Verlag: epubli Kategorie: Erotika Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2018

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Sicherung: Wasserzeichen

E-Book-Beschreibung Nymphomaninnen - Thomas Neukum

Sinnlich und abwechslungsreich versuchen die Nymphomaninnen in diesem Erzählband auf ihre Kosten zu kommen. Ob sie jüngere oder reifere, deutsche oder südländische Männer verführen, so haben doch alle ihre liebe Mühe, standzuhalten. Ein psychologisch angehauchtes Erotikon für beide Geschlechter - schamlos, gesellschaftskritisch und mit einer Prise Ironie gewürzt.

Meinungen über das E-Book Nymphomaninnen - Thomas Neukum

E-Book-Leseprobe Nymphomaninnen - Thomas Neukum

Nymphomaninnen

TitelInhaltVorbemerkungPenelopeLetiziaSelenaAlissaRachelMarlaCamilleJessy

Thomas Neukum

Nymphomaninnen

Eine Sammlung aus überarbeiteten Erzählungen. Erstauflage © 2018

Inhalt

Penelope

Asche auf die Apfelsinen

Letizia

Die schönen Untergefieder der Elster

Selena

Schneeflamme am süßen Arsch der Welt

Alissa

Wetter weiblich bis wechselhaft

Rachel

Nymphoman bis zur Schwanzerweichung

Marla

Die Schickse aus dem schäbigen Viertel

Camille

Eine kleine Frauenorgie

Jessy

Bauch über Kopf

Dieses Buchhabe ich sowohl für Frauen als auch Männer geschrieben. Ist der Geschmack aber überhaupt eine Frage des Geschlechts und nicht vielmehr des Charakters? Jedenfalls enthalten diese Geschichten außer scharfem Sex auch noch einige Prisen Ironie und Gesellschaftskritik - mal mehr, mal weniger. Und jetzt kommen wir endlich zur Sache!

Penelope

Asche auf die Apfelsinen

Als die sündhaft schöne Penelope zum Beichtstuhl schlenderte, sah die gipsweiße Landkirche mit den scheußlichen braunen Heiligenbildern ziemlich leer aus. Die Haut der 18-Jährigen war für eine Südamerikanerin blass und nur mit einem schmal geschnittenen Kleid bedeckt. Doch ihr Haar wirkte so stramm wie das einer schwarzen Stute. Im Tal ihrer prallen Tittchen hatte die Sonne kleine Schweißperlen hinterlassen.

Schuldig fühlte sie sich nicht. Man hatte ihr beigebracht, dass Verstöße eben Buße verlangten, so wie sie Vokabeln pauken musste, das war alles. In der Schule hatte sie sich oft mit Spickzetteln einen Vorteil verschafft- natürlich, sie war ja nicht blöd-, bis sie aufflog und eine Strafarbeit bekam. Aber sie fandbeidesrecht und billig.

„Hallo, Pater.“

„Hallo, und gesegnet seist du, mein Kind.“

Trotz dünner Trennwand und Vorhang erkannte sie an der Stimme sofort den erst 33-jährigen Pater Camiro. Über sein modernes Facebook-Profil himmelten ihn die Frauen wie eine attraktive Zimtstange an. Penelope glaubte, dass auch er sofort wusste, wer sie war.

„Ich, ähm, möchte Sünden gestehen.“

„Alles bleibt zwischen Gott und uns. Sprich.“

„Ich hab meine Eltern nicht geehrt, ich hab gelogen, ich hab gestohlen- aber nur einmal überteuertes Make-up-, und ich war unkeusch.“

„Unkeusch?“

„Ich, na ja, hatte Sex mit meinem Cousin … mit beiden.“

„Soso. Wie soll ich eine genaue Idee von dem bekommen, was ich dir zu vergeben habe, wenn du es nicht genauer schilderst? Die unzüchtigsten Dinge verlangen die unzüchtigste Sprache, du verstehst?“

„Ja, ich verstehe.“ Sie legte los:

„Am Samstagabend haben wir den Geburtstag von Papa gefeiert, und nach der öligen Paella füllte ich tüchtig Madeira in mich rein. Dadurch bekam ich natürlich das Bedürfnis nach frischer Luft. Mein Cousin mütterlicherseits zögerte nicht lange, mit mir bei den Bäumen am Bach spazieren zu gehen. Allerdings sind wir ziemlich bald im Gartenhäuschen gelandet.

Man muss es wirklich ein Häuschen nennen und keine Hütte, wie Sie vermutlich wissen“, fügte Penelope leise hinzu. „Drinnen ist es vollgestopft mit dem ganzen Trödel unserer Familie, den niemand behalten und niemand wegwerfen wollte: ein kariertes Sofa, eine Stehlampe, eine Stereoanlage mit ulkigem Kassettendeck, eine Kaffeemaschine aus den 90ern und so ein Zeug. Mein Cousin nahm eine Wahnsinnsschale mit geernteten Apfelsinen von Ur-Omas Tisch herunter- höhenverstellbar-, und ich legte mich splitterfasernackt drauf. Keine Ahnung, ob Sie es sich vorstellen können, aber durch mich rieselte die geile Vorfreude einer frevlerischen Tat.“

„Mh-hm.“

„Also, ich hab mir noch ein Kissen für meinen Nacken geangelt, da schiebt mir mein Cousin schon seinen harten Schwanz hinein. Er bumst mich höllisch gut durch.Ah, meine Süße, das hab ich mir schon so lange gewünscht,stöhnt er lustbesoffen.So spitz und fest sind deine Brüste, heilige Jungfrau Maria! Ich muss sie als Apfelsinenpressen benutzen.

Er grapscht sich 'ne Orange und schneidet sie mit dem Taschenmesser in zwei saftige Hälften. Dann versucht er sie mir draufzuschrauben. Obwohl er die Festigkeit meiner Tittchen natürlich überschätzt hat, schwimmt die Sintflut nur so an mir runter. Mit der reinsten Wonne schleckt er's von meiner Haut und knallt mich weiter durch, bis er unter wüstem Jubel abspritzt.“

„Mh-hm.“

„Ich rapple mich vom Tisch wieder hoch und steh nackt im Raum, als die Tür aufquietscht. Und wer glotzt mich da almosenbedürftig an? Mein Cousin väterlicherseits.

Hör mal,schwenkt er das Kinn zum anderen, der seine Hose hält.Wenn unsere Lilie schon so trieft, dann bin jetzt ich an der Reihe oder ich posaune alles raus.

Mir sickert die Buttermilch allmählich bis zur Wade. So ungemütlich ist's auf dem Tisch nicht gewesen, nur etwas länger hätte es dauern können, also räkle ich mich wieder drauf.

Caramba!, holt er seinen Stängel hervor, und ich spreize voller Nächstenliebe auch für ihn meine Beine. Während er mich fickt, bittet er den anderen, noch mehr Apfelsinen zu schneiden, viel mehr.Sie sollte nach dem ganzen scharfen Essen lieber noch eine Erfrischung schlürfen-nicht wahr, meine Gute?

Ah ja, ich sperre meinen Mund auf. Selbstverständlich bekommt mein Cousin mütterlicherseits nun auch noch mal Lust. Ich lutsche abwechselnd seine Knackwurst und den Orangensaft, stöhne und schlucke schamlos. Gleichzeitig stippt mein anderer Cousin in meine unersättliche Möse.

Wie hab ich das genossen! Herrlich war das, Pater Camiro, einfach herrlich verdorben“, sagte sie aus Versehen auch noch seinen Namen.

Er wieherte: „Das verlangt nach Buße, oh, mein Stachel ragt steif zum Himmel! Wie kannst du nur so feurige Passionen einem Kirchenmann erzählen? Komm rüber und setzt dich auf mich, mein lasterhafter Engel, Penelope …“

Sie spähte aus ihrer Kabine, ließ einen Träger ihres Kleids von der Schulter rutschen und schlüpfte ganz natürlich in seine.

Ein tierisches Seufzen, Rumpeln, Krachen setzte ein. Der Holzrahmen bebte minutenlang. Bis beide nackt und ineinander steckend aus dem Beichtstuhl auf den Marmorboden der Kirche stürzten.

Entsetzt blickte eine zusammengelaufene Schar gläubiger Bürger auf sie hinab. Der Pater hob die Augen: „Abscheulich, nicht? Sie ist des Teufels.“

Letizia

Die schönen Untergefieder der Elster

Erste von fünf Partien

In fünf Minuten würde ich ihr ein für allemal tief in die Augen sehen. Ohne mir meine Erregung anmerken zu lassen, brachte ich im geräumigen und minimalistisch hellen Büro zusammen mit der Sozialpädagogin die Beratung eines verschuldeten Ehepaares zu Ende. Für vierzig sah sie noch immer reizend wie eine einsame Insel in der Morgendämmerung aus, sinnlich und brünett. Ich erinnere mich fast mit schlafwandlerischer Sicherheit an diesen Septembertag, an dem die Ereignisse lospurzelten.

Der in einem blauen Anzug vor uns sitzende Typ arbeitete als Pharmavertreter. Seine blonde Frau, eingewickelt in ein Sommerkleid, wirkte lieblich und labil. Irgendwie krank, suchtkrank. Sie hatte kleine Zwillinge und war Mitte oder Ende zwanzig, so zehn Jahre jünger als ich. Jedenfalls verheimlichten die beiden gewisse Ausgaben. Zwar bekäme der etwas stolz wirkende Mann die Situation finanziell in den Griff, aber ich fürchtete, dass seine Frau in den Orkus schlittern würde.

Ich lächelte: „Die Posten liegen ganz in ihrer Hand und es gibt deutlich schlimmere Fälle. Mit Schulden ist es wie mit Übergewicht. Man muss nur seine Gewohnheiten ändern. Nur,das heißt, dass Ihnen vielleicht unsere Kollegin in den richtigen psychologischen Takt helfen könnte. Sie ist zwar gerade für vier Wochen in den Urlaub geflogen, aber Sie sind ihr ja schon begegnet. Sogar ein Arzt könnte nicht nutzlos sein. Doch wem sage ich das?“

Der Pharmavertreter hob abwehrend die Hände. „Wir machen das schon, nicht der Arzt. Für Ihre seriöse Beratung sind wir Ihnen sehr dankbar, Herr Friedthal und Frau Liebholz.“

„Wir danken auch. Rechnung macht Rechnung“, schob ich ihnen trotz der Andeutung eines lauen Witzes ernst die Dokumente hin, wartete und erhob mich gleichzeitig mit dem Pärchen.

Meine Kollegin, Aretha, stand ebenfalls auf. Ihr Becken wiegte eigentümlich in ihrem nussbraunem Rock, als wir um den ovalen Schreibtisch mit Computerbildschirm herumwanderten. Beide drückten wir dem Mann fest die Hand, weich gefolgt von seiner Frau, die uns golden wie eine Pille in Champagnerbläschen anlächelte. Dann begleiteten wir die beiden zur Tür und wünschten ihnen alles Gute.

„Und falls Sie doch noch Hilfe brauchen, rufen Sie uns einfach an“, sagte Aretha.

Unser Jurist kramte im Nebenraum gerade in irgendwelchen Akten und die zweite (nicht so ansehnliche) Sozialpädagogin traf sich für eine Unterredung mit einem Gläubiger. Sobald wir also alleine waren, schwatzte ich drauflos. „Ehrlich, der Mann ist zu reich. Das arme Mädchen trinkt, fixt und vögelt sich noch zu Tode.“ Anschließend fragte ich sanft und doch bestimmt:

„Aretha“- ihr Gesicht nahm den gastritischen Ausdruck einer Darbenden an-, „warum wollen wir nicht endlich mal zusammen ausgehen?“ Ich sah sie wieder zögern. „Stört dich etwas an mir? Bist du doch schon vergeben? Oder machst du dir nichts aus Männern?“

„Nein, nein, ich …“ Sie wandte sich ab zum Fenster, hinter dem sich vormittagsklar Hamburg erstreckte. Dabei wusste ich, dass sie Höhenangst hatte. Sie wrang ihre Hände. Schließlich drehte sie sich mit dem hervorgestoßenen Gemurmel um: „Ich muss es dir gestehen.“ Mal heftete sie ihren Blick auf mich, mal huschte er offenbar zwischen Vergangenheit und Gegenwart umher.

„Also, du hast alles, was sich eine Frau ersehnen kann. Ich wünsche dir Glück, Nico, ich wünsche es dir wirklich. Nur, bei mir darfst du es nicht suchen. Denn ich bin selber … glücklos. Ich war noch eine frisch aus der Verpuppung geschlüpfte Frau, geblendet und abenteuerlustig, als ich mit meinem damaligen Freund auf eine blöde Idee kam. Wir hatten hoch oben auf 'nem Fensterbrett Sex. Uns war einer dieser romanhaften Orgasmen beschert, erst zuckte er wild, dann bin auch ich in den Taumel gefallen. Und zehn Meter tiefer mit einem Schrei aufgeschlagen. Ich kann noch froh sein, dass ich mit schweren Brüchen davongekommen bin. Im Krankenhaus glaubte ich zwar erst, das sei so eine Art Strafe gewesen, aber mit diesem Gedanken hätte ich nur eine weitere Dummheit hinzugefügt. Trotzdem“, seufzte sie, „leide ich seitdem bei jedem Stoß gegen die Lenden unter bitterer Unlust. Kurz, ich bin ungenießbar wie Plastikobst.“

Ich war bestürzt, verwirrt. Ich musste an die Bar denken, in die ich am Wochenende frustriert gegangen war, an all die weiblichen Reize, die ich dort mit den Augen aufgesogen hatte. Auf einmal hörte ich mich sagen: „Möchtest du mich nicht wenigstens mit anderen Frau bekanntmachen?“

Über ihre Stirn blitzte eine Furche. „Etwa mit 'ner jungen?“

Mir schwante, dass ich in einem akuten Mangel an Einfühlungsvermögen zu weit gegangen war.

Dementgegen ließ Aretha eine Antwort folgen, die meine Kühnheit völlig in den Schatten stellte: „Dann darf ich dich vielleicht heute Abend mit meiner Tochter bei mir zum Essen einladen? Sie ist hübsch, sie ist klug. Sie wird dich mögen und brauchen. In ihr steckt- ob ihr das bewusst ist, weiß ich nicht- eine Sau.“

Viertel vor acht fuhr ich bei leicht geöffnetem Fenster im warmen Nordwind erneut an dieser Bar vorbei,Mingerie. Ich nahm den Fuß vom Gaspedal. Die schwarzgekleidete Kellnerin- ein großgewachsenes, sehr schönes Mädchen mit langem dunklem Haar- hatte sich beim Zahlen voll unverschämter Anmut zu mir gebeugt und durch ihre weißen Zähne geflüstert: „Das macht acht zwanzig. Sie haben nicht zufällig neunzig Euro Trinkgeld für mich?“ Und ich, ich hatte sie ihr gegeben! Einen Moment lang überlegte ich, ob ich nicht noch mal hineingehen sollte. Aber dann betrachtete ich die gekauften Rosen auf dem Beifahrersitz und schüttelte über mich selber den Kopf. Ich senkte wieder das Gaspedal.

Aretha wohnte im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses. Nachdem ich das Auto bei einem nahen Einkaufszentrum geparkt hatte, starrte ich im Gehen abwechselnd auf die Hausnummern und den Strauß in meiner Hand. Wie sollte ich ihn aufteilen? Schenkt man der Liebeskandidatin nicht am besten eine einzelne Rose? In diesem Fall würde aber die Mutter viel mehr als die Tochter bekommen, und das könnte zu Missverständnissen bei meinem Rendezvous führen, oder richtiger gesagt Blind Date.

Auf einmal merkte ich im orange flimmernden Abendlicht, dass ich fast an dem Haus vorbeigegangen wäre. Ich kehrte in den schmalen Pflasterweg ein und klingelte.

Das Fenster war mit zarten Gardinen halb verhangen, aber gekippt. Es roch nach mariniertem Hühnchen, Paprika, Knoblauch, Salatdressing und Rosmarin. In einer weiß-korallenfarbigen Bluse öffnete Aretha die Haustür und lächelte mich zurückhaltend geschminkt an.

„Galant siehst du aus, Nico.“

Ich trug ein kurzärmliges Hemd, eine Sommerhose und Halbschuhe, mehr nicht. Als ich Arethas freundschaftliche Umarmung erwiderte und mein Gesicht an ihrem vorbeistreckte, glaubte ich eine Phantasmagorie zu sehen, und der Phantasmagorie ging es wohl nicht anders:

Großgewachsen, lang- und dunkelhaarig stand im Flur mit nackten Beinen unter einem schwarzen Kleid die Barkellnerin. Golden blinkten ihre riesigen Kreolen, und ihr roter Mund stand offen.

Aretha schien meine Erstarrung zu bemerken, löste sich mit einer Drehung von mir und sagte: „Ah, da ist meine Tochter. Letizia, das ist mein Kollege, von dem ich dir erzählt habe, Nicolai Friedthal.“

„Nico“, gab ich ihr gedankenverloren den ganzen Strauß.

Bereitwillig griffen ihre Hände nach unten an den gebündelten Stiel. „Letizia miteundz.Schönen Dank.“

Ihre zimtbraunen Augen vertieften sich in meine. Jetzt glaubte ich zu wissen, warum ich ihr das Geld gegeben hatte, jetzt erkannte ich die Reize, die ich um jeden Preis begehrte und in ihr noch bezaubernder als in der Mutter wiederfand.

Aber wofür hatte sie die Moneten benötigt?

Aretha sagte nicht: Kennt ihr euch schon? Nein, sie schien unsere Reaktion einfach auf den magischen Moment zurückzuführen, den sie sich wünschte, und bat mich ins Wohnzimmer.

Wir aßen an einer tischdeckenverzierten Massivholzplatte neben der Couch. Hier wie in allen Räumen lag Parkettboden, unempfindlich gegen teure Stöckelschuhe, wie die Tochter sie trug. Im Hintergrund strudelte Vivaldi.

Aretha streckte Letizia drei Flaschen Wein hin: „Was meinst du? Welcher passt am ehesten?“

„Der hier.“ Als wären wir uns noch nie begegnet, ergänzte sie, ohne mit der Wimper zu zucken: „Ich arbeite neben dem Studium als Kellnerin in 'ner Bar.“

„Ach“, spielte ich mit, „das kann ich mir lebhaft vorstellen. Wie sich die Männer, nur damit du nochmals an ihren Tisch kommst, schön einen Schwips antrinken.“

Beide lächelten aufgelockert.

Beim Essen verglich ich Mutter und Tochter genauer: Sie hatten dieselbe Wangen- und Halspartie, nur dass bei Letizia alles feiner, schlanker wirkte, sublim verdorben.

Während verquirlt mit den Gewürzen ihr betörendes Parfüm um mich tanzte, zählte sie mit dem Zeigefinger: „Zehn, elf, zwölf, dreizehn- ha, so viel Mathe hab ich im zweiten Semester schon gelernt, dass du viel zu viele Kartoffeln gemacht hast.“ Ihr Lachen klang sehr ansteckend.

„Wart's ab, sie schmecken sehr gut“, lobte ich und stach nochmals mit meiner Gabel in eine rein.