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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation, Note: 1,0, Fachhochschule Worms , Veranstaltung: Hauptseminar Management und Führungslehre, Sprache: Deutsch, Abstract: Fast täglich können wir in den Medien Berichte verfolgen, in denen aus verschiedensten Gründen zum Boykott aufgerufen wird. Erinnern wir uns an den Gasboykott Russlands gegenüber der Ukraine zu Anfang des Jahres oder den Boykottaufruf seitens der IG Metall gegen den schwedischen Elektrokonzern Electrolux wegen der geplanten Werksschließung des AEG-Werkes in Nürnberg. Der wohl bekannteste Fall eines Boykotts in Deutschland ist wohl immer noch der einwöchige Boykott von Shell-Tankstellen im Jahre 1995. Der Öl-Riese Royal-Dutch wurde durch diesen Boykott in die Knie gezwungen und musste seinen Plan, die Ölbohrinsel Brent Spar zu versenken, schließlich aufgeben. Spätestens seit dieser Aktion hatte man erkannt, dass ein Boykott eine durchaus sehr wirksame Waffe der Verbraucher ist und seitens der Unternehmen sehr ernst genommen werden muss. Aus diesem Grund möchte ich mich in dieser Arbeit mit dem Thema Boykott auseinandersetzen und die zugrunde liegenden Prozesse anhand einer Sammlung diverser Boykottaktionen und deren anschließender Analyse darstellen. In dieser Arbeit werde ich mich auf die Darstellung und Analyse von sog. Produktboykottaktionen, d.h. Boykotts seitens der Verbraucher beschränken, andere Boykottformen wie beispielsweise Wahlboykott oder Boykott von Sportveranstaltungen wie Olympischen Spielen werde ich nicht näher betrachten
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Veröffentlichungsjahr: 2006
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Daniela Reisel Seite 3Produktboykott- Sammlung und Analyse historischer Fälle
Fast täglich können wir in den Medien Berichte verfolgen, in denen aus verschiedensten Gründen zum Boykott aufgerufen wird. Erinnern wir uns an den Gasboykott Russlands gegenüber der Ukraine zu Anfang des Jahres oder den Boykottaufruf seitens der IG Metall gegen den schwedischen Elektrokonzern Electrolux wegen der geplanten Werksschließung des AEG-Werkes in Nürnberg.
Der wohl bekannteste Fall eines Boykotts in Deutschland ist wohl immer noch der einwöchige Boykott von Shell-Tankstellen im Jahre 1995. Der Öl-Riese Royal Dutch wurde durch diesen Boykott in die Knie gezwungen und musste seinen Plan, die Ölbohrinsel Brent Spar im Ozean zu versenken, schließlich aufgeben.
Spätestens seit dieser Aktion hatte man erkannt, dass ein Boykott eine durchaus sehr wirksame Waffe der Verbraucher ist und seitens der Unternehmen sehr ernst genommen werden muss.
Aus diesem Grund möchte ich mich in dieser Arbeit mit dem Thema Boykott auseinandersetzen und die zugrunde liegenden Prozesse anhand einer Sammlung diverser Boykottaktionen und deren anschließender Analyse darstellen. Beginnen werde ich mit einer Definition des Begriffes „Boykott“.
Ein Boykott kann definiert werden als ein „planmäßiges Ausgrenzen eines Gegners durch Aufforderung an andere die sozialen, rechtlichen oder geschäftlichen Beziehungen zum Gegner abzubrechen und zwar mit dem Ziel, politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Zwang auszuüben.“1Im Falle des Produktboykottes bedeutet dies also die organisierte Verweigerung von Verbrauchern, Produkte von bestimmten Unternehmen zu kaufen.
Der Begriff Boykott geht zurück auf den englischen Grundstücksverwalter Kapitän Charles Cunningham Boykott; dieser betrog seine irischen
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Landarbeiter um ihren Lohn und unterlag daraufhin einem im Jahre 1880 durch die irische Landliga organisierten Boykott.2
In den Medien wird der Begriff „Boykott“ oftmals auch fälschlicherweise für den Begriff „Embargo“ verwendet, d.h. es handelt sich gar nicht um einen Boykott, sondern um ein Embargo.
Daher möchte ich an dieser Stelle noch eine kurze Abgrenzung zu diesem Sachverhalten vornehmen:
Ein Embargo basiert in der Regel auf Beschlüssen des UN Sicherheitsrates, der Europäischen Union oder anderen internationalen Vereinigungen und stellt ein Verbot oder manchmal auch nur eine Einschränkung der Handelsbeziehungen zu bestimmten Ländern dar.3Bei einem Boykott werden die Verbraucher jedoch nur aufgefordert, keine wirtschaftlichen Beziehungen mehr zu bestimmten Unternehmen einzugehen, um dadurch Druck auszuüben. Es handelt sich aber in keinster Weise um ein Verbot, wer sich dem Boykott nicht anschließen möchte, muss dies auch nicht tun.
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Daniela Reisel Seite 5Produktboykott- Sammlung und Analyse historischer Fälle
Im Folgenden werden nun eine Reihe von historischen und auch aktuellen Boykottaktionen vorgestellt werden. Aus Gründen der Übersichtlichkeit zunächst eine kurze tabellarische Darstellung, an die sich eine ausführliche Beschreibung anschließt.
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Daniela Reisel Seite 6Produktboykott- Sammlung und Analyse historischer Fälle
