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Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich VWL - Sonstiges, , Sprache: Deutsch, Abstract: Seit Jahrzehnten wird über das Einführen von Mindestlohn diskutiert. Arbeitnehmerverbände, die SPD und die Linken setzen sich für einen Mindestlohn ein, während Arbeitgeberverbände wie die Deutsche Industrie und Handelskammer oder auch die Parteien CDU und FDP sich gegen einen Mindestlohn aussprechen und einen Anstieg der Arbeitslosigkeit befürchten. Einer der Ursachen für die Diskussion ist, dass manche Erwerbstätige ihre Existenz nicht ohne staatliche Hilfe sichern könnten. Ein staatlich festgelegter Mindestlohn wäre demnach vor allem für Geringverdiener relevant.
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Veröffentlichungsjahr: 2011
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Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung
II Betriebswirtschaftliche Grundlegung
2. Mindestlohn
2.1. Klassische Ansicht des Arbeitsmarktes und Einstellung zu Mindestlohn
2.2. Keynesianische Ansicht des Arbeitsmarkts und Einstellung zu Mindestlohn
3. Überblick über die aktuelle Lohnsituation
3.1. In Deutschland
3.2. In Europa
4. Mindestlohn Pro und Contra
4.1 Vorteile von Mindestlohn und ihre Verfechter aus Wirtschaft und Politik
4.2. Nachteile von Mindestlohn und ihre Verfechter aus Wirtschaft und Politik
III Lösungsansätze
IV Zusammenfassung
Abbildungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Seit Jahrzehnten wird über das Einführen von Mindestlohn diskutiert. Arbeitnehmerverbände, die SPD und die Linken setzen sich für einen Mindestlohn ein, während Arbeitgeberverbände wie die Deutsche Industrie und Handelskammer oder auch die Parteien CDU und FDP sich gegen einen Mindestlohn aussprechen und einen Anstieg der Arbeitslosigkeit befürchten. Einer der Ursachen für die Diskussion ist, dass manche Erwerbstätige ihre Existenz nicht ohne staatliche Hilfe sichern könnten. Ein staatlich festgelegter Mindestlohn wäre demnach vor allem für Geringverdiener relevant.[1]
Um das Pro und Contra in Bezug auf Mindestlohn besser einschätzen zu können, Arbeitsmarkt näher beleuchtet. Die Frage ist, ob der Arbeitsmarkt ähnlich wie der klassische Gütermarkt funktioniert und sich Angebot und Nachfrage ohne institutionelle Eingriffe selbst regulieren würde [2] oder ob das Angebot an Arbeit eher starr ist und sich ein Mindestlohn tendenziell von selbst ergeben würde.3[3]Beide Positionen werden im ersten Teil zur klassischen2 und keynesianischen Theorie näher erläutert3. Folgend wird der deutsche Arbeitsmarkt auf Grundlage verschiedener Statistiken und Studien untersucht und Gesetzte, aus denen bereits ein Mindestlohn hervor geht und der sozialen Absicherung dienen, erläutert. Da die Mehrheit der Länder in Europa einen Mindestlohn hat, wird über die aktuelle Entwicklung dieser berichtet.1 Dabei wird kurz angesprochen wie internationale Gremien das „Fehlen“ eines deutschen Mindestlohns bewerten. Folgend werden Argumente verschiedener Verfechter für und gegen Mindestlohn aus Wirtschaft und Politik, sowie Ergebnisse erfolgter Studien zum Thema Mindestlohn gesammelt und abgewogen. Zum Schluss werden Lösungsvorschläge gegeben, wie die Lohnsituation in Deutschland verbessert werden kann und ob das Einführen eines Mindestlohns zu befürworten oder abzulehnen ist.
Die Klassische Theorie zum Thema Unterbeschäftigung wird zum Teil auch als neuklassische-monetaristische Schule bezeichnet.[4]
Der Lohn, ergibt sich aus dem Angebot und der Nachfrage nach Arbeit. Die Arbeitgeber fragen Arbeit nach und die Arbeitnehmer bieten an. An dem Punkt, an dem sich Angebot (S) und Nachfrage (D) schneiden, ergibt sich der Preis bzw. Lohn (Lgg) für die zu verrichtende Arbeit. (siehe Abbildung 1)[5] Der Punkt an dem sich Angebot und Nachfrage treffen ist abhängig von der jeweiligen Branche.[6] Wird ein Mindestlohn festgelegt, der Unterhalb des Gleichgewichtslohns liegt, verändert sich am Arbeitsmarkt überhaupt nichts, das Angebot und die Nachfrage von Arbeit bleibt gleich.5 Branchen in denen eher höhere Löhne üblich sind würden dem zu Folge von einem allgemeinen branchenübergreifenden Mindestlohn überhaupt nicht tangiert werden.6
Abb.1
Abb.2
Quelle: econ4you.wordpress.com/2009/10/09/wie-mindestlohne-wirken/, vom 17.07.11
Von einem allgemeinen Mindestlohn wären also eher Branchen betroffen, in denen Niedriglöhne üblich sind, wie z.B. das Friseurgewerbe, das Bewachungsgewerbe oder das Hotel- und Gaststättengewerbe6 (siehe Abbildung 2) Li Ein Mindestlohn hätte zur Folge, dass von den Arbeitnehmern L2 angeboten wird, hingegen aber nur L1 nachgefragt wird.4
Daraus ergibt sich dann ein Überangebot an Arbeit, also Arbeitslosigkeit.[7]
Nach der klassischen Theorie liegt die Ursache für Arbeitslosigkeit in den überhöhten Reallöhnen. Flexible Nominallöhne würden stets zu einem Beschäftigungsgleichgewicht führen. Das Angebot und die Nachfrage von Arbeit würden sich selbst Regulieren, wie es auch im klassischen Gütermarkt der Fall ist. Schuld an der Unterbeschäftigung sei das indexierte Lohnsystem, bei dem Nominallöhne mit dem Preisniveau verknüpft werden. Die Unterbeschäftigung ist die Folge des Wiederstandes von Gewerkschaften und Arbeitnehmern gegen die Anpassung an die Nachfrage der Arbeitgeber und kann deshalb nach der klassischen Theorie als „freiwillige Arbeitslosigkeit“ gewertet werden. Nach der klassischen Theorie wirken Regelungen in Kündigungsschutz, Arbeitslosenversicherungen oder Sozialleistungen unterstützend gegen die erforderlichen Lohnanpassungen der Arbeitsanbieter.[8]
