Paderborn als Stützpunkt der Sachsenmission - Simon Speck - E-Book

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Simon Speck

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit, Note: gut, 2,0, Universität Paderborn (Historisches Institut), Veranstaltung: Die Inszenierung religiöser Konfrontationen., Sprache: Deutsch, Abstract: „Kein anderer Krieg ist von den Franken mit ähnlicher Ausdauer, Erbitterung und Mühe geführt worden wie dieser“ schrieb Einhard in seiner bedeutenden Karlsvita. Die Sachsenkriege, die Karl der Große im Jahre 772 wohl nur mit dem Ziel der Grenzsicherung begann, erstreckten sich über einen Zeitraum von 33 Jah¬ren. Der Konflikt verwandelte sich schnell zu einem Eroberungs- und Missions¬krieg, der seinen schrecklichen Höhepunkt in der Massenhinrichtung in Verden an der Aller fand. Ein „Prediger mit eiserner Zunge“ wurde Karl von einem Zeitgenos¬sen genannt, da er die Befriedung und Integration mit großer Härte durchzusetzen versuchte. Dabei entwickelte sich Paderborn aufgrund seiner hervorragenden geografi¬schen Lage schnell zu einem wichtigen Stützpunkt, sowohl für militärische Akti¬onen, als auch für die Politik und die Mission in Sachsen. Karl ließ hier früh eine erste Pfalz und eine Kirche errichten. Das in diesem Zusammenhang stehende Lied über die Bekehrung der Sachsen (Carmen de Conversione Saxonum) lässt erkennen, dass die Franken nicht mit einer derart langen Auseinandersetzung ge¬rechnet hatten. Reichsversammlungen, die Einteilung Sachsens in Missionsspren¬gel, die Bistumsgründung und nicht zuletzt das Treffen Karls des Großen mit Papst Leo III. sind weitere Anzeichen dafür, welch große Bedeutung Paderborn im Zusammenhang mit der Sachsenmission inne hatte. In dieser Arbeit sollen in den ersten beiden Kapiteln zunächst das Volk der Sachsen und die Sachsenkriege beschrieben werden, da dieser Hintergrund für die Missionstätigkeit von Bedeutung ist. Die Schwerpunkte liegen dabei vor allem bei den Gründen für diese außergewöhnlich lange Kriegszeit und in der Betrachtung des „Carmen de Conversione Saxonum“. Im Anschluss steht die Entwicklung und die Rolle Paderborns im Vordergrund.

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Veröffentlichungsjahr: 2006

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Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE SACHSEN.
3 DIE SACHSENKRIEGE.
3.1 Die erste Kriegsphase von 772 - 777.
3.2 Carmen de Conversione Saxonum.
3.3 Der Sachsenkrieg unter Widukind, 778 - 785
3.4 Die Kriegsphase von 792 - 804.
4 MISSION.
4.1 Paderborn, Bau der Pfalz und der Salvatorkirche
4.2 Zwangschristianisierung.
4.3 Treffen Karls des Großen mit Papst Leo III.
4.4 Bistumsgründungen
5 FAZIT.

Page 1

Paderborn als Stützpunkt

Page 3

1 Einleitung

„Kein anderer Krieg ist von den Franken mit ähnlicher Ausdauer, Erbitterung und Mühe geführt worden wie dieser“1schrieb Einhard in seiner bedeutenden Karlsvita. Die Sachsenkriege, die Karl der Große im Jahre 772 wohl nur mit dem Ziel der Grenzsicherung begann, erstreckten sich über einen Zeitraum von 33 Jahren. Der Konflikt verwandelte sich schnell zu einem Eroberungs- und Missionskrieg, der seinen schrecklichen Höhepunkt in der Massenhinrichtung in Verden an der Aller fand. Ein „Prediger mit eiserner Zunge“2wurde Karl von einem Zeitgenossen genannt, da er die Befriedung und Integration mit großer Härte durchzusetzen versuchte.

Dabei entwickelte sich Paderborn aufgrund seiner hervorragenden geografischen Lage schnell zu einem wichtigen Stützpunkt, sowohl für militärische Aktionen, als auch für die Politik und die Mission in Sachsen. Karl ließ hier früh eine erste Pfalz und eine Kirche errichten. Das in diesem Zusammenhang stehende Lied über die Bekehrung der Sachsen (Carmen de Conversione Saxonum) lässt erkennen, dass die Franken nicht mit einer derart langen Auseinandersetzung gerechnet hatten. Reichsversammlungen, die Einteilung Sachsens in Missionssprengel, die Bistumsgründung und nicht zuletzt das Treffen Karls des Großen mit Papst Leo III. sind weitere Anzeichen dafür, welch große Bedeutung Paderborn im Zusammenhang mit der Sachsenmission inne hatte.

In dieser Arbeit sollen in den ersten beiden Kapiteln zunächst das Volk der Sachsen und die Sachsenkriege beschrieben werden, da dieser Hintergrund für die Missionstätigkeit von Bedeutung ist. Die Schwerpunkte liegen dabei vor allem bei den Gründen für diese außergewöhnlich lange Kriegszeit und in der Betrachtung des „Carmen de Conversione Saxonum“. Im Anschluss steht die Entwicklung und die Rolle Paderborns im Vordergrund.

1Vgl. Einhard, Vita Karoli Magni, rec. G. Waitz, MG. SS. Rer. Germ. In us. Schol. (1911) c. 7.

2ferreaquodammodo lingua praedicavit.Translatio S. Liborii c. 4 MGH SS 4,151.

Page 4

2 Die Sachsen

Etwa um 150 nach Christus traten die Sachsen erstmals als Volk in Erscheinung, als der griechische Mathematiker Ptolemäus sie in seiner „Geografischen Anleitung“ im heutigen Schleswig-Holstein lokalisierte. Tacitus hat in seiner „Germania“ keine Sachsen erwähnt.3Widukind von Corvey berichtete im 10. Jahrhundert aus der mündlichen Überlieferung heraus, dass die Sachsen entweder von Dänen oder Normannen abstammen. Im dritten Jahrhundert berichteten römische Autoren mehrfach von sächsischen Seekriegern an den gallischen und britischen Küsten. Die Landnahme in Britannien im fünften Jahrhundert stellte den Höhepunkt dieser Seewanderung dar. Seit dem Jahre 513 sind für das Frankenreich Grenzkämpfe überliefert.4