Praxis Dr. Norden 6 – Arztroman - Patricia Vandenberg - E-Book + Hörbuch
Beschreibung

Sein Vater hat eine große Aufgabe übernommen: Dr. Daniel Norden leitet ab sofort die Behnisch-Klinik. Das führt natürlich zu entscheidenden Veränderungen in seiner Praxis. Wie gut, dass bereits seit einiger Zeit mit ihm gemeinsam sein vielversprechender Sohn Danny die Arztpraxis geleitet hat. Jetzt wird es ernst für Danny, den Mädchenschwarm und allseits bewunderten jungen Mediziner. Er ist nun für die Praxis allein verantwortlich – wobei zwischen der Klinik des Vaters und der Arztpraxis des Sohnes ein idealer Austausch besteht. Die Praxis ist bestens etabliert, die Familie Dr. Norden startet in eine neue Epoche. Privat ist Dr. Danny Norden dabei, sein großes Glück zu finden. Seine Freundin, die sehbehinderte, zauberhafte Tatjana, ist mehr und mehr zu seiner großen Liebe geworden. Die neue Serie Praxis Dr. Norden ist prädestiniert, neben den Stammlesern der Erfolgsserie Dr. Norden auch viele jüngere Leserinnen und Leser hinzuzugewinnen. "Das hereditäre Anigioödem wird autosomal dominant vererbt. So werden Erbkrankheiten bezeichnet, die schon bei einem defekten Gen auftreten. Das Risiko für das Kind, die Krankheit in sich zu tragen, beträgt fünfzig zu fünfzig." Obwohl Tatjana diese Worte in- und auswendig kannte, tasteten ihre Finger immer wieder über das dicke Blatt Papier, das auf ihrem Schoß lag. "In unseren Untersuchungen konnten wir sehen, dass von 120 betroffenen Kindern neun Kinder bereits im ersten Lebensjahr eine Schwellungsattacke hatten." Sie saß halb aufrecht im Klinikbett und sah hinüber zu Marla. "Deshalb glaube ich, dass es besser ist, wie es ist." Auch wenn um diese Uhrzeit in der Bäckerei der Bär im Kettenhemd steppte, hatte Marla Lüders es sich nicht nehmen lassen, ihre Chefin und Freundin in der Klinik zu besuchen. Doch auch hier hatte sie alle Hände voll zu tun. Ihren kleinen Sohn zu bändigen war schwieriger, als einen Sack Flöhe zu hüten. "Woher hast du diesen Text?", fragte sie abwesend. Gleichzeitig zog sie Fynn auf ihren Schoß zurück und drückte ihm ein Spielzeugauto in die Hand. In hohem Bogen flog es durch die Luft und landete krachend auf dem Boden. "Als ich das erste Mal krank geworden bin, hat Danny diesen Artikel aus dem Internet online für mich in Braille übersetzt und über einen speziellen Drucker auf Braillepapier geprägt", erwiderte Tatjana. "Finger weg, Fynn. Das ist kein Spielzeug." Marla umklammerte die Arme ihres Sohnes, der auf ihrem Schoß stand und nach dem Infusionsschlauch grabschte. "So was gibt es?"

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Seitenzahl:105

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Zeit:2 Std. 41 min

Sprecher:Marius Winkler


Praxis Dr. Norden – 6–

Aufbruchstimmung

Wenn die Liebe gegangen ist

Patricia Vandenberg

»Das hereditäre Anigioödem wird autosomal dominant vererbt. So werden Erbkrankheiten bezeichnet, die schon bei einem defekten Gen auftreten. Das Risiko für das Kind, die Krankheit in sich zu tragen, beträgt fünfzig zu fünfzig.« Obwohl Tatjana diese Worte in- und auswendig kannte, tasteten ihre Finger immer wieder über das dicke Blatt Papier, das auf ihrem Schoß lag. »In unseren Untersuchungen konnten wir sehen, dass von 120 betroffenen Kindern neun Kinder bereits im ersten Lebensjahr eine Schwellungsattacke hatten.« Sie saß halb aufrecht im Klinikbett und sah hinüber zu Marla. »Deshalb glaube ich, dass es besser ist, wie es ist.«

Auch wenn um diese Uhrzeit in der Bäckerei der Bär im Kettenhemd steppte, hatte Marla Lüders es sich nicht nehmen lassen, ihre Chefin und Freundin in der Klinik zu besuchen. Doch auch hier hatte sie alle Hände voll zu tun. Ihren kleinen Sohn zu bändigen war schwieriger, als einen Sack Flöhe zu hüten.

»Woher hast du diesen Text?«, fragte sie abwesend. Gleichzeitig zog sie Fynn auf ihren Schoß zurück und drückte ihm ein Spielzeugauto in die Hand. In hohem Bogen flog es durch die Luft und landete krachend auf dem Boden.

»Als ich das erste Mal krank geworden bin, hat Danny diesen Artikel aus dem Internet online für mich in Braille übersetzt und über einen speziellen Drucker auf Braillepapier geprägt«, erwiderte Tatjana.

»Finger weg, Fynn. Das ist kein Spielzeug.« Marla umklammerte die Arme ihres Sohnes, der auf ihrem Schoß stand und nach dem Infusionsschlauch grabschte. »So was gibt es?«

Tatjana lächelte.

»Toll, nicht? Es gibt sogar Zeitschriften in Brailleschrift. Und mit Hörbüchern, Sprachprogrammen und Computern wird das Leben für uns Sehbehinderte sowieso immer entspannter.«

»So entspannt wie ein friedlicher, erholsamer Sommer-Ausflug mit den lieben Kleinen im Jurassic-Park«, stöhnte Marla.

Fynns Arme und Beine waren überall. Einem Oktopus gleich flutschte er seiner Mutter immer wieder durch die Hände und landete schließlich mit einem Plumps auf dem Boden. Gut gelaunt rappelte sich der Zweijährige hoch und machte sich auf den Weg.

»Lass ihn nur. Hier kann er nicht viel anstellen.«

»Das sagst du«, seufzte Marla. »Ich hätte ihn doch vorher in die Krippe bringen sollen.

Tatjana verfolgte den Weg des Rabauken mit den Ohren. Die tapsigen Schritte führten von ihr weg Richtung Bad. Ein metallenes Scheppern verriet, dass er den Abfalleimer in der Ecke gefunden hatte. Wie wäre es wohl, wenn Fynn ihr Kind wäre? Ihr Sohn, den sie niemals haben würde. Sie wären ein gutes Team! Tränen trübten Tatjanas ohnehin verschwommenen Blick.

Es war wie verhext. Zusammen mit der Schwangerschaft hatten sich ihre Bedenken in Luft aufgelöst. Plötzlich sah sie kein Problem mehr darin, auch mit Behinderung und trotz Berufstätigkeit ein Kind großzuziehen. Ihr Herz fühlte sich an wie eine Zitrone in der Saftpresse. Schnell an etwas anderes denken!

»Du klingst nicht gerade wie eine Bilderbuchmutter aus der Waschmittelwerbung.« Tatjana versuchte, fröhlich zu klingen.

Marla erschrak.

»Das tut mir leid. Ich wollte nicht jammern. Wirklich nicht.«

Tatjana winkte ab.

»Erzähl mir nur viel mehr davon, wie schrecklich es ist, Mutter zu sein.« Sie lächelte schief und hob den Artikel hoch, um ihn auf dem Nachttisch in Sicherheit zu bringen, bevor sie kleinen Händen zum Opfer fielen. »Das ist die beste Therapie.«

»Wenn du meinst.« Ohrenbetäubendes Kreischen machte diesen Plan zunichte. Als hätte sie eine Tarantel gestochen, sprang Marla vom Stuhl auf.

Tatjana hielt sich die Ohren zu.

»Ein Glück, dass ich heute früh umgezogen bin. Auf der Intensivstation hätten wir spätestens jetzt ein Problem.«

Marla riss ihren Sohn vom Boden hoch.

»Das hast du davon. Jetzt siehst du aus wie ein Einhorn.« Der Eimer schepperte, als sie ihn auf- und zurück an seinen Platz stellte. »Und jetzt bleibst du bei Mama. Das hier ist kein Abenteuerspielplatz. Hast du gehört?« Sie kramte in ihren Taschen nach einem Taschentuch, in das Fynn wie ein kleiner Elefant schnaubte.

»Bielblaz?«, schniefte er und fing schon wieder an zu strampeln.

»Du bleibst jetzt hier, habe ich gesagt!«, schrie Marla.

Im Zimmer wurde es schlagartig so still, dass die Geräusche der Welt draußen zu hören waren. Auf dem Flur eilten quietschende Schritte vorbei. Durch das gekippte Fenster kündigte ein Martinshorn die Ankunft eines neuen Patienten an. Es näherte sich rasch und verstummte.

Dann, ganz nah, hörte Tatjana das Rascheln von Papier. Der unverkennbare Duft von Kakao und Vanille stieg ihr in die Nase. Gleich darauf lachte Fynn schon wieder.

»Dade. Dade.« Er patschte in die kleinen Hände.

»Was ist los mit dir, Marla?«, fragte Tatjana endlich. »So kenne ich dich gar nicht.«

»Ich mich auch nicht.« Marlas Stimme wackelte gefährlich. »Es ist … es ist … es ist wegen Pascal. Ich kann einfach nicht mehr.«

»Habt ihr Probleme?«

Marla schniefte und lachte gleichzeitig. Alles an ihr schien zerrissen.

»Zumindest hast du deinen Humor nicht verloren.« Die nahe Turmuhr schlug zehn Mal. »Schon so spät? Tut mir leid, Süße, ich muss los.« Der Stuhl klapperte. Im nächsten Augenblick schlang Fynn seine Ärmchen um Tatjanas Hals und drückte ihr einen klebrigen Kuss auf den Mund.

»Fynn Ana beibt.«

»Das geht leider nicht. Tatjana ist krank und muss sich noch ausruhen.« Marla klang, als stecke ihr ein Socken im Hals, an dem sich ihre Stimme vorbeiquälen musste.

»Ana kank?« Fynn patschte mit Schokoladenfingern auf Tatjanas Gesicht herum.

»Ja, mein Schatz. Aber bald bin ich wieder gesund. Dann gehen wir in den Englischen Garten und füttern die Enten«, versprach Tatjana.

»Quakquakquak.«

Sie lachte.

»Ganz genau. Du bist ein kluges Kerlchen.« Sie drückte dem Jungen einen Kuss auf die Wange, sog tief den Duft nach Schokolade, Seife und Unschuld ein.

»Wann kommst du eigentlich raus? Deine Kunden in der Bäckerei vermissen dich. Und nicht nur die.«

»Wenn alles in Ordnung ist, heute Nachmittag. Hat Danny mir zumindest versprochen.«

»Oh, wie schön. Dann können wir uns ja bald mal in Ruhe unterhalten.«

Sie winkte und wehte zur Tür hinaus. Wären ihr Parfum und die klebrige Schokolade nicht gewesen, hätte Tatjana gedacht, das alles nur geträumt zu haben. Sie lauschte auf die Schritte, die auf dem Flur verhallten, lehnte sich zurück und schloss die Augen.

*

»Er hat geschrieben, dass er heute wieder zurück ist. Das heißt doch, dass er hier vorbeikommt, oder?« Janine saß an ihrem Schreibtisch in der Praxis Dr. Norden und malte kryptische Zeichen auf ein freies Fleckchen der Schreibtischunterlage. Links neben ihr lag die ungeöffnete Post. Ein Berg Akten bewahrte die großen und kleinen Kuverts, Fachzeitschriften und Werbeschriften vor dem Absturz.

»Gibst du mir mal bitte die Akte von Frau Heinze.« Wendy saß neben ihrer Freundin und Kollegin an ihrem Tisch. Ohne vom Bildschirm aufzusehen, streckte sie die Hand aus.

Janine zeichnete an einer Pfeilspitze, die sich in ein Herz gebohrt hatte. Sie tastete sich zu den Akten vor, nahm die erstbeste und reicht sie hinüber.

Wendy stöhnte auf. Mit einem Klatschen landete die Mappe wieder auf Janines Schreibtisch.

»Das ist die von Ludwig Scheyer. Offenbar hast du nicht nur dein Herz, sondern auch gleich noch dein Hirn verloren. Tut mir wirklich leid, aber so kann ich nicht arbeiten.«

»Meine Güte.« Janine betrachtete ihr Kunstwerk. Sie hätte doch irgendetwas mit Kunst machen sollen! Diesmal war ihr das Herz besonders gut gelungen. »Nur weil ich ein Mal eine Akte verwechsle, machst du gleich so einen Aufstand. Du solltest dir auch mal wieder einen Mann suchen. Dann hättest du nicht immer so schlechte Laune.«

»Wenn ich schlechte Laune hätte, wärest du längst nicht mehr am Leben«, schimpfte Wendy. Sie stand auf und wühlte sich selbst durch den Berg Unterlagen. »Es geht nicht nur um eine Akte, sondern um vertauschte Befunde, unauffindbare Patientenkarten und vergessene Termine. Wenn ich nicht aufpassen würde wie ein Luchs, hätten wir schon Beschwerden en masse auf dem Tisch.«

»Sei doch nicht immer so pessimistisch, Wendylein«, säuselte Janine und umarmte ihre Freundin. »Gut, ich habe den einen oder anderen Fehler gemacht, und das tut mir auch sehr, sehr leid. Aber sind wir nicht alles nur Menschen mit unseren großen und kleinen Fehlern?« Sie zwickte Wendy in die Wange, drehte sich um die eigene Achse und tanzte hinüber in die Küche. »Willst du auch einen Kaffee?«

Wendy rollte mit den Augen und beugte sich wieder über ihre Arbeit.

»Hast du ein Glück, dass ich nicht auch verliebt bin. Dann könntest du den Laden dicht machen«, sagte sie zu Dr. Danny Norden, der aus seinem Sprechzimmer vor zum Tresen gekommen war.

»Hin und wieder ein bisschen Glück gehört auch zum Leben.« Er angelte ein Gummibärchen aus dem bauchigen Glas und steckte es in den Mund. Im ersten Moment stutzte er. Es schmeckte nach echten, sonnengereiften Früchten. Ungewohnt war, dass es seinen Zähnen kaum Widerstand leistete. Im selben Moment erinnerte er sich wieder an den Fernsehbericht, den er gemeinsam mit Tatjana angesehen hatte. Wie selbstverständlich hatte er sich gleich danach um die vegetarische Variante der Süßigkeit gekümmert. Tatjana sollte um jeden Preis glücklich und zufrieden mit ihm sein. Es war ohnehin nicht viel, was er im Augenblick für sie tun konnte. »Hat Tatjana schon angerufen, wann ich sie abholen kann?«

»Die Abschlussuntersuchung bei Professor Grödner findet um … Moment.« Auf der Suche nach der Gesprächsnotiz fiel Wendys Blick auf das zerknitterte Ultraschallbild, das ihr am Morgen beim allmorgendlichen Aufräumen als Ball vor die Füße gerollt war. So unauffällig wie möglich schob sie es unter ihren Block. »Ah, hier ist sie ja. Die Untersuchung findet um halb zwei statt. Aber du musst dich nicht beeilen. Tatjana will noch im Klinikkiosk vorbeischauen und nach dem Rechten sehen.«

»Typisch Frau. Kaum auf den Beinen, sucht sie sich schon wieder Arbeit.«

»Lass sie doch. Das lenkt ab.«

Dannys Blick fiel über Wendys Schulter aus dem Fenster. Zwei Krähen flogen mit synchronem Flügelschlag über den blau-grauen Himmel. Das Sirren ihrer Flügel nahm seinen Traum von eigenen Kindern mit. Er spürte Wendys Hand auf seinem Arm und kehrte ins Hier und Jetzt zurück. Bemerkte das Auto in verwaschenem Rot. Es fuhr vorbei, blieb stehen und parkte rückwärts in die freie Parklücke vor der Praxis ein. Während die Frau ausstieg und den Wagen umrundete, kurz stehenblieb und einen frischen Kratzer in Augenschein nahm, kletterte ein Junge vom Kindersitz auf der Beifahrerseite und sprang auf den Gehweg. Danny rieb sich die Augen.

»Sie haben recht. Arbeit lenkt ab«, sagte er zu Wendy und ging zur Tür, um dort auf seinen jungen Patienten zu warten.

*

Der Rahmen des Schaufensters funkelte, als wäre er aus purem Gold. Zunächst sah Marla nur sich selbst zwischen den zeitgenössischen Gemälden herumspazieren. Dann ging ihr Blick tiefer, tauchte hinein in den Raum. Wenn sie die Nase am Schaufenster platt drückte und die Hände in Augenhöhe neben den Kopf hielt, entdeckte sie ihren Mann Pascal, der am Schreibtisch saß und telefonierte. Er gestikulierte wild. Das sah nach Ärger mit einem Kunden aus. Marla überlegte noch, ob sie nicht doch lieber gleich zur Arbeit gehen sollte, als er auflegte. Eine Wolke schob sich vor die Sonne.

»Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du die Scheibe nicht anfassen sollst?«, herrschte er sie an. Die vorbeieilenden Passanten verdrehten die Hälse. Pascal zog sie in die Galerie. Wie immer roch es nach Farbe, Terpentin und Holz. Und nach Pascals unverkennbarem Aftershave. Viel zu süß für einen Mann!, ging es Marla durch den Kopf. »Ich habe keine Lust, den Fensterputzer wegen dir alle vierzehn Tage zu bezahlen.« Seine Ledersohlen hallten auf dem Steinboden. Trotz des warmen Wetters war er korrekt gekleidet. Noch nicht einmal auf die Krawatte hatte er verzichtet. Er ging zu seinem Schreibtisch zurück und setzte sich.

Marla hätte am liebsten auf dem Absatz kehrt gemacht.

»Tut mir leid. Kommt nicht mehr vor«, hörte sie stattdessen ihre Entschuldigung.

»Das sagst du jedes Mal.« Das Sonnenlicht spielte mit seinen Locken. Erste Silberfäden glänzten darin.

Marla wunderte sich, dass sie erst jetzt auftauchten.

»Ich dachte mir, ich komme noch einmal vorbei, bevor ich in die Bäckerei gehe.« Sie wanderte an den Bildern vorbei. Vor einem blieb sie stehen. Es zeigte eine ohnmächtige junge Frau im Negligé. Zwei ältere Damen standen ihr bei. Die eine hielt ihr ein weißes Taschentuch hin, die andere ein Fläschchen mit Riechsalz unter die Nase. »Ist das neu?«

Pascal hob kurz die Augen.

»Eine miserable Nachahmung von Rembrandts Bild ›Der ohnmächtige Patient‹.«

»Wenn es so schlecht ist, warum versuchst du dann, es zu verkaufen?«

»Musst du immer so viele Fragen stellen?« Seufzend lehnte er sich zurück. »Weil mich die junge Frau angefleht hat, ihr eine Chance zu geben. Deshalb.«

»Meine Bilder stellst du nicht aus.«

»Marla, bitte!« Er rollte mit den Augen. »Nicht schon wieder dieselbe Leier.«