Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2016

Poppy - Verliebt in Paris E-Book

Nicola Doherty  

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E-Book-Beschreibung Poppy - Verliebt in Paris - Nicola Doherty

Paris. Die Stadt der Liebe, die Stadt der Romantik. Der letzte Ort, an den man beruflich reisen will, wenn man sich mitten in einer Single-Phase befindet. Aber es hilft nichts, Poppy muss dorthin, und das ausgerechnet mit ihrem sehr nervigen aber auch verdammt attraktiven Kollegen Charlie. Doch Poppy hat einen Plan, der sich nach ein paar Gläschen Wein mit ihrer Freundin Alice fast perfekt anhört: Tagsüber arbeiten und nachts unverfänglichen Spaß mit Charlie haben. Natürlich wird es komplizierter, als gedacht, aber Poppy bekommt das schon hin – oder etwa nicht?

Meinungen über das E-Book Poppy - Verliebt in Paris - Nicola Doherty

E-Book-Leseprobe Poppy - Verliebt in Paris - Nicola Doherty

Nicola Doherty

Poppy – Verliebt in Paris

Short Story

Deutsch von Claudia Geng

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.Der Verlag weist ausdrücklich darauf hin, dass im Text enthaltene externe Links vom Verlag nur bis zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung eingesehen werden konnten. Auf spätere Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist daher ausgeschlossen.

Die Originalausgabe erschien 2014 unter dem Titel »Poppy Does Paris« bei Review, an imprint of Headline Publishing Group, an Hachette UK Company, London.

E-Book-Ausgabe 2016bei Blanvalet, einem Unternehmender Verlagsgruppe Random House GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Copyright der Originalausgabe © 2014 by Nicola DohertyCopyright der deutschsprachigen Ausgabe © 2016 byVerlagsgruppe Random House GmbH, MünchenRedaktion: Margit von CossartUmschlaggestaltung und -motiv: www.buerosued.deHerstellung: samSatz: Uhl + Massopust, AalenISBN: 978-3-641-17903-8V001www.blanvalet-verlag.de

Hi, ich bin Poppy.

Ich starre auf den Cursor. Wo soll ich anfangen?

Ich bin eine ganz normale junge Frau.

Ha! Ich lösche es sofort wieder. Völlig nichtssagend und außerdem unwahr.

Ich bin selbstbewusst und kontaktfreudig.

Das ist noch schlimmer – es klingt total eingebildet. Das hier ist furchtbar. Okay. Noch einmal von vorn.

Hi, ich bin Poppy. An normalen Tagen triffst du mich wahrscheinlich dabei an, dass ich mit meiner Nase tief in einem Buch stecke oder dass ich mit einem Korb voller leckerer Sachen vom Bauernmarkt in Hackney nach Hause radle oder dass ich auf einer Vintagemodemesse herumstöbere. Ich liebe Soulmusik, Backen, Smarties, das Meer, das 10. Arrondissement in Paris und Burger …

O Gott. Ich klinge wie die abstoßende Parodie eines Hipsters aus der Mittelschicht. Das ist so oberpeinlich – ich komme mir vor, als würde ich mich auf eBay anpreisen. Außerdem habe ich vergessen, dass ich noch ein Pseudonym brauche. Patricia? Penelope?

Ich trommle ein paar Sekunden lang mit den Fingern auf dem Tisch herum und beschließe dann, einfach die Wahrheit zu schreiben. Hinterher kann ich immer noch schauen, wie das aussieht.

Hi, ich bin Poppy. Ich arbeite sehr viele Stunden in einem Büro voller Frauen, und ich hatte seit einem Jahr keine richtige Beziehung mehr. Ich neige dazu, mich immer wieder über Dinge auszulassen, die ich wichtig finde und viele Leute nicht, ich bin süchtig nach Kuchen, und ich verwandle mich in einen Dämon, wenn ich Hunger habe. Ich würde gern einen kreativen, intelligenten und einfühlsamen Mann kennenlernen. Ich bezweifle zwar ernsthaft, dass ich so ein Prachtstück im Internet finden werde, aber ich habe alle anderen Möglichkeiten bereits …

»Ich bin mit den Abzügen durch«, sagt Sorrell, die fröhlich in mein Büro hereinschneit. »Möchtest du einen Blick darauf werfen, bevor sie in die Produktion raufgehen?«

»Oh, danke, das ging aber schnell. Ja, bitte – leg sie einfach hierhin.« Ich minimiere rasch mein Programmfenster. Meine Assistentin soll nicht sehen, dass ich gerade mein Online-Dating-Profil erstelle, obwohl sie mir vermutlich ein paar großartige Tipps geben könnte. »Hey, tolle Lederhose«, füge ich hinzu, als Sorrell sich zum Gehen wendet.

»Danke«, sagt sie und macht eine kleine Drehung. »Musterverkauf. Alasdair sagt, die Hose würde ihn an die Avengers erinnern.«

Grundgütiger. Ich war schon ein Jahr hier, bevor ich die Gelegenheit hatte, mit unserem Geschäftsführer zu sprechen, ganz zu schweigen davon, mit ihm gemeinsam Sprüche über meine Klamotten zu klopfen.

»Oh!« Ich lache. »Ja. Sehr Emma-Peel-like.«

»Wer?«

»Du weißt schon, Emma Peel. Aus der Serie The Avengers.«

»Oh«, sagt Sorrell. »Sorry, das war vor meiner Zeit.«

Und weg ist sie, während ich mit dem Bedürfnis zurückbleibe, ihr zu erklären: Das war auch vor meiner Zeit! Ich bin in den Achtzigern geboren, genau wie du! Nur dass ich neunundzwanzig bin und Sorrell wahrscheinlich sechsundzwanzig, allerhöchstens.

Während ich ihrem Lederhintern hinterherschaue, kommt mir ein beschämender, bitterer Gedanke: Früher war ich die lustige, selbstbewusste Assistentin mit dem unvergesslichen Namen und dem skurrilen Kleidungsstil, die sich mit den Führungskräften anfreundete. Aber das ist sechs Jahre her, und ich komme mir allmählich vor, als würde ich zum Mobiliar gehören – und zwar nicht zu den glänzenden Vorzeigemöbeln.

Richtig … Genug mit dem Selbstmitleid. Ich speichere mein Dating-Profil und fange an, mich für das gleich anstehende Redaktionsmeeting vorzeigbar zu machen. Ich trage heute eins meiner Lieblingsoutfits, ein Tellerkleid im Fünfzigerjahre-Stil, das ich mir aus einem roten Seidenstoff mit Liberty-Muster, den meine Mutter in einem Secondhandladen in Hastings entdeckte, selbst genäht habe. Und meine Locken sehen einigermaßen aus, Gott sei Dank. Ich habe geheult, als der einzige Conditioner, der verhindern konnte, dass ich wie ein Mitglied der Supremes um das Jahr 1970 aussah, nicht mehr erhältlich war, aber ich glaube, ich habe einen guten Ersatz gefunden. Ich überprüfe im Spiegel mein Gesicht auf Tintenspuren, danach bin ich startklar.

Bis ich aufstehe und das unmissverständliche Geräusch eines reißenden Saums höre. Ein kurzer Griff an die Seite bestätigt, dass die Naht aufgerissen ist. Wunderbar. Ich würde es ja gern auf den feinen alten Stoff schieben, aber die traurige Wahrheit lautet, dass ich in den letzten sechs Monaten drei Kilo zugenommen habe. Zu viele Geschäftsessen und zu viele Stunden am Schreibtisch. Ich behebe den Schaden rasch mit ein paar Sicherheitsnadeln und ziehe eine herumliegende Strickweste darüber, die nicht wirklich zu dem Kleid passt, bevor ich zu dem Meeting eile.

Es ist lange her, dass ich vor einer Redaktionssitzung nervös war, aber heute bin ich es. Es gibt ein Manuskript, das mich wirklich sehr begeistert hat, und nun werde ich erfahren, ob jemand meine Meinung teilt.

»Fangen wir an«, sagt Ellen, unsere Verlagsleiterin und meine Chefin. »Oh, was ist das?«

»Das sind portugiesische Puddingtörtchen«, sage ich und platziere die Schachtel in der Mitte des Tischs, zusammen mit ein paar Papierservietten. »Bedient euch.«

»Halten Sie mich davon fern«, kreischt Ellen.

Ich weiß, was in ihr vorgeht. Ich hätte die Törtchen besser nicht mitbringen sollen, aber es war für einen guten Zweck.

»Oh, lecker. Danke, Poppy.« Melanie, unsere Verkaufsleiterin, ist gertenschlank. »Darf ich mir zwei davon nehmen? Wo hast du sie geholt?«

»Im San Marco. Du kennst doch bestimmt die kleine Snackbar ein Stück weiter unten auf der Straße, oder?«

Ich hatte einen zweifachen Grund, die Törtchen heute mitzubringen. Erstens denke ich, dass die anderen mein Manuskript eher befürworten werden, wenn ihr Zuckerspiegel erhöht ist, und zweitens möchte ich ein bisschen Werbung machen. Das San Marco ist ein kleines Juwel, aber es muss kämpfen, um mit all den großen Coffeeshops zu konkurrieren. Der Besitzer hat mir erzählt, dass er sich nicht sicher sei, wie lange er die Pacht noch bezahlen kann.

»Ist das nicht der schmuddlige kleine Laden an der U-Bahn-Station?«, fragt Charlie, einer von unseren Marketingleuten. »Ich hab da mal einen ganz scheußlichen Kaffee getrunken. Hab danach nie wieder einen Fuß in den Laden gesetzt.« Er nimmt einen Schluck aus seinem Pappbecher einer Kaffeehauskette.

Ich lächle nur. Charlie ist ja ganz nett, aber er ist noch ein bisschen unreif. Wenn es nicht in der Metro steht oder von Nike gesponsert wird, will er nichts davon wissen.

»Okay, fangen wir an«, sagt Ellen wieder. »Irgendwelche Neuigkeiten? Poppy?«

Ich gehe hinüber zum heißen Stuhl, im Raum wird es leise. Ich setze mich aufrecht hin und stelle sicher, dass ich selbstbewusst, begeistert und – vor allem – überzeugt wirke.

»Letzte Woche habe ich einen sehr, sehr spannenden Debütroman an einige von euch verteilt. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, die in London und Lagos spielt …« Ich fasse noch einmal kurz den Inhalt zusammen für jene, die den Text nicht gelesen haben, und frage zum Schluss: »Also, wie fandet ihr das Buch?«

Es entsteht eine Verlegenheitspause, in der die anderen sich gegenseitig ansehen. Es ist, als hätte ich einen toten Frosch auf den Tisch gelegt. Melanie ergreift als Erste das Wort.

»Ich fand es sehr schön geschrieben, aber … ich glaube, es wird sich nicht gut verkaufen.«

Ellen nickt. »Genau das denke ich auch. Die Sprache hat mir gefallen, ich bin trotzdem nicht hundertprozentig überzeugt.«

Ich nicke, versuche, meine Enttäuschung hinunterzuschlucken. Wenn Ellen und Melanie nicht dafür sind, ist es aussichtlos.

»Hat sonst noch jemand es gelesen?«, fragt Ellen.

»Ja, ich«, sagt Charlie zu meiner Überraschung. Ich habe ihm das Manuskript nicht einmal geschickt.

»Und?«

»Ich finde, es ist wirklich gut geschrieben«, sagt er, womit er mich noch mehr überrascht. »Ich sah bereits die überragenden Kritiken vor mir, die tolle Publicity, vielleicht sogar den einen oder anderen Preis …« Ich beuge mich erstaunt vor. Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Text überhaupt sein Ding ist. Hab ich Charlie völlig falsch eingeschätzt? »Und dass wir ungefähr zehn Exemplare davon verkaufen.«

Alle lachen. Charlie macht ein bedauerndes Gesicht, er hält sich offensichtlich für witzig. Idiot.

»Tja, das klingt nach einer Absage«, sage ich so unbefangen, wie ich kann. »Danke an alle, die es gelesen haben.«

»Wer ist der Nächste?«, fragt Ellen.

»Ich«, sagt Camilla, eine unserer Sachbuchlektorinnen. »Ich habe den heißen Tipp bekommen, dass Katie Chipping ein Buch veröffentlichen will.«

Katie Chipshop, als die man sie kennt, ist eine Sängerin, die gerade ihre fünfzehn Sekunden Ruhm hat.

»Fabelhaft! Ja, bitte!«, ruft Melanie enthusiastisch, und es bricht eine begeisterte Diskussion über Katie aus.

Ich verstehe ja, dass diese Bücher wichtig sind für das Geschäft, trotzdem ist es deprimierend. Ich sehe Charlie an, der gerade über Katies Follower auf Twitter spricht und über eine Zusammenarbeit mit einem Modehersteller, und denke dabei, wie unfair es ist, dass wir wirklich talentierte Autoren zugunsten von jemandem wie Katie Chipping ablehnen.

»Und nun zum übrigen Geschäft«, sagt Ellen. »Poppy, haben Sie was für uns?«

»Ja. Ich freue mich sehr, euch mitteilen zu können, dass unser Angebot für den neuen Roman von Jonathan Wilder in der engeren Auswahl ist.« Ich bin froh, dass die Reaktionen wenigstens genauso positiv ausfallen wie bei der verdammten Katie Chipping und fahre fort. »Wilders Agentin hat die Angebote geprüft und eine kleine Auswahl von Lektoren zu einem Treffen mit dem Autor eingeladen, darunter auch mich.«

»Wo lebt Wilder?«, fragt eine der neuen Presseagentinnen, deren Namen ich ständig vergesse.

»In Paris«, sagt Ellen. »Aber er ist in der Schweiz, in Italien und in den Staaten aufgewachsen. Sein Vater ist Michael Wilder, ebenfalls ein sehr berühmter Schriftsteller. Poppy, möchten Sie noch etwas hinzufügen?«

»Ja. Gut, die meisten von euch kennen wahrscheinlich Wilders ersten Roman. Er spielt an einer New Yorker Privatschule und wurde verfilmt. Die Kritiker nannten Wilder damals den neuen Bret Easton Ellis. Nun hat er seinen zweiten Roman fertiggestellt. Er handelt von einem amerikanischen Diplomaten in Paris, der seine Karriere durch eine Affäre zerstört.«

»Klingt toll«, sagt die Presseagentin. »Wann bringen wir es heraus?«

»Der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern. Wilder hat noch weitere Angebote, darum muss Poppy sich mit ihm persönlich treffen und ihren Charme spielen lassen«, erklärt Ellen.

»Die Schönheitsparade«, sagt Melanie. »Die gewinnst du, Poppy.«

Was sehr nett von ihr ist. Als wir den Meetingraum verlassen, bin ich dennoch enttäuscht wegen des Romans, den ich gern eingekauft hätte. Charlie geht neben mir her.

»Ich drücke dir fest die Daumen für Jonathan Wilder. Melanie hat recht, den Schönheitswettbewerb gewinnst du definitiv.«

»Danke«, erwidere ich knapp.

Er kann so viel flirten, wie er will, ich nehme es ihm übel, dass er sich über mein Buch lustig gemacht hat.

Als könnte er meine Gedanken lesen, fährt er fort: »Tut mir leid wegen des anderen Buches. Ich fand es wirklich gut, nur eben schwer verkäuflich. Ich wollte nicht spotten.«

»Oh … ist schon okay. Danke, dass du es gelesen hast.«

Besänftigt schenke ich ihm ein kurzes Lächeln, um ihm zu zeigen, dass ich ihm nichts nachtrage. Charlie ist kein schlechter Kerl, es mangelt ihm bloß an Fantasie. Er will gerade etwas sagen, als Melanie sich ihn schnappt. Ich gehe rasch weiter.

Ich würde es vor meinen Kolleginnen niemals zugeben, aber als Charlie vor einem Jahr zu uns kam, hatte ich sogar ein Auge auf ihn geworfen. Charlie sieht sehr gut aus: Mit seinen durchdringenden blauen Augen und dem blonden Haar erinnert er mich ein bisschen an einen jungen Wikinger. Aber dann fielen mir nach und nach Dinge an ihm auf, wie zum Beispiel seine Fußballmanie oder seine Art, sich wie ein Boygroup-Mitglied zu kleiden, oder seine Angewohnheit, Erdnüsse in die Luft zu werfen und mit dem Mund aufzufangen, als würde er einen Seehund trainieren. Wir haben auf der letzten Weihnachtsfeier zwar ein bisschen miteinander geflirtet, und ich war auch ganz kurz in Versuchung, aber nun bin ich froh, dass ich nicht weitergegangen bin. Später habe ich nämlich erfahren, dass er mit mindestens drei Frauen aus dem Verlag geschlafen hat, was einfach … eklig ist. Als praktisch einziger männlicher heterosexueller Single im Team muss es für ihn ein Kinderspiel sein.