Verlag: Carlsen Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2012

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E-Book-Beschreibung Pandemonium - Lauren Oliver

Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Das Mädchen, das glaubte, was man ihm sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe. --- Band 2 der spannenden Reihe von Bestseller-Autorin Lauren Oliver ("Wenn du stirbst")

Meinungen über das E-Book Pandemonium - Lauren Oliver

E-Book-Leseprobe Pandemonium - Lauren Oliver

Von Lauren Oliver bei CARLSEN erschienen:Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sieDie Amor-Trilogie:Delirium (Band 1) Hana (Geschichte aus der Welt der Amor-Trilogie, E-Book) Dies ist ein fiktionales Werk. Alle Figuren, Ereignisse und Dialoge entspringen der Fantasie der Autorin und bilden nicht die Realität ab. Jede Ähnlichkeit mit wirklichen Geschehnissen beziehungsweise lebenden oder toten Personen wäre rein zufällig. CARLSEN-Newsletter Tolle neue Lesetipps kostenlos per E-Mail!www.carlsen.deAlle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung, können zivil- und strafrechtlich verfolgt werden. Alle deutschen Rechte bei CARLSEN Verlag GmbH, Hamburg 2012 Originalcopyright © 2012 by Laura Schechter Published by arrangement with Laura Schechter Originalverlag: HarperCollins Children’s Books, a division of HarperCollins Publishers, New York Originaltitel: Pandemonium Umschlaggestaltung: formlabor Umschlagfotografie: plainpicture/Briljans Aus dem Englischen von Katharina Diestelmeier Lektorat: Kerstin Claussen Herstellung: Karen Kollmetz Satz und E-Book-Umsetzung: Dörlemann Satz, Lemförde ISBN 978-3-646-92431-2 Alle Bücher im Internet unterwww.carlsen.de

Für meine Eltern – danke für all die Bücher, Telefongespräche, Mahlzeiten, eure endlose Geduld und grenzenlose Liebe

jetzt

Alex und ich liegen nebeneinander auf einer Decke im Garten der Brooks Street 37. Die Bäume wirken höher und dunkler als sonst. Die Blätter sind beinahe schwarz und so eng miteinander verwoben, dass sie den Himmel verdecken.

»Das ist heute wahrscheinlich nicht gerade der beste Tag für ein Picknick«, sagt Alex und in diesem Augenblick fällt mir auf, dass wir tatsächlich noch gar nichts von unserem mitgebrachten Proviant gegessen haben. Am Ende der Decke steht ein Korb voll mit halb verfaultem Obst, auf dem es von winzigen schwarzen Ameisen nur so wimmelt.

»Warum nicht?«, frage ich. Wir liegen auf dem Rücken und sehen zu dem Netz aus Blättern über uns hinauf, das so dicht ist wie eine Mauer.

»Weil es schneit.« Alex lacht. Und wieder fällt mir auf, dass er Recht hat. Es schneit. Dicke, aschefarbene Flocken wirbeln um uns herum. Außerdem ist es eiskalt. Mein Atem wölkt vor meinem Mund und ich drücke mich an Alex, um mich zu wärmen.

»Leg deinen Arm um mich«, sage ich, aber er reagiert nicht. Ich versuche mich in den Zwischenraum zwischen seinem Arm und seiner Brust zu schieben, aber sein Körper ist starr und unnachgiebig. »Alex«, sage ich, »los, mir ist kalt.«

»Mir ist kalt«, wiederholen seine Lippen fast unbeweglich. Sie sind blau und rissig. Er starrt, ohne zu blinzeln, in die Blätter.

»Sieh mich an«, sage ich, aber er er wendet nicht den Kopf, blinzelt auch nicht, rührt sich überhaupt nicht. Ein hysterisches Gefühl breitet sich in mir aus, eine kreischende Stimme wiederholt immer wieder: Schlimm, schlimm, schlimm. Ich setze mich auf und lege die Hand auf Alex’ eiskalte Brust. »Alex.« Dann ein kurzer Schrei: »Alex!«

»Lena Morgan Jones!«

Ruckartig wache ich auf, im Hintergrund vielstimmiges gedämpftes Kichern.

Mrs Fierstein, die Naturkundelehrerin für die zwölfte Klasse an der Quincy-Edwards-Mädchenschule in Brooklyn, Abschnitt 5, Bezirk 17, funkelt mich an. Das ist das dritte Mal diese Woche, dass ich in ihrem Unterricht einschlafe.

»Nachdem dich die Schöpfung der natürlichen Ordnung so anstrengt«, sagt sie, »würde ich dir einen Ausflug ins Büro der Schulleiterin vorschlagen, damit du wach wirst.«

»Nein!«, platze ich lauter als beabsichtigt hervor, was erneutes Gekicher der anderen Mädchen in meiner Klasse zur Folge hat. Ich bin erst seit den Winterferien an der Edwards-Schule – gerade mal zwei Monate – und bin schon als der absolute Freak verschrien. Die Leute meiden mich, als hätte ich eine Krankheit – als hätte ich die Krankheit.

Wenn sie wüssten.

»Dies ist deine letzte Verwarnung, Lena Jones«, sagt Mrs Fierstein. »Verstanden?«

»Es wird nicht wieder vorkommen«, entgegne ich und gebe mir Mühe, gehorsam und zerknirscht auszusehen. Ich schiebe die Erinnerung an den Albtraum beiseite, schiebe die Gedanken an Alex beiseite, genau wie die an Hana und an meine alte Schule, schiebe, schiebe, schiebe, genau wie Raven es mir beigebracht hat. Mein altes Leben gibt es nicht mehr.

Mrs Fierstein wirft mir einen letzten finsteren Blick zu – wahrscheinlich um mich einzuschüchtern – und wendet sich wieder der Tafel zu, wo sie mit ihrem Vortrag über die göttliche Energie der Elektronen fortfährt.

Die alte Lena hätte große Angst vor einer Lehrerin wie Mrs Fierstein gehabt. Sie ist alt und streng und sieht aus wie eine Kreuzung aus einem Frosch und einem Pitbull. Mrs Fierstein ist einer dieser Menschen, die das Heilmittel überflüssig erscheinen lassen – unmöglich sich vorzustellen, dass sie jemals in der Lage wäre zu lieben, selbst ohne den Eingriff.

Aber die alte Lena gibt es ebenfalls nicht mehr.

Ich habe sie beerdigt.

Ich habe sie auf der anderen Seite eines Zauns zurückgelassen, hinter einer Wand aus Rauch und Feuer.

damals

Am Anfang ist das Feuer.

Feuer in meinen Beinen und meiner Lunge. Feuer, das jeden Nerv und jede Zelle meines Körpers verzehrt. So werde ich neu geboren, unter Schmerzen: Ich tauche aus der erdrückenden Hitze und der Dunkelheit auf. Ich kämpfe mich durch einen schwarzen, feuchten Raum aus seltsamen Geräuschen und Gerüchen.

Ich renne, und als ich nicht mehr rennen kann, humpele ich, und als auch das nicht mehr geht, krieche ich weiter, Zentimeter um Zentimeter, kralle meine Fingernägel in den Boden und schiebe mich wie ein Wurm über die zugewucherte Erde dieser seltsamen, unbekannten Wildnis.

Ich blute auch, als ich geboren werde.

Ich weiß nicht genau, wie weit ich in die Wildnis vorgedrungen bin und wie lange ich schon immer tiefer und tiefer in den Wald gehe, als ich feststelle, dass ich getroffen wurde. Mindestens ein Aufseher muss mich erwischt haben, während ich den Zaun hochgeklettert bin. Eine Kugel hat mich seitlich gestreift, direkt unter der Achselhöhle, und mein T-Shirt ist feucht vom Blut. Doch ich habe Glück gehabt, die Wunde ist nicht tief. Dennoch macht der Anblick des vielen Blutes, der fehlenden Haut alles so real: diesen neuen Ort, diese monströsen, undurchdringlichen Pflanzen überall, alles, was geschehen ist und was ich zurückgelassen habe.

Was mir genommen wurde.

Ich habe nichts im Magen, übergebe mich aber trotzdem. Ich würge Luft hervor und spucke Galle auf die glatten, glänzenden Blätter um mich herum. Über mir zwitschern Vögel. Ein Tier, das sich neugierig genähert hat, huscht schnell wieder ins Unterholz.

Denk nach, denk nach! Alex. Denk nach, was würde Alex tun?

Alex ist hier, genau neben dir. Stell es dir vor.

Ich ziehe mein T-Shirt aus, reiße den Saum ab und binde mir das sauberste Stück fest um die Brust, damit es auf die Wunde drückt und die Blutung stoppt. Ich habe keine Ahnung, wo ich bin oder wo ich hingehe. Mein einziger Gedanke ist: in Bewegung bleiben, weitergehen, tiefer und tiefer, weg von den Zäunen und der Welt aus Hunden, Waffen und…

Alex.

Nein. Alex ist hier. Du musst es dir nur vorstellen.

Ich gehe Schritt für Schritt, kämpfe gegen Dornen, Bienen und andere Insekten an; breche dicke, feste Äste ab, die im Weg sind; inmitten von Mückenschwärmen und Nebelschwaden. Irgendwann komme ich an einen Fluss. Ich bin so schwach, dass mich die Strömung beinahe mitreißt. Nachts kauere ich in heftig peitschendem, kaltem Regen zwischen den Wurzeln einer riesigen Eiche, während um mich herum unsichtbare Tiere in der Dunkelheit kreischen, schnaufen und rascheln. Ich habe Angst davor zu schlafen. Wenn ich einschlafe, werde ich sterben.

Die neue Lena wird nicht auf einmal geboren.

Sondern Schritt für Schritt– und dann Zentimeter für Zentimeter.

Während sie über den Boden kriecht, ihr Inneres sich zu Staub zusammenzieht, im Mund den Geschmack nach Rauch.

Fingernagel für Fingernagel, wie ein Wurm.

So kommt sie zur Welt, die neue Lena.

Als ich nicht mehr weiterkann, noch nicht mal einen Zentimeter, lege ich den Kopf auf die Erde und warte auf den Tod. Ich bin zu erschöpft, um Angst zu haben. Über mir ist Schwärze und um mich herum auch, und die Geräusche des Waldes bilden eine Symphonie, die mich aus dieser Welt begleitet. Ich bin bereits bei meiner Beerdigung. Ich werde in ein schmales, dunkles Loch hinabgelassen, und Tante Carol ist da und Hana und meine Mutter und Schwester und sogar mein längst verstorbener Vater. Sie sehen alle zu, wie mein Leichnam ins Grab gesenkt wird, und sie singen.

Ich stecke in einem dunklen Tunnel voller Nebel und habe keine Angst.

Auf der anderen Seite wartet Alex auf mich; Alex steht da und lächelt, in Sonnenlicht getaucht.

Alex streckt die Arme nach mir aus und ruft…

Hey. Hey.

Wach auf.

»Hey. Wach auf. Komm schon, los, komm.«

Die Stimme holt mich aus dem Tunnel zurück und einen Augenblick bin ich furchtbar enttäuscht, als ich die Augen aufschlage und nicht Alex’ Gesicht sehe, sondern ein anderes, kantig und fremd. Ich kann nicht denken. Die Welt ist auseinandergefallen. Schwarze Haare, eine spitze Nase, hellgrüne Augen– Puzzleteile, die ich nicht zusammensetzen kann.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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