Privatdetektivin Billie Pinkernell - Zweiter Fall: Der geklaute Garten - Gesine Schulz - E-Book

Privatdetektivin Billie Pinkernell - Zweiter Fall: Der geklaute Garten E-Book

Gesine Schulz

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2,99 €

Beschreibung

Die Diebe sind los! Der Kinderkrimi „Der geklaute Garten“ von Gesine Schulz jetzt als eBook bei dotbooks. Gestatten, Billie Pinkernell – Privatdetektivin Billie Pinkernell. Als aus einigen Gärten in der Nachbarschaft wertvolle Pflanzen und Skulpturen gestohlen werden, wittert Billie einen neuen Fall. Doch Polizeioberkommissar Hildebrandt mag keine Nachwuchs-Detektive, die ihre Nasen in seine Ermittlungen stecken. Billie solle sich doch lieber um die verschwundene Gartenfee der kleinen Doro kümmern. Was Billie auch prompt macht – mit ganz erstaunlichen Ergebnissen … Der zweite Fall für die junge Detektivin mit Hirn, Herz und scharfer Spürnase. Jetzt als eBook kaufen und genießen: „Der geklaute Garten“ von Gesine Schulz. Für Leser ab 8 Jahren. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks – der eBook-Verlag.

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Seitenzahl: 125

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Über dieses Buch:

Gestatten, Billie Pinkernell – Privatdetektivin Billie Pinkernell.Als aus einigen Gärten in der Nachbarschaft wertvolle Pflanzen und Skulpturen gestohlen werden, wittert Billie einen neuen Fall. Doch Polizeioberkommissar Hildebrandt mag keine Nachwuchs-Detektive, die ihre Nasen in seine Ermittlungen stecken. Billie solle sich doch lieber um die verschwundene Gartenfee der kleinen Doro kümmern. Was Billie auch prompt macht – mit ganz erstaunlichen Ergebnissen …

Der zweite Fall für die junge Detektivin mit Hirn, Herz und scharfer Spürnase.

Über die Autorin:

Gesine Schulz wurde in Niedersachsen geboren und ist im Ruhrgebiet aufgewachsen. Weil sie Bücher mochte und die Welt sehen wollte, wurde sie Bibliothekarin und ging für mehr als zehn Jahre ins Ausland. Zurzeit lebt sie als Autorin überwiegend im Ruhrgebiet, ist aber auch gerne in Irland, wo ihr zweiter Schreibtisch steht. Gesine Schulz rief 2004 den

„Internationalen Tag der Putzfrau“ ins Leben, der seitdem am 8. November begangen wird.

Bei dotbooks erscheinen alle Abenteuer von Billie Pinkernell, eine Übersicht finden Sie am Ende dieses Bandes.

Alle Leserinnen und Leser sind eingeladen, die Billie-Website zu besuchen: http://www.billie-pinkernell.de

Bei dotbooks erscheint auch Gesine Schulz’ Krimi-Reihe rund um die Privatdetektivin Karo Rutkowsky, die folgende Bände umfasst:

Ausgebadet

Abgekratzt

Abgebürstet

Weggewischt

Die Autorin im Internet:

http://www.gesineschulz.com

https://twitter.com/GesineSchulz

***

eBook-Neuausgabe Oktober 2016

Copyright © der Originalausgabe 2003 Verlag Carl Ueberreuter, WienCopyright © der Neuausgabe 2016 dotbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Tanja Winkler, Weichs

Titelbildabbildung: Dorothea Tust

E-Book-Herstellung: Open Publishing GmbH

ISBN 978-3-95824-698-0

***

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Gesine Schulz

Privatdetektivin Billie PinkernellDer geklaute Garten

Der zweite Fall

dotbooks.

Kapitel 1Eine unruhige Nacht

Billie saß im Bett und ärgerte sich. Um ein Haar hätte sie den Bankräuber gehabt!

Der Kassierer hatte ein Geldscheinbündel nach dem anderen über die Theke geschoben. Der Räuber hatte das Geld gierig in einen Einkaufskorb gepackt und gar nicht gemerkt, dass sich die Privatdetektivin Billie Pinkernell von hinten an ihn herangeschlichen hatte. Gerade wollte sie das große Netz über ihn werfen, schon hatte sie es wie ein Lasso gewirbelt und Schwung geholt, da sagte jemand: »Au-au, mein Zeh!«, und Billie war aufgewacht. Hatte sich der Kassierer den Fuß gestoßen? Hätte er damit nicht warten können, bis der Räuber in Billies Netz gezappelt und sie ihn unschädlich gemacht hätte? »Ist doch wohl ein Riesenpech, Sophie. Das musst du zugeben«, sagte Billie zu der grauen Katze, die zusammengerollt am Fußende des Bettes lag. Sophie zuckte mit einem Ohr. So viel konnte Billie im fahlen Licht des Mondes gerade erkennen. Sie legte sich wieder hin, schloss die Augen und versuchte in den Traum zurückzukehren.

»Au-au, mein Rücken!«

»Nun sei doch still!«, zischte jemand.

Billie riss die Augen auf. Im Nu hatte sie ihr Federbett zurückgeworfen, war aus dem Bett gesprungen und stand am Fenster. Sophie krabbelte unter der auf ihr gelandeten Decke hervor und sprang mit einem Riesensatz auf die Fensterbank.

Behutsam öffnete Billie das angelehnte Fenster. Der schmale Vorgarten der alten Villa lag im Dunkeln. Die Straßenlaternen im Kleopatra-Weg und überall in Rabenstein waren schon ausgeschaltet. Es musste nach Mitternacht sein. Billie konnte die Ampel unten auf der Hauptstraße sehen. Sie wechselte gerade von Rot und Gelb nach Grün, aber kein einziges Auto fuhr über die Kreuzung.

Ganz Rabenstein schlief.

Selbst in der Richtung, in der das Haus und die Autowerkstatt der Familie Ley lagen, brannte kein Licht. Dabei las Loreley jetzt in den Sommerferien gerne bis tief in die Nacht hinein. Obwohl sie tagsüber schon kaum etwas anderes tat. Solch eine Leseratte wie Loreley hatte Billie noch nie gesehen. Selbst in Berlin nicht, wo sie mit ihrer Mam noch vor kurzem gelebt hatte. Und das war immerhin die Hauptstadt!

Nein, ganz Rabenstein schlief. Nur Billie war wach. Die Kirchturmuhr schlug zwei. Gerade wollte Billie wieder ins Bett steigen, als sie ein Geräusch hörte und innehielt. Sie bekam eine Gänsehaut.

Sophie saß noch auf der Fensterbank, die Ohren nach vorne gebeugt, und sah auf die Straße. Langsam legte sie den Kopf schräg. Was sah sie?

Da war es wieder! Ein fürchterliches Stöhnen, ein Schnaufen und auf dem Bürgersteig schlurfende Schritte, die immer näher kamen.

Auf Zehenspitzen schlich Billie zum Fenster zurück. Eine Wolke schob sich vor das Gesicht des Mondes. In dem grauen Zwielicht meinte Billie eine Form zu erkennen: oval, wie ein kleiner Zeppelin, der über den Spitzen des Gitterzauns entlangzuschweben schien. Aber es war kein Zeppelin. Billie kniff die Augen zusammen. Es war ein riesiger Fisch, fast so groß wie eine Badewanne, der da vorüberzog. Ein Fisch, der aufglänzte, als ihn ein Mondstrahl traf. So, als sei er noch nass, als sei er erst vor Minuten aus den Tiefen des Flusses aufgetaucht. Aber zu wem gehörten die Schritte, die ihn langsam begleiteten, wer stöhnte da unterdrückt und wer machte warnend »Pssssst!«?

Der Mond verschwand hinter einer Wolkenbank und Billie konnte nichts mehr erkennen. Sie blieb am Fenster stehen, bis die Geräusche der unheimlichen Prozession leiser und leiser wurden und Billie sie nicht mehr vom Wispern des Windes unterscheiden konnte.

»Du dicke Socke! Was war denn das? Ganz schön unheimlich, oder? Vielleicht träume ich ja noch. Könntest du nicht ein Gedicht aufsagen, Sophie? Oder ein Lied singen? Dann wüsste ich genau, dass ich träume.«

»M-mau!«, machte Sophie, sprang vom Fensterbrett und kehrte aufs Bett zurück.

»Na, das hilft mir jetzt aber kein bisschen«, meinte Billie und folgte ihr. Als sie schon fast wieder eingeschlafen war, hörte sie, wie der Motor eines Lasters angeworfen wurde. Der Wagen fuhr los, rumpelte auf die Straße und entfernte sich in die andere Richtung.

Kapitel 2Moosmörder & Fensterglück

»Ich hab heute Nacht vielleicht komisch geträumt«, sagte Billie am Frühstückstisch zu ihrer Mutter. »Erst von einem Bankräuber, das war ganz schön. Ich hätte ihn fast gefangen, mit dem großen Netz, das ich gestern auf dem Dachboden gefunden habe, weißt du, Mam?«

»Ja. Ich dachte allerdings, man breitet es über Beerensträucher, um die Früchte vor Vögeln zu schützen. Dass man damit auch Bankräuber fangen kann, ist mir neu.«

»Hat auch nicht geklappt. Weil dann dieser Fisch kam –«

»Fisch! Das ist es. Wir essen heute Fisch. Was hältst du davon, Billie? Mit Kräutern aus dem Garten.« »Mit der Petersilie.«

»Nein, mit Rosmarin! Ich habe nämlich gestern einen Rosmarinstrauch im Garten entdeckt. Kann ich alles in den Backofen werfen, das kocht sich dann wie von selbst, glaube ich. Würdest du nachher in den Ort gehen und etwas Fisch kaufen? Dann kann ich mich schon mit dem Moosmörder beschäftigen.«

Billie pustete auf den Kakao in ihrem Becher und nickte. Bevor sie vor ein paar Wochen nach Rabenstein gezogen waren, war ihre Mutter Lektorin in einem Berliner Verlag gewesen. Sie hatte wunderschöne Gartenbücher herausgegeben und davon geträumt, selbst mal einen Garten zu haben, in dem es Blaue Blüten im Frühling geben würde und Aromatische Küchenkräuter aus dem Kräutergarten, Rasen wie Saint oder Das elegante Gartenhaus – ganz wie in ihren Büchern. Dann war der Verlag verkauft worden und es gab viele Kündigungen. Auch Billies Mutter wurde arbeitslos. Zwei Monate lang versuchte sie vergebens eine neue Stellung zu finden. Zum Glück kam dann der Brief der Anwältin, aus dem sie erfuhren, dass Billie eine Erbschaft gemacht hatte: das Haus ihrer Urgroßtante Malwine, die alte Villa Pinkernell in Rabenstein.

Und so waren sie in dieser Kleinstadt im Westen gelandet, hatten jetzt Haus und Garten statt einer Wohnung mit Balkon. Der Garten war groß und verwildert. Hohes Gras wuchs auf den Kräuterbeeten; statt samtigem Rasen gab es eine Wiese. Vom Gartenhaus blätterte die Farbe und die Dielen knarrten. Aber das war Billie egal. In diesem Gartenhaus hatte sie ihr Detektivbüro eingerichtet. Mit einer kleinen Anzeige im Rabensteiner Boten hatte sie für Reklame gesorgt und auch schon zwei Fälle gelöst. Oder eigentlich zweieinhalb.{i}

»Hoffentlich meldet sich bald neue Kundschaft«, sagte Billie. »Ich hätte Lust auf einen schönen Juwelendiebstahl. Oder auf einen fiesen Hochstapler mit schwarzen Lackschuhen und einem Ferrari. Wäre das nicht toll, Mam?«

»Ja, fabelhaft.« Billies Mutter schaute mit abwesendem Blick in den Garten. Wahrscheinlich dachte sie schon über den Moosmörder-Artikel nach. So verdiente sie jetzt nämlich ihr Geld. Sie schrieb für die Putzmittelfirma Blitzblank über deren Produkte Artikel, die in der Kundenzeitschrift Alles blitzblank erschienen. Viel Spaß machte ihr das nicht.

Aber sie bekam für jeden Artikel ein gutes Honorar und vorher schon zum Ausprobieren einen großen Karton des Produkts, über das sie schreiben sollte. Mit der ersten Sendung hatten sie 24-mal Fensterglück erhalten. Das war ein Glasreiniger. Und jetzt waren 24 Moosmörder angekommen. Spezialität: Beseitigung von unerwünschtem Moos auf Grabsteinen und Gartenwegen. Sie hatten beide Kartons auf den Dachboden geschafft. Dort hatten schon Urgroßtante Malwine und ihre Eltern kaputte Möbel und anderen Krimskrams abgestellt und vergessen. Auf ein paar Kasten mehr oder weniger kam es da nicht an.

»Und was für einen Fisch soll ich kaufen, Mam?« »Tja … ich weiß auch nicht. Heilbutt? Am besten fragst du im Fischladen, welche Sorte sich gut für den Backofen eignet. Es muss nicht die teuerste sein.«

»Okay. Dann lauf ich mal los.« Billies Fahrrad stand immer noch mit verbogenem Vorderrad und losem Schutzblech im Schuppen.

»Und sobald wir etwas Geld übrig haben, wird dein Fahrrad repariert, Billie, ja? Versprochen.«

Billie nickte und zog los. Hoffentlich würde sie bis dahin das Radfahren nicht verlernt haben! Es war so ein Pech gewesen, dass sie mit dem parkenden Auto zusammengestoßen war. Und hatte sich der Mann wegen der paar Kratzer vielleicht aufgeregt! Geschimpft hatte er und kein bisschen eingesehen, dass man nicht auf die Straße gucken kann, wenn man einen entflogenen grünen Papagei mit dem Fahrrad verfolgt. Gleichzeitig nach oben gucken und auf die Straße, das ging nun mal nicht.

Das mit dem Papagei war noch in Berlin gewesen. Ihr zweiter Fall, obwohl sie damals noch kein richtiges Detektivbüro hatte. Und eine doll hohe Belohnung hatte es gegeben! Leider hatte sie nichts davon gehabt. Die Autoreparatur hatte das meiste Geld verschlungen. Für den Rest hatte Billie ihrer Mutter eine extragroße Flasche Baldriantropfen gekauft. Weil ihre Nerven dringend beruhigt werden mussten.

»Was dir hätte passieren können, Billie! Eine Verfolgungsjagd, kreuz und quer durch den Verkehr … Ich darf gar nicht darüber nachdenken.«

Über die Baldriantropfen hatte sie sich dann aber sehr gefreut. Sie hatte die Flasche sogar mit nach Rabenstein gebracht. »Für alle Fälle, Billie. Bei dir weiß man ja nie.«

Kapitel 3Die Bücherburg

Billies erster Weg führte sie zur Bücherburg. So nannten die Rabensteiner ihre Stadtbücherei, weil sie von außen aussah wie eine kleine Ritterburg und innen voller Bücher war.

Frau Ness, die Bibliothekarin, war am Telefon. »Ja, habe ich notiert«, sagte sie. »›Welche Sorte Zigarren raucht Fidel Castro am liebsten‹ und ›Das Klima von Kuba im Mai‹. Sobald ich es herausgefunden habe, rufe ich Sie zurück, Herr Doktor Hugendubel. Ja, noch etwas?«

Billie schlich sich an der Theke vorbei zum schwarzen Brett für Erwachsene. Verflixt. Da hatte Frau Ness doch wieder die Fotokopie von Billies Zeitungsanzeige entfernt und an das schwarze Brett für Kinder umgehängt! Als würde Billie nur Aufträge von Kindern annehmen! So ein Quatsch.

DETEKTIVBÜRO BILLIE PINKERNELL

Kleopatra-Weg 13, GARTENHAUS

SERIÖS, DISKRET, PREISWERT

(KEINE GARANTIE)

Billie fand ihre Anzeige immer noch ziemlich gut. Die letzten beiden Zeilen hatte sie aus der Annonce eines Instituts für Kunsthaareinpflanzung abgeschrieben.

Schnell wie der Blitz hängte sie den Zettel zurück an das schwarze Brett für Erwachsene und rannte die Treppe hoch bis in die zweite Etage und weiter die schmale Wendeltreppe hinauf bis unters Dach, wo sich die Kinderbücherei befand.

Ausnahmsweise saß Loreley nicht auf dem Schmökersofa, sondern an einem der Tische. Sie schrieb etwas aus einem Buch ab, das vor ihr lag.

Billie zog einen zweiten Stuhl heran und setzte sich. »Hallo, Loreley. Was machst du da?«

»Oh, hallo, Billie. Hast du schon einen neuen Fall?« Sie tippte auf das Buch. »Ich habe hier eine klasse Idee für eine Geheimschrift gefunden. Man muss sich für bestimmte Worte andere Worte ausdenken und alles genau aufschreiben. Da bin ich gerade bei.

Wenn ich fertig bin, bekommst du eine Abschrift. Und Tim auch. Dann können wir uns geheime Mitteilungen schicken und –«

»Och … wir können uns doch wieder morsen. Wenn’s überhaupt nötig ist.« Das mit dem Morsen hatte sie inzwischen wenigstens einigermaßen raus.

»Aber, Billie, dies ist eine Schrift!«

»Na, die Morsezeichen kann man doch auch aufschreiben.«

»Aber die kann dann jeder lesen. Oder fast jeder. So eine richtige Geheimschrift hingegen ist ganz schwer zu knacken.«

Billie hatte noch nie jemanden gekannt, der so verrückt nach geheimen Schriften, Signalen und Codes war wie Loreley. »Vielleicht solltest du Spionin werden, Loreley. Beim Geheimdienst würden sie sich bestimmt riesig über dich freuen.«

»Ach nein. Viel zu anstrengend. Über Spionage lese ich lieber gemütlich auf dem Sofa. Und diese Schrift probieren wir bei deinem nächsten Fall aus, ja? Oder besser schon vorher, damit nicht wieder so ein Kuddelmuddel herauskommt wie neulich.« Loreley kicherte. »›Regin Pfiti Deksu‹ … das war wirklich witzig.«

»Ach! Das passiert mir bestimmt nicht noch mal. Weißt du zufällig, welcher Fisch billig ist und gut zum Backen?«

»Keine Ahnung. Rotbarsch vielleicht? Ich werde dich Rotbarsch nennen.« Loreley fing wieder an zu schreiben.

»Das passt viel besser auf dich. Mit deinen Haaren!«

»Stimmt. Aber da könnte jemand draufkommen. Rote Haare – Rotbarsch. Ich könnte ›Kugelfisch‹ sein. Weil ich doch dünn bin.«

»Du könntest auch ›Leseratte‹ sein«, sagte Billie. »Okay.« Loreley strich Kugelfisch durch und schrieb Ratte darüber.

Billie schüttelte den Kopf. Wenn sie es irgendwie verhindern könnte, würde sie in ihrem nächsten Fall keine Geheimschrift brauchen. Außer, es wäre absolut hundertprozentig nötig – und zweihundertprozentig unvermeidbar. Schließlich war sie Privatdetektivin und keine Geheimagentin. Und in ihrem Handbuch für junge Detektivinnen & Detektive hatte sie das Kapitel Geheime Schriften immer überschlagen.

Und dann ihr Name: Rotbarsch … Hah!

Kapitel 4Fischers Fritz

Zwei große Scheiben Seelachsfilet lagen im Kühlschrank. Mam würde staunen. Billie hatte die Filets zehn Prozent billiger bekommen, weil im Fischladen ausgerechnet heute Fischers-Fritz-Tag war. Einmal im Monat wurde jedem, der den Zungenbrecher beim ersten Versuch drei Mal hintereinander fehlerfrei aufsagen konnte, zehn Prozent von seiner Fischrechnung abgezogen! Billie hätte nichts dagegen, wenn der Laden das jede Woche anbieten würde. Den Satz konnte sie nämlich runterrasseln wie nichts. Dazu hatten sie letztes Jahr im Musikunterricht gerappt.

Fi-schers Fritz FISCHT

fri-sche Fische,

frische FISCHE fischt

Fischers FRITZ.

YOH!

Beim ersten YOH! war die Verkäuferin noch zusammengezuckt. Später hatte sie säuerlich gelächelt und gemeint, so habe sich aber noch niemand seine zehn Prozent verdient. Na, sie würde sich daran gewöhnen müssen. Denn zehn Prozent waren schließlich zehn Prozent.