Dienstes vollzieht sich jedoch weitestgehend unbewusst, wie aus den Ergebnissen des Marktforschungsinstitut Academic Data im Auftrag der PR-Agentur ZPR hervorgeht. Nur etwa 6 Prozent der befragten 16- bis 65-Jährigen geben an, den Begriff „Web 2.0“ zu kennen oder zu wissen, was sich dahinter verbirgt.20Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG mit einer Umfrage von 501 ausgewählten Haushalten in Deutschland. Nur 15 Prozent der Befragten können gemäß der Umfrage den Ausdruck „Web 2.0“ einordnen und repräsentieren mit diesem Wissen somit eine Minderheit.21

Der Grund für solche Bilanzen lässt sich auf die unscharfe Markierung bzw. Eingrenzung des Begriffes zurückführen. Eine genaue, allgemein akzeptierte Definition des Web 2.0 existiert nicht. Der Wortgebrauch steht für alles, was sich im Netz und um das Netz herum in den letzen Jahren entwickelt hat. Dazu zählen neben technologischen und wirtschaftlichen Aspekten auch soziale Phänomene, auf die im folgenden Verlauf noch weiter eingegangen wird. Um die Begrifflichkeit näher zu erläutern und verständlich zu gestalten, wird nachfolgend zunächst die Entstehung dieses Schlagwortes dokumentiert. Darauf aufbauend soll im Anschluss eine Gegenüberstellung der dem „alten“ Web zugrunde liegenden Charakteristika dienen, die Neuerungen des Web 2.0 zu spezifizieren. Es folgen abschließend die Erläuterungen der vielfach zitierten Web 2.0-Prinzipien des Wortschöpfers Tim O`Reilly, Gründer und Inhaber des Computerbuchverlages O`Reilly Media.

2.1 Web 2.0 vs. Web 1.0

Der Begriff „Web 2.0“ entstand 2004 in einer Brainstorming-Sitzung zwischen dem Veranstaltungsunternehmen MediaLive International22und dem Computerbuchverlag O´Reilly Media im Zuge der Namensfindung einer gemeinsam geplanten Konferenz

19Vgl. hier und im Folgenden: Haas et al. [Web 2.0], S. 215.

20Vgl. ZPR [Web 2.0], http://www.z-pr.de.

21Vgl. PWC [2007], http://www.pwc.de.

22Heute: CMP Technology.

Page 14

2.1 Web 2.0 vs. Web 1.0

über die konstitutiven Entwicklungen des World Wide Web.23Hintergrund dieses initiierten Kongresses waren die beobachtbaren neuen Geschäftsmodelle und Angebote der Internetfirmen, die sich nach dem Platzen der „Dotcom-Blase“242001 etablierten. Um die Neuerungen unter einem Schlagwort zusammenzufassen, diente die Anlehnung an die Praxis der Vergabe von Softwareversionen.25Die Verwendung von Versionsnummern impliziert im Allgemeinen Veränderung. So wurde dem „neuen“ Web dementsprechend lediglich eine höhere Nummer zugeteilt. Die Grenzen zwischen dem „alten“ Web und dem Web 2.0 sind jedoch nicht so klar gezogen wie dies etwa durch die Wahl der Bezeichnung suggeriert wird, sondern gestalten sich in vielerlei Hinsicht eher fließend.26Um die Evolution, die das Internet seither durchlebt hat, fassen zu können, soll im Folgenden ein Vergleich des „alten“ Web, dem Web 1.0, der Verständlichkeit dienen.

Grundlegende Voraussetzung, die den Weg für das Web 2.0 ebnete, ist das im ersten Kapitel bereits erwähnte veränderte Internetumfeld. Durch die Entwicklungen in der Zunahme von Zugangsgeschwindigkeiten und deren schnellen Diffusion in der Bevölkerung wurden multimediale Anwendungen, die auf der Übertragung von großen Datenmengen aufbauen, überhaupt erst möglich. Daneben tragen ferner die gefallenen Kosten für die Internetnutzung dazu bei, dass der Umstieg auf derartige schnellere Verbindungen erleichtert wird. Die erodierenden Preise führen zu einem vermehrten Wechsel auf Pauschaltarife (Flatrate), welche die Erschließung durch die breite Masse und die Beschäftigung mit dem Internet zusätzlich antreiben.27

Diese Bedingungen bedurften viele der unter dem Web 1.0 nicht tragfähigen Geschäftsmodelle. Die Version 1.0 konnte somit nicht einwandfrei laufen, da die „System-anforderungen“, sprich die technischen Möglichkeiten und die Benutzerzahl, dieser Version nicht erfüllt waren.28Darüber hinaus trägt ebenfalls die Standardisierung auf einen einheitlichen Browser zur Entwicklung des Web 2.0 bei.29Der Fortschritt neuer Anwendungen gestaltete sich zuvor noch recht schwierig, da die Softwarefirmen versuchten, den Markt über Softwarestandards zu kontrollieren.30Um den Verkauf eigener Anwendungen anzutreiben, war die Durchsetzung des eigenen Browsers31notwendig, und es entbrannte ein heißer Kampf um eine dominierende Marktstellung. Der Brow-

23Vgl.hier und im Folgenden: O`Reilly [2005], http://www.oreilly.de.

24„Unter der Dotcom-Blase versteht man die Konzentration von Dotcom-Unternehmen mit Kapital aber

ohne Konzept, die anschließend zur Übersättigung und einer Krise der Internet-Wirtschaft führten.“

Friedmann [2007], S. 25.

25Vgl. hier und im Folgenden: Alby [2008], S. 17 f.

26Vgl. Hein [2007], S. 10.

27Vgl. Gscheidle; Fisch [Onliner] S. 394.

28Vgl. Alby [2008], S. 2.

29Vgl. Alby [2008], S. 2.

30Vgl. hier und im Folgenden: O`Reilly [2005], http://www.oreilly.de.