Plattdeutsch für Zugereiste - Reinhard Goltz - E-Book

Plattdeutsch für Zugereiste E-Book

Reinhard Goltz

2,2
5,99 €

oder
Beschreibung

In diesem Buch wird sowohl der Urlauber, der Norddeutschland besucht, als auch der an seiner sprachlichen Heimat interessierte Laie einen unterhaltsamen und richtigen Zugang zu einer Reihe von plattdeutschen Wörtern und Wendungen finden. Die beiden Autoren betten ihren Wort- und Sprichwortschatz in regelrechte kleine Geschichten ein, lassen die Situationen die Bedeutung des Wortes oder der Wendung erklären - listig, lustig und manchmal auch derb, wie es beim Personal des Niederdeutschen nun einmal zugeht. Lesegenuss und Sprachunterricht gehen dabei eine glückliche Verbindung ein.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 100




Reinhard Goltz/Peter Nissen

Plattdeutsch für Zugereiste

Ein humoriger Sprachführer der WELLE NORD

Herausgegeben von Jürgen Hingst

Zeichnungen Wolfgang Christophersen

© eBook: Boyens Buchverlag GmbH & Co. KG, Heide 2013 © Printausgabe: Boyens Buchverlag GmbH & Co. KG, Heide 1987 Veränderte und erweiterte Neuauflage 2010 Alle Rechte vorbehalten. Datenkonvertierung: CPI – Clausen & Bosse, Leck ISBN eBook: 978-3-8042-3018-7 ISBN Printausgabe: 978-3-8042-0481-2

Vorwort

Von Jürgen Hingst

Mehr als 20Jahre nach dem Start ist „Plattdeutsch für Zugereiste“ immer noch unterwegs. Längst hat sich das Buch von der Sendereihe entfernt, mit der es einst bei der NDR 1Welle Nord in Schleswig-Holstein gestartet war. Heute gehört „Plattdeutsch für Zugereiste“ in den ganzen Norden. Kurz und klar bringt es plattdeutsche Begriffe auf den Punkt. Darüber freuen sich Leser nicht nur in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen, sondern nun schon seit vielen Jahren auch in Mecklenburg-Vorpommern. Denn auch dort wird noch ein kerniges Platt gesprochen. Und Urlauber gibt es dort auch, sogar mehr als anderswo. So hat sich denn unser humoriger Sprachführer richtig weit ausgebreitet und erfreut sich nach wie vor einer großen Beliebtheit.

Selbst wenn Platt vielleicht nicht mehr so häufig zu hören ist wie zu Beginn der Serie – zu lesen und zu spüren ist es allemal. Ob Achtern Strom in Warnemünde, ob in Fiefbargen in Schleswig-Holstein oder Op de Wisch in Niedersachsen. Plattdeutsch ist an vielen Orten zu erleben. Warum nicht einmal nachfragen, was es sonst damit auf sich hat? Dazu soll dieser kleiner Sprachführer dienen, locker und witzig. Die neue Auflage zeigt: Plattdeutsch lebt und wirkt überhaupt nicht angestaubt. Viel Spaß also beim Lesen und vielleicht ja auch beim Snacken. Denn das macht genau so viel Spaß wie das Hören – egal ob im Radio, am Fischstand in Hamburg oder im Bremer Schnoorviertel.

Jürgen Hingst, Schwerin, im Mai 2010

Für Petra

Aap

„Slaap, Kindken, slaap, dien Vadder is ’n Aap, dien Mudder is ’n Meerkatt, un du büst ’n lüttje Waterrott.“ So und nicht anders klingt es, wenn Fischermann Pay Butenschön seine vier strammen Jungs Ommo, Obbe, Okke und Olli in den Schlaf singt. Eigentlich gefällt es ihm ja gar nicht, daß er in diesem Lied den Vater als Affen bezeichnen muß. Und so hat er es denn auch schon mal wie im Hochdeutschen mit dem Schaf, dem Schaap, versucht, aber einen großen Unterschied vermochte er darin auch nicht zu erkennen. Und schließlich paßt ein lammfrommes Verhalten auch gar nicht zu diesem unserem Mann von der Küste. Davon kann auch Gesine, Pays Angetraute, ein Lied singen: besonders wenn sie sich im Schlußverkauf einmal wieder topchic eingekleidet hat. Denn für so einen Apenkraam hat Pay nun gar keinen Sinn: „Du makst di doch to ’n Aap“, ist sein einziger Kommentar oder, wenn er gesprächig ist: „Du bist recht so ’n Aap, di fehlt bloots noch de Steert.“ Aber damit ist er bei Gesine, die schließlich auch ihren Namen Butenschön zur Geltung bringen möchte, an der falschen Adresse. „Hool du dien Muul, du Grasaap, du Maiaap, du Apenoors“ – und vieles mehr wirft sie ihm dann offen ins Gesicht.

Übrigens: Offen heißt im Plattdeutschen ebenfalls apen, so wie eben auch die Mehrzahl von Affe de Apen heißt. Diese Lautgleichheit macht sich auch unser Fischer Pay zunutze, wenn er seinen Spaß mit den ihn umlagernden Urlaubern haben will. Dann nämlich gibt er ihnen eine Einführung ins Plattdeutsche: „Übersetzen Sie bitte: Ich habe ein offenes Gesicht.“ Und was antwortet sein gelehriges Gegenüber? Genau: „Ik heff ’n Apen-Gesicht.“

„Wat de Menschen nich allens för Geld makt?“ sää de Buur, dor sehg he dat eerste Mol ’n Aap.

all

„Wat ’n Tostand: Nu is mien Geld all all all!“ Es reicht eben selten, das Haushaltsgeld. Und um einen Vorschuß braucht Sabine ihren Friedwart schon gar nicht zu fragen. Denn bei ihm herrscht alltiet, immer nämlich, Ebbe in der Kasse. Wie das kommt? – Dafür braucht man nur auf das solide Biertönnchen zu blicken, das Friedwart unter seinem Pullover nicht mehr zu verbergen vermag. Und er bekennt sich dazu: „All mien, un allens sülbst betahlt.“ Wählerisch in der Wahl seiner Getränke ist er dabei eigentlich nicht, fast alles findet den Weg durch seine Kehle: „Allens in de Welt, bloots keen Bottermelk to ’n Kaffe.“ Friedwarts Hobby zeigt allerdings nicht nur im wachsenden Körperumfang, sondern auch im abnehmenden Börseninhalt Wirkung. Doch eines steht fest: Friedwart ist zwar beleibt, aber beileibe kein Zechpreller, un dat is ok all wat weert.

Das kleine Wörtchen all hat es im Plattdeutschen durchaus in sich. Daß es – übrigens gesprochen mit einem langen a – für das hochdeutsche „alle“ stehen kann, ist leicht verständlich: All hebbt se keen Tiet. Und die hochdeutsche Umgangssprache kennt auch „alle“ als Bezeichnung für ‚zu Ende‘ oder ‚verbraucht‘: De Botter is all – es ist eben keine Butter mehr da. Für die dritte Hauptbedeutung gibt es im Hochdeutschen kein Wort, das gleich klingt. Am besten kann man diese Form mit dem kurzen a wohl mit „schon“ übersetzen. Sagte doch schon der berühmte Buxtehuder Swienegel zum Hasen: „Ik bün all dor.“ Hätte der Hase noch die Kraft zur Erwiderung gehabt, dann hätte er wohl geantwortet: „Un nu sünd wi all tohoop hier“ – alle zuhauf, zusammen also.

Übrigens Friedwart und Sabine gehen nie zusammen in die Wirtschaft, denn er ist der Meinung: „Den Kööm, den kann ik all alleen all maken.“ Sabine zetert zwar allemal: „All dat schöne Geld!“, doch seien Sie versichert, auch sie verfügt über stille Reserven: „Mannslüüd dörft woll allens eten – awer nich allens weten.“

„Allens mit Maten“, sää de Snieder un sloog sien Fru mit de Ell.

Arf

„Madam, wat eet wi?“ – „Ürbsen.“ – „Madam, wat eet wi hüüt?“ – „Ürbsen.“ – „Madam, wat eet wi hüüt?“ – „Erbsen.“ – „Madam, wat eet wi hüüt?“ – „Arfen, du verdreihte Deern!“ Dieses Mißverständnis um das Mittagsmahl ist eigentlich ganz einfach zu erklären: Hat doch Herr Direktor Linsemann seiner Gemahlin eingedenk ihrer sozialen Verpflichtungen bedeutet: „Treck doch dat Muul nich jümmer so breet bi ’t Snacken, saach Ürbsen – nich Arfen.“ Unsere Minna löst dieses Problem dagegen ein wenig plietscher: „Wenn man von ’t Arfen-Seggen ’n breet Muul kriggt, denn seggt man beter bloots Plumm.“ Plumm. Plumm . . . Übrigens meint Minna ja sowieso, daß das ganze gezierte Getue nicht hilft. Für sie bleibt Frau Direktor eine Vogelscheuche, oder, in ihren Worten ausgedrückt: „De süht ut, de kannst an ’n besten in de Arfen stellen.“ Nun ja, das Verhältnis zwischen den beiden ist ohnehin seit kurzem getrübt. Denn Minna erwartet Nachwuchs, und Frau Linsemann mußte sich schon mehrfach von befreundeten Nachbarn fragen lassen: „Na, Ehr Minna hett woll ok to veel dicke Arfen eten?“

Apropos dicker Bauch: Im Plattdeutschen greifen nicht wenige Redewendungen den Zusammenhang zwischen Erbsen und Verdauung in drastischer Weise auf. So sagt man etwa: Arfen sünd düchtige Dinger: Itt man een, schitt man twee, itt man ’n Lepel vull, schitt man ’n Schepel vull, itt man ’n Handvull, schitt man ’n Land vull. Aber, keine Angst, man riecht es nicht. Denn wie stellt Minna so richtig fest: „Dat verdeelt sik, sää de Kööksch, dor scheet se in de Arfen.“ Doch: Der besagten Wirkung dieser berüchtigten Hülsenfrüchte läßt sich auch eine positive Seite abgewinnen – denn: Arfen sünd düchtige Dinger, geeft se ok keen Kraft in de Knaken, hoolt se doch de Achterpoort apen.

„Eenfach, awer nüüdlich“, sää de Düwel un maal sik de Steert arfengröön.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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